„Peter von Kant“: Jeder tötet was er liebt

Der Film „Peter von Kant“ ist eine ausdrucksstarke, grandios besetze Adaption und Interpretation des Stücks „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ und eine kraftvolle Hommage an Regie-Legende Rainer Werner Fassbinder

Text: Marco Arellano Gomes 

 

Der berühmte Regisseur Peter von Kant (grandios: Denis Ménochet) führt ein geradezu dekadentes Leben in seinem großzügigen Kölner Domizil. Er ist auf dem Zenit seines Schaffens, trinkt gern, hat Stimmungsschwankungen und lässt seine Allüren an seinem zutiefst loyalen Diener Karl (Stéfan Crépon) aus. Durch seine Lieblingsschauspielerin und einstige Muse Sidonie (Isabelle Adjani) macht er die Bekanntschaft mit dem jungen, hübschen Amir (Khalil Gharbia), verliebt sich Hals über Kopf in diesen, lässt ihn bei sich wohnen und macht ihn zum Schauspielstar. Doch während Peter den Jüngling liebt, begehrt und sich in eine zerstörerische Abhängigkeit begibt, empfindet Amir zunehmend nur Spott, betrügt und demütigt diesen und folgt dem Ruf der eigenen Karriere. Verlassen wendet sich Peter gegen alle, die ihn noch lieben – von der Mutter (Hanna Schygulla) bis zur Tochter. Liebend, singend, schreiend, koksend und saufend führt der Regisseur ein Schauspiel auf, das seinesgleichen sucht.

Ein Tribut an die 70er und das Kino

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„Peter von Kant“ ist ein Tribut an das Kino, die 70er und einen außergewöhnlichen Regisseur (Foto: Barbarella Entertainment)

Der Film basiert auf dem von Rainer Werner Fassbinder stammenden Stück „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“. Im Gegensatz zum Stück und der gleichnamigen Verfilmung von 1972 ist die neue Kinofassung von François Ozon („8 Frauen“) mit homosexuellen Männern statt Frauen besetzt. Davon abgesehen folgt er der ursprünglichen Konstellation und Handlung Punkt für Punkt. „Peter von Kant“ ist ein starkes, emotionales Kammerspiel voller Sex und Leidenschaft und eine Hommage mit starken Bildern und einem grandios aufspielenden Hauptdarsteller – der nicht zufällig optisch und charakterlich an Fassbinder erinnert. Ménochets Darbietung ist von einer ungeheuren Wucht. Der Film, der 2022 die Berlinale eröffnete, ist ein Tribut an das Kino, die 70er und einen außergewöhnlichen Regisseur. Kurz: Kino pur!

„Peter von Kant“, Regie: François Ozon. Mit Denis Ménochet, Isabelle Adjani, Hanna Schygulla. 85 Min. Ab dem 22. September im Kino

Hier gibt’s den Trailer zum Film:

 


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World Press Photo 2022

Die preisgekrönten Fotografien des weltweit größten Fotowettbewerbs „World Press Photo“ sind in einer Wanderausstellung im Altonaer Museum vom 21. September bis 17. Oktober 2022 zu sehen 

Text: Katharina Stertzenbach

 

Bereits seit 1955 zeichnet die Stiftung World Press Photo die besten internationalen Pressefotografien aus dem jeweiligen Vorjahr aus. Die Themenauswahl reicht dabei von Umweltproblemen über politische Auseinandersetzungen bis zu Momenten aus dem Alltag. Die Wanderausstellung wird jährlich in mehr als 80 Städten weltweit gezeigt und von über einer Million Menschen besucht.

Das Gewinnerfoto 2022: „Kamloops Residential School“

Präsentiert wird die Ausstellung in Hamburg seit 25 Jahren von den Magazinen „Geo“ und „Stern“ und findet 2022 im Altonaer Museum statt. Das diesjährige Gewinnerfoto „Kamloops Residential School“ der Fotografin Amber Bracken erinnert an das Schicksal vieler Kinder indigener Gemeinschaften Kanadas, die häufig missbraucht und getötet wurden. Mindestens 4.100 Kinder starben in Internaten wie der Kamloops Indian Residential School.

 


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„Es macht Spaß, mein Unvermögen zu zeigen“

In Karin Henkels Inszenierung zur Saisoneröffnung am Deutschen Schauspielhaus spielt Kristof Van Boven als frisch gebackenes Ensemblemitglied Shakespeares blutrünstigen Königsmörder Macbeth. Im Interview wirkt der Belgier eher schüchtern

Interview: Sören Ingwersen

 

SZENE HAMBURG: Kristof, zur Eröffnung des diesjährigen Zürcher Theater Spektakels bist du in „Waterworks“ der Choreografin Meg Stuart zu sehen. Den Pressefotos nach zu urteilen eine ziemlich nasse Angelegenheit …

Kristof Van Boven: Mit Meg arbeite ich schon seit 20 Jahren zusammen. Verrückterweise spielen wir diesmal an der Saffa-Insel im Zürichsee im Wasser. Das Publikum sitzt dabei auf zwei Schwimmelementen.

Choreograf:innen arbeiten ja primär mit den Ausdrucksformen des Körpers und Tanzes …

Ich würde mich niemals als Tänzer bezeichnen. Aber es stimmt: Mein Spiel ist eher körperlich. Es beginnt nicht erst mit der Sprache, sondern sobald mein erster Finger oder Zeh auf der Bühne zu sehen ist.

Du hast aber eine klassische Schauspielschule besucht …

Weil gute Freunde von mir gesagt haben, ich solle das mal ausprobieren. Ich war nie derjenige, der auf dem Tisch stand und die Familie unterhalten hat. Ich habe dann in Arnheim in den Niederlanden vorgesprochen, um das für mich abzuhaken, und mich danach gar nicht mehr darum gekümmert. Plötzlich klingelte das Telefon, und man sagte mir, ich könne im August mit dem Unterricht beginnen. Während der Ausbildung habe ich dann ein Jahr lang geschwiegen, weil ich meine eigene Stimme nicht hören wollte. Ich wollte zwischen dem Text und seinen möglichen Betrachtungsweisen nicht im Weg stehen.

Ein Nein, das wie ein Ja klingt

Und das haben die Lehrer durchgehen lassen?

Manche waren sehr böse mit mir, aber andere, die den Unterricht eher körperlich angingen, fanden das genau richtig und fühlten sich durch mein Schweigen positiv herausgefordert. Ihnen habe ich es zu verdanken, dass ich nicht von der Schule geschmissen wurde.

Und wie hast du schließlich zur Sprache gefunden?

Irgendwann forderte mich eine Lehrerin vor der ganzen Gruppe auf, „ja“ zu sagen. Doch jedes Mal, wenn ich „ja“ sagte, klang es wie „nein“. Dann forderte sie mich auf „nein“ zu sagen, und es klang wie „ja“. Durch die Liebe und Zuwendung dieser Frau habe ich nach und nach kapiert, dass es nicht schlimm ist, wenn die Wörter durch mich hindurchgehen.

Das ist doch eine von vielen Theaterkonventionen. Muss man die überhaupt hinterfragen?

Ich war einmal bei meinem Bruder zu Besuch, der Botschafter in Sambia in Afrika ist. Dort ist es uns nicht gelungen zu erklären, was ich beruflich mache. Dass viele Menschen zusammen im Dunkeln sitzen, um zuzuschauen, wie ich vorgebe, ein mittelalterlicher König zu sein, erschien ihnen völlig absurd. Von daher bin ich wahnsinnig dankbar, dass die Menschen in unseren Breitengraden bereit sind, sich auf das Ritual des Theaters einzulassen und Vorgänge auf der Bühne zu verfolgen, die nicht immer leicht zu verdauen sind.

„Dann verwandelt sich meine Angst in Freude“

Richard the Kid & the King (c) Monika Rittershaus-klein

Frisch im Ensemble und gleich die Hauptrolle als Macbeth zur Spielzeiteröffnung: Kristof Van Boven (Foto: Monika Rittershaus)

Hast du auf der Bühne Zeit, dir Gedanken über die Gedanken des Publikums zu machen?

Ja, alles läuft wie beim Billard über Bande. Ich war auch immer bis zum Kotzen nervös, habe mir das aber abtrainiert, weil es sehr ungesund war. Es hat sehr geholfen, überall auf der Welt zu spielen und Menschen zu begegnen – auch ohne Sprache. Dadurch gewöhnt sich der Körper daran, dass er nicht in Gefahr ist. Ich mache in meiner Garderobe auch immer das Fenster auf und schaue mir die Menschen draußen an, die absolut nichts mit dem Theater zu tun haben. Dann verwandelt sich meine Angst in Freude, dass ich diesen Beruf ausüben darf.

Du hast viele Theaterpreise gewonnen …

Auch sie haben mir geholfen, nicht nur so zu tun, als sei ich Schauspieler, sondern es wirklich zu sein. Denn auch nach der Ausbildung habe ich oft gedacht, dass ich für diesen Beruf nicht geeignet bin. Das Unvermögen oder das Gefühl, dass etwas nicht geht, ist für mich immer ein Motor. Auch in jedem guten dramatischen Text zieht die Figur in voller Fahrt eine Handbremse. Dadurch stiftet sie einen Konflikt mit sich selbst oder anderen, aus dem sie sich dann wieder herauszulügen versucht.

Schauspieler: Etwas „Vernünftiges“ machen

Zur Saisoneröffnung am Schauspielhaus spielst du den Macbeth, dem die Hexen zu Beginn prophezeien, dass er König von Schottland wird. Welchen Stellenwert haben das Stück und die Rolle für dich?

Die Engländer nennen das Stück bis heute „the scottish play“. Der Aberglaube verbietet es, den Titel „Macbeth“ wörtlich zu nennen. Man fürchtet den Teufel, der in diesem außer Kontrolle geratenen Jedermann steckt. Wenn man so einem Jedermann eine Prophezeiung ins Ohr tröpfelt – auch wenn sie noch so undenkbar, abscheulich und dumm ist –, setzt das etwas in Gang. Für den prophezeiten Königstitel schlachtet er dann sogar König Duncan ab, den er übrigens für einen absolut perfekten Herrscher hält.

Er will die Macht um jeden Preis?

Bei Vorstellungen habe ich einmal Angela Merkel und auch den König von Belgien getroffen. Solche Menschen haben immer jemanden dabei, der ihnen etwas ins Ohr flüstert, von dem sie dann so tun, als hätten sie es schon immer gewusst. Sie spielen das Spiel von Souveränität, sind dabei sehr sympathisch und nett, aber in ihren Augen sieht man: Wenn du Macht hast, dann hast du die gewollt und geplant. Macbeth hingegen hat überhaupt keinen Plan, der über seine Krönung hinausgeht. Mit ihr kreiert er nur sein nächstes Trauma.

Die Magie der Weissagung wendet sich gegen ihn …

Die Prophezeiung verstehe ich nicht als Magie. Sie ist das, was die Eltern und Großeltern von einem verlangen. Ich war früher Jockey. Meine Eltern haben mich da herausgezogen, weil sie einerseits Angst um mich hatten, aber auch wollten, dass ich etwas „Vernünftiges“ mache. Mit diesem „Hexenspruch“ im Rücken bin ich dann Schauspieler geworden. Und die Pferde habe ich immer noch.

„In Deutschland reden die Schauspieler auf der Bühne manchmal nicht wie Menschen“

Bist du deinen Eltern rückblickend dankbar?

Ich bin wahnsinnig dankbar, dass ich innerhalb meines Berufs immer wieder alles neu denken und den Texten so nahe kommen kann, wie jetzt mit Regisseurin Karin Henkel. Wenn ich aber wieder auf den Hof komme und den Geruch dort atme, denke ich jedes Mal, ich hätte mir den ganzen Umweg sparen können. Aber dann hätte ich alles verpasst, ich würde reden, wie man auf einem Hof redet, und mir würden wahrscheinlich auch ein paar Zähne fehlen.

Wie unterscheidet sich die Sprache des Reiterhofs von der des Schauspielers?

In Deutschland reden die Schauspieler auf der Bühne manchmal wie Schauspieler und nicht wie Menschen. In Holland gab es Ende der 1960er-Jahre die „Aktion Tomate“. Da haben die Leute Tomaten auf die Bühne geworfen, wenn die Schauspieler nicht wie Menschen gesprochen haben. Irgendwann haben sie dann Netze vor die Bühne gespannt.

„Es fragt sich nur, woher das Böse kommt“

Noch einmal zurück zu Macbeth. Ferdinand von Schirach sagt: Es gibt keine bösen Menschen, nur böse Taten. Würdest du dem zustimmen?

Ich glaube, dass es auch sehr böse Menschen gibt. Es fragt sich nur, woher das Böse kommt. Das hat viel damit zu tun, dass in deinem Leben zur falschen Zeit das Falsche passiert: ein traumatisches Erlebnis, ein Unfall, eine Ungerechtigkeit oder emotionale Verletzung. Diese ganze Paul-McCartney-Generation, die jetzt gerade wegstirbt, wurde von den Eltern, die den Krieg noch miterlebt hatten, so verwöhnt, dass dort eine große Gleichgültigkeit entstanden ist. Diese Gleichgültigkeit macht mir Angst.

Bestimmt lässt eure Aufführung niemanden gleichgültig, wenn du mit der Figur des Macbeth gegen dein eigenes Unvermögen anspielst, wie du vorhin gesagt hast …

Macbeth sagt auf der Bühne: „Es ist noch gar nichts passiert, und ich zittere schon am ganzen Körper.“ Wenn ich dann denke: Der kleine Belgier, Eröffnungsvorstellung, Vergleich mit anderen Shakespeare-Abenden – also ich zittere auch schon am ganzen Körper. Es ist krass, wenn so viele Leute da sitzen. Warum tue ich mir das an? Weil es ein geiler Abend wird. Weil es Spaß macht, dieses Unvermögen zu zeigen.

„Macbeth“ am Deutschen Schauspielhaus, 5. Oktober 2022 (Premiere), weitere Termine: 13. Oktober und mehr

 


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Oriel Quartett: in Kollaboration 3 mit Luz y Sombra

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Am 8. Oktober gibt es Tango Nuevo von Astor Piazzolla, gespielt vom Oriel Quartett. SZENE HAMBURG verlost 2 x 2 Tickets

Gemeinsam mit dem Tango-Trio Luz y Sombra (Violine, Klarinette, Klavier) präsentiert das Oriel Quartett ein Programm, dass sich der Musik des Tango Nuevo Komponisten Astor Piazzolla widmet. Das Konzertprogramm beleuchtet Piazzollas umfangreiches Lebenswerk von Kompositionen seiner Jugendjahre bis hin zum zeitgenössischen Tango Nuevo, der von den großen klassischen Bühnen der Welt nicht mehr wegzudenken ist. Gemeinsam spielen beide Ensembles Bearbeitungen von Piazzollas Werken sowie Musik, auf die sich der Komponist immer wieder bezogen hat und und die hörbar Einfluss auf seine Kompositionsweise hatte. Dazu zählt zum Beispiel die kontrapunktische Musik Johann Sabastian Bachs oder Werke von Bela Bartok und Igor Strawinsky.

Bach und Strawinsky

Nur wenige Jahre vor seinem Tod hörte Piazzolla in New York ein Konzert des Kronos Quartetts, das ihn stark inspirierte. Auf dem Programm stand damals unter anderem das 1. Streichquartett von Kevin Volans. Kurz darauf komponierte Piazzolla das Stück Four for Tango für Streichquartett sowie die Five Tango Sensation für Bandoneon und Streichquartett. Im Wechsel mit Bearbeitungen von Piazzollas Werken für die gemeinsame Besetzung des Oriel Quartetts mit dem Trio Luz y Sombra erklingen in diesem Konzert die drei kurzen Stücke für Streichquartett von Strawinsky, ein Satz aus dem Volans Streichquartett und eine Fuge aus Bachs Die Kunst der Fuge.

„Das Oriel Quartett spielt Tango Nuevo“, am 8. Oktober ab 19.30 Uhr in der Alfred Schnittke Akademie International

SZENE HAMBURG verlost für das Konzert 2 x 2 Karten. Einfach eine E-Mail mit Name und Betreff „Oriel Quartett“ bis 3.10. an verlosung@szene-hamburg.com


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Hippocampus Kunstfestival: Skulpturen-Projekt

Das Hippocampus Kunstfestival bringt zusammen mit dem Verein „Hallo“ und der Galerie Oel-Früh Kunst an ungewöhnliche Orte

Text: Sabine Danek 

Der gemeinnützige Verein „Hallo“ macht unzugängliche Orte für die Öffentlichkeit nutzbar. In diesem Sommer gemeinsam mit der Galerie Oel-Früh und dem Hippocampus Kunstfestival, das jetzt in seine zweite Runde geht. Benannt nach einem zentralen Teil unseres Gehirns, der in seiner Form dem Seepferdchen gleicht, steht er für Impulse, für lebenslanges Lernen und ein Miteinander.

Ein Zeichen setzen

Das Festival findet auf dem Vereinsgelände der alteingesessenen und engagierten Rudervereinigung Bille statt, die von städtebaulichen Veränderungen bedroht ist. Auch darauf möchte das Festival aufmerksam machen – und das mit einem Skulpturen-Projekt auf einer Grünfläche, die sich zwischen einer stark befahrenen Straße, dem Billebecken und dem Vereinshaus befindet.

Das Who is Who der Kunstszene

Ein Who is Who der Kunstszene ist dort vertreten: Die Bühne für die verschiedenen Konzerte besteht aus einer Sozial-Skulptur von Jan Köchermann, die gleichzeitig Pavillon und Erholungsort ist. Eine Soundinstallation von Felix Mayer simmert aus den Bäumen, Marc Einsiedel und Felix Jung entwickeln eine ortspezifische Skulptur, Minú errichtet Skatespots und Supinice lassen eine aufblasbare Skulptur schweben. Das sind nur einige der Arbeiten und dazu gibt es Live-Musik und All-Stars DJ-Sets und zur Finissage wird es dampfen. Da werden die Heilkräuter, die Julia Nordholz während der Ausstellung als Skulptur hat wachsen lassen, geerntet, als Saunaaufguss verwendet und als Tee gereicht.

Hippocampus Kunstfestival: Skulpturen Projekte. 17. bis 24. September 2022 auf der Grünfläche Bei der Grünen Brücke 3. Eröffnung am 17. September ab 15 Uhr, Finissage am 24. September ab 15 Uhr, dazwischen täglich bis 24 Uhr geöffnet


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Die Schanze: Wie geht es ihr?

Eine Politikerin, eine Restaurantbetreiberin und ein Anwohner über den Wandel des Stadtteils, aktuelle Probleme und mögliche Lösungen

Protokolle: Anarhea Stoffel & Katharina Stertzenbach

Ana, Betreiberin vom Piri Piri

„Wir haben alle Bock auf ein gutes Miteinander“

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Ana mit und Yolo vor ihrem Restaurant, das für portugiesisches Flair in der Schanze sorgt (Foto: Katharina Stertzenbach)

„Ich bin in Portugal geboren und in der Schanze aufgewachsen. Für mich war klar, dass ich mich irgendwann als Gastrono­min selbstständig machen würde. Und mit der Eröffnung des Piri Piri im Mai ist dann ein Traum in Erfüllung gegangen. Einen Laden zu finden, in dem ein Res­taurant eröffnen darf, ist hier schwierig. Es ist nur erlaubt eine bestehende Gas­tronomie zu übernehmen. Man darf kei­ne neue eröffnen. Das war totale Glück­sache, dass wir einen Laden hier auf dem Schulterblatt bekommen haben.

„Wir wollen so eine Art Wohnzimmer für die Schanze werden“

Wir sind ein Familienbetrieb und möchten mit dem Restaurant einen Mehr­wert für die Nachbarschaft schaffen. Wir wollen, dass unsere Nachbarn sich hier bei uns wohlfühlen und zu unseren Stammgästen werden. Anders gesagt: Wir wollen so eine Art Wohnzimmer für die Schanze werden. Ich finde es schade, dass immer mehr Gastronom:innen von der Schanze verschwinden. Man hat immer im Hinter­kopf, die Gastronomie, die geht kommt halt auch nie wieder.

„Wir gönnen allen Gastronom:innen hier viele Gäste“

Wir gönnen allen Gastronom:innen hier viele Gäste. Oft kann ich die Anwohner:innen auch ein bisschen verstehen, denn es ist teilweise echt laut. Am Donnerstag bin ich nach Schicht um drei Uhr nachts auf meinem Heimweg an der „Katze“ vorbei­ gegangen. Vor dem Laden fand so eine krasse Party statt, obwohl die „Katze“ schon geschlossenen hatte, das war schon extrem laut. Das trubelige Leben hier auf der Schanze ist schon sehr cool, nichts­ desto trotz sollte man echt schauen, dass man den Schanzenbewohner:innen da ein biss­chen mehr entgegenkommt. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass alle Gastronomen und Anwohner ein biss­chen mehr Verständnis füreinander ha­ben – denn insgeheim haben irgendwie alle hier Bock auf ein gutes Miteinander.“

Conny Templin, LINKE- Abgeordnete in der Bezirksfraktion Altona

„Die Besucher:innen vergessen, dass hier Leute wohnen“

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Conny Templin arbeitet wohnt und schon lange in der Schanze. Zudem engagiert sich für das Viertel (Foto: Katharina Stertzenbach)

„Ich bin Krankenschwester und alleinerziehende Mutter von zwei Kindern und wohne in der Schanze. Ich arbeite schon lange hier im Viertel. Mit meiner Mitgliedschaft in der Bezirksfraktion kann ich auf jeden Fall etwas bewegen. Für die Schanze haben wir zum Beispiel erreicht, hier eine E-Scooter-Verbotszone einzurichten. Seit letztem Jahr ist es nicht mehr erlaubt, die Dinger auf dem Schulterblatt und in der Susannenstraße abzustellen. Mittlerweile ist die gesamte Schanze Sperrzone für E-Scooter.

„Die ausgeuferte Außengastronomie ist einer der größten Streitpunkte“

Viele Sachen haben wir allerdings auch nicht geschafft. Die Bezirkspolitik ist so klein, da gibt es nicht viel Handlungsmöglichkeit. Die Außengastronomie einzuschränken, geht zum Beispiel nicht, wegen des Wegerechts. Das besagt, dass zwei Meter Platz für die Fußgänger:innen auf den Gehwegen freigelassen werden müssen. Abgesehen davon können die Gastronom:innen ihre Tische draußen aufstellen. Die ausgeuferte Außengastronomie ist allerdings einer der größten Streitpunkte zwischen Anwohner:innen und Gastronom:innen. Denn diese erzeugt einen unheimlichen Lärm von Donnerstag bis Sonntag bis spät in die Nacht.

„In Zukunft werden immer mehr Leute hier wegziehen“

Das „Epizentrum“ ist die sogenannte Piazza rund um das Schulterblatt und die Susannenstraße. Heute kommen alle in die Schanze, um zu feiern und zu konsumieren – egal ob Touristen oder Leute von hier. Viele Besucher:innen vergessen dabei völlig, dass hier auch Leute wohnen. Mittlerweile ist die Schanze zu einer Touristenkulisse mutiert. In Zukunft werden immer mehr Leute wegziehen und die, die hierherziehen, machen das nur für eine kurze Zeit. Einige, der wenigen älteren Schanzenbewohner:innen sagen ,Irgendwann kriegen wir Geld dafür. Wir sind die Letzten. Wir sind geblieben‘.

Es gibt auch Ecken, die nicht so laut und dreckig sind. Außerhalb der Piazza wird es ruhiger. Wir versuchen alles, dass die Gastronomie sich nicht in die Nebenstraßen einquartiert. In der gesamten Sternschanze gilt der Bebauungsplan 6. Der ist aufgestellt worden, um zu verhindern, dass sich hier noch mehr Gastronomie ansiedelt. Das heißt, es darf keine neue Gastronomie eröffnen.
Zudem wäre die Schanze ein ideales Viertel für Verkehrsberuhigung. Wir haben zur Erneuerung der Straßenführung rund um das Schulterblatt einen Antrag gestellt, denn auf dem Schulterblatt gibt
es keine Fahrradwege. Auch das sorgt für Konfliktpotenzial, weil die Leute dann auf der sowieso schon überfüllten Piazza Fahrrad fahren. Mit einer Umgestaltung der Straßenführung würde man außerdem den Verkehr entzerren. Dann würde es zumindest verkehrstechnisch auf der Schanze ein bisschen ruhiger werden. Mal sehen, wie sich das entwickelt.“

Thomas Papenthien, Anwohner

„Es ist wie ein kleines Dorf“

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Thomas Papenthien lebt mit seiner Familien seit 15 Jahren im Schanzenviertel (Foto: Anarhea Stoffel)

„Seit 15 Jahren leben wir hier, meine Frau, meine Tochter und ich. Unsere Wohnung haben wir über sehr viel Glück und Zufall bekommen. Meine Frau lebte schon einmal in dieser Wohnung mit ihrem damaligen Freund. Nachdem sie sich trennten, blieb sie weiterhin im Mietvertrag und als wir einige Jahre später nach einer Wohnung suchten, zog ihr Ex-Partner gerade aus und bot uns an, die Wohnung zu übernehmen. Es passte also wirklich perfekt. Denn bereits vor 15 Jahren war bezahlbarer Wohnraum hier sehr knapp.
Ich arbeite als Altenpfleger und als ich während des ersten Lockdowns mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr, da war es wie ausgestorben hier. Ich muss zugeben, im ersten Moment fand ich das grandios. Die Bewohner:innen haben sich irgendwie ihr Viertel ein bisschen zurückgeholt. Es war total ruhig und friedlich. Das Heiligengeistfeld wurde sich als urbane Fläche erschlossen, es gab keinen Dom und man hatte einfach eine riesige Betonfläche zur Verfügung. Die Leute haben dort alles Mögliche gemacht. Das war ganz toll. So hatte die Pandemie immerhin diesen positiven Nebeneffekt.

„Das geht dann fast in Richtung Ballermann“

Denn die Schanze ist inzwischen zu einer richtigen Ausgehmeile geworden. Wenn man hier als Bewohner langgeht, ist es manchmal sehr speziell, das geht dann fast in Richtung Ballermann. Früher war das noch nicht so frequentiert wie heute. Trotzdem ist es wie ein kleines Dorf hier. Das ist bestimmt in anderen Stadtteilen Hamburgs auch so. Aber die Leute, die hier wohnen, die kennt man. Die Schanze hält mich jung, hier ist es lebendig! Und immer, wenn ich wiederkomme, habe ich das Gefühl nach Hause zu kommen.“ 


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Reeperbahn Festival 2022: Die Musikwelt blickt auf St. Pauli

Das Reeperbahn Festival bietet vom 21.–24. September 2022 wieder eine Bühne für Konzerte, Sessions und Networking-Events. Bis zu 40.000 Besucher:innen werden 2022 erwartet.

Text: Katharina Stertzenbach 

 

Von Abby Roberts bis Yael – über 470 Konzerte finden beim diesjährigen Reeperbahn Festival statt. Auf diesen können das Publikum, Musikexpert:innen und Künstler:innen in den Clubs von St. Pauli neue Musik und Talente entdecken. Endlich erreicht das Festival wieder Vor-Pandemie-Charakter und verwandelt St. Pauli vier Tage lang in ein Paradies für Musik-Fans. Dreh- und Angelpunkt ist dabei Festival Village auf dem Heiligengeistfeld. Konzerte gibt es indes auf dem gesamten Kiez, in der Elbphilharmonie, dem Michel und vielen weitern Spielstätten. Dabei reicht das Spektrum der Musik von Jazz über Indie und Country bis hin zu Pop, Punk und Rock.

Musikalische Leckerbissen

Das Reeperbahn Festival war noch nie das Festival der großen Stars, doch hier traten die auf, die später zu Stars wurden. Sei es 2018 die Norwegerin Sigrid, die mittlerweile in Großbritannien zu den Top Acts gehört oder 2011 Ed Sheeran, der beim Reeperbahn Festival seine ersten Schritte in Richtung Superstar machte. Deswegen werden vielen die Acts von 2022 auf den ersten Blick nichts sagen, doch später wird man von ihnen hören. Mit dabei sind in diesem Jahr unter anderem die Britin Anna Calvi, die am 24. September die Elbphilharmonie mit ihrem intensiven Sound füllen wird. Ebenfalls aus London kommt Kokoroko. Die achtköpfige Jazzband will am 23. September im Mojo auch das deutsche Publikum mit ihrer Melange aus Afrobeat, Jazz, Funk und Highlife überzeugen.

Nicht aus London, aber mittlerweile deutschlandweit für ihren Sound und die damit verbundene Party bekannt, dass sind Roy Bianco & die Abbruzanti Boys. Das Sextett als Charmeure eines neuen Italo-Schlagers zu bezeichnen dürfte es treffen und für alle, die nicht glauben können welche Energie diese Musik heute erzeigen kann, sollte am 23. September in den Grünspan oder am 24. September ins Übel & Gefährlich kommen. Doch neben internationalen und süddeutschen Acts darf natürlich auch der lokale Bezug nicht fehlen. Eine der der Künstler:innen aus Hamburg ist Sophia Kennedy. Die aus den USA stammende Singer-Songwriterin kommt mit ihrer Musik, die eine ganze eigene Magie umschwebt, am 24. September in den Mojo Club.

Highlight Speaker aus dem Focus Country USA

Neben der Musik ist das Reeperbahn Festival gleichzeitig Diskussionsraum für aktuelle Entwicklungen der globalen Musikwirtschaft. Highlight Speaker sind 2022 zum Beispiel Daniel Lanois, der Producer von U2 und Neil Young oder Björn Dixgard, Frontmann der schwedischen Rockband Mando Diao. Zudem liest Max Gruber, besser bekannt als Sänger Drangsal, aus seinem literarischen Debüt „Doch“. 2022 liegt der Focus des Festivals auf den USA. Auch deswegen sind verstärkt Acts aus den Verenigten Staaten zu gast. Darunter  die Singer-Songwriterin Caroline Rose und der Soul- und R’n’B-Musiker Charlie Burg.

Reeperbahn Festival, vom 21. bis 24. September 2022 

Tickets gibt es ab 50 Euro

 

 


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Moonage Daydream: David Bowies Kosmos

„Moonage Daydream“ ist eine Hommage des Regisseurs Brett Morgen an den 2016 verstorbenen David Bowie und nimmt das Publikum mit auf ein ganz besonderes audiovisuelles Erlebnis 

Text: Anna Grillet 

 

Die Dokumentation „Moonage Daydream“ katapultiert die Zuschauer als multimedialer Wahnsinnstrip mitten in den kreativen Kosmos des 2016 verstorbenen brillanten Sängers und Songwriters David Bowie, eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Musikszene. Ein Ausnahmekünstler, der ständig Stile und Persönlichkeiten wechselte, Grenzen überschritt, von Nietzsche und Buddhismus inspiriert war. Ob als Ziggy Stardust, Elephant Man oder Major Tom, auf der Bühne, im Film oder beim Malen – die Suche nach sich selbst ist für ihn, den Gender-Dissidenten, das Kreieren neuer Ausdrucksformen im vertrauten Chaos.

Ein Kaleidoskop aus Sound, Bildern und Spiritualität

Filmemacher Brett Morgen („Kurt Cobain: Montage of Heck“, 2016) sichtete fünf Millionen Dokumente, Filmaufnahmen, Interviews, Tagebücher. Entstanden ist ein atemberaubend rasantes Kaleidoskop aus Sound, Bildern und Spiritualität. Live-Auftritte alternieren mit Film-Zitaten, experimenteller Videokunst und selbstreflektierenden Kommentaren David Bowies über Ziele, Zweifel und den Tod, aber auch die Gewissheit, keinen Moment des Lebens vergeudet zu haben.

„Moonage Daydream“,  Regie: Brett Morgen. 134 Min. Ab dem 15. September im Kino

Hier gibt’s den Trailer zum Film:


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Offen gesagt: Hausbesetzer statt Hausbesitzer!

Hausbesetzer sind die besseren Hausbesitzer, behauptet Markus Gölzer. Warum das seiner Meinung nach so ist verrät er in seiner Kolumne

„Offen gesagt“, eine Kolumne von Markus Gölzer

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Markus Gölzer ist textender Exil-Bayer und lebt seit über 20 Jahren auf St. Pauli (Foto: privat)

Baugeschichte ist zum Plattmachen da. Hamburg pflegt sein architektonisches Erbe mit der Abrissbirne und ersetzt es durch Zweckklötze, deren Ästhetik an irgendwas zwischen Parkhaus und Mehrzweckhalle erinnert.
Einwände von Denkmalschützern oder gar Bürgerwünsche interessieren nicht. Wenn schon nicht mehr die schönste Stadt der Welt, dann halt die drögste. Wer das Aufregende sucht, soll einen Blick in den Mietspiegel werfen. Und doch gibt es auch Erfolgsmeldungen aus der verglasten Stadt: Denkmalpflege auf links.

Die Rote Flora: Geld gewinnt nicht immer

Die Rote Flora demonstriert als prominentes Gesicht des Schulterblatts seit 30 Jahren, dass Geld nicht immer gewinnt. Und hält im Alleingang das lukrative Gerücht aufrecht, die Schanze wäre noch links-alternativ. Darauf einen Sekt auf Eis auf der Piazza. Und einen Euro für den Schanzenmusikanten, damit der Bésame-Mucho-Loop aufhört, bevor man aus den Ohren blutet.

Selbstverwaltete Wohnprojekte

Bei den historischen Fachwerkhäusern des Gängeviertels hieß 2009 die Rettungsmaßnahme vor kaputten Investorenträumen Besetzung. Heute ist das Quartier saniert, selbstverwaltet und Kulturzentrum mit Tausenden von Besuchern. Das absurd schöne Ensemble Schröderstift von 1892 wäre 1980 dem Erdboden gleichgemacht worden, hätte sich nicht die „Mieterinitiative Schröderstift“ zur Wehr gesetzt. Sie steht als „Mieterselbstverwaltung Schröderstift“ auch 2022 stabil für kleine Mieten und große Erhaltungsleistung. Und die Hafenstraße? Bleibt! Als selbstverwaltetes Wohnprojekt „Alternativen am Elbufer“. Noch ein Tempo, Miethai?

Fazit: Wohnraum in die eigene Hand nehmen

Ich sage: Hausbesetzer sind die besseren Hausbesitzer. Vielleicht ist es an der Zeit, das Thema Wohnraum in die eigene Hand zu nehmen. Ich fange noch heute an und besetze die Couch meines Nachbarn mit seinem neuen Monsterbildfernseher davor. Ohne Molli, aber mit einer Flasche Weißwein in der geballten Faust. Aus seinem Kühlschrank, versteht sich.


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Hamburger Dachtage: Ein Blick nach oben

Vom 16. bis 18. September geht es auf’s Dach. Die Hamburger Dachtage wollen zeigen, was auf Hamburgs Dächern möglich ist und bietet mit Expeditionen und einer Schnitzeljagd die Möglichkeit den Dachraum zu erkunden

Text: Felix Willeke

 

Hamburg hat fast zwei Millionen Einwohner:innen und egal wo man sich bewegt, man ist umgeben von Häusern. Egal ob Büro, Wohnung oder Restaurant, fast immer hat man in der Stadt ein Haus im Blick. Doch wie sieht es eigentlich oben drauf aus? Die Dächer der Häuser sind den meisten völlig unbekannt – außer man hat Hamburg einmal von oben gesehen. Genau das wollen die Hamburger Dachtage vom 16. bis 18. September 2022 ändern. Auf 15 Dächern zeigen sie , auf Initiative von obenstadt in Zusammenarbeit mit der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) und der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW), welche Möglichkeiten dieser unbekannte Raum bietet.

Hamburger Dachtage: Expeditionen, Schnitzeljagd und Party

Zum Auftakt laden die Hamburger Dachtage am 16. September ab 18 Uhr auf das Hauptdach ein. Auf dem Dach des ehemaligen Karstadt Sport Gebäudes in der Mönckebergstraße – das zur Zeit kreativ zwischengenutzt wird – eröffnet gleichzeitig eine Ausstellung über multifunktionale Dachnutzung in Hamburg. Während der Dachtage gibt es darüber hinaus eine Schnitzeljagd über Hamburgs Dächer (Start am 16. September auf dem Hauptdach) und verschiedene Expedition zu Themen wie „Die essbare Stadt“, Photovoltaik auf den Dächern sowie Dachbegrünung. Und natürlich kommt auch das Tanzen nicht zu kurz. Freitag und Samstag legt ein DJ auf dem Hauptdach auf, es darf also getanzt werden – mit Aussicht.

Hamburgs grüne Bauten

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Ausgezeichnet in der Kategorie Gemeinschaftlich nutzbare Dachlandschaft im Wohnungsbestand: Der Dachgarten Frieda Ottensen (Foto: Jochen Stüber)

Parallel zu den Hamburger Dachtagen hat die Stadt auch sieben besonders gut genutzte Dächer ausgezeichnet. Bei dem Wettbewerb hatten sich 24 Dächer beworben. Die Gewinner:innen sind ab dem 15. September im Rahmen der Ausstellung „Einfach grün – Greening the City“ im AIT-ArchitekturSalon in der Innenstadt zu sehen. Der Eintritt ist wie auch bei den Hamburger Dachtagen frei.

 


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