Bahn-brechend: Hamburger Freibäder öffnen

Nach langer Corona-bedingten Schließung, öffnen ab dem 29. Mai neun Hamburger Freibäder wieder ihre Pforten. Tickets gibt’s im Vorverkauf

Text: Isabel Rauhut

 

Petrus schenkt Hamburg für das letzte Maiwochenende 19 Grad und Sonnenschein – Anlass für die Freibäder vom Bäderland ihre Türen zu öffnen! Vier Kombi-Freibäder (Finkenwerder, Bondenwald, Billstedt, das Kaifu-Bad), das Ganzjahresfreibad in Rahlstedt sowie die vier Sommerfreibäder Marienhöhe, Osdorfer Born, Neugraben und das Naturbad Stadtparksee freuen sich ab Samstag wieder auf belebte Schwimmbecken. Wann die übrigen Bäder nachziehen, steht noch nicht fest.

Ein Besuch im kühlen Nass ist – natürlich – an Maßnahmen geknüpft: Beim Einlass muss eine Impfbescheinigung oder ein offizieller Corona-Test vorgelegt werden. PCR-Tests dürfen maximal 48 Stunden alt sein, Schnelltests maximal zwölf Stunden. Der Vorverkauf für Tickets beginnt am heutigen Donnerstag um 12 Uhr.


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Das Leben ist ein Wunschkino!

Die Zeise Kinos erwachen als erstes Hamburger Programmkino aus dem Corona-Lockdown und starten das „Wunschkino“. Auch das Freiluftkino ist in Planung.

Text: Isabel Rauhut

 

Ein Kinosaal, ganz für sich alleine? Das geht: Die Zeise Kinos bieten ab Freitag, 28. Mai, das „Wunschkino“ an! Dann kann einer der Kinosäle angemietet, aus einem Angebot von 161 Filmen gewählt und alleine oder als Gruppe mit maximal 50 Personen auf der 60 Quadratmeter großen Leinwand das Kinoerlebnis gefeiert werden. Wie wäre es mit Thomas Vinterbergs „Der Rausch“? Oder dem Oscar-prämierten „Nomadland“? Das ganze Filmangebot und die geltenden Hygienemaßnahmen gibt’s hier.

Während des Lockdowns hat das Zeise eine neue Tonanlage in den Sälen eingebaut – es gibt also besten Dolby 7.1.-Sound in der neuesten Generation.

Kindervorstellungen starten ab 70 Euro für bis zu zehn Personen und Erwachsenenvorstellungen bei 150 Euro für bis zu 15 Personen. Wer sich nach dem Kinoerlebnis sehnt, schreibt eine Mail mit Wunschfilm, Datum, Uhrzeit und Personenanzahl an info@zeise.de.

 

Indoor- und Outdoor-Kinobetrieb

 

Ab spätestens 1. Juli soll auch der reguläre Indoor-Kinobetrieb starten – mit drei Oscar-Filmen: „Nomadland“ (Start: 1.7.), „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ (Start: 8.7.) und „Der Rausch“ (Start: 22.7.). Außerdem haben die Planungen für das Zeise Open Air 2021 begonnen – ebenfalls ab dem 1. Juli soll das Freiluftkino im Innenhof des Altonaer Rathaus wieder möglich sein.

zeise.de


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Der Wasismitmus, wo jeder mit muss

Markus Gölzer ist textender Exil-Bayer und lebt seit über 20 Jahren auf St. Pauli. Für SZENE HAMBURG schreibt er monatlich seine Kolumne „Offen gesagt“

 

Auf-ein-Wort-mit-Markus-Goelzer„Du verzichtest auf Plastik. Aber was hilft’s, wenn sich der Rest der Welt darin suhlt?“ Jeder kennt ihn. Keiner mag ihn: den Whataboutismus. Dein Anliegen ist Umweltschutz, dein Diskussionspartner kontert mit einem Thema, das damit so viel zu tun hat wie Julia Klöckner mit Tierschutz. Und doch verbindet den rhetorischen Gesprächstöter mehr mit Umweltschutz, als es scheint. Whataboutismus – die verkannte Ressource.

Whataboutismus ist nachhaltig: Schon die Nazis nutzten ihn, um von ihren Taten abzulenken. Selbst die schlimmsten Despoten gehen irgendwann ein. Whataboutismus bleibt. Whataboutismus ist recycelbar: Greta verzichtet aufs Flugzeug nach Davos, isst aber auf der langen Zugfahrt aus Plastikgeschirr aus dem Bordrestaurant, statt 30 Stunden zu fasten. Solche Geschichten nutzen sich nicht ab. Sie werden mit jeder Wiederholung stärker.

 

Diskussionsklima

 

Whataboutismus wider die thematische Monokultur: Eben ging es noch um regionale Erzeugnisse, schon bist du bei der Diskriminierung von ausländischen Produkten. So kommt Vielfalt in die Diskussion. Ob du willst oder nicht. Leider ist der Whataboutismus die Plastikflasche unter den rhetorischen Kniffen. Er zerstört jedes Diskussionsklima und taucht überall auf. Du weist auf der Familienfeier auf die Bedeutung von Umweltschutz hin, Onkel Klaus lacht dich aus, weil deine Schüssel Eiersalat mit Frischhaltefolie abgedeckt ist. Geh zum Gegenangriff über – per Whataboutismus. Weis Onkel Klaus auf die Gefahren des Passivrauchens hin und erkläre, dass du immerhin nicht versuchen würdest, ihm die Frischhaltefolie in den Mund zu stopfen. Fährt er einen SUV, mach klar, dass nichts umweltschädlicher sei als Männer mit kleinem Ego, denn sie brauchen große Autos.

In den asozialen Medien versuchen „Freunde“, vom Thema abzulenken? Biete an, bei anderer Gelegenheit über ihr Anliegen zu sprechen. Dann blockiere sie, denn nichts verschwendet mehr wertvolle Lebenszeit als Menschen, die mit Whataboutismen argumentieren.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2021. Das Magazin ist seit dem 29. April 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Katharina Sieverding: Make-up, Close-up, Blow-up

Selbstikonisierung und Machtkritik – Katharina Sieverdings Bilderkosmos in Harburg

Text: Karin Schulze

 

Kleckern ist nicht ihr Ding. Von „Klotzen“ mag man bei den stilsicheren Fotoarbeiten von Katharina Sieverding auch nicht sprechen. Aber um Wucht (des Ausdrucks) und Überwältigung (des Betrachters) geht es schon im Werk der heute nach eigenen Angaben 80-Jährigen, und immer noch kantig und kraftvoll agierenden Künstlerin.

Die Formate ihrer Fotomontagen sind groß bis monumental. Ihre Motive, verpuppt mit eisiger Perfektion, sind plakativ und performativ: Die Welt ist hart und die Künstlerin ist es auch. Sie schießt zurück mit der Kamera und allerhand Reproduktionsverfahren: Sie nutzt Passbildautomaten, Röntgen- und Blutgerinnungsbilder, starke Überbelichtungen. Sie durchleuchtet, überblendet, huldigt der Alchemie der Dunkelkammer. Sie setzt ein Pressefoto der Trauerfeier für Mao radioaktiver Strahlung aus. Sie verschneidet eine Aufnahme vom Berliner Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit denen von KZ-Baracken, überblendet für ihr Global Desire ein Pressebild des Diktators und Knappheitsjongleurs Kim Jong-un mit der marktliberalen Begehrensökonomie eines Amazon-Lagers.

 

Attraktiv und androgyn

 

Fotografie ist für die Tochter einer Goldschmiedin und eines Radiologen entschieden eine Kunst des Lichts – und zwar eine, die schleichende Gefahren ans Licht bringt. Sonne, Strahlung, Macht sind ihre Themen: der Kalte Krieg, das atomare Waffengeklirre, die langen Schatten des Faschismus. Am überraschendsten ist eine frühe Videoarbeit von 1969, als sie noch neben Knoebel, Palermo und Immendorf in der Düsseldorfer Beuys-Klasse studierte und gegen die dort vorherrschende männliche Pinselkunst die Fotografie als ihr Medium entdeckte. Die Kamera tastet ihren Körper ab, während sie sich in malerisch melodramatischen Todesposen inszeniert. Die Tonspur setzt mit Kraftwerk-Klängen frostige Kontrapunkte.

Es wirkt, als habe Sieverding ihre Karriere (dreimalige documenta-Teilnahme, 1997 deutscher Pavillon bei der Venedig Biennale, Professur an der UdK Berlin) über ihrer eigenen Leiche gestartet. Als habe sie mit Life-Death ein für alle Mal Verletzbarkeit, Passivität, Ohnmacht – zumindest öffentlich – abgehandelt, um sich mit ihren vielen Selbstporträts gehärtet, gestählt und als aseptische Lichtfigur zu inszenieren und mit ihren gesellschaftskritischen Arbeiten einzutreten gegen die Bildermacht der Ideologien, Regime und Konzerne.

Als sie in jungen Jahren attraktiv und androgyn gestylt im Düsseldorfer Nachtleben jobbte, antwortete sie auf die anbandelnde Frage nach ihrem Namen, schon mal mit „Karl“. Noch heute tritt sie, inzwischen mitunter „Katharina die Starke“ genannt, geschminkt, mit streng zurückgenommenen roten Haaren, Sonnenbrille und in kantig schwarzer Klamotte auf. Changierende Geschlechtsidentitäten thematisiert auch ihre legendäre Arbeit TRANSFORMER von 1973/74, bei der sie ihre Gesichtszüge mit denen ihres Lebensgefährten Klaus Mettig verschmolz.

Sie ist in dem Raum der Sammlung Falckenberg, in den man von einem Treppenabsatz hinabguckt und der im Projektorlicht immer etwas von einem Aquarium hat, wundervoll per Vierkanal-Projektion als ungreifbar verschwimmendes Maskenspiel präsentiert. Überhaupt: Ein bisschen ist es, als haben die weitläufigen Räume, in denen sich weniger raumgreifende Arbeiten schon mal verlieren, auf die starken Bildfindungen der undurchdringlichen Durchdringerin gewartet.

Katharina Sieverding: Fotografien, Projektionen, Installationen 2020- 1966, Deichtorhallen Sammlung Falckenberg Harburg, bis 25.7.


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Hawel/McPhail: „Wir machen das jetzt – oder nie“

Zwei alte Hasen im Hamburger Musikgeschäft machen gemeinsame Sache: Rick McPhail (zum Beispiel Tocotronic und Mint Mind) und Frehn Hawel (unter anderem Tigerbeat und The Last Things) veröffentlichen ihr Debütalbum „Transmissions From The Upper Room“. Ein Gespräch über den Zufall, der sie zum Duo machte

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Rick und Frehn, ihr kennt euch seit zwei Jahrzehnten, hattet euren ersten musikalischen Kontakt 2001, als eure damaligen Bands Venus Vegas und Tigerbeat gemeinsam tourten …

Frehn Hawel: … und zwar in einem Bus. Wir nannten ihn den „Love Bus“ (lacht).

Habt ihr damals schnell gegenseitigen Respekt für die musikalische Expertise des jeweils anderen entwickelt?

Frehn: Ja! Wir haben uns grundsätzlich gut verstanden und kamen auch schnell ins Gespräch über Effektgeräte und die Suche nach bestimmten Sounds. Das Interesse an solchen Sachen teilt man ja auch nicht mit jedem.

Habt ihr euch auch schon während der Tour für danach verabredet?

Rick McPhail: Nein, wir haben uns danach erst mal gegenseitig Verstärker verkauft, das ging hin und her (lacht).

Frehn: Aber Hamburg ist ja klein, und man begegnete sich immer wieder. Und irgendwann hatte Rick den „Upper Room“ – ab dann haben wir uns dort regelmäßig getroffen.

 

„Beer and gear“

 

Der „Upper Room“ in Ricks Wohnung ist ein Paradies für Gitarren- und Zubehör-Liebhaber, ein echtes Musiklabor. Wenn ihr euch dort getroffen habt, wie lief das genau ab?

Rick: Wir haben immer direkt die Verstärker angeschmissen …

Frehn: … und unser neues Zeug getestet. Zwischendurch wurde neben dem Fachsimpeln natürlich auch über das Leben geschnackt – und noch mehr neues Zeug geordert. Rick: „Beer and gear“ nannten wir es (lacht).

Wurde auch über die Bands gesprochen, die ihr gerade hattet? Habt ihr euch Feedback gegeben?

Frehn: Na ja, ich habe früh gemerkt, dass Ricks komplexe musikalische Denke nicht die ist, die ich so habe. Aber ich habe verstanden, wo er damit hin wollte – und umgekehrt genauso. Wir haben auch unsere jeweiligen Live- Shows besucht, das war immer gut.

Rick: Kritisiert haben wir uns übrigens nie (lacht).

 

 

Und wann habt ihr beschlossen, gemeinsam Musik zu produzieren?

Frehn: Das hat etwas gedauert. Ich hätte mich niemals getraut, Rick zu fragen, ob wir das mal machen wollen. Es war tatsächlich ein Zufall: Ich stand kurz vor einem Konzert, das ich im Duo mit einem online gefundenen Drummer spielen wollte. Im „Upper Room“ probierten Rick und ich gerade aus, welche Effekte für mich als einzigem Gitarristen beim Auftritt am besten passen könnten – und dann sagte der Typ plötzlich ab. Rick meinte: „Du weißt schon, dass ich Schlagzeug spielen kann?!“ Und es war klar: Wir machen das jetzt – oder nie.

Wie war die erste Probe?

Frehn: Ich war mega aufgeregt. Ich dachte: Was mache ich eigentlich, wenn das überhaupt nicht funktioniert? Aber: Es hat sofort hingehauen! Auch weil Rick ja nicht nur Schlagzeuger ist, sondern auch Songwriter, Sänger und eben in der Lage, technisches Gerät zu bedienen und gleichzeitig mitzusingen. Ein so gutes Setting hatte ich bis dahin noch nie.

Und nach dem Auftritt?

Frehn: Wir sind dann zu Rick, und ich hatte schon Sorgen, dass er seinen Kram auslädt – und das war’s. Aber er meinte nur: „Lass’ mal hoch, wir machen weiter!“

Rick: Für mich hat einfach alles gepasst. Nach Bands, in denen ich Keyboard und Gitarre spielen sowie zusätzlich singen musste, also etwas am Platz festgenagelt war, hatte ich wieder Lust, Schlagzeug zu spielen. Das ist einfach viel körperlicher.

 

Gemischt und gemastert

 

Nun erscheint mit „Transmissions From The Upper Room“ in Kürze euer erstes Album: zügige Garage-Rock-Songs mit melodiösen, griffigen Refrains. Wie war der Workflow dafür?

Frehn: Über die Klangästhetik mussten wir nie großartig nachdenken oder reden, die ist einfach so passiert. Einzig unser Pedalboard haben wir noch mal extrem erweitert, um für jeden Song reichlich Möglichkeiten zu haben. Und Rick hat dann alles aufgenommen, gemischt und gemastert. Er weiß ja sehr genau, was er da tut, und so musste ich nur daneben sitzen und sagen, wie ich es finde. Übrigens war es auch mal ganz gut, beim Songwriting, das meine Aufgabe ist, einen Native Speaker an der Seite zu haben, der checken konnte, ob auch wirklich deutlich wird, was ich mit meinen Texten ausdrücken will (lacht).

Habt ihr bestimmte Ziele mit Hawel/ McPhail?

Frehn: Erst mal das Album vorstellen und Interesse wecken. Wir haben keine festgesteckten Ziele. Natürlich will ich am liebsten, dass eine Million Leute unsere Musik hören – aber wenn es 5.000 sind, ist das auch okay. Wichtig ist, dass wir von den Songs überzeugt sind und sie gerne teilen möchten. Und das ist hier absolut der Fall.

„Transmissions From The Upper Room“ erscheint am 21.5. auf La Pochette Surprise Records


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Lichthof Theater: Generations-Performance

Die Start off-Produktion „Jesse James oder was der Kommunismus war“ feiert digitale Premiere. Worum es in dem Stück geht, erzählt das Team

Interview: Anna Meinke

 

SZENE HAMBURG: Welches Thema bearbeitet ihr in dem Stück?

Linda Jiayun Gao-Lenders: Die Video- und Bühnen- performance begleitet drei Väter-Biografien aus Südvietnam, Iran und der Tschechoslowakei, die im unterschiedlichen Verhältnis zum erlebten Sozialismus stehen. Die Performance baut teilweise auf Interviews mit den Vätern auf und reflektiert die Perspektiven der zweiten Generation, die größtenteils in Deutschland aufgewachsen ist.

Was ist für euch der aktuelle Bezug?

Janis Jirotka: Linke Ideen und Vorschläge gehören für uns nicht der Vergangenheit an. Die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus wirft Fragen auf, die sich auch an unsere Gegenwart richten, denn soziale und ökonomische Probleme werden im Kapitalismus immer größer. Ausgehend von unseren Elternbiografien, greifen wir gesellschaftliche Fragen auf, die in der Vergangenheit bereits gestellt wurden, und verhandeln sie auf der Bühne.

 

 

Wie fühlte es sich an, tief einzutauchen in die eigene Familiengeschichte?

Nguyễn Quốc Tuấn: Durch die Beschäftigung mit dem Erlebten der Väter ist das Verständnis für sie gewachsen, aber auch ein Bewusstsein dafür, einen Platz in dieser Gesellschaft einzufordern. Gleichzeitig gibt es natürlich Reibungspunkte zwischen den Generationen, die so aber auch in einen konkreten, teils kontroversen Austausch getreten sind – der nicht abgeschlossen ist.

Für das Konzept der Inszenierung habt ihr den Start Off Nachwuchspreis erhalten. Was macht die Darstellungsform so besonders?

Shahab Anousha: Wir sind die ersten Performance Studies- Absolventinnen und -Absolventen, die den Nachwuchswettbewerb Start off gewonnen haben. Unser Team ist aber interdisziplinär, nicht nur aus Performance, sondern auch aus Film und Sozialwissenschaften zusammengesetzt. Uns interessieren fragmentarische Erzählformen und das performative Forschen mit Interviewmaterial, das sich zwischen Alltag und Theaterraum bewegt.

Lichthof Theater: Premiere: 20.5., 20.15 Uhr im Stream des #lichthof_lab, Stream on demand bis 30.5.


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Endlich wieder Kunst und Kultur!

Die Hamburger Museen haben seit dem 18. Mai ihre Türen wieder geöffnet. Nach monatelanger Schließung können jetzt etliche Ausstellungen wieder besucht werden. Aus diesem Anlass präsentiert SZENE HAMBURG die Sonderaktion: „Ausgestellt“. Hier zeigen wir aktuelle Highlights ausgesuchter Museen und Kunsthäuser der Stadt.

 „Die Chance ist glücklicherweise da, neben neuen Ausstellungen auch Präsentationen zu entdecken, für deren Wahrnehmung bisher noch viel zu wenig Gelegenheit war”, so Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg. „Wir werden mit allem Engagement danach streben, dass der Besuch in unseren Einrichtungen wieder zu einem gewohnt angenehmen und zugleich sicheren Erlebnis werden kann.“

Saftey first:

  • Besucher müssen einen negativen Coronatest (PCR: nicht älter als 48 Stunden oder ein Schnelltest einer zugelassenen Testeinrichtung: nicht älter als 12 Stunden)  
  • oder einen Impfnachweis vorlegen. Kinder unter sechs Jahren sind von dieser Regelung ausgenommen.  
  • Zudem gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. 
  • Um Wartezeiten zu vermeiden, bitten die Häuser um eine telefonische Anmeldung. 
  • Terminvergaben sind auch digital über die Internetseiten der Museen möglich.  
  • Die Museumsgastronomien bleiben vorerst noch geschlossen. 
  • Die Kontaktverfolgung ist sichergestellt.

Museum für Hamburgische Geschichte

Der Fotograf Max Halberstadt. “… eine künstlerisch begabte Persönlichkeit.“
bis 3. Januar 2022

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Abb: Wurststand auf dem Altonaer Fischmarkt, Max Halberstadt, undatiert, Sammlung Rosenthal, USA

Max Halberstadt (1882-1940) war in den 1920er-Jahren einer der renommiertesten Porträtfotografen Hamburgs. Seine Popularität verdankte sich nicht zuletzt den Aufnahmen seines Schwiegervaters Sigmund Freud, die zu den bis heute weltweit publizierten Porträts des Vaters der Psychoanalyse avancierten. Doch auch wenn seine Freud-Porträts fortwährende Verwendung finden, ist der Name Max Halberstadt heute leider fast vergessen – in den einschlägigen Fotografenlexika sucht man ihn vergeblich.

Nach einer vielseitigen Karriere als Porträt- und Architekturfotograf, u.a. für die Jüdische Gemeinde in Hamburg, erfuhr Max Halberstadt nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Jahr 1933 und der damit einhergehenden antisemitischen Ausgrenzungs- und Verfolgungspolitik sehr bald eine dramatische Verschlechterung seiner wirtschaftlichen und sozialen Lebenssituation. Nach dem erzwungenen Verkauf seines Ateliers emigrierte er 1936 nach Südafrika. Im Exil gelang ihm zwar die Neugründung eines Ateliers, doch war es ihm nicht vergönnt, seine Karriere auch nur annähernd erfolgreich fortzusetzen.

Max Halberstadt starb im Alter von nur 58 Jahren in Johannesburg. Die von dem Literaturwissenschaftler und Publizisten Dr. Wilfried Weinke kuratierte Ausstellung will dem Fotografen die gebührende Würdigung und den verdienten Platz in der Fotogeschichte Hamburgs verschaffen. Ein Film zur digitalen Eröffnung bietet erste Einblicke in die Ausstellung: shmh.de

Museum für Hamburgische Geschichte
Holstenwall 24, 20355 Hamburg (Neustadt)
Telefon: 040 428132100
Öffnungszeiten: Mo, Mi–Frei 10–17 Uhr, Sa–So 10–18 Uhr, Dienstag geschlossen
Eintritt: 9,50 Euro, 6 Euro ermäßigt, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren


Museum der Arbeit

Grenzenlos. Kolonialismus, Industrie und Widerstand
bis 18. Juli 2021

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Blick in die Ausstellung „Grenzenlos“ im Museum der Arbeit, Illustrationen von Diana Ejaita (Foto: SHMH)

Das Ziel der aktuellen Sonderausstellung ist es, einen Beitrag zur Debatte über den Umgang der Hansestadt Hamburg mit ihrer kolonialen Geschichte und zur Diskussion über die Folgen kolonialer Herrschaftsstrukturen für unsere globalisierte Ökonomie zu leisten. Den historischen Ausgangspunkt der Ausstellung bildet die Verarbeitung von Kautschuk, Palmöl und Kokosöl durch hamburgische Unternehmen, die unter anderem auf dem heutigen Gelände des Museums der Arbeit, der ehemaligen New-York Hamburger Gummiwaaren-Fabrik, aber auch in Harburg und Wandsbek ansässig waren.

Vor diesem Hintergrund stellt die Ausstellung dem gängigen und verharmlosenden Narrativ einer hanseatischen „Kaufmannsindustrie“ die gewaltvollen Realitäten des Kolonialismus, aber auch die Widerständigkeit der betroffenen Menschen gegenüber. Damit verbunden ist der Anspruch, einen eurozentristischen Blickwinkel auf das Thema konsequent herauszufordern und die Perspektiven der Menschen in kolonisierten Ländern sowie ihrer Nachfahren in die Ausstellung mit einzubeziehen.

Das Konzept und die Inhalte der Ausstellung wurden deshalb gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Expertinnen und Experten erarbeitet. Ihre Partizipation hat die Arbeit des Museumsteams um Wissensbestände und Erfahrungen ergänzt, die dort bisher noch unterrepräsentiert sind: eine intensive Beschäftigung mit der hamburgischen Kolonialgeschichte und deren Spuren in der Stadt, biographische Bezüge in die ehemalige Kolonialgebiete sowie Rassismus-Erfahrungen in einer weißen Mehrheitsgesellschaft. Zur Ausstellung wird ein umfangreiches digitales Begleitprogramm angeboten. Sämtliche Informationen dazu finden sich unter: shmh.de   

Museum der Arbeit
Wiesendamm 3, 22305 Hamburg (Barmbek-Nord)
Telefon: 040 4281330
Öffnungszeiten: Mo 10–21 Uhr, Mi–Frei 10–17 Uhr, Sa–So 10–18 Uhr, Dienstag geschlossen
Eintritt: 8,50 Euro, 5 Euro ermäßigt, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren


Jenisch Haus

Werkmeisters Welt. Ein Künstler und seine Sammlung
bis 18. Oktober 2021

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Wolfgang Werkmeister neben einem Gemälde von Benito Rebolledo Correa (Foto: Bertold Fabricius)

Wolfgang Werkmeister ist in der deutschen Gegenwartskunst in erster Linie als Meister der Radierung bekannt. In der Sonderausstellung des Jahres 2021 präsentiert das Jenisch Haus den in Altona tätigen Künstler als jahrzehntelangen Sammler. Anlässlich von Werkmeisters 80. Geburtstag wird seine umfangreiche Kunstsammlung gezeigt, in der sich zahlreiche Arbeiten befinden, die sein künstlerisches Schaffen maßgeblich inspiriert haben.

Seine Sammlung umfasst Gemälde und Grafiken aus dem 17. Jahrhundert bis heute, die mit anspruchsvollen Techniken und mit hoher gestalterischer Präzision ausgeführt wurden. Unter den Arbeiten sind Werke des Landschaftsmalers Ascan Lutteroth, des chilenischen Malers Benito Rebolledo Correa, des dänischen Künstlers Niels Simonsen und des Leipziger Grafikers Walter Zeising. Dazu gesellen sich in der Ausstellung Arbeiten von Zeitgenossen Werkmeisters wie die Grafiker Ralf Escher, Thomas Wüsten und Paul Wunderlich sowie Gemälde von Jan Peter Tripp, Michael Mau und Fritz Kreidt. Zum digitalen Atelierbesuch beim Künstler und Sammler lädt ein Film ein unter: shmh.de

Jenisch Haus
Baron-Voght-Straße 50, 22609 Hamburg (Othmarschen)
Telefon: 040 828790
Öffnungszeiten: Mo 11–18 Uhr, Mi–So 11–18 Uhr, Dienstag geschlossen
Eintritt: 7 Euro, 5 Euro ermäßigt, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren


Archäologisches Museum

„Gladiatoren – Helden des Kolosseums“
bis 17. Oktober 2021

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Sonderausstellung „Gladiatoren – Helden des Kolosseums“ im Archäologischen Museum (Foto Gallo Römisches Museum)

Wer dachte, er hätte die Ausstellung „Gladiatoren – Helden des Kolosseums“ aufgrund der vorübergehenden Schließung des Museums leider verpasst, darf sich freuen: Das Museum konnte die erfolgreiche Schau verlängern. Besucher haben nun noch bis zum 17. Oktober die Möglichkeit, sich die Ausstellung anzusehen und damit einen spannenden Einblick in die Welt der antiken römischen Kampfarenen und ihrer Helden zu erhalten. Gezeigt werden originale römische Fundstücke und spektakuläre Rekonstruktionen. Lebensgroße Figuren, Filme und interaktive Stationen lassen das Römische Reich mit den Mitteln der Gegenwart zu neuem Leben erwachen und vermitteln dabei auch Überraschendes.

Auch die Ausstellung „Harburger Geschichten: Die 50er-Jahre“ ist weiterhin zu sehen. Die Schau zeigt mehr als 50 Schwarz-Weiß-Fotografien aus den reichhaltigen Sammlungsbeständen des Museums und ermöglicht einen lebensnahen und lebendigen Blick auf die Dekade in Hamburgs Süden. Das Archäologische Museum Hamburg lädt seine digitalen Besucher außerdem ein, nochmal einen Streifzug durch die letzte Hit-Sonderausstellung „hot stuff – Archäologie des Alltags“ zu machen. Von der heimischen Couch aus lassen sich Flokati-Teppich, Motiv-Tapeten und jede Menge technische Trends der letzten Jahrzehnte nun jederzeit online genießen. Einen Überblick zu den interaktiven Online-Angeboten des Museums und die aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter amh.de.

Archäologisches Museum
Museumsplatz 2, 21073 Hamburg (Harburg)
Öffnungszeiten: Di– So 10–17 Uhr, Montag geschlossen
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 17 Jahre frei


Freilichtmuseum am Kiekeberg

Kultur auf dem Land

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1950er Jahre Tankstelle in der Dämmerung (Foto: FLMK)

Einmal raus aus der Stadt, eintauchen in die ländliche Kultur: Das Freilichtmuseum am Kiekeberg südlich von Hamburg im idyllischen Rosengarten – nur 30 Minuten vom Hamburger Hauptbahnhof entfernt. Vom Bauernhaus bis zur 1950er-Jahre-Tankstelle: Über 40 historische Gebäude und Gärten auf einem zwölf Hektar großen Freigelände erzählen von der Lebensweise der vergangenen 300 Jahre.

Das Museum ist einfach über die Autobahnen A7 und A 261 erreichbar, nur fünf Minuten von der Abfahrt HH-Marmstorf entfernt. Außerdem fährt der HVV-Bus 340 hält direkt vor der Tür. Reetdach-Bauernhöfe und Scheunen, Bauerngärten und vom Aussterben bedrohte Haustierrassen zeigen das Leben der Bauern seit dem 17. Jahrhundert. Auf großen Acker- und Weideflächen wachsen alte Getreide- und Gemüsesorten. Die bunte Bauern- und Blumengärten, Streuobstwiesen und Weiden ergeben ein Bild vom früheren Leben auf dem Lande. Dazu machen unter anderem Ramelsloher Blaubeine, Bunte Bentheimer Schweine und Landschafe das Freilichtmuseum zu einem lebendigen Erlebnis.

Ein besonderer Hingucker: die rot-weiße Gasolin-Tankstelle von 1955. Sie steht in der neuen „Königsberger Straße“, in der Häuser aus der Nachkriegszeit in das aufkommende Wirtschaftswunder entführen – inklusive Quelle-Fertighaus, Siedlungshaus und Geschäftszeile mit Fotoladen und Textilgeschäft. Was gibt es noch: Das Agrarium, Deutschlands einzige Themenwelt zu Landwirtschaft und Ernährung, auf über 3.000 qm, die bezaubernde Ausstellung „Spielwelten“, die Erwachsene und Kinder in die letzten 100 Jahre Spielen zurückführt, die Ausstellungen zu alten und neuen Handwerken und zur Geschichte der Metropolregion.

Das große Ferienprogramm für jedes Alter: Beim „Sommerspaß am Kiekeberg“ (3. Juli bis 22. August) gibt es tägliche Aktionen zum Mitmachen, Probieren, Experimentieren, Zuhören und Genießen. Sieben Wochen Sommerspaß ohne Anmeldung, ohne Gebühr – einfach vorbeikommen und mitmachen.

Der Museumsladen zählt zu den besten Einkaufsadressen im Norden: Hier gibt es Altbewährtes und längst Vergessenes, wertvolle handgearbeitete Dinge von hausgemachter Marmelade bis zu feinster Seife, ausgewählte Literatur über Land- und Gartenthemen, Blechspielzeug und vieles andere mehr im Jugendstil- Ambiente. Die Museumsgastronomie bezaubert mit der passenden Ländlichkeit: Im Gasthaus „Stoof Mudders Kroog“ gibt’s norddeutsche Spezialitäten und ein bisschen „neemod’schen Kraam“. Im Rösterei-Café Koffietied kredenzt das Team geröstete Kaffeespezialitäten, selbst gebackene Kuchen und ein einmaliges Ambiente. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter kiekeberg-museum.de

Freilichtmuseum Kiekeberg
Am Kiekeberg 1, 21224 Rosengarten (Niedersachsen)
Telefon: 040 7901760
Öffnungszeiten: Di– Fr 9–17 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr
Eintritt: 9 Euro, bis 18 Jahre frei


Museum Kunst der Westküste

Ob auf der Insel Föhr oder von zuhause aus: Drei Ausstellungen im Museum Kunst der Westküste erleben

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Sjoerd Knibbeler, In Elements, 2014 (Foto: Lukas Spoerl)

Rund um die Uhr ist das Museum Kunst der Westküste (MKdW) auf digitalem Weg über die Website via „MKdW-3D“ begehbar. Während des virtuellen Rundgangs durch die drei aktuellen Ausstellungen lassen sich sehr viele verschiedene Programmpunkte aus Kurzfilmen und Hörstationen über Meisterwerke oder Künstler*innen anklicken. Aber das MKdW lässt sich auch vor Ort auf der schönen grünen Insel Föhr erleben.

Beginnend mit der Schau „Neue Schätze im MKdW. Von Max Liebermann bis Jochen Hein“ wird eine Auswahl bedeutender neuer Werke, die in den vergangenen fünf Jahren in die Sammlung gekommen sind, gezeigt. Die Sammlung umfasst mehr als 900 Gemälde, Ölskizzen, Grafiken, Skulpturen, Videos, Objekte und Fotoarbeiten aus der Zeit von 1830 bis zur Gegenwart. Übrigens: rund 200 davon sind neuerdings auf der Website als „Sammlung Online“ zu erforschen.

Die Ausstellung „Sjoerd Knibbeler. In Elements“ ist wiederum die erste museale Schau des niederländischen Künstlers in Deutschland. Der in Amsterdam lebende Sjoerd Knibbeler (* 1981) war mehrere Male als Artist in Residence zu Gast am MKdW und hat auf Föhr eine ganz neue Werkserie begonnen. In seinen Arbeiten befasst er sich mit der Sichtbarmachung natürlicher Erscheinungen wie Wind oder Licht. Er fängt fotografisch ein, was sich vom menschlichen Auge für gewöhnlich nicht erfassen lässt.

Seit zehn Jahren lädt das Museum Kunst der Westküste aktiv Künstler*innen als Artists in Residence nach Alkersum ein. Die Ausstellung „Made on Föhr. Fotografie aus dem Artist-in-Residence-Programm: Nicole Ahland, Elina Brotherus, Thomas Wrede“ bildet als dritte aktuelle Schau den Auftakt zu einer neuen, das Programm zukünftig begleitenden Ausstellungsreihe. Die Gruppenschau zeigt eine Auswahl von überwiegend erstmals öffentlich gezeigten Fotoarbeiten von Nicole Ahland, Elina Brotherus und Thomas Wrede.

Das Museumsrestaurant Grethjens Gasthof rundet den Besuch bestens ab. Im schönen Rosengarten lässt sich in einem Strandkorb das hausgemachte Tagesgericht oder Kaffee und Kuchen genießen. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter mkdw.de.

Museum der Künste
Hauptstraße 1, 25938 Alkersum/Föhr (Schleswig-Holstein)
Telefon: 04681 747400
Öffnungszeiten: Di–So 11–16 Uhr, Montag geschlossen
Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, bis 18 Jahre frei


Auswanderermuseum Ballinstadt

2.500 Quadratmeter zum zeitlosen Thema Migration

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Die Statue of Liberty im Auswanderermuseum Ballinstadt (Foto: Patrick Lux)

Hamburg hat mehr Brücken als jede andere Stadt der Welt. Aber die längste und wichtigste Brücke ist die Verbindung zur Neuen Welt. Der Hafen der Stadt, der als Hafen der Träume bezeichnet wird, war die letzte Station von Millionen von Migranten, bevor sie vor allem nach Amerika reisten. Diese Reise über Hamburg führte ab 1901 auch über die Auswandererhallen der Hapag Reederei auf der Veddel, wo sich heute das Auswanderermuseum BallinStadt befindet – benannt nach Albert Ballin, einem der erfolgreichsten Geschäftsleute der Kaiserzeit. Ballin war ein echter Kosmopolit und eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Hamburger Geschichte.

Im Auswanderermuseum folgenden die Besucher den Spuren der Auswanderer. Sie entdecken bewegende persönliche Geschichten, genealogische Aufzeichnungen und eine erlebnisreiche historische Ausstellung. Auf rund 2.500 qm erfahren die Gäste an historisch authentischem Ort in Hamburg mehr über das zeitlose Thema Migration. Neben einem wichtigen Teil der Hamburger Geschichte erleben die Besucher die Etappen der Auswanderung über die Jahrhunderte hinweg. In 14 Themenräumen erfahren sie mehr über die Migrationsgeschichte. Die Besucher können in einer erlebnisreichen und interaktiven Ausstellung in verschiedenen Auswandererbiographien stöbern, Pull- und Push-Faktoren für Migration kennenlernen und in die Bedingungen der Reise und den Herausforderungen nach der Ankunft eintauchen.

Vom 18. September bis 30. Dezember 2021 ist zudem die Sonderausstellung „BallinStadt – Hamburger Hafen deutsch-jüdischer Geschichte“ im Rahmen des Jubiläumsjahres „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ zu sehen. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter ballinstadt.de

Auswanderermuseum Ballinstadt
Veddeler Bogen 2, 20539 Hamburg (Veddel)
Telefon: 040 31979160
Öffnungszeiten: Mi–So 10–16.30 Uhr, Montag und Dienstag geschlossen
Eintritt: 13 Euro, ermäßigt 11 Euro, Kinder (5-12 Jahre): 7 Euro


Deutsches Salzmuseum

Auf den Spuren Lüneburgs ruhmreicher Vergangenheit

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Salz ist weiß, Salz macht durstig, Salz ist geruchlos, Salz kostet nicht viel. Salz ist ein unscheinbares weißes Körnchen. Doch erst dieses Körnchen ermöglicht das Leben auf der Erde. Als eines der ältesten Kulturgüter hat es die Geschichte der Menschheit entscheidend geprägt. Grund genug, es gebührend zu zeigen! Aber warum in Lüneburg? Lüneburg ist die Salzstadt im Norden. Über 1000 Jahre lang bestimmte das Salz das Leben der Stadt. Es machte sie reich und mächtig. In der Stadt hinterließ es viele Spuren. Erst 1980 schloss das Salzwerk seine Pforten. Es war einer der ältesten Industriebetriebe Europas. Das Deutsche Salzmuseum erinnert an seine ruhmreiche Vergangenheit. Wissenswertes, Interessantes, Spannendes und auch Kurioses zum Thema Salz erfährt der Besucher auf anschauliche und gar nicht „museale“ Weise. Fühlen Sie, riechen Sie, schmecken und sehen Sie selbst! Salz kennt nicht jeder! Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter salzmuseum.de.

Deutsches Salzmuseum
Sülfmeisterstraße 1, 21335 Lüneburg
Telefon: 04131 720 65 13
Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr, Montags geschlossen
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 18 Jahre frei


Museum Lüneburg

Archäologie entdecken, Natur erkunden, Geschichte erleben

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Foto: Martin Bäuml Fotodesign

Kinder und Erwachsene gehen in sieben großzügigen Abteilungen auf eine spannende Zeitreise durch die Natur- und Kulturgeschichte der Region, von der Eiszeit bis heute. Zu sehen sind besondere Stücke wie die monumentale Kopie der Ebstorfer Weltkarte aus dem 13. Jahrhundert, die einem großen Wimmelbild gleicht und auf der man immer wieder neue Details entdeckt. Exponate wie der 7 Meter lange Falttisch aus der herzoglichen Burg erzählen spannende Geschichten. Auch die Tierwelt der Elbtalaue und Heide kann man sich im Museum aus nächster Nähe ansehen. Wechselnde Sonderausstellungen, Vorträge, Konzerte, (Puppen-)Theater gehören zu den rund 200 Veranstaltungen jährlich und machen das Museum zu einem besonderen Ort der Begegnung für Groß und Klein. Eine Stärkung erwartet die Gäste im Museumscafé LUNA, das leckeren Kuchen und Kaffee sowie Frühstück an den Wochenenden serviert – mit vielen regionalen Zutaten. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter museumlueneburg.de

Musuem Lüneburg
Willy-Brandt-Straße 1, 21335 Lüneburg
Telefon: 04131 7206580
Öffnungszeiten: Di+Mi+Fr 11–18 Uhr, Do 11–20 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr, Montags geschlossen
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 18 Jahre frei


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Wie nachhaltig sind Hamburgs Kulturinstitutionen?

Statements: Was tun Hamburgs Kulturinstitutionen in Sachen Nachhaltigkeit?

Protokolle: Anna Meinke & Erik Brandt-Höge

 

Mike Keller, Markthalle Hamburg

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„Nachhaltigkeit ist für uns mehr als nur Umweltschutz. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz – wir als Unternehmen zeigen im Spannungsfeld von Umwelt, Natur, Wirtschaft und Mensch Verantwortung. So achten wir beispielsweise auf eine nachhaltige Energieversorgung und verringern stets unsere Abfallproduktion.

Außerdem achten wir auf eine flexible Arbeitszeitgestaltung, führen regelmäßig Fortbildungen zu zukunftsrelevanten Themen mit unseren Mitarbeitenden durch und zeigen klare Haltung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Damit können wir einen kleinen Teil zur gesellschaftlichen Transformation in Richtung Nachhaltigkeit beitragen.

Als Kulturbetrieb sind wir systemrelevant für Menschen, das sehen und spüren wir derzeit sehr deutlich. Von daher ist es nur logisch, dass wir uns als bedeutsamer Teil der Gesellschaft im Bereich Nachhaltigkeit engagieren. Kulturschaffende können mit ihrer Arbeit auf Fehlentwicklungen oder Herausforderungen in der Gesellschaft aufmerksam machen und mögliche Lösungen anregen oder begleiten.“

 

Matthias Elwardt, Zeise Kinos

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Foto: Heike Blenk

„Kino ist ein nachhaltiges Lebensmittel – und das Zeise Kino hat sich schon früh Gedanken über Nachhaltigkeit gemacht und lokale Partner gesucht. Für unseren Bio-Tee vom Hamburger Produzent Samova und unseren ‚Hey Dude‘-Biokaffee aus Ottensen nutzen wir Gläser mit Henkel. Für Wein und andere Getränke haben wir robuste 0,15-Liter-Gläser. So gibt es bei uns weder Strohhalme, noch Plastik- oder Pappbecher.

Unser Eis kommt von Luciella’s aus Hamburg, und neu ist unser Zeise-Bio-Bier mit eigenem Etikett vom Wildwuchs Brauwerk. Zudem ist unser Kino ein Ort für Filme zu sozialen und Umweltthemen, womit wir zum Nach- und Umdenken anregen wollen. Und wir kommen hier mit Filmemachern sowie lokalen Initiativen ins Gespräch.“

 

Marcel Kummerfeld, Barbarabar

„Alles, was man nachhaltig gestalten kann, ist in der Barbarabar auch nachhaltig. Und wir merken, dass das gar nicht so schwer ist: Auf der Getränkekarte steht das Bio-Bier ganz oben und schmeckt mindestens genauso gut wie ein herkömmliches Bier. Der alternativlose Bio-Wein ist nicht einmal teurer als der konventionelle Wein.

Putzmittel und Handseife ohne Mikroplastik gibt’s in jedem Supermarkt, man muss sich nur dafür entscheiden. Und die Kosten für die neu eingebauten Fenster haben wir durch eingesparte Heizkosten schon wieder rausbekommen. Eine Solaranlage auf dem Dach und Zeitschaltuhren an den Kühlschränken sorgen für ein nachhaltiges Energiemanagement.

Wir machen das aus Überzeugung. Und es zahlt sich aus: Aktuell bauen wir mit unserer neu gegründeten Firma hello sun Solarbau Photovoltaikanlagen zum Beispiel auch für umliegende Bars und andere Gewerbebetriebe – das hält uns während der Pandemie über Wasser, verbreitet den Nachhaltigkeitsgedanken und sorgt für günstige Strompreise in den Betrieben.“

 

AG Nachhaltigkeit des Thalia Theater

„Seit September 2019 widmet sich das Thalia Theater gezielt dem Thema Nachhaltigkeit. Warum? Weil gerade wir als namhafte Kulturinstitution mit mehr als 350 Festangestellten einen Beitrag leisten sollten, wollen und können! Im Rahmen von stets anfallenden Sanierungsfragen wird das Thema Nachhaltigkeit sukzessive brisanter.

Nach einer abteilungsübergreifenden Umfrage zum Ist-Stand sowie den Wünschen und Zielen, die die einzelnen Abteilungen mittel- und langfristig verfolgen, wurde dann die AG Nachhaltigkeit gegründet. In regelmäßigen Abständen treffen sich die Vertreter und Vertreterinnen der Abteilungen und erarbeiten gemeinsam, welche Maßnahmen den Betrieb im Rahmen der ökologischen Nachhaltigkeit weiterbringen, beispielsweise zu den Bereichen Gastronomie, Verkehr, Mülltrennung, Sanierungs- und Baumaßnahmen, Ausstattung und Büroarbeitsplätzen.

Durch monatliche Kampagnen sollen die Mitarbeitenden durch kleine, aber wirkungsvolle Anregungen zur Nachhaltigkeit am eigenen Arbeitsplatz selbst in die Praxis kommen.“


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2021. Das Magazin ist seit dem 29. April 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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