(20.3.) Konzert: Public Service Broadcasting, Knust, 20 Uhr

Elektropop mit Bildungsauftrag

In der Liste der bescheuertsten Bandnamen rangiert das Projekt der beiden Engländer J. Will-goose Esq. und Wrigglesworth zugegebenermaßen ziemlich weit oben. Dass sich die beiden Herren mit den merkwürdigen Pseudonymen ausgerechnet „öffentlich-rechtlicher Rundfunk“ nennen, liegt jedoch nahe, denn ihre Musik verfolgt gewissermaßen einen Bildungsauftrag. So thematisierten sie zuletzt auf „The Race For Space“ das Wettrennen um den Weltraum während des Kalten Krieges. Auf der Bühne gerät ihr Ambient-Elektro-Pop zur unterhaltsamen und audiovisuellen Geschichtsstunde, wenn Projektionen historischer Dokumentationen und Vokal-Samples mit Gitarre, Schlagzeug und Synthesizern kombiniert werden. (KGR)

Knust
Neuer Kamp 30
20.3., 20 Uhr

(19.3.) Konzert: James Bay, Sporthalle, 20 Uhr

Seine Überballade „Let it go“ katapultierte den Engländer mit Modelgesicht und Schlapphut Ende 2014 ins Rampenlicht. Bevor ihm allerdings der große Durchbruch gelang, tingelte der 25-Jährige mit seiner Gitarre jahrelang durch die Pubs und Clubs seiner Heimat. Die Legende besagt, dass seine Karriere an Fahrt aufnahm, nachdem ein Fan ein Video von einem seiner Auftritte bei YouTube hochgeladen hatte. Seine gefühlvolle Stimme und seine Songs, die stets zwischen den Extremen pendeln, mal laut und stürmisch, mal leise und zerbrechlich daherkommen, haben James Bay inzwischen Türen geöffnet, die für andere wohl ewig verschlossen bleiben: So war er bereits Support für die Rolling Stones im Hyde Park, sein Debütalbum „Chaos and the Calm“, das im März 2015 auf Platz 1 der UK-Chart schoss, hat er in den legendären Abbey Road Studios aufgenommen, und auf seinem Kaminsims durfte er bereits einen Brit Award platzieren. (KGR)

Sporthalle
Krochmannstr. 55
19.3., 20 Uhr

(18.3.) Festival: Viva Altona!, Fabrik Ottensen, 21 Uhr

Herzog Records wird zehn – und lässt zum Geburtstag einen springen. Das Label mit Sitz am Ottensener Spritzenplatz veranstaltet zum Jubiläum ein Festival, das fortan jedes Jahr stattfinden soll, und zwar nur einen Steinwurf entfernt in der Fabrik. Die Highlights bei “Viva Altona!” in diesem Jahr: die Hamburger Soul-Sängerin Miu (Foto), Jeff Cascaro aus demselben Genre, die Brassband Marschall Cooper und die Electro-Jazzer Nighthawks. (EBH)

Foto: Elena Zaucke

Fabrik
Barnerstraße 36
18.-19.3., 21 Uhr
Tickets ab 29 Euro

(16.3.) Live: Macklemore & Ryan Lewis, Barclaycard Arena, 20 Uhr

„Ich wollte immer, dass meine Musik so viele Menschen erreicht, wie möglich, aber einen Erfolg wie den mit ‚Thrift Shop‘ hätte ich im Traum nicht erwartet“, sagt Ben Haggerty alias Macklemore, der seit dem Single-Hit mit genanntem Song über die Vorzüge von Secondhand-Shops weltweiten Zuspruch erhält. Der US-Rapper und sein Produzent Ryan Lewis haben es geschafft, und zwar nicht nur in die höchsten Regionen der Charts, auf die ganz großen Bühnen und in die Herzen auch von Nicht-HipHop-Fans. Es ist ihnen gelungen, einem oft testosteron- und egogesteuerten Genre mit gesellschaftskritischen Tracks, Geschichten über die Tücken von Drogen und einem Plädoyer für die gleichgeschlechtliche Ehe ein wenig Feinfühligkeit zu verleihen. „Wichtiger als Albumverkäufe und ausverkaufte Shows ist mir, dass ich Songs geschrieben habe, die einen Einfluss auf das Leben einiger Menschen haben und ein bisschen was bewegen können“, erklärt Haggerty. Mit seinem kürzlich erschienenen neuen und wieder textlich tief gehenden Album „This Unruly Mess I’ve Made“ unterstreicht er diesen Anspruch eindrucksvoll. (EBH)

Barclaycard Arena
Sylvesterallee 10
16.3., 20 Uhr

Ticket: ab 52,50 Euro

(14.3.) Konzert: Sunrise Avenue, Barclaycard Arena, 20 Uhr

Popper mit Tiefgang

Denkt man an die finnische Band Sunrise Avenue, denkt man automatisch an Samu Haber, den wuscheligen Blondschopf aus dem Castingfernsehen. Auch denkt man an Popmusik, an melodiöse, fröhliche, runde Songs, die in keinem Formatradio stören und ihren Weg in die Hitlisten schnell finden, eben weil sie so massentauglich konzipiert sind. Woran man eher nicht denkt: auch nur ansatzweise unangenehme Dinge. Haber fühlt sich deshalb nicht vollends verstanden. Er sagt: „Es geht bei uns auch immer wieder um Themen wie Angst, Trauer und Einsamkeit.“ Speziell die Einsamkeit kenne Haber nur zu gut, denn: „Die ist ja die Kehrseite der Medaille, die dunkle Seite des Auf-Tour-Seins.“ Er wisse genau, wie es sich anfühlt, nach einem umjubelten Konzert allein zu sein und das weit entfernte Zuhause zu vermissen. Also: Denkt man an Sunrise Avenue, darf man ruhig an mehr denken als nur den hübschen Frontmann, glatte Arrangements und gute Laune. Diese Gruppe deckt mehr ab, als erwartet. (EBH)

Barclaycard Arena
Sylvesterallee 10
14.3., 20 Uhr

SZENE HAMBURG verlost 2×2 Gästelistenplätze. E-Mail mit Stichwort „Sunrise“ bis 12.3. an verlosung@vkfmi.de.

(11.3.) Konzert: The KVB, MS Stubnitz, 21 Uhr

Nicholas Wood und Kat Day alias The KVB machen Musik zum Träumen, und Träume sind nicht immer angenehm. Ihre elektronischen Irritationen zwischen Wave und Psychedelia fordern die Konsumentenschaft auf ebenso elegante wie verstörende Art und Weise. Man wird in sanften Harmonien gewogen und mit schrillem Geknarze in den Wahnsinn getrieben. Feste Strukturen weichen einer Wall of Sound, während surreale Visuals mit aller Kraft die Realität über Bord werfen wollen. Und das ist nicht nur metaphorisch gemeint, denn mit der MS Stubnitz wurde eine angemessen unorthodoxe Location gebucht. (BEN)

MS Stubnitz
Kirchenpauerkai 26 (HafenCity)
11.3.2016, 21 Uhr
Tickets

(10.3.) Live: Fun Lovin’ Criminals, Markthalle, 20 Uhr

Latino-Swag

Hatten die nicht den Song, der zu großen Teilen aus Pulp-Fiction-Skits besteht? Ja, hatten sie. „Scooby Snacks“ avancierte vor 20 Jahren zum einzigen großen Hit der Fun Lovin’ Criminals, mehr kennen die wenigsten. Dabei hatten sie mit ihrem schweißtreibenden Cocktail aus Bluesrock, Funk und Latino-Hiphop die besten Voraussetzungen, um Everybodys Darling der Nullerjahre zu werden. Am Ende war ihre Musik wahrscheinlich zu räudig für die große Masse, bewegten sie sich textlich doch vor allem in den dunkelsten Winkeln des Großstadtlebens. Doch im Gegensatz zum possierlich-maskulinen Rumgeprolle des heutigen Gangster-Raps verstanden sie es immer, ihren Songs von Kriminalität und Armut eine gewisse Lockerheit zu verleihen. Musik, die man getrost als sexy bezeichnen könnte, wäre die Band nicht so berufsjugendlich. Einem Rockkonzert schadet das aber nur selten – wie es der Gig in der Markthalle sicher beweisen wird. (BEN)

Markthalle
Klosterwall 11
10.3., 20 Uhr
Tickets: 31,60 Euro

(9.3.) Konzert: Gypsy Ska Orchestra, Hafenklang, 22 Uhr

Karibische Salsa und Merengue Sounds, Balkan Klezmer Musik und Einflüsse aus dem Ska und Swing: Das Gypsy Ska Orchestra mischt scheinbar alle lebensbejahenden Musikrichtungen, die sie zwischen die Finger bekommt. Fünf bis neun Musiker stehen bei Auftritten auf der Bühne. Die Band aus Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, spielt Trompete, Posaune, Saxofon, Akkordeon, Gitarre, Bass und Drums – und zaubert damit einen schweißtreibenden Sound auf die Bühne. Den explosiven musikalischen Cocktail schenken sie uns jetzt zum dritten Mal live in Europa aus und machen dabei einen Stopp im Hafenklang – übrigens als Septett. (AW)

Hafenklang
Große Elbstraße 84
9.3., 22 Uhr
Tickets: 9,50 Euro

(7.3.) Konzert: Boy & Bear, Uebel & Gefährlich, 21 Uhr

Wir setzen euch auf die Gästeliste

Neo-Folk-Bands gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Gute Neo-Folk-Bands jedoch sind nicht ganz so zahlreich vorhanden. Eine von ihnen ist Boy & Bear aus Australien. Das sind fünf Jungs mit Groove und Gefühl und jeder Menge 1-A-Mitsing-Nummern im Programm. Wer Mumford & Sons, Fleet Foxes und Band Of Horses mag, der mag auch diese Gruppe und freut sich vielleicht über unsere Verlosung von 2×2 Tickets für ihren anstehenden Hamburg-Auftritt, in dessen Rahmen sie ihr neues Album “Limit Of Love” vorstellen.

Uebel & Gefährlich
Feldstraße 66 (St. Pauli)
7.3., 21 Uhr
Ticket: 24,40 Euro

SZENE HAMBURG verlost 2×2 Gästelistenplätze für das Konzert am 7.3.. Schickt eine E-Mail mit dem Stichwort „Boy & Bear“ und eurem Vor- sowie Nachnamen bis 3.3. (18 Uhr) an verlosung@vkfmi.de

(7.3.) Live: Will Hoge, kukuun, 20 Uhr

“Will Hoge ist schon lange im Geschäft, doch selten hat er so unverschämt gut geklungen (…). Ein Muss für all jene, die gutes Songwriting und ehrliche, handgemachte Musik zu schätzen wissen”, schreiben die Kollegen bei countrymusicnews.de. Schnöden Country macht der Grammy-nominierte Americana-Songwriter genau deshalb nicht. Dank Einflüssen aus Pop und der rotzigen Attitüde von Rockmusik lässt sich Will Hoge nicht so leicht in eine Schublade pressen. Eines aber wird beim Hören seiner zehn Alben schnell klar: Er erzählt in seinen Songs gerne Geschichten oder erhebt kritisch das Wort.

Als im Sommer letzten Jahres eine Debatte über den Gebrauch der Konföderierten-Flagge im Süden der USA ausbrach, begab der Sänger sich unverzüglich ins Studio, um mit dem Song „Still a Southern Man“ die überalterten Werte und die engstirnige, blinde Gefolgschaft der Südstaaten anzuprangern. Für drei intime Clubkonzerte kommt Hoge jetzt nach Deutschland und macht dabei auch Halt in Hamburg im kukuun. Hört euch an, was er zu singen hat! (AW)

kukuun
Spielbudenplatz 21-22
7.3., 19 Uhr Einlass
Tickets: 25,70 Euro