(21.3.) Theater: Funny Girl, Schauspielhaus, 19 Uhr

Zwischen Glaube und Freiheit

Ein weiblicher Comedy Star in einer Burka auf der Bühne. Das ist die junge Azime, aufgewachsen im modernen London und geprägt durch ihre gläubige, kurdische Familie – ein Spagat zwischen Islam und Säkularismus, Kopftuch und bauchfreiem Oberteil. Ihren eigenen Weg findet sie erst, als in der Londoner U-Bahn Terroristen Bomben zünden: Gegen das Drängen ihrer Mutter, sie solle möglichst schnell heiraten, stellt sich Azime auf die Bühne. Sie hat eine Mission: „Ich will euch zeigen, dass sogar Fatwa und Terrorismus und religiöser Extremismus ihre lustigen Seiten haben.“ Natürlich stößt Azime in ihrem Kampf gegen Vorurteile und für Selbstbestimmung auf Widerstand, und das nicht nur vom Moloch im Internet, sondern auch von der eigenen Familie. Eine Geschichte, die prädestiniert ist, alle gängigen Klischees und Themen der islamischen Kultur aufzugreifen: Ehrenmord, Terrorismus und die Rolle der Frau. (HB)

Junges Schauspielhaus
Kirchenallee 39
21.3., 29 Uhr

Foto: Sinje Hasheider

(20.3.) Lesung: Francis Picabia, Golem, 20.30 Uhr

„Raphael malte auf Wolken, ich würde am liebsten auf Sodawasser malen“: Der Nautilus Verlag widmet sich weiter den großen Provokateuren des 20. Jahrhunderts: Francis Picabia. Der Maler und Schriftsteller, Herausgeber etlicher Zeitschriften und Besitzer von noch mehr Autos hat mit subversivem Witz und brillanter Prinzipienlosigkeit Kunst und Literatur auf den Kopf gestellt und wurde so zu einem unverzichtbaren Ideengeber, der bis heute inspiriert. Das Nautilus-Buch „Funny Guy & Dada“ enthält gesammelte Texte von Picabia. Im Golem sollen die inklusive Diashow vorgelesen werden. Mit dabei sind Jörg Pohl, Roberto Ohrt und Axel Heil – und hoffentlich auch ihr.

Golem
Große Elbstraße 14
20.3., 20.30 Uhr

(20.3.) Konzert: Public Service Broadcasting, Knust, 20 Uhr

Elektropop mit Bildungsauftrag

In der Liste der bescheuertsten Bandnamen rangiert das Projekt der beiden Engländer J. Will-goose Esq. und Wrigglesworth zugegebenermaßen ziemlich weit oben. Dass sich die beiden Herren mit den merkwürdigen Pseudonymen ausgerechnet „öffentlich-rechtlicher Rundfunk“ nennen, liegt jedoch nahe, denn ihre Musik verfolgt gewissermaßen einen Bildungsauftrag. So thematisierten sie zuletzt auf „The Race For Space“ das Wettrennen um den Weltraum während des Kalten Krieges. Auf der Bühne gerät ihr Ambient-Elektro-Pop zur unterhaltsamen und audiovisuellen Geschichtsstunde, wenn Projektionen historischer Dokumentationen und Vokal-Samples mit Gitarre, Schlagzeug und Synthesizern kombiniert werden. (KGR)

Knust
Neuer Kamp 30
20.3., 20 Uhr

(19.3.) Nachtleben: Vergissmeinnicht, Fundbureau, 24 Uhr

Als Underground-Party in Berlin gestartet ist „Vergissmeinnicht“ über die Jahre zu einer Plattform länderübergreifenden Austauschs geworden. Bei Events in Peru, der Schweiz und Deutschland vereint das Kollektiv die Liebe zu Electro und dem Ehrgeiz abseits abgelatschter Pfade von kommerzieller Big-Rave-Musik zu sein. Im Fundbureau erfüllen sie diesen Anspruch aufs Neue. Mit Ron Flatter kommt ein Vertreter der Zunft unter die Sternbrücke, der sich mit seiner Musik geschickt zwischen House und Tech House bewegt und von Halle aus seinen Feldzug durch die gesamte Welt startete. Genau am Nerv der Zeit! (OMA)

Fundbureau
Stresemannstr. 114
19.3., 24 Uhr

(19.3.) Konzert: James Bay, Sporthalle, 20 Uhr

Seine Überballade „Let it go“ katapultierte den Engländer mit Modelgesicht und Schlapphut Ende 2014 ins Rampenlicht. Bevor ihm allerdings der große Durchbruch gelang, tingelte der 25-Jährige mit seiner Gitarre jahrelang durch die Pubs und Clubs seiner Heimat. Die Legende besagt, dass seine Karriere an Fahrt aufnahm, nachdem ein Fan ein Video von einem seiner Auftritte bei YouTube hochgeladen hatte. Seine gefühlvolle Stimme und seine Songs, die stets zwischen den Extremen pendeln, mal laut und stürmisch, mal leise und zerbrechlich daherkommen, haben James Bay inzwischen Türen geöffnet, die für andere wohl ewig verschlossen bleiben: So war er bereits Support für die Rolling Stones im Hyde Park, sein Debütalbum „Chaos and the Calm“, das im März 2015 auf Platz 1 der UK-Chart schoss, hat er in den legendären Abbey Road Studios aufgenommen, und auf seinem Kaminsims durfte er bereits einen Brit Award platzieren. (KGR)

Sporthalle
Krochmannstr. 55
19.3., 20 Uhr

(19.3.) Party: Ganz oder Kranich, Docks, 24 Uhr

Heute ist Hollands Nachtleben in Not, denn zwei der ambitioniertesten Vertreter der dortigen elektronischen Musikszene verlassen ihr Heimatland und kommen ins Docks. Miss Melera (Foto) und Mees Dierdorp sind die Headliner der heutigen „Ganz oder Kranich“-Party. Mit Bookings in ganz Europa sind sie weit über die Grenzen Amsterdams bekannt geworden. Releases auf Einmusika, Parquet oder Poesi Musik gehen auf ihr Konto. Ergänzt wird der DJ-Schwarm in dieser Nacht durch die Hamburger Interelektrika, All Strange, Julez Cordoba und Dominic Duve. (OMA)

Docks
Spielbudenplatz 19
19.3., 24 Uhr

Foto: Mark Hoogeveen

(18.3.) Nachtleben: Unterirdische Musik, Molotow Karatekeller, 23.30 Uhr

Techno ohne Schnörkel

Im Molotow tragen nur die Indie-Connaisseure ihr Bier spazieren? Schon längst nicht mehr. Mit dem Umzug ans Nobistor und den dazugewonnenen Ebenen widmet man sich auch verstärkt der basshaltigen Nachtgestaltung. So auch die Veranstaltungsreihe „Unterirdische Musik“, die monatlich am unteren Ende der Kellertreppe einen frischen Versammlungspunkt für umtriebige Freunde des unverschnörkelten Technos bietet. Im März namentlich in Form von: Hedonistic, John Silk und Treiber. Punktlandung. (MME)

Molotow Karatekeller
Nobistor 14
18.3., 23.30 Uhr

(18.3.) Festival: Viva Altona!, Fabrik Ottensen, 21 Uhr

Herzog Records wird zehn – und lässt zum Geburtstag einen springen. Das Label mit Sitz am Ottensener Spritzenplatz veranstaltet zum Jubiläum ein Festival, das fortan jedes Jahr stattfinden soll, und zwar nur einen Steinwurf entfernt in der Fabrik. Die Highlights bei „Viva Altona!“ in diesem Jahr: die Hamburger Soul-Sängerin Miu (Foto), Jeff Cascaro aus demselben Genre, die Brassband Marschall Cooper und die Electro-Jazzer Nighthawks. (EBH)

Foto: Elena Zaucke

Fabrik
Barnerstraße 36
18.-19.3., 21 Uhr
Tickets ab 29 Euro

(17.3) Kino: Nord/Nordwest Surf Film Fest, Hamburger Botschaft, 19.30 Uhr

Leute, poliert schon mal die Bretter! Der schnöde Winter neigt sich dem Ende zu, und es dauert gar nicht mehr sooo lange, bis ihr wieder aufs Wasser könnt. Die passende Einstimmung gibt’s auf dem Nord\Nordwest Surf Film Fest, bei dem es vom 17. bis 19. März in der Hamburger Botschaft die geilsten Surf- und Skatefilme des Jahres zu sehen gibt: „Brørnøya“, „Peninsula“, „Uncharted Waters“, „View from a Blue Moon“ oder auch „Headache“ – um nur einige zu nennen.

In der ersten Etage der Hamburger Botschaft gibt’s außerdem eine Ausstellung von Fotografen und Beach-Art-Künstlern, und die Schleife auf dem Päckchen ist gute Mucke von Bands und DJs. Den Abschluss des Festivals bilden auch bei der vierten Auflage von NNW die „Homegrown Shorties Awards“ mit Kurzfilmen der Nordsee-Nationen. Das Publikum entscheidet. (MAS)

Nord\Nordwest Surf Film Fest
Hamburger Botschaft
Sternstraße 67
Eröffnung: 17.3., 19.30 Uhr
Festival: 17.–19.3.

SZENE HAMBURG verlost 2 x 2 Tickets für die Sessions 1 und 2 am Eröffnungsabend. Um 19.30 Uhr wird die Dokumentation „Fish“ gezeigt, anschließend geben Heartbeast ein Konzert. Um 22 Uhr beginnt Session 2, dann läuft der Film „Danger Dave“. Schickt eine E-Mail mit dem Betreff „Session 1“ oder „Session 2“ und eurem Vor- sowie Nachnamen bis zum 16.3. (12 Uhr) an online-verlosung@vkfmi.de.

(17.3.) Theater: Liebeslügen, Ernst Deutsch Theater, 19.30 Uhr

Das Leben ist eine Beziehungskiste

Von Ildikó von Kürthys bislang neun Büchern wurden über sechs Millionen Exemplare in rund dreißig Sprachen verkauft. Ihre Heldinnen befinden sich meistens auf Identitätssuche irgendwo zwischen Heimchenfantasien, Liebeswahn und Karriereglück; Rollen- und Genderklischees weiß von Kürthy dabei mit gefälligem Augenzwinkern zu nutzen. Ihr erstes Bühnenstück „Liebeslügen oder Treue ist auch keine Lösung“ zeigt drei gegensätzliche Freundinnen auf der ewigen Suche nach dem perfekten Beziehungskonzept für Frau und Mann. Aber funktioniert das, was als Nachttischlektüre so angenehm plätschernd amüsiert, auch auf der Bühne? Von Kürthys Texte könnten sich als Grundstoff ebenso eignen für sinnleere Gendercomedy wie für gewitzte Beiträge zum Feminismus, irgendwo zwischen Alice Schwarzer, Ronja von Rönne und Anne Wizorek. Die Inszenierung von Andreas Kaufmann wird es zeigen. (BIE)

Ernst Deutsch Theater
Friedrich-Schütter-Platz 1
17.3., 19.30 Uhr