(25.5.) Eröffnung 7. Kurdische Filmtage, Savoy Kino, 17 Uhr

Sieben Tage lang kurdische Filmkunst in Hamburg: 16 Dokumentationen, (Kinder)kurzfilme, Spielfilme und umstrittene (in der Türkei verbotene) Festivalkopien werden von den 7. kurdischen Filmtagen gezeigt, viele Filmemacher als Gäste inklusive.

Am Mittwoch wird das Festival eröffnet – mit Musik von Ozan Irmak und dem Film „SARA“ im Original mit deutschen Untertiteln. Der Dokumentarfilm von Dersim Zerevan erzählt vom Leben von Sakine Cansiz (SARA), einem der Gründungsmitglieder der PKK: Kindheit, Jugend, Gründung der Partei im Jahr 1978, ihr zehnjähriger Gefängnisaufenthalt bis zum 9. Januar 2013, an dem sie und zwei ihrer Parteigenossinnen, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez, in Paris 2013 ermordet worden sind. Sakine Cansiz ist eine der wichtigsten Symbolfiguren der kurdischen Bewegung, insbesondere für kurdische Frauen.

Bis auf den Eröffnungsfilm werden alle anderen Werke im Kino 3001 gezeigt. (AW)

Savoy Kino
Steindamm 54
25.5., 17 Uhr

(23.5.) Steve Gunn, Molotow, 21 Uhr

Wie macht dieser Mann das bloß? Gefühlt steht Steve Gunn nur im Studio als Gitarrist, Bassist, Schlagzeuger, Sänger, Songwriter oder Produzent und arbeitet an eigenen Sachen, aber wirkt auch bei anderen Projekten mit. Das Gefühl stimmt: In den vergangenen Jahren habe er an mindestens 20 Platten mitgearbeitet, steht in der Eventbeschreibung des Molotows. Und das, obwohl er wiederum gefühlt ständig auf Tour ist, als Live-Gitarrist von Kurt Viles Violators, aber auch solo mit seiner Band. Da war er jüngst im Vorprogramm von Wilco zu sehen oder er macht seine eigene Clubtour. Trotzdem sich das nach einem beinah platzenden Terminplan anhört, die viele Arbeit an seinem Soloprojekt und mit anderen Künstlern hat Steve Gunn musikalisch wachsen lassen: Von Psychedelia über Country, Rock, Funk bis Folk oder sogar klassischer indischer Musik, der Musiker aus Brooklyn lässt die Genres zu etwas ganz Eigenem verschmelzen. Beweisen kann Gunn das am Montag live auf seiner Solo-Tour mit Halt im Molotow. (AW)

Molotow SkyBar
Nobistor 14
23.5., 21 Uhr
Ticket: 18,30 Euro

Foto: Constance Mensh

(25.5.) John Irving liest aus „Straße der Wunder“, Thalia Theater, 20 Uhr

Die „Straße der Wunder“ ist episch – und typisch John Irving: Nahtlos fügt sich das Werk ins Universum der Irving’schen Romanwelten. Der Autor schildert das Schicksal des hochbegabten Müllkippenkindes Juan Diego, der später Schriftsteller wird. Mit über sechzig Jahren rekapituliert dieser sein Leben, gefangen in einer Sinnsuche zwischen Träumen und Realität. In dieser schmerzvoll-heiteren Selbstfindung der Hauptfigur setzt Irving sich letztlich selbst in Szene: Er lässt den Protagonisten die Geschichte schreiben und beackert durch die Empfindungen Juan Diegos alle Unzulänglichkeiten einer alternden Autorenschaft. In „Straße der Wunder“ kombiniert John Irving altbekannte Themen wie Verlust und Gewalt mit der Frage nach dem Glauben, der Kirche und der Menschwerdung unter schlechtesten Bedingungen. Treu bleibt er auch seinen Vorbildern Charles Dickens und Günter Grass: so ist Straße der Wunder opulent, voll grotesken Humors und wütendem Realismus. Im Thalia stellt Irving seinen neuen Roman jetzt vor. Es gibt noch wenige Restkarten. (RB)

Thalia Thater
Alstertor
25.5., 20 Uhr
Ticket: 25 Euro

(22.5.) Little Green Cars, Nochtspeicher, 20 Uhr

Das Schicksal von Schülerbands ist, dass sie meist nur so lange existieren, wie die Mitglieder auch gemeinsam die Schulbank drücken. Eine Band, die es geschafft hat, über den Schulabschluss hinaus zu bestehen, ist Little Green Cars aus Irland. Seit 2007 macht das Quintett gemeinsam Musik und diese Vertrautheit merkt man den jungen Dublinern vor allem dann an, wenn die geübten A-cappella-Profis zum mehrstimmigen Gesang ansetzen. Ihre Songs (eine Mischung aus Indie-Rock, Folk und einem Hauch keltischer Folklore) schwellen dabei zu großen Hymnen an, denen man ganz klar anmerkt, dass der Produzent von Mumford & Sons hier seine Finger im Spiel hatte. (KGR)

Nochtspeicher
Bernhard-Nocht-Straße 69a
22.5., 20 Uhr

(24.5.) Gebundenes Leben – Späte Lebensweisheiten, KörberForum, 19 Uhr

Je mehr das Leben voranschreitet, desto mehr Einsichten bekommt man in eben dieses. So oder so ähnlich werden es auch die zwei geladenen Buchatorinnen im KörberForum am Dienstag erzählen. Alina Bronskys Roman „Baba Dunjas letzte Liebe“ handelt von einer betagten Frau, die zurückkehrt in ihre Heimat. Da es sich dabei um Tschenobyl handelt, warnt ihr Umfeld sie vor den Gefahren. Baba Dunja aber stört das nicht. Sie möchte endlich ganz selbstbestimmt leben – ohne Rücksicht auf ihre Tochter in Deutschland. Das Werk von Autorin Nummer zwei des Abends, Ruth Schweikerts „Wie wir älter werden“, betrachtet hingegen gleich drei Generationen vom Zweiten Weltkrieg bis in die unmittelbare Gegenwart und erzählt dabei von unserem ganz normalen, brüchigen Leben aus den wechselnden Perspektiven. Also ab ins KörberForum, damit ihr schon jetzt von den späten Lebensweisheiten erfahrt. (AW)

KörberForum
Kehrwieder 12
24.5., 19 Uhr
Eintritt frei!

Foto: Bettina Fürst-Fastré

(22.5.) Premiere: „Ritter, Dene, Voss“, Hamburger Kammerspiele, 19 Uhr

Der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard hat in seinen Dramen immer wieder Schauspielern ein Denkmal gesetzt, indem er für sie kongeniale Rollen schrieb. In dem Stück „Ritter, Dene, Voss“ sind es gleich drei großartige Mimen, die er auf diese Weise verewigt hat: Ilse Ritter, Kirsten Dene und Gerd Voss, die auch in der von Claus Peymann inszenierten Uraufführung bei den Salzburger Festspielen 1986 selbst die Figuren spielten. Sie verkörpern drei Geschwister, die sich nicht aus ihren familiären Verstrickungen lösen können. Dene, die ältere Schwester, hat den Bruder nach einem Psychiatrieaufenthalt nach Hause ins Elternhaus geholt, wo die beiden Schwestern noch immer leben. Sorgfältig hat sie für den genialen Tyrannen ein Essen vorbereitet und Papier bereitgelegt, damit er jederzeit seine philosophischen Ergüsse diktieren kann. Doch schon bald eskalieren die Gefühle zwischen dem Despoten und seinen Schwestern. An den Kammerspielen inszeniert Regisseur Jasper Brandis die Bernhard’sche Untergangskomödie mit den Schauspielern Markus Boysen, Imogen Kogge und Ulli Maier. (KAL)

Hamburger Kammerspiele
Hartungstraße 9-11
22.5., 19 Uhr

(24.5.) „The Witch“, Studio-Kino, 21.30 Uhr

Filme, denen ein exzellenter Ruf vorauseilt, sind häufig mit Vorsicht zu genießen. Nicht so im Fall des Schauermärchens „The Witch“, das sich tatsächlich als die versprochene Genrebereicherung erweist. Inmitten all der hastig heruntergekurbelten, schablonenhaften Horrorstreifen, die über die Leinwände flimmern, bietet das Spielfilmdebüt des US-Amerikaners Robert Eggers anspruchsvolle Unterhaltung mit Gänsehautgarantie.
Verortet ist das Geschehen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Neuengland, nicht lange nach der Ankunft der ersten puritanischen Siedler auf amerikanischem Boden: Da er auf eine allzu strenge Auslegung seines Glaubens pocht, wird Familienvater William (Ralph Ineson) zusammen mit seiner Frau Katherine (Kate Dickie) und ihren fünf Kindern aus einer christlichen Gemeinschaft verbannt und muss sich in der Wildnis eine neue Existenz aufbauen. Was anfangs durchaus Früchte trägt, entwickelt sich zu einem dramatischen Überlebenskampf, als der jüngste Sohn beim Spielen mit der ältesten Tochter spurlos verschwindet. Ihr Glaube bietet den Siedlern fortan keinen Schutz mehr, Misstrauen und Verdächtigungen brechen innerhalb der Familie hervor. (CD)

Studio-Kino
Bernstorffstr. 93-95
24.5., 21.30 Uhr

(21.5.) Zoo feat. Guido Schneider, Daniel Dreier, Tom Clark, Villa Nova, 24 Uhr

Druckvoll, perkussiv und auf den Punkt gesetzt, dürfte diese Nacht in der Villa Nova klingen, die mit Guido Schneider, Daniel Dreier und Tom Clark gleich drei Größen der Hauptstadt an die Elbe karrt. Alle drei bei Highland Records und mit Vorliebe und Expertise im Feld der minimalen Tanzbeschallung tätig, trifft man sie bereits seit geraumen Zeiten zuverlässig stetig in den Programmankündigungen von Schwergewichten der Clubszene, wie u. a. Watergate oder Berghain. Und jetzt eben gesammelt im Zoo der Villa Nova. Hingehen und tanzen! (MME)

Villa Nova
Talstraße
21.5., 24 Uhr

(23.5.) Moving Europe-Preview der Dokumentation „Seefeuer“, Metropolis, 18 Uhr

Der junge Samuele lebt auf einer Mittelmeerinsel, weit entfernt vom Festland. Seit Jahren ist sie das Ziel von Männern, Frauen und Kindern, die versuchen aus Afrika nach Europa überzusetzen. Die Insel heißt Lampedusa und gilt als Metapher für die Fluchtbewegung und sie ist Gegenstand des Filmes „Seefeuer“.

Als erste Dokumentation in 60 Jahren wurde der 108-Minüter von Gianfranco Rosi auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Anlässlich der Europawoche wird „Seefeuer“ am 23. Mai in einer Preview im Metropolis Kino gezeigt. Den Auftakt macht der Kurzfilm ONE SHOT von Dietrich Brüggemann, präsentiert vom Internationalen KurzFilmFestival Hamburg. Im Anschluss findet eine Diskussionsrunde statt. Der Eintritt zu allen Programmpunkten ist frei.

Eine Veranstaltung von Creative Europe Desk Hamburg und der Senatskanzlei Hamburg in Zusammenarbeit mit europapolitisch engagierten Jugendorganisationen mit freundlicher Unterstützung vom Weltkino Filmverleih

Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10 (Rotherbaum)
23.5., 18 Uhr, Hauptfilm ab 19.30 Uhr

Um eine Anmeldung mit dem Betreff „Europawoche“ wird gebeten unter info@ced-hamburg.eu

(21.5.) Hallöchen, Kraftwerk Bille, 15 Uhr

Neue Räume für Hamburger Künstler und Kulturmacher – das wollen die „Hallo-Festspiele“. Ein solcher Raum ist zum Beispiel das leerstehende Kraftwerk Bille, in dem das kleine alternative Festival im Herbst 2015 zum ersten Mal stattgefunden hat. Im Spätsommer kehren die Festspiele zum zweiten Mal an die Bille zurück. Die eintägige Auftaktveranstaltung „Hallöchen“ wartet bereits im Mai zwischen Brombeerbüschen und Backstein mit Musik, Performances und kühlen Getränken auf. (NAT)

Kraftwerk Bille
Anton-Ree-Weg 50
21.5., 15–21 Uhr