(10.6.) Live und in Farbe Open Air, Edelfettwerk, 16 Uhr

Beachfeeling in Eidelstedt? Das klingt jetzt erstmal etwas merkwürdig, ist aber so. Denn dank des Edelfettwerks wird die Schnackenburgallee 202 zur Urlaubsoase. Im schnieken Beach-Bereich des Clubs kann beim Live und in Farbe Open Air zu Tech- und Deep-House gewippt werden. Ab 16 Uhr. Im Sonnenschein. Mit Sand zwischen den Zehen. Allerdings nur, wenn sich das werte Publikum auch wirklich locker machen kann. Die Residents Bringit & Zinski und Nilian bringen übrigens einen Live-Act mit (Surprise!), Timothy Nealon bläst euch was auf dem Saxophon und auch Den.Sa präsentiert sich live. Wem der Weg dorthin wie eine kleine Weltreise vorkommt, der liegt falsch. Einfach in die S-Bahn bis Eidelstedt und dann nur noch aus der Bahn fallen und entspannen. (DAK)

Edelfettwerk
Schnackenburgallee 202
10.6., 16 Uhr

(9.6.) Karol Conka, Kampnagel, 21 Uhr

Wummernde Bässe, elektronische Arrangements mit tropischen Klängen und eine dicke Portion feministisches Empowerment: Karol Conka ist seit ihrem Debüt “Batuk Freak” 2013 nicht mehr aus der brasilianischen Musikszene wegzudenken. Conka wurde in Curitiba im Süden des Landes geboren. Im Süden, wo das Land immer weißer wird und Afro-Brasilianer und Indigene größtenteils am Rande der Gesellschaft leben. Neben Frauenpower ist genau diese Marginalisierung der ‘People of Colour’ ein wichtiger Teil ihrer Musik. Ihre Botschaft verpackt sie mit Einflüssen von Hip-Hop, Baile Funk und Afrobeats. Die energiegeladene Sängerin kommt im Rahmen des Festivals “Projeto Brasil” zum ersten Mal nach Hamburg und wir können hier, auf Kampnagel, zum ersten Mal zu ihrem einmaligen Sound tanzen. (AW)

Kampnagel KMH
Jarrestraße 20
9.6., 21 Uhr

(9.6.) Pohlmanns Nachtschicht, Schanzenzelt, 20 Uhr

Zelten mit Freunden

„Wir müssen mal was zusammen machen“ – ein gängiger Satz unter Musikern, der dann doch oft nicht in die Tat umgesetzt wird. Im vergangenen Sommer legte Pohlmann im Schanzenzelt deshalb eine „Nachtschicht“ ein, zu der er geschätzte Wegbegleiter und Kollegen einlud. Weil dieser bunte Abend so gut ankam, setzt der Hamburger Liedermacher seine Reihe nun fort. Mit ihm auf der Bühne stehen dieses Mal der amerikanische Musiker Ian Fisher sowie Sänger und Multiinstrumentalist Robert Laupert alias L’aupaire. Er war an Pohlmanns letztem Album „Nix Ohne Grund“ beteiligt und hat mit „Flowers“ gerade eine ziemlich schöne Folkplatte veröffentlicht. Karten gibt es offiziell keine mehr, aber allein lauschen im Park dürfte ein Hochgenuss werden. (NW)

Schanzenzelt
Schanzenpark
9.6., 20 Uhr

(9.6.) Live-Electronica: Blurred Edges, Kirche St. Johannis-Harvestehude, 20 Uhr

Es ist das Festival der Sounds, der analogen wie der elektronischen: Blurred Edges findet noch bis zum 19. Juni an 33 Orten in Hamburg statt – heute unter anderem in der Hamburger Botschaft mit folgendem Programm:

blurred edges – Sound Week #2 – Analog Live Soundtrack

“Mit Hilfe verschiedenster analoger Geräte und Musikinstrumente kreieren die beiden Hamburger Produzenten Johannes Makaron und Helge Misof in einer klassisch aufgestellten kinematischen Kulisse das Experiment eines Live-Soundtracks als Begleitung eines Kurzfilms.”

Eintritt: Frei
Hamburger Botschaft, Sternstraße 67
Ab 22 Uhr

Und Elektronika Im Puls in einer Kirche:

Live-Electronics & Visuals

In der St. Johannis Kirche in Harvestehude erwartet euch heute ein musikalisches „Erlebnis“ der ganz besonderen Art. Im Rahmen des Musik-Festivals „Blurred Edges“ zaubern Christopher Bender an der Orgel und May Roosevelt am „Theremin“ – einem Instrument das ohne Berührung Töne erzeugt – Live-Electronics mit Gänsehaut-Atmosphäre. Dazu kommen die einzigartigen Lichtprojektionen von Kathrin Bethge, die unter Verwendung lichtbrechender Objekte, Flüssigkeiten und alltäglicher Materialien auf der Oberfläche eines Overhead-Projektors sphärische Räume aus Licht erschafft – der absolute Wahnsinn! Danach gibt’s Bierchen und feinste, basslastige Tanzmusik von Miss Hawaii und Tierarztpraxis DJ Costa. (IV)

Kirche St. Johannis-Harvestehude
Ab 20 Uhr

Foto: Sarah Bernhard

Musik, Performances, Klanginstallationen und Filme: 3.–19.6.
Tickets: Festival-Pass für 45 Euro, Einzeltickets an der Abendkasse
Verkaufsstelle: Hanseplatte, Neuer Kamp 32 (St. Pauli)

(9.6.) Arthur Cravan – König der verkrachten Existenzen, Fabrique im Gängeviertel, 20 Uhr

Arthur Cravan musste öfter mal vors Gericht, weil er es in kürzester Zeit schaffte, die gesamte Pariser Kulturszene zu beleidigen. Der Neffe von Oscar Wilde ließ gern die Hosen runter und stand oft sternhagelvoll auf einer Bühne, auf der er eigentlich seriöse, schöngeistige Dinge vortragen sollte. Unter dem Titel „König der verkrachten Existenzen“ brachte Nautilus vor kurzem eine Neuedition von Cravans Schriften heraus. Der Thalia-Schauspieler Jörg Pohl erweist dem Dandy in einer Performance zusammen mit HF Coltello die Ehre. (NAT)

WOW – Fabrique im Gängeviertel
Valentinskamp 34a, Zugang über Speckstrasse
9.6., 20 Uhr

(8.6.) Ausstellungen: Mixed Company, Krameramtsgasse, 19 Uhr

In fünf verschiedenen Ausstellungen fragt die Galerie der Villa, wie es um die Gemeinschaft steht und welche Werte den einzelnen Rollen auferlegt werden. Neben der Eröffnung in der Krameramtsgasse, gibt es vom 8. Juni bis in den Juli hinein außerdem in der Affenfaust, Oberpostdirektion, Fachbuchhandlung Sautter & Lackmann oder im Gängeviertel Kunst zur Gemeinschaft satt – mit verschobenen Perspektiven oder Blick auf die Rolle von Frau und Mann. Rupprecht Matthies, Silke Marohn, Maksim Boksgorn und Ruth May sind dabei nur eine kleine Auswahl der teilnehmenden Künstler. (AW)

Krameramtsgasse
Krayenkamp 10/11
8.6., 19 Uhr

(8.6.) Judith Hermann liest aus “Lettipark”, Literaturhaus, 19.30 Uhr

In den letzten Jahren verhalf Judith Hermann der literarischen Kurzform zu neuer Relevanz. In 17 Erzählungen fängt sie mit lakonischer Sprache Vergängliches und Zerbrechliches zwischen den Menschen ein. Darunter der analytisch-distanzierte Blick eines Fotografen auf seinen Adoptivsohn, der das Lebensgefüge seiner Frau ins Wanken bringt oder Page, der Trinker, der im Zuge von heftigem Werben um Elena einen Fotoband über ihren Kindheitsort, den Lettipark, bastelt. Diese und weitere Geschichten liest die Schriftstellerin im Literaturhaus vor.

Literaturhaus
Schwanenwik 38
8.6., 19.30 Uhr

Foto: Gaby Gerster

(7.6.) Vor der Morgenröte, Zeise Kinos, versch. Zeiten

Rio de Janiero, August 1936. Noch sind die Türen zum Festsaal des exklusiven Jockey Clubs verschlossen. Drinnen rücken Hausmädchen die Weingläser zurecht, zupfen an der Tischdekoration, einem atemberaubenden tropischen Blumenmeer in den verschiedensten Rottönen, das kaum Platz lässt für Tafelsilber und Porzellan. So beginnt Maria Schraders fesselndes Episoden-Epos über das Exil von Stefan Zweig (Josef Harder), und vom ersten Moment an hat jede Form opulenter Schönheit etwas schmerzhaft Tragisches. Denn zwei Jahre zuvor musste der berühmte österreichisch-jüdische Schriftsteller seine Heimat verlassen.
Neben Thomas Mann ist Stefan Zweig der meist gelesene deutschsprachige Autor. Im Ausland wird er gefeiert wie ein Star, es gibt große Empfänge für ihn, wie diesen in Brasilien, Konferenzen, Lesungen, Interviewtermine, aber in Wirklichkeit empfindet er dieses Leben als Albtraum. „Einen Film machen über Europa, der nur außerhalb Europas spielt“, war das Konzept der 50-jährigen Regisseurin und ihres Co-Autors Jan Schomburg. Es ist ein Kriegsdrama fern der Schlachtfelder, doch für Stefan Zweig sind der Nationalsozialismus und dessen Opfer immer präsent, ob in New York, den Zuckerfeldern Bahias oder Petrópolis, der letzten Station seiner Odyssee. (AG)

Zeise Kino
Friedensallee 7-9
7.6., 15.00, 17.30, 20.00, 22.30

(7.6.) Bette & Joan, Ernst Deutsch Theater, 19.30 Uhr

Wenn zwei Hollywood-Diven aufeinandertreffen, wird es eng. Bei den Dreharbeiten zu „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ prallen die Egos der Oscar prämierten Bette Davis und Joan Crawford aufeinander, die sich in Grabenkämpfen am Set messen. Denn beide sind am Tiefpunkt ihrer Karriere angelangt und müssen sich unter dem Druck des Hollywoodtheaters wieder behaupten. Auch Legenden haben Schwächen. Diese Unsicherheiten verbergen die beiden hinter einem gnadenlosen Schlagabtausch, der zwischendurch auch ihre sensiblen Seiten zeigt. Der Autor Anton Burge befasst sich in seinen Stücken immer wieder unter psychologischen Aspekten mit dem Schicksal berühmter Frauen. (HED)

Ernst Deutsch Theater
Friedrich-Schütter-Platz 1
7.6., 19.30 Uhr
Tickets: ab 20 Euro

Foto: Oliver Fantitsch

(6.6.) Agnes, Abaton, 19.15 Uhr

In Büchern oder Filmen, die von Schriftstellern handeln, verschmelzen Realität und Fiktion manchmal, bis die Grenzen nicht mehr auszumachen sind. Ähnliches spielt sich auch im Liebesdrama „Agnes“ ab, mit dem der Regisseur Johannes Schmid einen verschachtelten Roman des Schweizers Peter Stamm auf die Leinwand überträgt. Als der Sachbuchautor Walter (Stephan Kampwirth) in der Universitätsbibliothek einer anonymen deutschen Großstadt auf die nachdenkliche Physikstudentin Agnes (Odine Johne) aufmerksam wird, ist er von der jungen Frau sofort fasziniert. Aus ersten gemeinsamen Abenden, die gleich um große Lebensfragen kreisen, entwickelt sich ein zärtliches Verhältnis. Eines Tages ermuntert Agnes Walter, die Geschichte ihrer Liebe in Form eines Romans zu verarbeiten, und bald schon werden erste Entwürfe diskutiert. Der Startschuss für ein geheimnisvolles Spiel mit unterschiedlichen Möglichkeitsdimensionen, das den Zuschauer fordert, ohne übertrieben prätentiös zu sein. (CD)

Abaton Kino
Grindelhof/Allendeplatz
6.6., 19.15 Uhr