(10.7.) “We present” Hamburgs Nachwuchsperformer, Lichthof, 19 Uhr

Drei Performances an einem Abend an einem Ort. Mit der Reihe „We present“ möchte das Lichthof Theater jungen Hamburger Nachwuchskünstlern eine Plattform bieten, einen Ort, an dem sie sich und ihre Arbeiten zeigen können. Performativ, zwischen Theater und Tanz, werden drei unterschiedliche Lebensthemen aufgegriffen und neue Gedankenansätze geformt. „Ambiguïté“ von Guy Marsan (Foto) beschäftigt sich mit dem Mut, den man braucht, um ganz man selbst zu sein – gegen das gängige Wertesystem und die eigene Scham. Raphaela Andrade und Swaantje Gieskes stellen in „Clash Back“ tänzerisch und perkussiv den vermeintlich massiven Werkstoff Beton auf die Probe, der zwar überall zu finden ist, aber mit unserer Umwelt so verschmolzen scheint, dass er gar nicht mehr wahrgenommen wird. In der dritten Darbietung „Die Krähen“ bringt Annika Scharm dem Publikum ihre Leidenschaft, die Ornithologie, näher, indem sie einzelne Vögel kommentiert und ihre Verhaltensweisen demonstriert. Im Anschluss kann man bei Musik entspannt den Abend ausklingen lassen. (HED)

Lichthof
Mendelssohnstraße 15
10.7., 19 Uhr
Tickets: 18, erm. 12 Euro

(3.7.) Theaterrundgang: Ronja + Julian, Baui Hexenberg, 19 Uhr

Kinderliteratur verwoben mit Shakespeare, Superhelden und persiflierte Rechtspopulisten – eine Mischung, die es in sich hat. Und genau deshalb das Richtige für den Regisseur Kai Fischer vom Künstlerduo „Die Azubis“. Auf seine ganz eigene Weise Trash, Poesie und Dokumentation zu verbinden, strickt er aus den unterschiedlichen Fragmenten ein Abenteuer über Flucht, Heimat und über die Liebe im und zum Stadtteil St. Pauli. Im Totenkopfdorf will Prinzessin Pepper einen der Fischköppe heiraten, als ein fremder Junge vom Himmel fällt. Da Fremde fremd bleiben sollen, wird er einfach eingesperrt. Peppers Schwester befreit ihn und gemeinsam fliehen sie ins Übermorgenland. Während des zweistündigen Theaterrundgangs an der Grenze zu St. Pauli verdeutlichen Bewohner unterschiedlicher Nationalitäten und sozialer Hintergründe im Alter zwischen 11 und 74 Jahren kontroverse Perspektiven. (HED)


Start: Bauspi Hexenberg
Königstraße 11b
3.7., 19 Uhr + weitere Termine
Tickets: 12, erm. 6 Euro

Foto: Jann Wilken

(ab 1.7.) Theater-Altonale, Kolbenhof, Thalia in der Gaußstraße etc.

Bunt, laut und multikulti im besten Sinne – Das ist Altona und so vielfältig ist auch das jährliche Stadtteilfest. 17 Tage lang präsentiert die Altonale Konzerte, Veranstaltungen, Lesungen – und Theater. Im Thalia in der Gaußstraße hinterfragt „Can You See Me?“ die Sichtbarkeit unterschiedlicher Kulturen im öffentlichen Raum; im Kolbenhof erzählen die Stücke „Wera V.“ (Foto) und „Elise V.“ aus unterschiedlicher Perspektive von einer Mutter-Tochter-Beziehung während des Zweiten Weltkriegs über zwei Nationen hinweg. Schaurig-schön wird es mit dem „Taschenhonka“ in der Galerie Ritter, ein Zwei-Personen-Stück über Altonas Frauenmörder Fritz Honka. Und: zum fünften Mal macht Altona auf. Am 8. und 13. Juli öffnen sich in den Abendstunden überall in den Straßen Sehnsuchtsfenster und Einwohner treten auf ihre Balkone, um mit einer Performance zu überraschen – für Flüchtlinge und gegen Gentrifizierung, nach dem Motto: „Wir bleiben hier!“ (HED)

Altona
Kolbenhof, Thalia in der Gaußstraße etc.
1.–17.7.



Foto: Maciej Zakrzewski

(30.6.) Das Abschiedsdinner, Komödie Winterhuder Fährhaus, 19.30 Uhr

Wie wird man lästig gewordene Freunde möglichst einfach los? Genau, in dem man liebevoll ein Abschiedsdinner arrangiert. Peter und Katja beschließen auf diesem Wege Bea und ihren egozentrischen Mann Anton abzuschießen – bei deren Lieblingsessen, bei Wein und Musik. Doch das Henkersmahl verläuft nicht so, wie geplant: Anton, der ohne Bea erschienen ist, entlarvt das Spektakel. Dennoch möchte er die Freundschaft retten. In einer Art Therapiestunde versuchen die drei ihre Beziehung aufzuarbeiten, was in einem tragikomischen Schlagabtausch endet, bei dem alles ausgepackt wird, was sich all die Jahre angestaut hat. Autorengespann Delaporte und de la Patellière, die bereits mit „Der Vorname“ großen Erfolg feierten, beleuchten mit bekanntem Sprachwitz die unterschiedlichen Seiten der heutigen Freundschaftsoptimierung. (HED)

Foto: Michael Petersohn/www.polarized.de

Komödie Winterhuder Fährhaus
Hudtwalckerstraße 13
30.6., 19.30 Uhr (Premiere 27.6.)
Tickets: ab 14 Euro

(ab 29.6.) Thalia Campus – Wir verlosen Tickets

Immer wieder besticht Hamburgs Staatstheater durch große Inszenierungen und große Namen. Wer würde da nicht gerne einmal hinter die Kulissen des Thalia Theaters schauen? Im Rahmen des Thalia-Campus können Studierende im Juli den Theaterbetrieb aus einer ganz anderen Perspektive kennenlernen. An drei Tagen werden künstlerische Workshops angeboten, die sich auf hauseigene Produktionen beziehen und die wiederum am Abend geschaut werden können.

Diese Kombination ist in diesem Jahr neu. Das Theater möchte den Teilnehmern die Gelegenheit bieten, das Gelernte direkt in der praktischen Umsetzung nachzuvollziehen. Unterschiedliche Einblicke in die Arbeit der Theaterschaffenden vermitteln unter anderem ein Dramaturgie-Workshop zum Stück „Schnee“ mit Matthias Günther, ein Kostüm-Workshop über „Pygmalion“, eine Führung durch das Bühnenbild von „Warten auf Godot“. Ein ganz besonderes Erlebnis verspricht das Angebot (für eine Person) während einer Vorstellung die Inspizientin an ihrem Pult zu begleiten.

Die Workshops (Anmeldung erforderlich) finden vom 1. bis 3. Juli im Haupthaus und in der Gaußstraße statt und kosten jeweils 5 Euro , ebenso günstig sind für Studenten vom 27.6. bis 10.7. ausgewählte Vorstellungen, wie „Romeo und Julia“ von Jette Steckl. (HED)

SZENE HAMBURG verlost 4 x 1 Ticket für den Workshop zur Vorstellung “Schnee” am 1.7. – alle Infos zum Workshop gibt es hier. Sendet zur Teilnahme an der Verlosung eine E-Mail mit dem Betreff “Thalia Campus” bis zum 28.6., 23.55 Uhr an online-verlosung@vkfmi.deAm Abend des Workshops gibt es zudem ab 23 Uhr eine Thalia Campus Party im Nachtasyl (Eintritt frei).

Thalia Theater
Alstertor 1
27.6.–10.7.

(20.6.) Auftakt: Privattheatertage “Hans im Glück”, Altonaer Theater, 19.30 Uhr

Als der Theatermacher Axel Schneider 2012 ein Festival der bundesweiten Privattheater in Hamburg ins Leben rief, wollte er dem Potenzial und der Vielfalt der privaten Häuser ein gemeinsames Forum bieten. 2015 konnte er sich bereits über eine Auslastung von über 90 Prozent freuen. Für die diesjährige Ausgabe ist wieder ein neunköpfiges Juroren-Team durch Deutschland gereist, um aus über 80 Produktionen je vier Stücke aus den Kategorien Komödie, Klassiker und Drama auszuwählen. Diese laufen verteilt über zwei Wochen auf neun Hamburger Bühnen. Darunter Brechts „Hans im Glück“ als Eröffnungsstück im Altonaer Theater; das Zimmertheater Tübingen zeigt sein Stück über den NSU „Auch Deutsche unter den Opfern“ und das Ohnsorg hat mit „Soul Kitchen“ ein Heimspiel. Am 3. Juli endet das Festival mit einer Abschlussgala und der Verleihung des Monica Bleibtreu Preises in den Kammerspielen. (KAL)

Privattheatertage
versch. Locations
20.6.–3.7.

Auftakt Hans im Glück
Altonaer Theater
Museumstraße 17
20.6., 19.30 Uhr

(19.6.) Eine Sommernacht, Thalia Nachtasyl, 19 Uhr

Die Theaterbar ist die perfekte Bühne, um eine Geschichte zu erzählen, die keiner glaubt, der nicht dabei war: Zwei Mittdreißiger begegnen sich am toten Punkt ihres Lebens, teilen eine schnapsgetränkte Liebesnacht und wachen am nächsten Morgen in desolatem Zustand auf. Zufälle treiben Helena und Bob in einen Wahnwitz, der über den Umweg eines Gitarrenkaufs in einem Fetisch-Club endet, in den alle nur wegen der Musik gehen. Diese Geschichte, die so abwegig ist, dass sie aus einem Tom-Waits-Song stammen könnte, wird von Marie Löcker und André Szymanski in knapp 75 Minuten derart launig in Szene gesetzt, dass man beiden gern beim Taumel durch die Verstrickungen zusieht. Der allzu mittelmäßige Bob, der sich als Kleinkrimineller über Wasser hält, führt ein Zwiegespräch mit seinem Penis, der sich weigert, die ständigen One-Night-Stands weiter mitzumachen, während sich Anwältin Helena am Tag nach dem Abenteuer zur Hochzeit ihrer Schwester schleppt, um von ihrem Neffen als restbetrunkenes Wrack bloßgestellt zu werden. Scheibchenweise nähert sich das Stück der Illusion der Wahrheit, durchbricht die Erzählung aber gern zugunsten von Kontrabass oder Posaune, die einen Teppich unter die Gesangseinlagen von Szymanski und Löcker legen: „If my hangover was a city, it would be Elmshorn.“ (PS)

Thalia Nachtasyl
Alstertor 1
19.6., 19 Uhr

Foto: Krafft Angerer

(18.6.) Premiere: Über alles hinaus, Monsun Theater, 20 Uhr

Ist es dem Einzelnen möglich Widerstand gegen extremistische Bewegungen zu leisten? Und warum schließen sich Menschen diesen Organisationen überhaupt an? Fragen, die heute wieder brandaktuell sind. Die (Hinter-)Gründe untersucht die Produktion „Über alles hinaus“ von Flagrant. Basierend auf dem absurden Theaterstück „Die Nashörner“ von Eugène Ionesco haben die Darsteller ab 16 Jahren mit einem Migrations- und Fluchthintergrund sowie deutscher Herkunft das Stück gemeinsam entwickelt und verbinden Fiktion mit den eigenen Erfahrungen. (HB)

Monsun Theater
Friedensallee 20
18.6., 20 Uhr

Foto: Benni Bock

(12.6.) Onkel Wanja, Schauspielhaus, 18 Uhr

Meist in behäbigen Gummistiefeln agieren die Figuren in der klugen Tschechow-Inszenierung von Karin Beier, und das oft nur auf einem schmalen Steg einen halben Meter über der komplett mit Torferde ausgelegten Bühne. Ein zuweilen grotesker Balanceakt für die Schauspieler und eine fast ungehörige Raumteilung bei einer so großen Bühne. Ob Bauer oder Gutsherr, das Landleben ist stumpf und langweilig, allein Eros vermag die Gestalten noch zu fordern, nur um sie scheitern zu lassen. Onkel Wanja sieht sein Leben vertan, weil er das Professorendasein seines Schwagers finanziert hat, indem er wie ein Tier gearbeitet hat. Seine Nichte Sonjaist hoffnungslos in den Arzt und Alkoholiker Michail Astrow verliebt. Der interessiert sich nicht für da Bauernmädchen, er fühlt sich wie Wanja zur Professorengattin Elena hingezogen. In bleierner Heiterkeit eskaliert das Geschehen und endet mit Sonjas Glaubensbekenntnis: Das eigentliche Leben kommt nach dem Tod, davor wird gearbeitet, um dem unglücklichen Dasein entgehen zu können. Alles wieder auf Anfang. Eine Endlosschleife. (LS)

Deutsches Schauspielhaus
Kirchenallee 39
12.6., 18 Uhr
Tickets ab 10 Euro

Foto: Klaus Lefebvre

(7.6.) Bette & Joan, Ernst Deutsch Theater, 19.30 Uhr

Wenn zwei Hollywood-Diven aufeinandertreffen, wird es eng. Bei den Dreharbeiten zu „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ prallen die Egos der Oscar prämierten Bette Davis und Joan Crawford aufeinander, die sich in Grabenkämpfen am Set messen. Denn beide sind am Tiefpunkt ihrer Karriere angelangt und müssen sich unter dem Druck des Hollywoodtheaters wieder behaupten. Auch Legenden haben Schwächen. Diese Unsicherheiten verbergen die beiden hinter einem gnadenlosen Schlagabtausch, der zwischendurch auch ihre sensiblen Seiten zeigt. Der Autor Anton Burge befasst sich in seinen Stücken immer wieder unter psychologischen Aspekten mit dem Schicksal berühmter Frauen. (HED)

Ernst Deutsch Theater
Friedrich-Schütter-Platz 1
7.6., 19.30 Uhr
Tickets: ab 20 Euro

Foto: Oliver Fantitsch