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1 Frage, 1 Antwort – mit Holger Kraus

Holger Kraus sammelt seitdem er 14 ist Filme. Unter dem Namen „Flexibles Flimmern“ inszeniert er Filme an ungewöhnlichen Orten. Seit fast 20 Jahren lebt er im Karoviertel und streift von dort aus durch die Stadt.

SZENE HAMBURG: Was würdest du am meisten bereuen, wenn du es nicht getan hättest?

Wenn ich vor etwas mehr als zwölf Jahren mein Leben nicht radikal geändert hätte. Die Entscheidung galt zunächst der Abwendung vom herkömmlichen Eventmarketing – ein Job, der zwar mein Konto füllte, aber meine Seele nicht nährte. Der Bauch ging voraus und ich folgte. 28 Jahre bewusste Filmrezeption wiesen mir den Weg. Ich gründetet damals das mobile Kino „Flexibles Flimmern“ und betrat die Kinolandschaft Hamburgs.

Mit der Befreiung der Filmvorführungen von festen Räumen und die Erweiterung der Filmrezeption durch sinnliche und handfeste Erlebnisse vor Filmbeginn entwickelte sich auch meine persönliche Souveränität weiter. Statt Auftraggeber meine Inhalte bestimmen zu lassen, mache ich seitdem mein eigenes Programm und gestalte somit auch mein Leben eigenständiger –sogar meine Bildung. Wenn Themen mich berühren und ich mehr darüber wissen möchte, mache ich einfach eine Veranstaltung dazu und lerne.

Ich treffe dadurch Menschen, die etwas bewegen und vertiefe mein Wissen um unsere Stadt. Seien es Denkmäler oder soziale Ungerechtigkeit. Die Stille um die Trauer oder die Entdeckung neuer Orte. Und ich kann meine Entdeckungen weitergeben – Gästen neue Blickwinkel und Hamburgern neue Ecken ihrer Stadt zeigen. Und den dämlichen Populisten mit klaren sozialgesellschaftlichen Inhalten entgegentreten. Getreu dem Flimmermotto: Stöbert schön in euerm Leben.

Foto: Michael Kohls


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2018. Das Magazin ist seit dem 30. August 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


 

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1 Frage, 1 Antwort – mit Arne Wegscheider

Bar und Tee? Das geht ganz wunderbar, weiß Arne Wegscheider. Seit 2014 schenkt der 44-Jährige als Barkeeper im Renaissance Hotel Hamburg vor allem Drinks und Cocktails aus. Seit einem Jahr hüpft sein Herz aber besonders bei einem Getränk: Tee.

Um seine Liebe zum Tee so richtig zu festigen, hat er jetzt über die Ronnefeldt Tea Academy in Sri Lanka seinen „Tea Master Gold“ absolviert – also nicht lang abwarten, sondern Tee trinken!

SZENE HAMBURG: Womit sammelst du Karmapunkte?

Ich liebe es, Karmapunkte zu sammeln. Allerdings liebe ich es nicht, von Karmapunkten zu sprechen. Karma ist ja kein Payback- System, mit dem man Punkte sammelt. Karma ist ein Lebensgefühl, bei dem es darum geht, das Beste aus allem herauszuholen. So wie mit seinen Mitarbeitern, seinen Gästen – und sich selbst. „Jeder kann etwas, das nicht jeder kann“ – daran orientiere ich mich. Also jeder Mitarbeiter oder Gast ist ein Mensch mit individuellen Fähigkeiten, die wir nur erkennen und fördern müssen. Hier entsteht Karma. Und es wird größer und besser, wenn wir uns darauf besinnen, dass jeder eines immer kann: einem anderen ein Lächeln schenken. Das ist für mich der Inbegriff von Karma. Als Tea Master kann ich diese Idee professionell umsetzen. Und mein Karma leben, denn Karma bedeutet auch, in sich zu ruhen, mit seiner Lebensaufgabe zufrieden sein und sich dabei selber weiterzutragen. In Sri Lanka habe ich erlebt, wie Tee entsteht, von der Wurzel bis zur Tasse. Diese Erfahrung fließt in meine Arbeit. Ich berate Gäste und lade sie ein, das Thema Tee intensiver und emotionaler zu verstehen. Ich bin überzeugt: Das sorgt für mehr gutes Karma.

Renaissance Hotel Hamburg

Foto: Ana Maria Arevalo


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!


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