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Alster

Die blaue Mitte, das blaue Herz oder der Ruhepol der Stadt, für die Alster in Hamburg gibt es viele Bezeichnungen und sie ist viel mehr als Grillen, Segeln und Alsterdampfer

Text: Felix Willeke

Eigentlich ist die Alster ein Fluss, der über 56 Kilometer vom schleswig-holsteinischen Henstedt-Ulzburg bis in die Elbe fließt. Zwischen Quelle und Mündung liegen Paradiese für alle. Wir reisen dafür von Hamburgs zweitnördlichstem Stadtteil Duvenstedt bis zur Elbe und entdecken die Welt rund um die Alster.

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Immer schön schattig: das Alstertal (Foto: Felix Willeke)

Alstertal

Schon kurz nachdem die Alster in Duvenstedt auf Hamburger Stadtgebiet trifft, beginnt das Alstertal. Von Beginn an fließt der hier noch sehr schmale Fluss durch viele kleine Naturschutzgebiete und vorbei an etlichen Ausflugslokalen. Dabei ist dieser Teil des Flusses noch ein echter Geheimtipp, denn in den Norden der Stadt verirren sich nur selten Tourist:innen. Daher ist das Alstertal nördlich von Poppenbüttel ein perfektes Ausflugsziel mit dem Rad oder zu Fuß und das zu jeder Jahreszeit. Im Frühling blüht die Natur, im Sommer laden Schattenplätze zum Verweilen ein und bevor im Winter die Kälte Einzug hält, beschert der Herbst dem Alsterlauf ein prächtiges Farbenmeer. 

Natur

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Malerisch am Alsterlauf gelegen: Die Alte Mühle Bergstedt (Foto: Alte Mühle Bergstedt)

Der Alsterlauf ist im Norden der Stadt bis heute fast unberührt geblieben. So schlängelt er sich relativ naturbelassen durch viele Stadtteile. Und wo Natur ist, sind auch Tiere. Nicht selten läuft einem hier ein Fuchs über den Weg und für die besonders Interessierten lohnt ein Abstecher in das Naturschutzgebiet Hainesch Iland. Denn hier, wo die Saselbek in die Alster fließt und das Wasser durch die Alte Mühle Bergstedt rauscht, hat sich der seltene und wunderschöne Eisvogel angesiedelt. 

Auf dem kleinen Fluss

Rund um die Poppenbütteler Schleuse ist die Alster noch sehr verwunschen, da lohnt ein Ausflug mit dem Kayak oder Kanu. Mit dem Start am Fuße der Burg Henneberg lässt es sich flussaufwärts in Richtung Mellingburger Schleuse paddeln oder es geht flussabwärts. Wer sich weiter in Richtung Stadt orientiert, wird schnell merken, woher das Alstertal seinen Namen hat. Durch die nobleren Stadtteile Poppenbüttel und Wellingsbüttel geht es bis nach Ohlsdorf auf schattigen Wegen oder über das Wasser vorbei an Villen und wunderschönen Gärten.

Das Alster vs. die Alster

Die Alster ist ein Fluss und das Alster ein Getränk. Für viele Gäste, die nach Hamburg kommen, sorgt Zweiteres für Verwirrung. Wieso Alster? Das heißt doch Radler! Nein, in Hamburg eben nicht. Woher der Begriff Alster beziehungsweise Alsterwasser ursprünglich stammt, ist nicht ganz genau überliefert. Naheliegend ist dabei die Theorie, dass es auf die Farbe des Wassers in der Alster zurückgeht. Hamburg war zu Zeiten der Hanse eine wahre Bierhauptstadt und so scheint es nur logisch, dass die Hansestädter für das beliebte Biermischgetränk einen eigenen Namen reklamieren. PS: Wer in Hamburg trotzdem ausversehen ein Radler bestellt, wird höchstens einmal schief angeguckt, bedient wird trotzdem.

Angekommen in der Stadt

Auch wenn sich die Alster bis hierhin schon über rund 20 Kilometer durch das Hamburger Stadtgebiet schlängelt, kommt sie erst in Ohlsdorf so richtig in der Stadt an. Denn hinter der Fuhlsbütteler Schleuse verliert der Fluss seinen ursprünglichen Charakter und fließt breiter und begradigt weiter in Richtung Innenstadt. Das hat auch Vorteile: Von Ohlsdorf bis zum Jungfernstieg ist die Alster ein Paradies für Stand-up-Paddle-Boards (SUP), Kanus und Tretboote. Mit dem Boot kann man dabei nicht nur auf Alsterrundfahrt gehen, den Alsterlauf entlang paddeln, sondern auch die umliegenden Kanäle erkunden.

Die Kanäle

Skagerrak-, Leinpfad-, Isebek-, Goldbek-, Osterbekkanal und noch viele mehr. Es gibt über 15 kleinere und größere Alsterkanäle, die nahezu alle für Kanu & Co. befahrbar sind. Neben wunderschönen Gärten verstecken Schätzen und verwunschenen Ecken lassen rund um jeden Alsterkanal echte Highlights entdecken. Da wäre zum Beispiel das Eiscafé am Poelchaukamp: Während alle anderen am Fenster des Café Canale am Mühlenkampkanal bestellen, schwingen sich Insider:innen über den Zaun und finden direkt hinter der Brücke das kleine sympathische Eiscafé. Direkt am Stadtpark gibt es dann gleich zwei Möglichkeiten vom Wasser aus einzukehren. Am Café Sommerterrassen und an der Cocktailbar die Bucht kann man direkt anlegen und nach einem Alsterwasser gemütlich weiterpaddeln. Legendär, weil schon immer da ist die Bootsvermietung Dornheim. Seit 1976 gibt es die Werft am Osterbekkanal und in den fast 50 Jahren des Bestehens kamen mit der Zeit auch die bekannte Bootsvermietung und ein Restaurant dazu.

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Paddeln auf der Alster, ein echter Klassiker (Foto: Felix Willeke)

Wassersport

Natürlich ist neben den Freizeitpaddler:innen auch der Wassersport auf der Alster zu Hause. Das meint aber keineswegs nur die privaten Stand-Up-Paddlings. Um die Alster gibt es rund 15 Rudervereine, etliche Segel- und Kanuclubs, es wird Drachenboot gefahren, Kanupolo gespielt und manchmal entdeckt man sogar den ein oder anderen Olympioniken auf dem Wasser. Ein großes Sportangebot, hinter dem sich spannende Gescheiten verstecken.

Auf der einen Seite ist das der RC Protesia von 1907. Der kleine Ruderclub am Osterbekkanal bezeichnet sich selbst als der FC St. Pauli unter den Ruderclubs. Hier wird Rudern abseits des elitären Klischees betrieben, ganz bodenständig kann sich jede:r hier einmal ausprobieren und testen, ob der Sport auf den schmalen Booten etwas für einen ist. Auf der anderen Seite repräsentiert kaum ein Hamburger Ruderclub die Wassersporttradition der Stadt so sehr wie der Hamburger und Germania Ruder Club. Gegründet 1836 ist er nicht nur der älteste Club Deutschlands, sondern auch der zweitälteste nicht-akademischen Ruderclub der Welt. 

Alstersee

Während im Sommer die Kanäle von Ruderbooten, Kanus & Co. befahren werden, ist das eigentliche Wassersportrevier der Alstersee. Allerdings ist streng genommen das, was Hamburg in der Mitte blau erstrahlen lässt, kein See. Im Jahr 1190 ließ Graf Adolf III. den Fluss Alster am heutigen Jungfernstieg aufstauen. Warum? Weil er genau an diesem Standort eine Kornmühle betreiben wollte. Damals war der (Stau)See allerdings noch nicht geteilt. Die Aufteilung in Außen- und Binnenalster geschah erst im 17. Jahrhundert, als Hamburg zur Verteidigung der Stadt die Wallanlangen errichtete. Daher kommt auch der Name für die zwei Teile des Alstersees. Nördlich von Kennedy- und Lombardsbrücke heißt es Außenalster und südlich Binnenalster, nicht wie viele fälschlich denken Innenalster. Denn der kleinere Teil des Sees liegt historisch innerhalb des Stadtwalls, also binnen (Plattdeutsch für innerhalb).

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Der historische Alsterdampfer St. Georg gleitet über die Außenalster (Foto: pixabay/KarstenBergmann)

Außenalster

Der große der beiden Seen in Hamburgs Mitte ist die Außenalster. Mit seinen 164 Hektar ist sie so groß wie fast 230 Fußballfelder, aber nur rund vier Meter tief. Mit seiner Größe ist die Außenalster ein ideales Segelrevier, wobei sie als besonders anspruchsvoll gilt. Denn durch die Bebauung am Rand fällt der Wind immer mal wieder unberechenbar aufs Wasser. Das stört die Hamburger:innen aber kaum, denn sobald eine leichte Brise weht, sieht man hunderte Boote über die Alster flitzen. Apropos flitzen: Auch für Läufer:innen ist die Alster ein beleibtes Revier. Knapp 7,5 Kilometer, so lang ist die Alsterrunde.

So schön die Außenalster auch ist, ein Sprung zum Baden im kühlen Nass empfiehlt sich nicht. Zwar ist die Wassertemperatur im Sommer mit durchschnittlich über 20 Grad recht angenehm, jedoch sind Fluss wie auch der See ein Fließgewässer: Es gibt Strömung, viel Verkehr und vor allem kann es nach starkem Regen sein, dass Abwasser in die Alster gelangt. Dazu kommt immer wieder das vermehrte Auftreten von Blaualgen und aus all diesen Gründen rät die Stadt Hamburg von einem Bad in der Alster ab. 

Alsterdampfer

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Die Eilbek und die Goldberg sind Teil der Flotte an Alsterdampfern (Foto: pixabay/Stephanie Albert)

Wie die Läufer:innen, Segelboote und Kanus, gehört die weiße Flotte zur Alster. Die Alsterdampfer verkehren seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem See. Heute bietet die Flotte mit ihren fast 20 Schiffen Rundfahrten, einen kleinen Fährverkehr und Ausflugsfahrten an. Das älteste noch erhaltene Schiff ist dabei die 1876 gebaute St. Georg. Sie zählt allerdings nicht zur klassischen Flotte, sondern wird vom Verein Alsterdampfschifffahrt e.V. betrieben. Eine Alsterrundfahrt mit der weißen Flotte gehört bei vielen Gästen neben der Hafenrundfahrt zum absoluten Pflichtprogramm.

Schwäne

Weiß und berühmt sind nicht nur die Schiffe auf der Alster. Hamburg und seine Schwäne, das ist eine ganz besondere Geschichte. Eine der Hauptrollen in dieser Geschichte spielt Olaf Nieß, er hat als Hamburgs Schwanenvater einen der traditionsreichsten Berufe der Stadt. Seit 1674 gibt es diese eine Person, die sich um das Wohlergehen der majestätischen Tiere kümmert. Historisch ist das Schwanenwesen ein Zeugnis der Freiheit und Unabhängigkeit Hamburgs. Es geht sogar soweit, dass es unter Strafe verboten ist, die Alsterschwäne zu beleidigen oder ihnen Schaden zuzufügen.

Binnenalster

Egal ob Schwan oder Alsterdampfer, beide sind auch auf der Binnenalster unterwegs. Sie ist mit 18 Hektar deutlich kleiner als ihr Nachbar. Es gibt hier keine großen Parks und Bootsverleihe oder Ruderclubs. Doch trotzdem kann die Binnenalster als die noblere der beiden Seen bezeichnet werden. Im Norden trennen sie Kennedy- und Lombardsbrücke von der Außenalster. Am Ostufer sind neben der Zentrale der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd große Kanzleien und Beratungsfirmen beheimatet. Und während in der Mitte im Sommer die Alsterfontäne sprudelt und im Winter ein riesiger Weihnachtsbaum leuchtet, findet sich im Süden das ganze Jahr über mit dem Jungfernstieg Hamburgs Vorzeigepromenade. Auf der einen Seite der mittlerweile verkehrsberuhigten Straße reihen sich edle Geschäfte aneinander und die Promenade lädt zum Wasser hin zum Flanieren ein. 

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In der Abendsonne strahlen Fontäne und der Jungfernstieg um die Wette (Foto: unsplash/Moritz Ludtke)

Alsterpavillon

Wer sich dann auch noch stärken möchte, für den ist der Alsterpavillon seit jeher der Anlaufpunkt. 1799 eröffnet, hat der Pavillon Tradition. Eine, die besonders mit ihm verbunden ist, ist die des Ehrenschleusenwärters. Hamburg vergibt traditionell eigentlich keine Orden. Trotzdem gibt es Menschen, die sich um die Stadt verdient gemacht haben und dafür wird ihnen seit 1981 die Würde des Ehren-Schleusenwärters verliehen. Seit 2002 findet die Verleihung dieses Titels im Alsterpavillon statt, indem heute das Restaurant Alex zu Hause ist. 

Auf dem Weg zur Elbe

Bei den Triathlon-Events ist die Unterquerung der Reesendammbrücke eines der letzten Ereignisse auf der Schwimmstrecke. Während die Sportler:innen vor der Rathausschleuse aus dem Wasser steigen und genau hier jedes Jahr im Herbst die Schwäne für den Transport in ihr Winterlager am Eppendorfer Mühlenteich zusammengetrieben werden, verlässt die Alster hier die Außen- und Binnenalster und fließt die letzten Meter in Richtung Elbe. Seit über 35 Kilometern begleitet den Fluss dabei der Alsterwanderweg, so auch auf den letzten Metern. Vom noblen Neuen Wall geht es direkt ans Wasser, vorbei am Steigenberger Hotel und der Klinik Fleetinsel bis zur Otto-Sill-Brücke, wo die Alster in die Elbe mündet. 


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Schattenplätze in Hamburg

Es wird endlich richtig warm und bald geht es auch über 30 Grad. Bei so viel Hitze braucht es aber auch dringend eine Abkühlung. Diese zehn Plätze versprechen Schatten und vielleicht auch die Chance auf ein kühles Nass

Das Elbufer

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Vorne Strand und hinten Schatten: das Elbufer (Foto: Felix Willeke)

Das Falkensteiner Ufer mit seinem Leuchtturm kennen viele. Doch wer der Elbe den Rücken zuwendet, findet nicht nur im Waldpark Falkenstein viel Schatten. Das gesamte Ufer des Geesthanges zwischen Teufelsbrück und Wedel ist von kleinen Wäldern und Naturschutzgebieten gesäumt. Dazu gehören das Naturschutzgebiet Wittenbergen, der Schinckels Park oder der Hirschpark.

Waldpark Falkenstein

Die Harburger Berge

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Am Rande der Hamburger Berge blüht ab Mitte August die Fischbeker Heide (Foto: Felix Willeke)

Im Süden der Stadt hat die Eiszeit den Hamburger:innen ihre „Berge“ geschenkt. Die Harburger Berge erstrecken sich in Hamburg von Harburg bis in die Fischbeker Heide und sind nahezu komplett mit Wald bedeckt. An einem der südlichsten Zipfel kann man mit dem Hasselbrack (116,2 Meter hoch) den höchsten „Berg“ der Stadt besteigen. Bis Ende der 1970er-Jahre gab es am Reiherberg sogar einen Skilift. Die ehemalige Piste ist heute noch zu sehen und wird von Wandernden, Mountainbiker:innen und im Winter von Schlitten genutzt.

Reiherberg

Die kleinen Gewässer

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Am Kupferteich an der Mellingbek gibt es neben Schatten auch ein kühles Nass (Foto: Felix Willeke)

Hamburg ist neben Fleeten, Kanälen und der Alster auch von vielen kleinen Gewässern durchzogen. Wer diese entdeckt, wird feststellen: Hier gibt es viel Schatten und ein kühles Nass dazu. Neben der Wandse, der Bille oder der Tarpenbek gibt es viele unbekannte wie die Saselbek, die Kollau, die Wedeler Au oder die Mellingbek. Fast alle sind am kompletten Verlauf von Bäumen gesäumt und zwischendurch gibt es auch den ein oder anderen Teich.

Mellingbek

Billetal & Sachsenwald

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Im Billetal begegnen einem auch historische Bauten – zum Glück alles im Schatten (Foto: Felix Willeke)

Direkt hinter der S-Bahn-Station Reinbek beginnt das Billetal. Hier kann man entweder in Richtung Westen und damit nach Bergedorf durch den Wald wandern oder man nimmt die andere Richtung. Nach Osten geht es bald vorbei am Sachsenwaldbad, einem wunderschönen Freibad in Richtung des Sachsenwald. Das mit fast 60 Quadratkilometern nicht nur größte zusammenhängende Waldgebiet in Schleswig-Holstein bietet besonders bei schönem Sommerwetter reichlich Möglichkeiten zum Wandern im Schatten der Bäume. Teile des Waldes gehören dabei auch heute noch der Familie Bismarck und werden von ihr bewirtschaftet.

Sachsenwald

Das Alstertal

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Immer schön schattig: das Alstertal (Foto: Felix Willeke)

Wem speziell am Wochenende der Alsterlauf zwischen Ohlsdorf und Poppenbüttel zu voll ist, sollte nach Norden schauen. Zwischen der Burg Henneberg in Poppenbüttel und dem Naturschutzgebiet Hainisch Iland bietet das Alstertal viel Schatten und etliche Einkehrmöglichkeiten. Die ganz Sportlichen können über das Naturschutzgebiet Rodenbeker Quellental durch Duvenstedt noch weiter in den Wohldorfer Wald wandern.

Das Alstertal

Alter Elbtunnel

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Unter Wasser, kühl und historisch, das ist der Alte Elbtunnel (Foto: Mediaserver Hamburg/ThisIsJulia Photography)

1911 eröffnete der Tunnel von den Landungsbrücken auf die Südseite der Norderelbe. Damals sollte er Arbeiter den Weg zur Werft ermöglichen, wenn die Schiffe wegen Eis nicht über die Elbe fahren konnten. Heute ist der Tunnel ein Touristenmagnet und ein optimaler Zufluchtsort bei Hitze. Nirgendwo ist es so natürlich kühl wie im Alten Elbtunnel und auf der anderen Seite gibts zum schönen Ausblick auch noch gute Fischbrötchen. 

Alter Elbtunnel

U-Bahn Stationen

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Nicht nur optisch eisig: In der U-Bahnstation HafenCity Universität bleibt es auch im Sommer kühl (Foto: Mediaserver Hamburg/Ingo Boelter)

Hamburg hat als eine von vier deutschen Städten eine klassische U-Bahn. Auch wenn weniger als die hälfte der Strecken in Tunneln verlaufen, bieten diese an heißen Sommertagen eine perfekte Abkühlung. Egal ob in den tiefen Stationen der U4 in der HafenCity oder bei dem Windzug der einfahrenden Bahn an der U-Bahn Stephansplatz, Abkühlung ist auf jeden Fall sicher. Dazu bieten die klimatisierten Wagen auch außerhalb der Tunnel die Möglichkeit zum Durchatmen und das beste: Ab dem 1. Juni 2022 kostet diese Abkühlung nur 9 Euro pro Monat.

U-Bahn HafenCity Universität

Speicherstadt

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Außen heißer Asphalt und innen kühle Räume, das gibt es nur im weltkulturerbe Speicherstadt (Foto: Mediaserver Hamburg/ThisIsJulia Photography)

Die Speicherstadt ist von Straßen durchzogen und besonders im Sommer fangen die Fleete bei Ebbe an zu stinken. Trotzdem gibt es hier richtig gute Schattenplätze und zwar in den Speichern. Egal ob Miniatur Wunderland,  Gewürzmuseum oder Speicherstadt Kaffeerösterei, hier ist es immer kühl. Der Grund ist historisch. In den Speichern wurden früher Waren gelagert, die nicht zu heiß oder kalt werden durften – eine Klimaanlage gab es damals noch nicht – deshalb wurden die Speicher so konstruiert, dass es nur selten wärmer als 18 Grad wird und die Temperatur fast nie unter 0 Grad fällt. 

Speicherstadt

Biergärten

Biergarten "Altes Mädchen" in Hamburg; Foto: Henning Angerer
Ein schöner Schattenplatz: der Biergarten des „Alten Mädchen“ (Foto: Henning Angerer)

Im Süden Deutschlands eine Tradition, im Norden noch selten, das sind Biergärten. Hier lässt es sich prima verweilen, bei einem kühlen Bier und herzhaftem Essen. Auch wenn Hamburg noch viel Nachholbedarf hat, gibt es auch in der Hansestadt schöne Biergärten. So zum Beispiels in der Factory Hasselbrook, beim Alten Mädchen oder den Klassiker am Landhaus Walter. Hier lässt sich wahlweise unter großen alten Bäumen oder riesigen Sonnenschirmen ein kühles Getränk genießen. 

Landhaus Walter

Moore

AhrensburgerTunneltal
Im Ahrensburger Tunneltal geht’s auf einem Floßweg durch’s Moor (Foto: Felix Willeke)

Hamburg hat fast 40 Naturschutzgebiete, darunter auch einige Moore. Diese feuchten Areale sind nicht nur ein Paradies für heimische Flora und Fauna, hier lässt es sich auch bei Hitze besonders gut aushalten. Egal ob das Wittmoor und das Raakmoor im Norden, das Schnaakenmoor im Westen oder das Ahrensburger Tunneltal im Osten, überall hier ist Abkühlung, schöne Landschaft und Natur pur garantiert. 

Ahrensburger Tunneltal


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