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Serie: Altona. Die altonale Pop Nacht

Ein Tag, ein Festival. Die altonale Pop Nacht gehört  zu den etablierten Kulturhighlights des Sommers in Altona

Am Sonnabend, Kinder, wird’s was geben. Und zwar feinste Musik an unterschiedlichen Locations in Altona. Im Rahmen der altonale 19 findet auch in diesem Jahr die altonale Pop Nacht statt. Am 24. Juni wird Altona für einen Tag zur Konzertbühne.

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Ist am Start: Mega-Sympath Spaceman Spiff © Andreas Hornoff

Neben der Christians- und St. Petri Kirche, dem Innenhof des Rathauses und einer kostenfrei zugänglichen Bühne am Festivalzentrum, wird in diesem Jahr auch wieder der stimmungsvolle Gallionsfigurensaal des Museums bespielt. Spannende und für Konzerte nur selten genutzte Orte bilden damit den Rahmen für einen langen Abend mit 12 Künstlerinnen und Bands samt Aftershow-Party bis in die frühen Morgenstunden.

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Niklas Paschburg nimmt am Piano Platz © Promo

Wer ist dabei? Spaceman Spiff, der Folk-Popper Yalta Club und die hoch gehandelten und tanzbaren Beats der Berliner Oum Shatt. Zudem konnten aufstrebende Akteure des immer beliebteren Neoklassik-Genres gewonnen werden; an den Kirchenpianos nehmen Platz Niklas Paschburg und Mammal Hands.

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Kommen in die Kirche: MammalHands © Promo

Abgerundet wird das Programm von Künstlern, die im Laufe dieses Jahres den Schritt aus dem Insiderkreis in Richtung große Bühnen gehen werden: Frère (Indie-Pop aus Bochum), Das Paradies (Neues Projekt des Talking To Turtles-Sängers), Jon Kenzie (Folk aus Manchester), The Bongo Club (Energie à la The Hives aus Schweden) und Lor (Polens neuer Indie-Stern).

Die Fakten

Spielorte:

  • Rathaus Altona
  • Christianskirche
  • St. Petri Kirche
  • Altonaer Museum (Gallionsfigurensaal)
  • Festivalzentrum

24. Juni 2017 /Einlass: 17 Uhr / Beginn: 18 Uhr / Mehr Infos: www.altonale.de/altonale/kultur/musik/popnacht/  oder auf Facebook

TICKETS an allen bekannte VVK-Stellen oder hier:

 

Tipp: Bei gutem Wetter wird traditionell um 14 Uhr zum Pop Picknick in den Park beim Platz der Republik eingeladen.

/REM/ Beitragsbild-Thomas Panzau

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Folk Popper Yalta Club werfen sich schon mal in Pose © Promo

 

Serie: Altona. altonale 19: Das dürfen Sie nicht verpassen

200 Konzerte, Kunstausstellungen, Lesungen, Film- und Theateraufführungen: Vom 16. Juni bis 2. Juli findet wieder Norddeutschlands größtes Kultur- und Stadtteilfestival statt. Wir liefern einen kleinen Überblick

 

Film

Elf Orte, vier Monitore und zehn Leinwände stehen für die 9. Film altonale zur Verfügung. Gezeigt werden ca. 40 Filme über unentdeckte, versteckte und verschwindende Räume.

„Free Spaces”

Das EU-Kulturprojekt „Spaces“ dokumentierend folgt die österreichische Mitinitiatorin, Filmemacherin und Journalistin Ina Ivanceanu Künstlern und Aktivisten jenseits postkommunistischer Tristesse, die mit viel Witz und Kreativität ihr Recht auf Stadt und auf Meinungsfreiheit behaupten. In Yerevan, der Hauptstadt Armeniens wird ein Kino besetzt; in Moldawiens Hauptstadt Chisinau ein alter sowjetischer Zirkus reaktiviert, in Georgien mitten in Tiflis eine düstere UBahn-Passage in eine glamouröse Arena verwandelt und in der Ukraine ein stillgelegtes Fabrikareal in Kiew zur kulturellen Agora umfunktioniert. Entstanden sind erfrischende Portraits osteuropäischer Kultur-Metropolen, wie wir sie noch nicht gesehen haben, in denen es immer wieder um die Rückeroberung des öffentlichen Raums geht. Nach der Filmvorführung gibt es Gelegenheit für ein Gespräch mit der Filmemacherin Ina Ivanceanu.

Fr 23.6.17, 22 Uhr, Platz der Republik, open air in Kooperation mit ElbFilmKunst e.V., Eintritt: Spende willkommen

„Gestern Dortmund-Hörde heute Hamburg-Altona – Zwei Stadtteile erfinden sich neu“

„Bodenerhebungen“ / D 2016 / 19:48 Min. / R: Doro Carl, Claudia Reiche & „Göttliche Lage“ / D 2014 / 99 Min. / R: Ulrike Franke und Michael Loeken

Zwei Dokumentarfilme erzählen über Stadtentwicklungsgeschichte und den Wandel von Industrie- zur Freizeitgesellschaft. Während auf dem einstigen Stahlwerksgelände Phoenix-Ost in Dortmund bereits ein künstlicher See angelegt ist, an dessen Ufer man luxuriöse Wohnbebauung findet, hat der Umbau des ehemaligen Bahngeländes zur „Neuen Mitte Altona“ mit Parkanlage und Wohnungsbau im Dreidrittelmix gerade erst begonnen. Architektonische Visionen von Stadtplaner und visionäre Spekulationen von Projektentwicklern treffen in den beiden Filmen auf Stimmen von alteingesessenen und neuen Anwohnern. Nach der Filmvorführung gibt es Gelegenheit für ein Gespräch mit den Filmemacherinnen Doro Carl und Claudia Reiche.

Mo 26.6.17, 19.30 Uhr, W3, Nernstweg 32, Eintritt: Spende willkommen

Schauen! Film-Empfehlungen

– „Ekhofstraße, Hamburg-Hohenfelde – Eine Mieterinitiative kämpft um ihr Viertel“

Dokumentarfilm, Vorstellung mit Filmemacher Heinz Harmstorf und Michael Körner

Mi 21.6.17, 20 Uhr, mpz

– „Wem gehören unsere Städte?“

Dokumentarfilm in Anwesenheit von Filmemacherin Claire Laborey

Sa 24.6.17, 19 Uhr, Thalia in der Gaußstraße

-„Manche hatten Krokodile“

Dokumentarfilm über Kiez-Originale und Kiez-Bewohner. In Anwesenheit von Filmemacher Christian Hornung

Do 29.6.17, 20 Uhr, Hafenbahnhof

Weitere Filmveranstaltungen unter: www.altonale.de/altonale/kultur/film

 

Hafenfest

 

Alle Traditionsschiffe im Museumshafen können besichtigt werden. Gleich um 12 Uhr findet eine kleine Rundfahrt zum Fischmarkt auf historischen Bötchen statt. Auf der Kastenschute des Hafenmuseums gibt’s plattdeutsche Geschichten (15 und 16 Uhr) und um 17 Uhr spielt die Tüdelband live an Deck des Schwimmkrans. Tipp: Wer in einem Fischer- oder Taklerhemd kommt, erhält am Infopoint eine kleine Überraschung.

25.6., 12–19 Uhr, Museumshafen Oevelgönne

 

Kids

Bei den vielen Veranstaltungen im Kids Park f.llt die Entscheidung schwer. Dort wird z. B. eine Stadt aus Kartons gebaut und das Licht im Raum erforscht: Was ist Licht und wie können wir es sichtbar machen? Interessierte Kinder können an einem Puppenspiel-Workshop teilnehmen oder sich beim Marionettenvariete verzaubern lassen. Mitmachen ist dabei ausdrücklich erwünscht. Stadt bauen und Licht erforschen:

1.–2.7., 11–18 Uhr; Puppenspiel- Workshop: 2.7., 12+16 Uhr; Marionettenvariete: 2.7.17, 14 Uhr, alle Veranstaltungen Kids Park, Kemal-Altun-Platz

 

Kulinarik

Kochevents: Ein Food-Festival ganz besonderer Art findet im Rahmen von altonale kulinarisch statt. In der Show- und Co-Küche im Mercado laden Küche, Konditoren und Sommeliers zu interessanten Kochevents ein.

22.–30.6.17, Mercado

Flying Dinner: Bei diesem Genussspaziergang werden nacheinander fünf Locations angesteuert und leckere Speisen verkostet – vom Bergtags bis zum Eiscafe Filippi.

24.6.17, 16–22 Uhr, Große Bergstraße

 

Kunst

 

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Kunst im Schaufenster. Foto: Thomas Panzau

Luft, Wasser, Straße, Altenheime und Abrisshallen werden neben den Orten, an denen Kunst normalerweise ausgestellt wird, bei der Kunst altonale genutzt. In den Schaufenstern von Ottensen und Altona werden ebenfalls wieder Werke von Künstlern zu sehen sein, die sich um den Altonale Kunstpreis bewerben.

Altona Kunstpreis – Preisverleihung am 2.6.17, 18 Uhr, Altonaer Museum

Noorderlicht – Simulacrum: Was ist echt, was unecht? In Zeiten von Computerspielen und virtuellen Kameras verschwimmen die Grenzen. Das Projekt „Simulacrum“ der Fotokünstler von Noorderlicht kommt aus Groningen, der diesjährigen Partnerstadt der Altonale.

Eröffnung 17.6.17, 11 Uhr, bis 1.7., Greskewitz Kleinitz Galerie; www.noorderlicht.com

 

Literatur

 

Book.beat: Pop und Poesie geben sich auch in diesem Jahr wieder ein Stelldichein. U. a. mit dabei sind Filo, Mona Harry, Nils Petersen Bente Varlemann. Als Stargast zum 10. Jubiläum ist Sebastian 23 aus Bochum eingeladen.

23.6.17, 19.30 Uhr, Christianskirche

Literatur Ahoi!: Natur und Kultur – Bei einer Elbfahrt auf der MS Commodore lesen die Schriftsteller Stefan Beuse und Gerhard Henschel sowie die Newcomerin Ada Dorian aus ihren neuen Werken.

27.6.17, 19.30 Uhr, Anleger Altona (Fischmarkt)

 

Musik

 

Altonale Pop Nacht: Zum 4. Mal erobern sich Musiker ungewöhnliche Orte. Zusätzlich zum Platz der Republik werden z. B. auch im Altonaer Rathaus und der Christianskirche Konzerte gespielt. Zum diesjährigen Line-up gehören u. a. Singer- Songwriter Spaceman Spiff , die Indie-Pop-Band Yalta Club und der Neoklassiker Niklas Paschburg (der das Cover unserer Juni-Ausgabe ziert), der gern mit elektronischen und klassischen Tönen experimentiert. Tipp: Als Appetitanreger gibt’s vorher ein Pop Picknick mit Musik, Snacks und Drinks.

24.6.17, 18 Uhr (Picknick ab 14 Uhr), Platz der Republik

Serenade im Park: Bei diesem unterhaltsamen Stündchen unter freiem Himmel präsentiert das Ensemble Elbwind selten gespielte Werke von Antonio Rosetti. Tipp: Decken mitbringen.

2.7.17, 15 Uhr, Park bei der Christianskirche

 

Theater

 

Altona macht auf. Foto: Thomas Panzau

Altona macht auf: Bewohner führen auf ihren Balkonen oder in verwunschenen Hinterhöfen selbst einstudierte Theaterstückchen auf oder trällern ein Liedchen. Beliebter Rundgang, der gerade mit dem Stadtteilkulturpreis ausgezeichnet wurde.

www.altona-macht-auf.de

Maidorf – Trilogie des Zusammenlebens:  Eine installativ-erzählende Theaterperformance.

24.6.17, 14 und 20 Uhr, REWECenter, Anlieferungshalle, Max-Brauer-Allee 59

 

altonale Stadtteilfest

 

Auf der altonale darf es auch mal schrill werden. Foto: Thomas Panzau

Finales Flanieren!  Zum Ausklang der Altonale erobern sich vom 30. Juni bis 2. Juli vor allem die Anwohner und Geschäftsleute den öffentlichen Raum. Das Straßenfest breitet sich auf einen stattlichen Areal von 4 Kilometern aus. Vom Platz der Republik bis zum Altonaer Bahnhof verläuft der Antik- und Flohmarkt, der in den letzten Jahren beachtlich angewachsen ist und ausgiebiges Trödeln erlaubt. Auf der Infomeile zwischen Bahrenfelder Straße, Kleiner Rainstraße und der Friedensallee präsentieren sich Vereine und Organisationen des Viertels und stellen ihre Projekte vor. Auch die Grüne Meile in der Großen Rainstraße bietet viel Informatives zum Thema Nachhaltigkeit sowie Mitmachaktionen und Workshops darüber, wie wir in Zukunft leben wollen.

Es gibt auch in diesem Jahr wieder einen Kunstmarkt mit zahlreichen Künstlern, die ihre Malerei, Grafik, Zeichnungen und Objekte zwischen Spritzenplatz und Arnoldstraße ausstellen. Ein Kreativmarkt der etwas anderen Art ist Designgift. Vor allem Kleidung, Schmuck, Accessories und Kulinarisches sind hier im Angebot. Dieses zeichnet sich besonders durch fairen Handel, Regionalität und biologisch abbaubare Rohstoffe aus.

Und während des gesamten Straßenfestes gibt es auf insgesamt acht Bühnen Livemusik für jeden Geschmack mit Nico Suave, Joco, D-Flame & DJ Sparc, One Trick Pony, BigBandBertha- Blau, Stylezhood und vielen anderen.

30.6.–2.7.17, in Ottensen und Altona-Altstadt; Termine und weitere Infos unter www.altonale.de

/KAL/ Beitragsbild: Thomas Panzau

Serie: Altona. altonale 19. Was Sie über das Kulturfestival wissen müssen

200 Konzerte, Kunstausstellungen, Lesungen, Film- und Theateraufführungen: Vom 16. Juni bis 2. Juli findet wieder Norddeutschlands größtes Kultur- und Stadtteilfestival statt. Willkommen auf der altonale 19!

Kunst im öffentlichen Raum: altonale 19. Foto: Thomas Panzau

Es ist schon eine Weile her, genauer gesagt satte 19 Jahre, da wurde der Grundstein für ein Stadtteilfest gelegt, das schon bald viel mehr war, als nur eine Aneinanderreihung von Fressbuden und kommerziellen Händlern. Konzeptionell und zeitlich. Ursprünglich wurde die Altonale an nur einem Wochenende veranstaltet, seit einigen Jahren geht dem Straßenfest ein 14-tägiges Kulturprogramm voraus, an dem sich professionelle Künstler aus Altona, aber auch viele kreative Bewohner beteiligen.

Inzwischen ist die altonale als lokales Festival zu einem festen Bestandteil des Kulturlebens im Bezirk geworden –  mit Strahlkraft auch über Hamburgs Grenzen hinaus.

In diesem Jahr ist die Partnerstadt das niederländische Groningen, das sich unter anderem mit dem Kunstprojekt „Simulacrum“ der Fotokünstler von Noorderlicht beteiligt. Zu der kleinen Musik und Festivalstadt besteht bereits eine lebhafte Beziehung. Man kennt sich, zum einen durch die Städtepartnerschaft der beiden Hafenstädte und zum anderen durch die Handelsverbindungen seit der Hansezeit.

Das Thema der altonale 19 heißt diesmal „Raum“. Naheliegend, spielt doch die Inbesitznahme und Umgestaltung des öffentlichen Raums durch Kunst und Kultur bei der Altonale grundsätzlich eine Rolle. Aber auch die zunehmende Verdichtung in dem ohnehin schon dicht besiedelten Bezirk, vor allem durch das neue Wohngebiet Mitte- Altona und die geplante Bebauung des Holsten-Areals, beschäftigen die Bewohner.

 

altonale 19: Schauplätze & -orte

 

In Straßen und auf Plätzen rund um den Altonaer Bahnhof und die Große Bergstraße tobt an diesen Tagen das Leben. Und mehr noch: Erstmals wird das Veranstaltungsareal von Altona und Ottensen auch nach Bahrenfeld ausgeweitet.

Not at home altonale 19

Unter dem Motto „(NOT) AT HOME“ findet über den gesamten Zeitraum in der alten Lagerhalle des OBI-Baumarkts in der Ruhrstraße täglich ein Crossover verschiedener Kunstsparten statt. „Ich freue mich, dass wir diesen Raum als Kunst- und Kulturhalle revitalisieren können“, sagt Heike Gronholz, die 2016 die Geschäftsführung der altonale übernommen hat.

Highlights „(NOT) AT HOME“

„Salon International“,Tanzprojekt der Choreografin Rica Blunck mit Jugendlichen aus Syrien, Chile, Deutschland, Afghanistan, Togo. 23. Juni, 20 Uhr / Bildervortrag des Journalisten Oliver Lück zu seinen europaweiten Reisen. 29.6., 20 Uhr / „Nachtasyl“ von Maxim Gorki. 30.6.–1.7., 19 Uhr / Gruppenausstellung von Achterhaus und 2025 Kunst und Kultur. 23.6.–1.7.
Alle Termine: OBI-Halle, Ruhrstraße 46–88

Auch der altonale Salon im Thalia in der Gaustraße, den sie im letzten Jahr ins Leben gerufen hat, liegt Heike Gronholz besonders am Herzen. Hier können die Bürger am 24. Juni ab 13 Uhr mit verantwortlichen Politikern und Experten über das Thema „Verwendung und Nutzung des öffentlichen Raums“ und über die Wandlungsprozesse im Stadtteil diskutieren. Eingeladen dazu sind auch Grünen- Politikerin Christa Goetsch, Bezirksamtsleiterin Liane Melzer und Baudezernent Johannes Gerdelmann.

Der altonale Salon soll Ort der Diskussion sein. Foto: Thomas Panzau

Wie im vergangenen Jahr wird der Park beim Platz der Republik zum Festivalzentrum. Dort wird am 16. Juni um 18 Uhr die altonale zum zweiten Mal gemeinsam mit STAMP, dem internationalen Festival der Straßenkünste, eröffnet. Hier wird es jeden Abend ein abwechslungsreiches Programm mit Aufführungen, Musik und Tanz geben. Wie die meisten Veranstaltungen von Altonale und STAMP sind auch diese für jedermann zugänglich und kostenfrei.

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STAMP, das Festival der Straßenkünste, eröffnet zeitgleich mit der altonale. Foto: Thomas Panzau

altonale 19, 16.6.–2.7.; alle Termine und Orte unter www.altonale.de

/Text: KAL / Foto: Thomas Panzau

Serie: Altona. Die altonale 19. Das Festivalzentrum

Kultur & Remmidemmi: Von 16. Juni bis 2. Juli 2017 findet Norddeutschlands größtes Kultur- und Stadtteilfestival statt. Die altonale 19 lockt mit einem üppig bepacktem Korb an Programminhalten!

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Allerlei Kunst und Bemerkenswertes, Leute und Ideen, Treffen, Plauschen, Beieinandersein: das Festivalzentrum. Foto: © Thomas Panzau

Das Festivalzentrum

Hier schlägt das Herz der altonale19, hier laufen die Fäden zusammen: Das Festivalzentrum auf dem Platz der Republik lädt zum Plauschen, Entdecken und Staunen. An diesem Ort wird von der Eröffnung der altonale19 bis zum Abschluss mit dem Straßenfest am 2. Juli ein abwechslungsreiches Kulturprogramm geboten.

Öffnungszeiten Café und Bar: Montag – Freitag: 12 – 23 Uhr, Samstags & Sonntags 10-23 Uhr als .  12 – 14 Uhr täglich wechselnder Mittagstisch, 18 – 22 Uhr kleines Speisenangebot.

Highlights am Festivalzentrum

Seminar zum EU-Projekt Journeys: Migration & Kultur

Die altonale und STAMP laden zu einer Gesprächsrunde mit folgenden Themen ein:

  • Migration – welche Bedeutung hat kulturelle Teilhabe?
  • Welche Form der kulturellen Teilhabe kann es geben und gibt es schon?
  • Wo sind wir heute angekommen und wo wollen wir künftig hin?
  • Die Künstlerinnen Rica Blunck und Anja Behrens sind anwesend.

19.6.17, 19 Uhr, Eintritt frei

Man singt Hamburgisch

Achtung, Mundart! Zum ersten Mal präsentiert sich Hafenschwester mit *man singt hamburgisch* auf der altonale. Zusammen mit kabel-jo laden zum gemeinsamen Singen bekannter Hamburger- und Seefahrtslieder ein. Textsicherheit ist nicht von Nöten, denn die Texte gibt es an die Hand. Also, keine Ausrede, einfach mitsingen!

20.6.17 19 Uhr, Eintritt: €  11,50

Trio Macchiato

Musik rund ums Mittelmeer ist die Spezialität dieser Band. Mal besuchen sie musikalisch das Café Méditerraneo, mal folgen sie den Gleisen des legendären Orientexpress. Trio Macchiato spielt auf nationalen und internationalen Bühnen und ist Stammgast bei renommierten Festivals wie dem Rheingau Musikfest, den Niedersächsischen Musiktagen und den Ludwigsburger Schlossfestspielen.

23.6.17, 18.30 – 20 Uhr, Eintritt frei

Veronique Elling

Die französische Chansonsängerin Véronique Elling und der Akkordeonist Jurij Kandelja sind mal zärtlich, mal berauschend, mal schwindelerregend wild. Huch? jaja, hier geht es emotional zu. Hier können die größten Chansonsänger aller Zeiten neu entdeckt werden: Jacques Brel, ÉdithPiaf, Charles Aznavour, Barbara, Juliette Gréco et bien d’autres.

23.6.17, 20 – 21.15 Uhr, Eintritt frei

Familientag

 Von Musik von den  Lukulule oder  Kinderlieder Jazz über Literatur mit  Nulli und Priesemut sowie Tanz mit  Samova Tanztee bis zu Theater mit  Das Papperlapapp der Tiere und Film mit  Mo&Firese ist nahezu jede der altonale Kultursparten vertreten.

25.6.17, 10.30 Uhr bis Mitternacht, Eintritt frei (sofern nicht anders vermerkt)

/Foto: © Thomas Panzau

 

Serie: Altona. Das Künstler-Kombinat. Der Hausbesuch Teil 6

Im Eschelsweg hat sich über 16 Jahre hinweg ein Ort entwickelt, der Musiker, Tonstudios und kreative Werkstätten unter einem Dach vereint. Letzter Teil unseres Hausbesuches: Musikproduzent Philipp Schwär

/ von Regine Marxen. Foto: Philipp Jung

 

2. Stock. Philipp Schwär. Oben angekommen

 

„Bevor du überhaupt einen Rechner aufstellst, musst du eine Couch und Lampen hinstellen. Sich wohlzufühlen in einem Studio, finde ich unheimlich wichtig“, sagt Philipp Schwär (31). Das sieht man seinem kleinen Studio im zweiten Stock an. Eine Menge Deko-Kram ist hier zu finden. Kassettenhüllen, Bilder – und eine Couch. Die stammt noch aus den H.O.M.E Studios, wo Philipp seine ersten Jahre in Hamburg verbracht hat.

Franz Plaza ließ ihn damals in seinem Studio unterkommen. Eine super Zeit, aber nach vier Jahren, genauer 2012, war die Zeit gekommen: Er wollte sein eigenes Ding machen und kam im Eschelsweg  unter. Erst in einem der Studios im Zwischengeschoss; vor zwei Jahren zog er schließlich in den zweiten Stock. „Ich habe mich also hochgearbeitet“, lacht er. „Das ist hier echt alles Mega. Die Lage, die Leute. Wir haben hier einen großen Aufnahmeraum und helfen uns gegenseitig, was das Equipment angeht. Und weil das funktioniert, sind wir teilweise besser ausgestattet als das größte Studio. In diesem Haus gibt es alles, was du brauchst. Oder jemals brauchen wirst.“

Das Soll an Karriere ist erreicht: Philipp lebt von der Musik. Von echter Musik. 

Künstlerisch hat Philipp sich vor 10 Jahren entschieden, sich voll aufs Produzieren zu konzentrieren. Dieses Band-Ding ist nichts für ihn. „Da spielst du oft immer die gleichen 20 Song über Jahre. Hier habe ich immer unterschiedliche Sachen. Gerade eben habe ich einen Track für einen Straßen-Rapper gemixt, danach mache ich eine romantische Ballade für einen österreichischen Singer/Songwriter, danach mache ich ein bisschen Filmmusik. Das ist ganz viel Unterschiedliches.“

Was ihn an Musik interessiert, ist der Song, nicht die Form.

Deshalb hört er alles – und produziert die unterschiedlichsten Künstler wie Milliarden, Fayzen oder Tim Bendzko. „Ich finde alles irgendwie geil, so lange es eine gute Energie hat. Und ich muss es mit den Leuten, mit denen ich arbeite, zwölf Stunden in einem Raum aushalten können.“

Das sei mindestens genauso wichtig wie die Musik selber: Die Vibes miteinander.

Philipp ist zufrieden dort, wo er jetzt ist. Räumlich und beruflich. „Das Soll an Karriere ist für mich erfüllt. Ich kann davon leben, dass ich echte Musik mache. Nicht von Werbe-Tracks oder so, sondern von echter Musik von echten Künstlern. Ich habe Tageslicht, kreative Leute, die alle irgendwie was anderes machen. Guten Kaffee. Und einen Balkon.“

Philipp Schwär ist oben angekommen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Serie: Altona. Das Künstler-Kombinat. Der Hausbesuch Teil 5

Im Eschelsweg hat sich über 16 Jahre hinweg ein Ort entwickelt, der Musiker, Tonstudios und kreative Werkstätten unter einem Dach vereint. Teil 5 unseres Hausbesuches: Buchbinderei Altona-Inhaberin Kathrin Langenhagen

/ von Regine Marxen. Foto: Philipp Jung

„Ach, das ist so toll, dass es so was noch gibt.” Das ist so ein Spruch, der die Buchbinderin Kathrin Langenhagen (44) nervt.

„Dass es so was wie mich gibt, hat ja jeder selber in der Hand. Ob er ein Handwerk beauftragt oder im Internet ein standardisiertes Produkt bestellt.“

Seit acht Jahren ist sie mit ihrem Meisterbetrieb im Eschelsweg daheim. Bindet Bücher, Speisekarten oder Fotobände und gibt meist an den Wochenenden Buchbinder-Workshops. Der 150 Quadratmeter große Raum ist hell und lichtdurchflutet. Schmiedeeiserne Maschinen, Prägestempel, Schneidemaschinen und Papiere haben ihren Platz. Vor der Tür stehen Blumen in Setzkästen. Kathrin fühlt sich sichtlich wohl. „Die neuen Vermieter machen hier viel, kümmern sich, das gefällt mir. Hier hat sich viel getan.”

Damals war’s spezieller. Aber Zeiten – und Hausgemeinschaften – ändern sich

Im Haus selber hat Kathrin wenig berufliche Schnittmengen. Sie fällt als Handwerksbetrieb ein wenig aus dem Rahmen.

„Jeder macht sein Ding. Das war vor acht Jahren anders. Das Haus hat sich eben verändert. Unten waren Messgeräte-Produzenten für meteorologische Instrumente, eine Druckerei gab es, unten im Keller war ein italienischer Espresso-Maschinen- Bastler. Das war damals spezieller. Das hat sich schon verändert. Mit den neuen Mietern habe ich wenig Austausch. Das stört mich aber nicht. Dafür beschwert sich keiner, wenn ich mal laute Partys feiere. Das nachbarschaftliche Verhältnis stimmt einfach in diesem Haus.“

Mehr über die Buchbinderei Altona findet ihr unter www.buchbinderei-altona.de

Serie: Altona. Das Künstler-Kombinat. Der Hausbesuch Teil 4

Im Eschelsweg hat sich über 16 Jahre hinweg ein Ort entwickelt, der Musiker, Tonstudios und kreative Werkstätten unter einem Dach vereint. Teil 4 unseres Hausbesuches: die Chefrock Studios-Inhaber und Musiker Peter Keller & Tilmann Ilse

/ von Regine Marxen. Fotos: FB

2. Stock. Chefrock Studios. Peter Keller & Tilmann Ilse

Eschelsweg

Chefrocker mit Gast: Peter Keller (li.) und Tilmann Ilse (re.) mit Tim Bendzko. Screenshot:FB

Noch ist hier Baustelle, aber schon diesen Frühsommer feiern die Chefrock Studios im zweiten Stock ihre Eröffnung. Was hier entsteht, ist fett. Eine große Regie, mehrere Studios, eine Küche als Aufenthaltsraum – und das Ganze mit Tageslicht und Fußbodenheizung. Purer Luxus im Leben eines Musikers. Die beiden Inhaber Peter Keller und Tilmann Ilse haben einiges investiert – an Zeit, Geld und Muskelkraft. Und bei dem Gedanken an die Eröffnung steht ihnen die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Freude auch, klar. Aber Musiker sind eben keine Handwerker. Auch wenn Tilmann in diesem Bereich durchaus Talent hat, wie dieses Video auf Facebook beweist.


Die beiden sind im Eschelsweg keine Neulinge. Peter, der auch Teil von Achims und Arnes Band Wunder war, ist seit 15 Jahren mit seinem Studio hier beheimatet. Zusammen mit Tilmann betrieb er später rund zehn Jahre ein gemeinsames Tonstudio im Zwischengeschoss. „Wir sind da räumlich und musikalisch immer wieder an die Grenzen gestoßen. Tilmann und ich hatten daher schon vor Jahren den Wunsch, uns zu vergrößern. Wir haben glücklicherweise beide Projekte, die uns das finanziell gestatten. Ich spiele unter anderem mit Peter Maffay in der Band und produziere dessen Platten. Wir arbeiten auch gerade an einem ,Tabaluga‘-Kinofilm. Es ist also kein Harakiri-Projekt“, erzählt Peter. „Es war dann aber schwierig, das richtige Objekt zu finden. Wir waren so happy, als es sich abzeichnete, dass diese Fläche im Haus frei wird, weil das Immobilienbüro ausziehen wollte.“

Entstehen soll ein Ort, der Möglichkeiten eröffnet. Musikalisch und persönlich. Ganz im Geiste der Eschelsweg-Community.

„Ich bin so froh, dass mit dem letzten Verkauf des Gebäudes diese Künstler- Zelle nicht gesprengt worden und erhalten geblieben ist. Wenn ich durch das Treppenhaus gehe oder in einem der Studios sitze und fette Beats höre, dann inspiriert mich das. Hier oben soll auch ein Ort der Begegnung entstehen. Einen der Räume wollen wir zum Beispiel auch vermieten.“ Mindestens zehn Jahre müsse man mit den Studios hier bleiben, damit sich die Investition lohne. 25 Jahre wird Peter Keller dann im Eschelsweg zuhause sein. Ein Vierteljahrhundert. „Ich habe hier viele gute und viele schlechte Momente erlebt. Beruflich und privat. Ich stand hier neulich und fragte mich, was ich in den nächsten Jahren wohl erleben werde. Wahnsinn, da wird so ein Gebäude Teil deines Lebens.“

Mehr Infos über die Chefrocker unter www.chefrock.studio und bei Facebook

Serie: Altona. Das Künstler-Kombinat. Der Hausbesuch Teil 3

Im Eschelsweg hat sich über 16 Jahre hinweg ein Ort entwickelt, der Musiker, Tonstudios und kreative Werkstätten unter einem Dach vereint. Teil 3 unseres Hausbesuches: Laut gegen Nazis & Attraktor e.V.

/ von Regine Marxen. Foto: Philipp Jung

 

1. Stock. Zwischengeschoss Coworking Space. Laut gegen Nazis

 

Jörn Menge (50) ist seit August 2015 Untermieter im Coworking Space im ersten Stock und organisiert als Ein-Mann-Betrieb die Aktionen von Laut gegen Nazis. „Ich bin der Gründer dieser Kampagne“, sagt er. „Ich hatte lange eine Agentur, die hieß Büro Lärm. Wir haben für den Stern gearbeitet und Mut gegen rechte Gewalt gemacht, mit viel Unterstützung der Musikbranche. Als der Stern keinen Bock mehr hatte, Etats zu verwalten und zu schaffen, waren wir pleite. Ich habe damals gesagt, es kann nicht sein, dass eine der größten Initiativen gegen Nazis nicht mehr stattfinden kann. Und dann habe ich 2004 die Gründung der Kampagne Laut gegen Nazis vorangetrieben.“

Jörn kommt eigentlich aus der Musik-Promoter-Szene. Auf Partys sein und geil sein, das sei ja alles ganz cool, sagt er grinsend  aber er wollte etwas Sinnvolles machen.

„Ich hatte gleich tolle Partner: Smudo und Peter Lohmeyer, die sind beide noch heute dabei. Wir haben Konzepte ausgearbeitet, eine Tour geplant. 2008 gründeten wir den Verein Laut gegen Nazis, um die Förderung von Initiativen und deren Finanzierung durch Spenden voranzutreiben. Strategisch in ganz Deutschland.“

Es ist, wie es ist: Spenden fließen immer dann, wenn es brennt. Bei Laut gegen Nazis ist das leider oft wortwörtlich zu verstehen.

„Wenn Flüchtlingshäuser brennen, freut sich unser Spendenkonto. So bitter das ist. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, haben wir daher den ganzen Koloss an Mitarbeitern abgeschafft. Wir waren bis vor Kurzem mehr Leute, waren auch Ausbildungsbetrieb. Aber in diesen dynamischen Zeiten müssen auch wir sparen.“ Nun sitzt Jörn allein mit seinem Schreibtisch in seinem Büro im Zwischengeschoss, hinter ihm stapeln sich Kartons mit Shirts, Jutebeuteln und anderem Kampagnenmaterial.

„Wir passen hier rein“

In der Ecke schräg gegenüber hat Lena Winkel ihren Arbeitsplatz. Seit Ende 2016 ist sie dabei. Die freie Grafikerin arbeitet eng mit Jörn zusammen und unterstützt ihn unter anderem bei der aktuellen G20-Kampagne. Oder bei der aktuellen Kampagne Love Speech Therapy. Lena ist unter anderem Teil der Jury.

Laut gegen Nazis

Liebesbotschaften gegen Hasstiraden. Mit der Aktion setzt LAUT GEGEN NAZIS unter anderem auch bei den Plakataktionen zur Bundestagswahl ein Zeichen.

 

Das ist es, was Jörn sehr schätzt an diesem Haus: die Synergien. „Hier habe ich ein gutes Netzwerk. Mit den Künstler-Managements, mit deren Künstlern wir auf Tour waren, mit Kreativen wie Lena. Dieses Gebäude finde ich toll, wir tauschen uns aus, Lena unterstützt uns grafisch. Das ist sehr kommunikativ und spart gleichzeitig Geld. Und wir kommen aus dieser Ecke, Laut gegen Nazis wurde auf St. Pauli geboren. Altona war für uns schon immer wichtig. Derzeit fühlen wir uns als Verein sehr gut aufgehoben. Wir passen hier einfach rein.”

Mehr Informationen zu Laut gegen Nazis unter www.lautgegennazis.de. Lena Winkel, im Beitragsbild oben rechts, erreicht ihr unter www.lenawinkel.com

1. Stock. Attraktor e.V.

230 Quadratmeter groß sind die Räumlichkeiten des Makerspace Attraktor. Und schon zu klein. Sagt jedenfalls Ole Popp, langjähriges Vereinsmitglied. Rasch führt er uns durch das Raumgeflecht, das vollgestopft ist mit Materialien aller Art von biederen Schrauben und Nägeln, Nähmaschinen und Stoffen bis hin zu 3D-Druckern und Laser-Schneidern. Monitore, Kabel, schier unerschöpflich ist die Auswahl an den unterschiedlichsten Werkstoffen.

Attraktor Hamburg, betont Ole, sei ein Makerspace, kein Slackerspace. Hier wird gemacht. Wer hier mitmachen will, muss eine eigene Idee haben. Dann findet er Hilfe. „Herkommen und nur zugucken, ist nicht drin.“

„Auch wenn alle so stumpf rüberkommen, wir sind gar nicht so doof “

 

Um die 120 zahlende Mitglieder hat der Verein. 32 Euro kostet eine Basismitgliedschaft im Monat. Dafür hat man Gleichgesinnte und einen Bereich, in dem man seine Ideen voll ausleben kann. „Wenn jemand einen künstlichen Muskel bauen will am Sonntag um 4 Uhr nachts, dann braucht man diesen Ort. Hier hat man ihn.“ Das Niveau sei hoch bei den Attraktoren. „Auch wenn alle so stumpf rüberkommen, wir sind gar nicht so doof “, lacht Ole.

„Wir sind sozusagen der militärische Flügel des Chaos Computer Clubs“

Seine Wiege hat der Verein im Chaos Computer Club Hamburg. „Das ist so die Hippie-Fraktion. Aber wir wollen was schaffen. Wenn du jedoch dieses Gesellschaftspolitische im Boot hast, kommst du nicht voran. Dann bist du sehr lange in Plänen gefangen. Die sind zudem sehr stark mit ihrem Fokus aufs Elektronische gerichtet. Also haben wir uns abgespalten. Wir sind sozusagen der militärische Flügel des Chaos Computer Clubs und machen pragmatisches Basteln in allerlei Formen.“

Eschelsweg

Pragmatisches Basteln aller Art im 1. Stock.

Seit 2014 sind die Mädels und Jungs Teil der Eschelsweg-Community. Sie sind die Exoten. Macht nichts. „Ich finde, wir passen strukturell ganz gut rein, weil wir einen Hauch von Freaktum mitbringen, der in diesem Haus noch nicht drinnen ist. Wir mögen komisch gekleidete Exoten sein, aber sind nach wie vor Teil der Szene.

Mehr Informationen über die Attraktoren findet ihr unter www.attraktor.org/willkommen

Serie: Altona. Altona 93: „Wir können alles werden“

Berkan Algan, Trainer von Altona 93, blickt auf ein bewegtes Fußballerleben zurück – und das im Alter von erst 40 Jahren. Ein Gespräch über frühe Straßen-Kicks in Altona, unzählige Vereinswechsel und schmerzhafte Höhepunkte im UEFA-Cup

 *Das Interview haben wir vor dem Aufstieg von Altona 93 geführt. 

SZENE HAMBURG: Berkan Algan, Sie haben in Ihrer Kindheit und Jugend sowohl für Altona 93, als auch für den FC St. Pauli und den HSV gespielt. Wie haben Sie diese so unterschiedlichen Vereine damals wahrgenommen?

Berkan Algan: Ich war viereinhalb Jahre alt, als ich beim FC St. Pauli angefangen habe, Fußball zu spielen. Schon als Kind fand ich, dass es ein rundum toller Verein ist, mit angenehmen Strukturen und vor allem Zeit für die Spieler, sich zu entwickeln. Hinzu kam damals natürlich noch das schöne alte Stadion. Alles Gründe, warum ich insgesamt 14 Jahre geblieben und er erst mit 18 zum HSV gegangen bin, wo natürlich alles komplett anders war, viel professioneller, ohne damit St. Pauli als unprofessionell bezeichnen zu wollen.

Und Altona?

Mit Altona verbinde ich nicht nur den wunderbaren Verein, den ich immer geliebt habe und bis heute liebe. Ich bin auch in Altona aufgewachsen, habe jede freie Minuten nach der Schule in den Straßen gekickt. Ich war schon früh gut genug, um bei den 14-, 15-Jährigen mitspielen zu dürfen.

Was haben Sie beim Straßenfußball gelernt?

Dass man schon mal gegen den Zaun geworfen wird, wenn man einen von den Großen tunnelt (lacht). Wer die Älteren bloß stellte, musste auch mit der Quittung umgehen können. Allgemein habe ich mir auf der Straße ein dickes Fell zulegen können, was mir später in meiner Karriere geholfen hat. Wobei mein unbedingter Wille, immer zu gewinnen, eher nicht von der Straße kommt, sondern vom Training beim HSV.

Weil dort jedem Spieler von Beginn an beigebracht wurde, dass Verlieren keine Option ist?

Genau. Ich war zwar an sich schon sehr ehrgeizig und fleißig, hatte die besten körperlichen Werte. Aber bei einem Verein wie dem HSV entwickelt ein junger Spieler noch einen zusätzlichen Kämpfergeist. Das ist einerseits natürlich gut, weil es leistungssteigernd wirken kann. Andererseits kann es einen auch zermürben, weil man für besondere Anstrengungen nicht unbedingt besonders belohnt oder auch nur beachtet wird.

Ehrgeiz, Fleiß und offensichtlich Talent waren also vorhanden. Irgendwelche Defizite? Es heißt, mit der Geduld hätten Sie es nicht so gehabt, was auch die vielen Vereinswechsel im Karriereverlauf erklären würde.

Dazu kann ich nur sagen: Den besten Honig können nur Bienen liefern, die an vielen verschiedenen Blüten waren.

Eine dieser „Blüten“ war in Ihrem Fall der finnische Verein Haka Valkeakoski, für den Sie von 2000 bis 2001 aktiv waren und sogar zwei UEFA-Cup-Spiele gegen Union Berlin absolvierten. Für Sie auch die beiden wichtigsten Begegnungen Ihrer Laufbahn?

Von der Wertigkeit vielleicht, aber ich habe mit Buraspor auch in der ersten türkischen Liga gegen Fenerbahce Istanbul gespielt (1998; Anm. d. Red.), das war auch ziemlich spannend. Und was die UEFA-Cup-Spiele angeht, habe ich davon gar nicht so viel mitbekommen. Ich stand zu dem Zeitpunkt unter starken Schmerzmitteln, weil mir zuvor so ein Riesen-Finne im Haka-Training gegen meine Schulter gesprungen war. Um spielen zu können, habe ich heftige Pain-Killer genommen, die man normalerweise nur beim Eishockey einsetzt.

 

„Ich will mit Altona einfach jedes denkbare Ziel erreichen.“

 

Wie genau sahen die Nebenwirkungen aus?

Ich bin im Rückspiel in der Halbzeit umgekippt. Als ich wieder zu mir kam, war das Spiel schon wieder in vollem Gange. Kurz darauf wurde ich dann operiert, ein Knochen wurde aus der Hüfte gesägt und oben wieder eingesetzt. Das Ende meiner aktiven Karriere.
Dafür könnte Ihre Trainerkarriere bald an Höhepunkten gewinnen. Nach dem verpassten Aufstieg in die Regionalliga mit Altona 93 im vergangenen Jahr könnte es jetzt gelingen …

… was eine schöne Geschichte wäre. Man muss sich hierzu auch mal die Lage des Vereins vergegenwärtigen: Altona 93 ist fest verankert in einem wachsenden, polarisierenden, einfach starken Stadtteil. Wir sind offen für alle und können gemeinsam auch alles werden.

 

Welches Ziel wäre in Ihren Augen das höchstmögliche?

Ich will jetzt erst mal aufsteigen. Und dann will ich noch mal aufsteigen. Und am liebsten nochmal. Ich will mit Altona einfach jedes denkbare Ziel erreichen. Wir Verantwortlichen wollen von der Fan-Kultur bis zum letzten Mann auf der Bank alles schaffen, was irgendwie geht.

/ Interview: Erik Brandt-Höge / Foto: Philipp Jung


Berkan Algan…

…wurde 1977 in Hamburg geboren. Als Jugendfußballer spielte er für Altona 93, den FC St. Pauli, den Hamburger SV und den VfL Pinneberg. Nur einige seiner späteren Stationen: 1. FC Köln II, Buraspor, Haka Valkeakoski, SC Concordia Hamburg, FC Sylt. Algan wurde für die U-21-Nationalmannschaften von Deutschland und der Türkei eingesetzt. Seit Sommer 2015 ist er Trainer bei Altona 93 und ist mit dem Club von der Griegstraße jetzt aus der Oberliga in die Regionalliga aufgestiegen.

Serie: Altona. Das Künstler-Kombinat. Hausbesuch Teil 2

Im Eschelsweg hat sich über 16 Jahre hinweg ein Ort entwickelt, der Musiker, Tonstudios und kreative Werkstätten unter einem Dach vereint. Teil 2 unseres Hausbesuches: das Musik Kombinat im Zwischengeschoss 

/ von Regine Marxen. Fotos: Philipp Jung

Zwischengeschoss. Das Musikkombinat. Achim Köllner & Arne Ghosh

 

Eine große Küche, eine Sofaecke, drei Tonstudios sowie ein Aufnahmeraum: Willkommen im Zwischengeschoss Musikkombinat. Hier haben Achim Köllner (42, Beitragsbild links) und Arne Ghosh (44) 2001 ihr erstes Studio ausgebaut – und damit den Grundstock für eine Musik-Kreativ-Künstler- WG gelegt, die sich inzwischen über drei Stockwerke verteilt. „Damals“, sagt Arne, „waren wir noch aktive Musiker mit einer Band namens Wunder, die sehr viel Eigeninitiative mitgebracht hat, von Aufnahmen bis zum Booking. Wir hatten einen Proberaum in Hamm, der Aufnahmen nicht hergab. Wir brauchten einen größeren Raum.“

Über Sprinkenhof waren sie an die Räumlichkeiten im Zwischengeschoss gelangt. Und haben zugeschlagen. „In dem Jahr hatten wir ein bisschen Geld, und dann standen wir da mit Akku-Bohrer und  Styropor-Wänden und haben das alles selber ausgebaut. Ein Studio nutzten wir selber, zwei haben wir vermietet.“ 2008 hätten sie dann eine weitere Fläche im dritten Stock gemietet und ebenfalls ausgebaut. „Weil wir den Platz brauchten. Und der Bedarf da war“, sagt Achim.

„Wenn du günstige Proberäume suchst, findest du Räume in Rissen oder in Billstedt. Aber auf jeden Fall nicht in Altona. Da gibt es die Bunker, und das war’s. Wir wollten aus den Bunkern raus. Wir dachten, es muss eigentlich nicht sein, dass wir die nächsten 20 Jahre ohne Tageslicht in einem Keller mit Eierschachteln verbringen.“

Als sich mit dem letzten Vermieterwechsel 2013 die Möglichkeit ergab, die nächste Fläche im ersten Stock über dem Zwischengeschoss zu mieten, schufen Achim und Arne schließlich eine Kombilösung aus Arbeits- und Bürowerkstätten und Studios. Der Name Zwischengeschoss für das Gesamtkonstrukt blieb dabei bestehen. Oben und unten befinden sich Studios mit Aufnahmeräumen, in der Mitte als Pufferzone ein Coworking Space für freischaffende Kreative wie Grafiker, Fotografen und Promoter.  „Wir legen Wert darauf, dass es kein typischer Coworking Space ist. Unsere Verträge laufen mindestens einen Monat. 22 Plätze bieten wir an. Ein wenig Fluktuation herrscht hier, aber wenig. Bei den insgesamt elf Studios dagegen haben wir seit 16 Jahren keinen Leerstand.“

„Das hier, das ist unser Mutterschiff“

Geplant war diese Expansion nicht, sie ergab sich über die Jahre quasi von selbst.

„Wir haben festgestellt, je mehr gutes Umfeld du zusammenführen kannst, desto mehr Synergie-Effekte entstehen. Die Idee ist, dass alle zusammenschmeißen und sich unterstützen. Mit Equipment und Know-how“, so Arne.

Monetär sei das Zwischengeschoss nicht relevant. „Das hier ist nichts, was uns ruiniert, aber auch kein Geschäftsmodell. Das müssen wir uns manchmal schönrechnen“, sagt Achim lachend. „Das ist einfach ein guter Ort für kreative Leute, den wir hier hingebaut haben. Und der trägt sich eben so. Und wir haben die Möglichkeit, hier mittendrin zu sitzen, mit Künstlern zusammenzuarbeiten, zu helfen.”

Lebenswege ändern sich. Aber das Zwischengeschoss als Klammer bleibt. 

Obwohl, so oft sind Achim und Arne nicht mehr im Zwischengeschoss anwesend. Mitte der 2000er Jahre kam der Shift und die berufliche Veränderung. Arne verschrieb sich immer stärker dem Manager- Dasein, gründete parallel die Firma 380 Grad und betreut neben internationalen Künstlern unter anderem die Hamburger Band Boy oder Fotos. Er ist viel unterwegs, auf Tour, in seinem Zuhause auf dem Lande vor den Toren Hamburgs oder in Berlin, wo er ein weiteres Büro aufgebaut hat.

Achim gründete zwischenzeitlich ein eigenes Label, macht immer noch Musik, ist zudem als Programmierer tätig und verbringt die Hälfte des Jahres im Ausland. Dennoch, im gefühlten Niemandsland in Altona haben die zwei Zwischengeschoss-Gründer eine Heimat gefunden.

„Es ist das zweitlängste Zuhause nach meinem Elternhaus“, sagt Arne. „Und in zwei Jahren das am längsten. Das hier, das ist unser Mutterschiff.“

Interesse an einem Schreibtisch im Zwischengeschoss? Mehr Infos findet ihr hier: www.zwischengeschoss.de