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„Licorice Pizza“: Immer in Bewegung

In seinem neuen Film „Licorice Pizza“ zeigt Starregisseur Paul Thomas Anderson („There Will Be Blood“), wie charmant die kleinen Geschichten des Lebens sein können. Die Newcomer Alana Haim und Cooper Hoffman bieten eine mitreißende Performance. Ein cineastischer Hochgenuss

Text: Marco Arellano Gomes

 

Wennn Ausnahmeregisseur Paul Thomas Anderson („Der seidene Faden“, „The Master“) einen neuen Film ins Kino bringt, dann ist die Erwartungshaltung unweigerlich hoch – hat er doch mit „Magnolia“ und dem epischen „There Will Be Blood“ bereits unvergessliche Meilensteine des Autorenkinos hingelegt. „Licorice Pizza“ ist kleiner, gewitzter, turbulenter als seine Vorgänger – und dennoch ganz großes Kino.

 

Der Prozess des Erwachsenwerdens

 

LICORICE PIZZA_Poster_© Metro-Goldwyn-Mayer Pictures-klein

„Licorice Pizza“, der neue Film von Paul Thomas Anderson (Foto: Metro-Goldwyn-Mayer Pictures)

San Fernando Valley, 1973: Fotoassistentin Alana Kane (Alana Haim), Mitte 20, und Teenager Gary Valentine (Cooper Hoffman) verbindet nach einem kurzen Kennenlernen bei einem Fotoshooting fürs Schuljahrbuch eine ungewöhnliche Freundschaft. Mal sind sie sich nah, mal trennen sich ihre Wege, um dann wieder zueinanderzufinden – immer im Unklaren darüber, was sie eigentlich füreinander empfinden. Dabei ist der Prozess des Erwachsenwerdens aufwühlend und verwirrend genug – zwischen großen Träumen und tatsächlichen Gelegenheitsjobs. Auf ihren Wegen treffen die beiden auf bizarre Persönlichkeiten, verkörpert unter anderem von Bradley Cooper („A Star Is Born“) und Sean Penn („Milk“) sowie den Versuchungen einer aus Stars und Sternchen bestehenden Welt der Siebziger, samt Schlaghosen, Schallplatten, Freizügigkeit, Ölpreiskrise, politischen Hoffnungen, New Hollywood und Motown.

 

Ein bewegender Spannungsbogen

 

LICORICE PIZZA_5_© Metro-Goldwyn-Mayer Pictures bb-klein

Always on the run: Alana (Alana Haim) und Gary (Cooper Hoffman) (Foto: Metro-Goldwyn-Mayer Pictures)

Anderson zeigt eindrucksvoll, dass es die kleinen Geschichten des Lebens sind, die auf der Leinwand einen unvergleichlichen Zauber entfalten. Die beiden Shootingstars, Musikerin Alana Haim und Cooper Hoffman (Sohn der verstorbenen Schauspiellegende Philip Seymour Hoffman), rauben in ihren Spielfilmdebüts allen die Show. Die harmonische Disharmonie zwischen der launischen, aber liebenswerten Alana und dem nerdigen, aber nicht weniger liebenswerten Gary ist amüsant, charmant und warmherzig – und verleiht dem Film bis zum Ende einen bewegenden Spannungsbogen. Auffällig oft wird im Film gerannt. Und so wundert es nicht, dass die beiden Protagonisten nach einem halben Marathonlauf durch die Stadt einmal mehr zueinander finden und sich buchstäblich in die Arme fallen. Direkt vor einem Kino! Wo sonst?

„Licorice Pizza“, Regie: Paul Thomas Anderson. Mit Alana Haim, Cooper Hoffman, Bradley Cooper. 133 Min. Ab dem 27. Januar 2022 in den Kinos

Das Savoy zeigt „Licorice Pizza“ als einziges Hamburger Kino in der 70mm-Originalversion.

 

Hier gibt‘s den Trailer zu „Licorice Pizza“:

 


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