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Schanzenkino gerettet: Open-Air Vorführungen können stattfinden

Gute Nachrichten aus dem Hamburger Westen: Das Schanzenkino hat trotz Corona-Pandemie und Sponsoring-Verbot grünes Licht vom Bezirksamt bekommen und kann sein 21-jähriges Bestehen zwischen Juli und September dieses Jahres feiern

Text: Felix Kirsch

 

Filmfans können Pandemie-konform ab Ende Juli wieder in den Schanzenpark pilgern und Blockbuster sowie Kultfilme genießen. Der Veranstalter Outdoor Cine GmbH freut sich über die Möglichkeit und dankt vor allem den zahlreichen Unterstützern des Open-Air-Kinos: „Turbulente Wochen liegen hinter uns, welche als Drehbuchvorlage für einen spannenden Serienmehrteiler dienen könnte. Es war eine Achterbahn an Emotionen, zahllosen Gesprächen und einem Happy End mit Beigeschmack.“ sagt Dirk Evers, Geschäftsführer und Veranstalter des Schanzenkinos.

 

Sponsoring-Verbot bedrohte wirtschaftliche Existenz

 

Hintergrund für den existenziellen Kampf des Schanzenkinos war ein vom Bezirksamt Eimsbüttel ausgehängtes Sponsoring-Verbot für den Schanzenpark, das die Einnahmen des Kino drastisch reduziert hätte. Eine spezielle  Ausnahmegenehmigung für das Schanzenkino hatten die Grünen in ihrem Beschluss nicht vorgesehen. Für das weitere Bestehen des Schanzenkinos glich das drohende Sponsoring-Verbot einem Super-GAU: „Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf reichen nicht aus, um die Kosten zu decken“, mahnte Dirk Evers Anfang des Jahres.

Dass man nun doch eine Einigung erzielen konnte, freut die Veranstalter ebenso wie Fans von Film und Kultur: „Nun kann das Open-Air-SchanzenKino in diesem Jahr sein 21-jähriges Bestehen feiern. Im Vorjahr waren wir als Freiluftkino so ziemlich die einzige große Kulturveranstaltung in Hamburg, die trotz der Corona-Pandemie unbeschwerte und sichere Filmabende unterm Sternenhimmel anbieten konnte.“ Das Schanzenkino beginnt mit den Vorstellungen am 31. Juli 2021 und gastiert bis zum 31. September im Schanzenpark.

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Open-Air-Kino: Schanzenkino vor dem Aus?

Das Bezirksamt Altona könnte nach einer Vorlage der Grünen das Sponsoring im Schanzenpark komplett untersagen. Damit fiele eine wichtige Finanzierungsquelle des Veranstalters weg. Droht das Ende des Schanzenkinos?

Text: Marco Arellano Gomes

 

Man stelle sich vor, es ist Sommer, aber das Schanzenkino ist weg. Dieses vor Kurzem noch undenkbare Szenario könnte dieses Jahr Wirklichkeit werden, denn aufgrund eines Antrags der Grünen plant das Bezirksamt Altona Sponsoring in Parkanlagen gänzlich zu untersagen.

Zwar gilt in öffentlichen Parkanlagen seit einer Verordnung von 1975 grundsätzlich die Regel der Werbefreiheit, doch für das Open-Air-Kino im Schanzenpark gab es seit knapp 20 Jahren von Jahr zu Jahr eine Ausnahmeregelung seitens der Bezirksverwaltung. Eine solche Ausnahmeregelung ist in der entsprechenden Verordnung auch explizit vorgesehen.

 

Wirtschaftliches Überleben

 

Für 2021 sieht die Beschlussvorlage der Grünen jedoch vor, die Ausnahmegenehmigung nicht mehr zu erteilen. Das hätte gravierende Folgen für das Schanzenkino. „Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf reichen nicht aus, um die Kosten zu decken“, betont Dirk Evers, Betreiber von der Outdoor Cine GmbH. Die Entscheidung würde das Aus für das Open-Air-Kino bedeuten – und das „in einer Zeit, wo die Kino- und Veranstaltungsbranche um das wirtschaftliche Überleben kämpft“.

Etwa 20.000 Besucher finden sich Jahr für Jahr im Schanzenpark unter dem Sternenhimmel wieder, um gebannt auf die Leinwand zu schauen und bei einem guten Film den Feierabend oder das Wochenende zu genießen. Damit könnte bald Schluss sein. Für viele ist das ein Horror-Szenario. Denn das Schanzenkino ist eine Veranstaltung mit Kultcharakter – mit dem Angebot vom Blockbuster bis zu Independentfilmen.

Das Open-Air-Kino „finanziert sich ohne jede Förderung der öffentlichen Hand komplett aus Abendkasseneinnahmen und Sponsorengeldern“, sagt Evers. „An guten Tagen decken die Erlöse des Ticketverkaufs alle Kosten, doch bei schlechtem Wetter sieht es anders aus“. Diese Lücke würde durch die Sponsoren- und Werbegelder in Höhe von 80.000 Euro gefüllt. Allein mit der Werbung auf der Leinwand – die dem Beschluss zufolge noch immer erlaubt wäre – kann dies nicht gegenfinanziert werden. Es drohten drastische Erhöhungen der Ticketpreise – was von den Besuchern wohl kaum auf Akzeptanz stieße.

 

Kein Verständnis

 

Nach Angaben des Betreibers wird die Außenwerbung tagsüber ohnehin mit Planen abgedeckt und nur unmittelbar vor den Aufführungen sichtbar gemacht. Evers hat daher kein Verständnis für die Entscheidung des Bezirksamts. „Ich bin entsetzt. Der Film- und Kinokultur wird ein weiterer, diesmal bürokratischer Knüppel zwischen die Beine geworfen, der ihr Überleben zusätzlich gefährdet.“

Evers vermutet, dass es auch mit dem Disput im vergangenen Jahr bezüglich des Autokinos auf der Trabrennbahn zwischen ihm und der derzeitigen Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg (Grüne) zusammenhängen könnte. Im vergangenen Sommer wurden die Grünen von einer Mehrheit von SPD, CDU, FDP und Linken überstimmt. Das Autokino durfte betrieben werden. Ist das nun die Retourkutsche? Evers gibt zu, dass es sich um eine reine Spekulation handelt.

Die Zukunft des Open-Air-Schanzenkinos ist nun jedenfalls offen. Evers plant bereits Aktionen, um das Überleben des Open-Air-Kinos zu sichern und hofft auf eine breite Unterstützung der Bevölkerung und eine Stellungnahme seitens der Hamburger Behörden, insbesondere der Kulturbehörde.

Am Donnerstag, 14. Januar,  kommt der Hauptausschuss im Bezirksamt Altona zusammen. Auf der Tagesordnung stehen auch die „Veranstaltungen in Grünanlagen“. Dort werden die bis Ende vergangenen Jahres eingegangenen Konzepte für die Nutzung der Parkflächen im Schanzenpark im Sommer 2021 besprochen. Für das Freilichtkino gibt es auch einen weiteren überraschenden Bewerber: Das 3001 Kino aus der Schanzenstraße. Das will wohl gänzlich ohne Sponsoring auskommen. Die Entscheidung, welcher Veranstalter den Zuschlag für das Freiluftkino erhält, ist offen.


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