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„Wir wussten: Das wird was!“

Die Sterne Frontmann Frank Spilker über das neue Album „Hallo Euphoria“ und die Band­-typische textliche Attitüde, Fragen zu stellen, anstatt Urteile zu fällen

Interview: Erik Brandt-Höge

SZENE HAMBURG: Frank, über das neue Die Sterne-Album „Hallo Euphoria“ schreibt Tino Hanekamp, die Musik darauf mache glücklich. Tatsächlich ist die Soundästhetik – bis auf wenige traurig gestimmte Ausnahmen – sehr locker- flockig und gelöst. War dieser glücklich machende Sound auch euer Ziel? Oder ist er im Entstehungsprozess einfach passiert?

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„Hallo Euphoria“ erscheint am 16.9. Am 21.10. spielt die Band im Uebel & Gefährlich ab 20 Uhr (Foto: Britta Jahn)

Frank Spilker: Ich glaube, Lockerheit kann man sich nicht vornehmen, die passiert tatsächlich eher. Es gibt ein paar Parameter in der Musik, die man sich zwar vornehmen kann, aber am Ende klappen sie doch nicht. Groove ist ein gutes Beispiel. Grundsätzlich finde ich es schwierig, das
zu bewerten, was man selbst gemacht hat. Da würde ich jetzt einfach mal Tino vertrauen, der die Band ja schon lange kennt. Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass dieses Album mit einem Bandgefühl aufgenommen wurde. Wir hatten gerade eine Tour hinter uns, waren lange eingespielt. Ein ganz großes Problem bei Produktionen ist ja Versagensangst. Die führt von Anfang an zu einer Angespanntheit – und die hatten wir bei diesem Album überhaupt nicht, weil wir vorher eben schon so gut zusammen funktioniert haben. Wir wussten: Das wird was!

Natürlich gehören auch gute textliche Ideen zu einer gelungenen Produktion. Du hast mal von schwierigen Jahren ab Mitte der 2010er- Jahre gesprochen, als es bei euch auf der kreativen Ebene nicht so hingehauen hätte, wie ihr es euch gewünscht hattet. Ist diese Zeit vollends überstanden?

Damals haben wir uns in der Band eher blockiert als weitergeholfen. Dass es so kam, hatte mehrere Gründe, zum Beispiel unterschiedliche Wohnorte und Lebensbedingungen. Dadurch haben wir uns ausgebremst. Jetzt sind wir nicht nur wesentlich digitalisierter als damals, was es trotz unterschiedlicher Wohnorte einfacher macht, zusammenzuarbeiten. Wir sind auch frischer und motivierter.

„Ich glaube, das Problem dieser Zeit ist, dass man sehr schnell mit Urteilen ist – oft auch, bevor man sich sicher sein kann, genug Informationen dafür zu haben“

Frank Spilker, Die Sterne

Auf „Hallo Euphoria“ sticht ein Song heraus: „Die Welt wird knusprig“. Darin singst du über Songs von Die Sterne, sie wären „nicht dafür und nicht dagegen, sondern über und deswegen“. Die Sterne haben noch nie Lösungen vorgegeben, eher zum Nachdenken angeregt. Aber: Ist es, gerade in der heutigen Zeit, nicht schwer, nicht auch mal klar dafür oder dagegen zu sein?

Ich glaube, das Problem dieser Zeit ist, dass man sehr schnell mit Urteilen ist – oft auch, bevor man sich sicher sein kann, genug Informationen dafür zu haben.
Wir kennen oft nur einige Meldungen bezüglich bestimmter Gegebenheiten und fühlen uns trotzdem sofort verpflichtet, Partei zu ergreifen. Ich finde, es ist sinnvoller, erst mal Fragen zu stellen. Auch die danach, ob manche Meldungen nicht schon von bestimmten Interessen geprägt sind. Als aufgeklärter Mensch sollte man sich die Dinge erst mal genau anschauen.

„Hallo Euphoria“ erscheint am 16. September 2022 und am 21. Oktober gibt’s die Sterne live im Übel & Gefährlich

Das Video zur Single „Hallo Euphoria“:


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Drei Wochenenden Kultur des Nordens

Mehr als 400 Künstler:innen aus zehn nordeuropäischen Ländern kommen zum NORDEN – The Nordic Arts Festival 2022

Text: Philine Burmeister

Vom 25. August bis zum 11. September 2022 findet in Schleswig, am idyllischen Strand des Ostseefjords Schlei, das NORDEN – The Nordic Arts Festival statt und bringt das Lebensgefühl des europäischen NORDENS auf die Königswiesen. Aufgrund der Gestaltung des genreübergreifenden Kulturprogramms sowie der familiären, nachhaltigen und barrierefreien Ausrichtung ist das Festival einzigartig in Europa. Das NORDEN bietet einen kreativen und spannenden Querschnitt aus aktueller Musik, Literatur und Film, Kunst und Straßentheater sowie zahlreiche Workshops und sportliche Aktivitäten.

Musik und vieles mehr

Die fantastische Ostseelandschaft, die kreative Küche und das zeitlose Design, noch dazu eine lebendige Kulturszene. Die Sehnsucht nach diesem Lebensgefühl und die dazugehörigen Geschichten sind der Antrieb hinter dem NORDEN – The Nordic Arts Festival. Auf insgesamt zwei Bühnen, einem Kulturzelt sowie einem Atrium, der Manege im Park und einem Kinozelt findet das gesamte Programm statt. Die zahlreichen Workshops in den Scheunen laden ein zum Mitmachen und Entdecken. In typisch roten skandinavischen Holzhäusern werden Speisen und Getränke ebenso wie Kunst- und Designhandwerk angeboten.

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Malerisch: Das NORDEN – The Nordic Arts Festival direkt an der Schlei (Foto: Lucas Martens/Norden Festival)

Eine Plattform für Künstler:innen

Nach der Premiere im vergangenen Jahr haben die Veranstalter auf vielfachen Wunsch das Format NORDPOP weiterentwickelt – sozusagen ein Festival im Festival. NORDPOP22 bringt bekannte Musiker:innen mit Newcomer:innen aus Norddeutschland zusammen und bietet eine Plattform, um sich untereinander auszutauschen. Die Sterne, Cäthe, Husten und viele mehr werden auf den Bühnen auf den Königswiesen begeistern. In diesem Jahr sind erstmalig auch Künstler:innen aus den Niederlanden zu Gast auf dem NORDEN. Der Rapper Anoki sowie die Band The Cool Quest spielen am zweiten Festivalwochenende. Auch aus dem Baltikum und Skandinavien sind namenhafte Künstler:innen dabei.


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#impfenschützt: Ein Aufruf der Musikszene

Die Ärzte, Sarah Connor, Max Herre, Jan Delay, Thees Uhlmann … diese Aufzählung ließe sich beliebig verlängern: Viele Künstler:innen, Veranstalter:innen und Konzertlocations haben unter #impfenschützt eine gemeinsame Impfkampagne gestartet

Text: Felix Willeke

 

„Wir als Band haben uns entschieden, uns impfen zu lassen“, schreiben Die Ärzte in ihrem Statement auf der eigenen Homepage. Der Hashtag #impfenschützt trended seit ein paar Tagen auf Instagram und Facebook. Mit der Impfkampagne rufen Musikgrößen aus Hamburg und ganz Deutschland dazu auf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Neben den Ärzten sind auch Bernd Begemann, Jan Delay, Thees Uhlmann, Miu, Sarah Connor, Howard Carpendale, Max Herre, Peter Maffay und Bands wie Element of Crime, Deichkind, Tocotronic, Einstürzende Neubauten, BAP, Madsen, Mia, Die Toten Hosen, Beatsteaks, Frittenbude, die Sterne und Silbermond mit dabei.

Dazu gesellten sich zudem Festivals und Spielstätten in Deutschland und Österreich. Gemeinsam hoffen sie mit der Aktion auf das, was auch die Ärzte am Schluss ihres Statements schreiben: „Damit das Leben weitergeht“.


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Sommer in Altona – Zappeln im Zelt

Festival mit Hippie-Charme am Nobistor.

Sommerzeit ist traditionell Festivalzeit, und in dieser Zeit sticht der „Sommer in Altona“ aus dem Meer von Festivals allein schon in optischer Hinsicht heraus. Ab Ende Juli verwandelt sich der Park am Nobistor für vier Wochen wieder in einen großen Zirkus, denn der Schauplatz des „Sommer in Altona“ ist keine gewöhnliche Bühne, sondern ein Zirkuszelt. Akrobatik und Zauberei werden dort zwar nicht im eigentlichen Sinne zur Schau gestellt – allerdings sorgen dafür nationale und internationale Pop-Künstler für akrobatische Gesangseinlagen und Sprachzauber in (hoffentlich) warmen Sommernächten. Im Herzen Hamburgs, nicht weit von Kiez, Hafen und Reeperbahn entfernt, stehen dann insgesamt 20 hochkarätige Kulturveranstaltungen auf dem Programm. Das Hauptaugenmerk liegt dabei wieder auf der Konzertreihe.

Den Anfang des sehenswerten Line-ups machen am 28. Juli die Briten von Deaf Havana, deren jüngste Platte „All These Countless Nights“ Platz fünf der britischen Charts erreichte und auch in Deutschland für Aufsehen sorgte, wie die fast ausverkaufte Deutschland-Tour im vergangenen Frühjahr und Herbst demonstrierte. Am 31. Juli folgt der Singer-Songwriter Moritz Krämer mit seiner Band. Im August folgen weitere Schmankerl wie die Berliner Künstlerin Amanda, die in ihrer Musik Rap, Soul und Pop verbindet sowie die Singer-­Songwriterin Madeline Juno, die letztes Jahr ihr erstes deutsch­sprachiges Album veröffentlichte und die Hamburger-Schule-­Heroen Die Sterne. Außerdem: Mount Kimbie, Yo La Tengo, The Dead South und lilly among clouds & Tex sowie Lesungen von SICK – Shore, Stein, Papier. So wie es sich für ein Fes­tival gehört, ist in Form von Getränkeständen und Food-Trucks natürlich auch für kulinarische Verpflegung und Biergarten-Atmosphäre gesorgt.

Text: Ulrich Thiele
Beitragsbild: Alexander Schliephake

27.7.-31.8.2018; www.sommerinaltona.de

Ihr habt noch kein Ticket?
Dann hier entlang 👉 www.szene-hamburg.reservix.de

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2018. Das Magazin ist seit dem 29. Juni 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 



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