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Restauranttest: Hui Cookshop

Chinesisches Streetfood auf St. Pauli: Der Hui Cookshop

Der Kiez entwickelt sich immer mehr zum kuli­narischen Mekka. Be­sonders in der Clemens-­Schultz­- und Paul-­Roosen-­Straße sprie­ßen regelmäßig neue Bars und Restaurants hervor. Seit März ist der chinesische Cookshop Hui mit von der Partie. Coro­na-­bedingt wurde kurz nach Eröffnung komplett auf Liefe­rung umgestellt. Seit ein paar Wochen sind Gäste wieder vor Ort. Und sie kommen zahl­reich.

An diesem Donners­tag beobachten wir mehrfach, dass Leute kehrtmachen, weil die circa 15 Plätze, zwei Tische vor der Tür mitgerechnet, be­reits besetzt sind. Der kleine Laden mit offener Küche, der an ein Deli erinnert, lädt aller­dings auch nicht zum stunden­langen Verweilen ein. Hier gibt es hervorragendes chinesisches Streetfood, das an stylishen wei­ßen Kacheltischen auf kleinen Hockern genossen wird.

Chinesisches Streetfood im Hui Cookshop (Foto: Ole Masch)

Auf der übersichtlichen Karte, mit Kreide an die Wand geschrie­ben, sind vegane und fleischliebende Menschen gleichermaßen bedacht. Die saftigen Shiitake Dumplings mit süß­saurer Soße (6 Euro) verpassen die volle Um­ami­-Schelle und sind das Vor­speisen-Highlight. Reis Bowls hauen dagegen schon länger nicht vom Hocker, doch unserer fängt mindestens zu wackeln an. Mit Süßkartoffeln, Kimchi und Gemüse der Saison (8,50 Euro), sind vor allem die ein­gelegten Radieschen der Hit.

Die aromatische Erdnuss­-Nu­delsuppe mit reichlich chine­sischen Morcheln, Chinakohl, Gurke und veganem Hack (8 Euro) zeigt ebenfalls, dass hier kein Nullachtfuffzehn­-Asiate aufgemacht hat. Viel mehr ein perfekter Ort für den Start in den Abend. Mit leichtem Din­ner, um sich danach, auch wegen des Verzichts auf alkoholischen Getränkeausschank, in die Bars nebenan zu stürzen. / Ole Masch

Hui Cookshop
Paul-Roosen-Straße 12 (St. Pauli),
Telefon 0151 75 60 65 51, Mo– Fr 12–21, Sa 16–21.30 Uhr 


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SomeDimSum – Lecker, laut, voll

In der Weidenallee in Eimsbüttel verbindet dieses asiatische Restaurant Teigtaschentradition (Dumplings) mit gelungenen Fleisch- und Gemüse-Neukreationen.

Hui … ist das voll hier. Zum Glück haben wir reserviert. Als wir uns setzen, merken wir: es ist nicht nur voll, es ist auch eng. Und laut. Vielleicht ein Anfängerfehler des sehr jungen Restaurants in der Weidenallee – zumindest verzeihen wir es schnell, denn die Bedienung ist unverschämt reizend. Wir bestellen bei ihr zur Kühlung der erhitzten Köpfe schnell zwei Bier (Ratsherrn Pils für 3,50 Euro und Pale Ale für 3,80 Euro). Das geht runter wie Öl und passt zum Studium der erfreulich übersichtlichen Speisekarte. SomeDimSum bietet Plates (kleine Vorspeisen), vegetarische Nudeln und Dumplings (kleine Teigtaschen) mit herausragend klingenden Füllungen an. Letztere kann man gebraten oder gedämpft bestellen und hat die Wahl zwischen vegetarischem oder karnivorischem Innenleben. So ordern wir erst mal zwei „Kleine Köstlichkeiten“ aka Plates: Oma He’s Schweinebauch (4,90 Euro) und Pickled Cucumber (3,90 Euro) sowie die erste Runde Dumplings. Für 4,90 Euro bekommen wir je drei Teigtaschen à la Duck Delight (Ente und Wasserkastanie), Thai-Curry (Süßkartoffel und Lauchzwiebel) und Teriyaki-Beef (Rind mit geschmorten Zwiebeln).

Bis auf die Plates sind wir rundum glücklich – ein bisschen ängstlich vielleicht, dass der zweite Gang auf sich warten lassen wird, denn der Service müht sich zu zweit an etwa 90 Gästen ab. Also schnell dumplingmäßig nachgelegt mit Vegan Tofu (Glasnudeln, China- kohl und Shiitake), Spicy Backyard (Glasnudeln, Gewürztofu und Backyard-Spice) und BBQ-Pork (Überraschung: Schwein mit BBQ-Mix) – ziemlich gut. Dazu noch mal eine Runde Bier (Pluspunkt: die Auswahl passt zum Futterangebot). Und bis das Essen kommt? Die Wartezeit lässt sich sonst mit guten Gesprächen überbrücken – hier geht das gesprochene Wort leider konsequent über die halbe Tischlänge verloren. Also lieber zuprosten und verliebt gucken.

Der Nachbartisch ist nicht ganz so geduldig und fängt bald an zu mosern, da kommt zumindest unsere zweite Runde. Danach sind wir vollkommen gesättigt. Der hochgepriesene Cheesecake-Schaum muss noch reinpassen, tut er auch. Schmeckt aber nicht. Schade eigentlich, denn die Selbsteinschätzung auf der Karte stimmte schon beim „wahnsinnig leckeren“ Gurkensalat so gar nicht. Es war trotzdem ein geschmackvoller Abend. Die frische Vorwinterluft ist aber der bessere Nachtisch.

Text: Jenny V. Wirschky

Weidenallee 60 (Eimsbüttel), Telefon 41 12 51 11, Mo-Fr 12–15 und 17.30–22.30, Sa-So 14–22.30 Uhr; www.somedimsum.de


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2018. Das Magazin ist seit 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!