Beiträge

Nach der Ebbe kommt die Flut

Die britische Economist-Gruppe hat nach einem Jahr Pause wieder eine Rangliste der lebenswertesten Städte der Welt veröffentlicht. Der größte Verlierer dabei ist Hamburg – zu Unrecht.

Text: Felix Willeke

 

Im aktuellen Ranking verliert die Hansestadt 34 Plätze und landet nach Platz 13 im Jahr 2019 jetzt nur noch auf Rang 47. Unter den Top Ten liegen mit Ausnahme von Zürich und Genf Städte aus Japan, Australien und Neuseeland. Die Top drei sind Auckland, Osaka und Adelaide. Doch Hamburg hat gerade gegenüber diesen drei Städten große Vorteile.

Zum einen das Wetter: In Osaka und Adelaide steigen die Temperaturen im Sommer gerne über die 40-Grad-Marke, für Norddeutsche wäre das ein massiver Verlust an Lebensqualität. Denn Hamburg ist nicht umsonst stolz auf das mit Abstand schönste Grau der Welt am Himmel. Und Regen formt schließlich den Charakter.

 

Die gute Lage macht’s

 

Zum anderen gilt für Hamburg das, was viele Immobilienmakler:innen propagieren: Lage, Lage, Lage. Die Hansestadt hat mit der Nord- und Ostsee das Meer vor der Tür und dazu den schönsten Hafen. Hafen und Meer haben die Top drei zwar auch, doch der große Vorteil für Hamburg: Wir leben nicht gefährlich. Während Adelaide abwechselnd von Dürre und Überschwemmungen heimgesucht wird, schwappt in Hamburg die Elbe ab und zu über den Fischmarkt. Das ist den Norddeutschen maximal ein Schulterzucken wert. Osaka und Auckland liegen zudem auf dem pazifischen Feuerring, sind also von Vulkanen umgeben. In Hamburg bricht dagegen nichts so schnell aus, schließlich ist im Norden „Jo“ schon ein vollständiger Satz mit Subjekt, Prädikat und Objekt.

 

Den Aufstieg im Visier

 

Für seine Rangliste bewertet die Economist-Gruppe jährlich 140 Städte anhand von Faktoren wie dem Gesundheitssystem, der Bildung, der Kultur und Infrastruktur. Hinzu kommen soziale Sicherheit, politische Stabilität oder die Kriminalitätsrate. Alles Punkte, bei denen Hamburg eine positive Bilanz hat, erst recht bei der Kultur. Während es in Auckland und Adelaide schon seit langem keine Corona-Einschränkungen mehr gibt und die Kultur in voller Blüte steht, hatte Hamburg nicht nur durch den kalten Mai einen langsamen Start in den Frühling. Der Hamburger Kultursommer bringt die Hansestadt aber jetzt wieder nach vorne. Dazu sorgen die Hamburg European Open am Rothenbaum und der Sommerdom für Bewegung in der Stadt. Die Hamburger:innen sind also bereit. Das Überholen von 46 Städten ist für sie kein Problem, denn Aufsteigen können wir.


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Top 10 – Das sind unsere Highlights der Altonale21

Poeten im Park, Kunst im Schaufenster, Konzerte und Lesungen: Die Altonale21 verwandelt den Stadtteil in ein Kulturfestival – hier kommt unsere Top 10

Text: Anne Guttmann
Foto: Thomas Panzau

1) Altona macht auf! – 7. Juni

Auch in diesem Jahr wandeln die Bewohner ihre Balkone in kleine Bühnen um. Zu dem Thema „Worauf warten wir“ werden diese zu Sehnsuchtsfenstern, die sich öffnen und zeigen, was den Stadtteil ausmacht und beschäftigt: Wer sind wir? Wie leben wir zusammen? Worauf warten wir, unsere Zukunftspläne umzusetzen? Fragen, die performativ umgesetzt oder auch beantwortet werden.

Altona macht auf!: Unterschiedliche Orte und Uhrzeiten

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Stephan Weiss (@st_weiss) am


2) Fremder Reichtum – 12. Juni, 20:30 Uhr

An diesem Abend werden fünf Kurzfilme zum Thema Heimat gezeigt. Sie nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise von Deutschland nach Rio, Ghana, Kanada und Burkina Faso. Alle Filme versuchen, mit unterschiedliche Herangehensweisen das heutzutage wichtige und komplexe Thema auf ihre eigene Art zu präsentieren. Mal geht es um das Finden, mal um das Verlassen oder um die für jeden unterschiedliche Bedeutung von Heimat.

Fremder Reichtum: Christianskirche


 3) Kill Strings – 7. Juni, 17 Uhr

Die Post-Grunge-Band fällt nicht nur durch lauten Sound auf, sondern auch durch ihr soziales Engagement. Anfang des Jahres spielte die Band bereits ein Konert im Uebel und Gefährlich und versprach einen kostenlosen Auftritt für Obdachlose. Dieser wird nun bei der Altonale mit der Unterstützung von Basis & Woge e.V. stattfinden. Auch mit dabei: The Girls & The Ghost und Roods & Reeds.

Kill Strings: Bühne am Festivalzentrum

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von KILL STRINGS (@killstrings) am


4) Ebbe und Flut – 31. Mai, 22:30 Uhr

Die Company „But I Fly Dance“ unter der Leitung der Choreografin Fiona Gordon gestaltet gemeinsam mit der Poetry-Slammerin Anna Wessel sowie dem Videokünstler Alex Grimm einen Abend unter dem Motto „Reichtum in Hamburg“. Die Performance thematisiert Armut, um mit Kunst Ungleichheiten zu überwinden.

Ebbe und Flut: Platz der Republik


5) Kunst im Schaufenster – 2. Juni, 15 Uhr

Ganz Altona wird auch in diesem Jahr wieder in eine große Galerie verwandelt. 53 Läden stellen ihre Schaufenster während des Festivals Kunstschaffenden zu Verfügung, damit sie dort ihre Werke präsentieren können: Von Recycling über Ungleichheit in der Gesellschaft bis zu neuen Ideen unserer Zeit – Themen, mit denen sich die Künste auseinandersetzen. Zudem veranstaltet Chrisdian Wittenburg vom Künstlerhaus Frise Rundgänge zu ausgewählten Schaufenstern.

Kunst im Schaufenster: Ottenser Hauptstraße 10


6) Guru Dudus Silent Disco Walking Tours – 2. Juni, 17 Uhr

Eine Gruppe Menschen tanzt wild im selben Takt, bewegt sich plötzlich in eine unvorhersehbare Richtung und lacht gemeinsam laut los. So sieht es aus, wenn der Melbourner Komiker David Naylor als Guru Dudu bei seinen englischsprachigen Führungen den Teilnehmern über Kopfhörer einheizt. Zu Hits der 70er, 80er und 90er Jahre führt er sie durch Altona, erzählt Wissenswertes über den Stadtteil und bringt die Leute in flashmobartigen Aktionen zusammen.

Guru Dudus Silent Disco Walking Tours: Altonaer Museum

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Guru Dudu (@gurududu) am


7) Literaturnachmittag mit Jubiläum – 15. Juni, 14 Uhr

Im Rahmen der Altonale feiert der Verlag Ellert und Richter sein 40-jähriges Bestehen. Dazu laden sie in ihren Hof, zu einem Nachmittag voller Lesungen begleitet von Gitarrenmusik. Zehn Autoren des Verlags lesen aus ihren Büchern die unterschiedlichsten Geschichten – von Romanen aus der Region über Krimis bis hin zu Ratgebern ist alles dabei.

Literaturnachmittag mit Jubiläum: Borselstraße 16c


8) Poeten im Park – 2. Juni, 12 Uhr

Bei einem geführten Spaziergang durch den Jenischpark kann man den Sommer literarisch genießen. Hier lesen an drei Orten die Autoren Dagrun Hintze, Regina Pichler und Michael Weins aus ihren Büchern. Dazu gibt es bei hinreißendem Elbblick interessante Fakten zum Park von der Moderatorin Friederike Moldenhauer.

Poeten im Park: Baron-Voght-Straße 50

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Margaret (@passifloa) am


9) Designgift Open Air – 15.-16. Juni

Auf dem Markt präsentieren ausgewählte Aussteller Mode, Schmuck und Dekorationsartikel sowie kulinarische Highlights. Sie alle müssen den von der Altonale festgelegten Richtlinien in Bezug auf Nachhaltigkeit gerecht werden. Kleine Unternehmen mit besonderen Produkten aus Deutschland und darüber hinaus haben hier ihre Plattform.

Designgift Open Air: Bahrenfelder Straße


10) VVisionair – 15.-16. Juni

Zero Waste, alternative Mobilität, Upcycling, eine liebenswerte Gesellschaft – Themen, die eine Dringlichkeit haben und voran getrieben werden sollten. Auf der Christianswiese werden an Infoständen, bei Aktionen und Workshops neue Ideen und Visionen demonstriert, die helfen könnten, dass unsere Gegenwart zukunftstauglich wird.

VVisionair: Christianswiese

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von altonale vvisionAIR (@vvisionair) am


Szene-Hamburg-juni-2019 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2019. Das Magazin ist seit dem 25. Mai 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?