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Musik ohne Grenzen: klub katarakt

Das internationale Festival für experimentelle Musik auf Kampnagel lädt auch 2022 seine Besucher:innen ein, neue Klänge zu entdecken

Text: Rosa Krohn

 

Klub katarakt auf Kampnagel steht für experimentelle Musik, die sich nicht nur einem Nischenpublikum, sondern allen erschließen und öffnen soll – unabhängig von Alter, Herkunft und musikalischem Fachwissen. Zurückzuführen ist der Name des internationalen Festivals für experimentelle Musik auf einen Verein von Kompositionstudierenden der Hamburger Musikhochschule. Er wurde 1992 zum Zweck der Aufführung ihrer Stücke an fachfremden Orten – oft in Spielstätten der Club- und Rockszene – gegründet. Im Januar findet nun schon die 17. Ausgabe des Festivals statt, das seit 2009 auf Kampnagel veranstaltet wird. Schwerpunkte sind dieses Mal raumbezogene Musik sowie langgehaltene Klänge.

 

Von Elektro bis Percussion

 

Das Festival wird am 19. Januar von der elektroakustischen Band Lange// Berweck//Lorenz eröffnet. Das 2014 gegründete Trio hat es sich neben der Mitarbeit an neuen Projekten zu eigen gemacht, elektronische Werke aus der Vergangenheit zu restaurieren und sie auf der Bühne neu zum Leben zu erwecken. Weitere Höhepunkte in den darauffolgenden drei Festivaltagen sind Auftritte wie der des Perkussionisten Gustavo Costa und des Gitarrenensembles The Interstring Project. Nach der nicht selten kitschigen traditionellen Weihnachtsmusik, heißt es also Mitte Januar auf Kampnagel: Ohren und Geist öffnen für die vielseitige, unendlich weite Welt der Klänge.

19. – 22. Januar 2022; kampnagel.de
Das Festival findet als 2G-Plus-Veranstaltung statt.

Hier gibt‘s den Trailer zum klub katarakt-Festival 2022:


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2022. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Klub Katarakt – Spannung durch Sprengung

Marktorientierung machen andere: Das Internationale Festival für Experimentelle Musik präsentiert auf Kampnagel Kunst unangestrengt, offen, zugänglich.

Experimente kann jeder, sie der breiten Masse schmackhaft machen wird schon schwieriger. Den Machern des Hamburger Festivals klub katarakt gelingt genau das seit nunmehr zwölf Jahren. Musikalische Wagnisse werden von ihnen dermaßen spannend gestaltet, dass damit mehr als nur ein Fach- und Nerd-Publikum angesprochen werden. Die teilnehmenden Künstler: Größen ihres Genres. Die allgemeine Festivalatmosphäre: offen, spannend wie entspannend.

1992 von Kompositionsstudenten der Hamburger Musikhochschule als Verein katarakt gegründet, damit die Kompositionen der Mitglieder auch außerhalb der Hochschule aufgeführt werden konnten, entstand 2005 erstmals das gleichnamige Festival. Bisherige Gastkünstler mit Porträtkonzerten, Vorträgen und Präsentationen waren u. a. Marc Sabat, Gerard Pape, Marko Ciciliani, Christian Wolff, Alvin Lucier und Charles Curtis. Auch Hamburger Komponisten werden regelmäßig vorgestellt, diese Ausgabe des Festivals bietet etwa Alexander Schubert eine Bühne.

Höhepunkte beim diesjährigen klub katarakt gibt es gleich zu Beginn mit der Konzertinstallation, die das Schweizer Insub Meta Orchestra in Zusammenarbeit mit der künstlerischen Leitung vom klub katarakt in einem vorausgehenden Arbeitsprozess präsentieren wird. Hierbei geht es auch um neue Formen der Musikvorführung, etwa die Auflösung von festen Plätzen und das Zusammenfinden von immer neuen Gruppierungen an unterschiedlichen Orten. Am zweiten Festivaltag folgt dann Alexander Schubert mit der Erstaufführung seines einstündigen Werks „Supramodal Parser“. Musikalisch und szenisch erinnert hierbei alles an die Techno- und Ravekultur: Keine Stuhlreihen, keine Bühne, stattdessen eine Kulisse wie ein Club, in dem das israelische Ensemble Nikel und die Hamburger Sängerin Mohna die Klangästhetik bestimmen. Die Sprengung der typischen Konzertformen in Vollendung. Tag drei steht dann ganz im Zeichen der Blechbläser. Das Tubisten-Trio Microtub und die drei Trompeterinnen, die sich zusammen Tritop nennen, treten auf. Und am vierten und letzten Festivaltag gibt es noch die „Lange Nacht“ mit allerhand Erst- und Uraufführungen aus der Hamburger Szene sowie die abschließende Party mit Nikae und F#X.

Text: Erik Brandt-Höge 

Beitragsbild: Jamasp Jhabvala

Kampnagel
17.–20.1.18

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2018. Das Magazin ist seit 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!