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Junge Malerei bei Feinkunst Krüger

Wo junge Malerei beginnt: Charmanter Feinkunst-Krüger-Coup mit den Deichtorhallen Hamburg

Text: Sabine Danek

 

Schon der Titel lässt einen glücklich lächeln. „Heute ist morgen schon vorbei“ heißt die Schau bei Feinkunst Krüger, die augenzwinkernd Bezug auf die Wander-Ausstellung „Jetzt!“ nimmt, die in den Deichtorhallen eröffnet wird. Nach Stationen in Bonn, Chemnitz und Wiesbaden wird dort „Junge Malerei in Deutschland“ gezeigt und zwar gleich 50 aktuelle Positionen.

 

Der Weg der jungen Kunst

 

Weil junge Künstler ihren Weg aber in der Regel in Galerien starten, in Off-Räumen und Studios, bevor sie von Museen entdeckt werden, hat Feinkunst Krüger sich etwas überlegt. Gemeinsam mit den Künstlern Stefan Vogel und Sebastian Gögel hat die Galerie 22 der jungen Maler, die in den Deichtorhallen zu sehen sind, zu einer zusätzlichen Galerie-Ausstellung eingeladen und macht folgenden Vorschlag: Am 8.2. zur Eröffnung zu Feinkunst Krüger kommen, am 13.2. zur Eröffnung der tollen Schau in die Deichtorhallen gehen – und dann bis zum 29.2. zu Feinkunst Krüger zurückkehren, um sein Lieblingsbild zu kaufen.

Ob von Viola Bittl, Dana Greiner, Sumi Kim, Moritz Schleime oder einem der vielen anderen jungen Künstler, die ja schließlich nicht allein von Luft, Liebe und Museumsausstellungen leben können. Macht Sinn!

Feinkunst Krüger: Heute ist morgen schon vorbei, Eröffnung: 8.2., 20 Uhr; Deichtorhallen: Jetzt! Junge Malerei in Deutschland, Eröffnung: 13.2., 19 Uhr


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15 Sekunden berühmt

Jim Avignon: Der einstige Maler der Technobewegung stellt seine ironisch-frechen Pop-Art-Werke bei Feinkunst Krüger aus.

Glaub man der Legende, strandete Jim Avignon irgendwann in den 80ern mit kaputter Karre in Avignon, schlug sich als Straßenkünstler durch, der Dalí-Motive auf das mittelalterliche Pflaster der Stadt pinselte und so nach und nach das Geld für die Autoreparatur zusammenkratzte. Seinen Namen bescherte ihm die Bruchlandung zusätzlich – und eine Karriere, die ihn zum Maler der Technobewegung machte, der die Trucks der Loveparade gestaltete und sich irgendwann im Kommerz verlor, wie er selbst im letzten Jahr auf einer Berliner Konferenz erzählte.

Längst hat Jim Avignon wieder auf seinen Weg zurückgefunden und pfeffert der Welt der hochheiligen Kunst mit frischem Elan seine kunterbunten, ironisch-frechen und erschwinglichen Arbeiten entgegen und unterbietet in dem Titel seiner neuesten Schau “Famous for 15 seconds” sogar noch Andy Warhol, der wie die Peanuts und Charlie Chaplin einer seiner Helden ist und 1968 proklamierte, dass in der Zukunft jeder für 15 Minuten berühmt sein würde. Doch der kannte das Internet noch nicht.

Heute geht ja alles in Internet-Lichtgeschwindigkeit voran, im Jim-Avignon-Speed quasi, der auch für diese Ausstellung bei Feinkunst Krüger alle Bilder neu gemalt hat und noch einen drauflegt. Neben seinen Pop-Art-Malereien, werden auch Objekte wie eine erschrocken blickende Weltkugel gezeigt, deren Kontinente und Weltmeere aus unendlich vielen Papierschnipseln bestehen und die dazu an einer schweren Eisenkette baumelt, die aus federleichter Pappe gebastelt ist. “Good Artists Go To The Museum, Bad Artists Go Everywhere”, heißt es bei Jim Avignon – und wir folgen ihm überall hin.

Text: Sabine Danek
Abbildung (Ausschnitt): Jim Avignon, Die erste Welt, 2015

Feinkunst Krüger
Kohlhöfen 8 (Neustadt)
Eröffnung: 11.4., 20 Uhr
Ausstellung bis 2.5.