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Hier gibt’s die besten Franzbrötchen in Hamburg

Das Glück besteht aus Zimt, Zucker, Plunderteig und hört auf den Namen Franzbrötchen. Frisch und noch warm aus dem Ofen haben wir es am liebsten: Hier bekommt ihr die besten Franzbrötchen der Stadt

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung, zuletzt aktualisiert 2020

 

Altes Mädchen

Ein Braugasthaus muss gutes Bier verkaufen – Ehrensache. Aber Franzbrötchen? Immer wieder sonntags könnt ihr euch im Alten Mädchen selbst von beidem überzeugen. Denn beim Frühschoppen landen hier die heißen Anwärter auf den Titel „Hamburgs bestes Franzbrötchen“ frisch aus der hauseigenen Backstube auf euren Tellern.

Altes Mädchen: Lagerstraße 28b (Sternschanze)

 

Bäckerei Braaker Mühle

Bäckerei Braaker MühleBei der Bäckerei Braaker Mühle werden Franzbrötchen-Puristen und Schokoliebhaber gleichermaßen glücklich: In dem knusprigen wie matschigen Plunder verbirgt sich je nach Wahl entweder die Geschmacksklassiker-Kombi aus Zimt und Zucker oder eine süße Versuchung aus bestem Kakao. Wir nehmen natürlich einfach beide!

Bäckerei Braaker Mühle: Barmbeker Straße 48 (Winterhude) 

 

Bäckerei Körner

Es heißt, über Geschmack lässt sich nicht streiten. Zum Glück braucht man das bei der Bäckerei Körner auch gar nicht, denn die dortige Franzbrötchen- Fangemeinde ist ziemlich groß und sich vor allem einig: Was hier als perfekte Fusion von butterigem, lockerem Teig und saftiger Füllung aus der Backstube kommt, ist absolute Spitzenklasse.

Bäckerei Körner: Blankeneser Landstraße 13 (Blankenese)

 

Berkenthiner Dorfbackstube

Auf den Wochenmärkten gibt es einige Delikatessen zu entdecken. Auf dem Goldbekmarkt sind das vor allem die fantastischen Franzbrötchen am Stand der Berkenthiner Dorfbackstube, besser bekannt als „Jürgen“. Die werden zwar – wir konnten es kaum glauben – in Lübeck hergestellt, können den guten Stücken aus Hamburg aber auf jeden Fall das Wasser reichen.

Berkenthiner Dorfbackstube: Wochenmarkt am Goldbekufer (Winterhude)

 

Café Luise

Im Café Luise wird noch wie zu Omas Zeiten gebacken: liebevoll per Hand und mit besten Zutaten. Kein Wunder, dass die Franzbrötchen dort nicht einfach nur gut sind, sondern sogar preisgekrönt! Hochwertige Butter bildet im saftigen Plunderteig die perfekte Harmonie mit Zimt und Zucker.

Café Luise: Erdkampsweg 12 (Fuhlsbüttel)

 

Café Reinhardt Bäckerei und Konditorei

Das Alstertal ist besonders im Frühling einen Besuch wert, Franzbrötchen-Fans reisen aber auch ganzjährig nach Poppenbüttel. Weil es dort – so sagt man – die besten der Stadt bei Reinhardt gibt. Dort könnt ihr in gemütlicher Atmosphäre den ganzen Tag frühstücken und es euch auf der Terrasse oder vor dem Kamin gut gehen lassen.

Café Reinhardt Bäckerei und Konditorei: Poppenbüttler Hauptstraße 37 (Poppenbüttel)

 

Die Kleine Konditorei

Nachhaltigkeit kann so gut schmecken! In der Kleinen Konditorei legt man nicht nur Wert auf die Qualität der Backwaren, sondern auch auf den schonenden Umgang mit der Umwelt. Die Franzbrötchen sind so schon ein Traum, ein gutes, grünes Gewissen lässt sie jedoch gleich noch besser munden. Dass dafür Menschen sonntags Schlange stehen, überrascht uns nicht wirklich.

Die Kleine Konditorei: Lutterothstraße 9–11 (Eimsbüttel)

 

Elbgold

Dass es bei Elbgold fantastischen Kaffee gibt, ist hinlänglich bekannt – die sagenhaften Franzbrötchen hingegen: Bis jetzt ein echter Geheimtipp! Fluffiger Teig trifft hier auf Zimt, Zucker und Butter und ergibt genau die richtige Konsistenz zwischen knusprig-karamellig und sabschig.

Elbgold: Lagerstraße 34c (Sternschanze)

Ihr Finkenwerder Bäcker

Wenn es mal auf eine Fahrradtour ins Alte Land verschlägt, sollte auf jeden Fall beim Finkenwerder Bäcker vorbeischauen. Zu nachtschlafender Zeit backt Besitzer Jan dort schön saftige Franzbrötchen sowie seine Eigenkreation, den Flensburger. Das ist ein weniger süßes Franzbrötchen mit Rosinen und Schmalz im Teig. Lecker!

Ihr Finkenwerder Bäcker: Steendiek 13 (Finkenwerder) 

Ludwig Daube

Daube blickt mittlerweile auf 130 Jahre Erfahrung im Backen von Franzbrötchen zurück – und diese Erfahrung schmeckt man: Mit genau dem richtigen Verhältnis aus Teig und Füllung sowie Zucker und Zimt kommen hier täglich echte Qualitätsbackwaren aus dem Ofen, so wie sie vielleicht sogar schon Oma genossen hat.

Ludwig Daube: Hamburger Straße 206 (Barmbek-Süd) 

 


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Appetit auf mehr? 

Finkenwerder – Heimat südlich der Elbe

Einmal Finkenwerder, immer Finkenwerder – so sagen es die Bewohner. Ein Stadtteil, der sich kaum verändert. Dazu bezahlbare Mieten und die weitläufige Natur vor der Tür – genug Gründe, sein Leben lang zu bleiben.

Mit einem leichten Stupser an die Kaimauer legt die Fähre am Anleger Finkenwerder an. Gischt spritzt hoch, das Boot schwankt leicht. Es piept und die Rampe für die Passagiere wird heruntergelassen, so wie jeden Tag, wenn das Schiff zur Halbinsel fährt. Bei Wind und Wetter, ob es stürmt oder schneit – die Linie 62 der Hadag legt an und ab. Heute scheint die Sonne, weshalb auch viele Touristen hier von Bord gehen und ein großer Teil der Passagiere schiebt sein Fahrrad vom Schiff. Eine Reise nach Finkenwerder ist nicht nur die günstigere Hafenrundfahrt – wie die Stadt Hamburg selber anpreist – am Ende landet man in einem kleinen Idyll, in dem die älteren Herrschaften tatsächlich noch Platt schnacken.

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Glücklich verwurzelt in Finkenwerder: Maren Barth- Schulz Julie Sawall, Lisa Schwenzitzki (v. l. n. r.).

Ein grüner, schon fast dörflich wirkender Stadtteil: ein Kreisel, eine Eisdiele, ein Supermarkt und ein paar kleinere Läden. Es ist fast wie in den Urlaub fahren. Auch weil gleich hinter dem Ortskern die weite Landschaft beginnt.

„Wir genießen das viele Grün und die Natur um und in Finkenwerder“, sagt Lisa Schwenzitzki. Die 20-Jährige lebt schon immer in dem Ort, ist hier zur Schule gegangen und auch seit Kindesbeinen an Mitglied bei der Finkenwarder Speeldeel, eine norddeutsche Folklore-Gruppe. Ebenso Maren Bart-Schulz (37) und Julie Sawall (18). An einem Tisch in ihrem Vereinshaus sitzend, erzählen sie von ihrer Heimat und sind sich einig: Für ein Kind ist es hier sehr schön aufzuwachsen. Höhlen bauen, auf Bäume klettern oder mit Inlineskates über die Kaimauer donnern, das alles sei hier immer noch möglich. Auf der einen Seite fließt die naturbelassene Süderelbe, auf der anderen Seite beginnt das Alte Land mit seinen Obstplantagen, das viele Touristen anlockt und die hier von den Einheimischen liebevoll „Blütenspanner“ genannt werden.

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Das Vereinshaus Finkenwarder Speeldeel.

Rund neun Millionen Passagiere befördert die Hadag jährlich mit ihren Fähren durch den Hamburger Hafen bis runter nach Teufelsbrück und Blankenese. Alleine auf der Strecke der Linie 62 bis nach Finkenwerder sind es 4,5 Millionen. Doch die meisten Besucher bleiben im Anlegerbereich oder fahren auf den Elbradwegen weiter. Der Ort selbst wird weitestgehend verschont. Rund 12.000 Menschen leben hier auf einer Fläche von etwa 19 Quadratkilometern. Neben kleinen Fachwerk- und Reetdachhäusern, alten, urig und maritim wirkenden Fischerhäuschen finden sich auch die für Hamburg typischen Rotklinker-Bauten. Doch über drei, maximal vier Stockwerke scheint hier kein Haus zu reichen.

Im naheliegenden Ottensen wohnen vergleichsweise dreimal so viele Menschen auf einem Sechstel der Fläche von Finkenwerder. Auch die Mietpreise könnten unterschiedlicher nicht sein. Kostet der kalte Quadratmeter im hippen Viertel durchschnittlich 14 Euro, zahlt der Finkenwerder um die 9 Euro. Zehn Minuten braucht die Fähre von Finkenwerder nach Ovelgönne, aber dazwischen liegen Welten.

Maren, die ihren kleinen Sohn auf dem Arm hält, wohnt direkt im Zentrum, nahe dem Anleger. Julie und Lisa wohnen im Ort, in der Nähe vom Airbus-Gelände. Der Stadtteil Finkenwerder hat zwar eher einen Dorfcharakter, „doch durch das Industriegelände nebenan, ist es auch sehr städtisch geprägt“, erzählt Maren, „Vorher war hier ein Fischereibetrieb.“ Dann gründete dort die Hamburger Flugzeugbau, ein Tochterunternehmen von Blohm und Voss, ihr Werk. Inzwischen hat Airbus das Gelände übernommen. Waren es im Jahr 2.000 noch knapp 8.000 Mitarbeiter, werkeln heute mehr Menschen auf dem Gelände, als in Finkenwerder leben – ein Dorf im Dorf.

Was den Stadtteil besonders schön zum Leben macht, ist der familiäre Zusammenhalt, das Heimatgefühl. Hier kennt man sich. „Der Markt ist nicht groß, es sind nur wenige Stände, aber wenn man dort hingeht, braucht man Stunden“, so Julie, „Man klönt einfach mit allen.“ Die 18-Jährige war gerade ein Jahr in Australien und erlebte dort das komplette Gegenteil. Als Backpacker hat sie auf ihrer Reise Menschen aus vielen verschiedene Nationen kennengelernt, die man hier im Ort nicht so geballt antreffe. Der Ort ist eher beständig, es gäbe zwar auch hin und wieder neue Gesichter, aber es bleibe alles beim Alten. Maren hat zwischenzeitlich für ein paar Jahre in Eimsbüttel gelebt, ist aber wieder zurückgekommen. Sie habe das Familiäre vermisst. „Nach fünf Jahren kannte ich gerade mal zwei meiner Nachbarn“, erinnert sie sich. „Wenn man hier aufgewachsen ist, dann bleibt man hier, oder kommt immer wieder zurück“, erklärt Lisa.

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Zuverlässig und fix: Rund zehn Minuten braucht die Fähre von Finkenwerder bis nach Altona.

Ursprünglich gehörte Finkenwerder zu den „richtigen“ Elbinseln, doch aufgrund zahlreicher Sturmfluten im 12. und 13. Jahrhundert begann man nach und nach mit dem Deichbau, wodurch die Landverbindungen geschaffen wurden. Die wichtigste Verbindung ist aber die Fähre. Während die Städter bei Sturm Verspätungen auf die unregelmäßig fahrenden Busse und Bahnen schieben können, fährt die Fähre verlässlich bei jedem Wetter. „Außer bei Packeis“, so Maren, „Dann müssen sich die Eisbrecher erst einen Weg durch die gefrorene Oberfläche bahnen und die Schollen beiseiteschieben.“

Auch ist die Fähre die Verbindung zum Nachtleben. Denn das ist hier so beschaulich wie alles andere und zum Tanzen geht es auf den Kiez. Im Ort treffe man sich auf ein paar Bierchen im Vereinshaus oder an den Elbufern zum Grillen. Ein beliebter Platz ist das Vorland beim Duckdalben im Gorch-Fock-Park, an dem der Sonnenuntergang besonders schön sei. Was nach einem guten Ort klingt, um heimlich zu knutschen, eignet sich tatsächlich weniger dafür. Viele Anwohner gehen dort abends spazieren. „Immer kommt irgendwer um die Ecke, der entweder meine Mutter oder meinen Vater kennt“, so Lisa, „dann weiß es schnell ganz Finkenwerder.“ Aber keine Sorge, heimlich geknutscht wird hier trotzdem.

Über den kleinen Kreisel in der Dorfmitte geht es zurück zum Anleger. Von der anderen Seite der Elbe sieht man schon das Schiff anfahren, dass sich durch das Wasser pflügt. Mit einem leichten Stupser legt die Fähre am Pier an und der Ponton schwangt. Es piepst und die Rampe wird heruntergelassen. Viele Touristen steigen wieder an Bord des Schiffes, mit Sack und Pack und natürlich den Fahrrädern. Ihre Tour ist vorbei und schon legt die Fähre ab und schippert zurück, rüber zur großen, hektischen Stadt.

Text & Fotos: Elena Ochoa Lamiño


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2018. Das Magazin ist seit dem 30. August 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


 

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