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A380 – in Hamburg sagt man Tschüss

Am 16. Dezember 2021 geht in Hamburg eine Ära zu Ende. Airbus liefert seinen letzten A380-Flieger aus

Text: Felix Willeke

 

Die Saga begann Ende der 1990er-Jahre. Die Stadt Hamburg beschloss, Teile des Mühlenberger Lochs bei Finkenwerder zuzuschütten. Die Begründung: „Der Alpha-Vogel“ kommt, wie Spiegel Online 2005 schrieb. Airbus plante schon länger den Bau des bis dato größten kommerziellen Passagierflugzeugs, auch bekannt als Airbus A380. Ein Teil der Fertigung und Auslieferung sollte auch am Werk in Hamburg-Finkenwerder passieren und dafür brauchte es mehr Platz – unter anderem für eine verlängerte Start- und Landebahn.

 

Der Trend geht zu kleineren Flugzeugen

 

2005 war es dann so weit, der Flieger mit der Kennung F-WWOW flog am 27. August 2005 erstmals über die Hansestadt. 2007 wurde dann der erste Flieger an Singapore Airlines als erste Fluggesellschaft übergeben. Mittlerweile sind die ersten dieser Flieger bereits auf dem Schrottplatz. Der Grund ist einfach: Ein Flugzeug mit bis zu 600 Plätzen – darunter teilweise Privatsuiten – ist nicht wirtschaftlich genug. Besonders im Zuge der Corona-Pandemie ist bei vielen Fluggesellschaften der Entschluss gereift, eher kleinere und sparsamere Maschinen einzusetzen. Airbus geht diesen Trend mit und lässt am 16. Dezember den letzten A380 ausliefern – an Emirates. Von Hamburg wird der Flieger voraussichtlich über die Nordsee in Richtung Großbritannien starten und dann sein Ziel ansteuern: Dubai.


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Zu Hause: So lebt es sich in Hamburgs Bezirken

In Hamburg leben fast zwei Millionen Menschen auf einer Fläche, die mehr als sieben Mal so groß ist wie die Stadt Paris. Es gibt also viele schöne Bezirke in denen es sich zu leben lohnt, wir stellen sie euch vor

Text: Andreas Daebeler

 

Hamburg kann urban, szenig und laut sein. Aber auch grün, beschaulich und verträumt. Hängt ganz davon ab, welchen der Bezirke man sich zum Wohnort wählt. Sieben gibt es davon. Die Gliederung besteht schon seit 1951. Und in den Bezirken gibt es 104 Stadtteile, die gleichmäßig verteilt sind. Auf der Gesamtfläche der Freien und Hansestadt Hamburg leben und wohnen aktuell rund 1,85 Millionen Menschen. Damit ist die Metropole an der Elbe nach Berlin die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Die Grenze zu Niedersachen und Schleswig-Holstein verläuft entlang 755 Quadratkilometern Stadtfläche. Und mitten durch fließt der Strom, der Hamburg so besonders macht

 

Bezirk Altona

 

Hamburg-Blankenese; Foto: iphotoclick/Pixabay

Hamburg-Blankenese; Foto: iphotoclick/Pixabay

Altona kann Altbau, Stuck und dicht geparkte Wohnstraße. Aber Altona kann auch moderne Architektur und autoarm – wie in der Mitte Altona. Der Bezirk, in dem rund 275.000 Menschen auf rund 78 Quadratkilometern leben und zu dem Villenviertel mit Elbblick ebenso gehören wie Hochhäuser in Lurup, bietet fraglos Abwechslung. Auf der Schanze wird gefeiert und gecornert, wenn nicht gerade eine Pandemie das verhindert. Andernorts geht’s eher beschaulich und bodenständig zu. Manchmal sogar ziemlich elitär, wie in Othmarschen.

Der grandiose Blick vom Altonaer Balkon ist nicht nur bei Touristen beliebt. Das Bahnhofsumfeld bietet mit dem Mercado und vielen kleinen Läden alles, was Shopping-Fans lieben. Schicke Bars gibt es ebenso wie urige Spelunken. Grün geht in Altona auch: Etwa im traumhaften Jenischpark mit dem Ernst Barlach Haus oder im Loki-Schmidt-Garten. Nicht zu vergessen das zauberhafte Blankenese mit seinem Treppenviertel. Im Schnitt leben die Menschen im Bezirk auf rund 80 Quadratmetern pro Wohnung, Kinder gibt es nur in jedem fünften Haushalt.

Das Schulterblatt im Schanzenviertel; Foto: Johanna Zobel

Das Schulterblatt im Schanzenviertel; Foto: Johanna Zobel

Urkundlich wurde Altona schon im 16. Jahrhundert erwähnt. Seit 1938 zählt die ehemalige Fischersiedlung zu Hamburg. Zuvor lag sie seit dem Dreißigjährigen Krieg unter dänischer Verwaltung. Fläche und Verlauf entsprechend weitestgehend dem Zustand kurz vor der Eingliederung in die Hansestadt. Seit den 1920er-Jahren verläuft der Bezirk mit seinen westlichen Elbvororten Blankenese, Nienstedten, Othmarschen und Rissen zu einem großen Teil entlang des Elbstrandes mit einem beeindruckenden Blick auf die Docks und den Strom.


Altona
Einwohner: 275.265
Fläche: 77,9 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 19,9 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 81,2 Quadratmeter
Pkw: 90.034
14 Stadtteile: Altona-Altstadt, Altona- Nord, Bahrenfeld, Blankenese, Groß Flottbek, Iserbrook, Lurup, Nienstedten, Osdorf, Othmarschen, Ottensen, Rissen, Sternschanze und Sülldorf, Elbstrand // Övelgönne


 

Bezirk Hamburg-Mitte

 

Gehört auch zu Hamburg-Mitte, das Watt um die Insel Neuwerk; Foto: inextremo96/pixabay

Gehört auch zu Hamburg-Mitte, das Watt um die Insel Neuwerk; Foto: inextremo96/pixabay

Ganz schön groß: Hamburg-Mitte ersteckt sich über satte 142 Quadratkilometer. Mehr Stadtteile hat kein anderer Hamburger Bezirk. Und schon gar keine Nordseeinsel. Zu Mitte hingegen werden das in der Elbmündung liegende Neuwerk sowie die bei Vogelkundlern bekannten Nigehörn und Scharhörn gerechnet. So ruhig wie auf Neuwerk mit seinen 30 Einwohnern geht es im restlichen Bezirk natürlich nicht zu.

Knapp 300.000 Menschen leben in den 19 Stadtteilen, die mit U- und S-Bahn weitgehend gut erschlossen sind und bei den Immobilienpreisen die gesamte Bandbreite anbieten. Während es in Wilhelmsburg so manche bezahlbare Geschosswohnung gibt, gehen für top-sanierte Altbauwohnungen in der City oder das Penthouse in der HafenCity schon mal Millionen über den Tisch. Bei Touristen ist der Bezirk ein Hotspot. Schließlich gehören sowohl die Shoppingmeile Mönckebergstraße als auch der Michel, die Landungsbrücken und die Reeperbahn hierher. Hamburg-Mitte hat reichlich Kultur zu bieten. Und das nicht nur auf dem Kiez auf St. Pauli, sondern auch ein paar Kilometer weiter östlich, wo im idyllischen Elbpark Entenwerder etwas das nachhaltige Festival Futur 2 sein Zuhause hat und nach Corona wieder haben soll.

Die Landungsbrücken in Hamburg-Mitte; Foto: Karsten Bergmann/Pixabay

Die Landungsbrücken in Hamburg-Mitte; Foto: Karsten Bergmann/Pixabay

Apropos Elbe: Die zieht sich quer durch den Bezirk, der als Wohnort vor allem Abwechslung bietet. Man nehme nur den scharfen Kontrast zwischen dem urbanen St. Georg, wo rund um den Hauptbahnhof in den Bars und Kneipen das Leben tobt, und dem immer noch dörflichen und verschlafenen Finkenwerder auf der anderen Seite des Stroms. Als besonders spannend gilt das einst verrufene Billstedt, das sich dank vieler sozialer Initiativen und Projekte immer mehr zu einer Perle mausert.


Hamburg-Mitte
Einwohner: 301.546
Fläche: 142,3 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 16,9 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 66,2 Quadratmeter
Pkw: 77.906
19 Stadtteile: Hamburg-Altstadt, Billbrook, Billstedt, Borgfelde, Finkenwerder, HafenCity, Hamm, Hammerbrook, Horn, Kleiner Grasbrook, Neustadt, Neuwerk (Exklave), Rothenburgsort, St. Georg, St. Pauli, Steinwerder, Veddel, Waltershof und Wilhelmsburg


 

Bezirk Wandsbek

 

Wandsbek mit viel Grün; Foto: AdobeStock/Gerckens Photo

Wandsbek mit viel Grün; Foto: AdobeStock/Gerckens Photo

Rund 440.000 Menschen wohnen in Wandsbek. Das sind mehr als in jedem anderen der sieben Hamburger Bezirke. Liegt nicht zuletzt daran, dass diese Verwaltungseinheit auch die Walddörfer umfasst, die schon seit dem Mittelalter zu Hamburg gehören. Zum Wohnen bietet Wandsbek so ziemlich alles.

In Duvenstedt etwa finden sich weitläufige Grundstücke mit großzügigen Einfamilienhäusern und charmante Reetdach-Katen. Es gibt sogar einen wöchentlicher Bauernmarkt. Rund um den Wandsbek Markt hingegen ist so richtig Großstadt angesagt. Es gibt jede Menge Geschäfte, Gastro und das Einkaufszentrum Quarree. Nicht weit entfernt ist Bramfeld, der bevölkerungsreichste Hamburger Stadtteil, der dicht bebaut ist. Dort wird nicht nur in den einst als Problemviertel gesehenen und heute sanierten Hochhäusern von Steilshoop gewohnt, sondern auch in kleinen Stadthäusern. Ein Beleg dafür, wie viel Abwechslung der Nordosten der Stadt bietet.

Es gibt insgesamt 18 Stadtteile, die sich über knapp 150 Quadratkilometer verteilen. Anerkannt als eigenständiger Teil Hamburgs ist Wandsbek erst seit knapp 70 Jahren. Durch die Bombenangriffe von 1943 wurde der Bezirk stark in Mitleidenschaft gezogen, das hat den Charakter geprägt. Nach dem Krieg musste vieles schnell wieder aufgebaut werden, denn die hier lebenden Arbeiter brauchten dringend Wohnungen. Vor allem Rahlstedt und Farmsen-Berne sind noch stark von Nachkriegs- bauten geprägt. Wenn man genau hinsieht, ist der Bezirk allerdings auch überdurchschnittlich grün. In Wandsbek gibt es drei Naturschutzgebiete, zwei Moore und etliche Parks.


Wandsbek
Einwohner: 441.015
Fläche: 147,5 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 19,7 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 83,6 Quadratmeter
Pkw: 173.270
18 Stadtteile: Bergstedt, Bramfeld, Duvenstedt, Eilbek, Farmsen-Berne, Hummelsbüttel, Jenfeld, Lemsahl-Mellingstedt, Marienthal, Poppenbüttel, Rahlstedt, Sasel, Steilshoop, Tonndorf, Volksdorf, Wandsbek, Wellingsbüttel und Wohldorf-Ohlstedt


 

Bezirk Hamburg-Nord

 

Mächtig was los auf der Alster; Foto: Erik Brandt-Höge

Mächtig was los auf der Alster; Foto: Erik Brandt-Höge

Mitten in der Stadt, jede Menge Schulen und Kitas, coole Restaurants, prima Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr – das ist der Bezirk Nord. Plus Alster. Die ist hier allgegenwärtig. Fließt an den funktionalen Backsteinbauten Fritz Schumachers ebenso vorbei wie an den Villen der Millionäre und Fußballprofis, die sich das schicke Eppendorf als Zuhause gewählt haben.

Im Zentrum des 58 Quadratkilometer großen Bezirks findet sich der Stadtpark mit seinen knapp 150 Hektar. Dort holt Hamburg Luft. Es gibt Spielplätze, Festwiesen, den Badesee, Grillplätze, botanische Anlagen und viel Gastro, wie etwa das Landhaus Walter mit seinem urigen Bluesclub. Die Stadtteile Eppendorf, Hoheluft und Winterhude mit ihrem vielen Jugendstil, den edlen Boutiquen, Cafés und dem grandiosen Holthusenbad gehören zu den gefragtesten und teuersten Wohngegenden Hamburgs. Barmbek war mal klassisches Arbeiterviertel, wird aber immer szeniger. Vor allem bei jungen Leuten ist der Stadtteil mit dem kultigen Kulturzentrum Kampnagel beliebt. Denn hier sind die Mieten noch halbwegs erschwinglich.

Das Goldbekhaus in Winterhude; Foto: Mona Dahme

Das Goldbekhaus in Winterhude; Foto: Mona Dahme

Das gilt noch mehr für die nördlichen Stadteile des Bezirks. Langenhorn und Fuhlsbüttel haben sich zudem einen dörflichen Charakter bewahrt. Und derzeit wird viel gebaut im Bezirk Nord. So etwa in Winterhude, wo mit dem Pergolenviertel ein ganzer Stadtteil mit 1.400 Wohnungen und nachhaltigem Konzept entsteht. In Eppendorf sind kleinere Flächen im Fokus, es wird vor allem nachverdichtet. Etwa im Bereich zwischen Salomon-Heine-Weg und Meenkwiese. Insgesamt leben derzeit etwas mehr als 300.000 Menschen im Bezirk Nord.


Nord
Einwohner: 314.595
Fläche: 157,8 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 14,1 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 68,7 Quadratmeter
Pkw: 98.690
13 Stadtteile: Alsterdorf, Barmbek-Nord, Barmbek-Süd, Dulsberg, Eppendorf, Fuhlsbüttel, Groß Borstel, Hohenfelde, Hoheluft- Ost, Langenhorn, Ohlsdorf, Uhlenhorst und Winterhude


 

Bezirk Eimsbüttel

 

Die Rombergstraße in Eimsbüttel; Foto: Ilona Lütje

Die Rombergstraße in Eimsbüttel; Foto: Ilona Lütje

Rund um die erst vor wenigen Jahren umgebaute Osterstraße schlägt das Herz von Eimsbüttel. Es gibt jede Menge Boutiquen, schnuckelige Cafés und eines der letzten großen Kaufhäuser. Der mit rund 50 Quadratkilometern kleinste Bezirk Hamburgs hat sich gemausert und zählt gerade bei jungen Menschen zu den beliebtesten Wohnorten in der Stadt. Kein Wunder, können die aktuell 265.000 Menschen, die in einem der neun Stadtteile leben, sich doch an vielen Parks, einem üppigen gastronomischen Angebot, vielen Schulen und Kitas sowie einer prima ausgebauten Infrastruktur mit Bundesstraßen und U-Bahn erfreuen.

In Eimsbüttel gibt es wohlhabende Ecken wie Rotherbaum und Harvestehude, aber auch alternative Viertel und reine Wohngebiete wie Stellingen und Schnelsen, wo die Mieten noch nicht ganz so stark angezogen haben wir etwa in den Altbauten zwischen Heußweg und Generalsviertel. Ein besonderer Hingucker sind die 60 Hochhäuser der Lenzsiedlung, die Mitte der 1970er-Jahre gebaut wurden. Damals waren die modernen Wohnungen begehrt. Dann folgte der Abstieg, doch dank sozialer Projekte und vergleichsweise günstiger Mieten ist das Quartier heute wieder angesagt.

Nicht weit entfernt, in Blickrichtung Hagenbeck, wird aktuell viel neu gebaut. Und auch die Planungen für die Umgestaltung des Beiersdorf-Geländes laufen. Zwischen Unnastraße und Quickbornstraße, wo heute noch die alte Konzernzentrale des Unternehmens Beiersdorf beheimatet ist, sollen voraussichtlich ab 2022 Wohnhäuser hochgezogen werden. 900 Wohnungen werden entstehen. Eimsbüttel, das seit 1894 zum Hamburger Stadtgebiet gehört, wächst also. Und vielleicht ziehen ja künftig auch mehr Familien zu, deren Anteil liegt bislang nur bei 16 Prozent.


Eimsbüttel
Einwohner: 267.053
Fläche: 49,8 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 16,6 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 76,3 Quadratmeter
Pkw: 90.082
9 Stadtteile: Eidelstedt, Eimsbüttel, Harvestehude, Hoheluft-West, Lokstedt, Niendorf, Rotherbaum, Schnelsen und Stellingen


 

Bezirk Bergedorf

 

Curslack im Bezirk Bergedorf, Foto: AdobeStock/NEWSundART

Curslack im Bezirk Bergedorf, Foto: AdobeStock/NEWSundART

Bergedorf ist grün. Und Bergedorf ist blau. An Natur mangelt es in Hamburgs Osten mit seine Wäldern, Seen und der verträumten Dove Elbe wahrlich nicht. Der Bezirk im Südosten der Hansestadt ist auf der Höhe der Zeit und atmet trotzdem Geschichte. Auf knapp 155 Quadratkilometern haben rund 130.000 Menschen ihr Zu- hause. Sie leben in ländlicher Idylle oder im Stadtteil Bergedorf, der geschäftig ist und viel zu bieten hat – etwa einen Besuch der ältesten Gaststätte Hamburgs, Ausflüge zum einzigen Schloss Hamburgs und zur restaurierten Mühle. Relaxen im Bille-Park und auf eine Shoppingtour in die beliebte Einkaufsstraße Sachsentor. Theater, Kunst und das überregional bekannte Kulturzentrum LOLA – das alles ist Bergedorf, das als vergleichsweise modern durchgehen darf.

Das historische Zentrum von Bergedorf; Foto: Monika Schroeder/Pixabay

Das historische Zentrum von Bergedorf; Foto: Monika Schroeder/Pixabay

Denn in dem Bezirk leben überdurchschnittlich viele junge Erwachsene und unterdurchschnittlich wenig Bürger über 65 Jahre. Das liegt vielleicht auch an der Melange aus viel Natur und dennoch der Nähe zur Metropole. Die Hamburger Innenstadt ist nur zehn S- Bahn-Minuten entfernt, obwohl die Bergedorfer von Äckern und Wäldern umgeben sind. Für coole Kultur muss aber niemand unbedingt in die City reisen. Die drei Kilometer nach Allermöhe etwa tun es zuweilen auch. Dort pilgern im Sommer viele zum Eichbaumsee, um das Festival Wutzrock zu besuchen. Wenn sie nicht grad mit dem Fahrrad am Moorfleeter Deich unterwegs sind. Oder im zauberhaften Kirchwerder.


Bergedorf
Einwohner: 130.260
Fläche: 154,7 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 22,1 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 83,6 Quadratmeter
Pkw: 50.878
14 Stadtteile: Allermöhe, Altengamme, Bergedorf, Billwerder, Curslack, Kirchwerder, Lohbrügge, Moorfleet, Neuallermöhe, Neuengamme, Ochsenwerder, Reitbrook, Spadenland und Tatenberg


 

Bezirk Harburg

 

Harburg Palmspeicher; Foto: Jan Kornstädt/Hamburg Mediaserver

Harburg Palmspeicher; Foto: Jan Kornstädt/Hamburg Mediaserver

Der Bezirk Harburg hat 17 Stadtteile – und einen Hafen. Einen eigenen wohlgemerkt, da legen die Menschen hier Wert drauf. Zwar nicht so groß wie der Hamburger, dafür aber sehr beschaulich. Und einst Heimat für den 2017 verstorbenen Country-Sänger und Lebemann Gunter Gabriel. Der hatte hier sein ziemlich runtergewirtschaftetes Hausboot liegen, bevor Fynn Kliemann und Olli Schulz sich entschieden, auf dem Kahn klar Schiff zu machen.

Rund um den Binnenhafen hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Es gibt interessante Wohnprojekte, viele Gebäude wurden dem Denkmalschutz entsprechend saniert. Und Firmen haben sich angesiedelt. Geht es um Gewerbe, ist Harburg eh ein Hotspot. Beiersdorf ist in Hausbruch vertreten, die zur Continental gehörenden Phoenix Gummiwerke im Stadtteil Harburg. Und auch die Carlsberg-Brauerei ist seit 2019 im Bezirk beheimatet. Harburg ist mit einer guten Verkehrsanbindung ausgestattet, hat eine eigene Universität mit angeschlossener Bibliothek und nicht zuletzt den Elbcampus, ein Bildungszentrum der Handwerkskammer Hamburg.

Knapp 170.000 Menschen leben mittlerweile im knapp 125 Quadratkilometer großen Bezirk, zu dem ländlichere Gebiete wie Neugraben-Fischbek und Marmstorf gehören. Auch das als Tor zum Alten Land geltende Cranz ist noch Teil der Verwaltungsgemeinschaft. Im Gegensatz zu den urbanen Stadtteilen wie Harburg-City gibt es hier noch Hofläden, Obstplantagen und Fachwerk zu sehen.


Harburg
Einwohner: 169.426
Fläche: 125 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 29,2 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 77,5 Quadratmeter
Pkw: 56.389
17 Stadtteile: Altenwerder, Cranz, Eißendorf, Francop, Gut Moor, Harburg, Hausbruch, Heimfeld, Langenbek, Marmstorf, Moorburg, Neuenfelde, Neugraben-Fischbek, Neuland, Rönneburg, Sinstorf und Wilstorf


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Hier gibt’s die besten Franzbrötchen in Hamburg

Das Glück besteht aus Zimt, Zucker, Plunderteig und hört auf den Namen Franzbrötchen. Frisch und noch warm aus dem Ofen haben wir es am liebsten: Hier bekommt ihr die besten Franzbrötchen der Stadt

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung, zuletzt aktualisiert 2020

 

Altes Mädchen

Ein Braugasthaus muss gutes Bier verkaufen – Ehrensache. Aber Franzbrötchen? Immer wieder sonntags könnt ihr euch im Alten Mädchen selbst von beidem überzeugen. Denn beim Frühschoppen landen hier die heißen Anwärter auf den Titel „Hamburgs bestes Franzbrötchen“ frisch aus der hauseigenen Backstube auf euren Tellern.

Altes Mädchen: Lagerstraße 28b (Sternschanze)

 

Bäckerei Braaker Mühle

Bäckerei Braaker MühleBei der Bäckerei Braaker Mühle werden Franzbrötchen-Puristen und Schokoliebhaber gleichermaßen glücklich: In dem knusprigen wie matschigen Plunder verbirgt sich je nach Wahl entweder die Geschmacksklassiker-Kombi aus Zimt und Zucker oder eine süße Versuchung aus bestem Kakao. Wir nehmen natürlich einfach beide!

Bäckerei Braaker Mühle: Barmbeker Straße 48 (Winterhude) 

 

Bäckerei Körner

Es heißt, über Geschmack lässt sich nicht streiten. Zum Glück braucht man das bei der Bäckerei Körner auch gar nicht, denn die dortige Franzbrötchen- Fangemeinde ist ziemlich groß und sich vor allem einig: Was hier als perfekte Fusion von butterigem, lockerem Teig und saftiger Füllung aus der Backstube kommt, ist absolute Spitzenklasse.

Bäckerei Körner: Blankeneser Landstraße 13 (Blankenese)

 

Berkenthiner Dorfbackstube

Auf den Wochenmärkten gibt es einige Delikatessen zu entdecken. Auf dem Goldbekmarkt sind das vor allem die fantastischen Franzbrötchen am Stand der Berkenthiner Dorfbackstube, besser bekannt als „Jürgen“. Die werden zwar – wir konnten es kaum glauben – in Lübeck hergestellt, können den guten Stücken aus Hamburg aber auf jeden Fall das Wasser reichen.

Berkenthiner Dorfbackstube: Wochenmarkt am Goldbekufer (Winterhude)

 

Café Luise

Im Café Luise wird noch wie zu Omas Zeiten gebacken: liebevoll per Hand und mit besten Zutaten. Kein Wunder, dass die Franzbrötchen dort nicht einfach nur gut sind, sondern sogar preisgekrönt! Hochwertige Butter bildet im saftigen Plunderteig die perfekte Harmonie mit Zimt und Zucker.

Café Luise: Erdkampsweg 12 (Fuhlsbüttel)

 

Café Reinhardt Bäckerei und Konditorei

Das Alstertal ist besonders im Frühling einen Besuch wert, Franzbrötchen-Fans reisen aber auch ganzjährig nach Poppenbüttel. Weil es dort – so sagt man – die besten der Stadt bei Reinhardt gibt. Dort könnt ihr in gemütlicher Atmosphäre den ganzen Tag frühstücken und es euch auf der Terrasse oder vor dem Kamin gut gehen lassen.

Café Reinhardt Bäckerei und Konditorei: Poppenbüttler Hauptstraße 37 (Poppenbüttel)

 

Die Kleine Konditorei

Nachhaltigkeit kann so gut schmecken! In der Kleinen Konditorei legt man nicht nur Wert auf die Qualität der Backwaren, sondern auch auf den schonenden Umgang mit der Umwelt. Die Franzbrötchen sind so schon ein Traum, ein gutes, grünes Gewissen lässt sie jedoch gleich noch besser munden. Dass dafür Menschen sonntags Schlange stehen, überrascht uns nicht wirklich.

Die Kleine Konditorei: Lutterothstraße 9–11 (Eimsbüttel)

 

Elbgold

Dass es bei Elbgold fantastischen Kaffee gibt, ist hinlänglich bekannt – die sagenhaften Franzbrötchen hingegen: Bis jetzt ein echter Geheimtipp! Fluffiger Teig trifft hier auf Zimt, Zucker und Butter und ergibt genau die richtige Konsistenz zwischen knusprig-karamellig und sabschig.

Elbgold: Lagerstraße 34c (Sternschanze)

Ihr Finkenwerder Bäcker

Wenn es mal auf eine Fahrradtour ins Alte Land verschlägt, sollte auf jeden Fall beim Finkenwerder Bäcker vorbeischauen. Zu nachtschlafender Zeit backt Besitzer Jan dort schön saftige Franzbrötchen sowie seine Eigenkreation, den Flensburger. Das ist ein weniger süßes Franzbrötchen mit Rosinen und Schmalz im Teig. Lecker!

Ihr Finkenwerder Bäcker: Steendiek 13 (Finkenwerder) 

Ludwig Daube

Daube blickt mittlerweile auf 130 Jahre Erfahrung im Backen von Franzbrötchen zurück – und diese Erfahrung schmeckt man: Mit genau dem richtigen Verhältnis aus Teig und Füllung sowie Zucker und Zimt kommen hier täglich echte Qualitätsbackwaren aus dem Ofen, so wie sie vielleicht sogar schon Oma genossen hat.

Ludwig Daube: Hamburger Straße 206 (Barmbek-Süd) 

 


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Appetit auf mehr? 

Finkenwerder – Heimat südlich der Elbe

Einmal Finkenwerder, immer Finkenwerder – so sagen es die Bewohner. Ein Stadtteil, der sich kaum verändert. Dazu bezahlbare Mieten und die weitläufige Natur vor der Tür – genug Gründe, sein Leben lang zu bleiben.

Mit einem leichten Stupser an die Kaimauer legt die Fähre am Anleger Finkenwerder an. Gischt spritzt hoch, das Boot schwankt leicht. Es piept und die Rampe für die Passagiere wird heruntergelassen, so wie jeden Tag, wenn das Schiff zur Halbinsel fährt. Bei Wind und Wetter, ob es stürmt oder schneit – die Linie 62 der Hadag legt an und ab. Heute scheint die Sonne, weshalb auch viele Touristen hier von Bord gehen und ein großer Teil der Passagiere schiebt sein Fahrrad vom Schiff. Eine Reise nach Finkenwerder ist nicht nur die günstigere Hafenrundfahrt – wie die Stadt Hamburg selber anpreist – am Ende landet man in einem kleinen Idyll, in dem die älteren Herrschaften tatsächlich noch Platt schnacken.

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Glücklich verwurzelt in Finkenwerder: Maren Barth- Schulz Julie Sawall, Lisa Schwenzitzki (v. l. n. r.).

Ein grüner, schon fast dörflich wirkender Stadtteil: ein Kreisel, eine Eisdiele, ein Supermarkt und ein paar kleinere Läden. Es ist fast wie in den Urlaub fahren. Auch weil gleich hinter dem Ortskern die weite Landschaft beginnt.

„Wir genießen das viele Grün und die Natur um und in Finkenwerder“, sagt Lisa Schwenzitzki. Die 20-Jährige lebt schon immer in dem Ort, ist hier zur Schule gegangen und auch seit Kindesbeinen an Mitglied bei der Finkenwarder Speeldeel, eine norddeutsche Folklore-Gruppe. Ebenso Maren Bart-Schulz (37) und Julie Sawall (18). An einem Tisch in ihrem Vereinshaus sitzend, erzählen sie von ihrer Heimat und sind sich einig: Für ein Kind ist es hier sehr schön aufzuwachsen. Höhlen bauen, auf Bäume klettern oder mit Inlineskates über die Kaimauer donnern, das alles sei hier immer noch möglich. Auf der einen Seite fließt die naturbelassene Süderelbe, auf der anderen Seite beginnt das Alte Land mit seinen Obstplantagen, das viele Touristen anlockt und die hier von den Einheimischen liebevoll „Blütenspanner“ genannt werden.

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Das Vereinshaus Finkenwarder Speeldeel.

Rund neun Millionen Passagiere befördert die Hadag jährlich mit ihren Fähren durch den Hamburger Hafen bis runter nach Teufelsbrück und Blankenese. Alleine auf der Strecke der Linie 62 bis nach Finkenwerder sind es 4,5 Millionen. Doch die meisten Besucher bleiben im Anlegerbereich oder fahren auf den Elbradwegen weiter. Der Ort selbst wird weitestgehend verschont. Rund 12.000 Menschen leben hier auf einer Fläche von etwa 19 Quadratkilometern. Neben kleinen Fachwerk- und Reetdachhäusern, alten, urig und maritim wirkenden Fischerhäuschen finden sich auch die für Hamburg typischen Rotklinker-Bauten. Doch über drei, maximal vier Stockwerke scheint hier kein Haus zu reichen.

Im naheliegenden Ottensen wohnen vergleichsweise dreimal so viele Menschen auf einem Sechstel der Fläche von Finkenwerder. Auch die Mietpreise könnten unterschiedlicher nicht sein. Kostet der kalte Quadratmeter im hippen Viertel durchschnittlich 14 Euro, zahlt der Finkenwerder um die 9 Euro. Zehn Minuten braucht die Fähre von Finkenwerder nach Ovelgönne, aber dazwischen liegen Welten.

Maren, die ihren kleinen Sohn auf dem Arm hält, wohnt direkt im Zentrum, nahe dem Anleger. Julie und Lisa wohnen im Ort, in der Nähe vom Airbus-Gelände. Der Stadtteil Finkenwerder hat zwar eher einen Dorfcharakter, „doch durch das Industriegelände nebenan, ist es auch sehr städtisch geprägt“, erzählt Maren, „Vorher war hier ein Fischereibetrieb.“ Dann gründete dort die Hamburger Flugzeugbau, ein Tochterunternehmen von Blohm und Voss, ihr Werk. Inzwischen hat Airbus das Gelände übernommen. Waren es im Jahr 2.000 noch knapp 8.000 Mitarbeiter, werkeln heute mehr Menschen auf dem Gelände, als in Finkenwerder leben – ein Dorf im Dorf.

Was den Stadtteil besonders schön zum Leben macht, ist der familiäre Zusammenhalt, das Heimatgefühl. Hier kennt man sich. „Der Markt ist nicht groß, es sind nur wenige Stände, aber wenn man dort hingeht, braucht man Stunden“, so Julie, „Man klönt einfach mit allen.“ Die 18-Jährige war gerade ein Jahr in Australien und erlebte dort das komplette Gegenteil. Als Backpacker hat sie auf ihrer Reise Menschen aus vielen verschiedene Nationen kennengelernt, die man hier im Ort nicht so geballt antreffe. Der Ort ist eher beständig, es gäbe zwar auch hin und wieder neue Gesichter, aber es bleibe alles beim Alten. Maren hat zwischenzeitlich für ein paar Jahre in Eimsbüttel gelebt, ist aber wieder zurückgekommen. Sie habe das Familiäre vermisst. „Nach fünf Jahren kannte ich gerade mal zwei meiner Nachbarn“, erinnert sie sich. „Wenn man hier aufgewachsen ist, dann bleibt man hier, oder kommt immer wieder zurück“, erklärt Lisa.

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Zuverlässig und fix: Rund zehn Minuten braucht die Fähre von Finkenwerder bis nach Altona.

Ursprünglich gehörte Finkenwerder zu den „richtigen“ Elbinseln, doch aufgrund zahlreicher Sturmfluten im 12. und 13. Jahrhundert begann man nach und nach mit dem Deichbau, wodurch die Landverbindungen geschaffen wurden. Die wichtigste Verbindung ist aber die Fähre. Während die Städter bei Sturm Verspätungen auf die unregelmäßig fahrenden Busse und Bahnen schieben können, fährt die Fähre verlässlich bei jedem Wetter. „Außer bei Packeis“, so Maren, „Dann müssen sich die Eisbrecher erst einen Weg durch die gefrorene Oberfläche bahnen und die Schollen beiseiteschieben.“

Auch ist die Fähre die Verbindung zum Nachtleben. Denn das ist hier so beschaulich wie alles andere und zum Tanzen geht es auf den Kiez. Im Ort treffe man sich auf ein paar Bierchen im Vereinshaus oder an den Elbufern zum Grillen. Ein beliebter Platz ist das Vorland beim Duckdalben im Gorch-Fock-Park, an dem der Sonnenuntergang besonders schön sei. Was nach einem guten Ort klingt, um heimlich zu knutschen, eignet sich tatsächlich weniger dafür. Viele Anwohner gehen dort abends spazieren. „Immer kommt irgendwer um die Ecke, der entweder meine Mutter oder meinen Vater kennt“, so Lisa, „dann weiß es schnell ganz Finkenwerder.“ Aber keine Sorge, heimlich geknutscht wird hier trotzdem.

Über den kleinen Kreisel in der Dorfmitte geht es zurück zum Anleger. Von der anderen Seite der Elbe sieht man schon das Schiff anfahren, dass sich durch das Wasser pflügt. Mit einem leichten Stupser legt die Fähre am Pier an und der Ponton schwangt. Es piepst und die Rampe wird heruntergelassen. Viele Touristen steigen wieder an Bord des Schiffes, mit Sack und Pack und natürlich den Fahrrädern. Ihre Tour ist vorbei und schon legt die Fähre ab und schippert zurück, rüber zur großen, hektischen Stadt.

Text & Fotos: Elena Ochoa Lamiño


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2018. Das Magazin ist seit dem 30. August 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


 

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