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Bestes Restaurant in der Kategorie International: Salt & Silver

Lateinamerikanisches Soulfood: Das Salt & Silver Restaurant ist Testsieger in der Kategorie International

 

Text: Hannah Stollmeyer

Während wir an unseren spritzigen Cozy Nights aus Crémant, Apfelsaft, Zimt und Hibiskus (7 Euro) nippen, erklärt uns die freundliche Bedienung, dass das Salt & Silver eine neue Karte habe. Spoiler-Alarm: Das Restaurant direkt über dem Hafen hat immer noch eine der besten lateinamerikanischen Küchen Hamburgs. Mit feinsten regionalen und saisonalen Produkten bereitet das junge, hippe Team eine köstliche Ceviche aus rohem Adlersch (16 Euro) mit reifer Avocado und fruchtiger Mandarine für uns zu.

Mindestens genauso gut schmeckt die geräucherte Lachsforelle mit Forellenkaviar, Avocado und Chili-Öl auf hausgemachter Maistortilla (15,50 Euro). Doch dann geht es erst richtig los. Für unsere Tacos de Pescado (ab 2 Personen 42,50 Euro) sammeln sich mehr und mehr Schälchen mit Soßen und frischen Zutaten um einen knusprig gebratenen Loup de Mer, der Catch of the day.

Dazu bekommen wir einen Korb mit warmen Tortillas, kleinen Teigfladen aus Maismehl, die wir nach Belieben mit Fisch, Korianderreis, milder Salsa Roja, Zwiebeln und Limettensaft befüllen und so unsere Tacos selbst kreieren. Am meisten überrascht und begeistert uns die Salsa Matcha auf Rapsöl-Basis mit geröstetem Sesam, Pinienkernen, Hasel- und Walnüssen und getrockneten Chilis – geschmacklich ist sie leicht rauchig und scharf, nussig und fruchtig.

Wir haben viel Spaß dabei zu sehen, wer es schafft mehr Zutaten gleichzeitig unterzubekommen und die aufmerksame Bedienung versorgt uns stetig mit frischen Tortillas, um neue Taco-Variationen auszuprobieren. Schweren Herzens und vollen Magens müssen wir leider irgendwann aufgeben. Am Ende überzeugt uns die neue Karte absolut. Wie gesagt, Spoiler-Alarm: Hier schmeckt es super!

Salt & Silver 
St. Pauli Hafenstraße 136-138 (St. Pauli),
Di–Sa 18–1 Uhr (Küche bis 22 Uhr) 

 


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SZENE HAMBURG ESSEN + TRINKEN: Unsere Testsieger 2020

Sushi, Suppe, Superfood? In Hamburg geht alles. Und wir wissen sogar, wo am besten. Denn wir haben unsere Tester durch Hamburg-City und ins Umland gejagt. Mehr als 700 Restaurants wurden anonym besucht und durchleuchtet. Das sind unsere 17 Testsieger.

 

Das Klinker ist Testsieger in der Kategorie Szene

 

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Die Hipster-Köche von Harvestehude

Wo man einst zwischen Trekkingsandalen und Outdoor-Schlafsäcken vielleicht nach den richtigen Zeltstangen fürs Festivalwochenende gesucht hat, ist jetzt zum Glück ein cooles, neues Restaurant: das Klinker. Direkt neben dem Holi Kino haben sich ein paar junge, hippe Köche niedergelassen, deren Konzept so einfach ist wie effektiv: Sie übersetzen regionale und nachhaltige Küche in die Moderne.

Wir werden am Empfang lässig begrüßt und zu unserem Tisch gebracht. Man sitzt im Klinker sehr dicht bei seinen Nachbarn, was wir am Anfang etwas merkwürdig finden, sich am Ende aber als sehr nett herausstellen wird. Wir bestellen Gin Tonic und Moscow Mule. Beides kommt zügig und zügig wird es auch getrunken, da wirklich gut und ungewöhnlich.

Im Klinker, so der Kellner, bestelle man mehrere mittelgroße Zwischengerichte zum Teilen für die Mitte. Wir entscheiden uns für Pulpo mit Kürbis, Staudensellerie & Senf (18 Euro), Rindertatar „Istanbul“ mit scharfer Paste und Joghurt (19 Euro) und Rosenkohl (12 Euro). Alle drei Gerichte sind richtig gut; gerade der eigentlich hausmütterliche Rosenkohl, der gerade Renaissance feiert, sticht hervor. Er ist in einer Honigmarinade kross angeröstet und schmeckt hervorragend. Dazu runden wir das Ganze mit einem Glas Rosé und einem Tempranillo ab und kommen langsam mit den Nachbarn ins Gespräch. Quasi als zweiten Gang teilen wir uns das Grilled-Cheese-Sandwich (14 Euro), was für mich das Highlight des Abends darstellt. Absolut unorthodox mit hausgemachtem Walnussbrot, Meerrettich und Kimchi-Mayonnaise zubereitet, bin ich von diesem klassischen „White Trash“-Gericht hellauf begeistert. Danach muss der Milchreis „Klinker“ (9,50 Euro) ran, begleitet von einem Glas Dessertwein. Passt gut!

Mittlerweile sind einige Kinogäste von nebenan herübergekommen, es ist eine sehr gut durchmischte, lustige Runde. Gute Leute zwischen 12 und 75, entspannte Stimmung. Von der Playlist läuft Radiohead, auch damit fangen sie mich ein. Leider nimmt das Klinker keine Reservierungen an – also rechtzeitig da sein oder Geduld mitbringen. Fazit: Ein wirklich spannendes Restaurant und eine Bereicherung für Hamburg.  / Johannes Strate

Restaurant Klinker: Schlankreye 73 (Eimsbüttel), Telefon 35 70 14 35, Mo-Fr 18-24 Uhr

 

Das Lenz ist Testsieger in der Kategorie Heimatküche

 

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Ausfahrt für Genießer

Ab in den Norden. Dahin, wo Hamburg noch grün ist. Soll ja ziemlich gutes Essen geben im Lenz in Duvenstedt. Ist allerdings erst mal ein ziemlicher Ritt, mit jedem Kilometer im zähflüssigen Verkehr legen wir innerlich die Latte für die Küche höher. Als wir das klassisch, aber zugleich modern eingerichtete Restaurant betreten, ist außer unseren Plätzen nichts mehr frei. Den entspannten Wirt Lenz Leslie Himmelheber kann das nicht schocken. Er begrüßt uns persönlich und sehr herzlich. Ein Gastgeber alter Schule, wir starten prima gelaunt in den Abend.

Erst mal ein Glas Champagner von Alfred Gratien für vernünftige 12,50 Euro. Der Service ist sehr aufmerksam. Durch eine Glasscheibe können wir in die Küche linsen. Für kleine Gäste steht ein Tritt mit drei Stufen parat. Schöne Idee. Regional, saisonal und bodenständig wird im Lenz gekocht, so heißt es. Wir denken sofort an Landgasthäuser, an leckeren Sonntagsbraten. Und starten mit sehr gutem Ziegenkäse nebst Riesengarnelen und Pinienkern-Marinade (16,50 Euro). Auch das klassische Carpaccio mit Parmesan (16,50 Euro) lässt einen großen Abend erahnen. Dazu trinken wir einen perfekt passenden Chenin Blanc aus Südafrika (0,1 l 3,90 Euro). Wer lieber eine ganze Flasche auf dem Tisch stehen hat, findet auf der Karte eine ordentliche Auswahl an deutschen und internationalen Klassikern zu fair kalkulierten Preisen.

Als Hauptgang landet die Vierländer Bio-Ente (36,50 Euro pro Person) auf dem Tisch, wo sie auch gleich kunstfertig tranchiert wird. Der Vogel ist ein Gedicht. Knusprig, wo es sein muss. Ansonsten zart und kein bisschen fettig. Geht nicht besser. Da treten wir doch gern dem Fanklub für bodenständige, deutsche Küche bei. Der zur Ente gereichte Grünkohl kommt von einem Feld ganz in der Nähe des Restaurants und hat noch eine gute Portion Entenfett gesehen, was den Genuss endgültig in Richtung preisverdächtig abbiegen lässt. Glücklich und satt lassen wir uns dank Leslies Überredungskunst doch noch zu einer köstlichen Crème brûlèe (11,50 Euro) verführen. Was für ein süßer Schlussakkord.

Als wir das Lenz verlassen, ist klar: Duvenstedt hat ab sofort auf unserer kulinarischen Landkarte einen festen Platz. Dieser Abend war jeden Kilometer wert. Wir kommen wieder. Sehr bald. / Andreas Daebeler

Restaurant Lenz: Poppenbütteler Chaussee 3 (Duvenstedt), Telefon 60 55 88 87, Mo-Sa 12-15 und ab 17.30, So ab 12 Uhr

 

Das China Restaurant Golden ist Testsieger in der Kategorie Asien

 

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Eine wahre Perle

„So, geht los!“ Wenn Herr Wong mit lauter Ansage aus der Küche gestürmt kommt, beginnen die Augen zu leuchten. Man kann über die Ausstattung und über die Lage des Golden zwei Meinungen haben, nicht aber über das Servierte. Das spielt seit vielen, vielen Jahren in der obersten Liga der Hamburger Chinarestaurants.

Wir lassen uns zu kaltem Tsing Tao (2,90 Euro) und Grünem Tee (2,10 Euro) alle Gerichte auf einmal bringen, wie es sich gehört. Es wird geschoben und verrückt, bis alles auf den Tisch passt – herrlich! Der Klassiker Kung-Pao-Huhn (9,90 Euro) hat hier ordentlich Wumms, die geröstete Ente mit Pekingsoße (12,90 Euro) ist immer eine sichere Nummer und als dritte Hauptspeise probieren wir heute Abend gebratenes Schweinefleisch mit grünen Sojabohnen, eingelegtem Gemüse und getrocknetem Tofu (11,50 Euro) – auch hier geht der Daumen nach oben. Dazu gönnen wir uns noch zwei kleine Schweinereien: chinesische Maultaschen (7,90 Euro) und gedämpfte Hefetaschen (3 Euro), beides nach „Si Chuan“-Art.

Im Golden hat man in all den Jahren der Versuchung widerstanden, die Gerichte einzudeutschen. Was auch an den chinesischen Reisegruppen liegen könnte, die man hier neben Nachbarn, Freunden und extra wegen Herrn Wongs Küche angereisten Hamburgern hin und wieder antrifft. Die würden eine abgemilderte Form der scharfen Sichuan-Küche kaum klaglos hinnehmen – zu unserem Glück. / Marco Fuchs

China Restaurant Golden: Wartenau 4 (Eilbek),Telefon 254 32 94, Mo–Fr 11.30–15 und 17.30–22.30, Sa– So 11.30–23.30 Uhr

 

Das Portomarin ist Testsieger in der Kategorie Iberien

 

 

Als wäre man in Santiago de Compostela

Portomarin ist ein Ort in der Nähe von Santiago de Compostela und die Heimat von Jesús A. Díaz Sindín, der gemeinsam mit Patricia Pérez y Hilker ein Portomarin in Hamburg aufgebaut hat. Das Hamburger Portomarin liegt mitten in Winterhude und ist jederzeit eine Reise wert. Weil wir noch auf jemanden warten, fragen wir nach dem Aperitif-Angebot. Das wird uns sehr gut erklärt.

Wir starten mit der Empfehlung Yzaguierre Wermut (5,50 Euro), weißem Port (5,50 Euro) und Cava (6,50 Euro). Speziell den Wermut sollte man nicht verpassen. Und weil wir immer noch warten und der Aperitif ausgezeichnet ist, testen wir gleich noch eine Runde. Es gibt eine gute Auswahl an Vorspeisen, vegetarisch, Fleisch und Fisch – die Entscheidung treffen wir bei Oliven, frischem Brot und würzigem grasigen Olivenöl. Ich frage nach der Lieblingsvorpeise der Servicekraft, die Antwort kommt ohne Zögern: „Ganz klar Mar y monte!“ Das hat gut funktioniert, denn Mar y monte sind Gambas und Chorizo mit Artischocken-Honig-Creme und Römersalatherzen (14,50 Euro). Eine gute Wahl für alle, die intensive Aromen mögen. Die helle vegetarische Linsensuppe mit Datteln (9,50 Euro) wird in einem dunklen Teller serviert – das sieht klasse aus und schmeckt ganz hervorragend. Der wilde Tintenfisch mit wilden roten Garnelen und weißen Bohnen aus Navarra (14,75 Euro) ist fast schon ein kleines Hauptgericht.

Auf die Frage nach vegetarischen Optionen für das Hauptgericht ist die Antwort: „Was mögen Sie? Gibt es sonst noch etwas zu beachten? Wir stellen Ihnen etwas zusammen und die anderen Gäste werden neidisch sein!“ Das vegetarische Gericht (17 Euro) sieht ansprechend aus und ist mit gefüllten Maultaschen kreativ angerichtet. Trotzdem hätte ich niemals mein „Slowmeat“ vom Iberico-Schwein mit Papas Arrugadas, Mojo-Soßen, Baby-Leaf-Salaten und Honig-Lavendel- Butter (28,50 Euro) dagegen eingetauscht. Dafür war es einfach zu zart und mit einer perfekten Kruste. Der Kabeljau auf Gemüse-Calamares-Bett mit Reis ist gut auf der Haut gebraten (26 Euro), leicht, sättigend und köstlich mit der Soße. Zum Dessert (8,75 Euro) gibt es viele kleine Teilchen – süß, frisch und abwechslungsreich.

Mittlerweile ist der Abend rum und wir sind die letzten Gäste. Trotzdem haben wir nicht das Gefühl, gehen zu müssen. Wir tun es aber trotzdem, um den Wirtsleuten den wohlverdienten Feierabend zu gönnen. Danke für einen schönen Abend! / Katrin Schreiber

Portomarin: Dorotheenstraße 180 (Winterhude ), Telefon 46 96 15 47, Di–Sa 18–21 Uhr

 

Das Tassajara ist Testsieger in der Kategorie Veggie & Vegan

 

 

Essen mit Ommmm

Wer in Hamburg vegetarisch oder vegan essen möchte, hat das Tassajara garantiert auf dem Zettel. Schließlich gilt das Restaurant als eines der besten in der Stadt. Seit 43 Jahren wird hier die internationale Vollwertküche mit ayurvedischen und mediterranen Einflüssen serviert.

Schon beim Betreten des kleinen Ladens im Souterrain der Eppendorfer Landstraße empfängt uns der Duft von exotischen Gewürzen und eine tiefenentspannte Atmosphäre. Uns liegt ein tiefes Ommmm auf der Zunge. Bei einem frisch gepressten Saft des Hauses und einer Portion Pakora studieren wir die Karte. Das gebackene Gemüse kommt mit drei verschiedenen Dips auf den Tisch und ist die perfekte Einstimmung auf die Hauptgänge. Auf der einen Seite des Tisches landet dabei eines der Tagesgerichte: Der Thai-Wok (19,90 Euro) bringt schon allein durchs Aussehen auch den überzeugten Fleischliebhaber ins Schwärmen. Knackiges Gemüse und Tofu in einer samtweichen Currysoße werden von schwarzem Reis begleitet und umschmeicheln den Gaumen – Essen für Körper, Geist und Seele verspricht das Tassajara schließich ja auch. Das Gegenüber setzt auf Bewährtes und bestellt einen der Klassiker des Tassajara in der veganen Variante: Die Pilzwiese (13,90 Euro) kommt darum ohne Edelpilz-Käsesoße. Gebackene Kartoffeln liegen auf knackigem Salat und Gemüse und wurden mit frischen Champignons, Avocadocreme und Joghurt garniert. Die Gewürze sind fein und stimmig, alle Zutaten frisch, zucker- und fettfrei, und der Duft in der Nase verbreitet tiefes Wohlgefühl.

So geht Essen mit Ommmm – ganz ohne Esoterik, dafür auf Gourmetniveau. Tipp: Eine Reservierung ist empfehlenswert, denn das Tassajara ist beliebt und jeden Abend voll. / Ilona Lütje

Tassajara: Eppendorfer Landstraße 4 (Eppendorf),Telefon 48 38 01, Mo–Sa 11.30–23 Uhr

 

EinStückLand Esszimmer ist Testsieger in der Kategorie Hamburgs Osten

 

 

Ländlicher Gasthof trifft feine Restaurantküche

Vor drei Jahren haben Lina Kypke und Hinrich Carstensen EinStückLand gegründet. Das Start-up verkauft hochwertiges Fleisch von Galloway-Rindern. Die Tiere werden erst geschlachtet, wenn sie komplett vermarktet sind. Verkauft wird primär über das Internet, inzwischen führen die beiden aber auch einen Hofladen in Naherfurth bei Kayhude. Im selben Gebäude haben sie vergangenen November nun auch ein Restaurant eröffnet: das Esszimmer, eine Mischung aus ländlichem Gasthof und feiner Restaurantküche.

Gemütlich und stilvoll ist es hier. Von dem selbst gefliesten Tresen über die alten Holztische bis zum schwarzen Besteck sieht alles toll aus. Die Karte, die regelmäßig wechselt, ist überschaubar, dafür ist alles regional und saisonal. Sogar Saft und Bier stammen von Manufakturen aus der Nähe. Butter und Brot, natürlich selbst gemacht, sowie der Gruß aus der Küche (Feldsalat mit Sauerkirschdressing und gefriergetrockneten Himbeeren) machen Lust auf mehr. Das saftige Steak kommt mit Bohnen und Kartoffeln daher (26 Euro) und ist toll angerichtet.

Für Vegetarier gibt es Gemüse aus dem Land (15 Euro): Flowersprouts, Karotte und Kürbis auf Rote-Bete-Soße. So aufregend kann Gemüse schmecken! Koch Tim Büll darf sich frei austoben. Das wird auch beim Dessert deutlich: Mon Cheri nennt sich die Eigenkreation mit Himbeereis, Sauerkirschmousse und Schokopralinen (11 Euro). Konzept, Atmosphäre, Essen – im Esszimmer stimmt einfach alles. / Nadine Wenslick

EinStückLand Esszimmer: Segebergerstraße 121 (Kayhude), Telefon 04535 4109561, Di–Fr 15.00–22 Uhr, Sa+So 13–22 Uhr

 

Das Parea ist Testsieger in der Kategorie Griechenland

 

 

Bekanntes neu interpretiert

Die Karte im Parea ist zwar übersichtlich, trotzdem gibt es mehr Vorspeisen, als man essen kann – auch wenn man in Gesellschaft, mit Freunden kommt, „me parea“, wie der Grieche sagt. Um alles zu probieren, muss man wiederkommen. Kleine Hürde: Auch der erfahrene Griechengast kann nicht erraten, ob es sich auf dem Menü um bekannte Klassiker handelt, weil das Parea fast durchgängig auf griechische Bezeichnungen verzichtet.

Das geschmorte Rindfleisch in Tomatensauce heißt nicht Kokkinistó, sondern, nun ja, geschmortes Rindfleisch in Tomatensauce. Es gibt kein Chtipití, keine Paputsákia, keinen Melitsánosalata. Stattdessen gibt es Fetacreme mit Chiliflocken und Auberginensalat (4,80 Euro). Oder Karottenpommes (4,50 Euro). Oder gratinierten Fenchel (5,50 Euro). Die ganz großen Überraschungen gibt es allerdings nicht. Das Essen ist, wie das Restaurant selbst, angenehm unaufgeregt: Gegrillte Dorade (riesig!) oder saftige Lammkoteletts (rosig! Beides 17,90 Euro), gewürzt mit Oregano, Thymian, Knoblauch, dazu zitronengeküsste Kartoffelschnitze aus dem Ofen.

Was das Ganze besonders macht, sind die kleinen Spaziergänge ins Umland der traditionellen Küche. Wer hat bei seinem Stammgriechen jemals Prosecco mit Grapefruit und Rosmarin getrunken? Wer hat dort überhaupt schon mal einen anderen Aperitif getrunken als Ouzo? Und wer hat beim Griechen – beim Griechen! – schon mal gesehen, dass Gerichte eigens als vegetarisch oder vegan ausgewiesen werden?

Vasilios Xenos und sein Sohn präsentieren in Eimsbüttel eine kleine gastronomische Perle, in der sie Bekanntes und Neues ohne viel Attitüde verbinden. Xenos bedeutet übrigens so viel wie „Ausländer“ oder „Fremder“. Auch das lässt sich hervorragend mit „Parea“ verbinden. / Julia Kleinwächter

Parea: Luruper Weg 38 (Eimsbüttel), Telefon 35 96 12 82, Di–So 17–22.30 Uhr

 

Das Zum Dorfkrug ist Testsieger in der Kategorie Hamburgs Süden

 

 

Gourmetgenuss in stilvollem Ambiente

Vor den südlichen Toren Hamburgs liegt das Restaurant Zum Dorfkrug, das Zuhause der Sylter Salatfrische. Versteckt in einer Nebenstraße auf dem Weg zwischen Harburg und Buxtehude, besticht der traditionelle Dorfkrug schon von außen mit einem stilvollen Ambiente, das sich beim Eintritt in die Gasträume vollendet. Alles ist äußerst geschmackvoll eingerichtet. Wir dürfen direkt am Kamin an einem festlich gedeckten Tisch Platz nehmen.

Die Karte lässt auf frische und hausgemachte kulinarische Köstlichkeiten hoffen. Der überaus freundliche und kompetente Service reicht vorweg als Brotaufstrich Schmalz und natürlich das berühmte köstliche Sylter Salatdressing. Als Getränk zu den Speisen wählen wir samtweichen Merlot aus Chile und fruchtigen Grauburgunder aus ökologischem Anbau. Die Tagesempfehlung, der in Tempura gebackene Camembert auf lauwarmem Schwarzwurzelsalat mit Honig-Senfdressing und Rote-Bete-Stroh (10,90 Euro), trifft geschmacklich voll ins Schwarze. Als zweite Vorspeise darf der Sylter Salat mit Rinderfiletstreifen in Trüffeljus (13,90 Euro) nicht fehlen. Verschiedene Blattsalate mit Avodaco, Mango, Heidelbeeren, Grantapfelkernen und Quinoa werden durch das Sylter Salatdressing getoppt. Zarte, geschmackvolle Doraden lets auf mediterranem Schmorgemüse mit Rosmarinkartoffeln und Rucola (25,90 Euro) werden genauso wie der zartrosa gebratene Lammrücken im Kräutermantel mit knackigen Böhnchen im Speckmantel und Gratinküchlein (26,90 Euro) zum Hauptgang ein Hochgenuss.

Die Dessertkarte wird uns vom mit Headsets ausgestatteten Servicepersonal noch mal ans Herz gelegt und obwohl unsere Mägen sehr gut gefüllt sind, müssen wir unbedingt noch die von Chef Thomas Hausschild selbst kreierten Pralinen (2,80 Euro) und das hausgemachte Eis (2,80 Euro) probieren. / Melanie-Gitte Lansmann

 

Zum Dorfkrug: Grenzweg 1 (Neu Wulmstorf), Telefon 300 69 90, Mo–Do 17.30–21, Fr–So 12–14 und 17.30–21 Uhr

 

Das Salt & Silver Restaurant ist Testsieger in der Kategorie International

 

 

Lateinamerikanisches Soulfood

Während wir an unseren spritzigen Cozy Nights aus Crémant, Apfelsaft, Zimt und Hibiskus (7 Euro) nippen, erklärt uns die freundliche Bedienung, dass das Salt & Silver eine neue Karte habe. Spoiler-Alarm: Das Restaurant direkt über dem Hafen hat immer noch eine der besten lateinamerikanischen Küchen Hamburgs.

Mit feinsten regionalen und saisonalen Produkten bereitet das junge, hippe Team eine köstliche Ceviche aus rohem Adlersch (16 Euro) mit reifer Avocado und fruchtiger Mandarine für uns zu. Mindestens genauso gut schmeckt die geräucherte Lachsforelle mit Forellenkaviar, Avocado und Chili-Öl auf hausgemachter Maistortilla (15,50 Euro). Doch dann geht es erst richtig los. Für unsere Tacos de Pescado (ab 2 Personen 42,50 Euro) sammeln sich mehr und mehr Schälchen mit Soßen und frischen Zutaten um einen knusprig gebratenen Loup de Mer, der Catch of the day. Dazu bekommen wir einen Korb mit warmen Tortillas, kleinen Teigfladen aus Maismehl, die wir nach Belieben mit Fisch, Korianderreis, milder Salsa Roja, Zwiebeln und Limettensaft befüllen und so unsere Tacos selbst kreieren. Am meisten überrascht und begeistert uns die Salsa Matcha auf Rapsöl-Basis mit geröstetem Sesam, Pinienkernen, Hasel- und Walnüssen und getrockneten Chilis – geschmacklich ist sie leicht rauchig und scharf, nussig und fruchtig.

Wir haben viel Spaß dabei zu sehen, wer es schafft mehr Zutaten gleichzeitig unterzubekommen und die aufmerksame Bedienung versorgt uns stetig mit frischen Tortillas, um neue Taco-Variationen auszuprobieren. Schweren Herzens und vollen Magens müssen wir leider irgendwann aufgeben. Am Ende überzeugt uns die neue Karte absolut. Wie gesagt, Spoiler-Alarm: Hier schmeckt es super! / Hannah Stollmayer

Salt & Silver: St. Pauli Hafenstraße 136-138 (St. Pauli), Di–Sa 18–1 Uhr (Küche bis 22 Uhr)

 

Die Brasserie La Provence ist Testsieger in der Kategorie Frankreich

 

 

Savoir-vivre im Norden

Hier liegt die Provence in der Luft. Durch das Marseille zieht ein Hauch von Safran­ und Anisduft und ein wenig schnuppert man die Bouillabaisse, wegen der das Restaurant so beliebt ist. Schumm­rige rote Tischlämpchen und elegante Bistro­-Tische wirken ro­mantisch. Am Tresen plaudern bei einem Rotwein Patron Milen­ko und ein Gast mit Schiebermütze wie aus einem bretonischen Fischerdorf.

Inspiriert vom Lokal­kolorit wagen meine Freundin und ich uns ans „Tischlein-Deck­-dich­-Programm“ (45 Euro): drei „Surprises“ vorneweg, ein Haupt­gericht nach Wahl plus Dessert. Der Start ist Adrenalin pur: Breto­nische Fine de Claire Austern, für meine Begleitung die erste Auster ihres Lebens! Mit einem beherzten Schluck des fruchtig­-perlenden Sauvignon Bouc (25 Euro) sind die meerwassersalzigen Kerle wie ein Bungee­-Jump: aufregend-­gut! Uns treiben feines Rinder­-Tatar mit Kapern, Trauben und Schalot­ten geschmiegt an Tupfer von Crème fraîche sowie frische Jakobs­muscheln auf Erbsenstampf, im Dialog mit wunderbar krossen Schinken­ und Kartoffelchips wei­ter das Adrenalin der Begeisterung ins Blut. Als Hauptgericht über­zeugen die Bouillabaisse Marseille mit Anisnote (klassisch mit Rouille, geriebenem Gruyère und Fisch­einlage) sowie ein zartes Entrecôte mit Pommes.

Die warme Apfeltarte mit Sauerrahmeis, Minzblatt und Himbeeren zum Finale sind so seelenwärmend und zärtlich gebacken, dass wir diese Perle südfranzösischer Küche uneinge­schränkt ins Herz nehmen. Grand cuisine, grand amour! / Dagmar Ellen Fischer

Brasserie La Provence: Eulenstraße 42 (Ottensen), Telefon 30 60 34 07, Di–Sa ab 18 Uhr

 

Das Goldschätzchen ist Testsieger in der Kategorie Hamburgs Norden

 

 

Guter Service, tolles Ambiente und raffiniertes Essen

Schon die Begrüßung ist warm und einladend. Im Hof zwischen den reetgedeckten Guts­häusern und dem 200 Jahre alten Herrenhaus lodert und knackt es in einer Feuerschale. So fühlt sich der Gast gleich willkommen im Prisdorfer Goldschätzchen, das Chef Patrick Diehr 2017 übernahm. Nach einer Grund­sanierung überzeugt das Restaurant mit einer Mischung aus Modernem und Tradi­tionellem. Zudem legt das Team Wert auf Nachhaltigkeit und regionale Produkte. Das hat zwar seinen Preis, schmeckt man aber auch.

So ist das 250­-Gramm-­Rib-­Eye-­Steak mit marmoriertem Kartoffelstampf und Ge­müse von Bauer Bernd (29,90 Euro) auf den Punkt gebraten, sehr zart und saftig. Ob es an der Haltung der eigenen Rinder vor Ort und dem wie in der Karte versprochenem stressfreien Ableben liegt? Man möchte es gern glauben. Der pochierte Wels aus Mecklenburg-­Vorpommern mit karamellisier­ten Birnen (22,90 Euro) kann allerdings et­was Würze vertragen. Doch dafür steht eine Salz­-Ingwermischung aus eigener Herstellung auf den Tischen parat. Die kann der Gast übrigens auch für zu Hause kaufen, genauso wie einige andere Produkte. Überhaupt punktet das Goldschätzchen mit Kreativität. Ein Beispiel: Das Glühweinsorbet (3,90 Euro) schmeckt wie ein sommerlicher Besuch auf dem Adventsmarkt. Klasse! Empfehlenswert ist auch die Vorspeise „Von allem ein bisschen“ (18,90 Euro), die durch eine große Band­ breite von der hausgemachten Currywurst über zwei würzige Süppchen bis hin zum Hecht auffällt. Allerdings sind die Portionen alle groß, teilen ist fast ein Muss.

Abgerun­det wird der schöne Abend im Goldschätz­chen durch den auffallend guten Service. Fazit: Wir kommen wieder. Im Sommer wollen wir die große Terrasse samt Bar und Smoker testen. / Katy Krause

Goldschätzchen: Peiner Hof 7 (Prisdorf),Telefon (04101) 601 09 21, Di–Fr 17–22, Sa-So 12.30–22 Uhr

 

Das Parissa’s ist Testsieger in der Kategorie Orient & Indien  

 

 

Persische Raffinesse trifft deutsche Gemütlichkeit

Die Deutschen lieben ja bekanntlich ihre Partykeller – denn mit Hausbar, Backsteinwand, niedrigen Decken und schummrigem Licht feiert es sich gleich doppelt so gut. Kein Wunder also, dass wir uns im Parissa’s mit seiner Hobbykelleratmosphäre und wildem Deko-Sammelsurium sofort pudelwohl fühlen. Dicht an dicht sitzen die Gäste hier nebeneinander und Gastgeber Mehrdad umgarnt jeden von ihnen mit viel Charme.

So erzählt er uns etwa, dass die Kräutermischung für das Zeytun Parvarde (köstliche, in Granatapfelsaft eingelegte Oliven, 6 Euro) direkt aus dem Iran importiert wurde. Auch von den anderen Startern wie Kuku Sabzi (gebackenem Spinat mit Kräutern und Walnüssen, 12 Euro) und Mirza Ghasemi (Auberginen mit Raucharoma und Ei, 12,50 Euro) können wir nicht genug bekommen. Taktisch mit Sicherheit ein Fehler, denn danach kredenzt Mehrdad eine große Portion vom Ghormeh Sabzi (Lammfleisch mit Kidneybohnen, 19,80 Euro), das wie Butter auf der Zunge zergeht. Dem in nichts nach steht das Fessenjan (Hähnchen in Walnuss-Granatapfelsauce, 19,50 Euro), zu dem die beiden beerigen Rotweine Cuveé Aneé (0,2 l 8,80 Euro) und Livio Felluga Vertigo Rosso (0,2 l 8 Euro) eine hervorragende Begleitung sind.

Obwohl der Hosenbund bereits kneift, lassen wir uns noch die kleine Dessertplatte mit köstlichem Pistazien-, Erdbeer-Granatapfeleis, Mousse au Chocolat und dem persischen Mille-feuille Shirini Napeloni (15 Euro) bringen. Eines steht fest: Beim nächsten Besuch haben unsere Hosenbünde Gummizug! / Katharina Grabowski

Parissa’s: Sierichstraße 94 (Winterhude), Telefon 63 91 85 15, Di–Do 17–23, Fr–Sa 17–24, So 14–22 Uhr

 

Das Jellyfish ist Testsieger in der Kategorie Fisch

 

 

Auferstanden aus Ruinen

War es ein Protest gegen Gentrifizierung, wie manche spekulierten, oder eine private Fehde? Nachdem das Jellyfish unter seinen alten Betreibern mehrmals von Einbrechern heimgesucht wurde, die auch in der Küche randalierten und kostbare Produkte zerstörten, war das Jellyfish Geschichte. Doch dann kehrte Stefan Fäth, zuvor hier schon Sous-Chef, nach Hamburg zurück und entschloss sich, das für Hamburg einzigartige Konzept fortzuführen: Fisch- und Meeresfrüchte aus nachhaltigem Fang, zubereitet auf Sterneniveau.

Und er gibt direkt Vollgas, auch preislich: Wir wählen das volle Programm, das Sieben-Gänge Menü für 179 Euro. Es wird ein eindrucksvoller Ritt durch tolle Produkte, technisch anspruchsvolle Zubereitungen und überwiegend spannende Aromenkombinationen. Die gebeizte Fjordforelle wird von Gurken und frischen Meeresaromen in unterschiedlichen Texturen (unter anderem Eis) begleitet. Die Kombination von Kaisergranat, Gänseleber und Auster ist überladen, die drei Luxus-Produkte zusammen auf einem Teller stehlen sich hier etwas gegenseitig die Show. Ganz anders die Jakobsmuschel: Sie ist von absoluter Ausnahme-Qualität. Groß, fleischig, fest und leicht süßlich. Hinzu kommen eine kräftige Rotkohl-Sauce, Miso-Espuma, Kokos und Mango. Klingt erneut viel, ergänzt sich jedoch vortrefflich. Ebenso gelungen ist die Verbindung des rustikalen, gezupften Eisbeins mit einem gebratenen Pulpo-Arm. Das hohe Niveau setzt sich weiter fort, beim Skrei mit Grünkohl genauso wie beim Heilbutt mit Haselnusskruste, Pilzen und Spitzkohl. Der mit Mousse gefüllte und naturalistisch geformte „Karamell-Apfel“ ist als Abschluss etwas mächtig, das frischer Sauerampfer-Eis dazu ein guter Kontrast.

Stefan Väth ist der Neustart des Jellyfish hervorragend gelungen, das Niveau überzeugt sowohl bei Produkten als auch ihrer Zubereitung. Und wenn die teils fast übermotiviert wirkende Kleinteiligkeit etwas reduziert wird, kann man sicher sein, dass der Michelin-Stern auch weiterhin das Jellyfish schmücken wird. / Benjamin Cordes

Jellyfish: Weidenallee 12 (Eimsbüttel),Telefon 410 54 14, Do–Mo 18–23 Uhr

 

Das Casa di Roma ist Testsieger in der Kategorie Italien

 

 

Stammitaliener mit Leidenschaft

Wer einmal da war, kommt sicher wie­ der. So wie ich – seit Jahren Wiederho­lungstäter. Wenn ich Lust auf richtig gute italienische Küche habe, ist das Casa di Roma erste Wahl. Die Speisen sind von hoher Qualität und jedes Mal auf dem gleich hohen Niveau zubereitet. Einer der Gründe, warum man besser vorher einen Tisch reservieren sollte. Das Restaurant ist sehr familiär geführt, dies spürt man sofort. Egal ob Stammgast oder Neuling: Jeder wird herzlichst begrüßt, der Service ist unglaublich zuvor­kommend und freundlich. Auf jeden Wunsch wird Rücksicht bei der Zubereitung genommen.

Wir entscheiden uns heute für die gegrillten Calamarreti (15,90 Euro), die sehr scharf angebraten, angenehm gewürzt und butterweich sind. Die Burrata (14,90 Euro) ist wie sie sein muss: Nach dem Anschnitt zerfließt sie cremig über die sehr frischen Och­senherztomaten. Die Penne mit Garne­len (19,50 Euro) in einer frischen und leichten Tomatensoße sind auf den Punkt zubereitet. Unser Highlight und unbedingt zu empfehlen: die Kalbsleber (21,90 Euro) mit frischem Salbei.

Die Köche beherrschen ihr Handwerk. Das Casa di Roma ist ein Ort für fröhliche Gespräche und schöne Flirtmomente. Und das sehr stilvolle Ambiente lädt dazu ein, bei einem Dessert oder Es­presso auch noch etwas länger sitzen zu bleiben. / Frank Sill

Casa di Roma: Lange Reihe 76 (St. Georg), Telefon 280 30 43, Mo-So 11.30-24 Uhr

 

Das To Huus ist Testsieger in der Kategorie Lüneburg

 

 

Lüneburgs modernste Gastwirtschaft

Lange hat Lüneburg gewartet, im Februar war es endlich soweit: In der Schröderstraße 5a/b hat endlich wieder ein neues Restaurant eröffnet. Die Räumlichkeiten in der beliebten Einkaufsmeile standen jahrelang leer, mit dem To Huus ist nun ein tolles Konzept eingezogen. Beim Betreten merkt man sofort, dass hier viel Wert auf Design und gleichzeitig Gemütlichkeit gelegt wurde. Große Holztische unterstreichen den Wirtshaus-Charakter, die schwarz-gestrichenen Balken und dunklen Lampen schaffen ein modernes Industrial-Flair. Laut eigener Aussage steht das To Huus für Regionalität und Qualität, es gibt Gerichte für Vegetarier und Veganer und Fleisch aus artgerechter Haltung.

Die Karte ist drei Tage nach Eröffnung noch sehr überschaubar und enthält einen Hinweis, dass das Restaurant erst einmal den Geschmack seiner Gäste kennenlernen möchte. Unser Geschmack wird an dem Abend definitiv getroffen. Die vegane Pastinakencremesuppe mit Kräuteröl (5 Euro) ist himmlisch cremig und aromatisch. Beim gratinierten Ziegenkäse an Feldsalat (9,50 Euro) überrascht uns besonders das Birnenkompott, das perfekt ausbalanciert ist und sogar eine leichte Ingwernote enthält. Ich entscheide mich für Dreierlei von der Beete mit Feldsalat und Radicchio mit Laugencroutons (12,50 Euro), dessen Bier-Senf-Vinaigrette ein Highlight ist. Meine Begleitung bestellt das sous vide gegarte, regionale Rind (25,50 Euro), das durch perfekte Garzeit und Würze überzeugt. Insgesamt gelingt es dem To Huus eine Karte anzubieten, die sowohl modern als auch bodenständig ist.

Man bekommt hier sowohl eine vegane Roulade als auch ein Ratsherrenfrühstück mit Bratkartoffeln – eine für Lüneburg bisher unbekannte Mischung. Natürlich gibt es auch eine große Auswahl an regionalen Bieren, sowohl vom Fass als auch in der Flasche, weshalb sich das To Huus sicher bald als Lüneburgs modernste Gastwirtschaft etablieren wird. / Lynn Hoefer

To Huus: Schröderstraße 5a/b (Lüneburg), Telefon 04131408 12 83, So–Do 11.30–23 Uhr

 

Die [m]eatery ist Testsieger in der Kategorie Fleisch

 

 

Fleisch in der Hauptrolle

Die Rinderrücken, die am Eingang hinter einer Glasscheibe vor sich hin reifen, lassen keinen Zweifel zu: Hier spielt Fleisch die Hauptrolle! Als Fleischfreunde sind wir voller Vorfreude, müssen trotz Reservierung allerdings zunächst einige Zeit warten. Der freundliche Kellner entschuldigt sich jedoch aufrichtig und lässt uns fortan auch nicht mehr aus den Augen.

Da wir das erste Mal in der [m]eatery sind, zeigt und erklärt er uns die verschiedenen Fleisch-Cuts, ihre Herkunft und Zubereitung im 800 Grad heißen Ofen. Wir entscheiden uns für ein europäisches Bone-in-Rib-Eye (55 Euro) sowie ein Filetsteak aus Südamerika (34 Euro). Das Fleisch hat hier seinen Preis. Hält es auch, was es verspricht? Wir stimmen uns mit einer Portion Rinder- und Thunfischtatar (20 Euro) ein – und werden schon mal nicht enttäuscht: Der Thunfisch ist butterweich und das klassische Rindertatar mit Cognac-Kapern-Marinade macht Lust auf mehr. Nach einer diesmal perfekt abgestimmten Wartezeit kommen die Steaks auf den Punkt gegrillt und heiß (!) an den Tisch. Der Hauptdarsteller enttäuscht nicht: Das Filet ist herrlich zart und das saftige Rib Eye köstlich karamellisiert.

Die Portionen sind groß, unsere Beilagen schaffen wir kaum. Das ist allerdings nicht tragisch, denn diese spielen zwar eine solide, aber nicht weiter aufregende Rolle. Der vom Sommelier empfohlene kräftig-fruchtige Malbec passt ebenfalls gut. Am Ende sind wir glücklich und der Verdauungsespresso geht – als Entschuldigung für den Beginn – aufs Haus. / Anna Christina Massing

[m]eatery: Drehbahn 49 (Neustadt),Telefon 30 99 95 95, Mo–Fr 12–23, Sa+So 15–23 Uhr

 

Das Wolfs Junge ist Testsieger in der Kategorie Gourmet

 

 

Durchdacht, nicht verkopft

Auf einem Kasten-Tray aus weichem Holz ist buntes Essiggemüse in einer rauen Tonschale angerichtet, begleitet von gehobeltem Entenschinken und Scheiben einer filigranen Roulade vom Hahn auf Porzellan – getoppt mit gebackenen Hahnenkämmen. Der Gruß aus der Küche mutet an wie ein winterliches Bento aus der Tradition der japanischen Kaiseki-Küche, in der die Speisen selbst, wie auch das ausgesuchte Geschirr und die Präsentation, von den Jahreszeiten erzählen. Wir sitzen in einem jener jungen Restaurants, die Hamburg mittlerweile in Vielzahl kulinarisch prägen: dankenswerter Weise denken immer mehr Köche neuer Generation bewusst regional und saisonal, ohne sich dabei in ihrer Kreativität ausgebremst zu sehen.

Das beweist an diesem Abend im gradlinig designten Wolfs Junge auch der nächste Gang: auf dem Grund einer Schale findet sich hausgemachter Seitan auf cremigem Kartoffelpüree, genial begleitet von knackig kühlen Forellen-Kaviar-Perlen und einem bei Niedrigtemperatur gegarten Onsen Ei, mit typisch cremiger Struktur. Die Küche im Wolfs Junge scheint grenzenlos, wie die folgenden Gänge zeigen. Etwa beim durchscheinend pointiert gegarte Stück vom Kabeljau, in süffiger Beurre Blanc Sauce mit Salz-Zitrone, fermentierten und frisch gehobelten Pilzen. Oder dieser unglaubliche Nose-to-tail-„Zwischengang“: hausgemachte Blutwurst mit Apfel und Senfsaat, die Blutwurst fein gewürzt, mit fleischigen Stücken von Zunge und Herz.

Es geht, auch bei diesen beiden Tellern des von uns gewählten 5-Gang-Menüs (65 Euro), um eine Grundhaltung: alles wird verwertet, alles ist von Wert. Es ist eine Küche, in der man verstanden hat, dass Kochen auf dem Feld beginnt, im Stall. Der Bauer, der Fischer, der Jäger sind wichtig. Dabei ist man im Wolfs Junge leiser als in vergleichbaren Restaurants in Hamburg und Berlin. Angenehm unaufdringlich und beiläufig wie der aufmerksame Service selbst werden hier die Werte des Teams um Sebastian Junge erst mal über Handwerk und Können vermittelt. Wer hinhört und nachfragt, kann aber viel lernen – über Erzeuger, Lieferanten und Wertschätzung. Dann erfährt man auch, wo das Teriyaki-Style geschmorte Huhn zum Gua Bao-Dampfbrötchen herkommt. Der Taiwanesische Klassiker wird hier mit koreanisch inspiriertem, wunderbar mildem Kimichi aus heimischen Gemüsen serviert. Wie das gepickelte und fermentierte Gemüse zum Auftakt kommen auch diese von Biobetrieben aus dem nahen Hamburger Umland – und einer eigenen Gartenparzelle in Ochsenwerder. Dort baut Junge selbst Gemüsesorten nach biologisch-dynamischem Prinzip an.

Zum Highlight des Abends gerät das butterzart gegarte Schwein vom Demeter Hof Klostersee in Grömlitz: ein saftiges Referenz-Schwein, an dem sich künftige Zubereitungen werden messen müssen. Die formidable Weinbegleitung (44 Euro) macht den Abend rund wie der Streifen Dessertkuchen zum Abschluss, eine feine Schnitte aus Biskuit mit eingemachten Beeren und Holundercreme, dazu herb-säuerliches Rote-Bete-Sorbet.

Still und leise hat sich Wolfs Junge seit der Eröffnung im Sommer 2018 zur Top-Adresse in Sachen hyperregionaler und nachhaltiger Genusskultur entwickelt, lässig und kreativ! / Stevan Paul

Wolfs Junge: Zimmerstraße 30, (Uhlenhorst),Telefon 20 96 51 57, Di–Fr 12–14.30, Di–Sa 18–23 Uhr, (Küchenannahme bis 21 Uhr)


 SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN 2020. Das Magazin ist seit dem 3. April 2020 im Handel und auch im Online Shop erhältlich! 

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Ohne Ernährungsregeln: Stevan Pauls neues Kochbuch

Wie kocht man eigentlich ein gutes klassisches Kartoffelgratin? Und was dazu? Mit „Kochen“ hat Foodjournalist und Kochbuchautor Stevan Paul ein 400 Seiten schweres Standardwerk geschaffen, mit dem intuitives Kochen wieder gelingt – ganz ohne starre Ernährungs- und Trendregeln, sondern: so wie es passt. SZENE HAMBURG verlost ein Kochbuch!

Interview: Laura Lück
Foto: Andrea Thode / Brandstätter Verlag

 

SZENE HAMBURG: Stevan, wieso ein Standardwerk? Haben wir das Kochen verlernt?

Stevan Paul: Definitiv! Das Versorgungkochen, wie es meine Mutter noch gemacht hat, ist verschwunden. Die Küchen werden immer kleiner und viele lernen das Kochen auch nicht mehr von zu Hause. Ich dachte dann, es wäre mal an der Zeit ein Standardwerk zu machen, damit dieses Wissen nicht verloren geht. Es geht nicht um die Anbetung des Feuers, sondern ums Weitertragen in diesem Buch.

Entgegen der Trends um Bowl-Gerichte und Superfoods soll „Kochen“ also zurück zum traditionellen Handwerk führen?

Das war die erste Idee des Buches. Wir leben in wilden Zeiten und alle wissen was eine Acai-Bowl ist, aber keiner kann mehr ein anständiges Kartoffelpüree machen. Das haben wir auch unserer schnelllebigen Zeit zu verdanken.

Wir arbeiten alle viel mehr und haben uns daran gewöhnt, auf industrielle Convenience-Produkte zurückzugreifen. Sie kommen jetzt gesünder daher, sind besser gemacht, aber dennoch von der Industrie zusammengeschweißt.

Statt Mikrowellenkost also nun französische Lehrbuchküche? Ist das überhaupt noch zeitgemäß? 

Französische Küche ist die DNA der nordeuropäischen Küche. Viele Klassiker und Standards basieren darauf, aber jedes Land kocht anders. Ich komme durch meinen Lehrberuf auch aus der französischen Ecke.

Es wäre aber nicht richtig zu sagen, dass „Kochen“ ein französisches Kochbuch ist. Es basiert darauf und vieles richtet sich danach. Tatsächlich steckt aber ganz Europa drin. Genau wie Anleihen an die asiatische Küche. Zweimal arbeite ich mit Dashi und einmal mit Kimchi, weil ich glaube, dass diese Dinge mittlerweile in den modernen Kanon einer Standardküche hineingehören. Deshalb gibt’s auch ein Kapitel über Umami.

Ich bin also weltoffen, aber französisch zentriert mit dieser nordischen Gradlinigkeit, die ich da auch noch reingeschmuggelt habe.

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Stevan Paul in seinem Element: tausend Töpfe auf dem Herd

Hast du auch Persönliches reingeschmuggelt? In deinen bisherigen Kochbüchern begleiten wir dich auf kulinarischen Reisen und folgen deinen Empfehlungen. Wie viel Stevan Paul steckt in „Kochen“?

Ganz viel! Ich habe Grenzen und Schubladen lustvoll hier und da verlassen, weil es trotz Standardwerk Stevan Paul sein soll. Ich bete nicht vor, ich biete ganz viel an. Ich habe zum Beispiel ein Käsekapitel eingebaut, das aus der Gliederung nach der französischen Restaurantküche herausfällt. Einen Käseposten gibt es so nicht.

Den macht normalerweise der Dessertverantwortliche oder die Gardemanger, die kalte Küche. Es gibt außerdem ein kleines Kapitel über Sherry, weil ich den über alles liebe und er vor allem so irre gut ist zum Kochen. Er bringt Aromen und Wumms in die Gerichte. Das sind die kleinen persönlichen Späßchen, die ich mir hier und da erlaube.

Im Vordergrund stehen dieses Mal aber die Vorlieben des Lesers. Deshalb sind deine Rezepte auch nach Baukastensystem strukturiert.

Ja, ich habe gemerkt, dass die Menschen sich das wünschen. Haben Sie ein tolles Rezept für Rotkraut
mit karamellisierten Maronen und sonstigem Schnickschnack gefunden, blättern sie jedes Mal bei Appetit auf Rotkraut los und kochen danach. Ohne Maronen und Chichi. Die wollen sie nämlich unter Umständen überhaupt nicht. Und so kam ich auf die Idee zu sagen: Kocht doch was ihr wollt und kombiniert selbst wie ihr mögt.

Ich wollte individuelles Kochen darstellen und zeigen, dass ein Gericht auch zerfallen und sich wieder anders zusammensetzen kann. Es geht um Variation.

 

„Ausprobieren, experimentieren, Lust haben, das ist mir wichtig“

 

So lernen wir auch wieder nachzuspüren, was uns eigentlich schmeckt?

Genau, ich möchte mit dem Buch dazu ermutigen, dir deine eigene Küche und deinen eigenen Geschmack wieder zu erarbeiten. Was schmeckt dir? Was magst du? Ausprobieren, experimentieren, Lust haben, das ist mir wichtig. Kochen ist so spannend. Gerade wenn man es nicht kann. Da helfe ich gern, es auch als Handwerk zu verstehen, aber auf dieser Basis kann man ganz toll kreativ werden.

Aber wie kann man sich nach einem langen Tag dazu motivieren?

Kochen ist Einstellungssache. Wenn man mit dem Gedanken rangeht: „Oh Gott, ich muss jetzt einen Berg Paprika schneiden“, dann ist das natürlich nicht der richtige Angang. Macht man sich dazu aber schöne Musik an und wird dann eine halbe Stunde später auch noch mit einem tollen selbst gekochten Gericht belohnt, dann ist das die schönste Wellness, die man sich vorstellen kann.

Oft scheitert der Versuch ja aber schon beim Einkauf und langen Zutatenlisten, für die man erst mal vier Feinkostläden durchforsten muss …

Ich habe Buchhändlerinnen nach der am meisten gestellten Frage vorm Kochbuchregal gefragt. Die Beschaffung der Zutaten ist tatsächlich die größte Sorge. Deshalb habe ich versucht, den Einkauf so weit wie möglich runter zu brechen. Wenn ich mir Gewürzregale in Privathaushalten ansehe, frage ich mich immer: Was macht ihr damit? In „Kochen“ habe ich die Top Five Spices aufgelistet. Damit kommt man ganz weit.

Auch mit den restlichen Zutaten bin ich sehr minimalistisch vorgegangen. Es gibt auch ein Kapitel über Nachhaltigkeit. Dort kann man lesen, wie man besser haushaltet und wirtschaftet. Außerdem koche ich im Buch nur mit Dingen, die du in jedem Supermarkt bekommst. Ich wollte unbedingt einen barrierefreien Zugang.

Gemüse-Bulgur

Geht auch vegetarisch: Spiegelei zum Gemüse-Bulgur

Es muss also nicht immer der Bio-Hofladen sein?

Ich habe versucht ohne Bauernhofromantik und Bio-Belehrung auszukommen. Ich habe selbst die Saisons rausgeschmissen, weil ich wollte, dass die Leser sich einfach mal locker machen und kochen. Ohne Vorgaben und ohne Wochenmarkt-Vorbild. Ich glaube aber auch, dass man irgendwann von ganz allein Lust auf gute Produkte bekommt, wenn man sich länger mit Kochen und Geschmack beschäftigt.

Wo in Hamburg kaufst du diese guten Produkte am liebsten ein?

Wochenmärkte sind natürlich toll, aber sie finden oft unter der Woche statt. In Eppendorf gibt’s samstags einen Bio-Wochenmarkt. Da kriegt man alles, was man für ein tolles Essen braucht. Selbiges gilt auch für die Hobenköök. Da bekommst du das gesamte regionale Angebot von Fleisch über Fisch bis Käse und Gemüse. Sogar Odefey Geflügel; das bekommt man sonst nur als Gastronom.

Frisch einzukaufen ist aber immer auch eine Kostenfrage.

Gesunde Ernährung basiert immer auf einer Mischkalkulation. Wenn du wenig Fleisch kaufst, hast du mehr Geld für Gemüse und auch das kostet nicht mehr die Welt, wenn du saisonal kaufst. Die Erdbeeren sind dann am günstigsten, wenn sie richtig gut sind. Deshalb weiß ich, dass eine gute Ernährung nicht am Geld hapert.

Die Leute haben verlernt auch mal nur mit Gemüse zu kochen und denken immer, es muss Fleisch dabei sein. Und dann sparen sie genau daran und bekommen Quälfleisch aus der Tierfabrik.

 

„Genuss heißt vor allem, sich Zeit zu nehmen“

 

Wir müssen also generell unsere Genusskultur überdenken. Was bedeutet Genuss für dich?

Das Wort Genuss ist bei uns oft falsch platziert. Darum haben wir auch eine Politik, die sich nicht für Genuss interessiert, weil sie denkt, dass er Überfluss bedeutet. Genuss heißt aber vor allem, auch sich Zeit zu nehmen, sich hinzusetzen zur Mahlzeit, selbst zu wissen, was drin ist und sich vor allen Dingen möglichst unabhängig von industriell hergestellten Lebensmitteln zu machen – und das, ohne in eine religionsartige Gesundheits-Esoterik umzuschlagen. Deswegen ist einfach draufloszukochen eigentlich die schönste Art zu genießen.

Zum Genuss gehört auch die entsprechende Optik eines Gerichts. Die Teller sind im Buch wahnsinnig schön fotografiert. Wie klappt die kunstvolle Drapierung auch zu Hause?

Dafür habe ich extra ein Kapitel übers Anrichten drin. Wenn man ein paar Dinge beherzt, dann klappt das auch. Am allerwichtigsten sind aber warme Teller. Denn stehst du stundenlang in der Küche und richtest auf kalten Tellern an, dann ist das Sößchen auf dem Weg zum Tisch schon erfroren. Ich bin der Botschafter für warme Teller. Das ist ganz, ganz wichtig!

Bevor wir nun alle loslegen: Wie sieht eine sinnvolle Grundausrüstung für die eigene Küche aus? Was braucht man wirklich in Zeiten von Thermomix und Avocadoschäler?

Mit einem scharfen Messer und einem Brett kommst du echt schon weit. Dazu einen großen und einen kleinen Topf und ein bis zwei Pfannen, die nicht sofort verbiegen. Pürierstab find ich super, eine Küchenwaage kann nicht schaden und vielleicht ein Sparschäler. Und dann haben wir es eigentlich schon. Es braucht viel weniger, als man denkt.

stevanpaul.de


 Wir verlosen ein Kochbuch „Kochen“ von Stevan Paul!kochen-stevan-paul

Wie könnt Ihr mitmachen? Na so:

Bitte gebt für die Teilnahme Euren vollständigen Namen an. Viel Glück!


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2019. Das Magazin ist seit dem 29. November 2019 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Top 10 – Das beste Labskaus und Fischbrötchen der Stadt

Das norddeutsche Traditionsgericht Labskaus ist immer einen Versuch wert – man muss nur wissen, wo. Anfänger können ja erst einmal mit einem Fischbrötchen starten

Beitragsfoto: 127071 / Pixabay

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung; zuletzt aktualisiert 7/2019

 

1) Alt Helgoländer Fischerstube – Frisch vom Fischmarkt

Authentischer kann man in Hamburg keinen Fisch essen. Frisch vom nahen Fischmarkt wird hier nämlich alles, was Flossen hat, zu leckeren Gerichten verarbeitet. Darunter findet man Klassiker wie „Seemanns Labkaus“ oder „Hamburger Pannfisch“, die in so guter Qualität wie dieser schwer zu finden sind.

Alt Helgoländer Fischerstube: Fischmarkt 4 a-c (Altona-Altstadt)

 

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 2) Astra St. Pauli Brauerei – Direkt auf dem Kiez

Astra und der Kiez gehören einfach zusammen. Umso schöner, dass es jetzt auf der Reeperbahn eine Mischung aus Restaurant, Mikro-Brauerei und Bar gibt. Das Essen ist hier wie das Bier: ehrlich, sympathisch und handfest. Dazu zählen neben Bratwürsten, Burgern und Pommes auch die „Hamburger Tapas“, zum Beispiel „Laufhauslabskaus“ mit Spiegelei, Rollmops, Roter Bete, Gurken und hausgemachtem Brot – in Hamburgs „geilster Kiez-Kantine“.

Astra St. Pauli Brauerei: Nobistor 16 (St. Pauli)


3) Brücke 10 – Fischbrötchen mit Hafenausblick

Gibt es etwas Schöneres, als bei Sonnenschein an den Landungsbrücken zu sitzen, Schiffe zu gucken und ein Fischbrötchen zu essen? In Hamburg jedenfalls nicht. Egal ob Tourist oder Einheimischer – direkt auf dem Ponton, wo die Fähren anlegen, findet jeder echt gute Makrelen-, Krabben- oder Pannfisch-Brötchen mit frischem Fisch und ohne viel Schnick- schnack. Sehr beliebt ist der Kräutermatjes mit Lorbeeren und Zimt – ein Snack mit Suchtpotenzial.

Brücke 10: Landungsbrücken 10 (St. Pauli)

 

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4) Fischbeisl – Traditionell, mediterran und kreativ

Was ist der perfekte Ort, um frischen Fisch zu servieren und auch zu genießen? Natürlich in unmittelbarer Nähe der Fischmarkthallen. Inmitten unter den ganzen Händlern bietet das Bistro traditionelle, mediterrane und kreative Küche. Bei der Zubereitung darf hier gerne über die Schulter geschaut werden, wenn in der offenen Küche die Pfannen geschwungen werden. In diesem Jahr feiert das Bistro seinen zehnten Geburtstag.

Fischbeisl: Große Elbstraße 131 (Altona)


5) Fischmarkt Bistro – Frischer geht’s nicht

Ein richtig gutes Fischbrötchen lebt von der Frische der Zutaten – vom Brötchen bis zum Fisch. Noch frischeren Fisch als im Fischmarkt Bistro kann man nicht bekommen, liegt es doch auf der Rückseite der Fischauktionshallen. Das merkt man den Gerichten deutlich an, denn alle sind aromatisch und einfach köstlich. Tipp: Es gibt hier auch Poké-Bowls.

Fischmarkt Bistro: Große Elbstraße 133 (Altona-Altstadt)

 

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6) Gosch im Hauptbahnhof – Sylt-Flair am Hauptbahnhof

Nach gründlicher Renovierung im vergangenen Jahr trumpft Gosch in der Wandelhalle nun wieder mit gemütlichem Sylter Flair, frischem Fisch und feinen Weinen auf. Lachs, Krabben, Matjes und Co kommen hier frisch aufs Brötchen und beweisen, dass auch ein Snack von der Bahnhofs-Fressmeile qualitativ hochwertig und lecker sein kann!

Gosch: Glockengießerwall 8-10 (Altstadt)


7) Kaan’s Hanse Fisch – Wo Profis einkaufen

Das geht nur hier. Eigentlich ist der Laden nämlich ein Großhändler für die Gastronomie, der Köche mit allem, was aus dem Meer kommt, versorgt. Aber auch Normalverbraucher bekommen hier ihr sehr gutes Fischbrötchen. Krabbensalat, Backfisch und Co gibt’s übrigens auch.

Kaan’s Hanse Fisch: Fruchtallee 128 (Eimsbüttel)


8) Kleine Haie, Große Fische – Nur für Kiezgänger

Diese Fischbude ist nur was für Kiezgänger: Tatsächlich hat sie nämlich nur an den beiden Tagen geöffnet, an denen die Massen auf die Reeperbahn strömen. Wegen der leckeren Fischbrötchen – besonders mit Kräutermatjes – lohnt es, die nächste Runde auf der Reeperbahn mit einem Besuch hier zu verbinden.

Kleine Haie, Große Fische: Querstraße 4 (St. Pauli)

 

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9) Nuggis Elbkate – Vom alten Seebären

Eines der besten Fischbrötchen Hamburgs gibt es bei Nuggi: für schlappe drei Euro für den Matjes oder Bismarck im Brötchen mit einer – so wie es sich gehört – ordentlichen Portion Zwiebeln. Neben frischem Fisch auf die Hand, gibt es manchmal obendrauf eine wilde Geschichte vom alten Seebären Nuggi, der seit 1992 die Bude führt und ein echtes Original ist.

Nuggis Elbkate: Fähranleger Neumühlen/ Oevelgönne (Othmarschen)


10) Oberhafenkantine – Schräges Ambiente

Wer auf schräges Ambiente steht, ist hier genau richtig, denn die denkmalgeschützte Oberhafenkantine ist die hanseatische Variante des schiefen Turms von Pisa. Mitten in der Speicherstadt, dort wo die Luft noch heute nach Kaffee, Tee, Salz und ein bisschen Fisch riecht, genießt man Hamburger Traditionsküche wie Labskaus und noch vieles mehr.

Oberhafenkantine: Stockmeyerstraße 3 (HafenCity)

 

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