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Top 5 – Charmante Stadtoasen für den Sommer in Hamburg

Hamburgs grüne Seite kommt mal prominent daher, mal ganz unverhofft vor den Toren der Stadt. Diese Stadtoasen versüßen euch den Sommer in der Metropole

Text: Frank Berno Timm
Fotos: Massimo Tealdi

 

1) Kletterwald Hamburg – In den Kronen der Bäume

Wer die Augen schweifen lässt, sieht Seile und Podeste an den Bäumen befestigt, alles in atemberaubender Höhe. Die „Flying fox zones“ (Seilbahnstrecken) sind sorgfältig abgesperrt. Am Eingang liest der am Boden Gebliebene, dass es sieben Routen quer durch die Bäume gibt, die sich im Schwierigkeitsgrad unterscheiden. Zudem sind sie den Bedürfnissen unterschiedlicher Körpergrößen angepasst, erklärt Wiebke Unger vom Klettergarten. An der Kasse hängen Gurte und jeder kriegt einen Helm – auch zum Schutz gegen herunterfallende Äste.  Vorletztes Jahr, berichtet Wiebke Unger, sei sogar ein 85-Jähriger im Kletterwald unterwegs gewesen. Ach ja: Wer unten bleiben will, für den bleibt nicht nur der Spielplatz, sondern auch eine eigene Entdeckungsreise.

Kletterwald Hamburg: Meiendorfer Weg 122-128 (Volksdorf)

Kletterpark-c-MASSIMO TEALDI


2) Elbpark Entenwerder – Natur und Industriecharme

Da ist er! Schon beim Aussteigen aus dem Bus am Rothenburgsorter Marktplatz sieht man das Bauwerk: Alexis de Chateauneuf machte die Pläne für den Rothenburgsorter Wasserturm. Der Reiz liegt in seiner Naturnähe: herrliche Bäume, Wiesen und Wasser – ohne Schnickschnack, einfach puristische Natur. An der Bootsrampe liegt das Café Entenwerder 1. Hier gibt es guten Kuchen und Kaffee, dazu bei gutem Wetter Sonne satt. Es ist diese Mischung aus Alt und Neu, aus Industrie und Natur: Betagte Stühle und Tische bevölkern den alten Ponton mit seinem schicken goldenen Aufbau aus einem früheren Münsteraner Ausstellungsprojekt. Ab und an murmelt ein Flussschiff vorbei. Wer es traditioneller mag, ist im Entenwerder Fährhaus am Eingang der Insel genauso gut aufgehoben.

Elbpark Entenwerder: Entenwerder 8 (Rothenburgsort)

Elbpark-Entenwerder-c-MASSIMO TEALDI


3) Burg Henneberg – Das Dornröschenschloss

Die Burg Henneberg, oberhalb der Alster und abseits des Straßenkrachs gelegen, wo sich nur Vogelgezwitscher und fernes Flugzeugraunen ins Geschehen mischen. Nach zwei weiteren Besitzerwechseln wird 2014 eine Stiftung gegründet, die die Burg „erlebbar“ machen will: Jazz, Pop und Soul, Zauberei und Vorträge sind im Programm, mit 20 bis 120 Gästen kann man sich einmieten. Egal wie: Allzu schnell wird man hier nicht wegwollen, allein schon wegen Dornröschen, die irgendwo im Turm von ihrem Prinzen träumt.

Burg Henneberg: Marienhof 8 (Poppenbüttel)

Burg-Henneberg-c-Massimo Tealdi


4) Der Loki-Schmidt-Garten: Botanische Wildnis

Der Botanische Garten gliedert sich in drei Überschriften: Pflanze und Mensch, Pflanzensystematik und Pflanzengeographie. Es werden Länder und ganze Kontinente behandelt, es gibt einzelne, thematische Gärten: Giftpflanzen sehen zum Beispiel eher harmlos aus. Ein Duft- und Tastgarten ist zu finden und ein Bibelgarten. Unweit davon liegen die Nutzpflanzen- und Gräsergärten. Im Café Palme gibt’s zum fairen Preis die für den botanischen Wanderer obligatorische Portion Kartoffelsalat mit Bockwurst oder einen stärkenden Kaffee. Mit dem Rad darf man hier nicht umherfahren, Schlenderer und Sonnenanbeter sind aber willkommen, sie bevölkern den Rasen oder lassen sich donnerstags von 13 bis 15 Uhr (außer feiertags) zu ihren Pflanzen beraten.

Loki-Schmidt-Garten: Ohnhorststraße (Flottbek)

Der Loki-Schmidt-Garten-c-MASSIMO TEALDI


5) Naturschutzgebiet Höltigbaum – Urwald am Stadtrand

Das NSG Höltigbaum hat insgesamt 556 Hektar, das NSG Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal kommt noch einmal mit 220 Hektar dazu – Meiendorf liegt im Norden, Stapelfeld im Süden. Zunächst spaziert man auf Asphalt am Infohaus der Wilden Weiden und einem Waldkindergarten vorbei, dann auf Sandwegen. Die ersten Siedler, es waren nomadisierende Rentierjäger, kamen vor 12.000 Jahren her.  Heute leben hier Weidetiere – Galloways, Schafe und Ziegen. Die Regeln sind streng: Wege dürfen nicht verlassen werden, Hunde nur auf dem Freilaufplatz ohne Leine toben. Schön sind die Lehrelemente: Da ist zum Beispiel ein großer Metallteller, auf dem Steine ausgebreitet sind und erläutert wird, welche Schlussfolgerungen die Wissenschaft aus ihrer Herkunft ziehen kann. Man sollte viel Zeit mitbringen. Oder ein Fahrrad.

Naturschutzgebiet Höltigbaum: Eichberg 63 (Rahlstedt)

Naturschutzgebiet-Hoeltigbaum-c-Massimo-Tealdi


Szene-Hamburg-Juli-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Juli 2019. Titelthema: Schmelztiegel St. Georg.
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Rindchen schlemmt – Hygge im Landhaus Flottbek

Der perfekte Sommergarten! Nicht nur das wunderschöne Ambiente lockt unseren Kolumnisten Gerd Rindchen ins Hygge nach Nienstedten.

In einem wunderschönen, verwunschenen Sommergarten am Reetdachhaus sitzen, exzellente Küche ohne ChiChi genießen und dazu außergewöhnliche und überdies bezahlbare Weine entdecken: Das recht neue „Hygge“ im ehrwürdigen Landhaus Flottbek macht’s möglich. Die Crew von Küchenchef Thomas Nerlich beherrscht die ganze Klaviatur von der unkomplizierteren „Bar Food“-Karte mit würzigem Pulled Pork Burger mit Röstzwiebeln (12 Euro) oder hervorragend angemachtem Tatar vom Weiderind (Vorspeise 16, Hauptgang 26 Euro) bis hin zu kreativen Vorspeisen wie Allerlei vom Blumenkohl mit jungen Salatherzen und wilden Rotgarnelen (15 Euro) und Klassikern der hanseatischen Hochküche wie Tranche vom Steinbutt mit Erbsenpüree, Kopfsalat und Queller (34 Euro) oder Hamburger Stubenküken mit Rahmkohlrabi und Karottenpüree (22 Euro). Erlebnishungrigen MitbürgerInnen lege ich dringlichst das Nerlich’sche Dreigang-Überraschungsmenü für faire 36 Euronen ans Herz. Eine Klasse für sich ist die Weinberatung und die Weinkarte, vom ausnehmend freundlichen Ex-Sternesommelier Lennart Wenk enorm kundig und, eher hamburg-unüblich, sehr interessant und abwechslungsreich zusammengestellt. Dabei wurde sogar ziemlich fair kalkuliert. So gibt es die legendäre fränkisch-trockene Scheurebe von Max Müller I für 29 € pro Flasche, ein veritables Großes Gewächs (2011 Niersteiner Orbel von St. Antony) ist für 48 Euro zu haben. Wer keine Lust auf Wein hat bekommt leckere hausgemachte Limonaden oder erstklassig gemixte Drinks von Barchef Alexander Wagner. Und wenn es draußen wieder (nicht auszudenken aber unabwendbar) kalt und ungemütlich wird? Dann schart sich alles im gemütlichen Gastraum um den warmen Kamin.

Text: Gerd Rindchen

Hygge im Hotel Landhaus Flottbek: Baron-Voght-Straße 179 (Nienstedten), Telefon 040.82 27 41 60; www.hygge-hamburg.de

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Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 

 

 


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 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!