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Stoff fürs Großhirn: Hippocampus Festival am Billhafen

Auf der Grünfläche der Rudervereinigung Bille findet vom 22. Juli bis 15. August das interdisziplinäre Kunstfestival Hippocampus statt

Text: Isabel Rauhut

 

Eingebettet zwischen der ruhigen Bille und dem Industriegebiet in Rothenburgsort, befindet sich das Hippocampus Festival. Ein volles Programm aus Bildender Kunst, Live-Musik und Workshops wird hier im Rahmen des Kultursommer Hamburgs noch bis zum 15. August geboten.

Um eine original Datsche aus DDR-Zeiten, das „Haus Seepferdchen“, die an der Ostseeküste vor über 50 Jahren gebaut wurde, ist eine grüne Bühne und Fläche für Kultur entstanden. Das Festival wird von der Galerie Oel-Früh kuratiert, die seit 2005 ihr Ausstellungs- und Atelierhaus in Rothenburgsort hat.

Studio C.A.R.E. und die Galerie Oel-Früh haben zusammen ein Highlight auf dem Gelände geschaffen: Den „Bunker Spa“. In einem alten, ehemals vermoderten Bunker, können Besucher:innen jetzt mit dem Geruch ätherischen Öle in der Nase, Brunnengeplätscher und seichter Musik auf den Ohren und einem angenehmen Fußbad kurz dem Alltag entfliehen.

Der Eintritt ist frei und auf hundert Pesonen limitiert. Der Zutritt ist nur mit tagesaktuellem Schnelltest möglich.

Hippocampus Festival: 22. Juli bis 15. August 2021


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#MeetFrida: Kunst im öffentlichen Raum

#MeetFrida am Jungfernstieg, im Park Fiction, im Eichenpark und in einer Pop Up Gallery im Hanseviertel

Text: Isabel Rauhut

 

MeetFrida3_ARt_Gallery_Kultursommer_Foto_Team_SZENE_JG-8#MeetFrida wurde im Sommer 2020 aufgrund von Corona als neuartige Initiative zur Förderung von Künstler:innen in Deutschland ins Leben gerufen. Seitdem zeigt das Projekt die Online-Galerie www.meetfrida.art mit diversen Kunstkampagnen im urbanen Umfeld, aufstrebende Kunstpositionen in Malerei, Fotografie und Skulptur von Künstlern aus ganz Deutschland.

Neben der digitalen Plattform steht #MeetFrida für weitere vielfältige Kunstprojekte: Im Rahmen des Kultursommer Hamburgs wurde auf der Reesendammbrücke am Jungfernstieg, im Park Fiction auf St. Pauli und im Eichenpark am Alstervorland die MeetFrida ARt Gallery platziert. Werke von insgesamt 30 Hamburger Künstler:innen sind hier seit dem 17. Juli einen Monat lang virtuell zu entdecken.

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Foto: SZENE HAMBURG / JG

Der Name ARt Gallery spielt auf die digitale Umsetzung der Ausstellung in AR (Augmented Reality) an: Der Handy-Bildschirm wird zum Museumseingang. Bildende Kunst kann so interaktiv erlebt und in eine Gruppenausstellung eingetaucht werden. Sichtbarkeit im realen Raum erhält die Ausstellung über einen rosa Kubus, der den Ort markiert und per QR-Code den Zugang zum digitalen Museum ermöglicht. Besucher:innen können per Handy den Code scannen und die AR-Ausstellung öffnet sich direkt im Browser, eine App ist nicht nötig.

 

Kunst on- und offline

 

Mit einer Pop-up Gallery im Hanseviertel in der Hamburger Innenstadt sind on top die Werke von insgesamt 10 Hamburger Künstler:innen auch offline zu sehen. Die Gruppenausstellung läuft noch bis zum 31. Juli. Wen es nicht in die Innenstadt zieht: Die Pop-Up-Ausstellung gibt es – natürlich – auch als 3D in einer App.

In einer Aktion ab dem 10. August gibt’s dann, wie auch schon 2020, weitere Kunst im öffentlichen Raum: Dabei werden 40 Großflächen in vier Hamburger Stadtteilen nach dem Motto „Kunst statt Werbung“ mit 18/1 Kunstplakaten in Hamburg plakatiert. Die Aktion erschafft eine Outdoor-Galerie auf Zeit und macht Kunst für jeden zugänglich. Anhand einer digitalen Karte auf www.meetfrida.art werden Interessierte von Ort zu Ort geführt und erhalten umfassende Informationen zu Künstler:innen und Werken.

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Elliott Landy’s Woodstock Vision: Erinnerungen an die Liebe

Das Woodstock-Festival 1969 war eine XXL-Demonstration der damaligen Friedensgeneration. Unvergessen bleibt deren Lebensgefühl auch dank Ausstellungen wie „Elliott Landy’s Woodstock Vision“

Text: Erik Brandt-Höge

 

Eine Milchfarm bei New York sollte vom 15. bis 17. August 1969 zur Kulisse eines Mega-Events werden. Das Woodstock-Festival stand an, und nicht weniger als eine halbe Million Menschen strömte heran, um für Liebe und Frieden zu protestieren und nicht zuletzt den passenden Live-Soundtrack von Musikgrößen à la Jimi Hendrix, Joan Baez, Janis Joplin, Santana und Joe Cocker zu zelebrieren.

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Woodstock, meine Liebe (Foto: Elliott Landy)

Auf den grünen Hügeln vor der Bühne machte es sich eine Generation gemütlich, die vom Vietnamkrieg, von der Kuba-Krise und allerhand ähnlichen sie verstörenden Ereignissen schlichtweg die Schnauze voll hatte. Während einige der größten Hits der Rockmusik übers Areal schallten, schalteten alle Anwesenden einfach mal ab vom Weltwahnsinn und setzten voll und ganz auf Harmonie.

Festgehalten wurden diese Glücksmomente vom amerikanischen Fotografen und Autor Elliott Landy, der zu den wenigen zählte, die nicht bloß vor, sondern auch auf der Woodstock-Bühne Bilder machen durften. „Elliott Landy’s Woodstock Vision“ ist nun der Titel einer Ausstellung im Überseeboulevard 5, die in vier Sektionen („I Vision of a Generation“, „II Stars and Stones“, „III Hight on Musik“, „IV Woodstock“) den Zeitgeist der späten 60er Jahre ins Hier und Jetzt hievt. Zu erleben sind etwa meterhohe Porträts der Live-Acts, eine audiovisuelle Psychdelic Show und ein Woodstock Café.

Elliott Landy’s Woodstock Vision: 1.8.–31.10., Überseeboulevard 5, täglich 14–20 Uhr, Fr–Sa 14–21 Uhr


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Juli 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Ausstellung: Blicke auf 150 Jahre Hamburger Kunsthalle

Ihr 150. Jubiläum feiert die Hamburger Kunsthalle mit einer Schau, die mehr als ein Rückblick ist

Text: Sabine Danek
Foto (o.): Christoph Irrgang – Hamburger Kunsthalle

 

Einst flanierte man einen Hügel zur Kunsthalle hinauf, Kutschen fuhren vorbei, die Kleider waren lang und drum herum war alles grün. Nach vielen Provisorien bekam die Kunsthalle 1869 den heutigen, zentralen Bau und ihren ersten Direktor. Doch ausgerechnet ihm gefiel der Prachtbau nicht wirklich. Der starre Historismus stand Alfred Lichtwarks Auffassung, dass ein Museum sich aus seiner Nutzung heraus ergeben solle, im Weg. Mit ihm begann nicht nur eine Ausstellungs- sondern auch eine Architekturgeschichte, die immer wieder von Auseinandersetzungen begleitet war.

 

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Gründungsbau der Hamburger Kunsthalle, vor 1889 / Foto: Hermann Priester – Hamburger Kunsthalle

 

Als 1906 ein Anbau geplant war, nutzte Lichtwark die Gelegenheit, andere europäische Ausstellungshäuser zu studieren und setzte nach vielen Querelen schlichtere Räume und hohes Seitenlicht durch. Die nächste erbitterte Diskussion folgte fast 80 Jahre später mit dem Wettbewerb für die Galerie der Gegenwart, der 1985 ausgeschrieben wurde und bei dem sich nicht einer der visionären Entwürfe, sondern der Klotz des Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers durchsetzte, der wie eine Bastion auf den ehemaligen Wallanlagen steht und auch genauso schwer einzunehmen ist. Zu seinem abweisenden Äußeren gesellen sich steile Treppen und ein beklemmendes Untergeschoss, in dem noch am besten die klaustrophobische Retrospektive Gregor Schneiders zur Geltung kam.

 

Glanzstück der Gegenwart

 

Dass die Galerie der Gegenwart dennoch zu einem Glanzstück wurde, liegt an den Kuratorinnen, die dort seit Jahren spannende Schauen von Künstlerinnen wie Eva Hesse, Gego, Roni Horn, Geta Brătescu oder Anita Reé zeigen – und das „Warten“ in einer ikonischen Ausstellung mit überraschenden Facetten versahen.

Mit dem neuen Direktor Alexander Klar, seit August frisch im Amt, feiert die Kunsthalle jetzt ihr Jubiläum – und mit der Schau „Beständig. Kontrovers. Neu – Blicke auf 150 Jahre“. Zusammengestellt von der Leiterin der Provenienzforschung, Uta Haug, und von den jungen Kuratorinnen Shannon Ort, Andrea Völker und Lisa Schmid, will sie Schlaglichter auf die Arbeit des Museums selbst setzen – und dabei durchaus auch kritisch sein. Sie fragt nach den Aufgaben eines Museums, danach was gezeigt und eben nicht gezeigt wird, untersucht dessen Förderung und, ob es Verbindungen zum Kolonialismus gab.

Darüber hinaus sind Postkarten, Fotos und andere Erinnerungen, die Hamburger eingereicht haben, zu sehen und man kann nicht nur über einen NDR-Bericht des Kunstraubs von 1978 staunen, bei dem weder Alarmanlage noch Wächter reagierten, sondern auch über einen Film, in dem im Dämmerlicht die Gemälde der Romantiker erkundet wurden. Auf vielfältige Weise legt der Blick auf die Museumsgeschichte dabei immer auch Fährten in die Zukunft der Kunsthalle aus.

Hamburger Kunsthalle: „Beständig. Kontrovers. Neu – Blicke auf 150 Jahre“, bis 10.11.


Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, September 2019. Titelthema: Mobilität – Das bewegt die Stadt. Das Magazin ist seit dem 29. August 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich!


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