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Smoothica: Neuer Stern am Hamburger Neo-Soul-Himmel

Das Quartett Smoothica, formiert an der Hamburg School of Music, setzt auf seiner ersten EP „Inside“ auf eine extrem entspannte Klangästhetik

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Julia, Angelo, Alex und Julian, ihr habt alle an der Hamburg School of Music studiert. Die School ist bekannt dafür, dass dort schnell neue Bands entstehen. Welche Möglichkeiten wurden euch dort geboten?

Julian: Einer der Vorteile, den wir dort hatten, war natürlich die Nutzung der Räumlichkeiten. Wir haben auch die Sommer- und Winterkonzerte der School mitgespielt. Aber wir sehen uns nicht als reine School-Band. Es gibt ja Bands, die ausschließlich während ihres Studiums bestehen. Wir aber haben früh erkannt, dass wir auch in größeren Kontexten auftreten möchten.

Die Bandgründung war 2018. Konntet ihr euch damals schnell auf den Smoothica-­Mix aus Neo­-Soul, HipHop, Pop und Jazz einigen, der jetzt auf eurer ersten EP „Inside“ zu hören ist?

Angelo: Ich hatte damals die Vision, etwas Richtung Neo-Soul zu machen. Schritt für Schritt habe ich mir die Leute dafür zusammengesucht, und jeder hat seinen eigenen Stil mitgebracht – sodass aus der anfänglichen Neo-Soul-Idee ein ordentlicher Genre-Mischmasch wurde.

Julia: Auf „Inside“ gibt es den Song „Flappy Bird“. Das ist einer unserer ersten Songs. Wir sind zwar vor der EP-Veröffentlichung nochmal ran gegangen, aber eigentlich stand dieser Sound, den „Flappy Bird“ hat, also dieser Genre-Mix, schon von Anfang an. Wir haben ihn nur weiterentwickelt.

Julian: Und auch diese Weiterentwicklung ist ganz natürlich passiert, nämlich durchs regelmäßige miteinander Spielen. Wir haben uns nie hingesetzt und gesagt: „Wir wollen so und so klingen und müssen Musik deshalb auch genau so und so schreiben und üben!“

 

„Das „smooth“ in unserem Namen soll schon Programm sein“

Angelo

 

Beim Hören von „Inside“ möchte man meinen, es hätte zumindest eine Devise im Vorfeld gegeben: Hauptsache entspannt!

Angelo: Das trifft es! Wir haben sogar einen Slogan, wenn man so will, oder zumindest einen Hashtag, den wir regelmäßig benutzen: #smoothdigga. Das „smooth“ in unserem Namen soll schon Programm sein.

Musikalisch sind die Songs entspannt, textlich hingegen wiegt manches schwerer. Zum Beispiel der Song „Love Hurts“. Darin gehe es um die Trauer einer sehr engen Freundin von dir, Julia, heißt es.

Julia: Genau, der Hintergrund des Songs ist schon sehr heftig. 2018 hatte sie zwei schwere Verluste, und obwohl ich diese gar nicht so erfahren haben wie sie, sind sie mir sehr nahegegangen. Ich habe textlich versucht, das alles für sie, aber auch für mich zu verarbeiten. Gleichzeitig wollte ich einen Mut entwickeln. Ihr Schmerz hat ja gezeigt, dass sie Menschen total geliebt hat – und das ist etwas Positives. Wir haben mit dem Song und dem dazugehörigen Video zeigen wollen, in dem es eine Tanzperformance gibt, dass man da wieder rauskommt und es überstehen kann.

 

 

Nun hattet ihr eigentlich vor, mit dieser EP zu touren – was Corona-­bedingt nicht geht. Wo in Hamburg wäre denn ein passender Auftrittsort, um die EP live zu präsentieren?

Angelo: Die Barclaycard Arena (lacht).

Julian: Im Ernst: Extrem schön dafür fände ich die Prinzenbar.

Alex: Auch das Häkken wäre passend. Im vergangenen Jahr haben wir dort eine Show gespielt – und es geschafft, als Newcomerband die Location auszuverkaufen. Es war eine riesige Party. Und das hoffen wir natürlich auch für die Release-Show: den Laden vollzubekommen.

Die Barclaycard Arena war zwar ein Scherz, aber: Gibt es bei euch so eine Art Höher-­Schneller­-Weiter­-Denken?

Angelo: Oft ist es ja so, dass wenn man natürlich wachsen will, dazu neigt, die Sachen auch mal ein bisschen schleifen zu lassen. Wenn man aber klare Ziele erreichen will, muss man sich ranhalten.

Julian und ich sind beide in der Nähe von Scheeßel groß geworden – und wir wollen beim Hurricane Festival spielen. Klar ist es ein weiter Weg dorthin, aber auch nicht komplette Utopie. Wir glauben, dass wir das schaffen können.

„Inside“ von Smoothica ist am 26.2. erschienen


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, April 2021. Das Magazin ist seit dem 27. MÄRZ 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Meet the Resident – SR DJ Hermo

Jeden Monat stellt SZENE HAMBURG Residents vor, diesmal: SR DJ Hermo (23, guuc) – präsentiert von hamburg elektronisch

Interview: Louis Kreye & Jean Djaman

 

SZENE HAMBURG: Wie würdest du deinen Sound beschreiben?

SR DJ Hermo: Die Mischung macht es! Viel House, viel Techno, gerne HipHop, Italo, Afro, Disco. Viele verschiedene Einflüsse! Hier gilt eher: Wie spät ist es und wo befindet man sich?

Was war dein größter Moment als DJ?

Auf einem Rundgang der Kunstakademie Düsseldorf. Wir waren eine achtköpfige Gruppe. An diesem Wochenende war selbst die Zugfahrt legendär! Und kürzlich habe ich bei einem 3Floor Riesen-Rave im Volt das Opening gespielt. Die Atmosphäre war überwältigend.

Was sind für dich Hamburgs Stärken?

Die Leute!

Und die Schwächen?

Weitere Bars mit guter Anlage würden der Stadt gut tun.

 

Heat on the dancefloor!

 

Auf wen sollte man momentan ein Auge haben?

Auf jeden Fall Baxmann & 11Schnull. Baxmann als DJ ist extrem empfehlenswert. Von 11Schnull können wir uns auf eine richtig gute EP freuen. Checkt seine Soundcloud-Seite. Und für die DJs da draußen: Die Tracks sind heat on the dancefloor!

Welchen DJ würdest du gerne mal (wieder) in Hamburg sehen?

Zum Beispiel Detroit in Effect, Booty Buster, Bell Towers und Moodymann – neben vielen anderen.

Deine schrecklichste Gast-Frage?

Ob ich „Wonderwall“ von Oasis spielen könnte – das fand ich aber ziemlich lustig. Schlimm ist es, wenn Leute ihren Wunsch umschreiben: „Kannst du mal was Melodisches spielen, so „funky“? – aber trotzdem mit „Pep“!, eventuell mit Gesang?“

Welcher Gig in Hamburg ist bisher dein Favorit?

Besonders sind für mich natürlich die Guuc-Nächte, da ich dann selbst DJs einladen darf. Einer meiner Lieblings-Gigs war auf jeden Fall der mit Baba Stiltz. Aber DJ Seinfeld im Nachtasyl war auch krass!

Wo kann man dich als nächstes hören?

5.9. auf RedLightRadio Amsterdam und am 13.9. bei F4F in der Uni (die Party schmeißt Han Duo und ist ein GreenEarthSoliRave). Außerdem sind weitere Nachtasyl-Partys geplant.

 

Ein aktuelles Set von SR DJ Hermo hört ihr hier


Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, September 2019. Titelthema: Mobilität – Das bewegt die Stadt. Das Magazin ist seit dem 29. August 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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