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Deutschlands erstes UFC GYM: In Jogginghose sind alle gleich

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In Hamburg eröffnet am 19. November 2022 das erste UFC GYM in Deutschland. SZENE HAMBURG konnte schon vorab mit der Studioleitung über das UFC GYM St.Pauli, Fitness und den neuen Standort auf St. Pauli sprechen.

Ultimate Fighting Championship (UFC) ist einer der am stärksten wachsenden Sportmarken der Welt. Bekanntgeworden durch Mixed-Martial-Arts-Kämpfe (MMA), betreibt sie mittlerweile Fitnessstudios in über 43 Ländern, erstmals auch in Deutschland. Wir haben mit dem neuen Studioleiter Jan Schütt und Aline Klott, einer der Trainer:innen, gesprochen.

SZENE HAMBURG: Moin Aline, moin Jan, ihr arbeitet in Deutschlands erstem UFC GYM, wie kam es dazu?

Jan: UFC hat mich dazu von Beginn an fasziniert. Ich bin von Haus aus Basketballer, habe American Football gespielt und Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) gemacht. Berufliche habe ich bereits einige Jahre diverse Fitnessstudios geleitet. Vor einiger Zeit saß ich bei meinem alten Arbeitgeber, als eine SMS mit der Frage kam, ob ich als Clubmanager das erste UFC GYM in Deutschland und dann auch noch in Hamburg leiten wolle. Da war mir schnell klar, das passt wie Arsch auf Eimer!

Aline: Bei mir war es ähnlich: Ich trainiere schon lange, arbeite als Personal Trainerin und studiere im Moment sogar auch noch Fitnessökonomie. Dabei war ich aber auch lange auf der Suche nach einem Gym, was zu meinen Ansprüchen und Vorstellungen passt. Ich bin durch Zufall auf das Projekt UFC GYM St.Pauli gestoßen, wurde angesprochen und auch bei mir hat die Chemie sofort gestimmt und das Konzept gepasst. Für mich bedeutet UFC GYM mehr als nur Training: Es geht besonders um die familiäre Atmosphäre, unsere UFC GYM Community und auch um die gegenseitige Motivation im Gym und darüber hinaus.

 

„Bei uns wollen sich die Leute menschlich und sportlich weiterentwickeln“, sagt Jan vom UFC GYM Hamburg

 

Alle sind willkommen

Jan Schütt - Betriebsleiter UFC GYM St.Pauli -01281-klein

Jan leitet das neue UFC GYM im Bunker an der Feldstraße (©UFC GYM Germany)

Hebt euch das von „normalen“ Fitnessstudios ab?

Jan: Auf jeden Fall. Unsere weltweite Philosophie lautet: „Train Different.“ und genau das bekommt unsere Community auch! Ich habe schon einige andere Fitnessstudios geleitet und oft kommen die Menschen wortlos zum Training und verschwinden nach ihren Einheiten genauso wieder. Das gibt es in einem UFC GYM nicht. Zu uns kommen Leute, weil sie sich menschlich und sportlich weiterentwickeln wollen. Die Kombination aus vielseitigen Fitness- und MMA-Kursen, aber auch der Zusammenhalt sind bei uns einzigartig.

Aline: Viele kennen UFC nur durch die MMA-Kämpfe im Octagon und denken, dass sie das auch bei uns erwartet. Aber genau das sind wir eben nicht! Bei uns geht es in erster Linie um die UFC GYM Community, Fitness und Wertevermittlung. Dabei stehen Spaß und Teamwork im Mittelpunkt. Wir wollen in jedem den Kampfgeist wecken, das heißt, wir wollen besser, effizienter und auch erfolgreicher trainieren. Stichwort: Ganzheitlichkeit.

Wir bieten unseren Mitgliedern von UFC inspirierten Mixed-Martial-Arts Kursen, über klassische Fitnessprogramme, bis hin zu Wellness- und Recovery Leistungen alles an, was man für ein ganzheitliches und effektives Training braucht. Vom Krafttraining in die DUT-Class, danach weiter zum Boxing Conditioning, vielleicht noch in einen LesMills  Kurs und danach zur Regeneration in die Kältekammer. Und das alles in dem Rahmen, dass wir den gegenseitigen Respekt für alle Alters- und Körpertypen hochhalten und Werte wie Gemeinschaft und Familie gelebt werden.

Wie macht ihr das?

Jan: Indem wir alle willkommen heißen. Uns ist egal, ob man Anwältin, Banker, Prostituierte oder MMA-Kämpfer ist. In der Jogginghose sind alle gleich. Dazu bieten wir nicht nur Fitness- und MMA-Kurse an. Bei uns wird es Kurse für Kinder ab sechs Jahren geben, genauso wie Selbstverteidigungskurse für Frauen. Der größte Unterschied zu normalen- oder Discount Studios sind aber unsere Trainer:innen. Unser Team macht am Ende des Tages den Unterschied. Hier setzen wir auf höchste fachliche Expertise sowie enge und auch individuelle Betreuung. Daher kann man das UFC GYM auch ganz klar als Premiumanbieter bezeichnen.

„St. Pauli passt“

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Im Bunker an der Feldstraße eröffnet am 19. November 2022 das erste UFC GYM in Deutschland (©Felix Willeke)

Wieso kommt das erste UFC GYM Deutschlands nach Hamburg und wieso nach St. Pauli?

Jan: Es war der Wunsch, zuerst in Hamburg oder Berlin das erste UFC GYM zu eröffnen. Nach Prüfung verschiedener Faktoren hat man sich schlussendlich für Hamburg entschieden. Natürlich standen verschiedene Standorte in Hamburg zur Debatte, aber als sich die Möglichkeit ergeben hat in den Bunker an der Feldstraße zu gehen, konnten wir nicht nein sagen. Dieses Projekt ist weltweit einmalig und es erfüllt uns mit Stolz, Teil dieses schönen Projekts sein zu können.

Bei St. Pauli kommen dann mehrere Dinge zusammen. Einmal die Historie des Stadtteils. Ich bin hier schon lange unterwegs und habe besonders früher immer einen familiären Umgang und eine enge Gemeinschaft erlebt, das passt auch zu unseren Werten. Natürlich haben wir uns auch andere Standorte am Fischmarkt oder in der HafenCity angeschaut, aber entscheidend war letztendlich, einen Ort zu finden, wo wir unser Konzept optimal umsetzen können.

Aline: Wir wollen dem Viertel auch etwas zurückzugeben. Als globale Marke, für die sich weltweit mehrere Millionen Menschen begeistern, haben wir auch eine soziale Verantwortung. Dessen sind wir uns vor allem auf St. Pauli sehr bewusst. Deswegen sind wir jetzt schon mit verschiedenen Organisationen im Austausch und planen auch noch mehr Aktionen in diesem Bereich..

„Für jeden ist etwas dabei“

Wie sieht das Studio im Bunker aus?

Aline: Viele erinnern sich bestimmt an den großen Store von JustMusic, der vor dem Umbau leider geschlossen wurde. Das UFC GYM ist in der alten JustMusic-Fläche im ersten Stock zu Hause. Wir haben Areas für Kampfsport- und Fitness-Kurse, dazu kommen die klassischen Bereiche mit Kraft- und Kardiogeräten, die mit dem neuesten Technogym Equipment ausgestattet sind. Zudem haben wir eine Recovery-Zone, wo man sich auch mal bei -110°C in der Kältekammer abkühlen kann. Vom Design her nehmen wir das rustikale, industrielle vom Bunker mit und bringen es noch einmal auf ein neues Level. So ein Fitnessstudio hat man definitiv noch nicht gesehen.

„Wir wollen dem Viertel auch etwas zurückzugeben“, sagt Aline vom UFC GYM Hamburg

Wer soll denn zu euch kommen?

Jan: Wie ich schon gesagt habe: Alle sind bei uns willkommen und es ist wirklich für jeden etwas dabei. Wir werden von BJJ und Muay Thai, bis hin zu Functional Fitness und LesMills alles im Angebot haben. Dann können bei uns Eltern und Kinder gleichzeitig trainieren: Die Kurspläne sind so konzipiert, dass theoretisch eine ganze Familie gleichzeitig verschiedene Kurse besuchen kann.

Vorfreude

Ihr wolltet eigentlich im März 2022 öffnen, jetzt geht es endlich los, wie groß ist die Vorfreude?

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Aline ist eine der Trainer:innen im neuen UFC GYM im Bunker an der Feldstraße (©UFC GYM Germany)

Jan: Wir haben uns schon länger mit unserem Pop-Up-Store an der Reeperbahn 119 im Stadtteil eingegroovt. Hier konnte man uns als Team kennenlernen, Mitgliedschaften abschließen oder einfach mal reinschnuppern. Das heißt wir kennen den Stadtteil auch schon ein wenig…

Aline: … aber jetzt geht es endlich richtig los. Am 19. November feiern wir unser Grand Opening. Wir haben ein großes Programm geplant mit verschiedenen Masterclasses, Vorträgen und unseren Kursen im „Schnupperformat“, damit man auch in verschiedenen Bereichen des UFC GYM St.Pauli einen guten Einblick nehmen und sich über alles informieren kann. On top wird auch noch der ein oder andere Athlet aus dem UFC- und Bodybuilding Universum vor Ort sein. Genaueres wollen wir gerade aber noch nicht verraten. Ihr könnt euch aber sich sein – es wird echt richtig fett!

 


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Beke: „Ich brauche den Perspektivwechsel“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Beke begegnet.

Protokoll: Rosa Krohn

 

„Ich arbeite als Filialleitung in der Gastronomie in St. Georg. Ich liebe diesen Stadtteil mit seiner Mischung aus Toleranz und Vielfalt, in der sich die verschiedensten Menschen und Geschäfte zu etwas Tollem verbinden – ein Ort, an dem nicht nur entweder das eine oder das andere geht. Das passt zu mir, denn wenn ich mich Leuten vorstelle, kann ich eigentlich nie sagen: ‚Ich bin Beke und mache diese eine Sache.‘ Ich bin Künstlerin und Musikerin, male Ölgemälde und spiele Synthesizer in einer Band. Außerdem bastle ich an Fahrrädern und mache viel Sport. Mein Vollzeitjob finanziert mir das Ganze.

 

Kreativer Scheiß und Struktur

 

Manchmal denke ich: ‚Kann ich überhaupt diese eine Sache so richtig gut?‘ Vielleicht nicht, aber ich bin mittlerweile von dem Gedanken weg, dass ich das müsste. Ich glaube, viele Menschen arbeiten auf diesen einen Job, dieses eine Haus, diese eine Familie und dieses eine Auto hin. Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich mag es, an dem einen Abend mit verrückten Künstler*innen Bier zu trinken, kreativen Scheiß zu bereden und ein ungesundes Leben zu führen. Aber ich mag es auch, einen strukturierten Job zu haben, regelmäßig ins Gym zu gehen und nicht jede Nacht bis drei Uhr zu malen und mich der Ekstase hinzugeben. Ich brauche den Perspektivwechsel.

 

„Es kann fluent sein“

 

Früher habe ich sehr darunter gelitten, dass sich nicht dieser eine Weg für mich abzeichnete. Ich fand das furchtbar. Alle hatten irgendwann mit 15 ihre ersten Boyfriends, während ich merkte: ‚Ich mag Jungs richtig gerne, aber ich steh vielleicht auf Frauen.‘ Ich dachte immer, ich müsse mich für den einen Studiengang, den einen Beruf entscheiden. Auch wenn ich heute selbstsicher wirke, fällt es mir schwer, mich davon zu lösen. Ich habe gelernt, zu akzeptieren, dass dieses Sich-Festlegen nicht sein muss. Es kann fluent sein. Jeden Tag zu nehmen, wie er kommt und all seinen Interessen nachzugehen ist zwar komplizierter, aber auf lange Sicht hat man so zumindest das Gefühl, sich nie eingeschränkt zu haben.“


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Kareem Ahmed: „Ihr sollt nicht weggucken“

Der Hamburger des Monats Kareem Ahmed treibt mit seiner Schwester Nassy Ahmed-Buscher und seinem Bruder Jameel Ahmed das soziale Sportprojekt Silbersack Hood Gym voran. Durch Zufall entstanden, ist das Gym für die drei, ihr Team und über 50 Schüler zur Herzensangelegenheit geworden

Interview & Foto: Markus Gölzer

 

SZENE HAMBURG: Kareem, warum macht Kampfsport Kinder friedlich?

Kareem Ahmed: Weil es sie auspowert, weil sie einschätzen können, was sie mit ihrer Kraft bewirken. Kinder ohne Kampfsport können sich oft nicht kontrollieren, schlagen voll zu. Durch den Sport lernen sie kennen, was sie da machen. Was es bedeutet, einen Schlag ins Gesicht zu bekommen. Wie es sich anfühlt, einstecken zu müssen. Auf einer sportlichen Basis lernen sie, dass sie keinem so etwas antun wollen, weil sie das selbst nicht erleben wollen.

Welche Kampfsportarten unterrichtet ihr?

Ich mache Muay Thai und Kickboxen, wir haben Boxtrainer. Immer, was gerade für Leute da sind. Escrima, Straßenkampf als pure Selbstverteidigung. Erst recht für kleine Mädchen, damit sie sich auf St. Pauli verteidigen können.

Wie läuft ein Training ab?

Wir machen uns warm. Manchmal sind die Kinder überdreht, dann haben wir erst mal Spaß, spielen Fußball. Dann geht’s los mit den Pratzen, Sparringtraining für die Erwachseneren und Partnerübungen. Ich will keine professionelle Haltung vermitteln. Ab und zu muss mal der Thrill-Sergeant rein, weil die Kinder hier oft disziplinlos sind. Wie man sich Kiezkinder vorstellt. Nicht bösartig. Sie testen ihre Grenzen aus. Zum Schluss reden wir über Rassismus, Mobbing, über Sachen, die nicht gehen als Kampfsportler. Dass wir keinen unterdrücken, dass wir anderen helfen, die unterdrückt werden. Einfache Sachen, mit denen jeder aufwachsen sollte. Zum Abschluss machen wir ein Bauch- oder ein Athletiktraining. Dann stellen wir uns in einer Reihe auf und verabschieden uns. Jeder gibt jedem einmal die Hand und bedankt sich fürs Training.

 

Gegen Rassismus. Gegen Ausgrenzung. Gegen Unterdrückung.

 

Welche Werte zählen bei euch?

Wir sind gegen Rassismus. Gegen Ausgrenzung. Gegen Unterdrückung. Wir sind für Zusammenhalt. Dafür, dass die Stärkeren den Schwächeren helfen. Und Schwächere stark werden können. Das ist alles eine Sache vom Kopftraining. Wir wollen in einer Zeit, in der alle nur noch auf ihr Handy schauen, sich hauptsächlich über soziale Medien austauschen, vermitteln, dass so etwas wie der Silbersack-Fußballplatz ganz wichtig ist. Für die Nachbarschaft, für alle. Für die, die dran vorbeilaufen, was Schönes sehen. Wir gehen kleine Schritte, aber wir gehen sie.

Welche Regeln vermittelst du deinen Schülern beim Thema Gewalt?

Ich sag ganz klar: Ihr sollt nicht weggucken. Außer, wenn Erwachsene auf dem Kiez streiten, Penner, Messerstechereien, dies, das. Dann nicht denken, sie wären Batman. Da sollen sie weglaufen. Wenn sie in der Schule Ungerechtigkeit sehen, sollen sie die Person ansprechen. Sie sollen sich nichts gefallen lassen, aber nicht schlagen, dass einer schwer verletzt wird. Ich sag denen nach dem Training immer: Als Kampfsportler hast du Verantwortung. Der musst du gerecht werden. Ihr firmiert als Silbersack Hood Gym unter Silbersack Hood Talentförderung.

 

„Ohne meine Schwester Nassy läuft gar nichts“

 

Welche Talente fördert ihr?

Neben Sport bieten wir auch Musikförderung und Nachhilfe an. Bald kommt Kunst, also Graffitikurse dazu.

Wie ist das Silbersack Hood Gym entstanden?

Mein Bruder hat in der Corona-Zeit gesagt, dass wir wieder Sport machen müssen. Wir haben mit Freunden auf dem Platz trainiert. Mohammed kam dazu, der kleine Junge, den du gerade gesehen hast. Der wollte mitmachen, hat zwei, drei Monate mit uns trainiert. Dann sind immer mehr Kinder gekommen. Heute sind wir rund 50 Schüler und ein Team aus zwölf Trainern und Trainerinnen.

Wer ist außer dir noch dabei?

Unser TrainerInnen-Team, der feste Kern besteht aus fünf Leuten, die immer am Start sind. Der Rest unterstützt flexibel, meist einmal wöchentlich. Mein Bruder Jameel alias BOZ hilft mir ganz viel, macht auch Musik. Ein angesehener Rapper. Und meine Schwester Nassy. Ohne sie läuft gar nichts. Sie hat dem Ganzen den Stempel aufgedrückt. Wir haben lange davon geredet, einen Verein zu gründen, aber dieses Unternehmen ist genau durchdacht. Wir sind sehr glücklich damit. Das hat uns noch mehr zusammengeschweißt. Meine Schwester ist der Kopf hinter der ganzen Sache. Wenn sie was will, dann erreicht sie das auch.

Erkennst du dich selbst in deinen Schülern?

Auf alle Fälle. Viele haben eine extrem schwere Autoritätsschwierigkeit, und die hatte ich auch. Respekt habe ich erst durch den Kampfsport gelernt. Außer meiner Mutter und meinem Vater waren meine ersten Autoritätspersonen meine Trainer.

 

„Ich bin ein Kiezmensch“

 

Du hast Einblick in schwierige familiäre Situationen. Gab es schon einen Punkt, an dem du überlegt hast, die Polizei einzuschalten, obwohl man auf dem Kiez Dinge lieber ohne regelt?

Nur bei Sachen wie einer Vergewaltigung würde ich die Polizei einschalten. Wenn ich sehe, dass einer sein Kind schlägt, dann gibt es richtig Probleme. Mit mir. Da würde ich persönlich hingehen. Ich glaube nicht, dass die Polizei bei bestimmten Sachen so viel regeln kann. Viele Kinder hier haben Omas, Opas, Familie. Womöglich wird das Kind aus seinem Umfeld gerissen, kommt ins Heim. Die können das auch nur im Rahmen des Gesetzes regeln, das von irgendwelchen Bürokraten gemacht ist. Die können Sätze auf Papier schreiben, haben aber keine Ahnung von der Realität. Ich bin ehrlich. Ich bin ein Kiezmensch. Wenn ich Sachen zu klären habe, klär ich sie. Immer zum Wohle des Kindes.

Du bist auf dem Kiez bekannt als Rapper Reeperbahn Kareem. Auf Insta läufst du unter kareeminell67. In deinen Texten geht’s zur Sache: Drogen, Knarren, Gewalt. Hat der Umgang mit den jungen Leuten Einfluss auf deine Musik?

Auf jeden Fall. Die nächste Musik, die von mir kommt, ist Musik, die man nicht von mir erwarten würde. Aber sie passt zu dem Bild, das ich lebe und vermittle. Ich will mit meiner Musik zeigen, wie die Realität ist. Jetzt bricht eine Phase an, in der ich durch dieses Projekt ein wenig Hoffnung vermitteln kann. Es wird auch melancholischere Töne geben, und meine nächste EP wird hauptsächlich mit diesem Thema hier zu tun haben.

instagram.com/silbersackhoodgym/


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2021. Das Magazin ist seit dem 28. Oktober 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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