Beiträge

Vol. 4: Eine sommerliche Kulturwoche voller Ideen

Der Kultursommer Hamburg bietet über vier Wochen noch bis zum 15. August insgesamt mehr als 1700 Veranstaltungen in der ganzen Stadt verteilt an. Damit da nicht der Überblick verloren wird, haben wir uns durchs Programm gelesen und empfehlen hier tägliche Events in der Vorschau, damit die Woche gut geplant, genossen und vieles mitgenommen werden kann! Auf in die letzten sieben Tage des Kultursommers!

 

9. August 2021

Bei „Ein zirkus in der Stadt“ zeigen Kinder und Jugendlichen der Zirkusschule Die Rotznasen e.V. an verschiedenen öffentlichen Plätzen wie zum Beispiel im Altonaer Gerichtsviertel, im Emil-Wendt-Park, im Goethepark und in der Altonaer Fußgängerzone – ihr Können. Eine kleine Zirkusshow und Stelzenauftritte werden präsentiert.

Am 9. August sind die Rotznasen im kleinen Zirkuszelt im Emil-Wendt-Park an der Thadenstraße, direkt gegenüber vom Wohlers Park, zu bestaunen. Die Zirkusproben gehen von 15.30 bis 16.30 Uhr und der Zirkusauftritt folgt um circa 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei!

 

10. August 2021

Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Sie sind weniger sichtbar und verdienen auch deutlich weniger Geld. Um darauf aufmerksam zu machen, veranstaltet das HausDrei in Kooperation mit dem Frauen Musik Zentrum die Konzertreihe FEM*Jazz. Die Konzertserie legt ihren Fokus auf die Unterstützung von Frauen und nicht-binären Menschen und ihre Gruppen, Ensembles und Kollaborateure.

Die Bühne im August-Lütjens-Park bietet einen barrierefreien Zugang zu den Konzerten. Für 1,50 Euro gibt es hier ab 18:30 Uhr Musik mit Saxofon, Flöte, Klavier und Gesang auf die Ohren.

 

11. August 2021

 47 Galerien zeigen im Rahmen des Kultursommers noch bis zum 15. August in einer Schaufenster-Ausstellung in den Stadthöfen Arbeiten ihrer Künstler:innen. Neben Fotografie gibt es Malereien, Skulpturen und Installationen zu sehen. Die Stadthöfe in der Innenstadt sind ein historischer Ort und eine Gedenkstätte. Sie befinden sich an der Grenze von Hamburgs Altstadt zur Neustadt. Der Haupteingang befand sich an der Ecke Stadthausbrücke/Neuer Wall. Die Erbauung erfolgte während der französischen Besetzung.

Führungen zur Schaufenster-Ausstellung „Aufmerken“ finden nach Voranmeldung unter info@galerien-in-hamburg.de täglich um 18.00 Uhr statt. Die Werke können am 15. August 2021 um 15.00 Uhr in einer Open-Air-Auktion in den Stadthöfen im Palaishof ersteigert werden.

 

12. August 2021

 Im Schroedingers im Schanzenpark finden im Rahmen des Kultursommers insgesamt acht Konzerte und Veranstaltungen statt, die zeigen, wie hoch die kulturelle Vielfalt in Hamburg ist. Von Comedy bis Singersongwriter von Punk bis Pop bis Poetry Slam gab es schon tolle Events. Am Donnerstag, 12. August, findet die Reihe in Kooperation mit der Astra Stube mit der Live-Show zum Hamburger Podcast „Normale Möwe“ ihr Ende. Auf der Bühne schnacken dann zwei Kerle: Hinnerk Köhn ist Comedian und Max Scharff ist DJ. Zusammen reden sie über Alles und Nichts, ein Special Guest ist eingeladen. Spaßig wird es allemal! Tickets gibt es für 20 Euro.

 

13. August 2021

 Die Hamburger Textilkünstlerin Anne Reiter bearbeitet mit handwerklichen Techniken wie Weben, Knüpfen und Siebdrucken Möglichkeiten von Erinnerungskulturen. Gemeinsam mit der Leipziger Künstlerin Sophie Lindner, welche die Pop-Kultur des Ostens mit dem Motiv des Planeten Saturn erforscht, wird ein Siebdruck Workshop in Kooperation mit dem Museum für Kunst und Gewerbe am 13. August um 14 Uhr in der Innenstadt Hamburgs Haltungen zu Ost und West erfragen.

Die Künstlerinnen sind Beide im Osten geboren und aufgewachsen. Als Nachwendegeneration fühlen sie sich mit verantwortlich über den Stand der deutschen Einheit zu sprechen. Wo steht deutsch-deutsche Geschichte heute? Kann Erinnerungskultur verstofflicht werden und individuelle Bilder entstehen?

Zusätzlich zu den zehn fest angemeldeten Teilnehmer:innen werden auch Passant:innen eingeladen mit den Künstlerinnen Ambivalenzen in Ost- und Westperspektiven zu behandeln. Mit einem Konvolut an Motiven können die Teilnehmer:innen des Workshops Stoffe bedrucken. Halstuch, Pioniertuch, Stola: Die Textilien können anschließend von den Teilnehmer:innen mitgenommen werden.

Anmeldungen zum Workshop können bis zum 10. August an julia.meer@mkg-hamburg.de geschickt werden.

 

14. August 2021

Das Kultursommer Special beim Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel, präsentiert von NDR und ZEIT-Stiftung, zeigt unter freiem Himmel ein regionales Programm mit vielen Konzerten, Live-Podcasts und Events für Kinder. Auf der Wald- und der Kanalbühne finden am 14. August von 14.30 bis nach 22 Uhr ein Kinderprogramm mit der „Hexe Knickbein“, ein Live-Podcast mit Ralf Schlüter und seinem Gast Ebba Durstewitz, einem Konzert mit Philipss Playlist und den NDR Akademisten statt.

On top gibt’s die Hamburg Spinners zu hören: Die Supergroup bestehend aus Carsten „Erobique“ Meyer, Produzent Dennis Rux, Afrokraut-Spezialist David Nesselhauf und The KBCS-Drummer Lucas Kochbeck. Zwischen Orgel-Jazz, Stax-Records und Morricone-Soundtracks wird ein Hamburg vergangener Tage heraufbeschworen. Auf Kampnagel präsentieren sie sich und ihr Album erstmals live dem Hamburger Publikum. Tickets für das ganze Programm gibt es für drei Euro.

 

15. August 2021

Popkultur ist für alle Generationen da, daher bringen Mitra Kassai und ihr ehrenamtliches Team der gemeinnützigen Hamburger Initiative OLL INKLUSIV seit 2018 Senioren und Senioritas bei Kulturveranstaltungen zusammen. Am 15. August kommt nun der ganz große Aufschlag: OLL INKLUSIV lädt von 15 bis 18 Uhr zur HALBPENSION in den Stadtpark.

Bei der Open-Air-Sause ist der Hamburger Kneipenchor am Start. Dieser Chor schmettert Pophits von den Beginnern bis Queen, von Miley Cirus bis Die Ärzte. Ebenfalls mit dabei ist das Hamburger Trio WHT?!. Ihr eingängiger Mix aus Pop, Neo-Funk, Soul und HipHop steht für gute Laune. Und natürlich wird auch das Musikbingo mit DJ Rita nicht fehlen.

Auch U-60-jährige sind – gegen Spende – in den Stadtpark eingeladen, damit Alt und Jung zusammen feiern können.


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Lukas Dührkoop: Der rappende Werber

Lukas Dührkoop, 20, hat als Schüler der Hamburg School of Ideas beim diesjährigen Art Directors Club (ADC) drei Awards gewonnen – sogenannte Nägel. Ein Gespräch über Ideen, Doubletime-Rap und Werbung

Inteview & Fotos: Markus Gölzer

 

SZENE HAMBURG: Lukas, Gratulation zu zwei Silbernägeln und einem Bronzenagel. Mit welcher Idee hast du abgeräumt?

Lukas Dührkoop: Der Funkspot hieß „Autofahrer Workout“ für die Radiosender 97,1 FM und Rock Antenne Hamburg mit meiner Praktikumsagentur thjnk. Ich bin Rapper. Die Idee kam von meinem CD (Creative Director) Constantin Sossidi, der von meinen Rap-Sachen wusste.

Ich habe eine Affinität zum Schnellrappen. Doubletime-Rap nennt man das. Das heißt, dass man zum Takt eine Stufe schneller rappt als normal. Das haben wir versucht zu nutzen. Ich spreche zum Autofahrer und beschreibe, was er unterwegs sieht: Links ist eine Ampel, rechts parkt ein Auto und so weiter. Das wird immer schneller. Final ist es so schnell, dass man nicht mehr hinterherkommt. In der schnellsten Stufe haben wir einen kleinen Jungen versteckt, der auf der Straße einem Ball hinterherrennt. Am Ende kommt die Frage: „Und? Hast du mitbekommen, wie der Junge über die Straße gelaufen ist? Dann runter vom Gas.“

Wie lange rappst du schon?

Ich mach Mucke, seit ich zwölf bin. Ich finde meine Beats auf YouTube oder BeatStars. Ich arbeite auch mit jungen Producern aus Hamburg, die mir den einen oder anderen Beat gebaut haben. Aber seit zwei Jahren eher alles alleine von zu Hause. Mein Mikro steht in einem Kleiderschrank. Den habe ich mit Eierkartons schalldicht gemacht.

Hast du einen Künstlernamen?

Ja, Doktor Lukas Frank. Von Frank Lucas. Das war ein Gangster aus New York, der vor ein, zwei Jahren gestorben ist. Weil ich Lukas heiße, überhaupt nicht wie ein Gangster aussehe und keinen Doktor habe. Meinen Künstlernamen kann man nicht weniger authentisch verkörpern.

Hast du schon was veröffentlicht?

Aktuell ist meine neue EP „Rapmonument“ überall im Stream. Spotify, Amazon, Apple Music, Youtube. Wenn die Leute Lust haben – gerne anhören.

 

 

Wie bist du rappender Werber geworden?

Durch meinen Klassen­lehrer. Ich war in der Schule nicht so ein krasser Über­flieger. Aber ich konnte Laberfächer immer ganz gut. Deutsch, Philosophie und solche Geschichten. Mein Klassenlehrer wusste, dass ich eine Affinität zum kreativen Schreiben habe. Er hat mir irgendwann so einen Zettel in die Hand gedrückt für einen Unitag. Da hat sich die Hamburg School of Ideas vorgestellt. Ich habe gefragt, ob ich da schulfrei hätte. Er meinte: „Yo, alles klar.“ Ich dachte mir: „Wenn ich da nicht zur Schule muss an dem Tag, umso besser.“

Ich habe mir die Hamburg School of Ideas angesehen und fand es ganz cool. Das war nicht der erste Plan nach der Schule, ich wollte eigentlich den Rettungs­sanitäter machen. Aber das war dann ja mit Corona alles schwierig.

Musstest du einen Aufnahmetest machen?

Ja, zuerst gab es einen „5­Minuten­Kreativcheck“ und danach ein „Aufnahme­ briefing“, so nennen die das. Das sollten wir von zu Hause aus machen. Wenn die Tests einigermaßen gut ausgefallen sind, wurde man zu einem Assessment-­Termin eingela­den. Da gab es dann noch mal einen Kreativtest vor Ort und persönliche Gespräche. Das war die letzte Stufe, dann wurde entschieden, wer in den Jahrgang rein darf und wer nicht. Da habe ich, glaube ich, eine ganz okaye Figur gemacht.

Wie sieht dein Tag so aus?

Es ist relativ eng getaktet. Man absolviert zwei Vollzeit­ praktika. Das Erste habe ich von Oktober bis März bei thjnk gemacht. Das sind acht Stunden von 9 bis 17. Um 18 geht die Vorlesung los. Das geht dann so bis 20, 21 Uhr. Corona­-bedingt ist das meiste immer noch von zu Hause aus. Aber das weicht sich jetzt auch schon wieder auf. Die Inzidenz­ zahlen sinken, jetzt habe ich seit einer Woche schon wieder Präsenzunterricht.

Sind Freundschaften entstanden in der Schule?

Freundschaft ist ein großes Wort. Gute Bekanntschaften habe ich geschlossen. Die Stärke von der Schule ist: Man hat fast jeden Abend einen neuen Dozenten zu Gast. Die wenigsten Dozenten sind zweimal da. Ich glaube, 150 sind es an der Zahl, die man über ein Jahr hinweg kennenlernt. Plus natürlich die 40 anderen Leute aus dem Jahrgang. Am Ende der Ausbildung hat man ein gutes berufliches Netzwerk.

Was haben deine Mitschüler zuvor gemacht?

Die meisten sind Quer­einsteiger. Wir haben eine ehemalige Apothekerin, eine andere hat Kirchenfenster gebaut. Beim Assessment lernte ich eine Lehrerin kennen.

 

Mucke machen

 

Was treibt dich an?

Ich würde sagen: die Begeisterung fürs Schreiben. Klingt total kitschig natürlich, aber ich rappe halt, seit ich zwölf bin. Schon vor dem Rappen habe ich als Kind Ge­schichten aufgeschrieben. Das ist das, was mir am meisten Spaß macht. Also tatsächlich, wenn’s spezifisch ums Schrei­ben geht. Kampagnenideen ausdenken, kann auch Spaß machen. Aber ich arbeite am liebsten ganz direkt mit Worten.

Geht das noch in digitalen Zeiten mit ihren knappen Texten?

Das kann man zum Teil schon machen. Natürlich hat Social Media krass übernom­men. Man muss viele Posttexte verfassen. Da kann man rhetorisch nicht allzu kreativ sein. Es gibt solche und solche Agenturen. Ich bin auf der Suche nach einer Agentur, wo ich im Oktober anfangen kann als Juniortexter. Am Montag war ich bei Fuse, die sitzen in der Stadthausbrücke. Die haben einen großen redaktio­nellen Anteil. Die machen ein Aida­-Magazin. Das ist immer noch Werbung, aber mit viel Worten.

Hast du einen Trick, wie du auf Ideen kommst?

Schwierig. Ich persönlich glaube gar nicht so an Tipps und Tricks bei der Kreativität. Wir haben viel Dozenten, die Vorlesungen halten, wie man schnell kreativ sein kann. Da gibt’s ja wirklich tolle Techni­ken. Ich glaube, und ich weiß natürlich nicht, ob ich da richtig liege: Entweder man ist kreativ oder man ist es nicht. Und wenn man eine Schreib­blockade hat und auf nichts kommt, dann ist die beste Medizin, nicht zu schreiben. Einfach was anderes machen.

Wie merkst du, dass eine Idee gut ist?

Wenn sie mir gefällt, ist das natürlich schon eine gute Voraussetzung (lacht). Aber die Frage ist dann natürlich, ob sie dem CD auch gefällt. Die besten Ideen sind die, die einem einen Tag später oder nach einer Woche noch gefallen. Wenn man sie mit mehr Abstand und weniger euphorisiert betrachtet. Und ich glaube, gute Ideen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich schnell runterschreiben lassen.

Meine Erfahrung war sowohl beim Muckemachen als auch in der Werbung: Die Sachen, an denen man so lange hängt, wo man nicht weiterkommt und permanente Blockaden hat, selbst wenn man das durchspielt und zu Ende schreibt – so richtig geil wird’s dann eigentlich nicht. Die Sachen, in denen man 100 Prozent Qualität findet, die schreiben sich am schnellsten runter – ist mein Eindruck.

Welche Kampagne findest du aktuell gut.

Ich finde es geil, wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die sozialen Medien bespielen. Das seh ich mir gern an. Auch fritz kola macht viele coole Sachen.

Es gibt viele Vorurteile gegen Werber. Welche sind falsch?

Also, „Mad Men“ ist schon mal ganz falsch, wenn man davon ausgeht, dass da nur gekokst und gesoffen wird. Das habe ich nicht kennengelernt bisher. Vielleicht noch nicht die richtigen Agenturen gesehen. Ein Vorurteil, das nicht ganz richtig ist, ist, dass man den ganzen Tag nur den geilen Award-­Scheiß macht und heftige Werbefilme auffährt. Die Realität ist, dass man sich als Juniortexter erst mal hocharbeiten muss. Die geilen Sachen sind bestenfalls 10 Prozent. Die restlichen 90 Prozent sind PoS­-Texte, Flyer ausdenken, Markenvor­teile interessant verpacken.

Hast du nach dem ADC-Gewinn Jobangebote bekommen?

Büschn was kam tatsäch­lich auf mich zu. Bin gerade selbst auf der Suche, es gab auch ein, zwei Agenturen, die sich von sich aus gemeldet haben. Ich habe aber noch keinen Vertrag unterschrieben.

Was war der beste Tipp, den du in der Ausbildung bekommen hast?

Ein Dozent hat mal zu uns gesagt: Wenn’s mal nicht klappt, entspannt euch. Es ist nur Werbung.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2021. Das Magazin ist seit dem 26. Juni 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Top 10 – Diese Kochbücher liefern leckere Rezeptideen

Zum Nachkochen, Nachbacken oder einfach nur Angucken: Der Food-Blog Kaisergranat hat seine Lieblingskochbücher ausgezeichnet.

Text: Benjamin Cordes
Foto: Dan Gold via Unsplash

1) Al Forno – Aufs Wesentliche reduziert

Claudio del Principe_Al Forno_AT VerlagDer Preis für den unscheinbar­sten Buchtitel geht an „Al Forno“ (dt. „aus dem Ofen“). Klingt nach einfallslosen Aufläufen in glühend heißen Steingutformen, entpuppt sich aber als herausragendes Kochbuch. Weil es die Reduktion auf das Wesentliche, nämlich gute Grundprodukte und deren bestmögliche Zubereitung, sinnlich und klar erklärt. Herrlich geschrieben, mit umwerfenden Bildern, die Claudio Del Principe alle selbst gemacht hat. Bravissimo!

Claudio Del Principe: Al Forno, 280 Seiten, AT Verlag


2) Willkommen in der Kunztküche

Willkommen in der KunztkücheZum 25-jährigen Jubiläum des Straßenmagazins „Hinz&Kunzt“ kochten 25 Köche an 25 Tagen im Restaurant Cook Up. Mit dabei waren unter anderem die Jungs von Salt&Silver, die Kitchen Guerilla, Tim Mälzer, Thomas Imbusch, Anna Sgroi und Fabio Haebel. Dieses Kochbuch zeigt nicht nur ihre Menüs inklusive Rezepten, sondern stellt die Köche unterhaltsam vor. Große Vielfalt, gro­ßer Spaß, guter Zweck.

Willkommen in der Kunztküche!, 192 Seiten, Hinz&Kunzt


3) Halb zehn – Genussvoll frühstücken

Agnes Prus_Halb zehn_Stiftung WarentestDas schönste, weil genussvollste Kochbuch zum Thema Frühstück hat Agnes Prus geschrieben. „Halb zehn“ schert sich nicht um Fett, Zucker und Kalorien, sondern bringt einfach die leckers­ten Dinge auf den Frühstücks­tisch, die man sich so vorstellen kann. Buttrige Croissants, safti­ges Möhrenbrot, Apfel-­Zimt-Knoten, griechisches Rührei, ­Kokosmilchreis, herzhaftes Porridge oder Macadamia-Matcha-­Latte. Wer bleibt da schon gerne länger liegen …

Agnes Prus: Halb zehn, 240 Seiten, Stiftung Warentest


4) Tarik kocht dich fit – Norddeutsch gut

Tarik kocht dich fit_ZS VerlagMit diesem Buch feiert Tarik Rose, Küchenchef im Engel, Premiere. Sein Thema ist die gesunde, einfache Küche. Tarik kocht viel mit gesunden Ölen und alternativen Zuckerarten. Immer wieder lässt Tarik seine norddeutsche Herkunft durchschimmern. Etwa beim gebackenen Ziegencamembert mit Möhrensalat, dem Skrei mit Steckrüben-Rosenkohl-Curry und der gebackenen Rote Bete mit Ziegenkäse und Gewürznüssen. Premiere geglückt!

Tarik kocht dich fit: 176 Seiten, ZS Verlag


5) Blaue Stunde – Snacks aus aller Herren Länder

Stevan Paul_Blaue-Stunde_BrandstätterDie für sein neuestes Buch namensgebende „Blaue Stunde“ beschreibt der Kochbuchautor Stevan Paul als den Moment, in dem die Sonne ge­rade untergangen ist, sich der Abend blau färbt und man rund um die Welt ­zusammenkommt, um den Tag mit guten Gesprächen und ein paar Drinks ausklingen zu lassen. Dazu liefert er passende Snacks aus unterschiedlichsten Ländern: Yakitori-Spieße aus Japan, Gemüse-Pakora aus Indien, griechischer Auberginensalat oder italienische Focaccia. Eine atmosphärische Weltreise!

Stevan Paul: Blaue Stunde, 256 Seiten, Brandstätter Verlag


6) Korea – So spannend wie ein Roman

Sarah Henke_Korea_Christian VerlagEins der persönlichsten Koch­­bücher der letzten Zeit hat Sarah Henke geschrieben. Darin schildert sie, wie sie als Findelkind in Südkorea von ihren deutschen (Pflege-)Eltern aufgenommen wurde und nun erstmals in das Land ihrer Geburt zurückkehrt. Sie lernt Korea kennen, saugt fasziniert Aromen wie Geschmäcker auf und beschreibt alles ganz ­unmittelbar. So spannend wie ein Roman. Es wäre aber kein Kochbuch, wenn nicht auch die authentischen Rezepte aus Henkes Sternerestaurant Yoso dazu­kämen. Mit etwas Muße können ­diese auch zu Hause gelingen.

Sarah Henke: Korea, 320 Seiten, Christian Verlag


7) Frauen an den Herd! – Eine Bühne für Spitzenköchinnen

Frauen an den Herd_Christian VerlagOft wird über die geringe Zahl von Frauen in der Spitzengastronomie diskutiert. Stephanie Bräuer bietet den vielen Spit­zen­­köchinnen, die es längst gibt, eine große Bühne und stellt sie in Interviews, begleitet von Rezepten, vor. Ein sehr lesenswertes Kochbuch, das zeigt: Frauen erreichen in der Spitzengastronomie mindestens das gleiche Niveau wie ihre männlichen Kollegen. Und das ist hoch. Die Rezepte sind dennoch auch für (geübte) Hobbyköche geeignet.

Stephanie Bräuer: Frauen an den Herd!, 240 Seiten, Christian Verlag


8) Modern Baking – Meisterstück der Opulenz

Donna Hay_Modern Baking_AT VerlagDonna Hays dickes, neues Backbuch ist ein Meisterstück der Opulenz. Selten waren Schoko­lade, Butter, Zucker, Crèmes und Tortenfüllungen so greifbar, fast schmeckbar wie hier. Das liegt an den ­sagenhaften Fotografien und dem Foodstyling. Natürlich sind auch die Rezepte kompromisslos lecker. Kein Clean Eating, kein Low Carb, kein Low Fat, stattdessen höchster Genuss mit Rezepten wie ­salziger Zartbitterschokotorte mit Vollmilch-Ganache oder Ahornsirup-Pekannuss-­Tarte. So macht Backen Spaß.

Donna Hay: Modern Baking, 400 Seiten, AT Verlag


 Über Kaisergranat

Kaisergranat_Benjamin Cordes + Stefan Spiegel

Die Journalisten Stefan Spiegel und Benjamin Cordes rezen­sie­ren auf kaisergranat.com jedes Jahr die 200 wichtigsten Kochbücher. Ihre Rezensionen lesen mittlerweile mehr als 10.000 Besucher pro Monat. Jährlich prämieren die beiden Experten die besten Kochbücher in unterschiedlichen Rubriken. www.kaisergranat.com


Auf den Geschmack gekommen? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


Appetit auf mehr?