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Bestes Restaurant in der Kategorie Fisch: Das Jellyfish

Auferstanden aus Ruinen: Das Jellyfish ist Testsieger in der Kategorie Fisch

 

Text: Benjamin Cordes

War es ein Protest gegen Gentrifizierung, wie manche spekulierten, oder eine private Fehde? Nachdem das Jellyfish unter seinen alten Betreibern mehrmals von Einbrechern heimgesucht wurde, die auch in der Küche randalierten und kostbare Produkte zerstörten, war das Jellyfish Geschichte. Doch dann kehrte Stefan Fäth, zuvor hier schon Sous-Chef, nach Hamburg zurück und entschloss sich, das für Hamburg einzigartige Konzept fortzuführen: Fisch- und Meeresfrüchte aus nachhaltigem Fang, zubereitet auf Sterneniveau.

Und er gibt direkt Vollgas, auch preislich: Wir wählen das volle Programm, das Sieben-Gänge Menü für 179 Euro. Es wird ein eindrucksvoller Ritt durch tolle Produkte, technisch anspruchsvolle Zubereitungen und überwiegend spannende Aromenkombinationen. Die gebeizte Fjordforelle wird von Gurken und frischen Meeresaromen in unterschiedlichen Texturen (unter anderem Eis) begleitet. Die Kombination von Kaisergranat, Gänseleber und Auster ist überladen, die drei Luxus-Produkte zusammen auf einem Teller stehlen sich hier etwas gegenseitig die Show.

Ganz anders die Jakobsmuschel: Sie ist von absoluter Ausnahme-Qualität. Groß, fleischig, fest und leicht süßlich. Hinzu kommen eine kräftige Rotkohl-Sauce, Miso-Espuma, Kokos und Mango. Klingt erneut viel, ergänzt sich jedoch vortrefflich. Ebenso gelungen ist die Verbindung des rustikalen, gezupften Eisbeins mit einem gebratenen Pulpo-Arm. Das hohe Niveau setzt sich weiter fort, beim Skrei mit Grünkohl genauso wie beim Heilbutt mit Haselnusskruste, Pilzen und Spitzkohl. Der mit Mousse gefüllte und naturalistisch geformte „Karamell-Apfel“ ist als Abschluss etwas mächtig, das frischer Sauerampfer-Eis dazu ein guter Kontrast.

Stefan Fäth ist der Neustart des Jellyfish hervorragend gelungen, das Niveau überzeugt sowohl bei Produkten als auch ihrer Zubereitung. Und wenn die teils fast übermotiviert wirkende Kleinteiligkeit etwas reduziert wird, kann man sicher sein, dass der Michelin-Stern auch weiterhin das Jellyfish schmücken wird.

 

Jellyfish 
Weidenallee 12 (Eimsbüttel),Telefon 040 410 54 14,
Do-Mo 18-23 Uhr

 

 

 


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Neueröffnung: Hamburg hat sein Jellyfish zurück

Gleiches Konzept, neuer Koch: Im Jellyfish gibt’s ab sofort wieder Fischküche für Feinschmecker

Zeit, die mysteriösen Vandalismus-Fälle des Jellyfish dort zu lassen, wo sie hingehören: in die Vergangenheit. Die Anschläge auf das Hamburger Gourmetrestaurant konnten ohnehin nie geklärt werden. Die Ermittungen sind inzwischen eingestellt. Der 26-Jährige Stefan Fäth hat nun das Ruder übernommen und sich den Traum vom eigenen Laden erfüllt. Als Küchenchef schwingt er selbst die Pfannen und bringt frischen Wind in die Qualle an der Weidenallee. Sein erklärtes Ziel: den Michelin-Stern seiner Vorgänger zu verteidigen.

Von Mai bis Dezember 2018 hat Fäth nach Stationen in verschiedenen Sterne-Restaurants in Frankfurt, Mainz und im Schwarzwald, auf der MS „Europa“ und im Se7en Seas auf dem Süllberg schon einmal im Jellyfish hinterm Herd gestanden. Damals noch als Sous Chef unter unter Stefan Barnhusen.

Die Speisekarte ist neu, das bewährte Grundkonzept hat der neue Inhaber übernommen. Er serviert gehobene Fisch- und Meeresfrüchte Menüs in entspannter Casual Fine Dining Atmosphäre – ausschließlich Wildfang und Produkte von regionalen Produzenten. Eine erfreuliche Neuerung gibt’s aber doch: Gourmet-Food hat natürlich seinen Preis; wer allerdings nicht gleich 179 Euro für sieben Gänge zahlen möchte, kann nun auch zum Probierpreis von 79 Euro vier Gänge auf Sterneniveau genießen – von Donnerstag bis Montag ab 18 Uhr.

Jellyfish Restaurant 
Weidenallee 12 (Eimsbüttel)


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Bye Bye Jellyfish

Die Schanze verliert ihren Stern: Das Jellyfish in der Weidenallee steht seit 9 Jahren für nachhaltigen Fischgenuss auf höchstem Niveau – jetzt schließt das Restaurant für immer seine Türen.

Foto: Susanne Dittrich
Text: Laura Lück

Als er vor neun Jahren das Jellyfish gründete, hatte Hauke Neubecker von Sternegastronomie keinen Schimmer. Seine Vision: Ein Restaurant mit hochwertigen Fischspezialitäten und Meeresfrüchten aus nachhaltigem Wildfang – ohne Convenience- und Tiefkühlprodukte. Seither steckt das Team in seine 5-, 6- oder 7-Gang Menüs so viel kreative Ideen, Herzblut und handwerkliches Können, dass das Lokal einige Jahre später mit einem Michelin Stern ausgezeichnet wurde, der erst kürzlich in der aktuellen Ausgabe des Guide Michelin auch für 2019 bestätigt wurde.

 

„Die Leidenschaft ist erloschen“

 

In den vergangenen Monaten ist das Jellyfish mehrfach von Randalierern und Einbrechern heimgesucht worden. Was hinter den Vandalismusfällen steckt, ist bis heute unklar. Gegenüber der Hamburger Morgenpost gab Neubecker bekannt, dass seine „Leidenschaft nach all den Vorfällen erloschen“ sei. Im Newsletter an Stammgäste und Fans des Feinschmeckerladens schreibt er: „Nach vielen Auszeichnungen für unsere herausragenden Leistungen im ,Jellyfish’ und nach fast neun Jahren mit Leidenschaft und dem Können eines tollen Teams ist es nun an der Zeit für neue Herausforderungen.“ Wer das Jellyfish noch einmal erleben will, muss schnell sein: Bis zum 17. Mai will das Team seinen Gästen noch in gewohnter Qualität Gourmet-Seafood servieren, bevor es seine Türen für immer schließt.

Veröffentlicht: 2.5.2019


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