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Remoto-Records: „Qualität der Stücke“

„Hey world. Smallville Records store closed down.“ Mit diesen Worten verabschiedeten sich die Betreiber des legendären Ladens im November auf Facebook. 16 Jahre war Smallville auf St. Pauli die Anlaufstelle für elektronische Musik. Anfang Dezember übernahm ein junges Kollektiv. Crewmitglied Lars Witte über die Geburt von Remoto Records

Interview: Ole Masch

 

SZENE HAMBURG:Lars, warum eröffnet man mitten in der Pandemie einen Plattenladen?

Lars Witte: Die Pandemie ist hoffentlich irgendwann vorbei, die Musik hat bisher noch jede Krise überstanden. Wir finden es gerade jetzt wichtig zu zeigen, dass doch noch was geht.

Wer sind die Betreibenden?

Wir sind eine zusammengewürfelte Gruppe aus Musikschaffenden, Künstler*innen und Veranstalter*innen, die sich aus verschiedenen Gruppierungen zusammengefunden hat. Manche von uns sind jahrelange Residents im Pudel, veranstalten mit ihren Crews Boomerang, ill, The Press Group Partys im Frappant oder Uebel & Gefährlich oder betreiben eigene Vinyl-Labels (VIS, The Press Group), auf denen sie teilweise auch selbst releasen. Wir haben kein klassisches Businessmodell mit Chef*in und Angestellten, sondern organisieren und entscheiden alles in der Gruppe und planen derzeit noch mehr Leute in das Projekt zu involvieren.

Wie kam es zum Namen Remoto Records?

Remoto bedeutet „in der Ferne liegend“. Viele der Schallplatten, die wir anbieten, wurden vor zwanzig bis dreißig Jahren produziert. Remoto kann aber auch bedeuten, dass etwas noch in der Zukunft liegt. Was von Anfang an für uns feststand, war, dass wir einen guten Secondhand-Stock aufbauen wollen. Wir haben glücklicherweise die Privatsammlung eines DJs vermacht bekommen, den wir als Mensch und als Musiker sehr schätzen.

 

Viel Support im Viertel

 

Am 3. Dezember 2022 wurde Eröffnung gefeiert. Euer Eindruck vom ersten Tag?

Die Eröffnung war echt toll, vor allem weil wir sehr intensiv darauf hingearbeitet haben. Da fiel dann erst mal ganz viel Druck ab und wir haben gemerkt, dass die Leute nicht nur mit uns anstoßen wollten, sondern wirklich neugierig auf die Platten waren.

Euer erster Verkaufstag fiel mit dem 2G-Start zusammen. Wie war die Erfahrung damit?

Wir haben uns schon unabhängig von der neuen Regelung für 2G entschieden, wie auch unsere Nachbarn von der Hanseplatte, und waren deshalb ganz gut darauf vorbereitet.

Ihr seid in ein kreatives Umfeld gezogen. Gibt es weitere Verbindungen zu Nachbarn?

Die Marktstraße runter sitzen die Kolleg*innen vom Lobby Skateshop. Ohne deren Support und gutes Zureden hätten wir uns wahrscheinlich nicht getraut, überhaupt aufzumachen. Und natürlich befinden wir uns hier im Karoviertel im Bermudadreieck zwischen Hanseplatte, Zardoz und Groove City. Alles alteingesessene Hamburger Institutionen. Somit fühlen wir uns hier sehr gut aufgehoben.

 

„Ohne Smallville würde es uns nicht geben“

 

Ihr habt die Räumlichkeiten von Smallville übernommen? Wie kam es dazu?

Wir waren auch regelmäßige Kunden bei Smallville und haben natürlich irgendwann davon Wind bekommen, dass es zu Ende geht. Erst haben wir nur aus Spaß gesagt, dass wir hier einen neuen Laden eröffnen. Aber irgendwann wurde es immer konkreter und mehr Leute kamen dazu, bis irgendwann klar war: Wir machen es wirklich!

Wird sich auch ehemalige Smallville-Kundschaft bei euch wohlfühlen?

Ohne Smallville würde es uns in dieser Form nicht geben. Für viele von uns haben Dial/Laid und dann später Smallville den Sound dieser Stadt geprägt und so wird hier auch immer ein Stück Smallville drinstecken. Wir hoffen, dass die alten Stammkund*innen hier das finden werden, wonach Sie suchen, oder wovon Sie nicht einmal wussten, dass sie es gesucht haben.

Was habt ihr räumlich verändert?

Wir wollten den Laden komplett umstrukturieren und und auch für Veranstaltungen nutzbar machen. Zudem wollten wir möglichst viel recyceln und haben zum Beispiel aus dem Holz der alten Smallville-Möbel Akustikabsorber gebaut. Das zentrale Element ist der Verkaufstresen mit DJ-Pult, den wir selbst entworfen und anfertigen ließen.

 

Fokus: elektronische Musik

 

Welche Musik kann man bei euch kaufen?

Der Fokus liegt auf elektronischer Musik. Dabei versuchen wir, neben House, Techno, Electro, auch andere Facetten von elektronischer (Tanz-)Musik abzudecken. Also auch im Ambient und experimentellem Bereich sind wir breit aufgestellt.

Wie findet der Auswahlprozess dafür statt?

Das Wichtigste für uns ist die Qualität der Stücke. Wir orientieren uns möglichst nicht an Trends, sondern wählen jede Platte einzeln danach aus, ob sie uns möglicherweise in zehn Jahren immer noch gefällt.

Kann man andere Dinge außer Platten bei euch erwerben?

Wir bieten auch Tapes, Merchandise wie Pullover und T-Shirts und DJ-Equipment wie Plattenbürsten, Kabel et cetera an. Zudem haben wir eine Shop-in-Shop-Kooperation. Eckart von 70s Stereo bietet bei uns Hi-Fi-Anlagen, Verstärker, Plattenspieler sowie deren Reparatur an.

 

Veranstaltungen und Workshops

 

Wird es einen Onlineshop geben?

Der befindet sich derzeit im Aufbau. Bis dahin checkt gerne unsere Social-MediaKanäle wie Instagram, wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt.

Es gibt einige Sitzmöglichkeiten bei euch. Ist der Laden auch Treffpunkt?

Er ist relativ groß und lädt dazu ein, vielfältig genutzt zu werden. Viele der Möbel sind auf Rollen. So können wir auch mal schnell alles beiseite schieben, wenn wir eine Veranstaltung oder einen Workshop im Laden haben.

Ist da schon etwas in Planung?

Wir planen derzeit, in Kooperation mit verschiedenen Kollektiven Workshops zum Thema Club Culture, Awareness und auch Musikproduktion und DJing durchzuführen. Zudem wird es bei uns regelmäßige Instore Sessions geben. Anfang Dezember hatten wir zum Beispiel Besuch aus Leipzig. Sevensol hat hier anlässlich seines long vehicle Label Releases im Laden die neue Platte vorgestellt. Und wenn alles gut geht, kommt im Februar die Musikerin Diessa aus Sheffield zu uns.

remoto-records.com


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2022. Das Magazin ist ab dem 29. Januar 2022 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Bestatterin Lea Balkenhol: „Man muss Bedürfnisse erkennen“

Lea Balkenhol, 23, ist Bestatterin – und möchte es am liebsten für immer bleiben. Ein Gespräch über Empathie, Trauerfeiern in Zeiten von Corona – und allerhand Berufsklischees

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Lea, wann hast du dich entschieden, Bestatterin zu werden?

Lea Balkenhol: Das war im Mai 2017. Ein Jahr zuvor hatte ich Abitur gemacht und war dann ein bisschen unschlüssig, wie es weiterge- hen könnte. Also habe ich mir ein Jahr Zeit genommen, um Praktika in ganz verschiede- nen Bereichen zu machen. Ich war an einer Schule, in einem Theater – und in meinem letzten Praktikum bei Schaarschmidt Bestattungen in Barmbek. Nach zwei Wochen war ich schon sehr begeistert und nach drei Wochen ziemlich sicher, dass ich genau das beruflich machen möchte. Nach vier Wochen hat mich meine Chefin, Janna Schaarschmidt, gefragt, ob ich Lust hätte, bei ihr eine Ausbildung zu machen. Seitdem bin ich hier.

Du sprichst von früher Begeisterung. Was hat dir denn sofort gefallen?

Ich bin ein großer Fan von Listen und Formularen, Ordnung und Symmetrie (lacht). Von all dem gibt es hier reichlich. Außerdem hat man als Bestatterin einen sehr warmen, ehrlichen Kontakt zu den Hinterbliebenen. Für sie kann man enorm viel tun. Wenn das gelingt und die entsprechende Rückmeldung kommt, ist das eine angenehme Bestätigung. Ich bin aber auch oft unterwegs und habe deshalb viel Abwechslung im Alltag.

Muss man als angehende Bestatterin also einerseits einen Sinn für Ordnung, andererseits viel zwischenmenschliches Fingerspitzengefühl mitbringen?

Genau. Es geht hier neben Organisation auch um Empathie – und zwar um eine, die man nur bedingt lernen kann.

Wie meinst du das?

Oft hat man mit Menschen zu tun, die einem Dinge nicht unbedingt direkt – oder überhaupt – sagen. Man muss viele Bedürfnisse erkennen können, ohne dass sie konkret geäußert werden.

 

„Es macht großen Spaß, die Klischees zu widerlegen“

 

Mal kurz zu den Klischees, mit denen dein Job behaftet ist: trist, traurig, viel zu viel Tod …

… und alte, weiße Männer mit schlecht sitzenden Anzügen (lacht).

Welches Klischee findest du am schlimmsten?

Den tristen Arbeitsalltag. Vor allem aber finde ich es schade, dass viele gar nicht wissen, was Bestatter genau machen. Einige haben da so Bilder aus „Six Feet Under“ im Kopf.

Auf der anderen Seite macht es auch großen Spaß, die Klischees zu widerlegen. Wenn man den Job gut macht, kann man all dem ausreichend entgegenwirken.

Du hast die Abwechslung im Alltag schon erwähnt. Gibt es auch gewisse Routinen?

Auf die gesamte Woche gesehen schon. Montags verschafft man sich einen Überblick über alles, was am Wochenende angefallen ist, und am Ende der Woche ist man oft mit Trauerfeiern beschäftigt.

Die meisten Menschen legen ihre Trauerfeiern gerne auf einen Freitag, und wir bereiten über die Woche alles dafür vor. Ansonsten muss man schauen, was passiert. Heute Morgen um halb sieben habe ich zum Beispiel einen Anruf bekommen, ob wir eine Verstorbene aus einem Heim abholen können. Dadurch ist der Tagesplan natürlich nicht mehr wie gehabt.

Du wirst auch mit am Corona-Virus Verstorbenen zu tun haben. Bestehen dabei Ängste?

Nicht bei der Arbeit mit den Verstorbenen. Selbst wenn eine verstorbene Person Corona hatte, atmet sie ja nicht mehr, und ich komme auch nicht mit ihren Körperflüssigkeiten in Berührung.

Schwierig finde ich allerdings den Gang in Heime. Weil ich definitiv mehr Kontakte mit Menschen habe, als diejenigen, die im Heim wohnen, und man ja nie weiß, welche Begegnungen es dort geben wird. Wir können uns nur bestmöglich vorbereiten, auch Schutzkleidung tragen, und meistens sind die Flure auch vorsorglich leer, wenn wir kommen. Wir haben dann nur mit einer Person zu tun, die uns Papiere übergibt.

Schwierig sind bestimmt auch Trauerfeiern in der Corona-Zeit, weil sie oft nicht in dem Rahmen stattfinden können, in dem sie die Hinterbliebenen gerne hätten.

Richtig, vielen Menschen fehlt momentan ein richtiger Abschied. Mir wird jetzt noch klarer, dass Trauerfeiern nicht nur dafür da sind, damit Hinterbliebene Abschied von Verstorbenen nehmen können, sondern auch, damit sie diesen Moment mit anderen teilen können. Es geht um ein Gefühl von Gemeinschaft, auch beim Kaffeetrinken danach – was momentan häufig einfach wegfällt.

Kannst du dir vorstellen, diesen Job dein Leben lang zu machen?

Ja, auf jeden Fall! Gerade auf lange Sicht hat diese Arbeit alles, was ich mir für mein Berufsleben wünsche. Ich sehe mich für immer in diesem Job.


SZENE-März-2021 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, März 2021. Das Magazin ist seit dem 26. Februar 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Kulturisten-Hoch2: Generationen auf Augenhöhe

Wenn junge und alte Menschen gemeinsam etwas erleben, ist das für beide Seiten bereichernd. Das Projekt Kulturisten-Hoch2 macht dies möglich. Wie prägend ein Abend sein kann, erzählt die Initiatorin Christine Worch

Interview: Karin Jirsak

 

SZENE HAMBURG: Frau Worch, KulturistenHoch2 bringt Senioren und Schüler als Tandem für Kulturveranstaltungen zusammen. Wie läuft das ab?

Christine Worch: Seit 2016 bilden wir Kooperationen mit Schulen in Stadtteilen, in denen signifikant viele ältere Menschen mit niedrigem Einkommen leben. Einmal im Jahr stellen wir das Projekt in den Schulen vor, und die Schüler der jeweiligen Oberstufen können sich bei Interesse anmelden.

Wenn wir mindestens 15 Anmeldungen haben, kann das Projekt starten. Erst dann suchen wir die älteren Menschen in einem Stadtteil über verschiedene Kommunikationskanäle. Da stützen wir uns zum Beispiel auf Kooperations- und Netzwerkpartner, wie den ASB oder auch kirchliche Seniorentreffs.

Mittlerweile gibt es auch schon viel Mundpropaganda. Dank unseres Kooperationspartners Kulturleben Hamburg, der Tickets für Kulturveranstaltungen an Menschen mit geringem Einkommen vermittelt, können wir den älteren Menschen Karten für vielseitige Veranstaltungen anbieten, für die sie im Vorfeld Interesse bekundet haben. Wenn sie sich für eine Veranstaltung entschieden haben, suchen wir nach einer passenden Begleitung in der näheren Umgebung.

Funktioniert das Prinzip?

Bis jetzt haben sich rund 600 Tandems gefunden. Also ja.

Welche Veranstaltungen besuchen die Tandems?

Je nach Interesse der teilnehmenden Senioren kann das mal ein klassisches Konzert sein, eine Ausstellung, ein Theaterstück. Oder auch mal etwas Ungewöhnlicheres. Gleich im ersten Jahr sind zwei Tandems zum Wacken Open Air gefahren. Ein 69-jähriger Teilnehmer sagte hinterher, er sei völlig begeistert davon gewesen, dass da 80.000 „wild aussehende Menschen“ so friedlich zusammen feiern.

Wieso haben Sie sich für ein Generationen-Projekt entschieden?

Ich war früher im Marketing und Vertrieb tätig, aber vor fast genau acht Jahren hatte ich den großen Wunsch, mein Know-how auf diesem Gebiet in etwas Soziales einzubringen. Ich habe dann eine Fundraising-Ausbildung gemacht, bin als Beraterin in verschiedenen Demenzprojekten tätig gewesen und habe unter anderem auch für Kulturleben Hamburg gearbeitet.

Dabei habe ich bemerkt, dass es immer wieder ältere Menschen gab, die das Angebot, eine Kulturveranstaltung zu besuchen, zwar gerne in Anspruch genommen hätten, aber darüber klagten, dass ihnen eine Begleitung fehle. Jemand, der gegebenenfalls auch helfen kann, wenn die ältere Person nicht mehr so mobil ist.

 

Wenn Alt und Jung Freunde werden

 

Unternehmen die Tandems nach dem ersten Treffen öfter etwas zusammen?

Wenn da Menschen aufeinandertreffen, die sich mögen, versuchen wir, sie künftig gemeinsam zu vermitteln. Gelingt das nicht, weil zum Beispiel die Schülerin oder der Schüler an dem fraglichen Abend keine Zeit hat, so hat der ältere Mensch die Chance einen anderen jungen Menschen kennenzulernen.

Es kommt durchaus vor, dass dauerhafte Freundschaften entstehen und die Teilnehmenden auch über das Projekt hinaus weiter Kontakt haben.

Welche Rückmeldungen kommen bei Ihnen an?

Beide Seiten freuen sich darüber, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die einer ganz anderen Generation angehören als sie selbst und dass sie so in vielerlei Hinsicht ihren Horizont erweitern können. Gerade Jugendliche, deren Großeltern nicht in ihrem direkten Umfeld leben, finden es interessant, die Geschichten älterer Menschen zu hören.

Viele sagen auch, dass sie durch das Projekt auch Kultur kennenlernen konnten, auf die sie alleine wahrscheinlich nicht gekommen wären.

Warum sind gerade Kulturveranstaltungen eine gute Möglichkeit, Generationen zu verbinden?

Auf beiden Seiten gibt es oft Vorurteile, und eines unserer wichtigsten Ziele ist es, diese abzubauen. Dazu ist es wichtig, dass sich die Jüngeren und die Älteren auf Augenhöhe begegnen, die Kultur kann da ein sehr guter Mittler sein.

Wir hatten zum Beispiel mal eine 17-jährige Teilnehmerin, die mit ihrer 78-jährigen Partnerin das erste Mal in die Oper gegangen ist, was natürlich sehr aufregend für sie war. Die ältere Dame war dagegen eine vormals versierte Operngängerin. Beide haben bei einer tragischen Szene zusammen geweint, und das Mädchen sagte hinterher, sie habe die Geschichte, die da auf der Bühne gezeigt wurde, durch das anschließende Gespräch mit ihrer Begleiterin erst richtig verstanden.

Kulturisten-Hochzwei-Alter-Test-Anzug

So ausgerüstet fühlen Jugendliche nach, wie es ist, zu altern

Die Jugendlichen werden für die Teilnahme an dem Projekt vorher geschult. Was wird dabei vermittelt?

Zum Beispiel, wie sie Menschen mit Rollstühlen und Rollatoren unterstützen können. Auch ein Alterssimulationstraining gehört zur Ausbildung. Seheinschränkungen werden zum Beispiel mit verschiedenen Brillen simuliert, ein Schallschutz lässt die Jugendlichen Schwerhörigkeit nachempfinden. Eine Halskrause, Gewichte für die Hand- und Fußgelenke und Ellbogen, jeweils zwei Kilo schwer, und spezielle Handschuhe zeigen die Einschränkungen von Gelenkversteifungen. Dazu kommt noch eine 25 Kilo schwere Weste, die den Kraftverlust des Gesamtorganismus fühlbar macht.

Nach spätestens fünf Minuten Bewegung in dieser Montur wird den Jugendlichen klar, dass das Altern wirklich kein Spaß ist und sie entwickeln großen Respekt davor, was ältere Menschen jeden Tag leisten müssen. Wir gehen dann auch noch einmal in diesem Aufzug mit den Teilnehmenden einkaufen. Dabei begreifen die Jugendlichen dann auch, warum es manchmal so lange dauert, wenn vor ihnen an der Kasse ein älterer Mensch steht.

Was bewirkt das bei den Jugendlichen?

Es gibt Jugendliche, die nach dem Projekt den Wunsch äußern, in der Altenpflege tätig zu werden. Sie bekommen nach Ablauf des Projektjahres ein Zertifikat für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Daraus können sich also auch Zukunftsperspektiven entwickeln.

Kulturisten-hoch2.de


Szene-Hamburg-August-2019-TitelDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, August 2019. Titelthema: Wie sozial ist Hamburg? Das Magazin ist seit dem 27. Juli 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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