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Film in Hamburg – gedreht wird immer

In Hamburg wird gedreht – oft und gerne. Welche Ecken in der Stadt zu welcher Geschichte passen und wo es sich filmisch durch die Zeit reisen lässt, das weiß Alexandra Luetkens. Sie ist Film Commissionerin bei der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und berät Filmemacher aus aller Welt

Text: Hedda Bültmann 

 

Hollywood zu Besuch auf St. Pauli: Philip Seymour Hoffman trifft sich auf einen Drink mit Robin Wright in der Rooftopbar 20up des Empire Riverside Hotels. Das kann passieren, wie hier für den Film „A Most Wanted Man“. Auch in „Der Morgen stirbt nie“ hat Hamburg einen Auftritt, bekannt ist vor allem die Szene, in der James Bond (Pierce Brosnan) auf das Dach des Atlantic Hotel flüchtet. Und auch die Landungsbrücken und der Blick auf den Hafen schaffen es als Kulisse immer wieder in große internationale Produktionen, aber auch Arthouse Filme.

 

Von langer Hand vorbereitet

 

Die Liste der Streifen, die zumindest teilweise hier gedreht wurden, ist lang. Seit 2000 kümmert sich Alexandra Luetkens gemeinsam mit ihrer Kollegin Christiane Dopp als Film Commissionerin bei der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein unter anderem um Anfragen, Drehorte und Beratung. Sie hat schon einige Kreative vom Filmstandort Hamburg überzeugen können.

Wie die von „The Story of My Wife“, auf Deutsch „Die Geschichte meiner Frau“ – ein Liebesdrama, das in den 1920er-Jahren in Hamburg und Paris spielt. Der Film feierte im Juli dieses Jahres auf den Filmfestspielen von Cannes seine Weltpremiere. Doch bereits Anfang 2018 hat Alexandra Luetkens die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi, den Kameramann, die Szenenbildnerin und die Berliner Produktionsfirma Komplizen Film im Namen der Filmförderung nach Hamburg eingeladen, und ist mit ihnen in einem Kleinbus durch die Stadt gefahren – an all die Plätze, die von einem Hamburg in den 1920ern erzählen könnten. Am Ende haben Enyedi die vielfältigen Möglichkeiten überzeugt, sodass sie dann 2019 elf Tage hier gedreht hat, unter anderem natürlich in der Speicherstadt. Aber auch an der Trostbrücke, im Atlantic Hotel, im Museumshafen und auf den Fleeten, wo im Film historische Barkassen fahren.

Setfoto TSOMW Speicherstadtfleete_Copyright Hanna Csata-klein

Zeitreise: Die Speicherstadt wurde für die Dreharbeiten von „The Story of My Wife“ in die 1920er verlegt (Foto: Hanna Csata)

 

„Die historischen Aufnahmen waren sehr aufwendig“

 

Die MOIN Filmförderung hat die Film Produktion in Hamburg mit 450.000 Euro unterstützt, wobei diese wiederum rund eine Million Euro in Hamburg ausgegeben hat. In der Vorbereitung arbeitete Luetkens eng mit dem Motivaufnahmeleiter zusammen: von ersten Motiv-Vorschlägen über logistische Organisation bis zu den notwendigen Behördengängen.

„Die historischen Aufnahmen waren sehr aufwendig. Die öffentlichen Bereiche mussten weiträumig abgesperrt werden, damit zum Beispiel die Pferdekarren durch die Speicherstadt fahren konnten, ohne dass moderne Autos das Bild durchkreuzten“, erzählt sie. „Wir haben weit im Voraus angefangen alles vorzubereiten, Termine mit den städtischen Behörden vereinbart und auch mit der Port Authority, um die Motivaufnahmeleitung zu unterstützen, dann die Drehgenehmigungen einzuholen.“ Doch es habe sich gelohnt. „Hamburg sieht in dem Film so fantastisch aus, es macht einfach Freude, das zu sehen“, schwärmt die Commissionerin, „und für uns von der Filmförderung ist es eine schöne Bestätigung, dass von hier, aus diesem Projekt heraus, solch großartige Bilder um die Welt gehen.“

 

Hamburgs Plus: die Vielseitigkeit

 

Mehr als 500 öffentliche Plätze in der Stadt sind als potentzielle Drehorte in der Datenbank der MOIN Filmförderung erfasst. Hamburg selbst ist wie eine Leinwand, auf die vieles projiziert werden kann. Zuletzt verlegte Alexandra Luetkens kurzerhand Duisburg nach Hamburg. Die Firma Weydemann Bros, die 2019 den erfolgreichsten Arthouse Film „Systemsprenger“ verantwortet hat, hat für einen im nächsten Jahr geplanten Film eine Förderungszusage bekommen. Und da sie zwar gerne in Hamburg drehen möchten, aber die Geschichte in Duisburg spielt, hat Alexandra Luetkens alle passenden Ecken, wie zum Beispiel das südliche Wilhelmsburg, rausgesucht. Denn was Hamburg als Filmstandort besonders auszeichnet, ist die Vielseitigkeit. „In Deutschland ist es die Stadt mit den meisten Grünflächen einerseits, andererseits gibt es hier viel Industrie. Dann ist da die urbane HafenCity mit ihrer modernen Architektur, dem alteingesessenen Reichtum entlang der Elbchaussee oder rund um die Alster. Und durch den Hafen hat Hamburg ein internationales Flair“, erklärt sie.

Setfoto The Story of My Wife_Copyright Hanna Csata-klein

Damit keine Filmfehler passieren, wird bei Drehs oft weiträumig abgesperrt (Foto: Hannah Csata)

 

Der Kiez ist nicht mehr das, was er einmal war

 

Nach wie vor ist aber vor allem auch die Reeperbahn mit ihrem Rotlichtviertel weltweit bekannt und Anziehungspunkt. „Die Nachfrage nach St. Pauli verläuft im Hinblick auf die letzten Jahre immer in Wellen“, meint Luetkens, „aber gerade in diesem Jahr war der Kiez wieder sehr gefragt.“ Aktuell drehe Amazon die (nicht geförderte) Serie „Luden“, die auf dem St. Pauli der 1980er-Jahre spielt. Eine weitere hier ansässige Geschichte, die gerade in Arbeit sei und die von der Filmförderung unterstützt werde, sei die Amazon Miniserie „German Crime Story: Gefesselt“ über den Säurefassmörder Lutz Reinstrom. Historische Stoffe, die ein vergangenes St. Pauli zeigen. „Auch wenn es immer noch viele ursprüngliche Ecken gibt, hat sich der Kiez stark verändert im Vergleich zu dem klassischen Rotlicht- und Prostitutionsviertel der 90er-Jahre“, so Luetkens, „Er ist viel mehr eventisiert, aber auch das kann für andere Projekte passen und wird gebraucht.“

 

Soul Kitchen – ein Zeitzeugnis

 

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Alexandra Luetkens ist seit 2000 Film Commissionerin für Hamburg (Foto: Alexandra Luetkens)

Als Film Commissionerin verfolgt sie sehr aufmerksam die städtische Entwicklung: „Die Stadt verändert sich ja ständig, es entstehen neue Stadtteile wie zwischen HafenCity und den Elbbrücken oder alte Hafenindustrie wie in Steinwerder verschwindet und wird durch andere Bauten ersetzt.“ Die Gentrifizierung und der Verdichtungsprozess haben auch Auswirkungen auf Hamburg als Filmstadt: „Es wird auch aus filmischer Sicht zu viel abgerissen. Alte Bausubstanz geht verloren, vieles, was interessant ist.“ Das thematisierte Hamburgs Kult-Regisseur Fatih Akin bereits 2009 in „Soul Kitchen“, in dem ein Restaurantbesitzer sich in schlechten wirtschaftlichen Zeiten gegen einen Immobilienhai wehren muss.

Der Film ist mittlerweile auch ein Zeitzeugnis, denn die Soul Kitchen-Halle, in der ursprünglich Kulturveranstaltungen stattfanden, wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen und verfällt. Auch die Astra Stube unter der Sternbrücke, in der sich Zinos (Adam Bousdoukos) und Lucia (Anna Bederke) betrinken, ist akut vom Abriss bedroht, da die Brücke erneuert werden soll. Doch: „Wir brauchen auch die abgerockten Ecken, subkulturelle Räume, um die Inhalte von Krimis oder gesellschaftliche Randgruppen darzustellen“, erklärt Alexandra Luetkens. „Ein Drehort muss nicht immer glatt und schön sein.“ So sei auch eine vermeintlich hässlich wirkende Location ein attraktives Motiv und: „Ein Ort braucht nur gewisse logistische Voraussetzungen, ansonsten kann alles, was sich mit Fantasie umgestalten lässt, ein tolles Filmmotiv sein.“

 

Wahrzeichen locken Stars

 

Um so erfreulicher ist es, dass auch neuere Wahrzeichen von Hamburg große internationale Stars nach Hamburg locken. In dem Film „Drei Engel für Charlie“ von Elizabeth Banks aus dem Jahre 2019 – unter anderem mit Kristen Stewart – ist die Elbphilharmonie als einer der zentralen Orte zu sehen. „Dass diese große US-Produktion in Hamburg gedreht hat, war ein persönliches Highlight“, erzählt Luetkens. „Dass das möglich war, haben viele tolle Leute erwirkt und auch wir haben uns dafür sehr reingehängt.“

Der Film habe eine enorme Wirtschaftskraft in die Stadt und weltweite Aufmerksamkeit gebracht. Auch wenn Blockbuster nicht für die Art der Filme stehen, für die die Filmförderung bekannt ist. Das sind eher Arthouse-Filme wie für viele der Hamburgfilm überhaupt, „Absolute Giganten“ von Sebastian Schipper. Diesen hat Alexandra Luetkens sofort vor Augen, wenn sie durch den Alten Elbtunnel schlendert: „Ich weiß, das ist ein Klassiker, aber für mich ist er einer der schönsten Drehorte in Hamburg.“ Und ihr Lieblings-Hamburgfilm? „Gegen die Wand“ von Fatih Akin. Der Film hat nach all den Jahren immer noch diese Power und einen enormen Druck“, sagt sie. „Sobald er losgeht – mit der Autofahrt durch den Elbtunnel zu dem Song ,I Feel You‘ von Depeche Mode – bekomme ich Gänsehaut.“


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Léa Seydoux in „Die Geschichte meiner Frau“

Gerade noch als weibliche Hauptrolle im neuen James Bond, im nächsten Moment begleitet einen Léa Seydoux in „Die Geschichte meiner Frau“ durch das Hamburg der 1920er-Jahre

Text: Sabine Danek

 

Gerade noch hat Léa Seydoux noch James Bond den Kopf verdreht. Verführerisch, eigensinnig und stark bringt sie den Agenten in „No Time To Die“ um den Verstand. Und so ähnlich macht es die französische Schauspielerin, die gerade zu einer großen internationalen Karriere abhebt, auch in Ildikó Enyedis neuem Drama. Darin erzählt Gijs Naber als niederländischer Kapitän Jakob Störr „Die Geschichte meiner Frau“, die im Europa der 1920er-Jahre spielt, in Paris und auch in Hamburg. Und es kommt nicht von ungefähr, dass die Regisseurin, die mit „Körper und Seele“ 2017 auf der Berlinale den Goldenen Bären gewann, in der Hansestadt drehte. Die Ungarin hat besondere Bande zum Metropolis-Kino. In ihrer Heimat der Zensur ausgesetzt, hat sie dort schon früh ihre Filme gezeigt und sogar ihren Mann kennengelernt.

 

Drehort Hamburg

 

Die Geschichte meiner Frau mit Léa Seydoux und Gijs Naber (Foto: Alamode Film)

Die Geschichte meiner Frau mit Léa Seydoux und Gijs Naber (Foto: Alamode Film)

2019 fiel nahe der Landungsbrücken die erste Klappe für ihr Liebesdrama, das auf einem Roman von Milán Füst beruht und quer durch ein Hamburg führt, über deren Kopfsteinpflaster Automobile und Pferdekutschen rumpeln, an die Alster und ins Atlantic Hotel – und mitten hinein in eine Ehe, die so stürmisch ist wie die Weltmeere es sind, die der Kapitän überquert. Einst hatte er gewettet, dass er die erste Frau, die in das Café kommt, in dem er mit einem Freund saß, heiratet. Lizzy (Seydoux) ist das und sie sagt Ja. Bald aber verwandelt sich die Leidenschaft des ungleichen Paares in ein zerstörerisches Katz-und-Maus-Spiel, das irgendwann die immer gleichen Schleifen dreht. Aus dieser Zähheit kann selbst Kabarettist Josef Hader, der einen herrlich abgründigen Hamburger Hauswart spielt, die Amour Fou nicht retten. Und so fragt man sich trotz der großartigen Besetzung und der satten Bilder, die in schönstes Nachtblau und in das Gold der Roaring Twenties gegossen sind, was der Kapitän einem eigentlich erzählen wollte.

„Die Geschichte meiner Frau“, Regie: Ildikó Enyedi. Mit Léa Seydoux, Gijs Naber, Louis Garrel. 169 Min. Ab dem 4. November im Kino

Lust auf mehr? Hier gibt‘s der Trailer zu „Die Geschichte meiner Frau“:


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2021. Das Magazin ist seit dem 28. Oktober 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Filmfest Hamburg: Das gibt’s noch zu sehen

Es sind die zwei Wochen im Jahr, in denen es in den Hamburger Kinos hoch her geht. Beim Filmfest Hamburg gibt es große Premieren und viele kleine Highlights. Hier kommt eine Übersicht, was bis es bis zum 9. Oktober 2021 noch zu sehen gibt

Texte: Marco Arellano Gomes, Mark Stöhr, Cornelis Hähnel, Helen Peetzen, Anselm Scherer, Claire Bösenberg

 

Das Filmfest Hamburg ist in vollem Gange. In der letzten Woche gab es die Highlights des Filmfestes, hier kommt eine Übersicht, was es bis zum 9. Oktober 2021 noch zu sehen gibt.

 

Sektion Große Freiheit

 

Filme aus Deutschland: Die ausgewählten Kinofilme nutzen die Freiheiten, die sich ihnen bieten – mit viel Lust an neuen Themen und Narrationen.

 

Alles in bester Ordnung

 

Wie viel muss der Mensch wirklich besitzen? Eine feinsinnige Komödie über das Zuviel und das Zuwenig mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle.

Alles in bester Ordnung (Foto: Niklas Lindschau)

Alles in bester Ordnung (Foto: Niklas Lindschau)

D 2021, 96 Min., Regie Natja Brunckhorst Drehbuch Natja Brunckhorst, Martin Rehbock Besetzung Corinna Harfouch, Daniel Strässer, Joachim Król; Blankenese Kino, Di. 5.10. 19:45 Uhr

 

Niemand ist bei den Kälbern

 

Mit unbestechlichem Blick und dokumentarischem Duktus räumt das Drama mit dem Mythos vom romantischen Landleben auf.

Niemand ist bei den Kälbern (Foto: Weydemann Bros / Max Preiss)

Niemand ist bei den Kälbern (Foto: Weydemann Bros / Max Preiss)

D 2021, 116 Min., Regie Sabrina Sarabi Drehbuch Sabrina Sarabi, basierend auf einem Roman von Alina Herbing Besetzung Saskia Rosendahl, Rick Okon, Godehard Giese, Enno Trebs, Peter Moltzen; Cinemaxx 1, Di. 5.10. 20:45 Uhr

 

Sektion Veto!

 

Politisches Kino: Filme mit Ausrufezeichen, meinungs- und ausdrucksstarke Interventionen und Irritationen: Das Spiel- und Dokumentarfilmprogramm unterstreicht die politische Kraft des Kinos.

 

Futura

 

Eine neue Generation italienischer Regisseur·innen erforscht in einem Kollektivfilm die Zukunft ihres Landes.

Futura (Foto: The Match Factory GmbH)

Futura (Foto: The Match Factory GmbH)

I 2021, 110 Min., Regie und Drehbuch Pietro Marcello, Francesco Munzi, Alice Rohrwache; Metropolis, Mi. 6.10. 19:00 Uhr

 

La Civil

 

Ziviler Mut in einer Gesellschaft ohne Gewaltmonopol: In diesem fesselnden Entführungsthriller aus Mexiko nimmt eine Mutter die Suche nach ihrer Tochter selbst in die Hand.

La civil (Foto: Urban Distribution International)

La Civil (Foto: Urban Distribution International)

B, MEX, RO 2021, 145 Min., Regie Teodora Ana Mihai Drehbuch Teodora Ana Mihai, Habacuc Antonio De Rosario Besetzung Arcelia Ramirez, Alvaro Guerrero, Ayélen Muzo, Jorge A. Jimenez; Studio Kino, Mi. 6.10. 21:30 Uhr

 

 

Sektion Transatlantik

 

Kino aus Nordamerika: Diese Sektion strotzt vor Lebendigkeit und Kreativität und hat den Mut zu außergewöhnlichen Geschichten und Ästhetiken, egal ob in Studio- oder Independent-Produktionen.

 

Starlet

 

Eine ziellose 21-Jährige, eine weit über 85-Jährige, ein bisschen Pornoindustrie und eine Thermoskanne voller Geld – Sean Baker macht in seinem vierten Film ein Universum voller Unterschiede und Überraschungen auf.

Starlet (Foto: Rapid Eye Movies HE GmbH)

Starlet (Foto: Rapid Eye Movies HE GmbH)

USA 2012, 103 Min., Regie Sean Baker Drehbuch Sean Baker, Chris Bergoch Besetzung Dree Hemingway, Besedka Johnson; Studio Kino, Do. 7.10. 21:30 Uhr

 

Land of Dreams

 

Die USA in naher Zukunft – ein abgeschottetes Land, in dem nicht einmal mehr das Träumen frei ist. Bildgewaltig entwerfen Shirin Neshat und Shoja Azari eine Dystopie, die vielleicht näher an der Wirklichkeit ist, als uns lieb ist.

Land Of Dreams (Foto: Bon Voyage Films, Palodeon Pictures / Ghasem Ebrahimian)

Land of Dreams (Foto: Bon Voyage Films, Palodeon Pictures / Ghasem Ebrahimian)

USA, D, QAT 2021, 113 Min., Regie Shirin Neshat, Shoja Azari Drehbuch Jean-Claude Carrière Besetzung Sheila Vand, Matt Dillon, William Moseley, Isabella Rossellini, Anna Gunn, Christopher McDonald; Studio Kino, Fr. 8.10. 16:00 Uhr

 

Poser

 

Das Psychodrama um eine junge Frau auf Identitätssuche ist ein beeindruckendes Stück US-Indiekino und taucht tief in die vibrierende Subkultur von Columbus in Ohio ein.

Poser (Foto: UTA)

Poser (Foto: UTA)

USA 2021, 87 Min., Regie Ori Segev, Noah Dixon Drehbuch Noah Dixon Besetzung Sylvie Mix, Bobbi Kitten; Abaton, Fr. 8.10. 21:30 Uhr

 

Sektion Asia Express

 

Filmkulturen aus Fernost: Die Sektion spiegelt das aktuelle Filmschaffen unabhängiger asiatischer Filmemacher•innen. Sie steht für ein Kino der Grenzüberschreitungen und cineastischen Sinnsuchen.

 

Anatomy of Time

 

Eine in Fragmenten erzählte Untersuchung über Entscheidungen, Vergänglichkeit und die Wirkungsweisen der Zeit.

Anatomy of Time (Foto: Diversion, Damned Films, Sluizer Film Productions, M'GO Films, Mit Out Sound Films)

Anatomy of Time (Foto: Diversion, Damned Films, Sluizer Film Productions, M’GO Films, Mit Out Sound Films)

THA, F, NL, SIN 2021, 118 Min., Regie und Drehbuch Jakrawal Nilthamrong Besetzung Thaveeratana Leelanuja, Prapamonton Eiamchan, Sorabodee Changsiri, Wanlop Rungkumjad; Metropolis, Fr. 8.10. 16:30 Uhr und Cinemaxx 2, Sa 9.10., 16:00 Uhr

 

On the Job: The Missing 8

 

Korrupte Politiker, verschwundene Journalisten und Gefängnisse voller Auftragsmörder: Mit frenetischer Kamera und mitreißender Musik inszeniert Erik Matti einen epischen Politthriller, der sich auf wahre Begebenheiten stützt.

On the Job: The Missing 8 (Foto: Reality Entertainment)

On the Job: The Missing 8 (Foto: Reality Entertainment)

PHI 2021, 208 Min., Regie Erik Matti Drehbuch Michiko Yamamoto Besetzung John Arcilla, Dennis Trillo, Dante Rivero; Cinemaxx 2, Sa. 9.10. 20:30 Uhr

 

All about my Sisters

 

Eine Langzeitstudie über familiäre Verflechtungen, die psychologischen Auswirkungen der Ein-Kind-Politik und die Rolle der Frau in der chinesischen Gesellschaft.

All about my sisters (Foto: Asian Shadows)

All about my Sisters (Foto: Asian Shadows)

USA 2021, 174 Min., Regie Wang Qiong Protagonist∙innen Zhou Jin, Wang Li, Yan Xiaoqing, Wang Jianhua, Wang Sifan; Cinemaxx 2, Do. 7.10. 17:30 Uhr

 

Whether the Weather is fine

 

Die Odyssee dreier Menschen in den Nachwirren einer Sturmflut wird zur visuell beeindruckenden Vision einer Welt nach der Katastrophe.

Whether the Weather is Fine (Foto: Rediance Films)

Whether the Weather is Fine (Foto: Rediance Films)

F, D, PHI, SIN, IDN, QAT 2021, 104 Min., Regie Carlo Francisco Manatad Drehbuch Giancarlo Abrahan V, Carlo Francisco Manatad, Jeremie Dubois Besetzung Charo Santos-Concio, Daniel Padilla, Rans Rifol; Cinemaxx 2, Mi. 6.10. 21:15 Uhr

 

Sektion Voilà!

 

Französischsprachige Filme: Unsere frankophone Sélection beweist Jahr für Jahr, welch exzellenter Output möglich ist, wenn Talent, Vision und Unabhängigkeit zusammenkommen.

 

France

 

Mit absurdem Witz erzählt der neue Film von Bruno Dumont anhand einer französischen Starjournalistin, wie schnell man in einen Abgrund fallen kann – und stärker wieder aus ihm auftaucht.

France (Foto: R. Arpajou / 3B PRODUCTIONS 2020; SBS)

France (Foto: R. Arpajou / 3B PRODUCTIONS 2020)

F, D, B, I 2021, 133 Min., Regie und Drehbuch Bruno Dumont Besetzung Léa Seydoux, Juliane Köhler, Benjamin Biolay, Blanche Gardin; Passage, Do. 7.10. 18:45 Uhr

 

Die Gute Mutter

 

Mit einem liebevollen Blick zeichnet Hafsia Herzi das filmische Porträt einer Mutter, einer Familie und eines Viertels im Norden Marseilles.

Die Gute Mutter (Foto: SBS Productions / Guy Ferrandis)

Die Gute Mutter (Foto: SBS Productions / Guy Ferrandis)

F 2021, 99 Min., Regie und Drehbuch Hafsia Herzi Besetzung Halima Benhamed, Sabrina Benhamed, Jawed Hannachi Herzi; Passage, Fr. 8.10. 19:00 Uhr und Sa. 9.10. 17:00 Uhr

 

Vortex

 

Gaspar Noé erzählt eine berührende Geschichte über ein alterndes Paar. Die stilistische Besonderheit: Das Bild ist geteilt in zwei Fenster – auf der einen Seite beobachtet die Kamera den Mann, auf der anderen die Frau.

Vortex (Foto: Wild Bunch)

Vortex (Foto: Wild Bunch)

F, B, MON 2021, 142 Min., Regie und Drehbuch Gaspar Noé Besetzung Françoise Lebrun, Dario Argento, Alex Lutz; Cinemaxx 3, Fr. 8.10. und Sa. 9.10. 21:00 Uhr

 

Sektion Vitrina

 

Spanisch- und portugiesischsprachiges Kino: Das Programm mit aktuellen Filmproduktionen ist ein Schaufenster voll unterschiedlicher Stile, Narrationen und Genres.

 

El Gran Movimiento

 

Flirrend zwischen Realität und Fantasie, taucht das bolivianische Drama tief in die unsichtbaren Welten von La Paz ein. Bolivien in der Gegenwart.

El Gran Movimiento (Foto: Altamar Films / Socavón Cine)

El Gran Movimiento (Foto: Altamar Films / Socavón Cine)

BOL, F, CH, QAT 2021, 85 Min., Regie und Drehbuch Kiro Russo Besetzung Julio Cézar Ticona, Max Bautista Uchasara, Francisca Arce de Aro, Israel Hurtado, Gustavo Milán Ticona; Cinemaxx 2, Sa. 9.10. 14:00 Uhr

 

Jesús López

 

Das Dorf und der tote Rennfahrer: In eindringlichen Bildern erzählt das argentinische Drama eine verstörende Geschichte über Trauer und jugendliche Identität.

Jesús López (Foto: Murillo Cine)

Jesús López (Foto: Murillo Cine)

ARG, F 2021, 90 Min., Regie Maximiliano Schonfeld Drehbuch Maximiliano Schonfeld, Selva Almada Besetzung Lucas Schell, Joaquín Spahn, Sofía Palomino, Ia Arteta, Alfredo Zenobi; Metropolis, Di. 5.10. 21:30 Uhr und Cinemaxx 2 Sa. 9.10. 18:30 Uhr

 

Splinters

 

Als junges Mädchen filmte die Regisseurin, wie die Waffenfabrik in ihrer Heimatstadt in die Luft flog. 20 ahre später macht sie eine ungeheuerliche Entdeckung.

Splinters (Foto: Punto de Fuga Cine)

Splinters (Foto: Punto de Fuga Cine)

ARG 2020, 70 Min., Regie und Drehbuch Natalia Garayalde Protagonist∙innen Nicolás Garayalde, Carolina Garayalde, Esteban Garayalde, Gabriela Garayalde, Esther Rostagno; Passage, Do. 7.10. 17:00 Uhr

 

 

Sektion Kaleidoskop

 

Filme aus aller Welt: Unsere kinematografische Reise durch die Kontinente bietet ein plurales Nebeneinander unterschiedlicher filmischer Identitäten, Sprachen und Erzählungen.

 

Annette (Douglas Sirk Preis)

 

Nach neun Jahren stellt Leos Carax einen neuen Film vor. Das Musical und Melodram über eine Liebe, das Showbiz und einen Kinderstar ist ein Kinoereignis, exzessiv und ergreifend.

Annette (Foto: Detailfilm GmbH)

Annette (Foto: Detailfilm GmbH)

F, D, B 2021, 140 Min., Regie Leos Carax Drehbuch Leos Carax, Ron Mael, Russell Mael Besetzung Marion Cotillard, Adam Driver, Simon Helberg; Abaton, Mi. 6.10. 21:15 Uhr

 

Belfast

 

Working Class Hero: Mit viel Herz und einem großartigen Cast erzählt Kenneth Branagh von seiner Kindheit im turbulenten Nordirland der späten 1960er-Jahre.

Belfast (Foto: Universal Pictures International Germany GmbH)

Belfast (Foto: Universal Pictures International Germany GmbH)

GB 2021, 98 Min., Regie und Drehbuch Kenneth Branagh Besetzung Caitríona Balfe, Judi Dench, Jamie Dornan, Ciarán Hinds, Colin Morgan, Jude Hill; Passage, Mi. 6.10. 18:30 Uhr und Sa. 9.10. 19:15 Uhr

 

Die Hand Gottes

 

Von Gott berührt: In seinem autobiografischen Coming-of-Age-Drama balanciert Paolo Sorrentino zwischen fellinesker Absurdität und tragischem Ernst.

Die Hand Gottes (Foto: Netflix)

Die Hand Gottes (Foto: Netflix)

I 2021, 129 Min., Regie und Drehbuch Paolo Sorrentino Besetzung Filippo Scotti, Toni Servillo, Teresa Saponangelo, Marlon Joubert, Luisa Ranieri; Cinemaxx 1, Di. 5.10. 17:45 Uhr und Passage Fr. 8.10. 21:30 Uhr

 

Noch mehr Kino

Neben den vorgestellten Filmen gibt es in jeder Sektion auch noch mehr zu sehen. Darüber hinaus zeigen die Sektionen Television und Michal auf der einen Seite TV-Produktionen im Kino und beim Kinder- und Jugend Filmfest Michel gibt es auf der anderen Seite auch Kino für die Kleinen. Das Filmfest Hamburg läuft noch bis zum 9. Oktober 2021. Alle weiteren Informationen und das Programm gibt es auf der Homepage des Filmfests.

Das Filmfest Hamburg: 30.9. bis 9.10. in diversen Hamburger Kinos


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Must-See: Highlights beim Filmfest Hamburg

Viel Kino, das geht wieder und besonders gut beim Filmfest Hamburg. Vom 30. September bis zum 9. Oktober 2021 gibt es reichlich hochkarätige Filme zu sehen. Hier kommen acht Highlights, die man auf keinen Fall verpassen sollte

Texte: Marco Arellano Gomes, Mark Stöhr, Cornelis Hähnel, Helen Peetzen, Anselm Scherer, Claire Bösenberg

 

Große Freiheit

 

Eine Liebe im Zeichen des Paragrafen 175: Im Nachkriegsdeutschland landet ein Mann wegen seiner Homosexualität immer wieder im Knast und begegnet dort einem lebenslänglich Verurteilten.

Der Eröffnungsfilm Große Freiheit (Foto: Freibeuterfilm, Rohfilm)

Der Eröffnungsfilm Große Freiheit (Foto: Freibeuterfilm, Rohfilm)

Der Eröffnungsfilm ist ein intensiver Film über Sehnsucht und Freiheit. Hans (Franz Rogowski) liebt Männer. Das ist in Westdeutschland auch nach 1945 ein Verbrechen. Der berüchtigte §175 ist weiter in Kraft und macht alle Hoffnungen von Hans auf ein Leben in Freiheit zunichte. Im Gefängnis trifft er, der Wiederholungstäter, auf Viktor (Georg Friedrich), einen verurteilten Mörder. Aus anfänglicher Abneigung entwickelt sich im Laufe der Jahre eine intensive Verbindung voller Respekt und Empathie. Vielleicht sogar so etwas wie Liebe?

Auf drei Zeitebenen erzählt über eine Periode von 24 Jahren, beschäftigt sich das deutsch-österreichische Drama mit einem dunklen Kapitel der bundesdeutschen Justizgeschichte. Auch wenn das Totalverbot 1969 aufgehoben werden musste, blieb §175 bis 1994 bestehen. Große Freiheit feierte seine Weltpremiere in Cannes in der Sektion Un Certain Regard, wo er den Großen Preis der Jury erhielt. Zudem wurde er beim Filmfestival in Sarajevo als bester Film und mit dem CICAE Award ausgezeichnet. Der Darstellerpreis ging an Georg Friedrich.

A, D 2021, 100 Min., Regie Sebastian Meise Drehbuch Sebastian Meise, Thomas Reider Besetzung Franz Rogowski, Georg Friedrich, Anton von Lucke, Thomas Prenn; Cinemaxx 1, Do 30.09. 19:30 Uhr und Passage, Fr 01.10. 18:15 Uhr

 

Blutsauger

 

Bis zum Ende des Kapitals: Der neue Film von Julian Radlmaier verbindet Marxismus mit Vampirismus und ist eine wunderbar ironische, absurde Komödie.

Blutsauger, wunderbar ironisch und absurd (Foto: Grandfilm)

Blutsauger, wunderbar ironisch und absurd (Foto: Grandfilm)

1928: Der sowjetische Arbeiter Ljowuschka (Alexandre Koberidze) wird als Trotzki-Darsteller für einen Film von Eisenstein gecastet. Seine Träume vom Künstlerleben platzen, als Trotzki bei Stalin in Ungnade fällt und er aus dem Film herausgeschnitten wird. Jetzt will er sein Glück in Hollywood versuchen. Noch steckt er allerdings an einem mondänendeutschen Badeort fest, wo er bei einem Strandspaziergang die exzentrische Fabrikbesitzerin Octavia Flambow-Jansen (Lilith Stangenberg) kennenlernt. Eine sommerliche Romanze bahnt sich an.

D 2021, 128 Min., Regie und Drehbuch Julian Radlmaier Besetzung Alexandre Koberidze, Lilith Stangenberg, Alexander Herbst, Corinna Harfouch, Andreas Döhler; Metropolis, Sa 02.10. 18:00 Uhr

 

Für nichts und wieder nichts

 

Sie gerieten in jungen Jahren in die Mühlen der DDR-Justiz: Gisela Tuchtenhagen und Margot Neubert-Maric porträtieren drei Ex-Häftlinge, bei denen die Gefängniserfahrung lebenslange Spuren hinterlassen hat.

Für nichts und wieder nichts, über die Mühlen der DDR-Justiz (Foto: Utbüxen Filmproduktion GbR) Rintelen

Für nichts und wieder nichts, über die Mühlen der DDR-Justiz (Foto: Utbüxen Filmproduktion GbR) Rintelen

Das Zuchthaus Bützow war berüchtigt. Es galt als überfüllt und heruntergekommen. Hier saßen Siegfried, Brunound Klaus mehrere Jahre, eingepfercht in Einmannzellen. Zermürbt von endlosen Verhören und Gewalt hatten sie alles gestanden, was ihnen vorgeworfen wurde: Spionagetätigkeit, staatsgefährdende Hetze, Gefährdung der Verteidigungsbereitschaft der DDR.

D 2021, 80 Min., Regie Margot Neubert-Maric, Gisela Tuchtenhagen Protagonist∙innen Bruno Niedzwetzki, Klaus Rintelen, Siegfried Jahnke; Metropolis, Sa 02.10. 12:00 Uhr

 

Happening

 

Das eindringliche Porträt einer Frau im schmerzvollen Kampf um Körperpolitik und Selbstbestimmung basiert auf einer Geschichte von Annie Ernaux.

Happening nach einem Roman von Annie Ernaux (Foto: Wild Bunch International)

Happening nach einem Roman von Annie Ernaux (Foto: Wild Bunch International)

Frankreich 1963. Anne ist eine begabte und beflissene Studentin, die den sozialen Aufstieg vor sich sieht und damit einen Ausweg aus den Zwängen ihrer Herkunft. Wegen einer ungewollten Schwangerschaft droht sich diese Tür für Anne zu verschließen – über andere Wege herrscht im Frankreich dieser Zeit Stillschweigen. Anne absolviert vergebliche Arztbesuche, sucht verzweifelt Hilfe und erfährt keine Solidarität. In ihrem intensiven Spiel lässt Hauptdarstellerin Anamaria Vartolomei den souveränen Geist einer Unbeugsamen spürbar werden.

F 2021, 100 Min., Regie Audrey Diwan Drehbuch Audrey Diwan, Marcia Romano, basierend auf dem Roman »L‘Événement« von Annie Ernaux Besetzung Anamaria Vartolomei, Kacey Mottet-Klein, Luàna Bajrami, Louise Orry-Diquero, Louise Chevillotte; Metropolis, Fr 1.10. 29:30 Uhr und Cinemaxx 2, Mo 04.10. 21:15 Uhr

 

The French Dispatch

 

Mit einem Starensemble – darunter Benicio del Toro, Tilda Swinton und Frances McDormand – erweckt Wes Anderson vier Geschichten zum Leben, die in der letzten Ausgabe eines amerikanischen Magazins veröffentlicht werden.

In The French Dispatch erweckt ein Starensemble vier Geschichten zum Leben (Foto: The Walt Disney Company Germany GmbH / Searchlight Pictures)

In The French Dispatch erweckt ein Starensemble vier Geschichten zum Leben (Foto: The Walt Disney Company Germany GmbH / Searchlight Pictures)

Anlässlich des Todes ihres Verlegers Arthur Howitzer Jr. versammeln sich die Mitarbeiter·innen von The French Dispatch, eines amerikanischen Magazins mit Sitz in der französischen Stadt Ennui-sur-Blasé, um einen Nachruf zu verfassen. So entstehen vier von den Erinnerungen an Howitzer geprägte Geschichten: ein Reisebericht aus den verrufensten Ecken der Stadt selbst, eine Story über einen geistesgestörten, kriminellen Maler, eine Chronik von Liebe und Tod auf dem Höhepunkt der Studierendenrevolte – und eine Geschichte über Drogen, Kidnapping und gehobene Küche.

GB, F, D 2020, 108 Min., Regie und Drehbuch Wes Anderson Besetzung Benicio del Toro, Adrien Brody, Tilda Swinton, Léa Seydoux, Frances McDormand, Elisabeth Moss, Bill Murray, Christoph Waltz, Timothée Chalamet, Saoirse Ronan, Willem Dafoe; Cinemaxx 1, Fr 8.10. 20:00 Uhr

 

Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar

 

Mit Ironie und quer durch die Genres erzählt der indonesische Regisseur Edwin die Liebes- und Leidensgeschichte eines Getriebenen.

Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar erzählt die Liebesgeschichte eines Getriebenen (Foto: The Match Factory GmbH)

Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar erzählt die Liebesgeschichte eines Getriebenen (Foto: The Match Factory GmbH)

Ajo Kawir ist ein berüchtigter Unruhestifter, der seine Impotenz durch Gewalt kompensiert und sich als Handlanger in der lokalen Unterwelt verdingt. Bei der Begegnung mit dem weiblichen Bodyguard Iteung stößt er nicht nur auf eine ebenbürtige Gegnerin, es bahnt sich auch eine wechselvolle Beziehung an, in deren Verlauf sich Ajo Kawir seiner Vergangenheit stellen muss. Dem Film gelingt es, den Machismo seiner Figuren aufs Korn und sie in ihren Verletzungen zugleich ernst zu nehmen. Dabei prallen Martial Arts, Romantik und Roadmovie aufeinander.

IDN, D 2021, 114 Min., Regie Edwin Drehbuch Edwin, Eka Kurniawan Besetzung Marthino Lio, Ladya Cheryl, Reza Rahadian, Ratu Felisha, Sal Priadi; Cinemaxx 1, Fr 8.10. 22:30 Uhr und Metropolis, Sa 09.10. 18:45 Uhr

 

Wo in Paris die Sonne aufgeht

 

In wildpoetischen Schwarz-Weiß-Bildern erzählt Jacques Audiard einen modernen Liebesreigen in Zeiten von Dating-Apps und Sex im Internet.

Wo in Paris die Sonne aufgeht ist eine wildpoetische Liebesgeschichten in Schwarz-Weiß (Foto: Neue Visionen Filmverleih)

Wo in Paris die Sonne aufgeht ist eine wildpoetische Liebesgeschichten in Schwarz-Weiß (Foto: Neue Visionen Filmverleih)

Der Film basiert auf zwei Graphic Novels des New Yorker Cartoonisten Adrian Tomine. Paris, die ewige Stadt der Liebe. Hier leben sie dicht gedrängt, zwischen Sehnsüchten, Abenteuern, Dramen: Émilie schlägt sich nach ihrem Elite-Studium mit billigen Gelegenheitsjobs herum, hat schnellen Sex und träumt von einer Beziehung. Camille hat als junger Lehrer beruflich noch Illusionen, dafür keine in der Liebe, außer unkomplizierten Sex. Nora ist in die Stadt gekommen, um ihrer Vergangenheit zu entfliehen und mit Anfang 30 ihr Jurastudium wieder aufzunehmen – und Louise bietet als »Amber Sweet« im Internet erotische Dienste gegen Bezahlung an.

Émilie, Nora, Louise und Camille – drei Frauen, ein Mann. Ihre Lebenswege kreuzen sich im 13. Arrondissement in Paris. Camille zieht bei Émilie als Mitbewohner ein, wird ohne Umschweife ihr Liebhaber und zieht ebenso schnell wieder aus. Liebe ist angeblich nicht sein Stil – bis er die kühle Nora trifft. Noras Hoffnungen auf einen akademischen Neuanfang in Paris haben sich unterdessen zerschlagen: Nach einer wilden Disconacht wollen Kommiliton·innen in ihr den Pornostar »Amber Sweet« wiedererkennen. Noras Zukunftsträume wanken. Sie muss die süße Amber nun unbedingt persönlich kennenlernen.

F 2021, 105 Min., Regie Jacques Audiard Drehbuch Jacques Audiard, Léa Mysius, Céline Sciamma Besetzung Lucie Zhang, Makita Samba, Noémie Merlant, Jehnny Beth, Camille Léon-Fucien, Océane Cairaty; Cinemaxx 1, Sa, 09.10. 20:00 Uhr

 

Memoria

 

Tilda Swinton leidet in diesem mysteriösen Drama von Apichatpong Weerasethakul an Gehör-Halluzinationen.

Memorial zeigt Tilda Swinton in einem mysteriösem Drama (Foto: Sandro Kopp / Kick the Machine Films, Burning, Anna Sanders Films, Match Factory Productions, ZDF/Arte and Piano, 2021)

Memorial zeigt Tilda Swinton in einem mysteriösem Drama (Foto: Sandro Kopp / Kick the Machine Films, Burning, Anna Sanders Films, Match Factory Productions, ZDF/Arte and Piano, 2021)

Eines Nachts wird die in Kolumbien lebende Engländerin Jessica von einem lauten Knall aus dem Schlaf gerissen. Fortan ist ihr Leben nicht mehr, wie es war. Denn als sie ihre Schwester Karen im Krankenhaus besucht, realisiert sie, dass das seltsame Geräusch sie begleitet – und scheinbar niemand anderes es hören kann. Jessica freundet sich mit der Archäologin Agnes (Jeanne Balibar) an, die menschliche Überreste, die beim Bau eines Tunnels entdeckt wurden, untersucht. Schon bald beschleicht Jessica das ungute Gefühl, dass die Geräusche eine seltsame Vorahnung sein könnten.

COL, THA, GB, MEX, F, D, QAT 2021,136 Min., Regie und Drehbuch Apichatpong Weerasethakul Besetzung Tilda Swinton, Elkin Díaz, Jeanne Balibar, Juan Pablo Urrego, Daniel Giménez Cacho; Cinemaxx 1, Mo 4.10. 17:45 Uhr und Do 7.10. 21:45 Uhr


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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