Beiträge

Bar war gestern: Lidl-Kampagne empört Gastronomie

Eine Jobkampagne des Lebensmittel-Discounters brüskiert aktuell Barbesitzer und Gastronomen. Mit dem Slogan „Bar war gestern“ warb Lidl auf seinen Social-Media-Kanälen um neue Mitarbeiter.

Dieser offensive Aufruf zum Branchenwechsel führte umgehend zu Verärgerung in der Gastro-Szene, die sich vor allem über das Timing beschwert: „Unsensibler geht es nicht. Gerade in dieser Zeit, wo jeder Unternehmer der Gastrobranche alles tut, um seine Mitarbeiter zu halten, ist die Kampagne von LIDL ein absolutes No-Go“, empört sich die Initiative Leere Stühle über die Kampagne, die dazu aufrufe der gebeutelten Gastronomie den Rücken zu kehren.

 

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Initiative Leere Stühle (@leerestuehle)

 

Wachsende Unsicherheit durch den Lockdown light

 

Mitten im Lockdown light haben Mitarbeiter des Gastgewerbes mit wachsender Unsicherheit zu kämpfen, denn trotz Kurzarbeitergeld ist die Zukunft ihrer Arbeitsplätze häufig ungewiss. Bars und Restaurants bleiben mindestens bis zum Jahresende geschlossen, ein Verlängerung des Lockdowns ist aufgrund anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen nicht unwahrscheinlich.

Die Initiative Leere Stühle ist eine Aktion von Gastronomen, Hoteliers und Veranstaltern in Deutschland, die seitens der Bundesregierung eine feststehende Entschädigungsregelung der Branche sowie Festlegungen zur Existenzsicherung fordert.

Lidl reagierte auf die Kritik an der„Bar war gestern-Kampagne mit der Löschung des Aufrufs. Eine Entschuldigung an die gebeutelte Gastronomie erfolgte seitens des Discounters bislang nicht.

 

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Leere Stühle: Gastro-Demo auf dem Rathausmarkt

Mit einer stillen Protestaktion machten Gastronomen und Hoteliers heute auf ihre weiterhin prekäre Situation aufmerksam: 420 leere Stühle erinnern daran, dass ihre Gastgewerbe seit fünf Wochen geschlossen sind – und nach derzeit geltenden Regeln auch geschlossen bleiben.

 

Die 420 Stühle symbolisieren die rund 4200 Gastgewerbe der Hansestadt, denen aufgrund der Corona-Krise die Schließung droht. Von den rund 56.000 Mitarbeitern der Branche sind derzeit 90 Prozent in Kurzarbeit.

Die bereits getätigten Beschlüsse sind laut Gastronomen ein großer Schritt nach vorne, für den allen Verantwortlichen Dank gebührt. Sie seien jedoch nicht ausreichend, das Gastgewerbe zu retten. Daher stellen die Gastronomen folgende Forderungen an die Politik:

  • sofortige und stufenlose Aufstockung des Kurzarbeitergeldes
  • weitere unbürokratische, sofortige Zuschüsse für Umsatzausfall
  • mehrjährige Senkung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent
  • gemeinsames Planen der Wiedereröffnung unter Corona-Bedingungen

Die Protestaktion vor dem Rathausmarkt verlief friedlich und fand unter Beachtung der geltenden Abstandsbeschränkungen statt. Daher waren lediglich Vertreter und Vertreterinnen von 21 Hamburger Gastronomiebetrieben vor Ort, die einen Querschnitt der vielfältigen Hamburger Gastronomielandschaft abbildeten. / NF

Unter change.org/WirSindBereit kann man die Forderungen der Gastronomen per Unterschrift unterstützen.