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Stadtpark Open Air 2018 – Highlife hinter der Hecke

Die Freilichtbühnensaison beginnt, und zwar eine, bei der Stars à la Beck und Beth Ditto ihre Shows hinter der berühmten Buchenhecke spielen.

Rasen, Hecke, Pflastersteine: Die Puzzleteile für die Freilichtbühne sind überschaubar, simpel zusammengesetzt und doch so wirkungsvoll. Die legendäre Konzertstätte im Stadtpark zieht die Massen seit Jahrzehnten in ihren Bann, mal ganz abgesehen von den Künstlern, die ebenso begeistert von der Location waren und sind wie ihr Publikum. Leonard Cohen, James Brown, Dave Gahan, Herbert Grönemeyer und Lady Gaga sind hier bereits aufgetreten, standen im Zentrum der saftgrünen, mit 4.000 Besuchern voll bevölkerten Wiese. Keine ­Frage: Die Freilichtbühne ist die Elphi unter den Open-Air-Auftrittsorten. Ein XXL-Rondell der Extraklasse. Einsame Konzerte-im-Grünen-Spitze.

Schon mehrere Saisons auf der Freilichtbühne hinter sich hat Lotto King Karl, Lokalmatador und HSV-Hymnen-Trällerer. Traditionell eröffnet und schließt er die Konzertserie, in diesem Jahr steigen nur Foreigner vor ihm auf die Bühne. Von Mai bis September wird es dann wieder musikalische Schmankerl aus allen denkbaren Genres geben, etwa Konzerte von Schlager-Duracellhäschen Roland Kaiser, Niedeckens Bap, Nena, Ina Müller & Band, Kaleo und, trommel­trommel­trommel, den beiden Superstars des Stadtpark Open Air 2018: Beth Ditto und Beck. Ditto, die mit ihrer Band Gossip zu Weltruhm kam und seit deren Auflösung auch alleine eine starke Show nach der anderen hinlegt sowie im Modegeschäft ordentlich Eindruck macht. Und Beck, der fünf­fache Grammy-Preisträger, der seit Beginn der 1990er Jahre unzählige Musiker mit seinen Songs („Loser“, „Guero“, „Modern Guilt“) beeinflusst hat.

Es ist also angerichtet, das nächste Highlife hinter der Hecke, das gleichzeitig reichlich Möglichkeiten bietet, sich mitten in der Stadt bei gut besuchten Konzerten auch noch zu entspannen, kann beginnen.

Text: Erik Brandt-Höge

www.stadtparkopenair.de

Alle Konzerte auf einen Blick:

20.5.18 Foreigner
25.5.18 Lotto King Karl & DBDB
1.6.18 The Sweet/Smokie
2.6.18 Hollywood Vampires
3.6.18 Roland Kaiser
7.6.18 2Cellos
8.6.18 Beck – präsentiert von SZENE HAMBURG
9.6.18 Niedeckens Bap
10.6.18 Ringo Starr & His All-Starr Band
12.6.18 Nena
14.6.18 Jessie J
15.6.18 Adel Tawil
22.6.18 A. R. & Machines
24.6.18 Michael Patrick Kelly
9.7.18 Beth Ditto – präsentiert von SZENE HAMBURG
12.7.18 Earth, Wind & Fire
22.7.18 Billy Idol
24. + 25.7.18 Ina Müller & Band
26.7.18 Wincent Weiss
4.8.18 Glasperlenspiel
10.8.18 Lina
11.8.18 Santiano
15.8.18 Kaleo
18.8.18 Max Giesinger
23.8.18 Roger Hodgson
24.8.18 Matthias Reim
25. + 26.8.18 Johannes Oerding
30.8.18 Atze Schröder
7. + 8.9.18 Dieter Thomas Kuhn & Band
15.9.18 Lotto King Karl & DBDB


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Lotto King Karl – Heimspiel auf der Freilichtbühne

Das Volksparkstadion ist sein Wohnzimmer, die Freilichtbühne im Stadtpark mindestens sein Esszimmer: Ein Gespräch mit Lotto King Karl über seine leidvolle HSV-Liebe, Konzerte als Mannschaftssport und Pfastersteine als Gelenkekiller.

SZENE Hamburg: Lotto, schon oft hast du über deinen HSV festgehalten: „Wenn es dem Verein schlecht geht, geht es mir auch schlecht.“ Wie schlecht geht es dir also nach dieser Saison?

Lotto King Karl: Ziemlich schlecht.

Bist du im Alltag anfällig für Neckereien, oder nimmst du Schadenfreude locker?

Ich kriege natürlich ohne Ende Schadenfreude ab, weil ich für viele Leute sehr greifbar bin, was den Fußball des HSV betrifft. Aber ich kann ja auch nichts dafür, wie es um den Verein steht.

Gut steht es hingegen um deine Konzerte im Stadtpark auf der Freilichtbühne…
…weil meine Band und ich dort keinen Gegner haben (lacht).

Allerdings gibt es schon Parallelen. Welche sind das deiner Ansicht nach?

Beide, Mannschaft wie Band, sollten immer mit großer Motivation rausgehen. Und beide haben große Anstrengungen zu bewältigen. Im Stadtpark sind das die Pfastersteine. Wenn man drei Stunden spielt, geht das echt auf die Gelenke.

Was könnt ihr Musiker denn besser als so manche Fußballmannschaft?

Wir vergessen nie, dass wir auf einer Bühne stehen, einige Sportler hingegen schon. Und das, obwohl sie Bühnen zur Verfügung haben, die viel besser gepflegt sind als die meisten auf dieser Welt (lacht).

Die Freilichtbühne ist eine legendäre Location

Lotto King Karl Foto: Ana Maria Arevalo

Lotto King Karl spürt langsam sein Alter. Foto: Ana Maria Arevalo

Größte Stärke eurer Band?

Unser gutes Verhältnis zueinander. Wir freuen uns immer, wenn wir uns sehen und zusammen Musik machen können.

Und die größte Schwäche?

Unser Alter. Wir treffen uns mittlerweile eher morgens um sieben beim Sport, als nachts um drei an der Bar (lacht).

Alter bringt auch Routine mit sich. Sind die Auftritte auf der Freilichtbühne nach all den Jahren dennoch speziell für euch?

Wir kennen fast jeden, der im Stadtpark arbeitet, können uns auf die Gegebenheiten perfekt einstellen, was vieles einfacher macht. Ein echtes Heimspiel also. Schön ist auch, dass wir auf der Freilichtbühne verschiedene Lichtatmosphären haben. Wenn ich mir nach Stadtpark-Konzerten die Bilder davon ansehe, denke ich, es waren drei verschiedene Shows. Es ist einfach eine legendäre Location und für uns weiterhin eine Riesenehre, dort spielen zu dürfen.

Interview: Erik Brandt-Höge

Freilichtbühne im Stadtpark
25.5.2018 + 15.9.2018, 18 Uhr


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!