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MS Dockville 2019: Halligalli auf der Insel

Das Festival MS Dockville in Wilhelmsburg geht in die nächste Runde. Mit dabei: Billie Eilish, Parcels, Bilderbuch und eine Menge Kunst

Text: Erik Brandt-Höge
Foto: Pablo Heimplatz

 

Der erste Star ist die Kulisse. Wer das MS Dockville-Gelände am Wilhelmsburger Reiherstieg betritt, staunt nicht bloß über die Naturgegebenheiten auf der Elbinsel, die Idylle und den Charme der Hafenindustrie. Vor allem ist es die detailverliebte Kunst, die Besuchern imponiert. Über das komplette Areal verteilt sind Skulpturen, Installationen, Brücken, Türme, Liegestühle. Skurriles trifft auf Praktisches, langweilig wird es nie. Es wirkt wie ein Mix aus XXL-Wohnzimmer und Spielwiese, aus Lounge und Disko – und das alles unter freiem Himmel. Zum mittlerweile 13. Mal wird nun eben dieser regenbogenbunte Schauplatz zum Zuhause für rund 60.000 Festivalgänger.

 

Hört hier einen der Dockville-Headliner: Parcels

 

Logisch, Musik gibt es auch beim MS Dockville. Da sind etwa Bilderbuch. Nicht nötig, die Österreichischen Popstars groß vorzustellen. Wer sich auch nur annähernd für kunstvolle Indie-Musik interessiert, die im Fall von Bilderbuch auch noch mit reichlich Witz gewürzt ist, kam in den vergangenen Jahren nicht an den schrillen Auftritten der Jungs um Frontmann Maurice Ernst vorbei. Ebenfalls prominenter musikalischer Gast beim diesjährigen MS Dockville ist Billie Eilish, die bekanntermaßen schon im zarten Alter von 16 Jahren zum Weltstar avancierte und die große Pop-Geste ebenso wenig scheut wie die zuvor erwähnte Formation.

Desweiteren erwähnenswert: RIN. In dessen Beats und Raps steckt Lässigkeit für drei (oder fünf). Den Indie-Poppern Von Wegen Lisbeth hören Fans von feiner Ironie besonders gerne zu. Parcels bringen Funk auf ganz eigene Weise auf die Bühne. Nicht zu vergessen: Meute. Die Hamburger Techno-Marching-Band hat reichlich Wumms in den Lungen und macht elektronische Musik endlich sichtbar. Dutzende Bands und Solokünstler könnten an dieser Stelle noch genannt werden, teils bereits etabliert, teils noch Geheimtipps – und womöglich bald Lieblings-Acts. Und wem weniger nach Live-Musik, denn nach Motto-Partys ist, kann die „Depri Disko“ ausprobieren, in der die schönsten traurigen Lieder zum Tanzen einladen.

Das andere Stimmungsextrem: Die trashig-hittige „Britney Baby, One More Time“-Party, auf der 90er-Liebhaber ohne jede Fremdscham bis in den Morgen die Musik mitgrölen können. Alles möglich, alles vor faszinierender Kulisse.

MS Dockville 2019: 16.-18.8., Schlengendeich 12 (Wilhelmsburg)


Szene-Hamburg-August-2019-TitelDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, August 2019. Titelthema: Wie sozial ist Hamburg? Das Magazin ist seit dem 27. Juli 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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SZENE HAMBURG AUGUST 2018 – Sind wir #sozial?

Einfach mal machen: Sich kümmern, um einen Freund oder einen Fremden – das tut nicht weh und kostet nichts. Klar, Zeit und manchmal auch Kraft, aber ist es das nicht wert?

Denn jeder von uns braucht hin und wieder Unterstützung. Vor allem im ­Alter. So wie unsere Eltern oder Großeltern, wenn sie nicht mehr alleine wohnen können, und sich die Frage stellt, was dann? Alternativen zum konventionellen Altenheim, hat unser Redakteur Erik besucht. Und mit zwei Damen gesprochen, die sich mit 86 und 90 Jahren für eine Wohnform entschieden haben, die Unabhängigkeit mit Gemeinschaft verbindet.

Was bedeutet eigentlich sozial? Wir haben sechs Hamburger nach ihrer Definition gefragt.

Solidarisch geht es auch in der Wohngemeinschaft Stadt.Land.Fluss in Ochsenwerder zu: 30 Erwachsene mit ihren 19 Kindern haben sich zusammengeschlossen – Familien, Alleinerziehende, ­Geflüchtete, Rentner, sie alle unterstützen sich gegenseitig im Alltag. Allerdings hat es viel Durchhaltevermögen gebraucht, damit diese inklusive Vision gelebt werden kann.

In diesen sozialen Projekten könnt ihr euch engagieren.

Natürlich muss es nicht immer gleich das große Ganze sein, Helfen geht auch in kleinen Schritten. Die Organisation „tatkräftig“ sucht helfende Hände für Projekte, die maximal einen Tag dauern. Perfekt für alle, die gerne etwas tun, sich aber nicht auf Dauer verpflichten möchten. Der wachsende Zulauf zeigt, dass ehrenamtliches Engagement für viele hier selbstverständlich ist.

Der Faktencheck zeigt, wie sozial unsere Stadt tatsächlich ist.

Doch wie sozial unsere Stadt, nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich ist, zeigt der Faktencheck im Städtevergleich mit Berlin und München.

Aber was genau bedeutet eigentlich sozial? Laut einer Definition des Duden ist es „dem Gemeinwohl, der Allgemeinheit dienend“. Das heißt in der Praxis was? Wir haben in der Redaktion lange darüber diskutiert. Und beschlossen, diese Frage von sechs Hamburgern beantworten zu lassen.

Herausgekommen ist dabei, so unterschiedlich die Leben auch sind, was zählt ist Fürsorge, Achtsamkeit und ein respektvolles Miteinander. Genau. Denn „Zusammen ist man weniger allein“.

SZENE HAMBURG im Schnelldurchlauf:

Text: Hedda Bültmann, Redaktionsleitung SZENE HAMBURG
Beitragsbild: Katja Anna Krug (Unsplash)


Foto: Sophia Herzog

Hedda Bültmann, unsere Redaktionsleiterin, hat den Kopf voller Ideen und seit Mai 2018 bei der SZENE HAMBURG das Ruder in der Hand. Vielleicht ist euch schon die ein oder andere Veränderung im Magazin aufgefallen? Die ist dem Spirit von Hedda zu verdanken. Lust auf Austausch? Ihr erreicht sie unter hedda.bueltmann@vkfmi.de


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2018. Das Magazin ist seit dem 28. Juli 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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