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Forschung zu Protesten gegen Corona-Maßnahmen

Die Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Christine Hentschel spricht im Interview über Resilienz in Zeiten der Pandemie, die Proteste gegen Corona-Maßnahmen und demokratische Möglichkeiten darauf zu reagieren

Interview: Marco Arellano Gomes

 

SZENE HAMBURG: Frau Prof. Dr. Hentschel, Sie beschäftigen sich in Ihrer Forschung unter anderem mit dem Thema Resilienz. Was versteht man überhaupt darunter?

Prof. Dr. Christine Hentschel: Widerstandsfähigkeit, Anpassungs­fähigkeit, auch eine gewisse Elastizität: die Fähigkeit, sich nach erlittenen Schocks oder dramatischen Ereignissen wieder zu erholen und sich dabei manchmal auch neu zu erfinden.

Wie zeigt sich das in der Pandemie?

In Bezug auf die Pandemie haben sich die Ratgeber überschlagen, die uns Tipps geben, wie wir nicht verrückt werden und uns motivieren, aus der Jogginghose rauszukommen und am besten noch eine neue Sprache zu lernen! Die Logik der Resilienz ruft uns gewissermaßen zu: „Sorry, das mit der Pandemie, der Flutkatastrophe oder dem Terroranschlag konnten wir nicht verhindern! Wichtig ist jetzt, wie ihr als Einzelne, als Communitys, als Gesell­schaften damit umgeht.“

Klingt nicht gerade entspannt …

Resilienz ist kein unproblemati­sches Paradigma, weil sie unsere Aufmerksamkeit ganz weg davon lenkt, was wir im Großen noch gestalten können – beispielsweise in Bezug auf die Klimakrise – und uns immer nur auffordert, irgendwie auf das zu reagieren, was kommt. Zoomt man raus, ist die Frage der Resilienz der Demokratie aber noch eine viel größere und hat damit zu tun, was die fast zwei Jahre Pandemie für Spuren an der Gesellschaft gelassen haben: Risse, Verletzungen, ein wachsendes Unver­ständnis füreinander, kaputte Existen­zen, gegenseitige Bezichtigungen, die Demokratie abzuschaffen und die Gesundheit der anderen aufs Spiel zu setzen. Aber auch die Frage, was Menschen für solidarische Netzwerke geschaffen haben, informelle Struk­turen und Plattformen, um hier irgendwie gemeinsam durchzukom­men. Als Sozialwissenschaftlerin interessieren mich vor allem diese gesellschaftlichen und politischen Fragen der Resilienz.

 

Verschärfte autoritäre Tendenzen

 

Für wie resilient halten Sie das demokratische System der Bundesrepublik Deutschland – gerade in Bezug auf die Corona-Pandemie?

Die neu aufflammenden Demon­strationen gegen die Maßnahmen, die immer auch Kundgebungen gegen das System sind, die unsere Demokratie faschistisch und verbrecherisch nennen und die der Wissenschaft keinen Glauben schenken, verweisen auf tiefe Verwerfungen in unserer Gesellschaft und ein Wacklig­-Werden der Demo­kratie. Und das reiht sich international in verschärfte autoritäre Tendenzen ein, auch in Ländern, die als Horte der Demokratie galten: USA, Frankreich, Großbritannien.

Sie haben vor knapp einem Jahr in der sozialwissenschaftlichen Fachzeitschrift „Leviathan“ einen Artikel zu den Bewegungen und Protesten gegen die Corona-Maßnahmen veröffentlicht. Was waren Ihre zentralen Erkenntnisse?

Ja, ich hatte die Proteste in Ham­burg seit etwa Mai 2020 beobachtet. Mich hat interessiert, wie in Zeiten einer so ausgedünnten urbanen Öffent­lichkeit während der Pandemie Men­schen überhaupt Demonstrationen neu erfinden, was sie antreibt, ärgert, wie sie sich in Szene setzen und mit welchen Claims sie arbeiten. Das reicht vom Inhalt und Stil der Reden über die selbst gestalteten Outfits und Plakate bis hin zu den Kreidezeichnungen auf dem Asphalt. Statt allein verschrobene Ideologien oder widersprüchliche Argumente nachweisen zu wollen, war mir wichtig, die Kundgebungen in ihrer affektiven und affizierenden Kraft zu verstehen: wie sich Frust, Hohn und Spaß, Absurditäten, Anklagen, Dro­hungen und Identitätsperformances in diesen Corona Publics vermischen. Und wie sich bestimmte Narrative kollektiv einüben und durch die Milieus hindurch eingeschliffen werden.

 

„ Storys sind absolut zentral“

 

Die Grenzen des Sagbaren scheinen sich verschoben zu haben (Foto: Christine Hentschel)

Die Grenzen des Sagbaren scheinen sich verschoben zu haben (Foto: Christine Hentschel)

In Ihrem Text weisen Sie explizit auch darauf hin, dass es bei diesen Protesten zu Vermischungen unterschiedlicher Strömungen kommt – esoterische, rechte, verschwörungstheoretische. Was ist der gemeinsame Kern dieser doch recht unterschiedlichen Strömungen?

Mich hat nicht so sehr die Frage interessiert, wer da ist, sondern wie Menschen über die unterschiedlichen Milieus hinaus zusammenfinden und sich dabei auf bestimmte Slogans und waghalsige Geschichten einlassen und öffentlich üben, Tabus zu brechen. Storys sind hier absolut zentral: Geschichten darüber, was die Impfung alles mit unseren Körpern anrichtet und was dagegen Vitalstoffe alles können, Märtyrerstorys, mit denen man sich in den Widerstand gegen das Nazi­-Regime einreihen kann, aber auch größere Motive wie „Das große Erwachen“ und vor allem der Fokus auf „meine Freiheit“, „meine Souveränität“, die große liebende „Menschheits­familie“ und das Motto „wir dürfen uns nicht spalten lassen“. Bei diesen größeren Narrativen schaue ich dann weiter: An was sind sie anschlussfähig, was wenden sie anders, womit haben sie zu tun und was lassen sie aus, obwohl es naheliegen würde? Und was sagt uns das über unsere Demokratie?

Und, was sagt das über unsere Demokratie aus?

Tja, zumindest, dass Leute leicht­fertig damit spielen, sie verhöhnen, bereit sind, sie als Diktatur, Sklaverei, Nazicamp zu bezeichnen und das alles im Namen der „Menschheitsfamilie“.

 

Die stärksten Erzählungen

 

Welche dieser Narrative haben die stärkste Wirkung?

Ich möchte mal zwei nennen, die uns noch immer begegnen: „Das große Erwachen“ und „Keine Spaltung“. „Das große Erwachen“ ist sozusagen ein Aha­-Moment, ein ungutes Gefühl: „Wir werden getäuscht, etwas stimmt nicht, nicht mit diesem Virus, nicht mit den ganzen Maßnahmen, das ist alles kein Zufall.“ Verbunden damit ist ein Gestus des Selber­-Nachforschens, des Zeichenlesens und des „Puzzelns“ und eine Wahrnehmung, dass „wir hier die einzigen mit einem kritischen Verstand“ sind. Dieses Motiv knüpft sowohl an spirituelle, aber auch an extrem rechte Narrative an. Und es hat immer etwas Apokalyptisches: als Erzählung vom bevorstehenden Ende, der Enthüllung und Aufdeckung der Wahrheit, als Erwartung des Jüngsten Gerichts und der finalen Abrechnung. Inhaltlich ist das Narrativ relativ durchlässig, die Wahrheit, zu der man sozusagen erwacht, wandelt sich und ist auch innerhalb der Bewegung unter­ schiedlich organisiert und verteilt.

Können Sie dies an einem Beispiel verdeutlichen?

Erinnern Sie sich noch an die mitgebrachten Grundgesetze und das Beharren auf unseren Grundrechten im Frühling 2020? Da sind im Laufe der Monate ganz andere „Erweckungs­ momente“ hineingekommen, zum Beispiel die Reichsbürgeridee, dass das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ja gar keine Gültigkeit hätte. Das ist auch ein Beispiel dafür, dass sich bestimmte Narrative durch die Milieus hindurch einschleifen.

Was hat es mit dem zweiten Narrativ, das sie erwähnen wollten, auf sich?

„Keine Spaltung!“: Das hat sich vom Anfang der Pandemie bis jetzt gehalten, wo unter dem Banner „Wir lassen uns nicht spalten!“ Tausende durch die Stadt laufen. Die Behauptung ist: Hier stehen wir gemeinsam, ob rechts oder links ist egal; die „Spaltung“ hingegen wird „uns“ von oben auferlegt, um „uns“ zu schwächen. Und zunehmend geht es hierbei um die Spaltung zwi­schen Geimpften und Ungeimpften.

 

„Sophie-­Scholl-­Anleihen kommen nicht aus der Mode“

 

Nach offiziellen Angaben versammelten sich am 11. Dezember etwa 2.000 Menschen, um gegen Corona-Maßnahmen zu protestieren (Foto: Marco Arellano Gomes)

Nach offiziellen Angaben versammelten sich am 11. Dezember etwa 2.000 Menschen, um gegen Corona-Maßnahmen zu protestieren (Foto: Marco Arellano Gomes)

Haben sich die Stimmung, die Themen und Narrative auf den Protesten seit 2020 verändert?

Klar, die Themen der Bewegung verändern sich mit dem, was passiert und was in der Öffentlichkeit debattiert wird. Seitdem die Impfpflicht diskutiert wird und sich die 2G­-Regel weitgehend durchsetzt, sehen sich viele in ihren Horrorszenarien bestätigt. Und das ist das beherrschende Thema auf den Reden und Plakaten der neu wieder rasant wachsenden Proteste in Hamburg und findet in drastischen Plakatslogans wie „Impfapartheid“ seinen Ausdruck. Die Stimmung habe ich zuletzt als eine gleichzeitig wütende und enthusiastische Aufbruchsstim­mung wahrgenommen: „wir sind viele“, „wir werden mehr“, „nicht mit uns!“

Wieso scheint sich auf den Protesten niemand daran zu stören, dass auch Rechte dabei sind, wenn es doch angeblich um die Verteidigung der Demokratie geht?

Das hat mich auch sehr beschäftigt: Vor allem hat mich interessiert, wie diejenigen ihre Abgrenzung nach rechts verhandeln, die sich nicht als rechts verstehen. Für viele sind hier Konstruk­te entstanden wie: Links-­Rechts, das seien alte Kategorien, die uns „die Mächtigen“ nur einreden wollen, um uns zu spalten, dagegen sind „wir“ hier zusammen, als „Menschheitsfamilie“ auf der Straße, für die „gemeinsame Sache“. Viele haben das Stigma auch schon angenommen: „Ja, ich bin ja rechts, ne?“, oder sie arbeiten mit Holocaust­- und Sklavereivergleichen, um ihre eigene Position zu beschreiben und behaupten, dass sie auf der einzig richtigen Seite seien: der des Wider­stands gegen ein Unrechtsregime. Die Sophie-­Scholl-­Anleihen kommen dabei nicht aus der Mode.

Und das nutzen rechte Bewegungen dann für sich aus?

Die Rechte kann im Angesicht der Frustration, der Unsicherheit, der zunehmenden Abkehr von offiziellen Narrativen und einer großen Protestlust ausgezeichnet Terrain erobern. Die Ver­achtung des Systems, die Inkaufnahme oder sogar Herbeibeschwörung des Untergangs der Demokratie hat die extreme Rechte schon lange im Programm, und das wird bei vielen in der Bewegung bewundert und passt gut in die Begeisterung für die Überwin­dung dessen, was wir jetzt haben hin zu etwas „ganz Neuem“. In diesem Gemisch sehe ich besonders viel Gefahrenpotenzial für die Demokratie.

 

„Die Dynamik ist von Eskalation gezeichnet“

 

Wie sehen Sie die Dynamik der Proteste in Hamburg im Vergleich zu Sachsen oder anderen Regionen im Osten?

In Hamburg gestalten sich die Proteste noch immer vergleichsweise moderat. Insgesamt müssen wir diese aber in eine Dynamik einordnen, die von Eskalation gezeichnet ist: Drohun­gen gegen Wissenschaftler:innen und Lokalpolitiker:innen, das Sammeln von Privatadressen in Telegram Chats, Impfzentren in Flammen, Attacken gegen Personal in Läden, die Impf­zertifikate kontrollieren müssen, der Mord an der Tankstelle in Idar-­Ober­ stein, die Bilder des bedrohlichen Fackelaufmarschs Anfang Dezember vor dem Wohnhaus der sächsischen Gesundheitsministerin in Grimma – das alles steht für eine zunehmende Eskalation, eine Aufwiegelung der Stimmung, bei der wir uns nicht darauf verlassen sollten „dass schon alles gut geht“.

Von langjährigen Beobachter:in­nen der Szene im Osten wissen wir, dass das kein spontanes Über-die-Stränge-­Schlagen ist, sondern gut organisierte Einschüchterungsprak­tiken gegenüber Politiker:innen und Institutionen, die der Rechten nicht passen und lang eingeübte In­-Szene­-Setzungen von lokalem Protest. Das heißt, die Verzahnung in die extrem-rechte Szene, die Verankerung in den vielen kleinen Städten, die Androhung und Ausübung von Gewalt und ein „Sich-ausgeklinkt-Haben“ aus dem demokratischen System, sind einige der wichtigsten Unterschiede, die ich hier ausmachen würde.

 

„Proteste und politisches Engagement müssen Spaß machen“

 

Was genau ist schiefgelaufen, dass so viele Menschen den demokratischen Staat in Frage stellen?

Puh, da gibt es viel: unverständliche und ungerechte Entscheidungen in der Pandemie, chaotisches Krisenmanagement, gebrochene Versprechen, darüber hinaus eine tiefe Ungleichheit in der Bildung und auf dem Arbeitsmarkt, die sich in der Pandemie besonders drastisch zeigt. Aber auch ein Verlust an Vertrauen, dass eine Regierung im Angesicht solch tiefer und in der Zukunft schlimmer werdender Krisen überhaupt noch was ausrichten kann. Diesen Pessimismus teilen inzwischen viele durch die Milieus hindurch: dass man eigentlich gar nicht mehr viel gestalten, retten oder abwehren kann. Und das ist auch eine offene Flanke für die wilden Storys und das Verabschieden von den Fakten.

Was kann gegen diese Entwicklungen getan werden?

Gegen crazy stories helfen nicht einfach Faktenchecks. Proteste und politisches Engagement müssen Menschen auch Spaß machen, sie bewegen. Dafür müssen wir an anderen, besseren Storys arbeiten. Wir brauchen Geschichten und Visionen, die Menschen Mut machen, sie mitreißen, die sich inhaltlich aber ganz anders ausrichten: auf Gestaltbarkeit von Zukunft und auf soziale Gerechtigkeit. Da hat die Klimabewegung, aber auch die Antirassismusbewegung in den letzten Jahren eine beeindruckende Mobilisierung, vor allem von jungen Menschen hingelegt.

Braucht es nicht vor allem politische Veränderungen?

Natürlich braucht es konkrete soziale, politische und materielle Infrastrukturen, in denen notwendiger Wandel stattfinden kann und die uns dabei helfen, nicht egoistisch zu werden, wenn es schlimm kommt. Und hier steht eine Regierung in der Pflicht, die sich Fortschritt auf die Fahne schreibt.


Zur Person

Prof. Dr. Christine Hentschel ist Professorin für Kriminologie, insbesondere Sicherheit und Resilienz, im Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Hamburg. Sie forscht zu neuen Protestpraktiken im urbanen Raum, autoritären und apokalyptischen Logiken der Gegenwart und dem Zusammenwirken von Klimakatastrophe und Unsicherheit.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2022. Das Magazin ist ab dem 22. Dezember 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Mike: „Macht einfach, traut euch!“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Mike begegnet.

Protokoll: Kevin Goonewardena

 

„Dieser etwas inflationär gebrauchte DIY-Begriff, zieht sich nicht nur seit zwanzig Jahren durch mein Leben. Der Gedanke dahinter ist mein Motor und die dazugehörigen Werte mein Kompass. Eine Orientierungshilfe für das eigene Leben und das Zusammenleben mit anderen. Ich ziehe aus der DIY-Szene den Antrieb, das zu tun, was ich tun will und möchte meine eigenen Regeln und das Tempo bestimmen.

Ich bin also ein Macher, ohne jetzt Bezos, Musk oder Maschmeyer zu sein. Für mich steht das DIY-Prinzip, also ‚Do it yourself‘, im Kontext von Punk- und Hardcoremusik. In dieser Szene ist das selbst organisieren von Konzerten, Herstellen von Magazinen am Kopierer oder das Herausbringen von Musik ohne Plattenfirma im Rücken immer auch das gewesen, was vieles erst möglich gemacht hat. Entweder man hat selbst was auf die Beine gestellt oder es hat halt niemand gemacht. Das ist eine ganz wichtige Lektion für das Leben.

 

Auf dem Land groß geworden

 

Als ich Mitte der Zweitausender Jahre als Teenager im Saarland aufwuchs, da war es normal, immer zehn, fünfzehn Konzerte jedes Wochenende im Umkreis von dreißig, fünfzig Kilometern besuchen zu können. Konzerte gab es in jedem Kaff. Wir sind einfach ins Auto und an einem Abend zu zwei oder drei Konzerten, später sind wir auch weiter gefahren, nach Mainz oder rüber nach Frankreich. Die Bands der Zeit, das, was sie verkörpert haben, das hat mich fasziniert. Ich wollte schnell auch Dinge ‚Selber machen‘, also in erster Linie Konzerte veranstalten. Das habe ich dann auch getan: Fjort zum Beispiel, Toxoplasma – eine legendäre Deutschpunkband der frühen 80er – oder Escapado hier aus dem Norden, und viele andere…

 

Arbeiter im Hintergrund

 

Das liegt mir mehr, ich habe mich nie auf der Bühne gesehen. Ich wollte immer im Hintergrund sein als der, der organisiert. Eine Zeit lang liefen die Shows auch ganz gut. Aber gerade im Saarland, wo insgesamt nicht viel los ist, ging die Rechnung auf Dauer nicht auf. Ich bin dann nach Mainz, wo ich studiert habe und feststellen musste, dass dort alles ein wenig anders lief. Einfach so was organisieren, das war nicht mehr möglich. Da hieß es dann: Plenum hier, Sitzung dort. Als der Kassetten-Hype einsetzte, habe ich begonnen, Tapes herauszubringen und heute ist es Vinyl. Ich möchte mit dem DIY eine Botschaft weitergeben: macht einfach, traut euch! Heute arbeite ich im Musikvertrieb, schreibe für ein Fanzine und betreibe mehrere kleine Labels, wo ich die Musik von Künstlern veröffentliche, die ich gut finde. Dass ich das heute von Hamburg aus mache, ist wahrscheinlich so was wie Schicksal, wenn man die Musik-History der Stadt kennt, könnte man das schon meinen.


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Ein Jahr Corona: Katharina Fegebank im Interview

Ein Jahr Corona gleich ein Jahr Ausnahmezustand im Senat. Katharina Fegebank, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin, spricht über politische Maßnahmen, Erfolge und womöglich verpasste Chancen

Interview: Hedda Bültmann & Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Katharina Fegebank, es ist ein trauriger Geburtstag: Corona wird ein Jahr alt. Erinnern Sie sich an den genauen Zeitpunkt, wann Sie aufgrund des Virus zum ersten Mal die politischen Alarmglocken haben läuten hören?

Katharina Fegebank: Der Tag, an dem wir Corona im politischen Raum in Hamburg zum ersten Mal so richtig gespürt haben, war als der erste positive Fall am UKE Ende Februar 2020 bekannt wurde. In den Tagen danach wurde mir bewusst, dass sich unsere Politik, wie wir sie bis dahin schwerpunktmäßig gemacht haben, dramatisch verändern würde. Am 13. März 2020 haben wir dann auf einer Sondersenatssitzung beschlossen, Kitas, Schulen und Geschäfte zu schließen.

Wer waren zu diesem Zeitpunkt Ihre wichtigsten Ansprechpartner?

Alle im Senat. Dort haben wir zusammen die Dinge sehr offen miteinander erörtert. Für uns war es eine noch nie dagewesene Situation. Wir wussten noch so wenig über das Virus.

In den Monaten März, April und Mai hatte man auch noch ganz andere Annahmen zur Übertragbarkeit als jetzt. Es ging darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die schweren ökonomischen Verwerfungen, die dramatischen Auswirkungen auf die Haushaltslage, auch die Frage, wie sich das alles auf Familien, Kinder und Jugendliche auswirkt, haben wir dabei stets mit einbezogen.

Wir haben uns Rat von den hiesigen Wissenschaftlern gesucht, zum Beispiel am UKE, wo es eine ausgezeichnete Expertise gibt. Und wir haben uns mit Psychologen, Sozialwissenschaftlern und Ökonomen ausgetauscht. Darüber hinaus gab es den Austausch im Bund-Länder-Kontext.

 

Mehr Entschlossenheit

 

Würden Sie aus heutiger Sicht die seit Pandemiebeginn beschlossenen Maßnahmen als vollends sinnvoll beschreiben?

Aus heutiger Sicht kann man immer sagen, dass wir entschiedener und beherzter hätten agieren müssen. Zum Beispiel, was den Lockdown light im Herbst 2020 angeht. Ich glaube, mehr Entschlossenheit und strengere Maßnahmen hätten die Infektionen schneller sinken lassen und uns möglicherweise die Ermüdungserscheinungen und den Frust ersparen können. Aber, zu dem Zeitpunkt hielten wir die Strategie für richtig.

Was waren denn in Ihren Augen die größten Erfolge des Senats?

Wir sind immer sehr konsequent mit den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz umgegangen und haben für Hamburg keine großen Ausnahme-Tatbestände definiert. Das hat zu einer stringenten Argumentation beigetragen.

Außerdem ist es uns aufgrund des Maßnahmen-Mix im Frühjahr gelungen, relativ schnell wieder niedrige Zahlen zu haben – was allerdings die negative Begleiterscheinung hatte, dass sich viele in Sicherheit wähnten. Im Spätsommer, Herbst und Winter letzten Jahres gab es aus meiner Beobachtung heraus eine gewisse Sorglosigkeit, die zu rapide ansteigenden Zahlen ihren Beitrag geleistet hat.

 

 

Schien Ihnen in den Sommermonaten eine krasse zweite Welle, wie es sie ab Herbst gab, realistisch?

Nach den schnellen Erfolgen des ersten Lockdowns hatten wir im Sommer zunächst alles relativ gut im Griff. Im Hinterkopf waren die Hinweise aus der Wissenschaft, aus dem Erleben und den Zahlen heraus hat sich die zweite Welle aber zunächst nicht angedeutet. Unterm Strich sehen wir jetzt, wie schnell das Virus sich wieder ausbreiten kann, wenn man zu schnell lockert.

Der Frust und die Erschöpfung waren in dieser zweiten Welle größer als in der ersten Welle. Nicht nur, weil es sich durch den Lockdown light so lange hingezogen hat, sondern auch, weil viele Menschen sich gefragt haben, warum wir weiterhin im Lockdown sind, obwohl die Zahlen bundesweit zunächst zurückgegangen sind. Die Antwort ist: Die Mutation hat sich rasend schnell ausgebreitet und ist deutlich ansteckender.

 

Schulen und Kitas

 

Mit dem zweiten Lockdown wurde im Dezember die Präsenzpflicht an den Schulen aufgehoben. War es zu dem Zeitpunkt richtig, den Eltern die Entscheidung, ob sie ihr Kind in die Schule schicken, zu überlassen?

Die Alternative wäre gewesen, die Schulen und Kitas komplett dicht zu machen. Und das hätte ich als sehr problematisch empfunden. Zum einen können nicht alle Eltern ihre Kinder selber betreuen, zum anderen sind nicht in allen Familien die gleichen Voraussetzungen da, um von zu Hause aus zu lernen.

Es gibt familiäre Situationen, in denen es für Kinder sehr schwierig ist, zu Hause zu sein, aufgrund von fehlender digitaler Ausstattung, räumlichen Engpässen oder aufgrund einer schwierigen Familienkonstellation. Diesen Kindern müssen wir die Möglichkeit geben, in die Schule zu kommen, wo sie sich besser entwickeln können. In den Kitas bieten wir eine Notbetreuung an und ich halte das für richtig. Ich kenne das aus der eigenen Situation und es ist wahnsinnig schwer beziehungsweise fast unmöglich – gerade mit kleinen Kindern – Homeoffice zu machen und sich parallel um die Kinder zu kümmern.

Also liegt der Fokus vermehrt auf den Kindern und Familien?

Das ist ja im ersten Lockdown ein Vorwurf gewesen, dass wir uns viel zu wenig mit Familiensituationen und -sorgen auseinandergesetzt haben. Wir haben in der Folge versucht, immer wieder im Sinne der Kinder und Jugendlichen und der Familien den richtigen Weg zu finden.

Das ist die eine Seite. Auf der anderen fühlen sich Lehrer überhört, weil im Januar noch 20 Prozent der Hamburger Schüler in die Schule gegangen sind und die Notbetreuung nicht entsprechend aufgestellt sei. Wie sehen Sie die Situation?

Das muss man differenzierter betrachten, bei den Kitas sind es 25 bis 30 Prozent der Eltern, die die Notbetreuung in Anspruch nehmen. Bei den Grundschulen sind es aktuell 20 und bei den weiterführenden Schulen zwischen zwei und acht Prozent. Die Stadt hat viel für die Sicherheit der Lehrer getan. FFP2-Masken ausgegeben, kostenlose Tests ermöglicht.

Aber ja, natürlich gibt es hier unterschiedliche Sichtweisen. Es gibt Eltern, die fordern, dass die Schulen komplett geschlossen werden, andere wiederum verstehen überhaupt nicht, dass kein Regelbetrieb stattfindet. Dann gibt es Lehrer, die es unverantwortlich finden, dass Kinder zu Hause beschult werden, weil sie in ihrer Entwicklung zurückfallen. All das ist eine komplizierte Gemengelage.

Wir haben eine klare Linie, die die verschiedenen Interessen berücksichtigt und nicht nur für eine Seite Partei ergreift. Der erste Lockdown hat gezeigt, dass Kinder und Jugendliche stärker im Fokus stehen müssen und daran orientieren wir uns.

 

 

Homeoffice muss vom Arbeitgeber ermöglicht werden, aber es ist nach wie vor keine Pflicht. Die Dringlichkeit und die Verordnung sind erst mit dem zweiten Lockdown gekommen. Wieso erst dann und warum nicht restriktiver?

Im ersten Lockdown hatten wir eine hohe Homeoffice-Quote. Viele Unternehmen haben sehr vorbildlich gehandelt und haben von einem Tag auf den anderen auf Homeoffice oder mobiles Arbeiten umgestellt. Viele Arbeitgeber haben das im zweiten Lockdown nicht mehr so konsequent umgesetzt. Das war auch an der zunächst hohen Auslastung des ÖPNV ablesbar.

Es gibt jetzt die Verpflichtung der Arbeitgeber, Homeoffice anzubieten, aber nicht die Verpflichtung der Arbeitnehmer, dass in Anspruch nehmen zu müssen. Denn besondere familiäre, private oder berufliche Umstände können dazu führen, dass man den Tag doch im Büro verbringen muss. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wenn ich meine beiden zweijährigen Kinder zu Hause habe, fällt es mir schwer, solche Interviews wie dieses zu führen oder Sitzungen zu leiten.

Nicht jeder hat ein Zuhause. Wie obdachlose Menschen im Winter und gerade in der Pandemiezeit geschützt werden können, ist ein Thema, das die Stadt sehr umtreibt. In diesem Zuge wird auch das Winternotprogramm kritisiert. Es heißt unter anderem, dass zu viele Menschen in einem Raum untergebracht werden.

Wir haben keine vollständige Auslastung des Winternotprogramms. Und es gibt Hygiene- und Schutzkonzepte, die das Ansteckungsrisiko minimieren sollen. Außerdem gibt es das Angebot, dass Obdachlose mit schweren physischen oder psychischen Erkrankungen in einem Einzelzimmer untergebracht werden können.

Zudem findet ein enger Austausch statt, mit Trägern in der Obdachlosenhilfe und mit Ehrenamtlichen, die sich, Gott sei Dank, in diesem Bereich sehr stark machen. Obdachlosigkeit in unserer Stadt ist durchaus ein zentrales Thema, das uns politisch sehr bewegt. Wir haben gute Unterbringung, Beratung und Betreuung im Rahmen des Winternotprogramms. Ich habe viele Jahre ehrenamtlich den Mitternachtsbus begleitet. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass viele Menschen das Thema Obdachlosigkeit in den Wintermonaten und der Pandemiesituation sehr beschäftigt hat und sie das Problem der Politik immer wieder gespiegelt haben.

Apropos Winter: Wie haben Sie Weihnachten gefeiert?

Im familiären Kreis. Sehr viel kleiner als sonst, aber gemütlich und so normal, wie es möglich war.

Während der Feiertage hat Sie sicher auch das große Thema Impfen beschäftigt. Am 11. Januar twitterten Sie dann: „Beim Thema Impfen sind wir uns in Senat und Bürgerschaft (fast) einig.“ Mit wem waren Sie sich am wenigsten einig?

Mit „fast“ meinte ich die AfD, die sich zu dem Thema ja entweder nicht geäußert oder sich gegen Impfungen ausgesprochen hat.

 

„Ich halte das Impfen für einen sozialen Vertrag“

 

Und auf einer Skala von 0 bis 10: Wie sehr sind Sie aktuell mit den Impf-Vorbereitungen, -Bürger-Services, -Stoff-Lieferungen und -Durchführungen zufrieden?

Ich möchte hier vorwegschicken, dass es eine wissenschaftliche Höchst- und Meisterleistung ist, innerhalb eines Jahres mehrere sichere und wirksame Impfstoffe zu entwickeln. Man kann gar nicht oft genug sagen, dass das einfach sensationell ist. Und natürlich haben wir uns alle gewünscht, dass wir schneller an mehr Impfstoff kommen und die zugesagten Impfstofflieferungen auch tatsächlich so erfolgt wären, wie geplant.

In der Organisation haben wir uns schließlich darauf verlassen und zum Beispiel sehr früh damit angefangen, unser Impfzentrum aufzubauen. Wir sind bereit, täglich bis zu 7.500 Impfungen durchzuführen. Und die Lieferungen des AstraZeneca Impfstoffs werden jetzt in den kommenden Wochen kontinuierlich erhöht, sodass die Anzahl der Impfungen im Zentrum stetig steigen.

Eine wirklich gute Nachricht ist, dass wir allen Bewohnern von Pflegeheimen, die über 80 Jahre alt sind, ein Impfangebot machen konnten. Die mobilen Teams sind jetzt in den Residenzen und Wohnanlagen unterwegs. Also, wenn Sie mich nach der Skala fragen, würde ich differenzieren. Dass es so schnell Impfstoffe gibt: eine glatte 10. Terminvergabe: da müssen wir deutlich besser werden.

Ihre Message an alle, die eine Impf-Möglichkeit nicht wahrnehmen möchten?

Die Zahl der Hardcore-Impfgegner ist sehr klein. Darüber hinaus gibt es Menschen, die sich um die Nebenwirkungen einer solchen Impfung sorgen. Und grundsätzlich sehe ich, dass die Impfbereitschaft der Bürger größer wird, weil alle sehen, dass die Impfung der Weg aus der Pandemie ist.

Ich bin gegen eine Impfpflicht, aber ich halte das Impfen für einen sozialen Vertrag, den wir miteinander abschließen: Wer sich impfen lässt, schützt sich und andere. Impfen ist ein Akt der Sicherheit und Solidarität. Wenn dieser Gedanke in der Gesellschaft reift, bin ich optimistisch, dass wir die Schwelle zur Herdenimmunität überschreiten werden – wenn denn ausreichend Impfstoff da ist.

 

„Wir sagen ungern, dass wir Dinge nicht wissen“

 

Mit dieser Hoffnung und den Erfahrungswerten aus dem vergangenen Jahr, können Sie trotz der Mutationen einen kleinen Ausblick geben, wie der Sommer werden wird?

Ich hoffe, der Sommer wird schöner (lacht). Nicht nur wettermäßig, sondern auch mit deutlich mehr Möglichkeiten. Es hat ja noch nie eine Zeit gegeben, in der wir alle in Hamburg und auch weltweit – mit extremen Einschränkungen, auch Grundrechtseinschränkungen, über einen sehr langen Zeitraum leben mussten. Es ist beeindruckend, dass es trotzdem klappt, zusammenzuhalten.

Aber wir spüren bei uns selbst, in unserem Umfeld und auch in den Umfragen zur Akzeptanz der Maßnahmen eine gewisse Unruhe und Genervtheit, Angst um die eigene Existenz. Dennoch ist aktuell nicht die Zeit, über Lockerungen zu sprechen, sondern wir müssen in den nächsten drei, vier Wochen noch mal all unsere Kräfte bündeln, um die Anzahl der Menschen in den Intensivstationen zu verringern, den R-Wert und den Inzidenzwert so zu drücken, dass wir die Pandemie gut im Griff haben.

Wir wissen von Tag zu Tag mehr über die Mutante, und die fortschreitenden Impfungen bringen Entspannung, sodass sich hoffentlich die Situation im Spätsommer wieder ein bisschen wie Normalität anfühlt. Aber auch, wenn es Lockerungen gibt und man das Gefühl hat, es geht schon wieder alles, werden uns Maßnahmen wie das Abstandhalten noch länger, wenn nicht bis Ende des Jahres, begleiten.

Vielen macht vor allem zu schaffen, dass sie nicht wissen, wie lange sie noch durchhalten müssen.

Das ist auch für uns in der Politik ein Problem. Wir sagen ungern, dass wir Dinge nicht wissen. Aber hier ist es die ehrlichste Antwort. Und falsche Erwartungen zu schüren und Hoffnun- gen, die nicht erfüllt werden können, frustriert die Leute noch mehr.

Jetzt ist nicht der Zeitpunkt für Lockerungen und wir werden noch sehr lange mit Corona leben müssen. Deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam die Perspektiven debattieren. Für uns ist klar: Wir brauchen eine gute Schnellteststrategie für Hamburg und müssen noch mehr positive Proben auf Mutationen untersuchen. Und uns in Deutschland verabreden, wie wir mit ähnlichen Maßnahmen die nächsten Monate gestalten, bis die Pandemie endgültig im Griff ist.


SZENE-März-2021 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, März 2021. Das Magazin ist seit dem 26. Februar 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Tierschutz: Tierheim Süderstraße zieht Bilanz

Das Tierheim Süderstraße nimmt Hunde, Katzen und Co. auf, die zu unbequem geworden sind oder regelrecht entsorgt wurden. Die Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins, Sandra Gulla, fordert mehr Mut und Empathie.

Text:  Natalia Möbius
Foto: Jérome Gerull

 

Bittere Bilanz: Während der Sommerferien wurden in diesem Jahr insgesamt 301 Tiere mutmaßlich ausgesetzt oder im Tierheim Süderstraße abgegeben. Manche von ihnen, vor allem Kleintiere, wurden in oder neben Mülltonnen regelrecht entsorgt. Kein neues Phänomen – Hunde, Katzen und Co. sind häufig zu unbequem oder hinderlich, wenn es in den Urlaub geht.

Dabei ist das Aussetzen von Tieren nicht nur ordnungswidrig, sondern kann auch fatale Folgen haben. Eine Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro erwartet den Halter, der sein Tier sich selbst überlässt. „Wer sein Tier aussetzt, beweist damit eine besonders große Empathie- und Charakterlosigkeit. Den Mut, das Tier bei uns im Tierheim Süderstraße abzugeben, muss man zumindest aufbringen“, so die erste Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins (HTV) Sandra Gulla.

 

Knapp 1.350 Tiere leben im Tierheim

 

Wer sein Haustier persönlich abgibt, hilft außerdem bei der Weitervermittlung: Fundfristen von bis zu einer Woche, bevor es weitervermittelt werden darf, müssen nicht eingehalten werden und das Tier kann besser eingeschätzt werden. Das Tierheim ist die amtliche Annahmestelle für alle Tiere, die in Hamburg gefunden werden und wird vom HTV betrieben.

Derzeit leben dort knapp 1.350 Heimtiere. Um sie versorgen zu können, ist das Tierheim auf Spenden und Tierpatenschaften angewiesen. Zusätzlich entlasten ehrenamtliche Mitarbeiter die Tierpfleger beim Gassigehen oder bei der Nachkontrolle von bereits vermittelten Tieren.

Tierheim Süderstraße: Süderstraße 339 (Hamm-Süd)


Szene-Oktober-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Oktober 2019. Titelthema: Neu in Hamburg. Das Magazin ist seit dem 28. September 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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