Beiträge

3 Fragen an… Lars Meier

Lars Meier ist Chef der Gute Leude Fabrik und Initiator des N Klub, bei dem das Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt steht

Interview: Hedda Bültmann 

 

SZENE HAMBURG: Was bewirkt der N Klub?

Lars Meier: Allem voran bringt er engagierte Menschen zusammen und schafft Aufmerksamkeit für die wichtigsten Themen unserer Zeit. Noch lange bevor der Begriff Nachhaltigkeit in aller Munde war, wollten wir bereits denen eine Plattform bieten, die sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen. Seit 2008 treffen auf unseren Veranstaltungen Visionäre auf Entscheider, Gründer auf Förderer. Der N Klub ist also nicht nur eine kleine Bühne für große Ideen, sondern auch ein fruchtbarer Boden. Seit 2020 bringen wir mit „N Klub – Die Show“ zudem eine eigene Streamingshow auf die heimischen Bildschirme. Die gute halbe Stunde mit unseren beliebtesten Formaten aus ungewöhnlichen Locations beweist: Nachhaltigkeit geht auch in unterhaltsam.

 

„Wir haben noch viel zu tun“

 

Kann jeder seine nachhaltige Idee im N Klub vorstellen?

Von ehrenamtlich Engagierten über CEOs großer Unternehmen bis hin zu jungen Start-up-Unternehmern: Wem nachhaltiges Handeln ein wirkliches Anliegen ist, der ist beim N Klub genau richtig. Auch wer bisher nur die Idee selbst mitbringt, ist herzlich willkommen. Schließlich tummeln sich bei unseren Events auch diejenigen, die nach zündenden Ideen suchen, um diese voranzutreiben. Gerade unser beliebtes Format „100 Sekunden“ bietet sich für frische Ideen an. Mit den unterhaltsamen Kurzvorträgen begann schon so manche Erfolgsgeschichte. Wer auch mal auf die Holzkiste steigen möchte, um sein Projekt vorzustellen, kann sich bei uns melden.

Wie nachhaltig ist der N Klub in seinem Wirken?

14 Jahre N Klub sind das beste Zeichen. Als Tobi Schlegl und ich beschlossen, den Themenfeldern der Nachhaltigkeit eine kommunikative Plattform zu geben, war an Fridays for Future noch gar nicht zu denken. Viele Ideen, die beim N Klub ihren Anfang fanden, sind in der Zwischenzeit zu Unternehmen, Vereinen oder Projekten gereift, die eine wichtige Rolle spielen. Und genau damit leisten wir unseren nachhaltigsten Beitrag: Sichtbarkeit schaffen, damit gute Ideen nachhaltig Bestand haben können. Beim N Klub war Nachhaltigkeit nie Modewort, sondern ist und bleibt ein echtes Anliegen. Es gibt leider immer noch zu viele Firmen, die in Zukunftsfähigkeit mehr Marketing als Notwendigkeit sehen. Solange das so ist, haben wir noch viel zu tun.

nklub.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2022. Das Magazin ist seit dem 29. Januar 2022 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

N Klub – die Show: So leicht geht Nachhaltigkeit

Seit 2008 gibt es den N Klub, um das Thema Nachhaltigkeit neu zu denken und weiter voranzubringen. N Klub – die Show bringt diese neuen Gedanken auf die heimischen Bildschirme

Text: Felix Willeke

 

Die Initiatoren des N Klubs, Autor und Fernsehmodera­tor Tobias Schlegl und Lars Meier von der Gute Leude Fa­brik, laden vier Mal im Jahr ein. Der N Klub will Ideen, Projek­te, Initiativen und Menschen unter dem Thema Nachhaltig­keit zusammenbringen und dabei helfen, anzuschieben und umzusetzen. Darüber hinaus will das Netzwerk dem Thema Nachhaltigkeit mehr öffent­liche Aufmerksamkeit ver­schaffen und zeigen, dass Nach­haltigkeit nicht nur Spaß macht, sondern auch absolut notwendig ist.

 

Die Show

 

Damit diese Botschaft aber auch die Menschen zu Hause er­ reicht, gibt es N Klub – die Show. Hier geben sich gute Musik und spannende Gespräche die Klinke in die Hand. Gerade ist die vierte Ausgabe auf nklub.de erschie­nen. Hier spricht nicht nur Roman Hottgenroth, Betriebs­leiter von Stilbruch in Hamburg, darüber, welche Rolle Nachhal­tigkeit heute spielt und wie Themen wie Kreislaufwirtschaft in der Gesellschaft Platz finden. Auch Lars Meier ist mit dem Format „Der N Klub fragt nach“ wieder mit dabei und diskutiert mit Katharina Beck (Spitzen­kandidatin der Grünen Ham­burg für die Bundestagswahl) und Marcus Weinberg von der CDU über die ihre politischen Ziele im Bereich Nachhaltigkeit.

 

Nachhaltige Initiativen

 

Zudem wird der mit 2.500 Euro dotierte PSD Bank Nord Förder­preis vergeben. In diesem Fall geht er an besser zuhause e. V., die sich für ein altersgerechtes Zuhause einsetzen. Im Format „100 Sekunden“ stellen sich bei N Klub – die Show wieder vier Initiativen vor: Neben dem HVV und seinem Kulturticket ist unter anderem oclean dabei. Die Initiative hat sich Müll zum Thema gemacht. Mit öffentli­chen Müllsammelaktionen, Workshops und anderen Aktio­nen wollen sie darauf aufmerk­sam machen, wie viel Müll pro­duziert wird und schlussendlich auch in die Weltmeere gelangt. Ziel ist es, dass möglichst kein Müll von Hamburg aus über Elbe und Alster in die Meere ge­langt. oclean ist ein Beispiel für die vielen Initiativen, die sich beim N Klub versammeln, ver­netzen und zeigen, wie einfach nachhaltiges Handeln ist und dass schon das Engagement im Kleinen viel bewirken kann.

nklub.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2021. Das Magazin ist seit dem 28. August 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

MenschHamburg: „Anpacken fühlt sich gut an!“

Mit witzigen Ideen und einem großen Netzwerk unterstützt Lars Meier, Kopf der PR-Agentur Gute Leude Fabrik, Hamburger Bedürftige, die oft übersehen werden. Dafür hat er 2011 den Verein MenschHamburg gegründet

Interview: Karin Jirsak
Foto: Gute Leude Fabrik

 

SZENE HAMBURG: Lars, wie und wen unterstützt ihr mit MenschHamburg?

Lars Meier: Ein großer Unterschied zwischen MenschHamburg und anderen Organisationen ist, dass wir Geld einsammeln mit dem Spaß der Spender und nicht mit der Not der Notleidenden. Die einzige Begrenzung ist im Grunde, dass das Geld, das wir mit verschiedenen, oft kreativen und ungewöhnlichen Aktionen sammeln, innerhalb des Stadtgebiets bei den Leuten ankommen muss, die es brauchen. Grundsätzlich unterstützen wir gerne Projekte, die sonst nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen.

Da sind wir bewusst sehr bunt aufgestellt – MenschHamburg ist ja auch ein buntes Team. Wir treffen uns regelmäßig und überlegen dann zusammen, wo und wie man helfen könnte. Mal setzen wir das Geld für ältere Leute ein, mal für Naturschutzprojekte, mal für Kinder. Einer Grundschule in Billstedt haben wir zum Beispiel eine neue Küche ermöglicht, in der die Kinder zusammen kochen und so den Umgang mit Lebensmitteln lernen.

Mit welchen Aktionen generiert ihr die Spenden?

Wir haben jedes Jahr drei große Events: das Kamelrennderby auf dem Frühjahrsdom, den Welttrinkgeldtag am 21. Mai und das MauMau-Turnier im Herbst, auf das ich mich schon sehr freue. Außerdem hatten wir zum Beispiel im Jahr 2015, als die Geflüchtetenkrise auf dem Höhepunkt war, die Idee zu unserem „Moin Moin Refugees“-Button, mit dem wir die Hamburger auffordern wollten, hanseatische Willkommenskultur zu zeigen – auch um dem Geschrei, das gerade damals von rechts kam, bewusst etwas entgegenzusetzen.

Ich wollte erst mal nur 500 von diesen Buttons machen lassen. Aber die Nachfrage war extrem hoch. Bis heute haben wir über 50.000 für einen Euro pro Stück verkauft. Vor ein paar Wochen habe ich eine junge Frau in der U-Bahn gesehen, die den Button immer noch getragen hat – nach vier Jahren! Ich hätte sie am liebsten umarmt.

Erzähl mal, wie bist du auf das Kamelrennderby gekommen?

Das Kamelrennen auf dem Dom ist auf jeden Fall Kult. Als Kind habe ich das sehr gerne, aber sehr schlecht gespielt. Irgendwann saß ich mit dem Welt-Hamburg-Redaktionsleiter Jörn Lauterbach bei einer Brause zusammen, dem es genauso ging, und wir kamen auf die Idee, eine Meisterschaft zu veranstalten, bei der Firmen gegen eine Spende von 300 Euro mit je einem Dreierteam mitmachen können. Das so eingenommene Geld kommt immer unterschiedlichen Projekten zugute. Seit 2015 findet das Derby einmal im Jahr statt, und es ist immer ein Riesenspaß.

 

Echtes Engagement findet offline statt

 

Du veranstaltest aber nicht nur Aktionen für MenschHamburg. Die Gute Leude Fabrik organisiert auch den sogenannten N Klub. Stichwort: Nachhaltigkeit …

Der N Klub ist ein Netzwerk für Leute, die sich mit den unterschiedlichsten Nachhaltigkeitsthemen befassen, zum Beispiel beruflich, oder sich in einer Initiative engagieren. Bei den N Klub-Treffen sind vom CSR-Manager mit Krawatte bis zum Aktivisten, der sich vor den Castor-Transport stellt, die unterschiedlichsten Menschen dabei. Wenn wir auf ein spannendes Projekt oder eine Idee stoßen, dann laden wir die Leute ein. Durch den intensiven Austausch bei diesen Treffen konnten schon viele tolle Ideen verbreitet und realisiert werden.

Auf der MenschHamburg-Website schreibst du: „Es gibt viele Gründe etwas zu tun, aber nur einen sich nicht zu engagieren: Bequemlichkeit!“ Muss man die Bequemlichkeit vielleicht akzeptieren und das Engagement entsprechend bequemer gestalten?

Auf keinen Fall. Viele Leute kritisieren ja heute sehr bequem in sozialen Netzwerken und denken, das wäre Engagement. Aber echtes Engagement, egal, ob man nun Bäume pflanzt oder auf Kinder aufpasst, das ist was ganz anderes, und kann eine ganz tolle Erfahrung sein. Wer zum Beispiel mal Samstagvormittags eine Stunde lang in der Kleiderkammer Hanseatic Help beim Sortieren geholfen hat, weiß: Anzupacken fühlt sich gut an. Und dabei kann man auch sehr gut den Kopf frei kriegen.

Mensch.hamburg


Szene-Hamburg-August-2019-TitelDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, August 2019. Titelthema: Wie sozial ist Hamburg? Das Magazin ist seit dem 27. Juli 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

 

Hamburger des Monats – Dannie Quilitzsch

Frauen vernetzen, Kinder in Krisengebieten stabilisieren, Wasser für alle – Dannie Quilitzsch zieht viele soziale Strippen. Ihr Antrieb: Die Welt ein bisschen besser machen und das am besten gemeinsam.

Interview: Hedda Bültmann
Foto: Philipp Schmidt

SZENE HAMBURG: Dannie, du steckst in so vielen unterschiedlichen Projekten. Wie bezeichnest du dich?

Dannie: Das stimmt, ich habe mehrere Hüte auf, deshalb kommt es immer auf den Kontext an. Aber grundsätzlich bin ich Psychologin, Beraterin und Coach. Und arbeite hauptsächlich im Bereich Social Entrepreneurship als Gründerin und Unternehmerin, aber auch in beratender Funktion sowohl für große Dax-Unternehmen als auch für kleine Social Start-ups.

Wonach entscheidest du, an was und mit wem du zusammenarbeitest?

Es ist mir bei den Social Start-ups wichtig, dass die Idee und das Konzept innovativ auf dem Markt sind. Und ob es dafür überhaupt einen Bedarf gibt und somit eine reelle Wirkung nach sich zieht.

Vertraust du deiner Intuition, ob ein Projekt funktionieren wird?

Vieles entscheide ich aus dem Bauch heraus, wobei mein Bauch und mein Verstand sehr eng zusammenarbeiten. Durch meine jahrelange Erfahrung erkenne ich schnell, was Sinn macht. Natürlich prüfe ich auch, ob eine gute Marktanalyse gemacht wurde, ob Kompetenzen, Gründerpersönlichkeit und das Netzwerk vorhanden sind und wie hoch die Motivation ist. Oder zum Beispiel auch, ob die Idee so innovativ ist, dass sie Medienpartner und Multiplikatoren erreicht.

 

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von WAR CHILD Deutschland (@warchilddeutschland) am

 

Welcher Aspekt hat dich bei War Child gepackt?

Natürlich gibt es bereits viele Projekte, die sich um Kinder kümmern, auch War Child gibt es weltweit schon lange. Meine Partnerin und ich haben jetzt die Organisation nach Deutschland, mit Sitz in Hamburg, geholt. Für mich als Psychologin und Therapeutin ist es sehr interessant, dass War Child psycho-soziale Programme entwickelt, evaluiert und erforscht. Wir schaffen etwas Funktionierendes.

Dann teilen wir es mit anderen Organisationen wie Save the Children und Unicef. So erzeugen wir eine Reichweite in die ganze Welt, damit noch mehr Kindern in Krisengebieten geholfen werden kann, mehr als wir es alleine mit War Child schaffen könnten. Das ist, was mich an Social Entrepreneurship am meisten reizt – etwas zu kreieren, das über einen Skalierungseffekt einen reellen sozialen Wandel mit sich bringt.

Ein anderes deiner Projekte hier in Hamburg ist der Women’s Hub, an dem drei Mal im Jahr 50 Frauen einen Tag lang zusammenkommen. Was steckt dahinter?

Auch dabei ist mein Antrieb, zu überlegen, wie man unsere Welt besser machen kann – das klingt zwar pathetisch, aber tatsächlich geht es genau darum. Ich bin überzeugt, dass wir unser ganzes Potenzial nur entfalten können, wenn wir es gemeinsam tun. Der Women’s Hub will eine Gemeinschaft aus Frauen sein, die sich gegenseitig unterstützen.

Beim Women’s Hub Day kommen 50 Frauen zusammen, fünf davon nutzen diesen Tag, um ihre Visionen oder Projektideen zu teilen, um sich Feedback darauf oder auch ganz konkrete Unterstützung für die Umsetzung einzuholen. Wir schaffen einen Raum, in dem sich Frauen trauen, ihre Ideen zu erzählen, sich auszuprobieren und gegenseitig zu inspirieren – nicht nur persönlich, wir schüren auch, dass die Frauen gemeinsam Business machen, sich gegenseitig buchen oder Aufträge vergeben, um sich so auch in diesem Bereich zu fördern.

 

„Weibliche Prinzipien müssen stärker in die Gesellschaft“

 

Warum brauchen Frauen dafür noch immer einen geschützten Raum?

Der geschützte Raum wird gebraucht, damit Frauen sich stärken können, um dann gemeinsam in die Welt rauszugehen. Wir sind nicht geübt darin, uns zusammenzuschließen. Wenn man sich Statistiken ansieht, ist die Redezeit von Männern in Runden noch immer länger, die Gehälter in vergleichbaren Positionen sind höher, Männer bekommen noch immer eher den Job, vor allem im Führungsbereich, bei gleicher Qualifikation. Es war lange so, dass die Frauen, die sich durchkämpfen konnten, die Prinzipien der Männer angenommen haben.

Jetzt geht es darum, die weiblichen Prinzipien wie Empathie und Intuition stärker in die Gesellschaft zu tragen. Denn jede Frau sollte sich bewusst sein und daran glauben, dass wir mit unserem weiblichen Verhalten stark sind – egal, in welchem Feld wir unterwegs sind, sei es als Angestellte, Freelancerin oder Mutter. Wir wollen Frauen stärken, um eine Gleichheit zu erzeugen.

Was tut die Stadt, um „Women Empowerment“ zu unterstützen?

Ich habe beim letzten N Klub, ein Netzwerktreffen für nachhaltige Ideen, unsere Sozialsenatorin Melanie Leonhard über das Thema sprechen hören, und ich finde sie in diesem Bereich sehr vorbildlich. Sie setzt sich ein, geht mit den richtigen Ideen nach vorne. Ansonsten ist es in diesem Bereich von Seiten der Institutionen, Behörden oder Stiftungen unheimlich schwer, Unterstützung zu bekommen. Generell, wenn man neue Themen nach vorne bringen will, ist es schwierig, die Stakeholder zu überzeugen, da muss insbesondere Frau einen echt langen Atem haben, sich den Mund fusselig reden und die Füße ablaufen.

Auch hier wird Männern viel schneller zugetraut, dass sie die richtige Idee für eine Unternehmensgründung oder ein Projekt haben. In Städten wie Berlin und auch im Ausland ist es wesentlich einfacher, weil in international orientierten Städten früher verstanden wurde, dass es wichtig ist, dass wir uns in diesem Bereich entwickeln. Ich liebe an Hamburg die traditionellen Werte wie Beständigkeit und Gewissenhaftigkeit, die stehen Innovationen und mutigen Ideen aber leider auch oft im Weg.

Was braucht es?

Ich wünsche mir noch mehr den Dialog zwischen den verschiedenen Instanzen: Regierung, Unternehmen, Medien, Institutionen, Zivilgesellschaft. Es gibt zwar kleinere Zusammen künfte wie das Zeitforum oder den N Klub, aber wir könnten noch viel mehr Potenzial wecken, wenn wir mehr in der Gemeinschaft gucken, wie wir Hamburg in die Zukunft entwickeln und gleich zeitig als lebenswerte Stadt für alle Bürger erhalten können.

 

„In Hamburg herrscht irre viel Social Empowerment“

 

Und wie ist dein Blick auf die Hamburger?

In der Stadt gibt es so viele wahnsinnig tolle Menschen. Hier herrscht irre viel Social Empowerment in Form von sozialen Projekten und Veranstaltungen. Das finde ich sehr beeindruckend. Ich lebe seit über 20 Jahren in Hamburg, und ich liebe es hier – die Haltung der Leute, wie sie ihre Stadt gestalten und tatsächlich etwas bewegen. Das zeigt es auch, wie hier mit Geflüchteten umgegangen wurde und wird – es haben sich viele zivilrechtliche Organisationen gebildet wie Hanseatic Help.

Hamburger sind oft leise, es wird nicht so viel darüber geredet, was sie machen, aber das, was passiert, hat eine echte Substanz. Das finde ich wirklich stark an der Stadt.

Welches Engagement berührt dich am meisten?

Mein absolutes Herzensprojekt ist ganz klar Viva con Agua. Seit 2007 bin ich dabei, mittlerweile als Aufsichtsratsvorsitzende. Für mich ist es das vorbildlichste, sowohl als Unternehmen als auch soziales Projekt, das ich kenne. Das liegt vor allem daran, dass Viva con Agua nie müde wird, sich immer wieder mit sich selbst zu beschäftigen, im Sinne der eigenen Optimierung, der Neuerfindung oder der Frage, wie sie die Welt verändern und Mitgestaltung für jeden ermöglichen können.

Apropos Welt verändern. Was wäre im Kleinen dazu dein Appell an die Menschen?

Dass sich die Menschen wieder mehr begegnen. Jeder Mensch ist auf seiner eigenen Reise, aber jeder kann mit seiner Geschichte und den eigenen Erfahrungen andere unterstützen und helfen. Geht einfach wieder mehr aufeinander zu, redet miteinander und hört euch wirklich zu.

www.danniequilitzsch.com


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2019. Das Magazin ist seit dem 27. April 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?