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Pizza Social Club – Mehr als ein Klassiker

Pizza Social Club – Nicht nur die Karte ist auf das Wesentliche reduziert, auch die Pizzen – und das macht sie so richtig gut.

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Dieser Artikel stammt aus der SZENE HAMBURG 9/18. Hier können Sie die gesamte Ausgabe lesen.

Es hat sich herumgesprochen: Der Pizza Social Club in Winterhude zieht Teigverliebte an wie ein Magnet. Mit dem Erfolg hat man ganz offensichtlich nicht gerechnet, denn die Stühle im Außenbereich sind provisorisch angeordnet und der Geräuschkulisse im Innern wird das Team auch mit dem hauseigenen DJ-Set nicht so recht Herr. Doch daraus machen weder der charmante Inhaber Sönke Becker einen Hehl, noch sein Servicepersonal: „Ja, da haben wir uns verschätzt. Aber das wird besser!“ Chapeau! Freundlich, ehrlich, charmant – jetzt muss nur noch die Pizza schmecken. Vielmehr gibt es hier auch nicht zur Auswahl, der ehemalige Ex-Banker hat sich auf den italienischen Klassiker eingeschossen. „Pizza Red“ und „Pizza White“ teilen sich ihren Platz auf der Karte mit fünf Vorspeisen, zwei Salaten und ebenso vielen Desserts.

Sönke Becker vom Pizza Social Club in Hamburg Winterhude. Foto: Jörg M. Krause

Sönke Becker leitet den Pizza Social Club mit viel Charme

Als Starter gibt es Bruschetta mit Pesto und Bufala Pancetta (beides 5 Euro) – bodenständige Brotkunst, aber nicht weltbewegend. Zudem steht Burrata (Frischkäse) auf der Karte – mit und ohne Trüffel. Überhaupt scheint Sönke Becker im Pizza Social Club einen kleinen Trüffelfetisch auszuleben. Deshalb fällt die Wahl auf die „Pizza White Truffle“ (18 Euro). Selbstverständlich mit dem obligatorischen Sonderwunsch: Karamellisierte Zwiebeln. No problemo! Allerdings braucht die Pizza ziemlich lange bis sie serviert wird. Nach 20 Minuten und einer Nachfrage bringt Sönke einen Teller mit hübsch drapiertem Prosciutto for free – als Entschuldigung. Und dann kommt ganz bald die Pizza.

Der Pizza Social Club in Winterhude (Foto: Jörg M. Krause)

Läuft: Der Pizza Social Club in Winterhude (Foto: Jörg M. Krause)

Niemand könnte hier irgendjemandem böse sein. Das Beste aber ist der Geschmack. Auf gut deutsch gesagt: Aaaaalter! Unfassbar lecker. Dafür bleibt sogar die andere Bestellung, eine leckere Salamipizza (11 Euro), auf der Strecke. Ob’s am hausgemachten Sauerteig liegt, der zwei Tage ruhen darf oder an der Liebe zum Business, die der Inhaber bekundet – wer weiß. Am Bier liegt es auf jeden Fall nicht, die Auswahl ist nämlich arg verbesserungswürdig. Das herbste auf der Karte, das Angelo Poretti Pale Ale (0,4 l für 5,50 Euro), ist zu süß und kann keinen Kontrast zum Essen aufbauen. Aber was wir wissen: Hamburg hat jetzt endlich eine Pizzeria, die sich aufs Wesentliche reduziert. Und das mit ganz viel Know-how – und genauso viel Menschlichkeit.

Pizza Social Club, Mühlenkamp 29 (Winterhude); www.pizzasocialclub.de

Text: Jenny V. Wirschky
Beitragsfoto: Jörg M. Krause


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2018. Das Magazin ist seit dem 30. August 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Ricebrothers – Mehr als Reis

Bei den neu eröffneten Ricebrothers wird asiatische Küche mit eigenem Dreh serviert. In hippem Industrie-Ambiente gibt es Sommerrollen-Sets zum Selberbasteln und asiatisch inspirierte Drinks.

Die Restaurants auf dem Schulterblatt haben Zuwachs be­kommen. Seit Kurzem findet man bei den Ricebrothers asia­tisches Street Food „for cra­zy Leutz“. Der Laden wirkt auf den ersten Blick wie eine moder­ne Höhle: Die Wände der dunklen Räumlichkeiten sind be­malt und mit Hashtags versehen und in der offenen Küche flackert das Feuer unter den Pfan­nen. Gegessen wird aus handgemachten Keramikschalen, auf den Tischen findet man Stan­dard-­Sojasauce und Plastik­pflanzen in Metalltöpfchen.

Ricebrothers Restaurant in Hamburg Foto: Sabrina Pohlmann

Unsere Sommerrollen be­stellen wir als Selbstbau­-Set für 15 Euro, das reicht für zwei Personen. Der Kellner führt die Faltprozedur vor, bei ihm sieht es auch ganz einfach aus: Die Fül­lung aufs Reispapier legen, erst die langen Seiten falten, dann die kurzen. Nach eigenen Versuchen stellt sich heraus: Som­merrollen zu falten, ist nichts für Ungeübte. Doch die freundliche Servicekraft erklärt die Technik nochmals geduldig und wacht den Rest des Abends über uns. Die anderen Gerichte sind oberer Durchschnitt, ihnen fehlt aber das gewisse Etwas. Der ve­getarische Burger (7,90 Euro) ist lecker, mir persönlich aber nicht bissfest genug. Meine Beglei­tung hingegen liebt ihn. Positiv stechen die Drinks heraus: Der Hanoi Mule (7 Euro) mit Zitro­nengras-­Sake ist perfekt abge­schmeckt, ebenso die hausge­machte Limo mit Ingwer und Limette (4 Euro). Das Dessert, warmer Reiskuchen in Kokos­milch (4,90 Euro), ist der krö­nende Abschluss des Mahls. Fest steht: Die Ricebrothers brauchen noch ein bisschen Zeit, um das Profil zu schärfen. Der freundliche Service fällt auf jeden Fall schon mal sehr positiv auf. Lobenswert sind auch die zahlreichen Veg­gie-­Variationen und die Spiel­ecke für Kinder. Die Einrich­tung ist Geschmackssache, aber an schönen Sommertagen kann man auch nach draußen ausweichen.

Text: Sabrina Pohlmann
Beitragsfoto: Rolf Bork / Ricebrothers

Schulterblatt 35 (Sternschanze), Telefon 37 50 48 88, Mo-So 12–0 Uhr; www.ricebrothers.de

Fr. 29.6. 19.30: Livemusik bei den Ricebrothers: Sons and Preachers, Tomi Simaputang, Eintritt 5€


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 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!