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StrassenBLUES: Home Street Home

Die Obdachlosenhilfe StrassenBLUES und ImmoScout24 wollen mit „Home Street Home“ Wohnraum für obdachlose Menschen in Hamburg sichtbar machen

Text: Marco Arellano Gomes

 

Der Obdachlosenhilfeverein StrassenBLUES hat ein neues Projekt am Start: „Home Street Home“ heißt es und hat zum Ziel, Wohnraum für obdachlose Menschen über das Immobilienportal ImmoScout24 sichtbarer zu machen. Gemeinsam mit der Treuhandstiftung DOJO Cares und weiteren Obdachlosenorganisationen wie One Warm Winter sorgt StraßenBLUES in Hamburg dafür, dass Angebot und Nachfrage zueinanderfinden. Vermieter können hierzu Wohnungsinserate für diejenigen bereitstellen, die diese dringend brauchen. Bei obdachlosen Menschen im Leistungsbezug (Arbeitslosengeld II) übernimmt das Jobcenter die Kosten der Unterkunft, die den Bemessungsgrenzen zufolge bis zu 50 Quadratmeter groß und maximal 500 Euro kalt kosten darf. Es gilt als unstrittig, dass obdachlose Menschen leichter in ein selbstbestimmtes Leben zurückfinden, wenn sie wieder eine feste Wohnung haben. „Als Marktführer für Immobilien in Deutschland möchten wir hier ansetzen und helfen“, sagt Dr. Thomas Schroeter, Geschäftsführer von ImmoScout24. Die Hoffnung ist, dass Menschen wie Volker, ehemaliger Tischler, 66, seit sieben Jahren obdachlos, wieder dauerhaft Wohnraum erhalten. „Wohnen ist ein Menschenrecht“, so Nikolas Migut, Gründer und Vorsitzender des Hamburger Vereins StrassenBLUES e. V. Unterstützt wird das Projekt von Prominenten wie Stefanie Giesinger, Joko Winterscheidt, die bei Zustandekommen eines Wohnverhältnisses und durch den Kauf von Möbeln unterstützen.

strassenblues.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2021. Das Magazin ist seit dem 28. August 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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SZENE HAMBURG im Juli 2019: Schmelztiegel St. Georg

St. Georg ist der Stadtteil der Gegensätze, der Diversität und der Communitys. Ein Viertel, auf das so viele Adjektive wie auch Superlative passen – geprägt durch die beiden Welten, die hier aufeinandertreffen:

Zum einen die exklusive Alsterlage, mit den pompösen Stadthäusern und Luxushotels sowie die Lange Reihe mit ihren Designer-Shops und hippen Restaurants. Zum anderen die Nähe zum Hauptbahnhof, Treffpunkt und Heimstätte der Einsamen und Verlorenen; der Hansaplatz, der glattgebügelt wird, sodass die Drogenabhängigen, Obdachlosen und alle, die nicht ins gutbürgerliche Sonntagsbild passen, in die Seitenstraßen ausweichen müssen. Doch nur, weil sie nicht mehr durch den Blick der teuren Eigentumswohnungen sichtbar sind, sind die Schwierigkeiten des Viertels nicht verschwunden.

Ein Stadtteil der Subkulturen und Milieus wächst aus sich heraus zusammen. Das zeigt die hohe Dichte der sozialtätigen Vereine und Organisationen vor Ort. Einer davon ist der Verein Basis und Woge, der sich für Benachteiligte in allen Lebensbereichen einsetzt. Wir haben uns von dem Leiter der Jugendsozialarbeit erzählen lassen, was St. Georg für ihn bedeutet. Ebenso von vier weiteren Menschen, die stark im Viertel verwurzelt sind. Entwurzelt hingegen werden mittlerweile immer mehr langjährige Bewohner. Stichwort: Gentrifizierung.

 

Bitte nicht glatt schleifen!

 

Was sich verändern muss, damit das Viertel lebendig bleibt, weiß Michael Joho vom Einwohnerverein. Er kämpft gegen die Verdrängung, für die Vielfalt. Dazu gehören auch die hier praktizierten Religionen. Unser Redakteur hat sich unter die portugiesischen Katholiken gemischt, um herauszufinden, wie sie ihren Glauben in St. Georg leben.

Neben dem St.-Marien-Dom ist die HAW, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften, eine weitere große Institution im Viertel. Wir haben uns vor Ort umgesehen, was die rund 17.000 Studierende eigentlich treiben – und das ist eine ganze Menge.

St. Georg ist ein Mikrokosmos der Gesellschaften und so richtig greifen kann man ihn (zum Glück) nicht, gerade weil er so viele Ecken und Kanten hat. Und genau deshalb: Bitte nicht glatt schleifen!

Text: Hedda Bültmann, Redaktionsleitung SZENE HAMBURG
Foto (o.): Jérome Gerull


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Foto: Sophia Herzog

Hedda Bültmann, unsere Redaktionsleiterin, hat den Kopf voller Ideen und bei der SZENE HAMBURG das Ruder in der Hand. Mit ihrem Spirit, Tatendrang und Ideen prägt sie unser Stadtmagazin. Lust auf Austausch? Ihr erreicht sie unter hedda.bueltmann@vkfmi.de


Szene-Hamburg-Juli-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Juli 2019. Titelthema: Schmelztiegel St. Georg.
Das Magazin ist seit dem 27. Juni 2019 im Handel und zeitlos im 
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