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Rindchen schlemmt – Chinesische Spitzenküche im Ni Hao

Ganz gegen das Klischee! Das Ni Hao lockt mit chinesischer Spitzenküche unseren Food-Kolumnisten Gerd Rindchen aus Eimsbüttel bis ins ferne Wandsbek.

Vor rund 24 Jahren wanderten die drei damals blutjungen Gebrüder Chen, gebürtig in China, aber vorher in Holland ansässig, nach Hamburg ein. Das Ziel: Der Hansestadt ein hochwertiges Res­taurant mit kompromissloser chinesischer Spitzenküche zu bescheren. Ungefähr seit dieser Zeit zählt das Ni Hao, wenngleich aus Eimsbütteler Sicht im fernen Wandsbek gelegen, zu unseren absoluten Lieblings­restaurants. Besonders gerne essen wir hier die authentischen, abwechslungsreichen und überaus preiswerten Menüs, die jeweils ab zwei Personen zum Teilen für alle angeboten werden. Am meisten Spaß machen diese aber am runden Drehtisch ab vier Personen, wenn die zahlreichen Schälchen und Schüsselchen munter hin- und hergeschoben werden. Immer wieder spannend ist das Überraschungsmenü: Hier gibt es erst kalte und dann warme chinesische Vorspeisen, danach ein paar Hauptgerichte nach Tageswahl von Küchenchef Julian Chen und ein Überraschungsdessert. Hier haben wir schon viele spannende neue Entdeckungen gemacht und der Preis (27,50 Euro pro Nase), ist eingedenk des gemeinhin Gereichten eher ein Sozialtarif.

Wer gerne vorher wissen möchte, was er auf dem Teller hat, und einen Hauch pikanter Schärfe nicht scheut, dem empfehle ich wärmstens das Sichuan-Menü (32,50 Euro): Hier folgt auf in Teeblättern ge­rösteter Ente, die in Pfannkuchen eingerollt wird, eine der Signature Dishes des Hauses, eine klassische sauer-scharfe Suppe. Im Hauptgang gibt es dann Rinderfiletstreifen auf Szechuan-Art und die wahrlich königlichen Hühnerwürfel ­Palast-Art mit Chili und Cashewkernen, bevor das Ganze recht konventionell mit Früchten und Eis ausklingt (mit Desserts haben es die Chinesen eh nicht so).

Zu den herausragenden Hauptgerichten, falls man kein ganzes Menü möchte, zählen gedünsteter Schweinebauch mit fermentiertem Senfkohl auf Shanghai-Paksoi (16,90 Euro) oder das in Öl gekochte Rinderfilet mit Sichuan-Gewürzen auf Shanghai Paksoi. Schön ist auch, dass das Ni Hao ein Restaurant von zeitloser Eleganz bar jeglicher Asia-Folklore ist und so auch in den Trendvierteln von London oder New York stehen könnte. Alles in allem ist die Küche so abwechslungsreich und voller geschmacklicher Intensität und Tiefe, dass ich hier locker drei bis vier Mal die Woche essen könnte – wenn es nicht gerade in Wandsbek wäre … 

Text: Gerd Rindchen

Ni Hao: Wandsbeker Zollstraße 25-29 (Wandsbek), Mo-So 12–23 Uhr, facebook.com/NIHAO.wine.and.food/


Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Rindchen schlemmt – Der Freischwimmer in Eimsbüttel

Kegeln, Kickern, Kulinarik – Für unseren Kolumnisten Gerd Rindchen ist das Eimsbüttler Restaurant Freischwimmer ein Garant für gelungene Abende.

Unlängst meinte ein Kollege, dass wir im Betrieb mal wieder was für die Stimmung untereinander tun könnten und schlug vor, kegeln zu gehen. Gesagt, getan, und so landeten wir mit ein paar Leuten im Freischwimmer – ein Lokal, das ich schon etwas länger kenne, aber bislang nur als attraktive Adresse, um gut und zu angemessenen Preisen zu essen. Clemens, den betagten Wirt, kenne ich auch schon etwas länger: Seine Frage „Moin Gerd, wohnst du noch in der Jarrestadt?“ musste ich wahrheitsgemäß mit „Nee, da bin ich 1987 weggezogen“ beantworten. Nun gut, man wird nicht jünger. Gut gegessen haben wir dann auch erst mal – die Küche wartet mit spannenden und abwechslungsreichen Dreigangmenüs à  36,90 Euro auf, wie beispielsweise Krustentier-Krapfen auf Ratatouille mit Orangen-Safran-Dip vorweg, gefüllte Maispoularde mit Waldpilzfüllung im Ibericomantel, Risotto mit grünem Spargel und Thymianjus als Hauptgang und Apfel-Crumble mit Vanillesauce & Vanilleeis als Dessert. Gute Hauptgerichte (Wiener Backhendl!) stehen aber auch schon für 15 bis ca. 24 Euro auf der Karte und für um die 20 Euro pro Flasche gibt es schon ein gerüttelt Maß recht anständige Weine. Bedeutenden Wein (Schiefersteil Riesling von Markus Molitor) gibt es für 30,50 Euro. Zum Eigentlichen: Unter dem Lokal befindet sich eine bezaubernd altmodische Doppelkegelbahn sowie ein klassischer Kneipenkicker. Für den höchst moderaten Obolus von 30 Euro pro Stunde können sich hier Gruppen von, sagen wir mal,  8-12 Menschen einmieten und possierliche Stunden verbringen, also beispielsweise 2 x 3 Leute kegeln und vier kickern – der Kicker ist netterweise im Stundenpreis enthalten. Wir waren jedenfalls nicht das letzte Mal zu diesem Behufe hier – beim Freischwimmer passt einfach alles.

Text: Gerd Rindchen

Freischwimmer: Fruchtallee 1 (Eimsbüttel), Telefon 41 45 99 80, Mo-Sa ab 17 Uhr; www.freischwimmer-hamburg.de


Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 

 

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, April 2018. Das Magazin ist seit dem 29. März 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

 

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Rindchen schlemmt – Se7en Oceans

Glückliche Auszeit! Lust auf Sterneküche mit Alsterblick im Se7en Oceans? Mit dem Business Lunch wird sie auch bezahlbar.

Gemeinhin ist es ja nur eine Minorität der Bundesbürger, die je in ihrem Leben ein Sternerestaurant angesteuert hat: Zu groß ist die Befürchtung vor steifer Atmosphäre und horrenden Rechnungen am Ende des Besuches. Abgesehen davon, dass diese Skepsis in vielen Gourmetlokalen längst nicht mehr angebracht ist, gibt es in Hamburg eine ausgesprochen attraktive Möglichkeit, vielleicht zum ers- ten Mal im Leben Sterneluft zu schnuppern: Den Business Lunch im Seven Oceans. Das ist schon mal eine äußerst angenehme, schicke kleine und helle Location, gelegen in der Europapassage, mit majestätischem Panoramablick über Jungfernstieg und Binnenalster. Mittags gibt es eine kleine Lunchkarte mit einer Vorspeise, je einem Fisch- und Fleischgericht und einem Dessert. Das kann man dann als Zwei-, Drei- und Viergangvariante bestellen, wobei mittags zwei Gänge völlig ausreichen. Denn, wie in Sterneläden so üblich, gibt es da schon das volle Programm mit kleinem Amuse- Gueule vorweg, breiter Auswahl leckerster hausgebackener Brote, und einem winzig kleinen Kennenlern-Desserthäppchen hinterher. Bei unserem Besuch kam als Vorspeise eine tadellos bereitete Fjordforelle mit Rote Bete und Preiselbeeren – eine aparte Kombination mit feiner Säure und eleganten, erdigen Aromen. Der Spannendere der beiden Hauptgänge stammte vom edlen Iberico-Schwein: ein ungemein zartes, nussiges Filet und ein aromensattes, von vorzüglicher Sauce begleitetes Schmorstück, flankiert von knackigen Grünkohlblättern und Senfkörnern.

Das war schon eine tolle Art, den samstäglichen Citybummel abzurunden. Und was kostet der ganze Spaß? Für das Zweigang-Menü mit dem gesamten Sterne-Drumherum 33 Euro pro Person, bei drei Gängen 43 Euro. Und da auch die Weinkarte einige wirklich gute, fair kalkulierte Tropfen bereithält, zum Beispiel einen Grünen Veltliner von Bernhard Ott und den sensationellen biodynamischen Sylvaner von Marc Kreydenweiss aus dem Elsass für jeweils um die 30 Europro Buddel, ist man zu zweit mit einer Flasche Wein, einer Flasche Wasser und einem angemessenen Trinkgeld für den überaus freundlichen und aufmerksamen Service mit 120 Euro dabei – viel günstiger wird’s beim guten Italiener um die Ecke auch nicht.

Text: Gerd Rindchen

Business Lunch im Se7en Oceans: Ballindamm 40, Di-Sa 12–15 Uhr; www.se7en-oceans.de


Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 

 

 

 



Februar-Ausgabe SZENE Hamburg

 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, März 2018. Das Magazin ist seit dem 24. Februar 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Rindchen schlemmt – Fischereihafen Hamburg

Der diskrete Charme der Perfektion! Im Fischereihafen Restaurant ist der Besuch immer eine sichere Bank. Und manchmal fühlt man sich sogar wie eine königliche Hoheit.

Wenn internationale Promis der A-Kategorie à la US- Außenminister etc. in Hamburg weilen, kann man sehr erfolgreich darauf wetten, dass sie zumindest einmal zur Aufnahme warmer Nahrung im Fischereihafen-Restaurant einkehren. Der Familie Kowalke ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, den unscheinbaren Rotklinkerbau an der Großen Elbstraße zu einer wahren Kultstätte des Genusses zu entwickeln. Die traditionell gestalteten, auch die reifere Jugend ansprechenden Räumlichkeiten sind mittags wie abends stets gut gefüllt.

Das Geheimnis des Erfolges ist jedoch mitnichten die brillante Öffentlichkeitsarbeit der Inhaber: Vielmehr ist es die bedingungslose Perfektion, was die Auswahl der Zutaten, die Zubereitung und den ausnehmend aufmerksamen Service angeht, die eine Einkehr hier immer zu einer sicheren Bank machen. Dabei kommen sowohl die traditionellen Fischgerichte als auch die euroasiatischen Abschweifungen von Küchenchef Michael Scherer gleichermaßen lecker unter den schweren Silberhauben daher – und das zu, weiterer Erfolgsfaktor, überraschend moderaten Preisen.

So zahlt man für eine klassische, taufrische Scholle Finkenwerder Art mit Speck, Kartoffel- und Gurkensalat auf der Abendkarte gerade 19,50 Euro. Der üppige Reinfelder Karpfen mit frisch geriebenem Meerrettich, Kartoffeln und zerlassener Butter schlägt mit 29,50 Euro zu Buche, ebenso wie das tadellose Pfeffersteak vom Thunfisch mit Wokgemüse und pikantem Glasnudelsalat. Und auch die Sushi- und Sashimi-Qualitäten sind von einer Güte, wie sie sonst allenfalls die besten Japaner der Stadt hinbekommen.

Ein perfektes „Schnupper-Erlebnis“ für Fischereihafen-Novizen ist der ausnehmend attraktive und preisgünstige Mittagstisch: Hier gibt es beispielsweise aktuell ein saftiges Rotbarschfilet mit Rosenkohl-Kartoffelstampf und Senfsauce für 13,50 Euro. Und wenn man dann noch einen der attraktiven Tische mit Panoramablick über die Elbe erwischt hat und wohlgefällig den Blick über die Reeder am Nachbartisch schweifen lässt, fühlt man sich endgültig wie eine königliche Hoheit zum Sozialtarif.

Text: Gerd Rindchen

Fischereihafen Restaurant: Große Elbstraße 143 (Altona-Altstadt), Telefon 38 18 16, So-Mi 11.30–22, Do-Sa 11.30–23 Uhr


Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus der Titelgeschichte von SZENE HAMBURG, Februar 2018. In unserem Magazin finden Sie noch mehr interessante Beiträge über den Stadtteil. Es ist seit dem 26. Januar 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!