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Mit seinem FIDS Open Research Lab schippert der Künstler Claudius Schulze den Sommer über durch den Hamburger Hafen und wirft einen ganz besonderen Blick auf die Vögel dort. Wir haben mit ihm über Haubentaucher, über Artenvielfalt und die Ruhe auf dem Wasser gesprochen – und wie er in seinem spannenden neuen Projekt Naturbeobachtung und Technologie verbindet

Text & Interview: Sabine Danek

SZENE HAMBURG: Claudius, du bist Künstler und Fotograf, befasst dich mit Klimawandel, Artensterben und neuen Technologien. Was hat dich in den Hamburger Hafen verschlagen?

Claudius Schulze: Zwei Drittel aller Vögel, die in Deutschland vorkommen, leben heute in Städten und um zu beobachten, welchen Einfluss der urbane industrielle Raum auf sie hat, ist der Hamburger Hafen ein besonders spannender Ort. Denn durch seine zahlreichen kleinen Habitate und Rückzugsorte leben dort besonders viele Tiere und Tierarten.

Gleichzeitig aber ist der Hafen auch ein Industrie- und Schwerindustrie-Standort von dem jede Menge negativer Umwelteinflüsse ausgehen. Er ist verantwortlich für Licht-, Wasser- und Luftverschmutzung, für Lärm und vieles mehr. Das gegenwärtige massenhafte Artensterben ist noch unverstanden. Klar aber ist, dass veränderte Lebensräume, Licht- und Lärmverschmutzung es beeinflussen.

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Der Künstler und Fotograf Claudius Schulze bringt in seinen Arbeiten Umweltschutz und neue Technologien zusammen (Foto: FIDS Claudius Schulze)

Das ehemalige Atelierschiff an der Eiffestraße

Auch über den Umweltschutz hinaus hast du einen besonderen Bezug zum Wasser. Lange hattest du sogar ein schwimmendes Atelier.

Vom Wasser sieht alles anders aus, ist grüner und schöner und es auch viel ruhiger dort. Einen Winter lang lag mein Atelierschiff an der Eiffestraße wo es durch den Straßenverkehr so laut ist, dass man sich kaum unterhalten kann. Aber geht man nur 50 Meter zum Wasser hinunter ist es so still, dass man sogar Haubentaucher beim Baden beobachten kann. Und das sind wahnsinnig scheue Vogel. Von Anfang an war für mich klar, dass ich das Projekt auf einem Schiff machen werde und nicht auf einem Lastwagen oder etwas anderem Fahrbarem.

Zoë X: Das Forschungsschiff

Wie bist du an die Schlepperbarkasse Zoë X gekommen?

Ich erzähle immer salopp, dass ich sie ungesehen auf Ebay gekauft habe. Und eigentlich stimmt das auch. Ich hatte mir Dutzende Schiffe angeschaut, bei Kapitän Prüsse und anderen maritimen Unternehmen hier. Aber alle haben nicht wirklich gepasst. Und dann hab ich eine Anzeige entdeckt, in der einfach nur „Stahlschiff zu verkaufen“ stand und als ich die Fotos sah, wusste ich sofort, dass es das ist. Das Schiff gehörte einem Stahlunternehmen bei Freiburg und ich habe es sofort gekauft.

Als ich die Fotos sah, wusste ich sofort: Das ist das Schiff. Ich habe es sofort gekauft.“

Claudius Schulze

Was hast du für das Projekt umgebaut?

Wir haben die Zoë X neu lackiert, denn sie ist ja jetzt ein Kunstwerk. Dann haben wir Verstärkungen am Rumpf und die Konstruktion für die Fluginformationstafel angebracht, die begehbaren Solarpanele und dann die ganze Elektronik. Mit unserem mobilen 5G-Netz haben wir wahrscheinlich den schnellsten Internetanschluss Hamburgs. Ein halbes Jahr hat das alles gedauert.

Künstliche Intelligenz

Du arbeitest mit Kameras und Künstlicher Intelligenz, Flugbewegungen werden aufgezeichnet und die KI setzt sie in Wissen um. Was passiert genau?

Das Schiff bemerkt, wenn Vögel in der Nähe sind. Einerseits durch Mikrofone, die lauschen, was in der Umgebung passiert. Sie zeichnen Vogelrufe auf und die KI erkennt, welcher Vogel das ist. Gleichzeitig ist eine hochauflösende Kamera am Bug montiert. Sie registriert, wenn Vögel über das Schiff fliegen und kann auch qualitative Aussagen zu deren Geschwindigkeit treffen, Flugrichtung oder Flügelschlag. Darüber hinaus gibt es zahllose andere Sensoren, die Streulicht, sprich Lichtverschmutzung erkennen, Lärm, Windstärke, Luftdruck und vieles mehr. Alles wird miteinander vernetzt und von einem Textgenerator schließlich in Sätze umgewandelt.

Das Schiff bemerkt, wenn Vögel in der Nähe sind. Einerseits durch Mikrofone, die lauschen, was in der Umgebung passiert.

Claudius Schulze

Was sind das für Sätze?

„Mit steten Flügelschlägen fliegt ein Vogel gen Nordwest“ zum Beispiel, „Lahme Vögel treiben Richtung Nord“ oder „Ein Schwarm Vögel zischt gen Ost“.

Interpretiert es auch?

Es ist kein Orakel, sondern bleibt immer bei den Fakten. Aber stete Flügelschläge sagt ja schon mal aus, dass der Vogel nicht gestresst ist oder gar panisch. Und diese Beobachtungen sind dann für alle auf der Flug-Informationstafel an der Seite des Schiffs zu lesen.

Den Himmel sichtbar machen

Du holst also quasi den Himmel auf die Erde und machst das, was sich über unseren Köpfen abspielt, sichtbar.

Genau, wir geben ihm mithilfe von technischen Werkzeugen einen Ausdruck. Dabei geht es uns aber eher um den Prozess als um das Ergebnis. Und wenn das Schiff jetzt den Sommer über durch Hamburg schippert, werden neue Messfunktionen hinzukommen und somit auch neue Aussagen. Ende Juli wird FIDS beim MS Artville zu Gast sein, um zum Vogelball im August dann sämtliche Daten präsentieren.

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Vom Weg abgekommen? Da der Magnetsinn der Zugvögel, der ihnen ihre Flugrouten weist, im Auge sitzt, beeinträchtigen starke Lichtquellen ihre Orientierung (Foto: Claudius Schulze)

Einige Liegeplätze und Events:
1.–15.7. Traditionsschiffhafen, Sandtorhafen
15.–17.7. Museumshafen Oevelgönne
17.–20.7. Veringkanal, Reiherstieg, Rethe, Wilhelmsburg
20.7.–7.8. Ausstellung „Biosphere X“ im Atelierhaus 23, Am Veringhof 23, Wilhelmsburg
21.7.–7.8. FIDS zu Gast beim MS Artville


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Kunst-Barkasse: „Hanseat“ hat neuen Anstrich bekommen

Die Kunst-Barkasse „Hanseat“ verbindet Alpenpanorama und Wellentreiben in ihrem neuem Gewand

Text: Erik Brandt-Höge

 

Hafenrundfahrten waren zuletzt nicht möglich. Corona hat den beliebten Erkundungsreisen über die Elbe mit Blick auf das Wahrzeichen der Stadt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ein trauriger Blick für alle Hamburger war der auf den Großteil der bunten Barkassen von Barkassen-Meyer im Hafen, die nicht fuhren, wie sie normalerweise fahren. Aber: Bald soll es wieder losgehen.

Um die neue Saison einzuläuten, hat Hubert Neubacher, Chef von Barkassen- Meyer, ein besonderes Projekt in Angriff genommen: einen neuen Anstrich der Kunst-Barkasse „Hanseat“. 2008 erbaut, hatte die Komfort-Barkasse auf allerhand Fahrten bereits Stars à la Danny DeVito und Tina Turner mit an Bord.

 

Wellentreiben

 

Der Künstler Björn Holzweg hatte die „Hanseat“ 2016 erstmals zu einem fahrenden Gemälde gemacht, kürzlich erfolgte eine weitere künstlerische Gestaltung. Ein Alpenpanorama wurde vom Barkassen- Meyer-Inhaber Hubert Neubacher und Künstler Björn Holzweg sowie der Affenfaust Galerie auf der Barkasse verewigt – aus der Ferne wirkend wie ein Wellentreiben auf hoher See.

Neubacher bringt diese Bereicherung für seine Flotte auf den Punkt: „Ich sehe in meinen fünf Kunst-Barkassen eigentlich nur eine konsequente Weiterentwicklung meiner eigenen Liebe zu Kunst, Kultur und Pop. Zudem habe ich persönlich enorm viel Freude daran, meine Flotte so bunt durch den Hafen fahren zusehen.“ Und weiter: „Ich möchte damit ein positives Signal nach außen senden, dass wir optimistisch mit einem ‚neuen‘ Schiff und guter Laune in die Zukunft schauen und dass es irgendwann wieder weitergeht.“

barkassen-meyer.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2021. Das Magazin ist seit dem 29. Mai 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Hamburger Hafen: Wellengänge

Was wäre Hamburg ohne sein „Tor zur Welt“? Aber was heißt das heute noch? Wie geht es dem Hafen? Einige Anmerkungen zu Kultur, Handel und Schifffahrt am Sehnsuchtsort aller Möwen und Wasserratten

Text: Marco Arellano Gomes
Fotos: Jérome Gerull

 

Zum Hamburger Hafen gehört eine Spezies, die jeder Welle entkommen ist, jeder Veränderung getrotzt und alle Zeiten überlebt hat: Nein, nicht die Matrosen, die betrunkenen Vagabunden oder die leichten Mädchen, die ihre Dienstleistungen in der „Freien und Handelsstadt Hamburg“ anbieten. Nein, gemeint ist: die Möwe. Jener prachtvolle, eigenwillige Vogel, dessen „Moin, Moin“-Geplapper schon von Weitem zu hören ist und klarmacht, dass man sich in Elbnähe befindet.

In gewisser Weise ist die gemeine Möwe ein Sinnbild dieser Stadt und ihrer Einwohner: nach außen hin eine weiße Weste, innen gierig, verdorben, lebenshungrig; mit beiden Füßen fest auf dem Boden stehend und doch bereit, jederzeit den Abflug zu machen. Möwen wissen, was sie am Hafen haben. Und auch die Hamburger wissen das. „Hamburg – Das Tor zur Welt“ – jener gebetsmühlenhaft wiederholte und zum Marketing-Slogan verkommene Ausspruch, prägte über einen langen Zeitraum das Selbstverständnis der Hansestadt. Aber gilt das noch? Ist der Hafen noch immer Ausgangs- und Anziehungspunkt der Stadt? Oder entwickelt er sich zu einer rein touristischen Kulisse? Ein Gang durch den Hafen ist für jeden Hamburger ein obligatorisches Ereignis, den Blick auf das funkelnde Wasser gerichtet, von besseren Tagen träumend.

 

Hafen-Kultur

 

Der Hafen hat eine unnachahmliche Wirkung und Bedeutung. Dessen ist sich auch Ellen Blumenstein bewusst, die sich 2017 dazu entschloss, eine schwierige Aufgabe anzunehmen: Mehr Kultur in die Hafen-City zu bringen. Die Kuratorin der stadteigenen HafenCity Hamburg GmbH fing furios an. Ihre erste Amtshandlung: Sie verpasste Hamburgs Hafenkulisse im November 2018 einen überdimensionalen Smiley, bestehend aus Neonröhren, in acht Meter Höhe auf der Kibbelstegbrücke.

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Foto: Tim Hufer via Unsplash

Das Besondere: Der Smiley gab die Stimmung der Passanten in Echtzeit wieder. Mal lachte der Smiley, mal verzog er das Gesicht. Es war der Auftakt einer Projektreihe, die Blumenstein „Imagine the City“ taufte und zum Ziel hat, Hamburgs jüngstem Stadtteil Kunst und Kultur näherzubringen – jenseits der Elphi, versteht sich.

Blumenstein möchte eine Auseinandersetzung mit dem Ort. Welche Rolle spielt der Mensch in diesem von Architektur, Freiräumen und Wasser geprägten neuen Stadtteil? Welche Bedeutung hat die HafenCity als historischer und zugleich moderner Teil des Hafens? Das will Blumenstein gemeinsam mit Einwohnern und Besuchern herausfinden, mittels des Unvorhergesehenen, des Ungeplanten, des Überraschenden. Der Smiley war erst der Anfang. Nun geht Blumenstein mit dem Projekt „THE GATE“ einen Schritt weiter und konfrontiert die Stadt mit der Frage, ob Hamburg überhaupt noch das „Tor zur Welt“ ist. Einwohner und Besucher haben die Möglichkeit, dies kreativ und pandemiekonform herauszufinden. „Kunst soll irritieren, aus dem Alltagstrott herausholen, neue Perspektiven aufzeigen und Sichtweisen einen Raum geben, die keine Lobby haben“, sagt Blumenstein der HafenCity Zeitung im April.

 

Hafen-Ökonomie

 

Apropos Lobby: Der Hafen ist noch immer ein großer wirtschaftlicher Faktor. 156.000 Arbeitsplätze sind hier angesiedelt. Der Containerumschlag stagniert zwar seit ein paar Jahren, aber auf hohem Niveau. Waren es 2019 noch 9,3 Millionen Standardcontainer (TEU), waren es im Coronajahr 2020 allerdings nur noch 8,5 Millionen. Ein Rückgang um 11,1 Prozent. Der niedrigste Wert seit 2010 (7,9 Millionen TEU). Umso verwunderlicher, dass die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) den Konzernumsatz auf 348,7 Millionen Euro (+ 3,9 Prozent) und das operative Konzernergebnis auf 46,3 Millionen Euro (+ 26,4 Prozent) erhöhen konnte, während EUROGATE Verluste verzeichnete. Experten warnen, dass Hamburg im internationalen Vergleich weiter zurückfallen könnte – trotz Elbvertiefung, die nach knapp 17 Jahren Vorlaufzeit umgesetzt wird, sodass riesige 400 Meter lange Frachter mit 20.000 Containern die Elbe passieren können.

 

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Hafenrundfahrten mit Barkassen und Fähren sind wieder möglich (Foto: Jérome Gerull)

 

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann sprach im Mai nach Verkündung der „Fahrrinnenanpassung“ von einem „guten Tag für den Hamburger Hafen, einen guten Tag für die deutsche Wirtschaft und last but not least einen guten Tag für die Umwelt“. Das ist mal eine Aussage. Die niederländischen Häfen Rotterdam und Antwerpen hängen Hamburg dennoch ab, sie vermarkten sich besser und seien für die Reedereien günstiger, erklärt unter anderem Jan Ninnemann, Logistik-Professor an der HSBA, in einem Interview mit der „Zeit“ vom Februar 2020. „Vielen Reedern ist der Hafen zu teuer und zu kompliziert“, fasst er darin die Lage zusammen.

Nur Reedereien freuen sich über volle Auftragsbücher. Die Nachfrage nach Containertransporten ist weltweit gestiegen, der Spritpreis gesunken. Allein Hapag- Lloyd verkündete einen Gewinn von 1,3 Milliarden Euro.

 

Hafen-Touren

 

Wer den Containerterminals nahekommen möchte, sollte eine Hafenrundfahrt in Erwägung ziehen oder alternativ eine Fahrt mit einer der HADAG-Fähren. Acht Linien verbinden die Landungsbrücken mit Neuhof (Linie 61), Finkenwerder (62), Teufelsbrück (64), Airbus-Anleger (68), Arningstraße (72), Ernst-August-Schleuse (73), Steinwerder (75) sowie Blankenese/ Cranz (HBEL). Fast zehn Millionen Fahrgäste werden von der HADAG pro Jahr transportiert. 26 Fähren sind hierzu im Einsatz. „Die HADAG ist ein klassisches ÖPNV-Unternehmen und zugleich wichtig für den Tourismus“, erklärt Vorstand Tobias Haack.

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Foto: HADAG

Seit drei Jahren leitet der studierte Schiffsbauingenieur aus dem Ruhrpott das Traditionsunternehmen. In Hamburg hatte er einst promoviert, dann zehn Jahre in Flensburg gearbeitet, unter anderem für die „Förde Reederei“. 2018 zog es ihn – nach einem Zwischenstopp in Seattle – nach Hamburg, zur HADAG. „Die Fähren haben eine immense Bedeutung. Jeder Hamburger kennt sie, ist das eine oder andere Mal schon damit gefahren.“

Die Linie 62 gilt als alternative Hafenrundfahrt für jene, die sich das Geplapper und ein paar Euro sparen wollen. Wer eine gültige HVV-Karte besitzt, darf ohne Aufschlag mitfahren. Auch die HADAG hatte im vergangenen Jahr Einbußen. Das Fahrgastaufkommen ging um etwa 40 Prozent zurück. Dennoch gab es „keine Kurzarbeit, keine Entlassungen, keine Covid-19-Infektionen“, sagt Haack, nicht ohne Stolz. Als Teil des öffentlichen Personennahverkehrs fuhren die Fähren weiter – mit allen Linien, volles Programm. Haack ist optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass die Situation sich in diesem Sommer wieder bessert und die Zahlen sich normalisieren.“ Vor Kurzem besuchte er den Eröffnungsgottesdienst des Hafengeburtstags im Michel. Die Stimmung war betrübt, aber nicht frei von Hoffnung. Haack findet es gut, dass der Hafengeburtstag digital stattfand, „aber den Hafen muss man schon sehen, hören, riechen und schmecken“. Am besten natürlich auf einer Fähre oder bei einer klassischen Hafenrundfahrt. Was sonst? Schließlich war es das 1888 gegründete Traditionsunternehmen, dass die klassische Hafenrundfahrt erfand. 1921, vor genau 100 Jahren, fuhr die erste Barkasse von den Landungsbrücken ab. In diesem Jahr sollte eigentlich die große Jubiläumsfeier stattfinden. Wann es mit der Hafenrundfahrt nun wieder losgeht, weiß auch Herr Haack noch nicht: „Das ist alles im Fluss.“

Es ist die wohl einzig wahre Prognose, die man auch für die Entwicklung des Hafens abgeben kann. An der Brücke 10 schnappt sich eine Möwe einige Zwiebelringe, die zuvor von einem Fischbrötchen gefallen sind. Sie schaut sich kurz um, eine Fähre legt mit Schwung ab, schippert vorbei, eine Welle klatscht gegen die Hafenkante, eine zweite, eine dritte. Die Möwe nimmt zwei, drei Schritte Anlauf und fliegt davon. Möwe müsste man sein.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2021. Das Magazin ist seit dem 29. Mai 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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