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Johannes: „Ich spiele nicht durch, was in der Zukunft passiert”

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Johannes begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„In gewisser Weise ist das Leben in Episoden eingeteilt. Ich habe so ein paar Stationen durchlaufen, die grundverschieden waren, daher fühlt sich das für mich teilweise so an. Ich bin in Wiesbaden geboren, aber habe die meiste Zeit in Köln gelebt, meine Eltern sind dann irgendwann nach Münster gezogen, ich habe meinen Bachelor in Textil- und Bekleidungsmanagement gemacht, bin dann 2009 für den BWL-Master nach Hamburg gekommen, war eine Zeit in Kopenhagen, dann in Bayern. Inzwischen arbeite ich als Webentwickler. Und alles hat so seine Vor- und Nachteile. Missen möchte ich nichts davon. Und wer weiß, vielleicht ist die nächste Episode eine Familie zu gründen.

Aber so konkret spiele ich das gar nicht durch, was in der Zukunft passiert. Ich bin Quereinsteiger, daher versuche ich mich gerade im Job zu festigen, Corona endlich mal hinter mich zu bringen und was danach ansteht, wird man sehen. Heute Abend gibt’s erst mal was Leckeres zu essen. Aber nicht mal dafür habe ich wirklich einen Plan im Kopf. Gestern gab’s Spargel, vielleicht geht das heute noch mal in die Richtung. Mal sehen.

 

„Dann hält das Glück auch länger an“

 

Du kannst eh wenig erzwingen und solltest dir eine gewisse Leichtigkeit beibehalten, auch mal spontan entscheiden. Das heißt nicht, dass man nicht auch mal reflektieren sollte, um zu schauen, was man in der Vergangenheit hätte anders machen können. Das geht dann schon in Richtung Selbstoptimierung. Ist ja auch ein angesagtes Thema.

Einen Selbstoptimierungstipp habe ich sogar: Koch dir heute Abend mal was Leckeres! Was das ausmacht, unterschätzen viele Leute. Ganz ehrlich: Man kann beim Kochen so vieles rausholen. Ich war heute wieder den ganzen Tag mit dem Kopf zugange und beim Kochen kannst du dich ausleben, du kannst es teilen und am Ende tust du dir selbst auch noch was Gutes. Ich finde das eine feine Sache. Ah, und noch einen Tipp: Iss nicht so schnell, dann hält das Glück auch länger an.“


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Kochbuch-Tipp: „Meine Aromenküche“ von Ali Güngörmüs

Sterne- und TV-Koch Ali Güngörmüs verrät in seinem Buch „Meine Aromenküche“, welche Zutaten sich gut verstehen – und wie jeder auch zuhause Gourmet-Gerichte kocht

Text: Laura Lück

Ali_Güngörmüs_Meine_Aromenküche_Cover

„Meine Aromenküche“ von Ali Güngörmüs ist erhältlich beim Dorling Kindersley Verlag

Manchmal braucht es nur eine Zutat, um gewöhnliche Speisen in besondere zu verwandeln. Ein kleines bisschen Sauerampfer in der Avocadocreme zum Beispiel. Man muss nur drauf kommen – oder nachschlagen. In Ali Güngörmüs‘ Kochbuch „Meine Aromenküche“ zum Beispiel. Das zeigt auf zugängliche Weise, welche Kräuter, Gewürze, Früchte und Käsesorten wie schmecken, auf welche Art man sie kombiniert und wie sie ein Gericht auf einfache Weise perfektionieren.

Seine Theorie findet außerdem Anwendung in 100 Rezepten. Von simpel bis anspruchsvoll orientieren sie sich alle an der gehobenen mediterranen Küche mit orientalischem Einschlag. Genau wie das Lunch-Menü, das der Fernsehkoch, der dem Hamburger Restuarant Le Canard Nouveau einst den Stern bescherte, heute in seinem Restaurant Pageou serviert.

Gehobene Küche für zuhause

 

So entstehen Leckerbissen wie gefüllte Zucchini mit Bulgur, Feta und Vadouvan-Zwiebel-Confit oder auf der Haut gebratener Wolfsbarsch mit Auberginenkompott. Heimische Kräuter, edle Gewürze und exotische Zutaten werden dabei gezielt eingesetzt und geben den Rezepten das gewisse Etwas, ohne die Gerichte zu überfrachten. Ein Muss für Hobbyköche mit Vorliebe für orientalische Aromen!

Das folgende Gericht aus Alis Aromenküche ist eine super Variante für Spargel. Die Aromen von Burrata und Serrano kombiniert er gern miteinander. Gerade der hohe Fettanteil von Burrata harmoniert nämlich bestens mit dem mageren Spargel.

 

Aromatischer Gemüse-Spargel-Salat

 

Spargel_Ali_Güngörmüs (c) Sandra Eckhard

Foto: Sandra Eckhard

  • Zutaten für vier Personen:
  • 1 grüne Zucchini
  • 8 Stangen weißer Spargel
  • Spargelkochfond
  • 2 rote Paprikaschoten
  • 1 Knoblauchknolle
  • Einige Zweige Rosmarin und Thymian
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz
  • 30 g Taggiasca-Oliven, entsteint
  • 4 EL Balsamico-Vinaigrette
  • Pfeffer
  • 10 Basilikumblättchen, fein gehackt
  • 2 Kugeln Burrata
  • 30 g Pinienkerne, geröstet
  • 8 hauchdünn geschnittene Scheiben Serrano

Die Zucchini waschen, längs vierteln und mit einem Messer die Kerne und das weiche Innere herausschneiden. Die Viertel mithilfe eines Sparschälers in lange Streifen schneiden. Den Spargel schälen, holzige Enden abschneiden. In etwa drei Minuten im Spargelfond bissfest kochen. Die Stangen aus dem Wasser nehmen, abkühlen lassen und dann schräg in ca. 1 cm lange Stücke schneiden.

Den Backofen auf 220°C vorheizen, falls möglich die Grillfunktion zuschalten. Die Paprika vierteln und vom Kerngehäuse befreien. Die Knoblauchzehen ungeschält andrücken und mit Rosmarin und Thymian auf ein Backblech legen. Die Paprikastücke mit der Haut nach oben darüber verteilen, mit dem Olivenöl benetzen und salzen.

Die Paprikastücke im Ofen richtig dunkel werden lassen. Ist die gesamte Haut schwarz, die Paprika in eine Frischhaltedose geben und diese mit dem Deckel verschließen. So lässt sich die Haut später besonders gut abziehen. Nach 10 Minuten aus der Dose nehmen und die Haut abziehen. Die Paprika in längliche Streifen schneiden und mit den Oliven, dem Spargel und der Zucchini mischen.

Den Salat mit der Vinaigrette marinieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Basilikum dazugeben. Den Gemüse-Spargel-Salat locker auf Tellern anrichten. Den Burrata mit den Fingern in kleine Stücke zerreißen und darauf verteilen. Ebenso die gerösteten Pinienkerne draufgeben und mit dem Serranoschinken servieren.

Tipp: Ein pochiertes oder gebratenes Ei rundet das Gericht perfekt ab


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