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Kultur auf der Straße: STAMP ist zurück

STAMP ist wieder da. Das Internationale Festival der Straßenkünste feiert vom 17. bis 19. September 2021 seine zehnte Ausgabe

Text: Felix Willeke

 

Vom 17. bis 19. September 2021 geht es wieder rund auf Altonas Straßen. Mit STAMP kehrt das Internationale Festival der Straßenkünste zu seiner zehnten Ausgabe zurück. Zum Abschluss der altonale liegt ein Schwerpunkt des Festivals auf dem EU-Projekt Liberty für Künstler:innen zwischen 18 und 30 Jahren. Das Projekt ist dabei der Rahmen für verschiedenste internationale Künstler:innen wie die Libertikons. Sie zeigen ihre eigene Definition des Freiheitsbegriffs in Foto und Video. Dafür gibt es über das ganze Wochenende hinweg Projektionen 360° Projektionen auf aufblasbaren Kugeln im Park rund um den Platz der Republik.

Danube´s Banks, live immer ein Erlebnis; Foto: Konstanze Habermann

Danube´s Banks, live immer ein Erlebnis; Foto: Konstanze Habermann

 

Danube´s Banks und viel mehr Theater

 

Eines der großen Highlights bei STAMP 2021 ist sicherlich das Auftaktkonzert. Am Freitagabend um 20.30 Uhr geben sich Danube´s Banks die Ehre. Dann darf vor und auf der Bühne am Festivalzentrum getanzt werden. Doch STAMP wäre natürlich nichts ohne sein Theater im öffentlichen Raum. In diesem Jahr sind hierfür Claudia Janke mit ihrer Performance Wavelength Europe, der Seiltänzer Oliver Zimmermann oder der Spanier Pere Hosta mit seinem Programm Sinopsi zu Gast.

Pere Hosta geht mit seiner Tür auf Reisen; Foto: atonale

Pere Hosta geht mit seiner Tür auf Reisen; Foto: atonale

 

Die Nacht der jungen Lyrik

 

Am Sonntagabend wartet dann noch eine Premiere auf die Besucherinnen: Die Nacht der jungen Lyrik. Bei diesem Wettbewerb treten junge Lyriker:innen in die Fußstapfen von Wolf Biermann und anderen bekannten Dichter:innen aus Ottensen. Lyriker:innen bis 30 Jahre konnten sich mit Gedichten zum Thema „Nähe“ für die Nacht der jungen Lyrik bewerben. Eine Jury zeichnet die Gewinner:innen noch am Abend mit Preisen von insgesamt 3.000 Euro aus.

 

altonale.de/stamp-festival


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2021. Das Magazin ist seit dem 28. August 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Die altonale 2021: klein, kompakt und vielfältig

Vom 2. bis 19. September 2021 geht es in Altona um „Systemrelevanz“, so das Motto der altonale 2021

Text: Felix Willeke

 

Vielfältig wie immer, aber dank Corona auch etwas kompakter als gewohnt, das soll sie sein, die Altonale 2021. Unter dem Motto „Systemrelevanz“ gibt es bei dem Festival vom 2. bis 19. September 2021 wieder ein breites Programm. Die Konzentration liegt dabei auf den drei Wochenenden im September:

Emersound sorgt für die Musik bei der Eröffnung der Altonale 2021; Foto: altonale

Emersound sorgt für die Musik bei der Eröffnung der Altonale 2021; Foto: altonale

Am 4. und 5.9. gibt es die Infomeile, am 11. und 12.9. folgt der altonale kunstmarkt und am Abschlusswochenende (17. bis 19. 9.) gibt es dann wieder STAMP – das internationale Festival der Straßenkünste. Los geht es am 2. September mit Illuminationen der Berliner Lichtdesigner Nulight und Musik von Emersound rund um das Festivalzentrum am Altonaer Museum.

 

Systemerelevanz im Fokus

 

Im Verlauf der drei Wochen lädt auch altonale salon seine Besucher wieder zur Auseinandersetzung mit dem Festivalthema ein. Am 11.9. um 15 Uhr gibt es dazu im Altonaer Museum eine Podiumsdiskussion und Gespräche, gefolgt von Kurzfilmen. Neben der kunst altonale im Altonaer Museum spielen auch Literatur und Theater wieder eine Rolle: Gemeinsam mit dem Thalia Theater in der Gaußstraße bringt das Festival beispielsweise zum achten Mal das Format book.beat auf die Bühne (10.9. um 20 Uhr).

Jenobi sorgen für den Beat bei book.beat; Foto: By the sea Photography

Jenobi sorgen für den Beat bei book.beat; Foto: By the sea Photography

Auch die kleine Kunst ist wieder im ganzen Stadtteil zu sehen, bei „Altona macht auf!“ öffnen sich überall die „Sehnsuchtsfenster & Balkontheater“ und feiern unter dem Motto „Gib Altona Dein Gesicht!“ ihren 10. Geburtstag.

 

STAMP ist zurück

 

Zum Abschluss des dreiwöchigen Kulturmarathons dann also STAMP: im Park am Platz der Republik und in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt auf dem EU-Projekt LIBERTY, das sich an junge Künstler zwischen 18 und 30 Jahren richtet. Für alle Veranstaltungen der altonale 2021 – außer für die STAMP-Veranstaltungen – ist eine Anmeldung notwendig. Also egal, ob Literatur, Kunst, Musik, Performance oder Theater, im September führen (fast) alle Wege nach Altona.

altonale.de


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altonale20 – Die XXL-Interaktion

Das Hamburger Kulturfestival wird 20 und hat zum runden Geburtstag ein neues Motto ausgerufen: „Grenzen“.

Ganze 17 Tage, mehr als 2.000 Künstler, über 200 Veranstaltungen: Die altonale, Hamburgs Kulturfestival der besonderen Art, hat in seiner 20. Ausgabe ein erwartungsgemäß pickepackevolles Programm. Und das, ohne einen Eintritt festzuschreiben. „Pay what you want“, so der Festivalslogan, oder auch: „Mach es möglich – zahle deinen Beitrag und unterstütze Kunst und Kultur nachhaltig“. Gemeint ist, dass Besucher genau das beisteuern sollen, was sie für angemessen halten. Ein roter Vogel mit Hut wird altonale-Gästen in Verbindung mit Bezahlstationen bei den Veranstaltungen begegnen. Diese Art von Wertschätzung für das Erlebte ist freilich wichtig für die Finanzierung des Ganzen. Denn nicht mehr als zwölf Prozent des Gesamtetats von 900.000 Euro werden aus öffentlichen Geldern gefördert. Immer wieder müssen Sponsoren und Unterstützer gefunden werden, um die altonale möglich zu machen.

Dancing Dabke

Die ersten vier altonale-Tage werden begleitet von STAMP, dem internationalen Festival der Straßenkünste, das in diesem Jahr eine spezielle Einlage plant: eine Choreografie für alle. Das Ziel von STAMP ist es, die vielfältige Gesellschaft darzustellen und die unterschiedlichen Stimmen zu einem Dialog zu verbinden. Das soll gelingen, in dem alle, Festivalmacher und – Besucher, gemeinsam den sogenannten Dabke tanzen, einen Tanz aus Ländern des Nahen Ostens, dessen Schrittfolge gelernt (siehe Video) und auf die Paradenstrecke zwischen Bruno-Tesch-Platz und Platz der Republik gebracht ist (Start: 3.6., 15 Uhr). Entwickelt wurde dieses STAMP-Schmankerl in Zusammenarbeit mit HausDrei von den Choreografen Rica Blunck und Patricia Carolin Mai. Die syrische Band Syriab wird zum Abschluss des Dabke-Spektakels im Park dazukommen und den passenden Soundtrack liefern, nämlichen einen Mix aus klassischer und orientalischer Musik.

Top-Location: Krankenhaus

Allgemein ist die altonale an Facettenreichtum erneut kaum zu überbieten, hat Kultur und Kulinarik ebenso im Programm wie Sport- und Informationsveranstaltungen. Spannend sind auch die ausgewählten altonale-Spielorte. Nicht selten überraschen die Macher mit ungewöhnlichen Locations und führen das Publikum an Plätze, die es womöglich niemals mit einem Unterhaltungsfestival in Verbindung gebracht hätte. Bestes Beispiel: die Asklepios Klinik Altona (5.- 12.6.). Nachdem die altonale-Kulturreihe „(Not) At Home“ im vergangenen Jahr in den leeren Hallen des einstigen OBI-Baumarktes von Altona-Bahrenfeld aufgeschlagen ist, geht es jetzt ins Krankenhaus. Malerei, textile Installation, Videokunst, Fotografie – das alles wird hier, in dem alten Klotz an der A7, zu sehen sein. Das größentechnische Gegenteil ist die temporäre Kunstaktion Wortfindungsamt. Auch hier geht es vor allem um Interaktion. In einem pinkfarbenen Bauwagen wird ein Amt eingerichtet, in dem jeder ein für sich oder sein Umfeld bedeutsames Wort einreichen kann. Genehmigte Wörter können später in Form von Schildern wieder abgeholt und im Stadtbereich aufgehängt sowie für die Wortfindungsamt-Website fotografiert werden. Ziel: das Sensibilisieren des Blickes für den alltäglichen Lebensraum.

Auf diese und viele andere Arten schafft es die altonale, ihr derzeitiges Motto in die Tat umzusetzen, ja es sogar ein Stückweit verschwinden zu lassen. Denn „Grenzen“ werden in diesen 17 Tagen nicht gezogen, sondern gesprengt.

Text: Erik Brandt-Höge
Beitragsfoto: Hannes Windrath

1.-17.6.2018; www.altonale.de


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!