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Serie: Start-up! Betriebliches chillmahl

In Hamburg sind die Foodies in Sachen Start-up auf dem Vormarsch. Wir stellen euch einige vor.

Name: chillmahl UG (haftungsbeschränkt)

Alter: 23 Monate

Inhaber: Dirk Hannemann (35), Alexander Hellmig (34), Robert Pietruck (31) (Foto oben)

Branche: Food

Stage: eigenfinanziert

chillmahl

Alexander Hellmig rät: Verliert euch nicht im Detail

Unsere erste Idee war

Hochwertiges Essen für Unternehmen anzubieten.

Wir dachten, wir können das, weil

Wir Lust hatten, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Und mit unserer Erfahrung aus dem Bereich BWL, Marketing und Kreation waren wir die perfekte Kombi.

chillmahl

Dritter im chillmahl-Bunde: Dirk Hannemann

Unser bisher größter Erfolg war

Der Gewinn des eathealthy Awards in der Kategorie „Special Award Startup“ im November 2016. Das war die erste große Bestätigung für unser Konzept und natürlich das Vertrauen unseres ersten Kunden in unsere Idee.

Unser größter Fehler

Wir haben uns in gewissen Bereichen zu sehr abhängig von einzelnen Personen gemacht.

Das nächste Ziel ist

Unser Konzept in Hamburg so weit auszubauen, dass wir in anderen Städte in Deutschland Teams aufbauen können.

Kleiner Tipp an alle, die ein Start-Up entwickeln wollen

Nicht in Details verlieren. Entwickelt ein solides Grundkonzept, auf dem man aufbauen kann. Recherchiert und beobachtet den Markt und seid schnell. Es kommt eh vieles anders, als man plant.

Mehr Inspirationen und Hamburger Start-ups findet ihr hier


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Serie: Start-up! puro ice pops – Eis am Stil

In Hamburg sind die Foodies in Sachen Start-up auf dem Vormarsch. Wir stellen euch einige vor.

Protokoll: Erik Brandt-Höge

Name: puro ice pops GmbH

Alter: 2 Jahre

Inhaber: Gerrit Jakobs (38), Stefan Kramer (36)

Branche: Gastronomie, Eis am Stiel

Stage: Start-Up

Unsere erste Idee

Eis am Stiel für den Firmenkundenbereich zu machen, also eine individuelle Verpackung, eigene Geschmacksrichtung, Stielbranding, etc. – aber dann wären so viele Menschen nicht in Kontakt mit diesem leckeren Eis am Stiel gekommen und das konnten wir nicht verantworten. Deshalb wurde das Konzept angepasst und um den Aufbau einer eigenen Marke erweitert, die auch auf Märkten und im LEH vertrieben werden kann

Wir dachten, wir können das, weil…

…wir ein tolles Produkt haben und die nötige Begeisterungsfähigkeit, um andere von unserer Idee zu überzeugen. Zudem waren wir in den Bereichen Marketing, Vertrieb und PR nicht schlecht aufgestellt.

Stilecht punkten. Mit Eis am Stil

Unser bisher größter Erfolg 

Der furiose Start, der uns gemeinsam mit „die kleine konditorei“ gelungen ist. Mit dem ersten Franzbrötchen-Eis am Stiel der Welt waren wir 2015 in allen Medien, Die Kooperation mit der Elbphilharmonie, die demnächst starten wird, kann dies noch einmal toppen. Wir produzieren gerade das erste Eis am Stiel in Form eines Wahrzeichens.

Unser größter Fehler 

Uns nicht noch früher mit dem Thema Finanzierung befasst zu haben. Gerade der Kapitalbedarf für ein schnelles Wachstum war uns zu Beginn nicht bewusst.

Das nächste Ziel ist…

Dass in näherer Zukunft jeder in Deutschland die Möglichkeit erhalten sollte, puro ice pops kaufen zu können, dazu sprechen wir seit einiger Zeit intensiv mit verschiedenen Partnern. Der erste Schritt ist die flächendeckende Listung im LEH, im Biofachhandel und im Feinkosthandel in Norddeutschland und danach in Berlin. Dazu werden wir weiterhin an großen Festivals, Streetfood Events, Konzerten, usw. teilnehmen, um den Menschen unsere Sortenvielfalt und speziell auch unsere alkoholischen Sorten zu zeigen.

Kleiner Tipp an alle, die ein Start-Up entwickeln wollen

Einfach machen! Nicht Ewigkeiten in der Planung verweilen, um diese am Ende wahrscheinlich zu verwerfen. Wenn Ihr überzeugt seid von der Idee, ein unabhängiges positives Feedback bekommt, geht raus und startet!

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Serie: Start-up! leev Apfelsaft

In Hamburg sind die Foodies in Sachen Start-up auf dem Vormarsch. Wir stellen euch einige vor.

Protokoll: Erik Brandt-Höge

Wir wollen den Apfelsaft für die Menschen wieder zum Erlebnis machen!

Name: leev

Alter: 2,5 Jahre

Inhaber: Natalie Richter (32, Geschäftsführerin), Joachim Holst (56), Benjamin Beck (30)

Branche: Apfelsäfte

Stage: Expansion

Leev

Natalie Richter glaubt an den Apfel. Foto: Roman Dachsel

Unsere erste Idee war

Wie wollen den Apfelsaft für die Menschen wieder zum Erlebnis machen! Das schaffen wir, indem wir beste Altländer Äpfel Sorte für Sorte getrennt mosten, so dass verschiedenste Geschmacksrichtungen von Boskoop, Elstar und Holsteiner Cox entstehen. Ganz neu ist jetzt auch die leev Hoppe: Herber Apfel mit Craft Beer Hopfen und Sprudel, natürlich alkoholfrei. Unsere Botschaft: In der heimischen Natur gibt es so viel Leckeres zu entdecken, wenn man sich nur mal mit Liebe mit ihr beschäftigt. Deshalb heißen wir übrigens auch leev: Das bedeutet Liebe auf Plattdeutsch.

Wir dachten, wir können das

Joachim ist ein waschechter Altländer, der seit vielen Jahren in seiner kleinen Mosterei Äpfel aus der Umgebung presst. Natalie und Benjamin kommen von der anderen Seite der Elbe: Die beiden haben in Hamburger Werbeagenturen gelernt, wie man gute Produkte auch gut verkauft. Zu dritt sind wir der perfekte Saftladen.

Unser bisher größter Erfolg war

Mit der leev Hoppe haben wir eine absolute Innovation aus zwei urdeutschen Zutaten geschaffen: Apfel plus Hopfen – darauf ist noch keiner gekommen. Die Resonanzen sind gigantisch und nach nur drei Monaten ist die leev Hoppe zu unserem stärksten Produkt geworden.

Unser größter Fehler

Zu lange darauf zu warten, dass die Welt auf uns wartet. Tue Gutes und rede darüber! Inzwischen haben wir uns vertrieblich fit gemacht und rennen jeden Tag in Gastronomie und Einzelhandel offene Türen ein.

Das nächste Ziel

Die leev Hoppe zu DEM Hamburger Sommergetränk 2017 zu machen.

Kleiner Tipp an alle, die ein Start-Up entwickeln wollen

Habt keine Angst! Es geht sowieso immer etwas schief, aber aus jedem Fehler lernt ihr. Jeder, der sich traut etwas Neues anzupacken wird am Ende durch eine steile Lernkurve und viele gemeisterte Herausforderungen wachsen. Das ist der schönste Lohn für alle Mühen.

Foto: Roman Dachsel

leev

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Serie: Start-up! Gescheitert – der „ABC Magazin“-Laden

Finanziert und doch gescheitert. Unsere Autorin Sara Lisa Schäubli hat sich einen Traum verwirklicht. Und kennt die Freuden und Leiden während der Kampagne

Wenn ich ganz ehrlich bin, hatte ich keinen blassen Schimmer, auf was ich mich da einlasse mit einer Crowdfunding-Kampagne. Ich hatte schon ab und zu ein Projekt unterstützt, war mir bewusst, dass dies eine Finanzierungsmöglichkeit ist, die gerade sehr im Trend ist. Abgesehen davon: nüscht.

Im Oktober und November 2016 habe ich in der Weidenallee einen Pop-up-Laden für unabhängige Printmagazine gemacht. Der „ABC Magazin“-Laden war gleichzeitig Lesezimmer und Eventlocation.

Ich wollte einerseits einen realen Ort für Indie-Magazine erschaffen, aber auch zum Verweilen und Austauschen einladen.
Für die Finanzierung via Crowdfunding habe ich mich entschieden, weil es mir wichtig war, nicht allein mit dem Projekt dazustehen. Nicht nur finanziell, sondern auch emotional habe ich das Projekt zusammen mit anderen gestemmt. Selbstverständlich hatte ich das Funding-Ziel von 9.000 Euro nicht einfach so auf dem Konto rumliegen.

Wie funktioniert Crowdfunding?

Die große Überraschung für mich war, dass eine Crowdfunding-Kampagne Unmengen an Zeit verschlingt und minutiös geplant sein will. Der Crowdfunding-Club von Nordstarter hat mir als erste Orientierung sehr geholfen. In den drei Stunden hatte ich einige Aha-Momente und das Beste: Ich konnte meine Projektidee vorstellen und Feedback einholen.
Die Kampagne selber gleicht einer einzigen Achterbahnfahrt aus Schweißausbrüchen, Hyperventilieren und Jauchzen. Höchster Punkt: Als ich eines Morgens den Computer anschmiss und über Nacht 1.000 Euro reingekommen waren. Der Unterstützer wollte anonym bleiben, aber: Ich kannte die Person nicht.

Dieses Gefühl, dass deine Idee einem wildfremden Menschen 1.000 Euro wert ist, ist unvergleichlich.

Die Höhe deines Funding-Ziels hängt also untrennbar von deiner Reichweite ab: Erreichst du viele Leute, kriegst du mehr Geld zusammen. Wichtig ist auch die Info, dass jeder Starter sein Projekt mit 30 Prozent Eigenkapital unterstützen darf, was ich auch gemacht habe. Selbstverständlich wollte ich das von mir gestartete Projekt auch unterstützen!

Fantasie vs. Realität

Crowdfunding und die Phase, in der ich mir in den schönsten Farben ausmalte, wie es sein wird, einen eigenen Laden zu haben, hatten dann aber nicht ansatzweise etwas mit der Realität zu tun. Bis zum Tag der Eröffnung hatte ich ein romantisches Bild davon, einen Laden zu haben. Am 4. Oktober, dem ersten regulären Tag, saß ich dann aber die meiste Zeit allein in der Leseecke. In acht Stunden verkaufte ich fünf Magazine. Es gab in den nächsten zwei Monaten viele Tage wie diesen. Es gab sogar Tage, an denen ich den Laden aufschloss, acht Stunden allein rumsaß und wieder zuschloss. Am Ende einer dieser Tage wurde mir klar:

Nur weil du es geschafft hast, einen Laden aus dem Boden zu stampfen, heißt das nicht, dass der Laden auch läuft.

Schlussendlich hat mich das Projekt „ABC Magazin“-Laden sechs Monate meines Lebens beschäftigt. Ich habe zusammen mit vielen lieben Menschen ein Pitchvideo gedreht, eine Kampagne gefahren, ein Logo entworfen, Flugblätter gedruckt und selbige mit dem Fahrrad verteilt, Pressemitteilungen verschickt und dabei ein paar graue Haare gekriegt.

Das Projekt sehe ich trotz erfolgreicher Finanzierung als gescheitert an

Unabhängige Printmagazine zu verkaufen ist sehr selbstreferenziell. Schlussendlich interessieren sich nämlich vor allem Journalisten, Fotografen und Illustratoren dafür – und die haben bekanntlich keine Kohle.
Ich habe zwar durch das Crowdfunding den Laden nicht allein finanziert, ihn danach aber de facto allein geführt. Für mich war das eine viel zu große Arbeitslast. Mir haben eine Geschäftspartnerin oder -partner gefehlt, mit der oder dem ich alles teilen kann. Die oder der auch mal sagt: „Sara Lisa, das ist Mist.“ Oder: „Genau so machen wir das!“
Die letzte Person, welche mein Projekt unterstützte, war ein Journalist von Freischreiber, dem Verband freier Journalisten. Das ist ein schönes Sinnbild für meinen weiteren Weg:

Ich habe gemerkt, dass ich nicht in einem Laden sitzen will, um gut produzierte Publikationen anzustarren, sondern ich will diese gut produzierten Publikationen schreiben und im besten Falle von jemand anderem angestarrt werden.

Protokoll: Sara Lisa Schäubli / Foto: Philipp Jung

Mehr Beispiele für Hamburger Start-ups findet ihr hier

Ihr habt ein Crowdfunding Projekt in Planung und braucht mehr Informationen? Wir rufen zum großen Crowdfunding Wettbewerb auf!

Serie: Start-Up! Wer gründet in Hamburg

Start-Ups in Hamburg. Die Gründerszene belebt die Wirtschaft und hält etablierte Firmen auf Trapp. Wer was wo und wie oft macht – ein Überblick

Start-Ups – das sind Mini-Firmen, bestehend aus nicht mehr als zwei, drei Träumern, die mit ihren Notebooks in Kellern und Garagen hocken, um das nächste große Ding zu planen – natürlich ohne es jemals zu schaffen. Soweit, so das Klischee eines Begriffs, der in Wahrheit so viel mehr ist.

Start-Up – das bedeutet tatsächlich ein lukratives Geschäftsmodell für die gesamte freie Marktwirtschaft. Die jungen Unternehmen sorgen dafür, dass bereits etablierte Firmen nicht zum Stillstand kommen und sich ständig hinterfragen müssen.

Speziell in Hamburg macht sich das bemerkbar, haben hier doch zehn der umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands (u.a. Otto, Tschibo und Beiersdorf) ihren Sitz.

Nach der Gründerhauptstadt Berlin liegt Hamburg bundesweit auf Rang zwei, was die Anzahl der Start-Ups angeht. Bei Redaktionsschluss gab es 627 eingetragene Start-Ups, die Mehrheit in der Speicherstadt, in St. Pauli und der Neustadt .

Unterteilt wird in die Branchen Commerce, Fin-Tech, Games, Media, Food, Tech, Services, Fashion und Sonstige. Deutlich führend in der Mitarbeiterstatistik sind derzeit die Gamer (1620), gefolgt von den Commerce-Gründern (1145) und Dienstleistern (943). Aktuell auf der Überholspur fahren Unternehmen aus dem Bereich Essen und Trinken (78 registrierte Start-Ups). Die naheliegende Erklärung: der Hafen als regelrechte Warenwunderwelt und die Experimentierfreude der Hamburger.

Hier stellen wir euch spannende Foodies vor.


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Serie: Start-up! Das Betahaus

Nach der Pleite folgt der große Wurf: Das Betahaus in der Schanze boomt. Auch weil die Macher auf eine clevere Querfinanzierung setzen

Betahaus

“You’ll never work alone”.  Foto: Philipp Jung

„Dein Schreibtisch mitten in der Schanze – ab 60 Euro netto monatlich bist du dabei.“ Was klingt wie völlig irres Möbel-Leasing, ist tatsächlich eine günstige Angelegenheit, zumindest im Hamburger Betahaus, aus dem das Angebot stammt. In dem vierstöckigen Gebäudekomplex in der Eifflerstraße kann für eben diesen Betrag am Co-Working teilgenommen werden, also dem Nebeneinanderarbeiten von vielen Menschen aus nahezu genauso vielen Branchen. „Im Zeitalter der digitalen Welt wollen wir einen Ort schaffen, an dem Leute wieder physisch zueinander finden“, erklärt Robert Beddies (Foto rechts), seit 2015 zusammen mit Julia Oertel Betahaus-Geschäftsführer.

„Wir wollen die Leute zu uns holen, die mit ihren Ideen zu Hause in der Küche sitzen und einen bezahlbaren Platz suchen, wo sie mehr daraus machen können.“

Erster Versuch endet in Insolvenz

Der 35-Jährige kennt die Entstehungsgeschichte seines Betriebs nur aus Erzählungen: „Es war 2010, als sich Freelancer einer kleinen Software-Entwicklungsbude zusammentaten. Sie begannen, in ihrem Haus immer freitags die Türen aufzumachen, einerseits für Interessierte aus demselben Fachbereich, auch aber für Leute aus anderen Berufsfeldern. Sie wollten einfach mal gucken, was passiert. Das Ergebnis war eine extreme Bereicherung.“ Und eine Geschäftsidee, die kurzerhand umgesetzt wurde: Das Betahaus entstand. In der Lerchenstraße boten die Gründer – das Betahaus Berlin, Johannes von Bargen, Mindmatters GmbH & Co. KG, Lars Brücher und Lena Schiller Clausen – rund 40 Co-Workern fortan einen Platz an.

Das Areal war im Vergleich zum heutigen Betahaus winzig. 250 Quadratmeter mussten reichen, um das Modell am Laufen zu halten. Eine Rechnung, die nicht aufgehen sollte: „Wenn plötzlich 15 Mieter wegbrechen, hat man auf so wenig Platz ein Problem“, so Beddies. Genauer: Das Betahaus musste 2013 Insolvenz anmelden.

Nächster Schritt: Vergrößerung

Während andere Unternehmer sich in dieser Lage auf das Backen von kleineren Brötchenkonzentriert hätten, ja sich womöglich ganz zurückgezogen hätten, hatten die Betahaus-Gründer nach der Pleite einen überraschenden Plan: Sie dachten größer.Die beiden Altgesellschafter Brücher und Mindmatters kümmerten sich zusammen mit dem Schweizer Investor Alfonso von Wunschheim um eine neue Trägergesellschaft (Hub23 Co-Working UG) und bespielten gleich um die Ecke, in der Eifflerstraße, die zehnfache Fläche des ersten Betahauses.

Das Konzept: eine Querfinanzierung. Konferenzräume wurden an finanzstarke, sprich bereits funktionierende Firmen vermietet, wodurch der Mietpreis für die noch nicht etablierten Co-Worker immer erschwinglicher und der oben stehende 60-Euro-Slogan möglich gemacht wurde. Wobei Beddies unterstreicht, dass die Freiberufler zuerst da waren: „Die Attraktivität für Unternehmen konnte erst entstehen, weil hier zahlreiche interessante Leute sitzen. Wenn zum Beispiel eine Gruppe einer Fluggesellschaft einen Raum bucht, ist es für sie spannend, an der Kaffeebar auf einen Designer mit einem weiterführenden Einfall zu treffen.“

Mittlerweile sind es 450 potentielle Einfallsgeber, die vor allem im Betahaus- Erdgeschoss, dem trubeligsten Teil des Gebäudes, arbeiten. Zwischen Blumenvasen, Espressotassen und handgemalten Sprüchen an der Wand („You’ll never work alone“) werden Co-Worker von einem Kern-Team aus nur acht Leuten – unter ihnen auch Beddies – betreut.

 

betahaus

Foto: Philipp Jung

Es müssen „die richtigen Leute“ sein

Managerin der Masse aus Träumern, Tüftlern und Gründern: Teelke Meyer (Foto links). „Für Außenstehende mag es wirken wie ein Flohzirkus“, sagt die 29-Jährige lachend, „wir hingegen sehen ein offenes Miteinander, einen Austausch zwischen Menschen verschiedenster Hintergründe und Altersstufen“. Sicher, so Meyer, es müssten „die richtigen Leute mit einem ähnlichen Mindset“ sein, die hier zusammenfinden. Wer einen Nutzen vom Betahaus haben und auch etwas an selbiges zurückgeben möchte, merke dies schon bei der ersten Führung durchs Haus. Auch werde nicht versucht, unbedingt mehr und mehr Mieter zu gewinnen: „Es dürfen zwar noch weitere Co-Worker dazukommen, aber ab einer bestimmten Größe besteht die Gefahr, dass es anonymer wird. Momentan kenne ich fast jeden persönlich, das darf gerne so bleiben.“ Und Beddies und seine Partner? Die haben kürzlich schon wieder expandiert. Gegenüber, im Haus 73, haben sie den Betasalon eingerichtet, groß genug für eine Präsentation, Lesung oder ein Unplugged-Konzert. Beddies: „Es ist ein Test, wie gut wir in der Lage sind, einen zweiten Ort zu betreiben, der ganz anders ist.“ Auch hier scheint die gezielte Vergrößerung zu fruchten: Der Salon ist täglich in Benutzung.

/ Erik Brandt-Höge / Fotos: Philipp Jung