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fluppe: Punk aus der Polizeiwache

Krachende Gitarren, düster-ernste Texte: Die Hamburger Band fluppe veröffentlichte mit „blüte“ kürzlich ihr erstes Album. Ein Gespräch mit Sänger Josef Endicott über Einflüsse, Entstehungsprozess und einen besonderen Proberaum in Billstedt

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Josef, fluppe hat sich aus Musikern formiert, die aus anderen Bandprojekten quasi übrig geblieben sind …

Josef: … und wir waren die zielorientiertesten in diesen Projekten. In jeder Band gibt es ja einen oder zwei, die das Ding antreiben, und der Rest läuft so ein bisschen mit. Wir waren die, die angetrieben haben. Und wir sind immer noch sehr ambitioniert. Wir sind eine sehr fleißige, aber auch eine sehr demokratische Band, die viel diskutiert. Gelegentlich müssen wir uns daran erinnern, eine gewisse Leichtigkeit nicht zu verlieren. Es soll schließlich alles Spaß machen.

Waren es zuvor Projekte mit einer ähnlichen musikalischen Ausrichtung wie fluppe?

Sie waren insofern anders, als dass sie alle englischsprachig waren. Soundtechnisch waren sie wie fluppe in den Bereichen Indie und Punk anzusiedeln – wenn auch fluppe jetzt noch mal ganz anders klingt.

 

Viele musikalische Einflüsse

 

Referenziell wird bei fluppe immer wieder die Hamburger Schule genannt – wobei ihr die eigentlich gar nicht zu euren musikalischen Einflüssen zählt, heißt es …

… richtig. Natürlich setzen wir uns alle seit vielen Jahren mit Musik auseinander und haben auch Bands der Hamburger Schule gehört. Aber ich zum Beispiel komme eher vom Punk. Andere aus der Band sind Fans von The National, auch von Bloc Party. Grundsätzlich kann man sagen, dass wir vor allem von internationalen, englischsprachigen Bands geprägt sind.

„blüte“, das Debütalbum von fluppe

„blüte“, das Debütalbum von fluppe

Wie lief denn der Sound-Findungsprozess bei fluppe ab?

Am Anfang war erst mal nur klar, dass wir in genau dieser jetzigen Besetzung zusammenarbeiten wollen, dass der Bandname fluppe sein soll und dass wir deutschsprachige Songs machen. Alles andere haben wir im Proberaum entwickelt. Die Gangart war ein bisschen vorbestimmt, da wir eben alle Indie- und Punk-verliebte erwachsene Kinder sind. Aber jeder hat eben auch seinen eigenen Charakter und seine eigenen Interessen eingebracht.

Die Texte auf eurem Debütalbum „blüte“ sind ernst, melancholisch, teils düster, geben nie direkt Lösungen vor – Interpretationen in alle Richtungen sind also immer möglich. Gab es denn Themen, die ihr unbedingt auf dem Album besprechen wolltet?

Es gibt ein paar Texte, die komplett aus meiner Feder stammen, ansonsten spielen Christian (Klindworth, Gitarrist; Anm. d. Red.) und ich uns die Bälle hin und her. Auch hier gab es einen Findungsprozess. Ich persönlich schreibe gerne gesellschaftskritisch. Wenn es mal ein Thema gibt, das mich interessiert – für „blüte“ zum Beispiel das Thema Computer –, recherchiere ich viel, steige auch journalistisch ein. Ansonsten bin ich ein großer Fan von Beobachtungen. Ich stelle mir manchmal Helge Schneider vor, wie er seine Witze findet. Vermutlich sitzt er einfach nur im Café oder in der Kneipe und beobachtet Menschen. Ich mache es ähnlich.

 

Billstedt als Zuhause

 

Du hast euren Proberaum angesprochen. Der ist in Billstedt – dem Titelgeber eurer vor „blüte“ erschienenen ersten EP. Wie muss man sich euer Band-Zuhause vorstellen?

Der Raum ist Teil einer alten Polizeiwache, unser Equipment lagert in alten Gefängniszellen. Das Gute ist, dass es ein Fenster gibt. Das ist in Hamburger Proberäumen nicht selbstverständlich, viele sind in oberirdischen Bunkern, in denen es kein Tageslicht gibt. Und draußen herrscht dieser für Billstedt typische Industriecharme, der uns sehr zusagt, genau wie das teilweise Kaputte des Stadtteils. Niemand von uns wohnt in Billstedt, aber es passt schon ziemlich gut zu uns.

Stimmt es, dass ihr dort schon länger an einem zweiten Album arbeitet und damit fast fertig seid?

Ja, es ist geplant, dass es Ende nächsten Jahres erscheinen soll.

„blüte“ ist am 17.9. auf Chateau Lala erschienen

Eindruck gefällig? Hier gibt’s das Video zum Song „kompjuter“:


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Stadtpark Open Air – frischer Saisonstart in der Gastro

Stadtpark Open Air 2019: Hamburgs grünste Konzert-Location startet mit einem neuen Gastro-Bereich in die Saison. Ein Gespräch mit Björn Hansen, der das Food-Konzept erneuert hat.

Interview: Erik Brandt-Hoege
Foto (o.): Lukas Lau

Element Of Crime, First Aid Kit, Weezer, The National: Die Buchungen für die neue Saison, die am 19. Mai startet, können sich sehen lassen. Neben der Live-Musik wird ein Highlight auch die neue Food Lane rund um die Freilichtbühne sein. An fünf Containern kriegen Konzertbesucher einiges geboten, von Bio-Currywurst über Süßkartoffelpommes bis zu Burritos. Zuständig für den Gastro-Bereich ist Björn Hansen, Geschäftsführer von Stereolicious.

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Björn Hansen hat das Food-Programm im Stadtpark runderneuert. Foto: Sophia Herzog

SZENE HAMBURG: Björn Hansen, der Gastro-Bereich des Stadtpark Open Airs wurde runderneuert. Was passierte im ersten Schritt?

Björn Hansen: Am Anfang war ein leeres Blatt Papier, wir haben buchstäblich bei null angefangen. Das hieß auch, dass wir uns von allem, was dort in den vergangenen 45 Jahren stattgefunden hatte, vollkommen frei machen wollten. Und die erste Idee, die wir dann hatten, war es mit Seecontainern zu arbeiten. So stellen wir den Bezug zum Tor der Welt her und schaffen robuste und einheitliche Verkaufsstände. Außerdem ist das Anthrazit ein schöner Kontrast zum satten Grün drum herum.

Du hast ja reichlich Erfahrung mit großen Musikveranstaltungen, hast unter anderem schon auf dem Hurricane- und dem Melt!-Festival gearbeitet. Konntest du bereits funktionierende Konzepte auf die Stadtpark-Container anwenden?

Wir haben nichts von anderswo adaptiert. Hamburg hat ja eine sehr gute Streetfood-Szene, in der wir wildern und einfach mal gucken konnten, mit wem wir zusammenpassen. Wir hatten dabei alle Gelüste im Blick, die nach Fleisch ebenso wie die nach Vegetarischem und Veganem. Was ich aber tatsächlich schon immer verfolgt und natürlich auch mit in den Stadtpark gebracht habe, ist mein Nachhaltigkeitsanspruch.

Was bedeutete das konkret für das Areal rund um die Freilichtbühne?

Vor allem bedeutet das Müllvermeidung. Ab sofort wird es zum Beispiel Mehrwegbecher geben und allgemein kein Plastik mehr. Und beim Essen setzen wir nicht nur auf konventionelle Küche, sondern auch auf Biogerichte und haben bei allem die Regionalität und die Saisonalität der Zutaten im Blick.

 

Aber bitte mit Sahne!

 

Welche Speisen der Food Lane werden denn mit diesen Zutaten zubereitet?

Unter anderm bieten wir eine Bio-Currywurst an, klassische Burger und Süßkartoffelpommes vom Dock 3 Beach Club, Sandwichspezialitäten von Frau Dr. Schneider’s Grilled Cheese Wonderland und Burritos sowie Suppen und Obstsalate von Monkey Business. Wir werden auch einen süßen Container haben, also einen, an dem es Eis von der Eismanufaktur Kalte Schnauze gibt sowie Crêpes. Wir gucken natürlich immer auf die jeweils anstehende Veranstaltung und das Wetter, wenn wir das Food-Programm machen und setzen auf das Musikprogramm abgestimmte Akzente.

Heißt das, bei Erobiques Großer Gartenparty wird es ein anderes Angebot geben als etwa bei Take That und Dieter Thomas Kuhn, zum Beispiel bei den Getränken?

Ja. Bei Erobique werden wir uns z. B. Gedanken zum Thema Gin Tonic machen. Wir gehen davon aus, dass das der Drink dieses Tages sein wird. Bei Take That sehe ich eher Aperol Spritz im Vordergrund. Und bei Dieter Thomas Kuhn sagen wir: Aber bitte mit Sahne! Vielleicht bieten wir dazu auch noch eine Bowle an.

www.stadtparkopenair.de

www.morgenwelt.de


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, April 2019. Das Magazin ist seit dem 28. März 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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