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Autokino: Film ab auf der Trabrennbahn

Mit Stallungen und Sonnenuntergang im Rückspiegel gibt es auf der Bahrenfelder Trabrennbahn seit Juni ein atmosphärisches Autokino-Erlebnis

Text: Marco Arellano Gomes

 

Erst war die Gesundheitsbehörde dagegen, dann vermuteten die Grünen Bodenbrüter auf dem Rasen und schließlich sorgte die Umweltbehörde sich um die Fledermäuse, die vom Licht der Leinwand bei ihren Beutezügen gestört werden könnten. Die Genehmigung ließ entsprechend auf sich warten. Dirk Evers, Geschäftsführer der Outdoor Cine GmbH, musste viel Geduld aufbringen, bis er endlich grünes Licht für sein Autokino in der Bahrenfelder Trabrennbahn bekam. Dabei war Evers der Erste, der die Idee, nach so langer Zeit ein Autokino in Hamburg zu eröffnen, ins Spiel brachte.

Irgendwann glich die Chance, auf dem Feld der Trabrennbahn das Autokino zu betreiben einem Sechser im Lotto. Es verwundert daher nicht, dass tatsächlich ein namhafter Hamburger Glücksspielanbieter als Hauptsponsor mit an Bord kam, um das Projekt zu verwirklichen.

 

Vielfältiges Autokino-Angebot

 

Am 6. Juni eröffnete das LOTTO Hamburg Autokino schließlich – und trotzt seither der Konkurrenz in Innenstadt- und Hafenlage. „Der Start lief gut“, erzählt Dirk Evers, der auch für das Schanzenkino verantwortlich ist, das in diesem Jahr ebenfalls stattfinden wird. „Ich denke, Hamburg ist groß genug, für ein vielfältiges Autokino-Angebot“, so Evers. Er sei optimistisch, dass die Hamburger auf den Geschmack kommen und sähe das große Plus seines Autokinos vor allem in der Kombination von Technik und Atmosphäre. „Es macht schon was her, mit dem Wagen nach der Rundfahrt an den Stallungen vorbeizufahren, auf dem großzügigen Platz zu stehen, den Sonnenuntergang zu genießen und auf der gigantischen 24 x 11 Meter großen Bildleinwand in 2K-Auflösung einen Film zu genießen“, erzählt Evers.

Schon bald ist das auch mit Bestuhlung vor den Autos möglich. Na dann: Film ab!

lotto-hamburg.autokino.online


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Bosse im Interview: „St. Pauli war für mich der Himmel“

Unsere Leute: Der Wahl-Hamburger Bosse bespielt in diesem Sommer erstmals die Trabrennbahn. Ein Gespräch über seine frühe Vorliebe für St. Pauli, Amore als Anker und das anstehende „Riesending“

Interview: Erik Brandt-Höge / Foto: Benedikt Schnermann

SZENE HAMBURG: Bosse, wann war dir klar: du und Hamburg, das könnte eine
Verbindung für länger sein?

Bosse: Schon als Teenagertourist war St. Pauli für mich der Himmel. Alternative Musik, Freiheit und Fußball. Da bin ich schnell angedockt.

Als du dann von Berlin nach Hamburg gezogen bist, warst du bereits etablierter Künstler. Denkst du, das Ankommen in der Hamburger Musikszene wäre dir sonst schwerer gefallen als einst in Berlin?

Bosse

Ich bin vor vielen Jahren wegen der Amore hierher, eher antizyklisch, da viele Hamburger Musiker damals nach Berlin gezogen sind. Ansonsten ist die Musikszene ein Dorf.

Du lebst am Stadtrand, hast zudem einen Platz mit Wohnwagen an der Elbe. Klingt fast wie ländliches Leben in der Stadt – oder trifft man dich, wenn du nicht tourst oder aufnimmst, auch regelmäßig in den dichter besiedelten und City-nahen Vierteln?

Ich mag den Stadtrand vor allem wegen der Elbe. Als unser Kind zur Welt kam, sind wir von der Annenstraße nach draußen gezogen. Es gibt trotzdem ein Büro auf St. Pauli und die ganzen Freunde. In Ottensen häng ich auch oft.

Und dein Musikeralltag? Wo und wie findet der statt? Wo wird z.B. geprobt? Wie muss man sich den Probenraum und das Studio vorstellen?

Wir proben einmal zu Beginn der Tour. Proberaum gibt es also nicht. Ich habe auch kein Studio. Nix hab ich. Mir reicht zum Schreiben ein Textbuch und eine Gitarre, da bin ich mobil und ungebunden. Feste Räume machen für meinen Job keinen Sinn. Am liebsten arbeite ich im Wohnzimmer, wenn keiner zu Hause ist, oder unterwegs.

Was die Hamburger Auftrittsorte betrifft, kommt nach der Sporthalle, die du bereits vor Jahren gefüllt hast, nun noch die Trabrennbahn dazu. Sind die ganz großen Shows in deiner Wahlheimat Hamburg besonders euphorisierend oder besonders Lampenfieber erregend oder schlichtweg Respekt einflößend?

In Hamburg waren die Konzerte schon immer besonders, egal ob in der Freiheit, in der Sporthalle oder im Knust. Die Trabrennbahn ist wirklich ein Riesending. Hätte keiner gedacht, dass wir die mal bespielen. Ich freue mich auf ein paar tolle Gäste auf der Bühne und über Boy und die Mighty Oaks. So einen Abend muss man als Musiker genießen, ohne Angst oder Stress in der Birne.

Hättest du etwas dagegen, wenn irgendwann das Millerntor-Stadion als Auftrittsort auch noch dazukäme?

He, he. Nicht durchdrehen.