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Sterneküche: Im 100/200 gibt es bald kein Fleisch mehr

Kein Fisch, kein Fleisch: Im 100/200 bekommt Hamburg diesen Sommer seine erste rein vegetarische Sterneküche auf Zeit

Text: Laura Lück
Fotos: René Flindt

(c)René Flindt_Thomas Imbusch

Küchenchef und Inhaber des 100/200: Thomas Imbusch

Bis zum 20. Juli steht im 100/200 noch das Rind im Mittelpunkt der Speisekarte. Das Tier wird wie immer in Gänze verarbeitet. Über die sozialen Medien berichtet das Restaurant parallel und in vollkommener Transparenz über Tier, Hof und Landwirt. So wird es auch vom 6. August bis zum 12. Oktober laufen – allerdings landet unter dem Motto „Die Saison“ ausschließlich fisch- und fleischlose Küche auf den Tellern.

„Wir haben uns mit dem Thema: Was passiert eigentlich vor unserer Haustür? beschäftigt und festgestellt, dass eigentlich alles da ist. Wir können aus dem Vollen schöpfen. Deswegen haben wir uns entschieden: Im kommenden Zeitraum ‚Die Saison’ gibt es bei uns weder Fisch noch Fleisch“, verkündet Thomas Imbusch in einem kurzen Facebook-Video.

 

Eigene Bio-Gemüsebeete für die 100/200-Gäste

 

Am liebsten hätte Thomas Imbusch die eigenen Gemüsebeete direkt vor der Tür. Da fließt nur schon die Elbe. Die eigene Ernte findet deshalb vor den Toren Hamburgs statt: In Kooperation mit dem Biohof Wilkenshoff wachsen und gedeihen dort eigene Sorten wie Kohlrabi, Fenchel, Mangold, Gurken, Erdbeeren und Co., die nur für 100/200-Gäste bestimmt sind.

Mit seinem radikalen gastronomischen Konzept, das im Februar 2019 vom Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet wurde, hat Thomas Imbusch im letzten Jahr die Aufmerksamkeit der ganzen Stadt auf sich gezogen. Mit der ersten vegetarischen Sterneküche auf Zeit wird ihm das sicherlich aufs Neue gelingen.

100/200: Brandshofer Deich 68 (Rothenburgsort)


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Appetit auf mehr?

Rindchen schlemmt: Das N°4 in Buxtehude

Seine heimliche Liebe und den famosen Herrn Rittmeyer findet Gerd Rindchen im N°4 in Buxtehude.

Text: Gerd Rindchen

Na, schon eine Weihnachts-Geschenkidee für die Erbtante, den Liebsten oder die Liebste? Wie wäre es mit einem Ausflug ins pulsierende Buxtehude? Dort, im Restaurant N°4 im Hotel Navigare, treibt der famose Jens Rittmeyer sein Wesen – ein gleichermaßen begnadeter wie sympathischer Meisterkoch, der uns unlängst eines der spannendsten Menüs unseres Lebens bescherte.

Rittmeyers „heimliche Leidenschaft“ ist die vegetarische Küche – ein ebenso benanntes, vegetarisches 8-Gänge-Menü ziert neben dem klassischen Menü, der „Nordischen Reise“, die Abendkarte. Beide kosten jeweils 112 Euro und sind jeden Cent wert. Bei beiden wird zunächst unter dem schlichten Titel „Der Anfang“ ein Potpourri aus faszinierenden, aromensatten und genialen vegetarischen Kleinigkeiten serviert. Dann teilen sich die Pfade: Während sich der Normalo beispielsweise an einer Islandscholle mit Butternut-Kürbis und Eisenkrautsauce, Roscoff-Zwiebel mit gebackenem Kalbskopf oder Rehrücken mit Schwarzkohl, Roter Bete und Cassis-Wacholderjus erfreut, laben sich vegetarische Mitbürger an Pastinaken-Velouté mit Quitte und Erdartischocken, an Gelber Bete in Holzkohleglut gebacken mit Grünkern-Wildpflaumensalat oder knusprigem Wirsingwickel mit Maronen, Pilz-Confit und Blaubeeressig-Sauce. Alles großartig. Bei Äpfeln aus Mittelnkirchen mit Erdmandelstreuseln, Anis-Agastache, Karamell und Preiselbeere und dem dann folgenden „Süßen Ende“ kommen alle wieder zusammen.

Highlight bei beiden Varianten ist Gang Nummer fünf: „Brot mit Sauce“. Wer immer schon der Ansicht war, dass geniale Saucen das Beste am Essen sind, bekommt sie hier pur in jeweils drei Variationen serviert. Rittmeyer versteht Saucen besser zuzubereiten, als fast jeder andere auf Gottes weitem Erdenrund! Mit seinen Saucen, die es auch zu kaufen gibt, baut sich der Spitzenkoch gerade ein zweites Standbein auf. Das ist einer der Gründe, warum er vom Restaurant KAI3 im Nobelhotel Budersand auf Sylt, wo er zwei Sterne erkocht hatte, ins beschauliche Buxtehude zog. Gut für uns Hamburger – so ist einer der besten deutschen Köche mit der S-Bahn erreichbar.

Tipp: Wenn man zum Essen die exzellente Weinbegleitung wählt, empfiehlt sich eine Übernachtung im angegliederten sehr ansehnlichen Hotel Navigare. Dann ist die Weihnachtsüberraschung perfekt.

Harburger Straße 4 (Buxtehude) Telefon 04161 749 00, www.hotel-navigare.com
Für die Saucen: www.jens-rittmeyer.de


Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 


Dieser Beitrag stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2018. Das Magazin ist seit dem 29. November 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop und als ePaper erhältlich! 


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