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Deichtorhallen: Nie mehr ganz runterkommen!

Hochfliegend und doch „down to earth“: das Weltraum-Basislager des Tom Sachs in der Halle für aktuelle Kunst in den Deichtorhallen

Text: Karin Schulze

 

Der Einstieg in die fantastische Welt des Tom Sachs könnte gut zu Hause beginnen. Mit dem Gucken von „Ten Bullets“ – etwa auf Youtube. Wer den Film über die so lebensklugen wie abgedrehten Regeln für das Arbeiten im Studio des Künstlers mag, dem wird auch dessen detailreiche, vielschichtige und amüsante Ausstellung in den Deichtorhallen gefallen. Dort glaubt man sich in einen überdachten Weltraumbahnhof versetzt. Sachs’ Apparaturen formieren ein skurriles Narrativ: Eine Expedition bricht auf zum Asteroiden Vesta, um dort seltene Erden für die Handy-Produktion zu gewinnen, stößt dort aber auf einen Haufen Handyschrott. Davon künden ein sieben Meter hohes Landemodul, ein Kontrollzentrum mit zahllosen Bildschirmen und eine Tribüne mit „NASA“-Klappstühlen, die für Sachs’ Allzeit-Traum-Team reserviert sind: In der ersten Reihe würde die Bildhauerin Eva Hesse (1936–1970) sitzen – neben dem altägyptischen König Ramses.

 

Eine Welt aus Sperrholz, Heißkleber und mehr

 

Aber auch wer im „Indoktrinationszentrum“ Schrauben sortiert, kann Teil der Weltraummission werden und sich in einer MRT-artigen Apparatur den Geist vom Körper befreien lassen. Daneben eine dunkle Kammer. Hier kann man dem Golden Idol Reverenz erweisen, das der „Star Wars“-Figur Yoda ähnelt. Es soll aus dem Edelmetall bestehen, das aus den im Vesta-Boden entdeckten Handys extrahiert wurde.

Tom Sachs: Space Program Mars – Park Avenue Armory, New York, 2012 (Foto: Genevieve Hanson © Tom Sachs)

Tom Sachs: Space Program Mars – Park Avenue Armory, New York, 2012 (Foto: Genevieve Hanson © Tom Sachs)

Die wundersamen Apparaturen wurden von Sachs’ vielköpfigem Team in Downtown Manhattan zusammengeschraubt. Mit Sperrholz, Heißkleber, viel weißer und wenig bunter Farbe und einer Bricolage-Ästhetik, die das Gemachte offenlegt und dem Umschlag von Low und High als Ironie-Signal nützt: Eine Rakete ist zusammengesetzt aus Klopapier-Rollen. Ein aufklappbarer Werkstatt-Arbeitsplatz gleicht einem Flügelaltar. Und ein blühender japanischer Kirschbaum besteht aus Wattestäbchen, Tampons und Zahnbürsten. Dabei verschmilzt ein blasses Farbspektrum die Sachs’sche NASA-Variante mit dem weit gespannten, himmelartigen, Dach der Deichtorhallen-Architektur und lässt die Weltraum-Ambitionen versponnen aussehen, vielleicht schon ein wenig gestrig – vergeblich, aber schön.

Die ganze Installation ist durchwoben von Sachs’ fiktiver Privatmythologie. In ihr mischen sich abstruse und satirische Fiktionen mit berührender Lebensklugheit und wahnsinnig komischer Selbstironie, während allerhand Gegenwartstopoi gründlich durchgehäckselt werden: Technik- und Wissenschaftsbegeisterung, Medienskepsis, ökologische Fürsorge für den Heimatplaneten Erde, Expanisionskritik, die katholische Transsubstantiationslehre und DIY-Bastelei als Ermächtigungsstrategie.

 

Vieldeutigkeit und Ambivalenzen

 

Tom Sachs fasziniert mit seiner Installation „Tom Sachs: Space Program – Rare Earths “ in den Deichtorhallen (Foto: Julia Steinigeweg)

Tom Sachs fasziniert mit seiner Installation „Tom Sachs: Space Program – Rare Earths “ in den Deichtorhallen (Foto: Julia Steinigeweg)

Man kann aber auch fragen: Eine Hommage an die NASA-Weltraumeroberungspläne und dazu die Sorge um das Überleben des Planeten Erde – widerspricht sich das nicht grundlegend? Und mündet nicht zugleich die ganze Bastelarie – wie jedes großangelegte US-Entertainment-Business – in ein kommerzielles Merchandising, das auf der KünstlerWebsite Krawatten-Clips, die Lunar Excursion Module Lamp oder die (ausverkauften) NIKECraft Overshoes vertickt? Auf jeden Fall ist Sachs ein Bildhauer, der Vieldeutigkeit und Ambivalenzen skulptural zu inszenieren weiß. Das verrät schon der Titel der Ausstellung: Space Program: Rare Earths. Der „space“ ist sowohl der Weltraum wie der Raum den der Bildhauer gestaltet. Und in den „rare earths“ stecken sowohl die „seltenen Erden“ als auch der Verweis auf die planetarische Unwahrscheinlichkeit, Seltenheit und Schutzbedürftigkeit des Lebensraums Erde. Wer schauen und entdecken, aber auch abwägen und in kritische Distanz gehen will, wird viel Freude haben. Also: Einchecken, hochfliegen und vielleicht nie mehr ganz runterkommen!

Tom Sachs: Space Program – Rare Earths (Seltene Erden), Deichtorhallen, bis 10. April 2022


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2021. Das Magazin ist seit dem 28. Oktober 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Margot: „Ich lag zehn Tage im Koma”

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Margot begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Mütter und Söhne: Das sind schöne Beziehungen, aber sie sind auch kompliziert. Ich habe selbst zwei und gerade mit dem Ersten hat es seine Zeit gebraucht, bis wir unsere Positionen zurechtgerückt hatten. Ich wollte lange zu sehr eine Art Freundin für ihn sein anstatt Mutter. Er ist mir sehr nachgeschlagen, genauso neugierig, umtriebig. Da gab es immer schon so viele Parallelen, die sich eben gekebbelt haben. Hinzu kam, dass ich erst 19 war, als ich ihn bekommen habe. Mein Leben war damals mit vielen Unsicherheiten verbunden.

Heute bin ich selbst meine größte Sicherheit. Ich habe gelernt, mich auf mich selbst zu verlassen. Das hat maßgeblich mit einem Erlebnis zu tun: Vor acht Jahren hatte ich eine schwere Lungenentzündung, es ist Wasser ins Herzen und in die Lunge gelangt. Ich lag zehn Tage im Koma, aber erinnere mich sehr genau an diese Zeit. Vielleicht hört es sich komisch an, aber ich war mir der Situation bewusst und musste mich entscheiden, ob ich gehe oder bleibe. Da waren aalglatte Wände um mich herum und ich musste es schaffen, sie hochzukrabbeln, um aus dem Dunkeln zu kommen.

Als ich dann aufgewacht bin, ist ein Schalter umgeklappt. Seitdem lebe ich anders, bewusster und ich sehe in jedem Tag etwas Schönes. Auch habe ich verstanden, dass das Sterben zum Leben gehört. Ich kann offen drüber sprechen, ich habe die Angst davor überwunden. Wenn man so will, bin ich ein weiser Mensch geworden. Das ist das Schöne am Älterwerden. Es ist nichts für Feiglinge, aber wenn man seine Erfahrungen zu schätzen lernt, ist das wirklich befreiend.

 

„Woher nimmst du die Hoffnung?”

 

Bekannte von mir sagen immer: ‚Margot, du hast immer so große Hoffnung, wo nimmst du die her?‘ Es ist wahr. Auch dass ich krank geworden bin, sehe ich heute als Möglichkeit. Es hat mich darauf stoßen lassen, Menschen anders anzugehen, meine Ernährung umzustellen, keinen Alkohol mehr zu trinken und emphatischer zu werden.

Vor zehn Jahren habe ich meinen Wunschtraum wahr gemacht: Ich bin nach Hamburg gezogen. Und wenn Corona überwunden ist, erfülle ich mir meinen nächsten Wunschtraum und gehe nach Griechenland. Dort gibt es eine kleine Insel: Sifnos. Sie ist sehr untouristisch, ein paar Fährenstunden von Athen entfernt. Irgendetwas ruft mich da. Ich begegne diesem Ort seit einiger Zeit immer wieder in Büchern, in Filmen oder im Völkerkundemuseum. Am liebsten würde ich für drei Monate bleiben, vielleicht aber auch nur 14 Tage. Hauptsache, ich finde heraus, warum sie mich so anzieht. Diese Neugier habe ich mir als weiser gewordener Mensch auf jeden Fall beibehalten.

Und wenn mir heute etwas passieren würde, ich müsste sterben, dann könnte ich mit aller Ernsthaftigkeit sagen: Was habe ich für ein tolles, spannendes Leben gehabt. Auch wenn es nicht immer leicht war. Aber deshalb kann ich hier auch so gemütlich auf der Treppe sitzen, kann meinen Kaffee und die Sonne genießen.”


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Space Girls: Wie Frauen die Mond-Landung verwehrt blieb

Vor 50 Jahren betrat der US-amerikanische Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Was viele nicht wissen: Auch Frauen wurden schon um 1960 für die Raumfahrt getestet – wegen ihres Geschlechts letztlich aber doch nicht zugelassen. Die Hamburger Autorin Maiken Nielsen setzt ihnen mit ihrem Roman „Space Girls“ ein Denkmal.

Text und Interview: Ulrich Thiele
Foto (o.): NASA

Maiken Nielsen ist von Haus aus Hamburger Urgestein und Weltenbummlerin zugleich. Sie stammt aus einer Familie von Lotsen und Kapitänen und ist die Enkelin des Hindenburg-Navigators Christian Nielsen. In ihrem letzten Roman „Und unter uns die Welt“ widmete sie sich der Geschichte ihres Großvaters. Vor diesem Hintergrund ist ihr Interesse an den 13 Pilotinnen, den Mercury 13, die für die Raumfahrt getestet wurden und doch nicht zum Mond fliegen durften, naheliegend.

Nielsen erzählt von diesem historischen Ereignis mit sinnlicher Sprache und fließendem Rhythmus. „Space Girls“ ist ein literarischer Kopfkinofilm, ein Epos, das trotz aller traurigen Momente immer den lebenshungrigen Pioniergeist seiner Protagonistinnen atmet. „Guten Morgen aus der Südsee“, sagt Nielsen zur Begrüßung – während des Interviews befindet sie sich auf Rarotonga. Nach einem schweren Unfall vor einigen Jahren habe sie eine Liste mit Orten gemacht, die sie unbedingt noch erleben möchte, erzählt sie, die Südsee gehöre dazu. Ihr Skype-Profilbild zeigt sie mit hochgerecktem Daumen am Steuer eines Fliegers.

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Die Autorin Maiken Nielsen setzt mutigen Frauen ein Denkmal
Foto: Sabrina Adeline Nagel

SZENE HAMBURG: Frau Nielsen, die Mercury 13 sind kaum bekannt. Wie sind Sie auf ihre Geschichte gestoßen?

Maiken Nielsen: Ich bin selbst begeisterte Fliegerin und hatte mich, während ich die Romanbiografie über meinen Großvater schrieb, viel mit dem Thema beschäftigt. Das waren die 30er- und 40er-Jahre. In der Zeit flogen auch viele Frauen. Mich hat interessiert, wie es danach weiterging und fand – wenig überraschend – heraus, dass es nach 1945 kaum noch weibliche Piloten gab, weil die Männer aus dem Krieg zurückkehrten und ihre Stellen besetzten. Aber dann stieß ich auf Jerrie Cobb …

… die Anführerin der Mercury 13 …

Ich war total beeindruckt von ihr! Wie groß war meine Überraschung, als ich erfuhr, dass sie zu den Astronautentests für die erste Fahrt zum Mond geladen wurde. Und dass es noch mehr Frauen wie sie gab.

Was konkret haben Sie an diesen Frauen so bewundert?

Sie mussten alle mit den Gegebenheiten der 50er- und 60er-Jahre fertig werden. Sie mussten sich zum Fliegen die Nägel lackieren, High Heels und Röcke tragen, um zu beweisen, dass sie trotz Pilotendaseins „richtige“ Frauen sind. Eine war achtfache Mutter. Aber sie waren so tough, das belegen die Aussagen des Nasa-Mediziners Randolph Lovelace und seiner Mitarbeiter.

Randolph Lovelace setzte sich dafür ein, dass Frauen als Astronautinnen eingestellt werden. Sie seien für Weltraumflüge besser geeignet als Männer, sagte er, weil sie qua ihres Geschlechts leidensfähiger seien.

Die Tests, die Lovelace mit den Frauen durchgeführt hat, zeigen, dass sie mindestens so tough wie John Glenn und die Mercury 7 waren, die als männliche Helden in den USA verehrt wurden. Wie sich die Frauen da durchgekämpft haben, wie sie auch vor dem NASA-Subkomitee für ihre Sache gekämpft haben, das ist beispiellos.

Die Argumente während der Anhörung sind hanebüchen: „Wenn meine Mutter den Check-up-Test eines Footballteams besteht, heißt das nicht, dass sie Football spielen kann.“ Sind die Aussagen echt?

Ja, die sind genauso passiert. Die Anhörung wurde mitgeschrieben, eine Abschrift davon findet sich auch online im NASA-Archiv. Ich habe die Dia loge lediglich übersetzt. Mein Antrieb für das Buch war dementsprechend Empörung. Ich wollte, dass diese Frauen nicht im Vergessen versinken.

 

„Viele Frauen hatten nach den Tests keine Jobs mehr“

 

Wie sind die Frauen mit der Enttäuschung umgegangen? Viele Menschen würden, nachvollziehbarerweise, verbittern …

Viele der Frauen hatten im Anschluss an die Tests keinen Job mehr, weil sie für die Testwoche in Albuquerque von ihrem Arbeitgeber keinen Urlaub bekamen und deshalb kündigen mussten. Es war sowieso schwer, als Frau 1960 in der US-Luftfahrtbranche einen Job zu bekommen, den verloren sie also auch. Jerrie Cobb zog anschließend allein in den Amazonas, wo sie abgelegene Siedlungen aus der Luft mit Lebensmitteln belieferte. Sie lebt immer noch, gibt aber keine Interviews (kurz vor Redaktionsschluss wurde bekannt, dass Jerrie Cobb bereits am 18. März im Alter von 88 Jahren verstorben ist, Anm. d. Red.).

Und die anderen?

Andere Frauen waren sowieso selbstständig, Geraldine Sloan – später Geraldine Truhill – zum Beispiel. Oder sie wechselten komplett die Branche. Eine der Dietrich-Zwillinge starb knapp zehn Jahre später an Krebs, möglicherweise in Folge der Tests, bei denen die Frauen radioaktiver Strahlung ausgesetzt wurden. Ihre Zwillingsschwester flog ab dann nicht mehr.

Der Roman besteht aus mehreren Handlungssträngen, die miteinander verknüpft sind. Ein wichtiger dreht sich um den deutschen Raketenentwickler Wernher von Braun. Was macht ihn so faszinierend?

Von Braun war ein extrem fantasiebegabter, musischer Mensch mit hochfliegenden Träumen. Er spielte Klavier, schrieb Romane, sprach und las Französisch und wollte eines Tages zum Mond. Ingenieur und Freizeitpilot wurde er nur wegen dieses Mondtraums. Und der wurde dann so mächtig, dass er alles möglich machte, um ihn zu realisieren. Er trat der NSDAP und später der SS bei, er bestellte KZ-Häftlinge für die Arbeiten an der V2-Rakete. Und später, als klar war, dass die Deutschen den Krieg verloren hatten, stellte er seine Dienste der nächsten großen Macht zur Verfügung – den USA.

Warum ist von Braun für Ihre Geschichte wichtig?

Als deutsche Autorin, glaube ich, kann ich nicht die Vorgeschichte der ersten Mondlandung erzählen, ohne den deutschen Raketenentwickler Wernher von Braun zu erwähnen, der Apollo 11 erst möglich gemacht hat. Die Mission fußte auf Versuchen, für die Tausende von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen sterben mussten.

 

Endlose Finsternis und Strahlender Schein

 

Trotzdem feierten ihn die Amerikaner als Helden – eine der zentralen Ambivalenzen in Ihrem Roman.

Absolut. Im Roman geht es um Hell und Dunkel. Das eine existiert nicht ohne das andere. Das ist auch eine Erfahrung, die Michael Collins, Neil Armstrong und Buzz Aldrin im All gemacht haben: endlose Finsternis auf der einen Seite und daneben strahlender Schein.

Warum haben Sie die fiktive Geschichte um die Hauptprotagonistin Juni und ihre Mutter Martha eingebaut?

Martha und Juni verkörpern beide die deutsch-amerikanische Geschichte, und Juni ist mit ihrem Mut, ihrer Motivation und ihrer Sportlichkeit die Quintessenz der Mercury 13. In ihnen verdichten sich die Ambivalenzen. Martha ist Deutsche, ihr Vater wurde denunziert und in Wernher von Brauns Arbeitslager erhängt. Sie flieht mit ihrer Tochter Juni zunächst nach Frankreich, dann in die USA nach New Orleans, wo sie ihre deutsche Herkunft verheimlicht. Juni ist begeisterte Pilotin, darf an den Raumfahrttests mit den Mercury 13 teilnehmen. Sie will zum Mond fliegen mit der Rakete, die der Mörder ihres Großvaters entwickelt hat – was sie zunächst nicht weiß.

War es schwierig, diese fiktiven Figuren in den historischen Kontext einzuweben?

Nein, ich habe die beiden einfach sehr lebendig vor Augen gehabt. Ich glaube, die schwebten mir schon lange im Kopf herum, und Juni als extrem wildes, kleines Mädchen war einfach perfekt für das, was ich erzählen wollte. Ich habe mich dann bloß bemüht, nichts an den historischen Gegebenheiten zu ändern.

Juni wäre heute 79 Jahre alt. Was würde sie jetzt machen?

Juni überlegt, ob sie in ein paar Jahren vielleicht ihre Pilotenlizenzen abgeben und einen Round-The-World-Trip mit ihrer Enkelin machen sollte, am liebsten im Airbus. Sie trifft sich einmal im Jahr mit denjenigen Mercury- 13-Frauen, die noch am Leben sind und hält Vorträge in ihrem 99-Chapter und anderswo. Und sie läuft noch immer jeden Tag.

Space-Girls-Cover-Maiken-NielsenNatürlich wirft Ihr Roman indirekt auch die Frage nach unserer Zeit auf. Wie sehen Sie die Entwicklung?

Es sieht derzeit so aus, als würden sich an vielen Stellen in der Welt wieder Werte durchsetzen, die nicht gerade förderlich für Demokratie und Gleichberechtigung sind. Aber zumindest in der Raumfahrt gibt es viele positive Entwicklungen: Weibliche Astronauten trainieren derzeit für den Flug auf den Mars und auf der ISS leben und arbeiten Menschen aus allen Nationen friedlich zusammen.

Maiken Nielsen: „Space Girls“, Wunderlich/Rowohlt, 512 Seiten, 22 Euro. Der Roman ist am 21. Mai erschienen.


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2019. Das Magazin ist seit dem 27. April 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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