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Krach+Getöse: Der Hamburger Musik-Nachwuchspreis

Der Hamburger Musik-Nachwuchspreis Krach+Getöse geht in die zwölfte Runde – mit ein paar spannenden Neuerungen

Text: Erik Brandt-Höge 

 

Die Frage aller Newcomer- Musiker-Fragen: Wie bloß eine Karriere starten? Reicht Youtube, um sich bekannt zu machen? Ist eine schnelle Unterschrift beim Major-Label gesund? Wie lange lohnt ein Einzelkämpfer-Dasein? Eine schlaue Antwort auf all das geben RockCity Hamburg e.V. und die Haspa Musik Stiftung mit dem Hamburg Music Award Krach+Getöse. Zum zwölften Mal verleihen sie in diesem Jahr den Preis an fünf talentierte Newcomer aus Hamburg und Umgebung. Denen winkt neben einem schicken Pokal ein Preisgeld in Höhe von 1.200 Euro und eine einjährige Bestenförderung, maßgeschneidert auf jeden einzelnen Künstler.

 

Workshops, Coachings und Support für Newcomer

 

Booking-Slots für unter anderem das MS Dockville Festival, Futur 2 Festival, Reeperbahn Festival, Wutzrock und die Millerntor Gallery fallen ebenso darunter wie Workshops, Coachings, Produktionen, Aufnahmen und Supports von und mit zum Beispiel Clouds Hill Recordings und JustMusic. Eine Fachjury bestehend aus etwa Ebow, Pamela Owusu-Brenyah, Philipp Schwär, Alin Coen und Deniz Jaspersen wählen die Sieger aus, die sich vom 18. März bis zum 22. April bewerben können. Das gilt für Solo-Musiker ebenso wie für Bands. Zudem schlagen 100 Musikexperten ihre Favoriten vor. Feierlicher Höhepunkt: Die Verleihung während einer abendlichen Gala am 19. Juni, 19 Uhr, im Nochtspeicher.

Übrigens: Dieses Jahr gibt es ein paar Krach+Getöse-Neuerungen. Gekürt werden jetzt auch Hamburgs spannendste Keimzelle „New Music“ (Nachwuchsprojekt) und das beste Musik-Projekt mit Einsatz für Toleranz, Vielfalt und Respekt. Und es wird erstmals einen Publikumspreis geben: Per Online-Voting wird das Nachwuchs-Konzert des Jahres ermittelt.

Alle Infos und Teilnahmebedingungen unter www.krachundgetoese.de 


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, April 2020. Das Magazin ist seit dem 28. März 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Ladies – Artists – Friends: Konzert des Monats

Miu, Sarajane, Debby Smith, Kathrin Ost, Linda Kauffeld und Joscheba Schnetter geben gemeinsam ein Konzert. Ein Gespräch über die Vorteile für die Musik und das Geschäft.

Interview: Erik Brandt-Höge

SZENE HAMBURG: Miu und Sarajane, mit Ladies-Artists-Friends habt ihr einen Schulterschluss mehrerer Hamburger Musikerinnen geschafft. War es leicht, alle an einen Tisch zu bekommen und gemeinsame Sache zu machen?

Sarajane: Ja, denn viele Hamburger Musikerinnen kennen sich schon lange, haben teils zusammen studiert und sind freundschaftlich miteinander verbunden.

Miu: Wir haben viel Kontakt. Auch weil alle ähnliche alltägliche Probleme und Wehwehchen haben.

 

Ladies-Artists-Friends-c-ELENA ZAUKE

Die Initiatorinnen von Ladies-Artists-Friends mit Miu (M.) und Sarajane (3. v. l.) Foto: Elena Zauke.

 

Zum Beispiel?

Sarajane: Man muss es sich so vorstellen, dass wir alle jeden Tag in unseren Büros sitzen und versuchen, unsere Karrieren zu pushen. Wir sind gleichzeitig Künstlerinnen, Label, Management, Booker.

Miu: Es ergeben sich immer Situationen, in denen wir die Unterstützung der anderen gut gebrauchen können. Zum Beispiel, wenn wir mal eine Vertretung für einen Gig suchen oder einen bestimmten Booking-Kontakt. Auch Dinge wie das Playlist-Marketing für Spotify und Co. sind nicht so einfach, da ist es gut zu wissen, dass wir jemanden anrufen können, der vielleicht schon mehr Erfahrung hat.

 

Hier könnt „Bullets Out Of Love“ von Sarajane hören

 

Wie verlief denn das erste Treffen von Ladies-Artists-Friends? Ging es dabei nur um Musikgeschäftsfragen?

Sarajane: Erst mal wollten wir unser Wissen gegenüber den anderen Künstlerinnen offenlegen, damit alle etwas davon haben. Wenn wir immer nur als Einzelkämpferinnen unterwegs wären, würden wir womöglich ständig in die gleichen Fallen tappen. Zum Beispiel, was Auftritte in Clubs angeht, in denen wir noch nicht waren, andere aber schon. Dann können wir diejenigen einfach kurz fragen, ob u. a. die Konditionen dort okay sind.

Miu: Unsere Herzen schlagen aber weniger fürs Geschäft, als für die Musik an sich. Deshalb kamen wir ziemlich schnell auf den Gedanken, mal etwas zusammen auf der Bühne zu machen.

Wettbewerbsgedanken gab es bei all dem nicht untereinander?

Miu: Nein. Wettbewerbsgedanken kann ich in der Musik aus Sicht von Plattenfirmen zwar grundsätzlich verstehen, die wollen schließlich ihren Gewinn maximieren. Aus Musiker- und Musikrezipientensicht sind solche Gedanken aber total unangebracht. Musik entsteht schließlich durch gemeinsames Musizieren, und dafür macht es Sinn, dass man sich alles, was einem Labels über Wettbewerb vielleicht schon eingeimpft haben, schnellstmöglich wieder abtrainiert.

Also keine Wettbewerbsgedanken – aber sicher verschiedene musikalische Geschmäcker. Seid ihr schnell auf einen Nenner gekommen, was euer Live-Programm betrifft?

Miu: Ja. Wir haben eine Band, die uns bei Auftritten begleitet, jede Künstlerin spielt drei oder vier Songs mit ihr und kann ihre Ideen so umsetzen, wie sie möchte. Für Singer/Songwriterinnen, die normalerweise nur mit der Gitarre auf der Bühne stehen, bietet diese Konstellation auch ganz neue Möglichkeiten, weil sie ihre Stücke größer arrangieren können, zum Beispiel mit Percussion-Parts und Chören.

 

Hört hier „Ohana“ von Miu

 

Ist der Kreis der Ladies-Artists-Friends eigentlich begrenzt?

Miu: Es gibt zwar einen harten Kern, aber wir sind kein abgeschlossener Club. Vielmehr geht es uns darum, dass diejenigen, die richtig Bock haben, sich auch einbringen können.

Sarajane: Miu und ich übernehmen normalerweise viel von der Organisation, machen aber gerade beide Solo-Alben und sind sehr eingespannt. In dieser Phase freuen wir uns, dass etwa Kathrin Ost von der Band August August, die neu im Orga-Team ist, bei der Ladies-Artists-Friends-Planung oft mit anpackt und auch große Lust darauf hat. Wir haben auch offene Stammtische mit allen Künstlerinnen, die wir am liebsten noch regelmäßiger veranstalten würden.

 

Hier könnt „Shape of You“ als Cover von Debby Smith hören

 

Euer nächstes gemeinsames Konzert veranstaltet ihr am 8. März im Knust. Ist es Zufall, dass es auf den internationalen Frauentag fällt?

Sarajane: Nein, das ist pure Absicht. Die Leute vom Knust haben uns dieses Datum für Ladies-Artists-Friends vorgeschlagen – und wir waren natürlich sofort Feuer und Flamme.

Wird es danach womöglich auch ein Ladies-Artists-Friends-Album geben?

Miu: Wir haben mal über einen Sampler nachgedacht. Dafür müssen wir aber auch die Zeit und das Geld haben. Ladies-Artists-Friends ist im Moment noch ein teurer Spaß für uns, auch weil wir die Band stellen und uns als Ziel gesetzt haben, dass jede auftretende Künstlerin ein Honorar bekommt. Aber: Es gibt schon eine Spotify-Liste mit Songs von vielen, die bei uns sind.

Ladies – Artists – Friends: 8.3., Knust, 21 Uhr.


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, März 2019. Das Magazin ist seit dem 28. Februar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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