(3.7.) Film, „Am Ende ist man tot“, Abaton, 20 Uhr

Ein Herzensprojekt von Thalia-Schauspieler Daniel Lommatzsch: ein Kinofilm mit den Kollegen. Jahrelang haben sie daran gearbeitet, das nötige Geld per Crowdfunding gesammelt. Jetzt kommt der Film ins Kino.

So viel Leidenschaft und Idealismus sind fast schon unheimlich. Oder könnten Sie sich vorstellen, jahrelang mit Ihren Kollegen in Ihrer Freizeit an einem weiteren Großprojekt zu arbeiten – ohne Bezahlung? Doch genau das ist am Thalia Theater geschehen. Schauspieler Daniel Lommatzsch bildete sich ein, unbedingt mit der Theatercrew einen Kinofilm machen zu wollen. Und er hat es geschafft: Mit fast dem gesamten Ensemble und weiteren Teammitgliedern (Kostümbildner, Techniker etc.) produzierte er den Film „Am Ende ist man tot“ – in der knappen Freizeit und umsonst. Die unvermeidbaren Kosten wurden durch Gelder gedeckt, die per Crowdfunding gesammelt wurden. Eine kreative Herzensangelegenheit.

Lommatzsch’ Film steckt voller skurriler Figuren.

Doch was taugt die? Droht den Kinobesuchern das Wachkoma wie bei Lars von Triers „Dogville“, weil hier langweilig abgefilmtes Theater für Feuilletonisten geboten wird? Aber nicht doch! Die Story um die entführte Kaufmannstochter Lilly von Kesselstadt (Nadja Schönfeldt), deren sehr unterschiedliche Geschwister Junior (Mirco Kreibich), Sophia (Anne Schäfer) und Adrian (Jörg Pohl) bei der Suche nach ihrer Schwester auf ein dunkles Familiengeheimnis stoßen, weiß durchaus zu überzeugen. So skurril die Figuren angelegt sind, so aberwitzig sind phasenweise die Dialoge.

Charmant inszeniert sind eine Fülle von Reflexionen über Geld, natürlich die Wurzel allen Unheils. Schade: Von der grandios entrückten Mutter Heidi (Oda Thormeyer) und der seltsamen Kommissarin (Birte Schönik) hätte man gerne mehr gesehen. Die eine oder andere Albernheit und dramaturgische Verschleppung hätte sich Lommatzsch außerdem sparen dürfen. Dennoch ist der Kinoausflug des Thalia Theaters unter dem Strich den Kinobesuch wert.

/ Mirko Schneider, Steffi Horst / Fotos: Barnsteiner Film

Abaton
3.7.18, 20 Uhr / Premiere mit Regisseur Daniel Lommatzsch und Schauspielern.