20 Jahre: Black History Month in Hamburg

Mit Lesungen, Konzerten, Diskussionen und Partys zelebriert die Community ab 30.1. ihre vielseitige Kultur

Thomas Edison erfand zwar die Glühbirne, aber sein schwarzer Kollege Lewis Latimer hat sie perfektioniert. Marc Hannah ist für die 3D-Technologie, Sarah Boone für das moderne Bügelbrett verantwortlich. Auch die Verkehrsampel wurde von einem Afroamerikaner erfunden. Das weiß vermutlich so gut wie niemand.

Programm Black History Month Hamburg

Programm

„Schwarze Musiker und Sportler sind relativ bekannt, aber über ihre Beiträge bei anderen Disziplinen hört man eher weniger“, sagt Nigel Asher. Er ist selbst Musiker und organisiert den Black History Month in Hamburg. Ursprünglich kommt der Black History Month aus den USA, als Afroamerikaner in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts der einseitigen Darstellung ihrer Kultur etwas entgegensetzen wollten.

1996 brachte die US-amerikanische Sängerin Cynthia Utterbach den BHM nach Hamburg. Anfangs gab es nur eine Handvoll Veranstaltungen, mittlerweile sind es rund zwanzig Lesungen, Konzerte, Diskussionen und Partys, mit denen Nigel und ein ehrenamtliches Team den ganzen Monat bespielen.

Eine prima Gelegenheit, sich mit der vielseitigen Kultur der Community vertraut zu machen, die in Deutschland immer noch wenig sichtbar ist. „In der Schule lernen afrikanische Kinder zum Beispiel nichts über ihre Geschichte. Generell gibt es da großen Nachholbedarf“, sagt Nigel. Angesichts vieler Nationen kann man zudem nicht von „der“ schwarzen Kultur sprechen. „Die Community ist nicht so homogen wie zum Beispiel die türkische“.

Gerade deswegen geht es Nigel vor allem darum, verschiedene Menschen und Kulturen zusammenzubringen. Auch der Austausch zwischen den Künstlern ist ihm wichtig – so entstehen regelmäßig neue Projekte und Zusammenarbeiten. Besonders empfiehlt er die Sonntagsveranstaltungen: „Da lernt man viele Menschen kennen, es gibt Essen und die Atmosphäre ist wirklich besonders“. Außerdem ist die Poetry Night im Kulturhaus 73 unbedingt einen Besuch wert: „Die ist immer ein Highlight.“

Text: Natalia Sadovnik
Foto: Isabel Manfeld

Black History Month: 30.1.–5.3.
Metropolis Kino, Haus 73, Cascades, Universität Hamburg und viele weitere Orte