BierSZENE: Weihnachtsgeschenke für Bier-Nerds

Hoppy Christmas! Hier kommen die besten Geschenkideen für Bier-Nerds.

Ho-ho-hamburg, es weihnachtet sehr. Die Stadt glitzert, die Schaufenster platzen und in der Hamburger Innenstadt taumelt man von Kauf- zu Glühweinrausch. Und über allem schwebt mal wieder diese eine Frage: Was soll ich meinen Liebsten nur schenken? – Als „serviceorientierter Kolumnist“ habe ich darauf natürlich ein paar ziemlich gute Antworten: Hiermit präsentiere ich euch die besten Geschenkideen für Bier-Nerds – und solche, die es werden wollen.

Craft Beer Kochbuch. Foto: Daniela Haug

Für Kulinariker: Craft Beer Kochbuch

Von wegen Bier ist nur zum Trinken da! Der wunderbare Autor und Gastrokritiker Stevan Paul aus Hamburg hat gemeinsam mit Foodblogger Torsten Goffin das erste Craft Beer Kochbuch ever kreiert. Von der ersten bis zur letzten Seite dreht sich darin alles um die neue Braukultur – und natürlich ums Kochen mit Craft-Bieren. Rezepte, Portraits, Biergeschichten: Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an echten Biergenuss.

Craft Beer Kochbuch – Das erste Kochbuch zum Trendthema Craft Beer, von Stevan Paul, Torsten Goffin, Daniela Haug; Brandstätter Verlag; 34,90 Euro

Hamburger Mischung. Foto: Ratsherrn

Nordisch by nature: Die Hamburger Mischung

Egal ob für Ur-Hamburger, Quittje oder Onkel Peter aus Pinneberg: Mit der Hamburger Mischung macht ihr jeden – wirklich jeden – Bierliebhaber selig. In der grandiosen Holzkiste verstecken sich stolze 20 Craft-Biere der Rastherrn Brauerei. Frisch gebraut in den Hamburger Schanzenhöfen und bunt gemischt von blond bis dunkel: Könnte es ein besseres Weihnachtspäckchen geben als das?

Das dicke Ding bekommt ihr im Craft Beer Store in den Schanzenhöfen oder ihr bestellt es direkt online auf shop.ratsherrn.de.

Hamburger Bierführer. Foto: Sybille Fischer

Für den vollen Ü-beer-blick: Bierführer Hamburg

Sich einmal quer durch die Stadt trinken? Kein Problem! Auf Hamburgs Wohlergeh’n – Der Bierführer für die Hansestadt macht es möglich. Alle rund 20 Hamburger Brauereien werden darin kurz vorgestellt. Außerdem verrät der Führer, welches Bier aus welchen Hähnen läuft, welche Kneipen und Ausschänke sich wo in Hamburg befinden und natürlich fehlt auch die ein oder andere Bierverkostung nicht. Das blaue Büchlein ist klein, aber oho!

Auf Hamburgs Wohlergeh’n – Der Bierführer für die Hansestadt, von Konstantin Meisel, Jonathan Seipp, Peter Stahmer; Junius Verlag; 14,90 Euro

Sascha, Tim und Lars sind ein Team. Foto: Brauerei Landgang

Brauen wie ein Pro: Braukurs bei Landgang

Gerade erst hat sich Hopper Bräu in Landgang Brauerei umbenannt, aber eines hat sich nicht geändert: Das Team um Sascha, Tim und Lars gehört zu Hamburgs spannendsten Craft-Beer-Machern. Was das jetzt mit Weihnachten zu tun hat? Ziemlich viel! Denn Landgang bietet nicht nur Brauereiführungen und Tastings, sondern auch einen 6-stündigen Braukurs inkl. Verkostung des selbstgebrauten Sudes und weiterer Biere. Ein Gutschein dafür haut auch den trinkfestesten Bierfreak aus den Socken.

Braukurse und mehr: Termine und Buchung auf www.landgang-brauerei.de

Von Legenden für Legenden: The Brewmaster’s Table

Garrett Oliver ist eine lebende Craft-Beer-Legende. Er ist Gründer der Brooklyn Brewery und hat sein geballtes Bier-Wissen bereits in mehreren Büchern verewigt. Mein Favorit ist: The Brewmaster’s Table. Auf 384 Seiten betreibt der New Yorker Foodpairing deluxe und kombiniert zahlreiche Bierstile mit den passenden Speisen – spannend, mutig und überraschend. Natürlich geht Mr. Craft Beer in seinem Werk auch auf die Brauereien und die Herstellung der einzigartigen Bierträume ein. Dieses Buch ist ein absolutes Must-have für jeden Bierfreak!

The Brewmaster’s Table: Discovering the Pleasures of Real Beer with Real Food, Garrett Oliver; 17,49 Euro

In diesem Sinne: Hoppy Christmas!

Euer Daniel


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

BierSZENE: 5 Biere, die du diesen Winter nicht verpassen darfst

Winter is coming! Also machts euch muckelig, bewaffnet euch mit Flaschenöffnern und kommt auf die dunkle Seite des Bieres …

…denn schwer, cremig und tiefschwarz ist in dieser Saison mal wieder sehr angesagt. Welche der zahlreichen Winter-Craft-Biere ihr auf keinen Fall gegen Glühwein eintauschen solltet, erfahrt ihr hier. Und ein paar davon könnt ihr sogar am Samstag, den 25. November 2017 beim Winter Beer Day (#WBD2017) kosten.

1) Xocoveza – Stone Brewing Berlin

Kakao, Vanille, Kaffee, Chili, Zimt und Muskat – all diese Aromen und noch ein paar mehr findet man in diesem herrlichen Mokka-Stout. Dieses ursprünglich mexikanische Rezept bringt Schärfe in die winterliche Kälte und wärmt herrlich von innen!

 

2) Lumberjack – Ratsherrn Brauerei (#WBD2017)

Mach den Holzfäller für mich, Baby! Ein winterliches Ale aus dem Hause Ratsherrn darf in dieser Liste natürlich nicht fehlen. Das obergärige Ale besticht durch eine feine Kräuter- und Fruchtnote. Dadurch, dass es im Lagertank auf Eichenholzchips gereift ist, entwickelt es tolle Aromen, die an Vanille und holzige Noten erinnern.

 

3) X-Mas Ale – Circle 8 Brewery (#WBD2017)

Unser liebster englischer Brauer aus Alsterdorf gehört hier einfach hin. Nikhil Jani bezaubert uns mit Orange, Zitrone, Muskatnuss, Fenchel, Nelken und Sternanis. Ja, ihr ahnt richtig: Nikhil hat quasi Lebkuchen verflüssigt und in Flaschen abgefüllt. Das Beste – dieser Lebkuchen hat kuschelige 4,7 Prozent Alkohol und kann damit gemütlich unter dem Christbaum getrunken werden. Bei uns im Mädchen wird das Ale während der gesamten Adventszeit vom Fass verfügbar sein. Willkommen im Winterhopfenland!

4) Hoppy Christmas – Brew Dog

Der schottische Brauhund legt uns ein hopfiges und optisch leckeres IPA unter den Weihnachtsbaum. Darin befindet sich der US-Hopfen Simcoe, der alleinig in der Hopfengabe Verwendung findet. Das gibt dem IPA vor allem Aromen, die an Citrus, Papaya und Pinie erinnern. Eine Hopfendröhnung, die auch unseren Hopheads ein harmonisches Weihnachtsfest beschert.

5) Salonsozialist – Landgang Brauerei (#WBD2017)

Die Weihnachtszeit ist eine besinnliche Zeit. In dieser muss geradezu gefrönt und geschlemmt werden. Damit das möglichst jeder kann, braut Sascha und das Team der Landgang Brauerei jedes Jahr in der Voradventszeit den Salonsozialisten für die Arbeiterklasse. In diesem Weizendoppelbock kommt eine Champagner Hefe zum Einsatz, die dem Bier feine Noten verleiht und an weißen Pfirsich und Rosinen erinnern. Der spezielle Bock für jedermann!

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

/Fotos: Henning Angerer


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 11 Jahren in Norddeutschland, seit 4 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 3 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

BierSZENE: Warum zur Hölle ist Craft Beer eigentlich so teuer?

Diese Frage hat sich wahrscheinlich jeder von euch schon gestellt, als er vor den Regalen seines Lieblings-Bierhändlers stand. 5,99 Euro für ein 0,33-Flaschenbier? Warum zum Teufel ist das so teuer?! Ist doch nur Bier, oder? Nicht ganz. Es ist vor allem ein Hopfensmoothie mit viel, viel Inhalt.

Massenproduziertes Bier ist billig hergestellt, aus 08/15-Zutaten gebraut und waaaahnsinnig verwässert. Daher schmeckt es nur nach wenig oder im schlimmsten Fall – wie bei Oettinger – auch mal nach Klo. Bei guten Bieren ist es nicht anders als bei guten Speisen: Will man, dass mehr und vor allem gute Zutaten drinstecken, muss man dafür auch tiefer in die Tasche greifen. Die Craftbrauer unseres Vertrauens benutzen also gefragte, qualitativ hochwertige und deshalb teure Rohstoffen, um uns ein leckeres Bier zu kredenzen.

Jede Menge gute Tropfen: In Hamburger Fachgeschäften wie dem Craft Beer Store kommen keine Massenprodukte ins Regal.

HOPFEN – das grüne Gold

Der Preis für Hopfen wird auf dem internationalen Markt von Angebot und Nachfrage bestimmt. Da die Craft-Beer-Szene in den vergangenen Jahren in vielen Ländern gewachsen ist, sind auch die Nachfrage nach besonderen Hopfensorten und somit auch ihre Einkaufspreise gestiegen. Prominentes „Opfer“ ist der Citra-Hopfen aus den USA: Er ist mega beliebt unter den Hopheads und daher sehr teuer geworden in den letzten Jahren. Ein Kilo Citra kostet um die 80 bis 90 Euro. Noch vor ein paar Jahren lag der Preis bei weniger als der Hälfte! Auch Dry Hopping (auf Deutsch: Hopfenstopfen) liegt im Trend. Wie der Name vermuten lässt, braucht man für dieses Verfahren jede Menge Hopfen – auch das macht das fertige Bier am Ende natürlich teurer.

MALZ – ein teurer Spaß

Im Mittelalter galt Weizenbier als Getränk der Fürsten und Könige. Klar, damals war das vor allem der Knappheit dieses edlen Getreides geschuldet, aber so ein Körnchen kann auch heutzutage noch recht teuer sein. Wird es lange veredelt oder – wie bei Rauchmalzen – zusätzlich behandelt, kann dies die Geldbörse des Braumeisters gut strapazieren. Zudem stecken in fast jedem Craft Beer deutlich mehr Malze als bei industriell hergestelltem Bier.

LAGERUNG – weniger Kopp, mehr Kosten

Einen weiteren Faktor stellt die Lagerung von Jungbier in Gärtanks da. Aus Kostengründen verweilt industriell gefertigtes Bier meist eine Woche in der Lagerung. Die Lagerung stellt unter anderem sicher, dass Alkaloide, die wir nicht im Bier haben wollen, auf natürliche Weise herausgefiltert werden. Ja, das sind die bösen Fuselstoffe, die für unser Kopfaua am Folgetag zuständig sind. Je länger man dem Bier Zeit zum Ruhen gibt, desto besser und sauberer ist es am Ende. Unter dem Gütesiegel Slow Brewing haben sich mittlerweile sogar Brauereien zusammengeschlossen, die für eine langsame und schonende Brauweise stehen.

Das teuerste Bier der Welt

… kommt übrigens aus Bayern. Woher auch sonst? Bei Schorsch Bräu wird ein Eisbock produziert, der einen Alkoholgehalt von 57 Prozent erreicht. Dies geschieht durch Einfrieren eines ohnehin schon alkoholreichen Bockbiers. Durch die lange Lagerung von mindestens vier und bis zu sechs Monaten, erreicht der Eisbock sein hohes Alkoholvolumen. Er ist damit das stärkste und mit knapp 100 Euro für 0,2 Liter auch das teuerste Bier der Welt. Und soll ich euch was sagen? Der teure Tropfen lohnt sich richtig!

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

/Fotos: Henning Angerer


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

 

BierSZENE: Diese 6 Biere MUSST du probieren!

Hamburg, halt dich fest: Ich verrate euch die „Biere meines Lebens“. Diese sechs glorreichen Sude haben mich in den letzten Jahren einfach umgehauen – und glaubt mir, ich habe viele Biere probiert. SEHR viele. Die Besten der Besten gibt’s jetzt. Hier. Für euch. Und los!

1. Hoppebräu: West Coast IPA

Was für eine Hopfengranate! Das West Coast IPA von Markus Hoppe aus Oberbayern ist sehr jung (geb. 2017) und mächtig feierwütig. Schluck für Schluck verwandelt das American IPA deinen Gaumen in eine Karibik-Party: super süffig, mega weich, fein perlig. Aber Vorsicht: Im Abgang schlagen die 90 IBU durch und kleben präsent bitter im Rachen. Kein Getränk für Hopfenspießer!

2. McGargles: Fancy Frank’s Lager

Das Glück der Iren liegt – in diesem Bier! Fancy Frank’s Lager ist ein absolutes „Must-drink“ von der grünen Insel. Toll würzig, schön schlank und dazu noch super selten, denn die McGargles-Familie hat sich mit dem Lager an einen für Irland ganz und gar untypischen Bierstil gewagt. Lagertest bestanden – und wie!

West Coast IPA, Vancouver Weisse und Clear Alcohols Are For Rich Women On Diets

3. Bierfabrik: Clear Alcohols Are For Rich Women On Diets

Sebastian Mergel von der Berliner Bierfabrik ist für mich der „King of Barrel-aged Beer“ und mit diesem fassgelagerten Rauchbier hat der Brauer und frühere Winzergeselle (!) endgültig Heldenstatus erreicht. Das Geheimnis: Sebastian hat seinen Rauchbock The Swanson für 4 Monate in einem Holzfass aus amerikanischer Eiche gelagert; vorher reifte darin noch Pinot Noir aus der Pfalz. Das Ergebnis: ein butterweicher Bock, ein schokoladig-fruchtig-herber Gaumenstreichler – einfach ein Traum (mit einem seeeeeeehr langen Namen).

Der „King of Barrel-aged Beer“: Sebastian Mergele von der Berliner Bierfabrik

4. Ratsherrn: Dreizack

Dieses Bier ist eine Offenbarung! Und für mich der geilste Coup von Ratsherrn-Braumeister Ian Pyle. Das Belgian Tripel fährt mit 8,4 % Vol. voll auf. Diesen hohen Alkoholgehalt schmeckt man null, stattdessen tanzt der Dreizack fruchtig und weich über die Geschmacksknospen. Und das Allerbeste: Aus erster Bierquelle weiß ich, dass die neue Charge des Dreizacks kurz vor Abfüllung steht. Ab November fließt er wieder – im Craft Beer Store von Ratsherrn oder beim Bierdealer deines Vertrauens.

5. Steamworks: Vancouver Weisse

Sauerbiere sind in – und dieses Sauerbier ist der Kracher! Die Vancouver Weisse wird von Steamworks in Kanada im Berliner Stil gebraut und mit frischen Himbeeren fermentiert. Es entsteht: ein trockener, saurer Hochgenuss. Die Himbeeren kommen erst im Abgang, dann aber volle Pulle zur Geltung. Insidertipp: Ich habe noch drei Fässer des limitierten Sondersuds im Alten Mädchen auf Vorrat. Come in and drink out.

Katerfrühstück Vanilla Stout, Fancy Frank’s Lager und Dreizack

6. Schoppe Bräu: Katerfrühstück Vanilla Stout

Holy Shit! Dieses Katerfrühstück knallt mit 12 Prozent und der ultimativen Vanilledröhnung. 200 Vanilleschoten haben die Brauer von Schoppe Bräu aus Berlin mühsam per Hand ausgeschabt und daraus dieses Imperial Vanilla Stout zusammengebraut. Würzig, zimtig, nelkig, geil: Dieser teuflisch gute Kater lohnt sich.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

PS: Die Zusammenstellung dieser Liste basiert auf meinem persönlichen Ranking bei Untappd. Über Jahre hinweg habe ich jedes Bier sorgfältig verkostet, bewertet und nun für euch meine absoluten Favoriten herausgefiltert.

 /Fotos: hfr


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

 

BierSZENE. Bunthaus Schankraum: Läuft bei dir, Wilhelmsburg!

Sie sind Hamburgs Sauerbier-Pioniere – und die einzigen Elbinsel-Brauer der Stadt: Jens und Jens von der Bunthaus Brauerei haben Wilhelmsburg endlich wieder eigenes Bier geschenkt. Das fließt jetzt auch im frisch eröffneten Bunthaus Schankraum. Und bald in Flaschen! Ich habe die beiden in ihrem neuen Taproom besucht.

Foto: Bunthaus

In Wilhelmsburg geht’s ab! Das ehemalige Wasserwerk am Inselpark hat sich in den letzten Monaten in den Kulinarischen Campus verwandelt – für Events, Genuss und Bier! Ins alte Verdüsungs-Gebäude auf dem Wasserwerk-Gelände ist nämlich nicht nur das Café Schmidtchen eingezogen, sondern Ende September auch die Bunthaus Brauerei mit ihrem allerersten Schankraum.

Aus fünf Hähnen läuft jetzt jeden Donnerstag und Freitag ab 18 Uhr bestes Craft Beer. Dazu gibt’s passende Snacks und ordentlich Nachbarschafts-Schnack.

Bunthaus

Jens Hinrichs

Hinter Bunthaus stecken die Brauer Jens Block und Jens Hinrichs. Beide leben seit Jahren in Wilhelmsburg: „Für uns war deshalb klar: Wenn wir eine Brauerei aufmachen, dann natürlich in unserem Viertel. Das gilt auch für unseren Schankraum“, erzählt mir Jens Hinrichs, während ich staunend durch den Raum blicke.

Bunthaus

Jens Block

Was für ein irrer Ort! An den Wänden haben Zeit und Wasser eine geniale Patina erzeugt, dazu Eichenholzfußboden, Holzmöbel – und gutes Bier natürlich.

Kulinarischer Campus. Wir gehen dann mal wieder studieren. Foto: Kulinarischer Campus

Im Kommen: Wilhelmsburger Flaschen-Bier

„Wilhelmsburg ist ein Dorf. Man kennt sich, man trifft sich. Jetzt eben auch bei uns im Schankraum. Die Leute wollen Wilhelmsburger Bier trinken.“ Kein Wunder also, dass Jens und Jens auch in den kommenden Wochen weiter aufdrehen: Über Crowdfunding haben sie gerade die Finanzierung für eine eigene Flaschenabfüllanlage erfolgreich abgeschlossen. Ab Ende Oktober gibt es ihr Bier – vom fancy IBA bis zur crazy Gose – endlich auch zum Mitnehmen.

„Wir planen außerdem einen klassischen Brew extra für Wilhelmsburg. So einen, den sich die Leute dann auch gerne mal beim Kiosk rausholen“, verrät Jens.

Außerdem setzten sie auf Foodpairing und holen sich wechselnde Biere von befreundeten Brauern an den Hahn. „Wir wollen einfach die Biervielfalt feiern.“

Richtig so.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

Bunthaus Schankraum / Wasserwerk Wilhelmsburg / Kurdamm 24 / Hamburg / Donnerstag + Freitag ab 18 Uhr

 /Fotos: Bunthaus/Kulinarischer Campus/ hfr


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

BierSZENE: Sauer macht lustig

Biersommelier Daniel Elich über the next big Bier-Trend: Sauerbier. Klingt komisch, ist aber phänomenal lecker

Sauerbiere – das können viele verschiedene Braustile sein. Charakteristisch ist aber bei allen (Achtung: Überraschung!) der säuerliche Geschmack. Dieser kommt von der Milchsäure, die neben Alkohol und Kohlensäure während der Gärung entsteht.

Alle, die jetzt denken, „Was haben diese durchgedrehten Craft-Beer-Irren da jetzt schon wieder verbrochen?“, dürfen sich kurz entspannt zurücklehnen. Denn das sauer-köstliche Zeug war in früheren Zeiten schlicht normal.

Die Möglichkeiten der Pasteurisierung (= Abtöten von Keimen und Mikroorganismen) sorgten dafür, dass der säuerliche Geschmack Ende des 19. Jahrhunderts aus deutschen Bieren verschwand. Dabei wäre sogar fast die Berliner Weisse verloren gegangen. (Wir hätten dich sehr vermisst!)

Umso schöner, dass Brauer aus der ganzen Welt diesen Geschmack wieder aufleben lassen. Für manche mag dieser Trend etwas gewöhnungsbedürftig sein, für andere ist er die erfrischende Bieroffenbarung schlechthin.

Ich zähle (wie so oft) zu den Letzteren und präsentiere euch voller Stolz meine aktuellen Lieblingssauerbiere und etwas Passendes zu Futtern dazu. Viel Vergnügen.

Ratsherrn & Zagovor – Apricot Uprising
Sauerbier

Apricot Uprising

Ein Sauerbier nach Berliner Art, in Hamburg gebraut. Ein ordentlicher Weizenanteil und Milchsäurebakterien sind bei diesem leckeren Ding am Start. Die russische Brauerei Zagovor hat der Hamburger Brauerei Ratsherrn Pfirsiche mitgebracht, die schnurschtracks in den Braukessel gewandert sind. Herausgekommen ist ein leichtes, einsteigerfreundliches Sauerbier. Wieso? Es überfordert nicht mit zu viel Säure. Die fruchtigen Aprikosennoten schmeckt man deutlich.

Dazu: Omas Aprikosen-Sahne-Torte ist der Knaller zu diesem Bier. Sauer und süß machen verdammt lustig!

Buddleship – Aufklärung

Sauerbier

Die andere Hamburger Brauerei mit einem tollen Gose! Trocken, leicht salzig und herrliche Noten, die an Limette und Minze erinnern. Habe ich schon erwähnt, dass ich diese Kombination liebe? Aus gutem Grund in den letzten Wochen ausverkauft und ab heute wieder im Handel erhältlich. Das Wochenende kann kommen!

Dazu: Buddleship und Hafen? Passt… Meine Empfehlung daher: Ein leckeres Fischbrötchen an den Landungsbrücken (Brücke 10!) und dazu eine Aufklärung, besser geht’s nicht!

Stone Brewing – White Geist Berliner Weisse

Sauerbier

Die Hauptstadt, auch in Sachen Craft Beer, darf hier natürlich nicht fehlen. Mit dem „White Geist – Berliner Weisse“ braut Stone Brewing ein Sauerbier, welches recht vollmundig für eine Weisse ist und nach reifen gelben Äpfeln schmeckt.

Dazu: Apfelkuchen mit Boskoop Äpfeln aus dem Alten Land.

 

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

BierSZENE – Angeberwissen: 5 Fakten über Hopfen, ohne die Biernerds nicht weiterleben können

Liebe Craft-Beer-Fans,

beim Thema Hopfen drehen in der Craft-Beer-Szene gelegentlich alle ein bisschen durch – im positivsten Sinne und natürlich völlig zu Recht. Denn die kleinen Knospen sind geschmacklich ganz groß. In Deutschland ist gerade Hopfenernte angesagt.

Genau die richtige Zeit, um sich mit dem grünen Gold ein bisschen näher zu beschäftigen. Merkt euch fleißig, was ihr gleich lest. Denn mit folgende Fakten könntet ihr eure Dates heute Abend maßlos von euch beeindrucken oder euren Freunden zeigen, dass ihr definitiv der coolste Checker unter den Biertrinkern seid.

Es ist also nicht übertrieben, wenn ich sage, dass diese Liste euer Leben für immer verändern könnte.

BierSZENE

1) Das größte deutsche Hopfenanbaugebiet liegt in Hallertau.

Wo? Genau! Das fast 19.000 Hektar große Hopfenanbaugebiet liegt jeweils zur Hälfte in Ober- und Niederbayern. 83 Prozent des deutschen Hopfens haben hier ihre Wurzeln. Das entspricht gut einem Drittel der weltweiten Hopfenernte. Bereits seit dem 8. Jahrhundert wird in der Hallertau Hopfen angebaut.

2) Hopfen wächst bis zu 2,1 Meter pro Woche.

Hopfen ist eine Kletterpflanze, die bis zu 30 Zentimeter pro Tag wächst. Kein Wunder, dass man für solch wuchernden Pflanzen früher jede Menge Erntehelfer brauchte. Bis zu 200.000 Hopfenzupfer kamen jedes Jahr in der Erntezeit in die Hallertau. Mit den Erntemaschinen in den 1950er Jahren gingen aber auch die Erntehelfer. Heute schaffen Familienbetriebe die Ernte oft allein – moderne Technik macht es möglich.

BierSZENE

3) Bei Hopfen benutz man nur den weiblichen Teil der Pflanze – bei Cannabis auch.

Hopfen und Cannabis gehören beide zur Familie der Hanfgewächse. Bei Cannabis machen ausschließlich die unbefruchteten, weiblichen Knospen high oder stoned. Das ist bei Hopfen ganz ähnlich: Nur die weiblichen Blüten enthalten Hopfenöle, Bitter- und Gerbstoffe, die essentiell fürs Brauen sind. Deshalb werden die weiblichen Pflanzen streng von den männlichen Pflanzen getrennt, die sie bestäuben könnten.

4) Rund 700 Hopfensorten gibt es auf der Welt

Etwa 200 Sorten davon werden auch tatsächlich zum Brauen benutzt – Tendenz steigend. Botaniker und Hopfenbauer kreuzen gerne verschiedene Hopfen, um ausgestorbene Sorten wiederzubeleben oder um neue zu kreieren.

5) Crystal, Sorachi Ace und Galaxy sind nicht die Kinder von Jamie Oliver, sondern Aromahopfen

Klassische Hopfen (Bitterhopfen) verleihen Bier seinen typisch bitteren Geschmack. Aromahopfen hingegen lösen komplexere Geschmacksnoten aus und verleihen vielen modernen Craft Bieren Charakter. Sie besitzen einen eher geringen Anteil an Bitterstoffe. Da aber auch die in einem Bier benötigt werden, braucht man von ihnen im Verhältnis mehr zum Brauen als von Bitterhopfen. Durch einen hohen Anteil an Aromaölen, die für den blumig-fruchtigen Facettenreichtum sorgen, sind Aromahopfen aber auch teurer als Bitterhopfen. Einer der Gründe, warum kommerzielle Brauereien sie nicht so oft verwenden. In der Craft-Beer-Szene wird für solche Aromabomben allerdings gerne einmal der eine oder andere Groschen mehr ausgegeben.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

BierSZENE – Das sind die verrücktesten Biere des Sommers

Good, better, Craft Bier! – Die verrücktesten Biere des Sommers. Bier-Sommelier und Kolumnist Daniel Elich kennt sie

Craft Beer Days

Klassentreffen der Brauereien bei den Craft Beer Days. Foto: Craft Beer Days

Die Summer Craft Beer Days haben’s mal wieder gezeigt: Hamburg hat verdammt großen Durst – und so richtig Bock auf Bier! Letztes Wochenende hielten 4.500 Hanseaten in den Schanzenhöfen ihre Gläser unter die Hähne. Ihr Objekt der Begierde: Bier, Bier und noch mehr Bier. Genauer gesagt: 125 Craft-Biere von 28 Brauern aus ganz Europa. Auch ich hab mich durchprobiert von Aprikosen-Bier bis Fischsaucen-Brew.

Hier kommen meine größten Sommer-Schätzchen für euch:

Affenkönig & Aprikosenaufstand
Brew Age

Affenstarker Auftritt von Brew Age. Foto: privat

 

8,2 % und kein bisschen leise: Der Affenkönig von Brew Age ist ein echt imperiales IPA. Mega fruchtig, hammerherb. Damit hat die Wiener Brauerei einen bierischen Hit gelandet, den ich auch in Kürze im Alten Mädchen an den Hahn hole. Ein absoluter Summer’s Favorite!


Wem bei den affenstarken Umdrehungen zu schnell die Birne knallt, der kann sich auch auf den Aprikosenbaum retten. Denn gemeinsam mit der Zagovor Brewery aus Moskau hat Ratsherrn ein famoses Apricot Sour Wheat Ale gebraut. Sein Name: Apricot Uprising. Sein Style: irre frisch-fruchtig und ein bisschen sauer. Kein Wunder, is ja auch ein Sauberbier.

Gose Morning & Good Afternoon
Craft Beer days Bunthaus

Jen und Jens von Bunthaus: Neues aus Wilhelmsburg. Foto: Bunthaus

Apropos Sauerbier: Der Preis für das verrückteste Hamburger Bier des Sommers geht an … (Trommelwirbel) … Jens und Jens von Bunthaus aus Wilhelmsburg! Mit ihrer Gose Morning Vietnam haben sie den Vogel abgeschossen. Ich zitiere: „Diese Gose wurde mit Limette, Zitronengras und Koriander gebraut. Das stiltypische Salz haben wir durch vietnamesische Fischsauce ersetzt.“ Yesyesyes, richtig gehört: Bier mit FISCHSAUCE! Wie immer gilt: Nur die Harten kommen in den Biergarten, nur die Extra-Harten in den Bierhimmel. Will heißen: Probiert dieses Bier! Es ist ein Erlebnis.

Craft Beer Day

Next Level please. Foto: Jennifer Meyer

Jede Menge erleben könnt ihr auch mit dem Earl Grey IPA Five O’Clock von Next Level Brewing aus Wien. Das India Pale Ale mit schwarzem Tee weckt Kopf und Geschmacksknospen. In der letzten Kolumne hab ich ja schon einmal davon berichtet, jetzt konnte ganz Hamburg das fancy Craft Beer kosten – und ist: very amused. Wer’s verpasst hat: Auch das gibt’s in Kürze im Alten Mädchen am Hahn.

Und was geht sonst so?

Ich könnte noch ewig weitermachen – mit den Superbieren der Superfreunde, der knallpinken Vancouver Weiße von Steamworks und, und, und. Aber: Für heute ist erstmal Schluss. Nur noch eine Sache unter uns: Sauerbier wird DER Trend in 2018. Top, die Wette gilt …

Vancouver meets Berlin: Vancouver Weiße – mit Himbeeren knallig gepimpt

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

/ Beitragsbild: Henning Angerer


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!