Der große Fischbrötchen-Check

Ob in der Pause oder als Mitternachtscheck – ein Fischbrötchen ist immer eine gute Option. Unsere Kollegin Jana Belmann hat eine Woche lang jeden Tag ein Fischbrötchen gefuttert. Ihr Resümee:

Brücke 10: Elbe pur

Es ist 13 Uhr an den Landungsbrücken. Eine Schlange von Touris bildet sich vor der Brücke 10 und die Fischbrötchen gehen im Akkord über die Theke. Trotz des Ansturms halte ich nach nicht mal drei Minuten das Brötchen meiner Wahl in den Händen. Ob Winter oder Sommer, hier kann man zu jeder Jahreszeit draußen sitzen, in Decken gewickelt und auf Lammfelle gekuschelt. Aus den Lautsprechern klingt der leise Sound einer Gitarre und das Wasser der Elbe schwappt gegen den Steg. Während mir die Sonne ins Gesicht scheint, beiße ich in ein Brötchen mit geräucherter Makrele (4,50 Euro). Die ist gut gewürzt und saftig. Da stört auch das etwas trockene Brötchen kaum. Bei dieser Aussicht und der Auswahl an zehn verschiedene Fischbrötchen kann man nichts falsch machen.

Preis/ Leistung 4/5
Geschmack 4/5
Flair 5/5
Lage/Erreichbarkeit: St. Pauli-Landungsbrücken 10 (St. Pauli). S1, S2, S3, U3 oder Bus (111, 112) bis Landungsbrücken

Fisch Loop: Traditionsgeschäft

An einem Nachmittag mitten in der Woche verschlägt es mich ins Fisch Loop. Gähnende Leere. Um die Mittagszeit ist hier wohl mehr los als um 17 Uhr. In diesem Traditionsgeschäft fühle ich mich in die 80‘er Jahre zurückversetzt. Die Kacheln sind grau, auf manchen sind bunte Schiffe abgebildet. Quer durch den Laden erstreckt sich eine riesige Theke aus denen ganze Fische mit Eis bedeckt in Richtung des Besuchers glubschen. Das günstige Brötchen mit Räucherlachs wird frisch mit drei großen Stücken Lachs belegt, dann noch ein Salatblatt, Zwiebeln – fertig. Zum puren Geschmackserlebnis hätte noch ein wenig Sauce gefehlt. Dieser Laden versteht sein Handwerk, frischen Fisch gibt’s hier allemal.

Preis/Leistung 4/5
Geschmack 3/5
Flair 3/5
Lage/Erreichbarkeit: Straßburger Straße 15 (Dulsberg).
U1 bis Straßburger Straße

Kleine Haie große Fische: Bier, Schnack und Fisch

Anstatt die alkoholbedingte nächtliche Heißhungerattacke mit einem Döner zu stillen, sollte man lieber zum Fischbrötchen greifen. Bei Kleine Haie große Fische gibt’s die frisch belegt und einen netten Schnack gratis dazu. Am Wochenende treffen sich hier die Nachtschwärmer auf engstem Raum für einen Mitternachtssnack. Ein Stammgast empfiehlt mir den Stremellachs mit etwas Chilisauce. Ich folge der Empfehlung, aber ohne die Chilisauce. Das Brötchen ist fix fertig: mit saftigem Fisch, Salat und frischen Gurkenscheiben. Zusätzlich noch mit etwas Butter bestrichen – wirklich lecker. Auf der Bank vor dem kleinen Laden beobachte ich wie sich der Kiez langsam mit Menschen füllt, um die Nacht zum Tag zu machen.

Preis Leistung 4/5
Geschmack 4/5
Flair 4/5
Lage/Erreichbarkeit: Querstraße 4 (St. Pauli). S1, S2, S3 oder mit dem Bus (111, 36, 37) bis Reeperbahn

Veddeler Fischgaststätte: Futtern wie bei Muttern

Die Veddeler Fischgaststätte ist eine echte Institution in Hamburg. Seit mehr als 80 Jahren wird hier frischer Fisch auf dem Teller und im Brötchen serviert. Obwohl das kleine Häuschen sich momentan mitten in einer Baustelle befindet, lasse ich mich vom äußeren Eindruck nicht täuschen. Im Inneren empfängt mich ein uriger Gastraum mit Seemannsknoten und alten Fischernetzen an den Wänden. In diesem Häuschen sieht alles noch genauso aus wie damals, als Hans Albers noch lebte! Leider gibt’s nur zwei Fischbrötchen zur Auswahl: Fischfrikadelle oder Backfisch. Letzteres schmeckt tatsächlich knackfrisch. Bei meinem nächsten Besuch werde ich aber eine große Portion Fisch mit Kartoffelsalat probieren.

Preis/Leistung:4/5
Geschmack 3/5
Flair 4/5
Lage/Erreichbarkeit: Tunnelstraße 70 (Veddel). S3, S31 bis Veddel

Eier Carl: Das Gesamtpaket

Ein Fischbrötchen mit Lachs kostet hier stolze 4,80 Euro. Ich habe es trotzdem probiert und wurde vollends überzeugt. Eier Carl ist ein Restaurant direkt gegenüber von der Fischauktionshalle mit einer kleinen Auswahl an frisch zubereiteten Fischbrötchen. Als die Kellnerin meine Bestellung an den Tisch bringt, werde ich angelächelt von einem wunderschönen Salatblatt, einer gigantischen Menge Lachs und Zwiebeln. Die Innenseiten sind leicht mit Remoulade bestrichen. On Top gibt’s noch kleine Gewürzgurken. Einfach lecker. Wenn das Wetter mitspielt, kann man auf dem weitläufigen Platz sehr schön draußen sitzen, das turbulente Treiben am Hafen beobachten und die letzten Sonnenstrahlen genießen.

Preis/Leistung 4/5
Geschmack 5/5
Flair 4/5
Lage/Erreichbarkeit: Fischmarkt 3 (St. Pauli). S1, S2, S3, U3 bis Landungsbrücken oder Bus 111 bis Fischauktionshalle

Texte und Fotos: Jana Belmann 


Who the fuck is…

 

…Jana Belmann?
Mindestens bis Weihnachten kann die 23-Jährige jetzt keine Fischbrötchen mehr sehen. Für SZENE HAMBURG Uni-Extra (erschienen im Oktober 2017) probierte die Lüneburger KuWi-Studentin eine Woche lang jeden Tag einen anderen Fischimbiss aus. Jetzt weiß Jana, wo der Lachs am besten schmeckt.


 Der Text ist ein Auszug aus dem SZENE HAMBURG Uni-Extra (Ausgabe Herbst/Winter 2017/18) 


BierSZENE. Bunthaus Schankraum: Läuft bei dir, Wilhelmsburg!

Sie sind Hamburgs Sauerbier-Pioniere – und die einzigen Elbinsel-Brauer der Stadt: Jens und Jens von der Bunthaus Brauerei haben Wilhelmsburg endlich wieder eigenes Bier geschenkt. Das fließt jetzt auch im frisch eröffneten Bunthaus Schankraum. Und bald in Flaschen! Ich habe die beiden in ihrem neuen Taproom besucht.

Foto: Bunthaus

In Wilhelmsburg geht’s ab! Das ehemalige Wasserwerk am Inselpark hat sich in den letzten Monaten in den Kulinarischen Campus verwandelt – für Events, Genuss und Bier! Ins alte Verdüsungs-Gebäude auf dem Wasserwerk-Gelände ist nämlich nicht nur das Café Schmidtchen eingezogen, sondern Ende September auch die Bunthaus Brauerei mit ihrem allerersten Schankraum.

Aus fünf Hähnen läuft jetzt jeden Donnerstag und Freitag ab 18 Uhr bestes Craft Beer. Dazu gibt’s passende Snacks und ordentlich Nachbarschafts-Schnack.

Bunthaus

Jens Hinrichs

Hinter Bunthaus stecken die Brauer Jens Block und Jens Hinrichs. Beide leben seit Jahren in Wilhelmsburg: „Für uns war deshalb klar: Wenn wir eine Brauerei aufmachen, dann natürlich in unserem Viertel. Das gilt auch für unseren Schankraum“, erzählt mir Jens Hinrichs, während ich staunend durch den Raum blicke.

Bunthaus

Jens Block

Was für ein irrer Ort! An den Wänden haben Zeit und Wasser eine geniale Patina erzeugt, dazu Eichenholzfußboden, Holzmöbel – und gutes Bier natürlich.

Kulinarischer Campus. Wir gehen dann mal wieder studieren. Foto: Kulinarischer Campus

Im Kommen: Wilhelmsburger Flaschen-Bier

„Wilhelmsburg ist ein Dorf. Man kennt sich, man trifft sich. Jetzt eben auch bei uns im Schankraum. Die Leute wollen Wilhelmsburger Bier trinken.“ Kein Wunder also, dass Jens und Jens auch in den kommenden Wochen weiter aufdrehen: Über Crowdfunding haben sie gerade die Finanzierung für eine eigene Flaschenabfüllanlage erfolgreich abgeschlossen. Ab Ende Oktober gibt es ihr Bier – vom fancy IBA bis zur crazy Gose – endlich auch zum Mitnehmen.

„Wir planen außerdem einen klassischen Brew extra für Wilhelmsburg. So einen, den sich die Leute dann auch gerne mal beim Kiosk rausholen“, verrät Jens.

Außerdem setzten sie auf Foodpairing und holen sich wechselnde Biere von befreundeten Brauern an den Hahn. „Wir wollen einfach die Biervielfalt feiern.“

Richtig so.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

Bunthaus Schankraum / Wasserwerk Wilhelmsburg / Kurdamm 24 / Hamburg / Donnerstag + Freitag ab 18 Uhr

 /Fotos: Bunthaus/Kulinarischer Campus/ hfr


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

FoodSZENE: Jasmin unterwegs #1

Kaum eine Woche vergeht, ohne dass nicht irgendwo in Hamburg ein neues Lokal eröffnet. Hier drei heiße Tipps von Food-Redakteurin Jasmin Shamsi

Foto: Sophia Herzog

Little Amsterdam – Grachtenflair am Isebekkanal

Aus dem Lautsprecher schallt Elvis’ „Crazy Little Thing Called Love“, auf der Theke stehen Teller mit gegrillten Sandwiches bereit, und in allen Ecken scheint es zu sprießen und zu blühen: Das neu eröffnete Little Amsterdam an der Ecke Lehmweg/Klosterallee versprüht eine Gemütlichkeit, wie man sie auch aus der niederländischen Hauptstadt kennt. Mit großen Sprossenfenstern, flauschigen Wolldecken, Lichterketten und ein paar knalligen Farbakzenten bietet das ehemalige WC-Häuschen ausreichend Sitzplätze – ausschließlich draußen, mutig für Hamburg! – und einen freien Blick auf den Isebekkanal. Die Karte ist übersichtlich: bunte Salat-Bowls, saftige vegane Wraps mit Bratlingen und Grillgemüse (mein Tipp!) oder gegrillte Ciabatta-Sandwiches. Kein Grachtenflair ohne Kaffee und Kuchen – Letzterer ist natürlich hausgemacht, vor allem die Rüblitorte ist ein Hit.

Klosterallee 69 (Harvestehude), Telefon 33 37 03 28, Mo-So 11–24 Uhr; www.facebook.com/LittleAmsterdamHH

Otto’s Burger – zurück in St. Georg

2014 eröffnete Otto’s Burger den ersten kleinen Imbiss in der Langen Reihe, jetzt feiert die Gourmet-Burger-Kette nach Standorten in der Schanze, im Univiertel und in Ottensen ihre Rückkehr nach St. Georg. Bei Otto’s Burger wird auf Qualität und lokale Produzenten Wert gelegt. Das Fleisch etwa kommt von Weiderindern aus der Lüneburger Heide, die Schorlen von Hamburger Saftmanufakturen wie Leev oder Schnick Schmack und das Bier unter anderem von der Kehrwieder Kreativbrauerei oder von Wildwuchs. Nach außen gibt sich die Systemgastronomie individuell: Das Interieur ist vom Flair des jeweiligen Stadtteils beeinflusst. In der Langen Reihe geht es schicker zu: Dunkle Farben, rustikale Holzverkleidung, grüne Lederbarhocker und eine goldene Decke aus Metallfliesen lassen auch den Einfluss von Inhaber Daniel MacGowan von Holstein erkennen.

Lange Reihe 40 (St. Georg), Mo-Do 11.30–22.30, Fr-Sa 11.30–23, So 11.30–22 Uhr; www.ottosburger.com

Foto: Sabine Büttner

Gassenhaur – bestes Schnitzel der Stadt

Restaurant & Beisl, so bezeichnet sich ein neuer Laden mitten auf dem Kiez: das Gassenhaur. Es will Qualität und ein bisschen Glamour bieten, aber eben auch „gmiatlich“ sein, bestenfalls sogar ein Ort für gepflegte Absacker. Trotz seiner räumlichen Nähe zum Schmidts Tivoli, will das Gassenhaur auf keinen Fall ein Theaterrestaurant sein. Restaurantleiter ist der gebürtige Tiroler Christoph Wilson, der auch im Dips ’n Stix seine Finger im Spiel hat. Sein Ziel: das beste Wiener Schnitzel in Hamburg zu bieten. Was ihm gelingt – ich habe selten so ein leckeres Schnitzel gegessen. Das Fleisch ist wunderbar zart und die Panierung ein Traum. Jedes Schnitzel wird in der Pfanne gebraten – was seine Zeit braucht und natürlich auch seinen Preis hat. Dazu gibt’s Erdinger Urweisse im Ausschank oder einen frischen mineralischen Sommerwein namens „Frau Mayer“. Bis auf das Fleisch, das aus Österreich geliefert wird, kommen alle in der Küche verwendeten Produkte aus der Region: Die Kartoffeln – pardon, Erdäpfel – zum Beispiel aus dem Alten Land und die Preiselbeeren, raffiniert gewürzt mit einer Prise Szechuan-Pfeffer, aus der Manufaktur Marge Ziegler. Klasse: die volltätowierte und heisere Gastgeberin Julie Rampa. Mit ihrer herzlichen und robusten Art gelingt die perfekte Melange aus österreichischer Esskultur und Kiez-Flair.

Kastanienallee 32 (St. Pauli), Telefon 31 12 31, Mi-So 17–23 Uhr; www.gassenhaur.de

 


Who the fuck is…

 

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. „Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch“, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online und in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG.

jasmin.shamsi@vkfmi.de

BierSZENE: Sauer macht lustig

Biersommelier Daniel Elich über the next big Bier-Trend: Sauerbier. Klingt komisch, ist aber phänomenal lecker

Sauerbiere – das können viele verschiedene Braustile sein. Charakteristisch ist aber bei allen (Achtung: Überraschung!) der säuerliche Geschmack. Dieser kommt von der Milchsäure, die neben Alkohol und Kohlensäure während der Gärung entsteht.

Alle, die jetzt denken, „Was haben diese durchgedrehten Craft-Beer-Irren da jetzt schon wieder verbrochen?“, dürfen sich kurz entspannt zurücklehnen. Denn das sauer-köstliche Zeug war in früheren Zeiten schlicht normal.

Die Möglichkeiten der Pasteurisierung (= Abtöten von Keimen und Mikroorganismen) sorgten dafür, dass der säuerliche Geschmack Ende des 19. Jahrhunderts aus deutschen Bieren verschwand. Dabei wäre sogar fast die Berliner Weisse verloren gegangen. (Wir hätten dich sehr vermisst!)

Umso schöner, dass Brauer aus der ganzen Welt diesen Geschmack wieder aufleben lassen. Für manche mag dieser Trend etwas gewöhnungsbedürftig sein, für andere ist er die erfrischende Bieroffenbarung schlechthin.

Ich zähle (wie so oft) zu den Letzteren und präsentiere euch voller Stolz meine aktuellen Lieblingssauerbiere und etwas Passendes zu Futtern dazu. Viel Vergnügen.

Ratsherrn & Zagovor – Apricot Uprising
Sauerbier

Apricot Uprising

Ein Sauerbier nach Berliner Art, in Hamburg gebraut. Ein ordentlicher Weizenanteil und Milchsäurebakterien sind bei diesem leckeren Ding am Start. Die russische Brauerei Zagovor hat der Hamburger Brauerei Ratsherrn Pfirsiche mitgebracht, die schnurschtracks in den Braukessel gewandert sind. Herausgekommen ist ein leichtes, einsteigerfreundliches Sauerbier. Wieso? Es überfordert nicht mit zu viel Säure. Die fruchtigen Aprikosennoten schmeckt man deutlich.

Dazu: Omas Aprikosen-Sahne-Torte ist der Knaller zu diesem Bier. Sauer und süß machen verdammt lustig!

Buddleship – Aufklärung

Sauerbier

Die andere Hamburger Brauerei mit einem tollen Gose! Trocken, leicht salzig und herrliche Noten, die an Limette und Minze erinnern. Habe ich schon erwähnt, dass ich diese Kombination liebe? Aus gutem Grund in den letzten Wochen ausverkauft und ab heute wieder im Handel erhältlich. Das Wochenende kann kommen!

Dazu: Buddleship und Hafen? Passt… Meine Empfehlung daher: Ein leckeres Fischbrötchen an den Landungsbrücken (Brücke 10!) und dazu eine Aufklärung, besser geht’s nicht!

Stone Brewing – White Geist Berliner Weisse

Sauerbier

Die Hauptstadt, auch in Sachen Craft Beer, darf hier natürlich nicht fehlen. Mit dem „White Geist – Berliner Weisse“ braut Stone Brewing ein Sauerbier, welches recht vollmundig für eine Weisse ist und nach reifen gelben Äpfeln schmeckt.

Dazu: Apfelkuchen mit Boskoop Äpfeln aus dem Alten Land.

 

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

FairGoods 2017 & Veggienale – die Messe für nachhaltigen Lebensstil

Auf der FairGoods treffen sich Hersteller, Händler, Konsument, Verbraucher, alte und neue Hasen und Neugierige, um Ideen für eine bessere Welt auszutauschen und zu erkunden. In Hamburg findet diese Messe am 21.10. – 22.10.2017 statt. Zusätzlich dazu lockt auch die Veggienale. Zwei tolle Messen unter einem Dach. Wir verlosen Tickets!

Reeperbahn Festival 2017. Dicker Dub und große Kochkunst

Nach wie viel Minuten fängt ein Wasserkessel an zu pfeifen? Wie lange dauert es, bis Popcorn aufpoppt? Ein halbes Jahr lang haben Stevan Paul, Autor und Koch, und der Turtle Bay Country Club um den Beginner-Produzenten Matthias Arfmann daran getüftelt, verschiedenste Kochgeräusche punktgenau mit der Musik abzustimmen.

„Ich habe mich selten so weit aus meiner künstlerischen Komfortzone hinausbewegt“, sagt Stevan Paul. Er sei es gewöhnt, als Alleinunterhalter auf den Lesebühnen zu stehen. Mit dem Turtle Bay Country Club allerdings war Teamwork angesagt – und ein großes Maß an Konzentration, um die Töne, die beim Live-Kochen entstehen, minutengenau zu liefern.

Am Sonntag ist James-Brown-Drummer Tony Cook eingetroffen, er wird die Musiker vom Turtle Bay Country Club als Special Guest beim Reeperbahn Festival unterstützen. Für das innovative Format „Cook ’n‘ Dub“ am 20. September im Schmidtchen stehen Milan Meyer-Kaya am Keyboard, Peter Imig am Bass, Sängerin Onejiru am Mikro, Arfmann an der Gitarre und Stevan Paul am Kochgeschirr auf der Bühne. Während Stevan Paul Brot röstet, Humus püriert und Curry-Popcorn aufpoppen lässt, gibt es dazu dicken Dub und große Melodien. Am Ende des Abends wird der Koch sechs bis acht Portionen ins Publikum reichen. Aber keine Angst: Im Hintergrund hat derweil Oliver Trific vom Restaurant Trific das Rezept für weitere 200 Personen nachgekocht. Ein kulturell-kulinarischer Abend ganz nach meinem Geschmack!

Kleiner Tipp: Das Schmidtchen ist nicht besonders groß. Also lieber einen Ticken früher da sein.

/ JS

Reeperbahn Festival 2017
Cook ’n‘ Dub mit dem Turtle Bay Country Club

Schmidtchen Clubhaus St. Pauli
20.9.17, 22 Uhr


Who the fuck is…

 

Foto: Philipp Jung

 

 

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. „Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch“, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online und in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG.

jasmin.shamsi@vkfmi.de

BierSZENE – Angeberwissen: 5 Fakten über Hopfen, ohne die Biernerds nicht weiterleben können

Liebe Craft-Beer-Fans,

beim Thema Hopfen drehen in der Craft-Beer-Szene gelegentlich alle ein bisschen durch – im positivsten Sinne und natürlich völlig zu Recht. Denn die kleinen Knospen sind geschmacklich ganz groß. In Deutschland ist gerade Hopfenernte angesagt.

Genau die richtige Zeit, um sich mit dem grünen Gold ein bisschen näher zu beschäftigen. Merkt euch fleißig, was ihr gleich lest. Denn mit folgende Fakten könntet ihr eure Dates heute Abend maßlos von euch beeindrucken oder euren Freunden zeigen, dass ihr definitiv der coolste Checker unter den Biertrinkern seid.

Es ist also nicht übertrieben, wenn ich sage, dass diese Liste euer Leben für immer verändern könnte.

BierSZENE

1) Das größte deutsche Hopfenanbaugebiet liegt in Hallertau.

Wo? Genau! Das fast 19.000 Hektar große Hopfenanbaugebiet liegt jeweils zur Hälfte in Ober- und Niederbayern. 83 Prozent des deutschen Hopfens haben hier ihre Wurzeln. Das entspricht gut einem Drittel der weltweiten Hopfenernte. Bereits seit dem 8. Jahrhundert wird in der Hallertau Hopfen angebaut.

2) Hopfen wächst bis zu 2,1 Meter pro Woche.

Hopfen ist eine Kletterpflanze, die bis zu 30 Zentimeter pro Tag wächst. Kein Wunder, dass man für solch wuchernden Pflanzen früher jede Menge Erntehelfer brauchte. Bis zu 200.000 Hopfenzupfer kamen jedes Jahr in der Erntezeit in die Hallertau. Mit den Erntemaschinen in den 1950er Jahren gingen aber auch die Erntehelfer. Heute schaffen Familienbetriebe die Ernte oft allein – moderne Technik macht es möglich.

BierSZENE

3) Bei Hopfen benutz man nur den weiblichen Teil der Pflanze – bei Cannabis auch.

Hopfen und Cannabis gehören beide zur Familie der Hanfgewächse. Bei Cannabis machen ausschließlich die unbefruchteten, weiblichen Knospen high oder stoned. Das ist bei Hopfen ganz ähnlich: Nur die weiblichen Blüten enthalten Hopfenöle, Bitter- und Gerbstoffe, die essentiell fürs Brauen sind. Deshalb werden die weiblichen Pflanzen streng von den männlichen Pflanzen getrennt, die sie bestäuben könnten.

4) Rund 700 Hopfensorten gibt es auf der Welt

Etwa 200 Sorten davon werden auch tatsächlich zum Brauen benutzt – Tendenz steigend. Botaniker und Hopfenbauer kreuzen gerne verschiedene Hopfen, um ausgestorbene Sorten wiederzubeleben oder um neue zu kreieren.

5) Crystal, Sorachi Ace und Galaxy sind nicht die Kinder von Jamie Oliver, sondern Aromahopfen

Klassische Hopfen (Bitterhopfen) verleihen Bier seinen typisch bitteren Geschmack. Aromahopfen hingegen lösen komplexere Geschmacksnoten aus und verleihen vielen modernen Craft Bieren Charakter. Sie besitzen einen eher geringen Anteil an Bitterstoffe. Da aber auch die in einem Bier benötigt werden, braucht man von ihnen im Verhältnis mehr zum Brauen als von Bitterhopfen. Durch einen hohen Anteil an Aromaölen, die für den blumig-fruchtigen Facettenreichtum sorgen, sind Aromahopfen aber auch teurer als Bitterhopfen. Einer der Gründe, warum kommerzielle Brauereien sie nicht so oft verwenden. In der Craft-Beer-Szene wird für solche Aromabomben allerdings gerne einmal der eine oder andere Groschen mehr ausgegeben.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

Neu: Hook Dogs gibt’s jetzt auch in der Holstenstraße

Nach Burger kommt Hot Dog, und nach 1 kommt 2. Der Peter-Pane-Ableger Hook Dogs eröffnet seine zweite Filiale in Hamburg: In der Holstenstraße / Max Brauer Allee gibt es jetzt Fritten, Drinks und vor allem mächtige Wurst-Kreationen im Brötchen. Und das funktioniert sogar für Vegetarier

Die Zeichen stehen auf Wachstum. Nachdem erst vor kurzem die erste Filiale des sogenannten Premium-Hot-Dog-Restaurants in Altona an der Bergspitze eröffnete, folgt jetzt bereits die nächste Hook Dogs Station. In der Holstenstraße, Ecke Max Brauer Allee, eröffnete das neue Restaurant, das in Sachen Inneneinrichtung und Konzept seinem Vorgänger exakt gleicht. Klar, es handelt sich um Systemgastronomie, und die hat bekanntlich eine eigene CI, der es zu folgen gilt. Dennoch setzt man, nach eigener Aussage, auf Produkte, die mit  „feinsten Zutaten aus aller Welt und mit frisch gebackenen Brotsorten zubereitet und (…) mit Liebe serviert werden

Klingt gut, ist in der Umsetzung nicht immer einfach. Vor allem das mit der Liebe. Aber in der Holstenstraße glänzt der Service durch zuvorkommende Freundlichkeit und echtem Überblick. Das hat man selten.

Dennoch: Der rote Teppich wird dem Team auch hier nicht ausgebreitet, reservieren muss hier derzeit keiner. Der Premium Hot Dog sei noch nicht etabliert, heißt es auf Nachfrage. „Viele sehen unsere Preise und denken: Hot Dogs kriege ich bei IKEA viel günstiger. Aber das ist kein Vergleich“, erklärt der engagierte und freundliche Mitarbeiter vor Ort. Dennoch, man zähle auf die günstige Lage, schließlich ist das Musical-Theater auch nicht weit weg, und auf die Kraft des Hot Dogs, kurz: die Qualität.

Neu: Hook Dogs in der Holstenstraße

Fritten-Power. Der Avocado-Dip kann was.

Tatsächlich zeigt sich die Speisekarte im Hook Dogs weitaus kreativer als die des schwedischen Möbelhauses. Vom Klassiker mit Röstzwiebeln (5,90 Euro) bis zum Luxus-Teil mit Shrimps (Albatros, 10,80 Euro) ist alles dabei. Zusätzlich kann der Besucher individuell Zutaten variieren und sich den Wunsch-Hot-Dog zusammenstellen, inkl. Auswahl des Fleisches ( Rind oder Hähnchen) und der bevorzugten Brotsorte. Positiv: Auch für Veganer und Vegetarier ist gesorgt. Gewählt können neben verschiedenen Brötchen-Typen auch die Art des Patties: vegetarisch oder vegan auf Quinoa Basis.

Hook Dogs

Veggie-Wurst mit Hummus und Pita Chips. Der Fleischersatz schmeckt ein bisschen fad, dafür ist der Belag ’ne Wucht!

Beispiele: Der Flamenco lockt mit Avocado Fries und Tomatensalsa (8,90 Euro) der Casablanca (Bild) mit Paprika, Hummus und Pita-Chips (8,50 Euro). Natürlich gibt es alle Varianten auch brotlos. Fast Food für Veggies, mal nicht ganz so langweilig wie wir es von anderen Systemgastronomien kennen, wenn auch nicht ganz kostengünstig. Dennoch, ab und zu kann man es sich mal gönnen, zudem jetzt auf der Karte neben den Süßkartoffel- oder klassischen Fritten, Pita-Chips oder Avacado Fries nun auch Maniok Fritten stehen. Ob die allerdings mit jenem im nahe gelegenen Macaibo mithalten können, wagen wir leise zu bezweifeln.

Achja, bevor wir es vergessen. Es darf nicht nur gespeist, sondern auch getrunken werden im Hook Dogs. Zum üblichen Getränkeangebot gesellen sich feine Drinks und Cocktails. Schließlich will das Hook Dogs auch eine Bar sein. Aber, sorry, dafür fehlt der Flair, auch wenn die Drinks schmecken.

Hook Dogs

Drinks für jede Jahreszeit. Neben den bekannten Klassikern gibt’s auch saisonale Kreationen

Fazit: Für leckeres-kalorienreiches-aber-leider-geil-Fast-Food ist das Hook Dogs gelegentlich durchaus einen Ausflug wert. Auch wenn’s Systemgastronomie ist. Probiert es einfach mal aus.

/Text & Fotos/ Beitragsbild: REM


KüchenSZENE: Bowls. Das Glück in Schüsseln

Essen macht gute Laune, Liebe geht durch den Magen – und gemeinsam kochen schweißt zusammen. Wir luden Anne und Felix aus Hamburg zur Küchenparty und zum Rezepte-Test in der Praxis ein. Unser Thema: Bowls. Und das Glück

/ Text & Fotos: Regine Marxen

Das Glück liegt in den Schüsseln. Das sagt die Food-Bloggerin und Autorin Nina Olsson. Die Niederländerin hat im August diesen Jahres im Edel Verlag ihr Kochbuch „Bowls. Schüsseln zum Glück“ veröffentlicht. Auf 192 Seiten präsentiert Nina vegetarische Rezepte vom Frühstück über Suppen bis hin zur Süßspeise. Und jedes Rezept passt in eine Schüssel. Macht’s glücklich? Mal sehen.

Küchenparty

Team Küchenparty: Felix, Anne und die Gastgeber Regine von der SZENE HAMBURG und ihr Freund Stefan (v. li.)

Wir haben Anne und Felix zum Praxis- und Geschmackstest in unsere kleine Versuchsküche gebeten und drei Gerichte herausgepickt. Die Besonderheit: Wir kochen vegan, Anne ist Vegetarierin und verträgt keinen Weizen. Felix isst eigentlich alles. Auch ganz gerne mal ein Stück Fleisch. Mal sehen, ob wir ihn heute satt und zufrieden machen können.

Das Menü
  • Vorspeise Lauchsuppe, eine Cremesuppe mit Kartoffeln und – Überraschung – Lauch
  • Hauptspeise Buddha Bowl, scharfe Kichererbsen, Tofu, Quinoa und Sprosssen mit Kurkumadressing
  • Dessert Limettencreme, Dessert aus Limette, Avocado und Cashewkernen
  • Begleitende Wein Chateau Ventenac Cuvée Carla Rosé (1 Fl, 5,85 Euro) und Lixa Terras do Minho Rosé ( 1 Fl, 4,95 Euro)
Die Vorspeise

Zugegeben, das Menü klingt mächtig; es fiel uns schwer, uns bei der Fülle der leckeren Rezepte zu entscheiden. Denn das muss man Nina lassen: Was sie hier auf Papier serviert, macht Appetit. Also haben wir uns entschlossen, richtig zuzulangen und dafür tagsüber ein wenig zu hungern.

Wir starten mit der Lauchsuppe. Die Zutaten sind für vier Personen bemessen, das passt schon mal perfekt.

KüchenSZENE

Die Lauchsuppe braucht als Pfiff Shichimi togarashi. Das japanische Gewürz gibt es in den gängigen China-Läden. Nicht weglassen! Das wäre schade.

Die gute Nachricht vorweg: Wenn man das Pfund Kartoffeln erst mal geschält und gewürfelt hat, hat man den Großteil der Arbeit schon hinter sich. Die köcheln friedlich auf dem Herd vor sich hin, während Stefan den Lauch in Scheiben schneidet und in der Pfanne mit ein wenig Margarine andünstet. Der Rest unserer Kochgemeinschaft hat kurz Pause. Zeit, zu reden.

Zum Beispiel über das Glück, das sich leider nicht nur durch gutes Essen einstellen mag. Anne und Felix sind beide Sonderpädagogen an einer Hamburger Schule. Und es ist vor allem Anne, die mit ihrem Job hadert. Anspruch und Wirklichkeit, die Forderung nach Inklusion schwächerer und bildungsferner Schüler und das, was sie täglich an der Schule erlebt, gehen weit auseinander. Zu weit. So weit, dass sie unglücklich ist, der Ärger jeden Tag wächst, und die Frage auf dem Tisch liegt: Weitermachen? Oder neue Wege gehen? Das hieße, die Verbeamtung aufzugeben. Ein gewaltiger Schritt in diesen Zeiten. Bleiben oder gehen?

Felix, so scheint es, kann das, was Anne nicht kann: sich abgrenzen. Welchen Stellenwert hat der Job und welchen die Ideale? Schwierige Frage. Wir nippen an unserem Glas Cuvée Carla Rosé, vor uns stappeln sich auf dem Küchentisch die Zutaten, die Dunstabzugshaube surrt hörbar vor sich hin – und wir stellen fest: Eine Küche ist was Feines. Hier finden immer die besten Partys und Gespräche statt, mein absoluter Lieblingsort in der Wohnung.

KüchenSZENE

Der Lauch wird in Scheiben geschnitten und in der Pfanne gedünstet.

Derweil sind die Kartoffeln bissfest und werden zusammen mit dem Lauch, der Mandelmilch, dem Kochwein, der Gemüsebrühe und dem Mandelmus in den Mixer befördert. Eine kleine Prise Shichimi togarashi (gibt’s im Chinaladen) verleiht ihr den letzten Pfiff. Mengenmäßig hätte die Hälfte der Zutaten fast gereicht, vor allem, wenn die Suppe als Vorspeise fungiert. Aber da sie warm und kalt super mundet, löffeln wir den Rest einfach am nächsten Tag im Büro.

KüchenSZENE

Nicht billig in der Herstellung, aber super lecker: Glück zum Löffeln

Was überzeugt? Die cremige Konsistenz, die unkomplizierte Herstellung und auch der Einkauf der Zutaten war relativ einfach zu handhaben. Da Stefan und ich zuhause vegan kochen, haben wir für den durchschnittlichen Haushalt eher ungewöhnliche Lebensmittel wie Mandelmus immer im Haus.

Was überzeugt nicht? Der Preis. Wer alle Zutaten, auch Mandelmus und Co, neu kaufen muss, wird leider festellen, dass die Zutaten insgesamt nicht günstig daher kommen. Mandelmus (in Bio-Qualität) kostet rund 8 Euro im normalen Lebensmittelhandel, und auch die Mandelmilch schlägt ins Kontor.

Insgesamt haben wir rund 24 Euro für die Suppen-Zutaten ausgegeben. Alle Zutaten gab es ohne viel Suchen beim gut sortierten Lebensmittelhändler. Nur für die Gewürze mussten wir zum China-Laden fahren. 

Die Hauptspeise

Der Klassiker der Glücks-Schüsseln: die Buddha Bowl. Derbe gesund, schön anzusschauen, da die Zutaten wunderbar bunt sind. Und, leider, nicht ganz leicht zu kochen. Oder besser, nicht ganz so fix. Hier müssen wir alle mit anpacken.

KüchenSZENE

Eine Schüssel voller Gesundheit: die Buddha Bowl

Proteinreicher Quinoa, Kicherbsen und frische Kurkumawurzel, die besonders nährstoffreich ist. Das klingt verlockend, will aber erst Mal in servierfähige Form gebracht werden. Der Quinoa wird nach Packungsanleitung gegart und bereit gestellt. Achtet beim Abgießen darauf, dass ihr ein möglichst engmaschiges Sieb wählt. Die Kurkumawurzel, wichtig für das Dressing, wird erst geschält und dann fein gerieben. Achtung: Kurkuma färbt im frischen Zustand. Verwendet unbedingt Handschuhe. Es sei denn, ihr steht auf gelbe Hände.

KüchenSZENE

Kurkuma im frischen Zustand meint es ernst: Wer die gelbe Färbung nicht für längere Zeit als schmückendes Element an den Händen mit sich herumtragen möchte, sollte beim Verarbeiten Handschuhe tragen.

Die Süßkartoffel wird von ihrer Schale befreit, in kleine Würfel geschnitten und in der Pfanne gegart. Die Kichererbsen landen ebenfalls in der Pfanne und werden dort kurz angebraten, bevor wir sie mit Chilli, Pfeffer, Salz und Koriander abschmecken. Sojasauce und Tofu sind fix fertig zubereitet, fehlt nur noch die Melone. Wir erinnern uns: Eine Melone hat viele Kerne. Und diese müssen wir entfernen, bevor wir sie in kleine Würfel zerteilen und dann mit den anderen Zutaten in einer großen Schüssel anrichten. Das ist Arbeit und erfordert ein wenig Geduld. Der Lohn: Eine Bowl, die durch die Kombination von Tofu, der Süße besagter Melone, der pikanten Würze der Kichererbsen und der Schärfe von frischen Radieschen besticht. Das Kurkuma-Dressing mit Kreuzkümmel und Tahini ist ein echter Geschmacks-Hammer und sollte unbedingt getrennt serviert werden.

Was überzeugt? Die Vielfältigkeit. Wir haben uns eng an das Rezept gehalten, aber dieses lässt sich ganz leicht variieren. Wichtig ist aus unserer Sicht das Dressing. Das ist gesetzt, der Rest bleibt euren Geschmacksnerven überlassen.

Was überzeugt nicht? Die Mengenangaben. Das Rezept ist auf zwei bis drei Personen ausgerichtet. Das Ergebnis langte locker für vier bis fünf Gäste.

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Ein Schlingel, wer Böses dabei denkt. Der Spiralschneider zaubert aus Wurzeln Gemüsenudeln

Da die Buddha Bowl bunt daher kommt, muss man leider auch viele Zutaten im Vorfeld einkaufen. Ganz unkompliziert und günstig ist das nicht. Für Gäste toll, ansonsten würden wir empfehlen, das Rezept ein wenig abzuspecken, um es alltagstauglicher zu gestalten.

 

Wir haben für diese Hauptspeise rund 33 Euro ausgegeben. Alle Zutaten waren unkompliziert erhältlich, die Kurkumawurzel gab es nur im Bio-Markt. Insgesamt mussten wir nicht mehr als zwei Lebensmittelhändler aufsuchen.

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Satt werden? Kein Problem. Das Rezept ist übrigens auf zwei bis drei Personen ausgelegt.

Nachtisch

Eigentlich sind wir schon ganz schön satt. Daher lassen wir uns mit dem Dessert, der fruchtig-grünen Limettencreme, noch ein wenig Zeit. Wir nutzen die Pause, um Glückskeks-Sprüche zu studieren. Immer wieder ein schönes Gimmick für Gäste und passend zum Motto des Abends. Mein Spruch: „Vergiss nicht, in dir steckt mehr als Du glaubst.“ Weißt Bescheid. 😉

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Das Glück steckt im Keks.

Kurz vor Mitternacht spüren wir wieder einen Hauch von Appetit. Der Wein ist eh alle, Zeit fürs Dessert.

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Die Limettencreme ist schnell gemacht, aber ganz schön gehaltvoll. Avocado, Kokosmilch , Kokosöl, und Cashewkerne werden zusammen mit Limetten- und Zitronensaft, Vanillextrakt und Agvensirup püriert und in Schälchen gefüllt. Achtung: Die Cashewkerne müssen über Nacht in Wasser eingeweicht werden. Diese Zeit müsst ihr einplanen.

Wer mag, kann das Ganze mit Blütenpollen garnieren. Wir haben’s gelassen. Das Budget war ausgeschöpft.

Was überzeugt? Geschmack und die unkomplizierte Herstellung. Tolle Konsistenz, überraschende Zitrusnote. Einfach großartig

Was überzeugt nicht? Das Dessert als Dessert. Das Teil ist einfach zu mächtig. Zudem auch hier die Mengen wieder sehr großzügig bemessen sind.

Wir haben für die Limettencreme insgesamt rund 14 Euro ausgegeben. Alle Zutaten waren unkompliziert im gut sortierten Lebensmittelhandel zu finden. Blütenpollen bekommt ihr im Reformhaus.

Und der Glücksfaktor? Hoch!  Nina Olsson hat ein abwechslungsreiches und kreatives Kochbuch vorgelegt, das definitv Glückspunkte setzen kann. Sogar Felix gibt am Ende des Abends zu: „Bei so einem Essen fehlt mir das Fleisch überhaupt nicht.“

Super, so soll’s sein. Neues entdecken und genießen. Und das schüsselweise. Einfach mal aufs Bauchgefühl hören. Auch im Job. Anne jedenfalls hat sich inzwischen entschieden, ihre Verbeamtung aufzugeben und ins Angestelltendasein zu wechseln.

Glück braucht eben Entscheidungen. Am Herd. Oder im Leben. Guten Appetit!


Vegetarische Bowls. Schüsseln zum Glück ist erschienen im Edel Verlag und kostet 19,95 Euro