BierSZENE – Angeberwissen: 5 Fakten über Hopfen, ohne die Biernerds nicht weiterleben können

Liebe Craft-Beer-Fans,

beim Thema Hopfen drehen in der Craft-Beer-Szene gelegentlich alle ein bisschen durch – im positivsten Sinne und natürlich völlig zu Recht. Denn die kleinen Knospen sind geschmacklich ganz groß. In Deutschland ist gerade Hopfenernte angesagt.

Genau die richtige Zeit, um sich mit dem grünen Gold ein bisschen näher zu beschäftigen. Merkt euch fleißig, was ihr gleich lest. Denn mit folgende Fakten könntet ihr eure Dates heute Abend maßlos von euch beeindrucken oder euren Freunden zeigen, dass ihr definitiv der coolste Checker unter den Biertrinkern seid.

Es ist also nicht übertrieben, wenn ich sage, dass diese Liste euer Leben für immer verändern könnte.

BierSZENE

1) Das größte deutsche Hopfenanbaugebiet liegt in Hallertau.

Wo? Genau! Das fast 19.000 Hektar große Hopfenanbaugebiet liegt jeweils zur Hälfte in Ober- und Niederbayern. 83 Prozent des deutschen Hopfens haben hier ihre Wurzeln. Das entspricht gut einem Drittel der weltweiten Hopfenernte. Bereits seit dem 8. Jahrhundert wird in der Hallertau Hopfen angebaut.

2) Hopfen wächst bis zu 2,1 Meter pro Woche.

Hopfen ist eine Kletterpflanze, die bis zu 30 Zentimeter pro Tag wächst. Kein Wunder, dass man für solch wuchernden Pflanzen früher jede Menge Erntehelfer brauchte. Bis zu 200.000 Hopfenzupfer kamen jedes Jahr in der Erntezeit in die Hallertau. Mit den Erntemaschinen in den 1950er Jahren gingen aber auch die Erntehelfer. Heute schaffen Familienbetriebe die Ernte oft allein – moderne Technik macht es möglich.

BierSZENE

3) Bei Hopfen benutz man nur den weiblichen Teil der Pflanze – bei Cannabis auch.

Hopfen und Cannabis gehören beide zur Familie der Hanfgewächse. Bei Cannabis machen ausschließlich die unbefruchteten, weiblichen Knospen high oder stoned. Das ist bei Hopfen ganz ähnlich: Nur die weiblichen Blüten enthalten Hopfenöle, Bitter- und Gerbstoffe, die essentiell fürs Brauen sind. Deshalb werden die weiblichen Pflanzen streng von den männlichen Pflanzen getrennt, die sie bestäuben könnten.

4) Rund 700 Hopfensorten gibt es auf der Welt

Etwa 200 Sorten davon werden auch tatsächlich zum Brauen benutzt – Tendenz steigend. Botaniker und Hopfenbauer kreuzen gerne verschiedene Hopfen, um ausgestorbene Sorten wiederzubeleben oder um neue zu kreieren.

5) Crystal, Sorachi Ace und Galaxy sind nicht die Kinder von Jamie Oliver, sondern Aromahopfen

Klassische Hopfen (Bitterhopfen) verleihen Bier seinen typisch bitteren Geschmack. Aromahopfen hingegen lösen komplexere Geschmacksnoten aus und verleihen vielen modernen Craft Bieren Charakter. Sie besitzen einen eher geringen Anteil an Bitterstoffe. Da aber auch die in einem Bier benötigt werden, braucht man von ihnen im Verhältnis mehr zum Brauen als von Bitterhopfen. Durch einen hohen Anteil an Aromaölen, die für den blumig-fruchtigen Facettenreichtum sorgen, sind Aromahopfen aber auch teurer als Bitterhopfen. Einer der Gründe, warum kommerzielle Brauereien sie nicht so oft verwenden. In der Craft-Beer-Szene wird für solche Aromabomben allerdings gerne einmal der eine oder andere Groschen mehr ausgegeben.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

BierSZENE – Das sind die verrücktesten Biere des Sommers

Good, better, Craft Bier! – Die verrücktesten Biere des Sommers. Bier-Sommelier und Kolumnist Daniel Elich kennt sie

Craft Beer Days

Klassentreffen der Brauereien bei den Craft Beer Days. Foto: Craft Beer Days

Die Summer Craft Beer Days haben’s mal wieder gezeigt: Hamburg hat verdammt großen Durst – und so richtig Bock auf Bier! Letztes Wochenende hielten 4.500 Hanseaten in den Schanzenhöfen ihre Gläser unter die Hähne. Ihr Objekt der Begierde: Bier, Bier und noch mehr Bier. Genauer gesagt: 125 Craft-Biere von 28 Brauern aus ganz Europa. Auch ich hab mich durchprobiert von Aprikosen-Bier bis Fischsaucen-Brew.

Hier kommen meine größten Sommer-Schätzchen für euch:

Affenkönig & Aprikosenaufstand
Brew Age

Affenstarker Auftritt von Brew Age. Foto: privat

 

8,2 % und kein bisschen leise: Der Affenkönig von Brew Age ist ein echt imperiales IPA. Mega fruchtig, hammerherb. Damit hat die Wiener Brauerei einen bierischen Hit gelandet, den ich auch in Kürze im Alten Mädchen an den Hahn hole. Ein absoluter Summer’s Favorite!


Wem bei den affenstarken Umdrehungen zu schnell die Birne knallt, der kann sich auch auf den Aprikosenbaum retten. Denn gemeinsam mit der Zagovor Brewery aus Moskau hat Ratsherrn ein famoses Apricot Sour Wheat Ale gebraut. Sein Name: Apricot Uprising. Sein Style: irre frisch-fruchtig und ein bisschen sauer. Kein Wunder, is ja auch ein Sauberbier.

Gose Morning & Good Afternoon
Craft Beer days Bunthaus

Jen und Jens von Bunthaus: Neues aus Wilhelmsburg. Foto: Bunthaus

Apropos Sauerbier: Der Preis für das verrückteste Hamburger Bier des Sommers geht an … (Trommelwirbel) … Jens und Jens von Bunthaus aus Wilhelmsburg! Mit ihrer Gose Morning Vietnam haben sie den Vogel abgeschossen. Ich zitiere: „Diese Gose wurde mit Limette, Zitronengras und Koriander gebraut. Das stiltypische Salz haben wir durch vietnamesische Fischsauce ersetzt.“ Yesyesyes, richtig gehört: Bier mit FISCHSAUCE! Wie immer gilt: Nur die Harten kommen in den Biergarten, nur die Extra-Harten in den Bierhimmel. Will heißen: Probiert dieses Bier! Es ist ein Erlebnis.

Craft Beer Day

Next Level please. Foto: Jennifer Meyer

Jede Menge erleben könnt ihr auch mit dem Earl Grey IPA Five O’Clock von Next Level Brewing aus Wien. Das India Pale Ale mit schwarzem Tee weckt Kopf und Geschmacksknospen. In der letzten Kolumne hab ich ja schon einmal davon berichtet, jetzt konnte ganz Hamburg das fancy Craft Beer kosten – und ist: very amused. Wer’s verpasst hat: Auch das gibt’s in Kürze im Alten Mädchen am Hahn.

Und was geht sonst so?

Ich könnte noch ewig weitermachen – mit den Superbieren der Superfreunde, der knallpinken Vancouver Weiße von Steamworks und, und, und. Aber: Für heute ist erstmal Schluss. Nur noch eine Sache unter uns: Sauerbier wird DER Trend in 2018. Top, die Wette gilt …

Vancouver meets Berlin: Vancouver Weiße – mit Himbeeren knallig gepimpt

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

/ Beitragsbild: Henning Angerer


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

 

BierSZENE – Angeberwissen: So verkostet ihr Bier richtig!

Ein Bier fachmännisch zu verkosten unterscheidet sich nicht wirklich von der Verkostung anderer Genussmittel. 

Alles, was ihr braucht, um eure Freunde nachhaltig davon zu überzeugen, dass ihr DER Bier-Checker der Runde seid, sind eure fünf Sinne und ein skeptischer Blick.

Konzentriert euch, schenkt euch einen vielversprechenden Hopfentropfen aus artgerechter Haltung ein und los geht die wilde Verkostungsfahrt, die alle Sinne betört und euch zu einem professionellen Trinker macht.

1. Schenk dir ein: Welches Glas für welches Bier?

Flaschenkinder haben es bei einer Bierverkostung schwer. Wie bei Wein hat ein Glas in der Regel auch bei Bier einen positiven Einfluss auf Haptik, Duft, Geschmack, Schaumbildung und Frische-Eindruck. Da die meisten Bierflaschen getönt sind, sieht man außerdem nur im Glas, ob das Bier eher in einen beglückenden Bernsteinton oder in ein träges Nachtschwarz gehüllt ist.

Hier ein paar Faustregeln zur Wahl des Glases
  • Je heller das Bier, desto schlanker das Glas.
  • Je dunkler das Bier, desto dicker das Glas.
  • Je feiner das Bier, desto feiner das Glas.
  • Je aromatischer das Bier, desto kugeliger das Glas.
  • Je intensiver das Bier, desto kleiner das Glas.
  • Je trüber (hefiger) das Bier, desto schlanker das Glas.
BierSzene

Der erste Eindruck zählt – auch beim Bier. Also schaut zunächst genau hin. Foto: Henning Angerer

Sensorisch gesehen gibt es übrigens kein perfektes Glas. Das Teku-Glas (Das hübsche Ding, das ich auf den Fotos in der Hand halte.) ist aufgrund seiner Form und seiner edlen Optik, der meist verwendete Glas-Typ, kommt bei aromatischen und intensiven Bieren aber an seine Grenzen.

Generell kann Bier aber aus jedem Glas getrunken werden, solange es sauber und nicht warm ist. Auch aus einem Weinglas lässt sich Bier trinken.

2. Hören & Sehen: Nur gucken, nicht anfassen

Lasst am Anfang das Bier zu euch sprechen: Knistert der Schaum? Ist es eher schal? Und wie sieht das Bier aus? Welche Farbe hat es? Ist es trüb oder klar? Ist die Schaumkrone stabil? Ist der Schaum fein- oder grobporig? Nehmt euch ganz bewusst einen Moment Zeit dafür. Diese Eindrücke werden den Geschmack auf eurer Zunge beeinflussen.

3. Riechen: Nimm mal ‘ne Nase voll

Wie schmeckt das Bier? Ist es blumig, fruchtig, säuerlich, süßlich oder scharf? Sehr spannend ist der Geruch übrigens bei kaltgehopften Bieren: Die Kalthopfung prägt, weil sich nur Öle aus dem Hopfen lösen, die das Bier „duften“ lassen, ausschließlich den Geruch. Wurde dem Brausud eine weitere Hopfensorte hinzugefügt als dieser warm (70 Grad) war, unterscheidet sich der Geruch teilweise komplett vom Geschmack. So kann ein Bier nach Nelke und Holunder riechen, aber nach Zitrusfrüchten und Pinie schmecken.

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Die Nase schmeckt mit: Riecht am Bier bevor ihr es probiert. Foto: Henning Angerer

 4. Riechen, schmecken, fühlen, schlucken: Gib dir die volle Dröhnung

Endlich trinken! Beim Antrunk ist eure ganze Aufmerksamkeit gefragt. Atmet den Geruch das Bieres ein, nehmt einen Schluck und lasst ihn auf der Zunge hin- und hergleiten. Vergleicht den Geruchseindruck mit eurem Geschmackseindruck. Schmeckt das Bier bitter, torfig oder schokoladig? Tropisch, grasig oder floral? Schmeckt das Bier trocken (wenig Restzucker) oder eher süßlich (bei hellen Bieren viel Restzucker)? Ist das Bier vollmundig, cremig oder leicht am Gaumen? Perlt das Bier auf der Zunge (Angeber-Fact: Das nennt sich Rezenz.)?

Für viele ein großer Vorteil bei der Bierverkostung: Anders als beim Wein, sollte man das Bier nicht wieder ausspucken. Denn mit dem Nachtrunk (Schlucken) nehmen wir die Nachhaltigkeit der Aromen wahr, vor allem aber, wie bitter das Bier ist. Letzteres spielt bei Wein keine Rolle.

In diesem Sinne: Schenkt euch ‘was Schönes ein.

Prost!

Euer Daniel

/ Beitragsbild: Henning Angerer


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

BierSZENE. Zisch & weg: Meine Top 4 Festivalbiere

Sommer, Sonne, Festivals – vor uns liegt die schönste Zeit des Jahres! Gut, während ich das in die Tasten tippe, schlagen fette Hagelkörner gegen mein Fenster, aber hey … #sommerinhamburg

BierSZENE

Nicht immer da, aber wenn sie kommt, geht’s ab: SONNE!

Bevor ihr also eure sieben bis siebenundsiebzig Sachen fürs Hurricane am Wochenende oder für Melt, Deichbrand, MS Dockville und Co packt, kommt hier meine ultimative Top 4 der Festivalbiere 2017 für den perfekten Craft-Groove.

Mein Motto: Alles außer langweilig!

1.Backyard Beach Summer Ale von Ratsherrn

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Beach Gefühl fürs Festival: Foto: Ratsherrn

Wenig Alkohol (4,5 %) und trotzdem extrem hopfig – mit diesem naturbelassenen Summer-Ale-Träumchen kann man auch bei 30 Grad noch ganz entspannt der Hopfendröhnung frönen. Richtig gut: Ratsherrn ist mit seinen Bieren auch auf vielen kleinen Festivals in Norddeutschland direkt vor Ort. Die Schlepperei kann man sich also sparen.

2. Go To IPA von Stone Brewing Berlin

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Das Trio zum Glück:Wasser, Bier, Musik

Zelt steht, Mukke läuft: Jetzt erst einmal ein schööönes Dosenbier. Und zwar in richtig gut mit dem Go To IPA von Stone Brewing Berlin. Das bitter-spritzige Ding lässt deine Festivalträume dreifach hochleben: Die Dose ist leicht und bruchsicher, lässt sich mega schnell runterkühlen und löscht mit Grapefruit und Zitrone in Nullkommanix selbst den hartnäckigsten Bierdurst.

3. Landgang von Hopper Bräu

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Hopper macht auch Pils. Foto: Jennifer Meyer

Kein Festival ohne Bier, kein Norddeutscher ohne Pils. Pünktlich zum Festivalsommer hat Hopper Bräu unsere allerliebste Lieblingssorte komplett neu aufgelegt: Das Landgang ist nordisch herb und malzig-süffig zugleich; das schockt und rockt jeden Festivaljunkie.

4. überNomalNull von Kehrwieder Kreativbrauerei

Hopfensüchtig, aber verkatert? Drei Tagen wach und trotzdem Bierdurst? Kein Problem! Dope dich mit überNormalNull (ü.NN), dem alkoholfreiem IPA von der Kehrwieder Kreativbrauerei. AL-KO-HOL-FREI-ES IPA? Aber hallo und was für eines! Randvoll mit fantastischen Aromahopfensorten bringt es dich wieder auf Spur. Möge der nächste Act kommen …

BierSZENE

Prost und eine schöne Festival-Feierei

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder. Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

BierSZENE. Neu: Der Bierführer für die Hansestadt

Bei mir gab’s heute Bier zum Frühstück – seitenweise: „Auf Hamburgs Wohlergeh’n!“ ist der neue Bierführer für unsere schöne Hansestadt und den habe ich von Astra bis Zaubertrank (gibt’s wirklich!) für euch ausgecheckt

BierSZENE

Daniels Home Base ist auch vertreten

Das kleine Büchlein gibt einen super Einblick in die Hamburger Bierszene. Nicht wahnsinnig tiefgehend, dafür ziemlich umfassend: Alle rund 20 Hamburger Brauereien werden kurz vorgestellt, 50 Kneipen und Ausschänke verraten.

 

Und natürlich fehlt auch die ein oder andere Bierverkostung nicht. Auch die sind kurz, aber gehaltvoll.

 

BierSZENE

Die Hopfen-Karte für Hamburg.

Drei Franken für Hamburg

 

Hinter dem 208 Seiten starken Bierguide stecken drei Freunde aus Würzburg. Wie bitte? Jep, ihr habt richtig gehört! Die drei Franken Peter Stahmer, Konstantin Meisel und Jonathan Seipp kennen sich seit Kindertagen, haben sich dann hier in Hamburg wiedergetroffen und sich einmal durch die Stadt getrunken.

Ihr ultimativer Tipp: die Eulenklause in Ottensen. Mein Urteil: Gut gemacht, Jungs!

BierSZENE

Prost Hamburg!

Am Wochenende trefft ihr Peter Stahmer übrigens bei den Kollegen von Hopper Bräu. In ihrer Brauerei in Altona feiern sie den neuen Bierführer zwei Tage lang mit dem Wochenende des Hamburger Biers und einer fantastische Auswahl an hanseatischen Craft-Bieren frisch vom Zapfhahn.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

/Fotos: Sybille Fischer

 

BierSZENE

Von vorne bis hinten Bier in Hamburg.

Auf Hamburgs Wohlergeh’n – Der Bierführer für die Hansestadt, von Konstantin Meisel, Jonathan Seipp, Peter Stahmer; 14,90 Euro

 

 

 

 

 

 


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder. Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

 

 

 

BierSZENE – Angeberwissen. Obergärig? Oder untergärig?

Obergärig? Untergärig? Habt ihr euch auch schon mal gefragt, wo da eigentlich der Unterschied ist? Nach dieser Kolumne seid ihr schlauer. Und so viel verrate ich schon jetzt: Es ist alles eine Frage der Hefe

It’s all about the Hefe

Hefe ist ein pilzartiger Mikroorganismus, der nicht nur zum Backen, sondern auch zum Brauen unabdingbar ist. Und obwohl in letzter Zeit alle nur über fancy Hopfensorten sprechen, sind die eigentlichen Partypeople im Brautank die Hefekulturen. Denn Hefe wandelt Zucker in Alkohol um (Oh yeah!) und sorgt so (bei den meisten Menschen) für gute Laune.

Der ursprünglichste und älteste Typ ist die wilde Hefe. Der Brausud wird auf offenen Gärschiffen bei geöffneten Fenstern angesetzt. Die Hefe in der Umgebungsluft kann sich so auf den Sud setzen und die Spontan-Gärung beginnt. Bier, das mit wilder Hefe gebraut wird, findet man vor allem noch in Belgien. Grundsätzlich ist diese Art des Brauens heute aber nicht mehr weit verbreitet, da man durch die wilden Hefen den Brauprozess und die Qualität des Endprodukts kaum steuern kann.

Obergärige Hefe: Manche mögen’s heiß

Leichter Geselle. Foto: Jennifer Meyer

Obergärige Hefe ist der zweitälteste Hefe-Typ und liebt es muckelig-warm während der Gärung. Bei Temperaturen um die 16-25° Celsius kommt obergärige Hefe in Fahrt und bildet Sprossenverbände – also eine Art Hefenetz. Während des Brauprozesses entsteht unter anderem Kohlensäure, die dieses Hefenetz nach OBEN im Gärtank treibt. Dort schwimmt die Hefe fröhlich auf der Oberfläche des Suds.

Beispiele für obergäriges Bier sind Weißbier, Stout, Porter, Ale und IPA wie das Boulevard von Von Freude – leicht, trocken, ein wenig süß und mit dem Geschmack von Rosenblüten und Stachelbeeren schmiegt es sich weich um die Zunge.

Untergärige Hefe: Die coolste Sau unter den Mikroorganismen

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Würzig und ganz schön süffig. Foto: Jennifer Meyer

Untergärige Hefe ist der jüngste Hefetyp und bevorzugt die kälteren Temperaturen von 5-12° Celsius, um zu arbeiten. Daher war sie vor der Erfindung weiterentwickelter Kühltechniken lediglich von September bis März einsetzbar. Untergärige Hefen bilden keine Sprossenverbände, sondern sind paarweise im Sud unterwegs. Der Auftrieb der Kohlensäure reicht bei dieser geringen Oberfläche nicht aus, um die Hefe nach oben zu tragen, so dass sie sich meist in der Mitte oder im UNTEREN Bereich des Gärtanks aufhält.

Beispiele für untergäriges Bier sind Pilsener, Helles, Märzen und Lager wie das von Ratsherrn: süffig, würzig, süßlich und Aromen, die an schwarzen Tee erinnern. Köstlich das Ding!

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder. Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

BierSZENE. Auf ein Bier mit Stefan Schröer von den Superfreunden

Hoher Besuch aus Berlin: Stefan Schröer von den Superfreunden hat mich für ein Wochenende und auf ein Bier besucht. Immer eine gute Gelegenheit, um über die Bierszene und die Zukunft von Craft Beer zu schnacken

Superfreunde

Bromance – Michael Arndt, Stefan Schröer und Daniel Elich werden leidenschaftlich, wenn’s um Bier geht.

Wer steckt eigentlich alles hinter den Superfreunden?

Das sind fünf super Freunde, die sich in Berlin zusammengetan haben, um Bier zu brauen. Als Vollzeitjob machen das Marco Sgarra und meine Wenigkeit. Dann gibt es noch Michael, Markus und Klaus, die eher im Hintergrund agieren.

Ihr verkauft nicht nur Bier, sondern auch eine Menge Merchandise. Was ist aus eurer Sicht wichtiger – gutes Marketing oder gutes Bier?

Die Basis ist: ein gutes Bier! Bei einem schlechten Produkt hilft auch das beste Marketing nichts. Gleichzeitig müssen aber alle drei Säulen stimmen, damit es auf Dauer funktioniert: Produkt, Marketing und Vertrieb. Wenn du das beste Bier der Welt hast, es aber nicht ins Sortiment aufgenommen wird oder die Flasche ein schlechtes Design hat, dann wird es niemand kaufen.

Was gehört zu gutem Marketing bei einem Craft Beer?

Craft Beer ist für mich ein Produkt, bei dem Ehrlichkeit und Transparenz zählen. Ich muss als Konsument erfahren können, wo und wie das Bier gebraut wird und wer dahintersteckt. Das ist die halbe Miete für gutes Marketing. Genauso haben wir es von Anfang an gemacht. Wir machen kein Geheimnis daraus, dass wir keine Brauer sind, aber verdammt viel Bock haben. Zudem darf dein Produkt für die Menschen da draußen nicht langweilig werden. Es braucht jeden Tag aufs Neue frische Ideen, damit man sich gegen all die anderen Brauereien durchsetzen kann.

Keine Brauer sind, aber verdammt viel Bock auf Bier. Foto: Superfreunde

Gibt es Unterschiede zwischen der Craft-Beer-Szene in Hamburg und in Berlin?

Beide Städte mag ich sehr. Ich wohne schon lange in Berlin, Hamburg ist aber mittlerweile zu meiner zweiten Heimatstadt geworden. Unterschiede gibt es auf jeden Fall: Der Hamburger ist, nach meinem Empfinden, genügsamer als der Berliner – vor allem wenn es ums Bier trinken geht. Hamburger brauchen nicht permanent etwas Neues, Berliner sind dagegen in dieser Hinsicht sehr verwöhnt. Und: Sie fordern das auch ein. Während Hamburger die Biertrends, die aus den USA rüber schwappen, zwar wahrnehmen, aber sich davon nicht beeindrucken lassen, haben sich Berliner dem Trend schon längst angenommen.

Was glaubst du, welchen Stellenwert Craft Beer in der Zukunft haben wird?

Ich glaube ganz fest daran, dass Craft Beer kein Hype ist, sondern ein Resultat der Bierszene. Wer einmal festgestellt hat, dass ein Bier geil schmecken kann, wird nicht dahin zurückgehen, Plörre zu trinken. Viele stellen nach ihrem ersten Craft Beer fest, dass Bier auch einen intensiven Geschmack haben kann. Für diese Erfahrung muss man kein IPA trinken, das merkt man bereits bei traditionellen Bierstilen wie einem gut gebrauten Pils.

Bier ist keine Plörre. Und soll auch nicht so schmecken. Foto: Superfreunde

Wird in Zukunft jeder nur noch Craft Beer trinken?

In Deutschland haben wir einige “TV-Biere”, die allesamt sehr einfach gestrickt sind und noch immer den größten Markt haben. Es gibt aber auch viele Konsumenten, die beides trinken. Für die ist es ein Genuss, auch mal ein Craft Beer zu trinken, das natürlich auch teurer ist. Craft Beer wird, wie in Großbritannien oder den USA, immer präsenter in Deutschland werden und es wird immer mehr Kraft bekommen. Das merkt man allein daran, dass jetzt auch die großen Brauereien ihre „Craft-Biere“ auf den Markt bringen. Die haben Angst, dass die kleinen Brauereien ihnen den Markt wegnehmen, denn genauso geschieht es bereits in anderen Ländern. Ich hoffe, dass diese Entwicklung anhält und in fünf Jahren an jeder Ecke Craft Beer zu haben ist.

Was denkst du über das deutsche Reinheitsgebot?

Wir brauen unsere Biere ganz unbewusst nach dem Reinheitsgebot. Aber ganz ehrlich: Wenn jemand in sein Bier Orangenschalen oder frisch gemahlenen Pfeffer geben möchte, dann soll er das tun und sein Produkt trotzdem noch Bier nennen dürfen. Warum muss man Brauer mit diesem Reinheitsgebot so einschränken? Für mich ist es am Ende vor allem wichtig, dass klar deklariert ist, was das Bier enthält.

Klingt ziemlich gut, finde ich. In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

Mehr Infos zu den Superfreunden gibt es übrigens hier: www.facebook.com/superfreundecraftbeer/

/ Beitragsbild: (c) Puria Safary


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder. Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen@bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß! 

BierSZENE: 5 Angeberfakten zum Tag des Bieres

Am Sonntag ist der Tag des Bieres. Nein, was sage ich, der FEIERTAG des Deutschen Bieres. Für mich als Biersommelier also quasi der wichtigste Tag des Jahres

Am 23. April vor genau 501 Jahren wurde das deutsche Reinheitsgebot proklamiert – und gilt seitdem per Gesetz. Vom Reinheitsgebot kann man halten, was man will, aber: Bier ist immer ein guter Grund zum Feiern.

BierSzene

Bier & Whiskey? Geile Idee. Nicht lang schnacken, machen!

Damit ihr am Sonntag mit Wissen klotzen könnt, gibt’s hier fünf astreine Angeberfakten für euch

  1. In Bier stecken bis zu 2.000 Aromen. Da kann Wein mit seinen schlappen 500 Aromen einpacken – Spirituosen mit 300 bis 400 sowieso. Was so geschmacklich im Bier steckt? Von Kaffee, Schokolade und Lakritz bis hin zu Toast, Heu und Gletschereis-Bonbons, in Sachen Aromavielfalt ist bei Bier (fast) alles drin.
  2. Whisky und Bier sind unzertrennlich. Denn: Die Herstellung beider Getränke ist anfangs identisch – bei beiden wird Getreide vermälzt. (So nennt man den kontrollierten Keimvorgang, bei dem aus Getreide Malz entsteht.) Es gibt Traditionsbetriebe in Schottland, die nur Braumeister anstellen. Nicht zum Bierbrauen, sondern um aus ihnen beste Whiskey-Brennmeister zu machen.

By the way: Schenkt euch mal ein torfiges Porter ein (16–17 Grad warm) und trinkt ein Gläschen Jonny Walker Double Black dazu – naturlement auch bei Zimmertemperatur. Beide schaukeln sich durch ein ähnliches Aromaprofil toll gegenseitig auf. Mega, sag ich euch!

  1. Die belgische Bierkultur wurde 2016 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt – als erste Biernation überhaupt. Begründung: Unser Nachbarland trumpft mit einer enormen Biervielfalt (1.500 Biersorten!), seiner langen Biertradition und einer hochlebendigen Bierkultur mit regionalen Brauereipraktiken, Festen, Vereinigungen und mehr im ganzen Land auf.
  2. Weltweiter Marktführer in Sachen Bier ist: China. Im Reich der Mitte wurden 2012 mehr als 490 Millionen Hektoliter Bier hergestellt. Deutschland schafft es mit seinen 94,6 Millionen Hektolitern nur auf Platz 5 – und selbst von dem hier gebrauten Bier wird über eine Million nach China exportiert.

 

5. Der weltweit renommierteste Bierwettbewerb ist der World Beer Cup . Alle zwei Jahre treffen sich tausende von Brauereien in Boulder, Colorado, und batteln sich in rund 100 Kategorien. 2016 gingen ganze 1.907 Brauereien aus 55 Ländern mit insgesamt 6.596 Bieren  an den Start. Das Motto: „Die Qualität und die Vielfalt von Bieren aus der ganzen Welt beweisen, dass exzellentes Brauhandwerk keine Grenzen kennt.“ Das nenn ich mal echte Völkerverständigung.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

Fotos: Henning Angerer (Beitragsbild) /  www.instagram.com/bieronkelhh/


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder. Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen@bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!