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Top 10 – Hier gibt’s Hamburgs beste Franzbrötchen

Das Glück besteht aus Zimt, Zucker, Plunderteig und hört auf den Namen Franzbrötchen. Frisch und noch warm aus dem Ofen haben wir es am liebsten: Hier bekommt ihr die besten Franzbrötchen der Stadt

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung, zuletzt aktualisiert 6/2019
Beitragsfoto: Sabrina Pohlmann

 

1) Altes Mädchen

Ein Braugasthaus muss gutes Bier verkaufen – Ehrensache. Aber Franzbrötchen? Immer wieder sonntags könnt ihr euch im Alten Mädchen selbst von beidem überzeugen. Denn beim Frühschoppen landen hier die heißen Anwärter auf den Titel „Hamburgs bestes Franzbrötchen“ frisch aus der hauseigenen Backstube auf euren Tellern.

Altes Mädchen: Lagerstraße 28b (Sternschanze)

 

 

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2) Bäckerei Braaker Mühle

Bei der Bäckerei Braaker Mühle werden Franzbrötchen-Puristen und Schokoliebhaber gleichermaßen glücklich: In dem knusprigen wie matschigen Plunder verbirgt sich je nach Wahl entweder die Geschmacksklassiker-Kombi aus Zimt und Zucker oder eine süße Versuchung aus bestem Kakao. Wir nehmen natürlich einfach beide!

Bäckerei Braaker Mühle: Barmbeker Straße 48 (Winterhude)


3) Bäckerei Körner

Es heißt, über Geschmack lässt sich nicht streiten. Zum Glück braucht man das bei der Bäckerei Körner auch gar nicht, denn die dortige Franzbrötchen- Fangemeinde ist ziemlich groß und sich vor allem einig: Was hier als perfekte Fusion von butterigem, lockerem Teig und saftiger Füllung aus der Backstube kommt, ist absolute Spitzenklasse.

Bäckerei Körner: Blankeneser Landstraße 13 (Blankenese)


4) Berkenthiner Dorfbackstube

Auf den Wochenmärkten gibt es einige Delikatessen zu entdecken. Auf dem Goldbekmarkt sind das vor allem die fantastischen Franzbrötchen am Stand der Berkenthiner Dorfbackstube, besser bekannt als „Jürgen“. Die werden zwar – wir konnten es kaum glauben – in Lübeck hergestellt, können den guten Stücken aus Hamburg aber auf jeden Fall das Wasser reichen.

Berkenthiner Dorfbackstube: Wochenmarkt am Goldbekufer (Winterhude)


5) Café Luise

Im Café Luise wird noch wie zu Omas Zeiten gebacken: liebevoll per Hand und mit besten Zutaten. Kein Wunder, dass die Franzbrötchen dort nicht einfach nur gut sind, sondern sogar preisgekrönt! Hochwertige Butter bildet im saftigen Plunderteig die perfekte Harmonie mit Zimt und Zucker.

Café Luise: Erdkampsweg 12 (Fuhlsbüttel)

 

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6) Café Reinhardt Bäckerei und Konditorei

Das Alstertal ist besonders im Frühling einen Besuch wert, Franzbrötchen-Fans reisen aber auch ganzjährig nach Poppenbüttel. Weil es dort – so sagt man – die besten der Stadt bei Reinhardt gibt. Dort könnt ihr in gemütlicher Atmosphäre den ganzen Tag frühstücken und es euch auf der Terrasse oder vor dem Kamin gut gehen lassen.

Café Reinhardt Bäckerei und Konditorei: Poppenbüttler Hauptstraße 37 (Poppenbüttel)


7) Die Kleine Konditorei

Nachhaltigkeit kann so gut schmecken! In der Kleinen Konditorei legt man nicht nur Wert auf die Qualität der Backwaren, sondern auch auf den schonenden Umgang mit der Umwelt. Die Franzbrötchen sind so schon ein Traum, ein gutes, grünes Gewissen lässt sie jedoch gleich noch besser munden. Dass dafür Menschen sonntags Schlange stehen, überrascht uns nicht wirklich.

Die Kleine Konditorei: Lutterothstraße 9–11 (Eimsbüttel)


8) Elbgold

Dass es bei Elbgold fantastischen Kaffee gibt, ist hinlänglich bekannt – die sagenhaften Franzbrötchen hingegen: Bis jetzt ein echter Geheimtipp! Fluffiger Teig trifft hier auf Zimt, Zucker und Butter und ergibt genau die richtige Konsistenz zwischen knusprig-karamellig und sabschig.

Elbgold: Lagerstraße 34c (Sternschanze)

 

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9) Ihr Finkenwerder Bäcker

Wen es mal auf eine Fahrradtour ins Alte Land verschlägt, sollte auf jeden Fall beim Finkenwerder Bäcker vorbeischauen. Zu nachtschlafender Zeit backt Besitzer Jan dort schön saftige Franzbrötchen sowie seine Eigenkreation, den Flensburger. Das ist ein weniger süßes Franzbrötchen mit Rosinen und Schmalz im Teig. Lecker!

Ihr Finkenwerder Bäcker: Steendiek 13 (Finkenwerder)


10) Ludwig Daube

Daube blickt mittlerweile auf 130 Jahre Erfahrung im Backen von Franzbrötchen zurück – und diese Erfahrung schmeckt man: Mit genau dem richtigen Verhältnis aus Teig und Füllung sowie Zucker und Zimt kommen hier täglich echte Qualitätsbackwaren aus dem Ofen, so wie sie vielleicht sogar schon Oma genossen hat.

Ludwig Daube: Hamburger Straße 206 (Barmbek-Süd)


Ab dem 3.4.2019 im Handel: Der neue SZENE Hamburg GastroguideDer Gastro-Guide SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN ist seit April 2019 für 9,90 Euro im Handel und zeitlos im Online-Shop erhältlich!


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Appetit auf mehr? 

FoodSZENE – Fachkräftemangel in der Gastronomie

Die Umsätze steigen, die Erträge sinken: Das Gastgewerbe in Hamburg steht heute vor großen Herausforderungen. Eine Branche ohne Zukunft? Patrick Rüther über die Hürden und Chancen im Gastgewerbe.

Interview: Jasmin Shamsi
Beitragsfoto: Julia Schwendner

Steigende Betriebs-, Personal- und Energiekosten erhöhen den Druck im Gastgewerbe. Immer mehr Gastronomen geraten ins Straucheln und stellen außerdem fest, dass sich der bürokratische Aufwand in den letzten Jahren erhöht hat. Zum Beispiel, was die Dokumentationspflicht seit der Einführung des Mindestlohns oder die starre Regelung der täglichen Höchstarbeitszeit betrifft. Das größte Problem aber bleibt der mangelnde Nachwuchs an Fachkräften. Einer, der sich mit diesem Thema bestens auskennt, ist Patrick Rüther: Volljurist, Vorstandsvorsitzender vom Leaders Club, Mitinhaber von der Bullerei, dem Überquell und der Tellerrand Consulting GmbH. Auch das Alte Mädchen hat er mitbegründet. Wir haben mit ihm über die Hürden und Chancen im Gastgewerbe gesprochen.

SZENE HAMBURG: Patrick, wie viele Leute beschäftigt ihr in der Bullerei?

Patrick Rüther: Aktuell arbeiten 110 Mitarbeiter bei uns, davon circa 68 in Vollzeit und der Rest in Teilzeit oder als Aushilfe. Wir beschäftigen allein 20 Köche und sechs Kochazubis, daneben Service und Barmitarbeiter, Mitarbeiter für die Reservierung, den Eventverkauf, Empfangsmitarbeiter, einen Hausmeister und zwei Logistiker für die Warenannahme.

 

„Der Fachkräftemangel ist oft ein hausgemachtes Problem“

 

Wow, das ist eine Menge! Der Fachkräftemangel im Gastgewerbe ist momentan ein großes Thema. Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Es ist heute wesentlich schwieriger, Personal zu finden. Vor allem Fachkräfte. Weil junge Menschen keine Lust mehr haben auf die lange Ausbildung und die schwierigen Arbeitszeiten. Der Fachkräftemangel ist in vielen Fällen aber auch ein hausgemachtes Problem: schlechte Arbeitsbedingungen – zum Beispiel Köche, die bei Neonlicht im Keller arbeiten müssen oder cholerische Chefs –, eine miserable Bezahlung, unprofessionelle Führung, zentrale Verteilung von Trinkgeldern – hat sich einer was eingesteckt? – tragen nicht gerade dazu bei, den Ruf der Branche zu verbessern.

Welche Lösungsansätze gibt es deiner Meinung nach?

Ich finde das Konzept der Refugee Canteen ziemlich clever, weil die Lehrzeit von Köchen und Servicekräften auf eine Grundausbildung verkürzt wird. Die klassische Ausbildung an Hotelfachschulen ist teilweise einfach antiquiert und zielt an den Bedürfnissen vieler Betriebe vorbei: Man muss verschiedene Küchenposten oder Servier- und Anrichtemethoden lernen, die man heute in der Praxis meist gar nicht mehr braucht. Wer sich für einen Job in der Gastronomie interessiert, sollte einen schnellen und effizienten Einstieg finden. Auch Teilzeitmodelle sind sinnvoll, weil sie einen weiteren Anreiz bieten, zum Beispiel für junge Eltern.

 

„Die Gastronomie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Hamburg“

 

Mit wem würdest du darüber gerne mal diskutieren?

Am liebsten mit jemandem aus der Wirtschaft, mit Hamburg Marketing zum Beispiel. Die Gastronomie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Hamburg, das wird immer wieder übersehen. Wenn Hafenkonzerne ihre Mitarbeiter auf die Straße setzen, ist der Aufschrei groß und die Stadt bemüht sich, sie schnellstmöglich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Geht eine Gastronomie pleite, interessiert das kein Schwein. Unsere Nachbarn machen es vor: In Kopenhagen kann man sehr schön beobachten, was passiert, wenn man die Gastro-Branche langfristig fördert und wertschätzt. Die dänische Hauptstadt zählt mittlerweile zu den wichtigsten kulinarischen Hotspots weltweit.

Geld oder Sicherheit – was ist den Mitarbeitern von heute wichtiger?

Bei einigen meiner Mitarbeiter kann ich die typischen Merkmale der Generation Z beobachten: Die Work-Life-Balance ist wichtig, aber einen noch höheren Stellenwert hat die Bezahlung. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass es in der Branche viele Quereinsteiger gibt, die ihre Zukunft in der Gastronomie nur übergangsweise planen. Da spielt Geld anfangs eine größere Rolle. Die über 25-Jährigen ticken da noch ein bisschen anders: Sie bringen sich ein, wollen Teil des Ganzen sein und arbeiten teamorientiert. Das versuchen wir nach Möglichkeit stark zu fördern.

www.tellerrand-consulting.com

Gastro Startup Sessions im Alten Mädchen

Gründer, Quereinsteiger, junge Gastronomen und Interessierte erhalten am 12. und 13. Februar die Möglichkeit, sich bei den „Gastro Startup Sessions“ über die kulinarischen Hotspots der Welt auszutauschen, gestandenen Profis aus der Branche auf Augenhöhe zu begegnen sowie konkrete Hilfe beim richtigen Umgang mit Personal(-Recruitment), Behörden und sozialen Medien zu erhalten. In Vor­trägen, Panels und Workshops werden u. a. Tipps für Neugründungen gegeben sowie aktuelle Trends vorgestellt. Organisiert wird das Netzwerktreffen vom Leaders Club, durch das zweitägige Programm führen Tim Koch und Patrick Rüther.

www.leadersclub.de/gsu-sessions/


Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online und in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG.


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 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2019. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


Appetit auf mehr?

Sharing is caring #3 – Deftiges Abendbrot

Gibt es etwas Schöneres, als in geselliger Runde zu essen und dabei Stück für Stück, Bissen für Bissen zu teilen? Wir glauben nicht. Hier kommt Teil 3 unserer Serie “Sharing is Caring”.

Wir Deutschen lieben unsere Brotzeit! Umso besser, wenn die Platte richtig fett belegt ist und mit guten Leuten geteilt wird. Drauf kommt, was schmeckt und für eine gute Grundlage sorgt: Landbrot, Zwiebelmett und ordentlich Käse! Ein kühles Bier dazu ist Pflicht. Na dann: Ein Prooosit auf muckelige gemeinsame Stunden!

Hier gibt’s Abendbrot wie wir es kennen und lieben

1) Altes Mädchen

Bei einem kühlen Zwickel und einer großen Käse-Wurst-Platte, die mit allerlei feinen Dingen gespickt ist, kann man im Alten Mädchen wunderbar versacken. Auch die Stullen sind großartig. Alle Fleischprodukte kommen übrigens vom Biohof Landwert aus Stahlbrode in Vorpommern-Rügen.

Lagerstraße 28b (St. Pauli), www.altes-maedchen.com

2) Alles Elbe

Richtig gemütlich bei Alles Elbe! Hier gibt’s Abendbrot wie bei Muddern. Zur Auswahl stehen Schinken, Salami, Sülze, Käse und hausgemachte vegane Dips. Dazu gibt’s kerniges Schwarzbrot, Horster Butter und Spreewaldgürkchen. Haben wir was vergessen? Ach ja, Bier! Gibt es hier natürlich auch, und zwar selbst gebrautes und handgemachtes aus Deutschland und Tschechien.

Hein-Hoyer-Straße 63 (St. Pauli), www.alleselbe.de

3) Kropkå

Brot, Brot, Brot! Alle, die es lieben, werden hier ihre wahre Freude haben. Die dick belegten Stullen mit Schinken, Pilzen, Mett, Avocado usw. sind einfach zu köstlich. Das Brot wird nach traditionellem Handwerk im Holzofen gebacken, der Käse kommt von glücklichen Kühen.

Eppendorfer Weg 174 (Hoheluft-West), www.daskropka.de

4) Oberhafen-Kantine

Das Abendbrot in der Oberhafen-Kantine ist zum Niederknien. Eine kleine Auswahl gefällig? Rauchfisch aus dem eigenen Räucherofen, Matjes- und Lachstatar, grobe Bratwürste nach Hausrezept, Hamburger Weißwurst, Roastbeef und vieles mehr. Angerichtet werden die Leckereien in Schüsselchen und Schälchen auf einem großen Holzbrett.

Stockmeyerstraße 39 (HafenCity), www.oberhafenkantine-hamburg.de

5) Pappenheimer Wirtschaft

Die Küche der Wirtschaft ist original fränkisch. Das gilt auch für die Zutaten, die Wurstspezialitäten kommen zum Beispiel direkt vom Metzger aus Nürnberg. Hier wird alles frisch von Hand zubereitet und net zweng (= nicht zu wenig) auf großen Tellern serviert.

Papenhuder Straße 26 (Uhlenhorst), www.pappenheimer-wirtschaft.de



Dazu der Getränketipp vom Profi

Daniel Ehlich

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Daniel Elich vom Altem Mädchen empfiehlt: „Zum deftigen Abendbrot passt ein Bio-Bier super! Das ‚Organic Wheat Ale‘ von Ratsherrn ist ein frisch-würziges Bier, das mit getreidigen und floralen Noten besticht. Die Naturtrübe verleiht gute Trinkbarkeit, macht es aber trotzdem geschmacklich individuell. Passt hervorragend zur Abendbrot-Platte!“


Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG Essen+Trinken 2018/2019. Das Magazin ist zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!


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Appetit auf mehr?

Ratsherrn – Biere wie Boxer

Ratsherrn Bier ist Bier – ist Quatsch. Besonders den immer einflussreicher werdenden Craft-Beer-Brauern wird mit dem Einheitsschnack auf den Schlips getreten. Wie viel Bier kann, zeigt ein Ortstermin bei Ratsherrn in den Schanzenhöfen.

Text: Erik Brandt-Höge
Fotos: Michael Kohls und Erik Brandt-Höge

Farbe: tiefes Gold. Charakter: stark, kräftig, mutig. Besondere Eigenschaften: bockig wie ein junger Widder, prächtig wie ein Zwölfender. Nicht mehr und nicht weniger wird dem „New Era Pilsener Imperial“ von seinen Machern attestiert. Die Macher, das sind die Ratsherrn-Braumeister aus den Schanzenhöfen, und „Imperial“, das ist eins von 20 Bieren, die sie aktuell im Programm haben. Die hochtrabende Produktbeschreibung steht freilich nicht bloß exemplarisch für die Sorte und Marke, sondern für den gesamten Markt.

Wie eine gute Flasche Wein, was Genuss und Preis betrifft: Ratsherrns limitiertes „Ahab’s Revenge“. Foto: Michael Kohls

Kreative Brauer sind zu nationalen Playern avanciert, haben mit Experimenten manch industrielle Massenware ausgestochen. Sie lassen die Muskeln spielen, weil sie es können. Und weil Craft-Beer-Fans es wollen. Wer etwa bereit ist, fürs „Imperial“ zwei Euro (0,33 l) zu zahlen, vielleicht auch fünf für Ratsherrns neue Atrraktion, das limitierte „Ahab’s Revenge“ (Sour Barrel Belgian White Ale; 0,3 l), will auch ein bisschen Brimborium dazu. Sei es ein vergoldetes Etikett, die Geschichte von der langjährigen Entwicklung des Getränks, oder eben eine Charakterisierung, die der eines Weltklasseboxers gleicht. Das offensichtliche Ziel von Ratsherrn und allen anderen Craft-Beer-Brauern: Diejenigen abholen, die ihr Geld bisher für eine gute Flasche Wein ausgegeben haben.

Komplexe Süffigkeit

Ein weiteres und für Ratsherrn extrem wichtiges Werbe-Tool: Brauereiführungen. 18.000 Teilnehmer strömten im vergangenen Jahr in die Lagerstraße, um zu sehen, wie ihre „Matrosenschluck“, „Kaventsmann“, „Dry Hopped“ und „Pfeffersack“ entstehen. Auf der Tour durch das burgartige, unter Denkmalschutz stehende Rotklinkergebäude wird der Brauprozess vom ersten Kessel bis zum Zapfhahn präsentiert.

Die Ratsherrn Brauerei in Hamburg. Foto: Michael Kohls

Vier Kessel für ein Sudhaus: Was äußerlich steril wirkt, ist im Innern schon sehr geschmackvoll. Foto: Michael Kohls

Ein Ziel: Besuchern klarmachen, dass hinter ihrer süffigen Lieblingssorte hochkomplexe Vorgänge stecken. Dass das alles massentaugliche Kunst ist. Gestartet wird in der sogenannten Mikrobrauerei, einer Daniel-Düsentrieb-Kammer für die Ratsherrn-Braumeister. Die können hier testen, entwickeln, abfüllen, und alles noch und noch mal von vorn. Immer in der Luft: ein supersüßlicher Malzgeruch. In dem hell gefliesten Raum dampft und brodelt und spritzt es überall. Mancher Meister steht auf seiner Leiter, sieht konzentriert in einen der silbernen Kessel. Die XXL-Kesselaufschriften: „Hopfen, Malz und Hamburg“. An der hinteren Wand lagern in Holzfässern die demnächst erhältlichen saisonalen Sorten. Zukunftsbiere, von denen die Craft-Beer-Nerds über entsprechende Apps als erste erfahren.

Würze & Whirlpool

Hopfen in der Ratsherrn Brauerei Hamburg

Ein Stück Natur landet irgendwann im Glas, durchläuft zuvor so manches Rohr und wird jederzeit streng kontrolliert. Foto: Erik Brandt-Höge

Weiter im Sudhaus, wo die nächsten vier Braukessel stehen. Süßliches wird hier mit Herbem vermengt, es riecht schon mehr nach Bier. In der schlauchförmigen Halle wird das, wofür Ratsherrn steht, also Vielfalt ohne Ende, geradezu gelehrt. Zum Beispiel mit einer Malztafel: gelbe, grüne, braune, schwarze Körner sind da aufgeschichtet, Sorte für Sorte. Vom Pilsener Malz über das Roggenmalz bis zum Buchenrauch- Gerstenmalz ist alles Denkbare dabei – und kann probiert werden. Mal nussig, mal rauchig. Malz entpuppt sich für viele als überraschend geschmackvoller Knabberkram. Geschrotet kommt es in Kessel 1, wird mit heißem Wasser vermischt. Das nennt sich Maischen. Dabei wird Stärke zu Zucker, der später zur Alkoholerzeugung gebraucht wird. Kessel 2 dient zum Läutern, wobei Festes von Flüssigem getrennt wird. Kessel 3 ist die Würzpfanne, in der Hopfen dazukommt. Und in Kessel 4, dem sogenannten Whirlpool, werden die unlöslichen Hopfenreste vom Sud getrennt. Die aufs Sudhaus folgende Halle ist größer, technischer, trubeliger. Um noch mehr Kessel und ein endloses Knäuel aus Rohren, Stangen, Schläuchen, Wasserstands- und Druckanzeigen, Statistiktafeln und Kontrollleisten herum gehen weitere Brauer akribisch vor. Ein Bier-Uhrwerk mit unzähligen Zahnrädern. Alle und alles greifen ineinander, bis zu den letzten Arbeitsakten, der Gärung durch die Hefe und dem Lagern des Trinkstoffs. Ein Brauprozess dauert zwischen acht und zehn Stunden, dabei werden rund 5.000 Liter Bier gewonnen. Ein Tropfen auf den heißen Stein – betrachtet einer die Jahreszahlen. Fünf Millionen Liter kamen 2017 zustande. Die Nachfrage steigt.

Wohnzimmergeschichten

Logisch, dass keine Brauereiführung abläuft, ohne die eigene Geschichte zu erwähnen. Neben einer Flut an Fakten zum Bier an sich (zum Beispiel eroberte im Jahr 1870 eine damals ziemlich futuristisch wirkende Sorte namens „Pilsener“ die Stadt Hamburg), steht beim Probierschluck im Ratsherrn-Degustationsraum die Marke mit dem Halskrausen-Mann im Zentrum aller Erzählungen. Rustikale Holztafel, zahlreiche Bilder an den Wänden, gedimmtes Licht: Eine Wohnzimmeratmosphäre entsteht, wenn die Brauerei-Guides historisch werden. Die Kurzfassung: Gründung 1951 als Label der Elbschloss- Brauerei, dann Bavaria-St.-Pauli-Brauerei, Holsten-Brauerei, schließlich und bis heute unter dem Dach der familiengeführten Nordmann Unternehmensgruppe, seit 2012 in den Schanzenhöfen. Der Standort wurde ganz bewusst gewählt. Während viele konventionelle Brauereien am Stadtrand liegen oder gar noch ferner ihrer Kundschaft, will Ratsherrn gesehen werden, zugänglich sein, zeigen, was anders gemacht wird als bei der Konkurrenz. Nicht, dass Craft-Beer-Brauen neu wäre. Es ist nur gerade die Zeit, in der die Protagonisten ihren Erfolg noch potenzieren können. Und das funktioniert dort, mitten in der Schanze, wo Menschen keine Einheitsware wollen, sondern etwas, das als besonders angepriesen wird und auch besonders schmeckt, am besten.

www.ratsherrn.de


Ratsherrn erleben: Altes Mädchen

Altes Mädchen in Hamburg

Foto: Erik Brandt-Höge

Craft Beer hat Eventcharakter, und jedes Event braucht einen passenden Rahmen. Ratsherrn hat dafür das Alte Mädchen geschaffen. Draußen Lichterkettenromantik mit Bierbude und -bänken, drinnen Kaminfeuerchen, Tische für jede Rundengröße und ein Duftspender fürs ganze Haus: eine eigene Bäckerei, in der unter anderem Stullen-, Curry-Zwiebel-, Gemüse- Vollkorn-, Dinkel-Chia- und Smoked-Onion-Brote aus dem Holzofen gezogen werden.

Lagerstraße 28 B (St. Pauli); www.altes-maedchen.com

 

 

 


 Diese Liste stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2018. Das Magazin ist seit dem 27. Oktober 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Public Viewing – Wo kann ich am besten die WM gucken?

Das Großereignis des Sommers steht bevor und die Wetterprognosen sind günstig. Fußballmuffel hin oder her: Bei der Fußball-WM 2018 wird sich keiner rausreden können, wenn es wieder heißt: „Kommst du mit? Das Spiel gucken?“ Damit der Fußballabend ein Erfolg wird, hat die SZENE-Redaktion 11 Tipps für euch gesammelt.

1. Aalhaus

Das Aalhaus ist bekannt für sein Kneipenquiz – und das gibt es pünktlich zur WM natürlich auch in der Fußball-Ausgabe. Bevor das erste Mal die Trillerpfeife ertönt, können sich Sportbegeisterte am 13. Juni im Profi Quiz beweisen. Aber auch zur restlichen WM ist das Aalhaus eine der besten Adressen für Public Viewing in Altona. Jedes Spiel wird hier drinnen und draußen übertragen.

Eggerstedtstraße 39 (Altona), Mo-Fr ab 18, Sa-So ab 13 Uhr; www.aalhaus.de

2. Alma-Wartenberg-Platz

Der Alma-Wartenberg-Platz liegt mittendrin im bunten Trubel Altonas. Deswegen ist man hier an den WM-Spieltagen der deutschen Mannschaft sicherlich nicht alleine, wenn man sich, ausgestattet mit Trikot und Deutschlandschal, auf die Suche nach einer Live-Übertragung des Spiels macht. Inmitten der vielen Bars, Restaurants und Cafés des Viertels lässt sich garantiert ein Bildschirm finden, vor dem man mitfiebern kann.

Alma-Wartenberg-Platz (Ottensen)

3. Altes Mädchen

Rundum glücklich wird man beim Public Viewing im Alten Mädchen, der Ratsherrn-Brauereigaststätte. Auf den zahlreichen Screens, auf denen alle Spiele übertragen werden, hat garantiert jeder eine gute Sicht. Zusätzlich zum Essen á la Carte stillt ein Foodtruck Essens-Gelüste mit Burgern, Süßkartoffelpommes oder Bratwürsten. Nicht zu vergessen: Die große Craft-Beer-Auswahl, die nahezu jeden Geschmackswunsch erfüllt.

Lagestraße 28b (Sternschanze), Mo-Sa ab 12, So ab 10 Uhr; www.altes-maedchen.com

4. Amanda 66

Mit Barkeeper, imposanter Cocktailkarte und rotem Licht tarnt sich die Amanda 66 als authentische Bar. Erst auf den zweiten Blick outet sie sich als Sports-Bar, entpuppt sich sogar als Fankneipe der Eintracht Frankfurt. Neben Negroni gibt’s hier auch Apfelwein im Bembel, wie der Tonkrug genannt wird, in dem das hessische Getränk traditionell serviert wird. Die Amanda-Bar zeigt nur die Deutschlandspiele.

Amandastraße 66 (Eimsbüttel), Mo-Sa ab 19:30 Uhr (bei den Spielen gelten abweichende Öffnungszeiten); www.amanda66.de

5. Bacana

Das Bacana in Eimsbüttel hat einen Außenbereich mit Schatten spendenden Bäumen. Dazu werden beinahe alle Spiele gezeigt und teilweise bis zu drei Spiele parallel. Die charmanten Servicekräfte bringen eiskaltes Pale-Ale. Man muss kein Fußballfan sein, um das zu genießen.

Bellealliancestraße 52 (Eimsbüttel), täglich ab 17 Uhr oder eine halbe Stunde vor Anpfiff; www.bacana-cafe.com

6. Central Park

Foto: Central Park Hamburg Public Viewing

Im Punk unter den Hamburger Beachclubs geht es – eingerahmt von Clubs und stilecht mit Sandstrand – entspannt zu. In Spuckweite zum Schulterblatt fleezt man auf Liegestühlen herum und der Blick fällt auf 5 Flatscreen-Fernseher. Hinweis der Crew: Jeder darf rein. Außer Stress.

Max-Brauer-Allee 230 (Sternschanze); Mo-Do 14–23, Fr 14–0, Sa 12–0, So 12–23 Uhr; www.centralpark-hamburg.de

7. Haus 73

Auf den ersten Blick ist hier alles typisch Schanzenladen: Knarrende Altbaudielen, Shabby-Chic-Studi-WG-Möbel, mehr Kaffeesorten als Gäste. Doch wer es durch den ersten Raum im Haus 73 geschafft hat, ist mitten drin im schnörkellosen Fußballparadies. Gleich zwei große Leinwände hängen im hinteren Teil des Erdgeschosses, einer im schummrig beleuchteten Schlauchraum und einer im großen Zuschauersaal. Gewählt werden kann beim Fußi-Gucken also zwischen Kneipen- und Kino-Atmosphäre.

Schulterblatt 73 (Sternschanze), Mo-Fr ab 10 Uhr, Sa-So ab 12 Uhr; www.dreiundsiebzig.de

8. Lattenplatz beim Knust

Im Sommer kann es ziemlich voll werden, aber die Stimmung ist super. Dieser Ort ist bestens geeignet, um mit einer großen Gruppe an Freunden spontan aufzukreuzen. Man sitzt auf Bierbänken und guckt sich Fußball auf einer kinotauglichen Leinwand an. Oder man steht etwas abseits mit einem kühlen Blonden in der Hand, verfolgt das Spiel mit einem Auge und mit dem anderen das Treiben auf dem ehemaligen Schlachthof.

Neuer Kamp 30 (Sternschanze); www.knusthamburg.de

9. Otzentreff

Bierige Atmosphäre in dieser urigen Sankt Pauli Raucherkneipe: Billige Drinks und tolles Personal runden das Erlebnis ab. In der Gruppenphase kann man sich im Otzentreff alle wichtigen oder spät stattfindenden Spiele ansehen – danach werden alle gezeigt.

Otzenstraße 4 (St. Pauli), Mo-Sa 19–0, So 20–0 Uhr; www.otzentreff.net

10. Schramme 10

Best of both worlds: Fußball gucken, Fachsimpeln, und zwischendurch schnell an die Bar um was zu trinken. Die Schramme ist eine typische Kneipe ohne Schickschnack. Die simple Holzeinrichtung ist urig und gemütlich. Wer trinkt, muss natürlich auch essen: Es gibt nicht nur eine leckere Speisekarte, sondern auch körbeweise Erdnüsse zum selber knacken. Die Schalen landen auf dem Boden und werden gegen Ladenschluss einfach großflächig aufgefegt – Statt zu randalieren könnten Choleriker die Leinwände also einfach mit Erdnusschalen bewerfen, falls der Ball nicht ins Tor geht. Für den besten Platz vor der Leinwand am besten früh kommen oder einen Platz reservieren.

Schrammsweg 10 (Eppendorf); So-Do 12–2 Uhr, Fr-Sa 12–4 Uhr; www.schramme10.com

11. Überquell

Überquell Biergarten in Hambrg Foto: Jupiter Union

Foto: Überquell

Es muss nicht immer nur ein herbes Pils sein: Das selbstgebraute Craft Beer vom Überquell bereichert den Fußballabend zusätzlich. Dazu gibt’s Pizzakreationen und rustikal-hippes Ambiente. Alle Deutschlandspiele werden auf der Sonnenterrasse übertragen. Wenn auf der Leinwand nichts passiert, kann der Blick träumerisch zum Hafen wandern.

St. Pauli Fischmarkt 28-32; Mo-Do 17–23 Uhr, Fr-So ab 12 Uhr; www.ueberquell.com

Beitragsfoto: Knust


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Darf’s noch etwas mehr Fußball sein?

SZENE HAMBURG ESSEN + TRINKEN: Das Launch-Event 2018

17-mal Hooray! Mit einem Launch-Event in den Schanzenhöfen haben wir unsere 17 Testsieger und die neue SZENE HAMBURG ESSEN + TRINKEN gefeiert.

Warum kleckern, wenn man leuchten kann? Unser neuer Gastro Guide ist nicht zu übersehen – und seit dem 19. April im Handel! Mithilfe unseres großen Netzwerks an Redakteuren, Autoren, Foodies und Hamburger Persönlichkeiten haben wir uns monatelang einmal quer durch Hamburg und Umgebung geschmaust. Und wir haben ordentlich zugelegt – am Bauch wie am Seitenumfang unserer 31. Ausgabe der SZENE HAMBURG ESSEN + TRINKEN. Auf 356 Seiten bieten wir in erkenntnisreichen wie amüsanten Momentaufnahmen Einblick in rund 600 Hamburger Restaurants und erzählen Geschichten von Machern und Marken. Wo lohnt sich der Besuch und was sollte man lieber lassen? Wir geben heiße Tipps! Außerdem kommen auch Hamburger Küchenchefs, Gastronomen und Erzeuger in unserem umfangreichen Magazinteil zu Wort. Der schönste Moment: Wenn man mit ihnen gemeinsam auf die neue Ausgabe anstößt! Am 18. April haben wir das bei allerbestem Wetter mit rund 250 Gästen getan – begleitet von toller Musik der Singer-Songwriterin Norma Schulz und leckeren Häppchen vom Braugasthaus Altes Mädchen. Hoch die Gläser und viel Spaß beim Entdecken und Inspiration sammeln!

Text: Jasmin Shamsi

Fotos: Michael Kohls


Der Gastro Guide SZENE HAMBURG Essen+Trinken 2018/2019 ist zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

BierSZENE – 5 Craft-Biere, die auch Nicht-Biertrinkern schmecken

Wir haben doch alle diesen einen Freund oder diese eine Freundin, die glauben, dass sie kein Bier mögen. Für mich als Biersommelier ist das natürlich kein haltbarer Zustand und ich glaube fest daran: Bier nicht zu mögen ist nicht möglich, man hat einfach nur noch nicht das richtige getrunken. Deshalb habe ich meine Top 5 der Biere zusammengestellt, die auch Nicht-Biertrinkern schmecken. Versprochen!

1) Salonsozialist von Landgang (Hamburg, Deutschland)
Für Fans von fruchtigen Cocktails

Ein Weizenbock, der durch die gewisse Spritzigkeit und Noten von Banane und weißem Pfirsich eher ein Böckchen ist. Der mundet auch Biertrinkern, die eigentlich keine sind.

Salonsozialist. Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

2) Onkel Herbert von Onkel (Düsseldorf, Deutschland)
Für Weißwein-Trinker

Eine Berliner Weisse mit Rhabarberpüree: Meine Freundin ist eingefleischter Weintrinker, aber für Onkel Herbert macht sie schon mal eine Ausnahme. Weich, leicht säuerlich und dabei fruchtig – herrlich!

Onkel Herbert. Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

3) Grand Cru von Rodenbach (Roeselare, Belgien)
Für Rotwein-Genießer

Dieses „Bier“ wurde wie ein Wein gekeltert und verschnitten. Schon aufgrund der Verarbeitungsweise erinnert wenig an den uns bekannten Biergeschmack. Säuerlich, weich und feinperlig auf der Zunge und der Geschmack von Traube, Sherry und Balsamico ist auch am Start.

Grand Cru. Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

4) Cali-Belgique IPA von Stone Brewing (Berlin, Deutschland)
Für Freunde von tropical Cocktails

Eine spezielle belgische Hefe-Art macht dieses Bier zu einem süß-würzigen IPA mit einem Hauch von Karibik. So ein IPA habt ihr noch nicht getrunken, versprochen!

Cali Belgique. Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

5) Schokobär von Veto (Feucht bei Nürnberg, Deutschland)
Für Liebhaber von heißer Schoki mit Schuss

Ein Schokoladen-Stout wie es im Buche steht: leicht süßlich, verdammt schokoladig und dabei unheimlich weich.

 

Schokobär. Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

 

Mindestens eins dieser Biere wird auch Nicht-Biertrinker davon überzeugen, dass Craft Beer eigentlich etwas ziemlich Tolles ist. Einfach ausprobieren. Euer Mut wird belohnt werden, da bin ich mir sicher.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

BierSZENE – Daniels Jahresrückblick

Hallo liebe Biertrinker, zack ist Weihnachten schon wieder vorbei. Und auch 2017 ist quasi schon Schaum von gestern. Zeit, um sich die vergangenen Monate noch einmal auf der Zunge zergehen zu lassen – und um einen kleinen Blick ins neue Jahr zu wagen. Was geht ab in 2018? Hamburg, Bier und Bunthaus!

 

Rückblick: Tschüss, du schönes Zweinullsiebzehn!

Bunthaus Brauerei: Jens und Jens starten durch

Ein Höhepunkt 2017 ist für mich ganz klar, was Jens Block und Jens Hinrichs von der Bunthaus Brauerei in Wilhelmsburg auf die Beine gestellt haben. Seit diesem Jahr fließt das Bunthaus-Bier dank der neuen Abfüllanlage nicht nur in Flaschen, sondern auch aus den eigenen Hähnen – und zwar im Bunthaus Schankraum im ehemaligen Verdüsungswerk des ebenfalls frisch gebackenen Kulinarischen Campus Wilhelmsburg.

Jens Block und Jens Hinrichs, die Brauer der Bunthaus Bauerei. Foto: Bunthaus

Der Kulinarische Campus Wilhelmsburg im Wasserwerk am Inselpark. Foto: Kulinarischer Campus

Der Bunthaus Schankraum. Foto: Bunthaus

Seit der Eröffnung im September hat sich der Schankraum zum feucht-fröhlichen Treffpunkt der Wilhelmsburger entwickelt und ich kann jeden Hamburger nur empfehlen: Ab auf die Elbinsel! Jeden Donnerstag und Freitag ab 18 Uhr erwarten euch dort feinstes Fassbier, abgefahrene Spezialsude (Probiert die wechselnden Sauerbiere!) und richtig gutes Essen. Denn Jens Block ist nicht nur Jung-Brauer (und studierter Diplom-Biologe), sondern auch ein kreativer Koch und tischt wechselnde Schmankerl auf – von Smørrebrød, Polynesian Hot Dog und Irish Stew bis Käsespätzle und Labskaus. Der Bunthaus Schankraum: Was für ein Geschenk für Wilhelmsburg!

Winter Beer Day & Microbrew Year

Auch das Jahresende hatte mächtig Umdrehungen. Mit 3.000 Besuchern, 20 Brauereien und 130 Bieren (!) haben die Winter Beer Days 2017 mal wieder bewiesen: Die Craft-Bier-Szene in Hamburg bebt! Wir Hanseaten haben einfach richtig Bock auf gutes Bier, Lust auf Neues und vor allem verstehen wir, warum Craft Bier jeden verdammten Cent wert ist.

Schwere Jungs von elbPaul. Foto: Henning Angerer

Full House beim Winter Beer Day 2017. Foto: Henning Angerer

Zum Wohl. Foto: Henning Angerer

 

Dank euch können sich die Brauer austoben, sich an große Kreationen oder abgefahrene Microbrews wagen. Sie können Biere in Fässern lagern, ungewöhnliche Aroma-Kombinationen ausprobieren und direkt von euch erfahren, ob hopp oder top. Diese unglaubliche Entwicklung der Craft-Beer-Szene macht auch mich als Biersommelier, als den Typen, der all diese Biere an den Mann und an die Frau bringt, so stolz. Danke für dieses Vertrauen, Hamburg!

Ausblick: Was geht ab in 2018?

Von jungen Böcken und 1.000 Bieren

Das große Zeitalter des Craft Beers geht weiter – im neuen Jahr, mit neuen Bieren und grandiosen Festen. Im Frühjahr stehen die Spring Beer Days in den Schanzenhöfen an. Dann rücken wieder Brauereien aus ganz Europa mit ihren jungen Böcken an. Mindestens so spannend wird natürlich auch, was Jens und Jens von Bunthaus für neue Projekte und Biere aus dem Braukessel zaubern.

Für mich persönlich geht’s dann im April erstmals als Juror zum Meiningers International Craft Beer Award 2018. Dort wollen fast 1.000 Biere aus der ganzen Welt verkostet und bewertet werden. Zur „Erholung“ reise ich dann im Mai nach Kopenhagen zur Mikkeller Beer Celebration, um rauszufinden, was die skandinavischen Craft-Beer-Brauer so treiben. Vielleicht ist das ja auch was für eure Frühlingsferien …

Try the Tripel: Meine Bierempfehlung zum Jahreswechsel

Keine Kolumne ohne Bier-Empfehlung. Deshalb gibt es zum Abschluss dieses BierSZENE-Jahres natürlich noch den Sud meines Herzens für euch: Probiert den Ratsherrn Dreizack – und zwar JETZT! Der belgische Triple ist eine limitierte Winter-Edition – und damit das perfekte Bier für den Jahreswechsel und ein spitzen Last-Minute-Geschenk für Bierliebhaber (erhältlich u. a. bei uns im Alten Mädchen oder im Craft Beer Store).

Ratsherrn Dreizack – Das Belgische Triple. Foto: Ratsherrn

In diesem Sinne: 2018 kann kommen! Rutscht fein rein ins neue Jahr – mit großem Durst und gutem Bier.

Euer Daniel

 


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

BierSZENE: 5 Biere, die du diesen Winter nicht verpassen darfst

Winter is coming! Also machts euch muckelig, bewaffnet euch mit Flaschenöffnern und kommt auf die dunkle Seite des Bieres …

…denn schwer, cremig und tiefschwarz ist in dieser Saison mal wieder sehr angesagt. Welche der zahlreichen Winter-Craft-Biere ihr auf keinen Fall gegen Glühwein eintauschen solltet, erfahrt ihr hier. Und ein paar davon könnt ihr sogar am Samstag, den 25. November 2017 beim Winter Beer Day (#WBD2017) kosten.

1) Xocoveza – Stone Brewing Berlin

Kakao, Vanille, Kaffee, Chili, Zimt und Muskat – all diese Aromen und noch ein paar mehr findet man in diesem herrlichen Mokka-Stout. Dieses ursprünglich mexikanische Rezept bringt Schärfe in die winterliche Kälte und wärmt herrlich von innen!

 

2) Lumberjack – Ratsherrn Brauerei (#WBD2017)

Mach den Holzfäller für mich, Baby! Ein winterliches Ale aus dem Hause Ratsherrn darf in dieser Liste natürlich nicht fehlen. Das obergärige Ale besticht durch eine feine Kräuter- und Fruchtnote. Dadurch, dass es im Lagertank auf Eichenholzchips gereift ist, entwickelt es tolle Aromen, die an Vanille und holzige Noten erinnern.

 

3) X-Mas Ale – Circle 8 Brewery (#WBD2017)

Unser liebster englischer Brauer aus Alsterdorf gehört hier einfach hin. Nikhil Jani bezaubert uns mit Orange, Zitrone, Muskatnuss, Fenchel, Nelken und Sternanis. Ja, ihr ahnt richtig: Nikhil hat quasi Lebkuchen verflüssigt und in Flaschen abgefüllt. Das Beste – dieser Lebkuchen hat kuschelige 4,7 Prozent Alkohol und kann damit gemütlich unter dem Christbaum getrunken werden. Bei uns im Mädchen wird das Ale während der gesamten Adventszeit vom Fass verfügbar sein. Willkommen im Winterhopfenland!

4) Hoppy Christmas – Brew Dog

Der schottische Brauhund legt uns ein hopfiges und optisch leckeres IPA unter den Weihnachtsbaum. Darin befindet sich der US-Hopfen Simcoe, der alleinig in der Hopfengabe Verwendung findet. Das gibt dem IPA vor allem Aromen, die an Citrus, Papaya und Pinie erinnern. Eine Hopfendröhnung, die auch unseren Hopheads ein harmonisches Weihnachtsfest beschert.

5) Salonsozialist – Landgang Brauerei (#WBD2017)

Die Weihnachtszeit ist eine besinnliche Zeit. In dieser muss geradezu gefrönt und geschlemmt werden. Damit das möglichst jeder kann, braut Sascha und das Team der Landgang Brauerei jedes Jahr in der Voradventszeit den Salonsozialisten für die Arbeiterklasse. In diesem Weizendoppelbock kommt eine Champagner Hefe zum Einsatz, die dem Bier feine Noten verleiht und an weißen Pfirsich und Rosinen erinnern. Der spezielle Bock für jedermann!

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

/Fotos: Henning Angerer


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 11 Jahren in Norddeutschland, seit 4 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 3 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

BierSZENE: Warum zur Hölle ist Craft Beer eigentlich so teuer?

Diese Frage hat sich wahrscheinlich jeder von euch schon gestellt, als er vor den Regalen seines Lieblings-Bierhändlers stand. 5,99 Euro für ein 0,33-Flaschenbier? Warum zum Teufel ist das so teuer?! Ist doch nur Bier, oder? Nicht ganz. Es ist vor allem ein Hopfensmoothie mit viel, viel Inhalt.

Massenproduziertes Bier ist billig hergestellt, aus 08/15-Zutaten gebraut und waaaahnsinnig verwässert. Daher schmeckt es nur nach wenig oder im schlimmsten Fall – wie bei Oettinger – auch mal nach Klo. Bei guten Bieren ist es nicht anders als bei guten Speisen: Will man, dass mehr und vor allem gute Zutaten drinstecken, muss man dafür auch tiefer in die Tasche greifen. Die Craftbrauer unseres Vertrauens benutzen also gefragte, qualitativ hochwertige und deshalb teure Rohstoffen, um uns ein leckeres Bier zu kredenzen.

Jede Menge gute Tropfen: In Hamburger Fachgeschäften wie dem Craft Beer Store kommen keine Massenprodukte ins Regal.

HOPFEN – das grüne Gold

Der Preis für Hopfen wird auf dem internationalen Markt von Angebot und Nachfrage bestimmt. Da die Craft-Beer-Szene in den vergangenen Jahren in vielen Ländern gewachsen ist, sind auch die Nachfrage nach besonderen Hopfensorten und somit auch ihre Einkaufspreise gestiegen. Prominentes „Opfer“ ist der Citra-Hopfen aus den USA: Er ist mega beliebt unter den Hopheads und daher sehr teuer geworden in den letzten Jahren. Ein Kilo Citra kostet um die 80 bis 90 Euro. Noch vor ein paar Jahren lag der Preis bei weniger als der Hälfte! Auch Dry Hopping (auf Deutsch: Hopfenstopfen) liegt im Trend. Wie der Name vermuten lässt, braucht man für dieses Verfahren jede Menge Hopfen – auch das macht das fertige Bier am Ende natürlich teurer.

MALZ – ein teurer Spaß

Im Mittelalter galt Weizenbier als Getränk der Fürsten und Könige. Klar, damals war das vor allem der Knappheit dieses edlen Getreides geschuldet, aber so ein Körnchen kann auch heutzutage noch recht teuer sein. Wird es lange veredelt oder – wie bei Rauchmalzen – zusätzlich behandelt, kann dies die Geldbörse des Braumeisters gut strapazieren. Zudem stecken in fast jedem Craft Beer deutlich mehr Malze als bei industriell hergestelltem Bier.

LAGERUNG – weniger Kopp, mehr Kosten

Einen weiteren Faktor stellt die Lagerung von Jungbier in Gärtanks da. Aus Kostengründen verweilt industriell gefertigtes Bier meist eine Woche in der Lagerung. Die Lagerung stellt unter anderem sicher, dass Alkaloide, die wir nicht im Bier haben wollen, auf natürliche Weise herausgefiltert werden. Ja, das sind die bösen Fuselstoffe, die für unser Kopfaua am Folgetag zuständig sind. Je länger man dem Bier Zeit zum Ruhen gibt, desto besser und sauberer ist es am Ende. Unter dem Gütesiegel Slow Brewing haben sich mittlerweile sogar Brauereien zusammengeschlossen, die für eine langsame und schonende Brauweise stehen.

Das teuerste Bier der Welt

… kommt übrigens aus Bayern. Woher auch sonst? Bei Schorsch Bräu wird ein Eisbock produziert, der einen Alkoholgehalt von 57 Prozent erreicht. Dies geschieht durch Einfrieren eines ohnehin schon alkoholreichen Bockbiers. Durch die lange Lagerung von mindestens vier und bis zu sechs Monaten, erreicht der Eisbock sein hohes Alkoholvolumen. Er ist damit das stärkste und mit knapp 100 Euro für 0,2 Liter auch das teuerste Bier der Welt. Und soll ich euch was sagen? Der teure Tropfen lohnt sich richtig!

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

/Fotos: Henning Angerer


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!