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Ratsherrn – Biere wie Boxer

Ratsherrn Bier ist Bier – ist Quatsch. Besonders den immer einflussreicher werdenden Craft-Beer-Brauern wird mit dem Einheitsschnack auf den Schlips getreten. Wie viel Bier kann, zeigt ein Ortstermin bei Ratsherrn in den Schanzenhöfen.

Text: Erik Brandt-Höge
Fotos: Michael Kohls und Erik Brandt-Höge

Farbe: tiefes Gold. Charakter: stark, kräftig, mutig. Besondere Eigenschaften: bockig wie ein junger Widder, prächtig wie ein Zwölfender. Nicht mehr und nicht weniger wird dem „New Era Pilsener Imperial“ von seinen Machern attestiert. Die Macher, das sind die Ratsherrn-Braumeister aus den Schanzenhöfen, und „Imperial“, das ist eins von 20 Bieren, die sie aktuell im Programm haben. Die hochtrabende Produktbeschreibung steht freilich nicht bloß exemplarisch für die Sorte und Marke, sondern für den gesamten Markt.

Wie eine gute Flasche Wein, was Genuss und Preis betrifft: Ratsherrns limitiertes „Ahab’s Revenge“. Foto: Michael Kohls

Kreative Brauer sind zu nationalen Playern avanciert, haben mit Experimenten manch industrielle Massenware ausgestochen. Sie lassen die Muskeln spielen, weil sie es können. Und weil Craft-Beer-Fans es wollen. Wer etwa bereit ist, fürs „Imperial“ zwei Euro (0,33 l) zu zahlen, vielleicht auch fünf für Ratsherrns neue Atrraktion, das limitierte „Ahab’s Revenge“ (Sour Barrel Belgian White Ale; 0,3 l), will auch ein bisschen Brimborium dazu. Sei es ein vergoldetes Etikett, die Geschichte von der langjährigen Entwicklung des Getränks, oder eben eine Charakterisierung, die der eines Weltklasseboxers gleicht. Das offensichtliche Ziel von Ratsherrn und allen anderen Craft-Beer-Brauern: Diejenigen abholen, die ihr Geld bisher für eine gute Flasche Wein ausgegeben haben.

Komplexe Süffigkeit

Ein weiteres und für Ratsherrn extrem wichtiges Werbe-Tool: Brauereiführungen. 18.000 Teilnehmer strömten im vergangenen Jahr in die Lagerstraße, um zu sehen, wie ihre „Matrosenschluck“, „Kaventsmann“, „Dry Hopped“ und „Pfeffersack“ entstehen. Auf der Tour durch das burgartige, unter Denkmalschutz stehende Rotklinkergebäude wird der Brauprozess vom ersten Kessel bis zum Zapfhahn präsentiert.

Die Ratsherrn Brauerei in Hamburg. Foto: Michael Kohls

Vier Kessel für ein Sudhaus: Was äußerlich steril wirkt, ist im Innern schon sehr geschmackvoll. Foto: Michael Kohls

Ein Ziel: Besuchern klarmachen, dass hinter ihrer süffigen Lieblingssorte hochkomplexe Vorgänge stecken. Dass das alles massentaugliche Kunst ist. Gestartet wird in der sogenannten Mikrobrauerei, einer Daniel-Düsentrieb-Kammer für die Ratsherrn-Braumeister. Die können hier testen, entwickeln, abfüllen, und alles noch und noch mal von vorn. Immer in der Luft: ein supersüßlicher Malzgeruch. In dem hell gefliesten Raum dampft und brodelt und spritzt es überall. Mancher Meister steht auf seiner Leiter, sieht konzentriert in einen der silbernen Kessel. Die XXL-Kesselaufschriften: „Hopfen, Malz und Hamburg“. An der hinteren Wand lagern in Holzfässern die demnächst erhältlichen saisonalen Sorten. Zukunftsbiere, von denen die Craft-Beer-Nerds über entsprechende Apps als erste erfahren.

Würze & Whirlpool

Hopfen in der Ratsherrn Brauerei Hamburg

Ein Stück Natur landet irgendwann im Glas, durchläuft zuvor so manches Rohr und wird jederzeit streng kontrolliert. Foto: Erik Brandt-Höge

Weiter im Sudhaus, wo die nächsten vier Braukessel stehen. Süßliches wird hier mit Herbem vermengt, es riecht schon mehr nach Bier. In der schlauchförmigen Halle wird das, wofür Ratsherrn steht, also Vielfalt ohne Ende, geradezu gelehrt. Zum Beispiel mit einer Malztafel: gelbe, grüne, braune, schwarze Körner sind da aufgeschichtet, Sorte für Sorte. Vom Pilsener Malz über das Roggenmalz bis zum Buchenrauch- Gerstenmalz ist alles Denkbare dabei – und kann probiert werden. Mal nussig, mal rauchig. Malz entpuppt sich für viele als überraschend geschmackvoller Knabberkram. Geschrotet kommt es in Kessel 1, wird mit heißem Wasser vermischt. Das nennt sich Maischen. Dabei wird Stärke zu Zucker, der später zur Alkoholerzeugung gebraucht wird. Kessel 2 dient zum Läutern, wobei Festes von Flüssigem getrennt wird. Kessel 3 ist die Würzpfanne, in der Hopfen dazukommt. Und in Kessel 4, dem sogenannten Whirlpool, werden die unlöslichen Hopfenreste vom Sud getrennt. Die aufs Sudhaus folgende Halle ist größer, technischer, trubeliger. Um noch mehr Kessel und ein endloses Knäuel aus Rohren, Stangen, Schläuchen, Wasserstands- und Druckanzeigen, Statistiktafeln und Kontrollleisten herum gehen weitere Brauer akribisch vor. Ein Bier-Uhrwerk mit unzähligen Zahnrädern. Alle und alles greifen ineinander, bis zu den letzten Arbeitsakten, der Gärung durch die Hefe und dem Lagern des Trinkstoffs. Ein Brauprozess dauert zwischen acht und zehn Stunden, dabei werden rund 5.000 Liter Bier gewonnen. Ein Tropfen auf den heißen Stein – betrachtet einer die Jahreszahlen. Fünf Millionen Liter kamen 2017 zustande. Die Nachfrage steigt.

Wohnzimmergeschichten

Logisch, dass keine Brauereiführung abläuft, ohne die eigene Geschichte zu erwähnen. Neben einer Flut an Fakten zum Bier an sich (zum Beispiel eroberte im Jahr 1870 eine damals ziemlich futuristisch wirkende Sorte namens „Pilsener“ die Stadt Hamburg), steht beim Probierschluck im Ratsherrn-Degustationsraum die Marke mit dem Halskrausen-Mann im Zentrum aller Erzählungen. Rustikale Holztafel, zahlreiche Bilder an den Wänden, gedimmtes Licht: Eine Wohnzimmeratmosphäre entsteht, wenn die Brauerei-Guides historisch werden. Die Kurzfassung: Gründung 1951 als Label der Elbschloss- Brauerei, dann Bavaria-St.-Pauli-Brauerei, Holsten-Brauerei, schließlich und bis heute unter dem Dach der familiengeführten Nordmann Unternehmensgruppe, seit 2012 in den Schanzenhöfen. Der Standort wurde ganz bewusst gewählt. Während viele konventionelle Brauereien am Stadtrand liegen oder gar noch ferner ihrer Kundschaft, will Ratsherrn gesehen werden, zugänglich sein, zeigen, was anders gemacht wird als bei der Konkurrenz. Nicht, dass Craft-Beer-Brauen neu wäre. Es ist nur gerade die Zeit, in der die Protagonisten ihren Erfolg noch potenzieren können. Und das funktioniert dort, mitten in der Schanze, wo Menschen keine Einheitsware wollen, sondern etwas, das als besonders angepriesen wird und auch besonders schmeckt, am besten.

www.ratsherrn.de


Ratsherrn erleben: Altes Mädchen

Altes Mädchen in Hamburg

Foto: Erik Brandt-Höge

Craft Beer hat Eventcharakter, und jedes Event braucht einen passenden Rahmen. Ratsherrn hat dafür das Alte Mädchen geschaffen. Draußen Lichterkettenromantik mit Bierbude und -bänken, drinnen Kaminfeuerchen, Tische für jede Rundengröße und ein Duftspender fürs ganze Haus: eine eigene Bäckerei, in der unter anderem Stullen-, Curry-Zwiebel-, Gemüse- Vollkorn-, Dinkel-Chia- und Smoked-Onion-Brote aus dem Holzofen gezogen werden.

Lagerstraße 28 B (St. Pauli); www.altes-maedchen.com

 

 

 


 Diese Liste stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2018. Das Magazin ist seit dem 27. Oktober 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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BierSZENE – Auf diesen Festivals gibt’s richtig gutes Bier

Bye bye, Industriebier: Daniel Elich zeigt, auf welchen europäischen Festivals gute Craft Biere aus den Hähnen fließen.

„Welcome to Rock am Ring – powered by Carlsberg!“ Seid Ihr es auch leid, auf Mainstream-Festivals zu gehen, die von großen Bierkonzernen gesponsert werden? Ich finde, deren Zeit sollte sich langsam aber sich dem Ende zuneigen. Für alle, die keine Lust mehr auf Astra & Co. haben, gibt es hier deshalb eine kleine feine Liste mit unabhängigen Festivals, bei denen beste Kreativbiere aus den Zapfhähnen fließen.

1) „Wilde Möhre“

Seit 2013 gibt es das Festival „Wilde Möhre“ in Brandenburg. Das Kunst- und Musikfestival ist ein gemeinschaftliches Festival für alle – ungeachtet von Geschlecht, Alter, Hautfarbe oder Herkunft. Musikalisch geht die Wilde Fahrt von Techno bis HipHop. Das beste ist aber: Hier gibt es auch jedes Mal tolles Craft Beer von der Berliner Bierfabrik.

Wann? 9. bis 13. August 2018
Wo? Brandenburg (Deutschland) 
Mehr Infos: wildemoehrefestival.de

2) „Green Man“

Seit 2003 öffnet das Green Man Festival seine Tore für Musik- und Kunst-Liebhaber aus aller Welt. Eingebettet ist das Festival in die majestätischen Brecon Beacons – eine Bergkette in Wales. Eine ganze Woche lang kann hier gecampt werden, um tagsüber die Wälder, Wasserfälle und Flüsse zu erkunden oder um mehr als 1.000 Künstler zu erleben. Auf die Ohren gibt es hier Alternative, Indie, Rock und Folk. Für den Durst: das eigens fürs Festival gebraute Craft Beer, das es nirgends sonst zu kaufen gibt.

Wann? 16. bis 19. August 2018
Wo? Brecon Beacons (Wales, Großbritannien)
Mehr Infos: www.greenman.net

3) „Garbicz Festival“

Das „Garbicz Festival“ ist ein Musik- & Kunstfestival direkt am See und mit einer traumhaften Waldkulisse. Das Festival lebt aber auch von der Wahrnehmung, dass wir alle gemeinsam für Mensch und Natur verantwortlich sind. Eine Anreise mit Auto, ist der Umwelt zuliebe, deshalb auch nicht möglich. Musikalisch gibts vor allem Elektronisches. Nach dem Abdancen erfrischt Bier aus diversen polnischen Craft-Beer-Brauereien.

Wann? 2. bis 5. August 2018
Wo? Garbicz (Polen)
Mehr Infos: garbiczfestival.com

In diesem Sinne: Prost.

Euer Daniel

Text: Daniel Elich
Beitragsfoto: Florian Forsbach


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Daniel Ehlich

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

BierSZENE – Die schönsten Craft-Bier-Gärten der Stadt

Entschuldigung! Aber was haben wir bitte für einen geilen Start in den Sommer dieses Jahr in Hamburg!? Wo ihr das in Hamburg am besten bei feinstem Kreativbier genießen könnt, habe ich euch hier mal sorgsamst zusammengetragen.

 

Überquell

Auf der Terrasse des Überquells kommt zusammen, was zusammen gehört: Solide Craft Biere, leckere Pizza und eine fancy Location mit hip-rustikalem Charme und Blick auf den Hafen. Hier lässt sich in entspannter Gesellschaft wunderbar ein Feierabendbierchen genießen. Also: Herkommen, hinfläzen, Birkenstocks aus und Bier trinken.

St. Pauli Fischmarkt 28-32; Mo-Do 17–23 Uhr, Fr-So ab 12 Uhr; www.ueberquell.com

Bunthaus

Im letzten Herbst hat die Elbinsel-Brauerei Bunthaus ihren ersten Schankraum im alten Wasserwerk mitten auf dem neuen Kulinarischen Campus eröffnet. Seitdem strömt hier donnerstags und freitags ab 18 Uhr feinstes Craft Beer aus den Hähnen. Besonders gut: die Sauerbiere der Brauer Jens Block und Jens Hinrichs. Auf der Terrasse, umgeben vom Grün des Inselparks, lässt sich die Woche besonders schön ausklingen.

Kurdamm 24; Do + Fr 18–0 Uhr; www.bunthaus.beer

Altes Mädchen

Biergarten "Altes Mädchen" in Hamburg; Foto: Henning Angerer

Foto: Henning Angerer

Wer an einem lauen Sommerabend gerne ein lauschiges Plätzchen in der Schanze hätte, ist auf der Terrasse des Alten Mädchen ziemlich gut aufgehoben. Mit Blick in die Ratsherrn Brauerei kann man hier aus 30 verschiedenen Bieren vom Fass und 70 Flaschenbieren aus aller Welt wählen. An schönen Tagen gibt es Burger, Süßkartoffelpommes und Co. aus dem Foodtruck.

Lagerstraße 28B; Mo-Sa 18–0 Uhr; www.altes-mädchen.de

Malto

Seit ein paar Monaten fließt im Malto an der Max-Brauer-Allee nicht nur richtig gutes Bier, in dem kleinen Biergarten im Hinterhof kann man auch wunderbar lässige Abende genießen. Ein paar köstliche Kleinigkeiten kann man zu den guten Hopfentropfen von Birrificio Shanghait hier auch wegschnabulieren.

Max-Brauer-Allee 88; Mo-So 10–21 Uhr; malto.shanghait.beer

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

Beitragsfoto: Überquell


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Daniel Ehlich

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

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BierSZENE – Craft Beer auf Reisen

1700 Kilometer, ein Mann, ein Fahrrad und ein Kasten Hamburger Bier. Kreativling und Bierliebhaber Nico Heimann ist noch bis Anfang Juni für das „Projekt Bottle Post on Pedals“ auf großer Fahrradtour durch Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland. Seine Mission: Die Leidenschaft für handwerklich gebrautes Bier mit anderen Menschen teilen. Da sind wir doch dabei!

Eine Art Kulturaustausch für Biernerds – so könnte man wohl beschreiben, was bei „Bottle Post on Pedals“ zurzeit passiert. Nico Heimann ist seit knapp zwei Wochen im Namen der Braugasthäuser Dolden Mädel in Berlin und Binz, Altes Mädchen in Hamburg sowie das Fritz in Greifswald und Stralsund unterwegs. 26 Tage und 1700 Kilometer sind für die Tour geplant. Auf seinem Weg durch Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland macht er Halt bei befreundeten Brauereien – um sie zu besuchen und um Flaschen seines Bieres, das er im Anhänger umherfährt, gegen deren Biere zu tauschen.

 Ein Wegbier mit Geschmack

Gebraut wurde das Bier von den Küchenchefs der verschiedenen Braugasthäuser unter der Leitung von Ian Pyle, Kreativbraumeister der Ratsherrn Brauerei in Hamburg. Die Idee war es, ein Bier zu kreieren, das grundsätzlich jedem schmeckt und doch etwas ganz Besonderes und Mutiges hat. Nicht zu hopfenbetont, nicht zu malzig, vielleicht etwas Beeriges, fast Säuerliches – und definitiv gut trinkbar. Schnell landete die Brew-Crew mit diesen Vorlieben in der belgischen Bierküche. So entstand ein Farmhouse Ale, das sich durch Frische und einen schlanken Körper auszeichnet. Kurzum: Sommer im Glas, den man zurzeit in jedem der Partner-Braugasthäuser am Hahn findet.

Bottle on Pedals

Jeden Tag ein neuer Brauer: Auf seiner Reise schließt Nico viele Freundschaften mit anderen Biernerds.Foto: Bottle post on Pedals

Foto: Bottle on Pedals

Große Liebe: Der Drahtesel macht ganz schön was mit. Foto: Bottle post on Pedals

Auf seiner Tour begleiten kann man Nico Heimann auch – via Facebook und Instagram. Hier teilt er täglich Fotos und Videos seiner fast einmonatigen Reise und spricht über Bier, Brauereien und Berge, die er mit seinem Drahtesel erklimmen muss.

Ich finde, ein tolles Projekt, das Durst auf mehr macht.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Ehlich

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

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BierSZENE – Schnaps trifft Craft Beer

Die Craft-Beer-Szene in Hamburg wächst und wächst. Ich habe für euch Simon und Nienke in ihrer neuen Oorlam Bar besucht. In den Kohlhöfen in der Neustadt packen die beiden bestes Buddelship-Craft-Beer und handwerklich gebrannten Jenever auf die Karte.

Aus 15 Zapfhähnen strömt in der neuen Oorlam Bar in der Hamburger Neustadt köstliches Craft Beer von einer der Top-Brauereien: Buddelship. Kaum verwunderlich, denn Anfang April wurde die Bar von niemand Geringerem als Brauerei-Chef Simon Siemsglüß mit seiner Freundin Nienke Oostra eröffnet. Die ist wiederum die Inhaberin des Spirituosen-Labels Filosoof Jenever. Die feinen Jenever, die die Holländerin in kleinen Margen brennt, gibt es deshalb selbstverständlich auch auf der Getränkekarte.

Das perfekte Paar: Craft Beer & Jenever

„Wir wollten eine Bar in Hamburg eröffnen, in der man zur Abwechslung beides trinken kann: tolles Craft Beer und guten Schnaps.“, erklärt mir Nienke bei meinem Besuch. Dass Bier und Jenever – ein Wacholderschnaps aus den Niederlanden und Belgien –  bereits einzeln gut schmecken, war mir klar. Ein Kracher wird es aber, wenn man sie als Pairing genießt. Das frisch gezapfte Porter „Gotland 1394“ ist süßlich-herb und schmeckt nach Kaffee, dunkler Schokolade und Schwarzbrot. Der Jenever Wieke, den ich dazu gereicht bekomme, hat eine fruchtige Süße, geprägt von den verwendeten Wachholderbeeren. Noten von Seegras und Vanille gesellen sich ebenfalls dazu. Diese sorgen dafür, dass sich das Bittere des Bieres noch ein bisschen in die Länge zieht. Eine bombastische Kombi, die ihresgleichen sucht.

Craft Beer und Jenever-Schnaps

Ein ungleiches, aber harmonisches Paar: Craft Beer von Buddelship und Jenever-Schnaps. Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

In der Hamburger Craft-Beer-Szene ist noch Luft nach oben

Das Oorlam ist nach dem Birrificio Shanghait bereits die zweite Bier-Bar, die innerhalb kurzer Zeit in Hamburg ihre Türen für Craft-Beer-Nerds und Bier-Neulinge öffnet. Angst haben, dass man sich in der Craft-Beer-Szene gegenseitig das Geschäft wegnimmt, brauche aber keiner haben, so Nienke. „In Amsterdam gibt es viel mehr kleine Bier-Bars als hier – und gleichzeitig laufen sie besser.“

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Jenever in der Oorlam-Bar

In der Oorlam-Bar wird Jenever serviert – Wacholderschnaps. Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Für Simon muss in der Hansestadt ohnehin noch viel Pionierarbeit geleistet werden: „Solange nicht auch in Standardkneipen Craft Beer am Hahn ist, ist eigentlich noch nichts passiert“, so der Braumeister. „Craft Beer ist noch längst nicht im Mainstream angekommen – und das ist unser Ziel.“ Viele vergessen, dass Craft Beer vor allem auch lokales Bier sein sollte. Es sei absurd, dass das meiste Bier, das in Hamburg getrunken wird, nicht hier gebraut werde. „Für mich ist Astra keine Hamburger Brauerei, sondern Carlsberg mit einer anderen Marketingstrategie. Solange Astra als lokale Brauerei gesehen wird bedeutet das für mich, dass da noch kein Umdenken bei der großen Masse stattgefunden hat.“ Bis dahin heiße es weitermachen. Eine Sicht der Dinge, die ich nur zu gerne unterstütze.

In diesem Sinne: Trinkt mehr Craft Beer, ihr Lieben! Prost!

Euer Daniel

Oorlam: Kohlhöfen 29 (Neustadt), Telefon 0176 34367697, Mi-Fr 16–22, Sa-So 12-22 Uhr; www.facebook.com/Oorlambar

Beitragsfoto: Felix Valentin / Jupiter Union


Daniel Ehlich

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

Spring Beer Day – 5 Brauereien, die ihr nicht verpassen solltet

Am Samstag, den 21. April startet Hamburg mit dem Spring Beer Day in die Bierfestivalsaison 2018. Angestoßen wird mit über 90 frühlingsfrischen Hopfensmoothies von 22 Brauereien aus Deutschland und Europa. Da sich nur die richtig harten Jungs und Deerns unter euch durch alle probieren werden können, zeige ich euch in meiner neuen Kolumne, welche Biere und Brauereien ihr auf keinen Fall verpassen dürft.

 

1) Ugly Duck Brewing: Achtung, Ente im Anflug!

… und sie bringt tolle Biere mit. Die dänische Biervielfalt wirft mit dieser Brauerei ihren mächtigen Schatten auf Hamburg und zeigt uns deutschen Craft-Beer-Nachzüglern, was biertechnisch im Frühling so gehen kann.

Mein Tipp: Alles mit Früchten. Die waren schon im letzten Jahr DER HAMMER!

Ugly Duck Craft Beer

Letztes Jahr schon super: Ugly Duck. Foto: Ugly Duck

2) Bierfabrik Berlin: Gib mir Holz, Baby!

Wer meine Kolumne kennt, weiß bereits wie es weitergeht: Sebastian Mergel, Mitgründer und Braumeister der Bierfabrik, ist gelernter Winzer. Daher kommt sein Tankbier häufig mit Holzfässern in Kontakt. Das gibt den Bieren ihren einzigartigen Geschmack.

Mein Tipp: Die fassgelagerten Sauerbiere.

Berliner Bierfabrik

Das Bier aus der Berliner Bierfabrik wird meist in Holzfässern gelagert. Foto: Berliner Bierfabrik

3) BrewDog: Equity for punks!

Mit diesem Slogan startete BrewDog aus Ellon (Schottland) vor kurzem schon zum fünften Mal den Aufruf, Teil der großen BrewDog-Family zu werden. Jeder hatte die Möglichkeit, in die Brauerei zu investieren. Wer diese Chance verpasst hat, kann sich beim Spring Beer Day zumindest für einen Moment so fühlen, als ob er dazugehöre.

Mein Tipp: NEIPA und Frucht Ale.

Brew Dog Craft Beer

Auch beim Spring Beer Day: Schottisches Frucht Ale. Foto: Brew Dog

4) Straßenbräu: Gib mir Vielfalt!

226 unterschiedliche Biere in 2,5 Jahren – das zeichnet diese Brauerei aus und macht ihr in Berlin so schnell keiner nach. Braumeister Sebastian Pfister lebt hier seine kreative Ader völlig aus.

Mein Tipp: Fruchtbier und IPAs.

Vielfalt zeichnet diese Brauerei aus. Foto: Straßenbräu

5) Sudden Death Brewing: Absolutes Powerplay!

Olli und Ricky vom Timmendorfer Strand lieben zwei Dinge: Eishockey und Bier. Durch ihre regelmäßigen NHL-Besuche bei den Boston Bruins entdeckten sie ihre Leidenschaft für gutes Bier – und fingen in Deutschland direkt an zu brauen.

Mein Tipp: Pale Ale und IPA.

Sudden Death Craft Beer

Besonders gut schmeckt das Pale Ale von Sudden Death. Foto: Sudden Death

In diesem Sinne: Prost, Frühling!

Euer Daniel

Info: Spring Beer Day: 21.04., Lagerstraße 28b, 12–23 Uhr; Eintritt: 5 Euro


Daniel Ehlich

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

BierSZENE – 5 Gründe, warum Dosenbier geiler ist als ihr denkt

Moin Hamburg,

in anderen Ländern wird es längst als einer der Biertrends des Jahres gefeiert, bei uns hingegen schaut man noch immer in skeptische Gesichter, wenn man es seinen Gästen fernab von Fußball und Festivals einschenkt – die Rede ist von Dosenbier. Den schlechten Ruf hat Bier aus der Büchse meiner Meinung nach völlig zu Unrecht, denn die Dose bringt unschlagbare Vorteile gegenüber der Bierflasche mit sich.

BierSZENE

 

1) Mach dir Frische auf

Dass Biere aus der Dose geschmacklich so oft danebenliegen, liegt daran, dass man Bier in Blechbüchsen bislang vor allem in der Getränke-Billigabteilung von Supermärkten findet. Grundsätzlich sorgen Dosen aber dafür, dass weniger Sauerstoff und keine UV-Strahlen (super für den flüchtigen Hopfen) an das Bier kommt. Die guten Hopfentropfen bleiben in den „Mini-Fässchen“ also länger frisch und behalten ihren Geschmack.

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2) Kein Bock auf warmes Bier

Bierdosen lassen sich im Kühlschrank deutlich schneller kühlen als Glasflaschen.

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3) Umweltschützer aus dem Bierregal

Weniger Müll durch fehlende Kronkorken und ablösbare Etiketten; ein geringeres Eigengewicht als Bierflaschen, was beim Transport für einen kleinen CO2-Abdruck sorgt; 100 Prozent recyclebar – Getränkedosen sind wahre Umweltschützer.

BierSZENE

 

4) Schwere Bierkästen adé

Mit den leichteren Dosen müsst ihr euch auf dem Weg nach Hause oder in den Stadtpark nicht mehr so abschleppen.

BierSZENE

 

5) Stabiles Ding

Wer eine Bierflasche und eine -Dose fallen lässt, erkennt schnell den entscheidenden Unterschied: Während die Bierflasche mit hoher Wahrscheinlichkeit in zig Scherben zersplittert, ist die Dose oftmals noch ganz.

BierSZENE

 

Einer der deutschen Vorreiter in Sachen gutes Bier aus der Dose ist Broy aus München. Wer deren guten Stoff selbst einmal probieren will oder noch Fragen zum Thema Dosenbier hat, kann die Macher am 1. April 2017 beim Spring Beer Day in den Hamburger Schanzenhöfen treffen. Ich bin natürlich auch am Start.

Bis dahin: Prost und eine schöne Zeit!

Euer Daniel

 Fotos: Broy

 


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder. Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen@bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!